Wagner, Richard
Tannhäuser
Full Libretto
Source
ERSTER AUFZUG
Die Bühne stellt das Innere des Venusberges
Hörselberges bei Eisenach
dar. Weite Grotte, welche sich im Hintergrunde durch eine Biegung nach rechts wie unabsehbar dahin zieht. Aus einer zerklüfteten Öffnung, durch welche mattes Tageslicht hereinscheint, stürzt sich die Höhe der Grotte entlang ein grünlicher Wasserfall herab, wild über Gestein schäumend; aus dem Becken, welches das Wasser auffängt, fliesst nach dem ferneren Hintergrunde der Bach hin, welcher dort sich zu einem See sammelt, in welchem man die Gestalten badender Najaden, und an dessen Ufern gelagerte Sirenen gewahrt. Zu beiden Seiten der Grotte Felsenvorsprünge von unregelmässiger Form, mit wunderbaren, korallenartigen tropischen Gewächsen bewachsen. Vor einer nach links aufwärts sich dehnenden Grottenöffnung, aus welcher ein zarter, rosiger Dämmer herausscheint, liegt im Vordergrunde Venus auf einem reichen Lager, vor ihr das Haupt in ihrem Schosse, die Harfe zur Seite, Tannhäuser halb kniend. Das Lager umgeben, in reizender Verschlingung gelagert, die drei Grazien. Zur Seite und hinter dem Lager zahlreiche schlafende Amoretten, wild über und neben einander gelagert, einen verworrenen Knäuel bildend, wie Kinder, die, von einer Balgerei ermattet, eingeschlafen sind. Der ganze Vordergrund ist von einem zauberhaften, von unten her dringenden, rötlichen Lichte beleuchtet, durch welches das Smaragdgrün des Wasserfalles, mit dem Weiss seiner schäumenden Wellen, stark durchbricht; der ferne Hintergrund mit den Seeufern ist von einem verklärt baluen Dufte mondscheinartig erhellt
Beim Aufzuge des Vorhanges sind, auf den erhöhten Vorsprüngen, bei Bechern noch die Jünglinge gelagert, welche jetzt sofort den verlockenden Winken der Nymphen folgen, und zu diesen hinabeilen; die Nymphen hatten um das schäumende Bekken des Wasserfalles den auffordernden Reigen begonnen, welcher die Jünglinge zu ihnen führen sollte; die Paare finden und mischen sich; Suchen, Fliehen und reizendes Nekken beleben den Tanz. Aus dem ferneren Hintergrunde naht ein Zug von Bacchantinnen, welcher durch die Reihen der liebenden Paare, zu wilder Lust auffordernd, daherbraust. Durch Gebärden begeisterter Trunkenheit reissen die Bacchantinnen die Liebenden zu wachsender Ausgelassenheit hin. Satyre und Faune sind aus den Klüften erschienen, und drängen sich zur höchsten Wut. Hier, beim Ausbruche der höchsten Raserei, erheben sich entsetzt die drei Grazien. Sie suchen den Wütenden Einhalt zu tun und sie zu entfernen. Machtlos fürchten sie selbst mit fortgerissen zu werden: sie wenden sich zu den schlafenden Amoretten, rütteln sie auf, und jagen sie in die Höhe. Diese flattern wie eine Schar Vögel aufwärts auseinander, nehmen in der Höhe, wie in Schlachtordnung, den ganzen Raum der Höhle ein, und schiessen von da herab einen unaufhörlichen Hagel von Pfeilen auf das Getümmel in der Tiefe. Die Verwundeten, von mächtigem Liebessehnen ergriffen, lassen vom rasenden Tanze ab und sinken in Ermattung. Die Grazien bemächtigen sich der Verwundeten und suchen, indem sie die Trunkenen zu Paaren fügen, sie mit sanfter Gewalt nach dem Hintergrund zu zu zerstreuen. Dort nach den verschiedensten Richtungen hin entfernen sich
zum Teil auch von der Höhe herab durch die Amoretten verfolgt
die Bacchanten, Faunen, Satyren, Nymphen und Jünglinge. Ein immer dichterer rosiger Duft senkt sich herab; in ihm verschwinden zunächst die Amoretten; dann bedeckt er den ganzen Hintergrund, so dass endlich, ausser Venus und Tannhäuser, nur noch die drei Grazien sichtbar zurückbleiben. Diese wenden sich jetzt nach dem Vordergrunde zurück; in anmutigen Verschlingungen nahen sie sich Venus, ihr gleichsam von dem Siege berichtend, den sie über die wilden Leidenschaften der Untertanen ihres Reiches gewonnen
Venus blickt dankend zu ihnen
SIRENEN
Nahtnaːt
euchɔɪ̯ç
demdeːm
Strandeˈʃtʁandə
,
nahtnaːt
euchɔɪ̯ç
demdeːm
Landeˈlandə
,
wovoː
iniˈʔɛn
dendeːn
Armenˈaʁmən
glühenderˈɡlyːəndɐ
Liebeˈliːbə
seligˈzeːlɪk
Erbarmenɛɐ̯ˈbaʁmən
still'
eureˈɔɪ̯ʁə
Triebeˈtʁiːbə
!
Der dichte Duft im Hintergrunde zerteilt sich; ein Nebelbild zeigt die Entführung der Europa, welche auf dem Rücken des mit Blumen geschmückten weissen Stieres, von Tritonen und Nereiden geleitet, durch das blaue Meer dahinfährt. Der rosige Duft schliesst sich wieder, das Bild verschwindet, und die Grazien deuten nun durch einen anmutigen Tanz den geheimnisvollen Inhalt des Bildes, als ein Werk der Liebe, an. Von neuem teilt sich der Duft. Man erblickt in sanfter Mondesdämmerung Leda, am Waldteiche ausgestreckt; der Schwan schwimmt auf sie zu und birgt schmeichelnd seinen Hals an ihrem Busen. Allmählich verbleicht auch dieses Bild. Der Duft verzieht sich endlich ganz, und zeigt die ganze Grotte einsam und still. Die Grazien neigen sich lächelnd vor Venus, und entfernen sich langsam nach der Seiten-Grotte. Tiefste Ruhe. Unveränderte Gruppe der Venus und Tannhäusers
Tannhäuser zuckt mit dem Haupte empor, als fahre er aus einem Traume auf. - Venus zieht ihn schmeichelnd zurück. - Tannhäuser führt die Hand über die Augen, als ob er ein Traumbild festzuhalten suche
VENUS
Geliebterɡəˈliːptɐ
,
sagzaːk
,
wovoː
weiltvaɪ̯lt
deindaɪ̯n
Sinnzɪn
?
TANNHÄUSER
Zut͡suː
vielfiːl
!
Zut͡suː
vielfiːl
!
O
,
dassdas
ichɪç
nunnuːn
erwachteɛɐ̯ˈvaxtə
!
VENUS
Sprichʃpʁɪç
,
wasvas
kümmertˈkʏmɐt
dichdɪç
?
TANNHÄUSER
Imiˈʔɛm
Traumtʁaʊ̯m
warvaːɐ̯
mir's
alsals
hörteˈhøːɐ̯tə
ichɪç
-
wasvas
meinemˈmaɪ̯nəm
Ohroːɐ̯
sozoː
langeˈlaŋə
fremdfʁɛmt
!
alsals
hörteˈhøːɐ̯tə
ichɪç
derdeːɐ̯
Glockenˈɡlɔkn̩
frohfʁoː
Geläuteɡəˈlɔɪ̯tə
;
-
O
,
sagzaːk
!
Wieviː
langeˈlaŋə
hört'
ich's
dochdɔx
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
?
VENUS
Wohinvoˈhɪn
verlierstfɛɐ̯ˈliːɐ̯st
duduː
dichdɪç
?
Wasvas
fichtfɪçt
dichdɪç
anaːˈʔɛn
?
TANNHÄUSER
Diedaɪ
Zeitt͡saɪ̯t
,
diedaɪ
hierhiːɐ̯
ichɪç
weil'
,
ichɪç
kannkan
sieziː
nichtnɪçt
ermessenɛɐ̯ˈmɛsn̩
:
-
Tageˈtaːɡə
,
Mondeˈmoːndə
-
gibt's
fürfyːɐ̯
michmɪç
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
,
denndɛn
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
seheˈzeːə
ichɪç
diedaɪ
Sonneˈzɔnə
,
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
desdɛs
Himmelsˈhɪml̩s
freundlicheˈfʁɔɪ̯ntlɪçə
Gestirneɡəˈʃtɪʁnə
;
-
dendeːn
Halmhalm
seh'
ichɪç
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
,
derdeːɐ̯
frischfʁɪʃ
ergrünendɛɐ̯ˈɡʁyːnənt
dendeːn
neuenˈnɔɪ̯ən
Sommerˈsɔmɐ
bringtbʁɪŋt
;
-
diedaɪ
Nachtigallˈnaxtɪɡal
nichtnɪçt
hör'
ichɪç
mehrmeːɐ̯
,
diedaɪ
mirmiːɐ̯
dendeːn
Lenzlɛnt͡s
verkündefɛɐ̯ˈkʏndə
:
-
hör'ich
sieziː
nieniː
,
seh'
ichɪç
sieziː
niemalsˈniːmaːls
mehrmeːɐ̯
?
VENUS
Haha
!
Wasvas
vernehm
ichɪç
?
Welcheˈvɛlçə
tör'ge
Klagenˈklaːɡn̩
!
Bistbɪst
duduː
sozoː
baldbalt
derdeːɐ̯
holdenˈhɔldn̩
Wunderˈvʊndɐ
müdeˈmyːdə
,
diedaɪ
meineˈmaɪ̯nə
Liebeˈliːbə
dirdiːɐ̯
bereitetbəˈʁaɪ̯tət
?
-
Oderˈoːdɐ
wieviː
?
Reutʁɔɪ̯t
eseːs
dichdɪç
sozoː
sehrzeːɐ̯
,
einaɪ̯n
Gottɡɔt
zut͡suː
seinzaɪ̯n
?
Hasthast
duduː
sozoː
baldbalt
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
,
wieviː
duduː
einstaɪ̯nst
gelittenɡəˈlɪtn̩
,
währendˈvɛːʁənt
jetztjɛt͡st
duduː
dichdɪç
erfreustɛɐ̯ˈfʁɔɪ̯st
?
-
Meinmaɪ̯n
Sängerˈzɛŋɐ
,
aufaʊ̯f
!
Ergreifeɛɐ̯ˈɡʁaɪ̯fə
deineˈdaɪ̯nə
Harfeˈhaʁfə
!
Diedaɪ
Liebeˈliːbə
feireˈfaɪ̯ʁə
,
diedaɪ
sozoː
herrlichˈhɛʁlɪç
duduː
besingstbəˈzɪŋst
,
dassdas
duduː
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
Göttinɡœˈtiːn
selberˈzɛlbɐ
dirdiːɐ̯
gewannstɡəˈvanst
!
Diedaɪ
Liebeˈliːbə
feireˈfaɪ̯ʁə
,
dadaː
ihriːɐ̯
höchsterˈhøːçstɐ
Preispʁaɪ̯s
dirdiːɐ̯
wardvaʁt
!
zu einem plötzlichen Entschlusse ermannt, nimmt die Harfe und stellt sich feierlich vor Venus hin
TANNHÄUSER
Dirdiːɐ̯
töneˈtøːnə
Lobloːp
!
Diedaɪ
Wunderˈvʊndɐ
sei'n
gepriesenɡəˈpʁiːzn̩
,
diedaɪ
deineˈdaɪ̯nə
Machtmaxt
mirmiːɐ̯
Glücklichemˈɡlʏklɪçm̩
erschufɛɐ̯ˈʃuːf
!
Diedaɪ
Wonnenˈvɔnən
süsszyːs
,
diedaɪ
deinerˈdaɪ̯nɐ
Huldhʊlt
entspriessen
,
erheb'
meinmaɪ̯n
Liedliːt
iniˈʔɛn
lautemˈlaʊ̯təm
Jubelrufˈjuːbl̩ˌʁuːf
!
Nachnaːx
Freudeˈfʁɔɪ̯də
,
achax
!
nachnaːx
herrlichemˈhɛʁlɪçm̩
Geniessen
verlangt'
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
,
eseːs
dürsteteˈdʏʁstətə
meinmaɪ̯n
Sinnzɪn
:
dadaː
,
wasvas
nurnuːɐ̯
Götternˈɡœtɐn
einstensˈaɪ̯nstn̩s
duduː
erwiesenɛɐ̯ˈviːzn̩
,
gabɡaːp
deineˈdaɪ̯nə
Gunstɡʊnst
mirmiːɐ̯
Sterblichemˈʃtɛʁplɪçm̩
dahindaˈhɪn
.
-
Dochdɔx
sterblichˈʃtɛʁplɪç
,
achax
!
binbɪn
ichɪç
gebliebenɡəˈbliːbm̩
,
undʊnt
übergross
istɪst
mirmiːɐ̯
deindaɪ̯n
Liebenˈliːbn̩
;
wennvɛn
stetsʃteːt͡s
einaɪ̯n
Gottɡɔt
geniessen
kannkan
,
binbɪn
ichɪç
demdeːm
Wechselˈvɛksl̩
untertanˈʊntɐˌtaːn
;
nichtnɪçt
Lustluːst
alleinaˈlaɪ̯n
liegtliːkt
mirmiːɐ̯
amaːm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
,
ausaʊ̯s
Freudenˈfʁɔɪ̯dn̩
sehn'
ichɪç
michmɪç
nachnaːx
Schmerzenˈʃmɛʁt͡sn̩
:
ausaʊ̯s
deinemˈdaɪ̯nəm
Reicheˈʁaɪ̯çə
mussmʊs
ichɪç
fliehn
,
-
o
Königinˈkøːnɪɡɪn
,
Göttinɡœˈtiːn
!
Lasslas
michmɪç
ziehn
!
noch auf ihrem Lager
VENUS
Wasvas
mussmʊs
ichɪç
hörenˈhøːʁən
!
Welchvɛlç
einaɪ̯n
Sangzaŋ
!
Welchvɛlç
trübemˈtʁyːbəm
Tontoːn
verfälltfɛɐ̯ˈfɛlt
deindaɪ̯n
Liedliːt
!
Wohinvoˈhɪn
flohfloː
diedaɪ
Begeistrung
dirdiːɐ̯
,
diedaɪ
Wonnesang
dirdiːɐ̯
nurnuːɐ̯
gebotɡəˈboːt
?
Wasvas
ist's
?
Worinvoˈʁɪn
warvaːɐ̯
meineˈmaɪ̯nə
Liebeˈliːbə
lässigˈlɛsɪk
?
Geliebterɡəˈliːptɐ
,
wessenˈvɛsn̩
klagestˈklaːɡəst
duduː
michmɪç
anaːˈʔɛn
?
zur Harfe
TANNHÄUSER
Dankdaŋk
deinerˈdaɪ̯nɐ
Huldhʊlt
!
Gepriesenɡəˈpʁiːzn̩
seizaɪ̯
deindaɪ̯n
Liebenˈliːbn̩
!
Beglücktbəˈɡlʏkt
fürfyːɐ̯
immerˈɪmɐ
,
werveːɐ̯
beibaɪ̯
dirdiːɐ̯
geweiltɡəˈvaɪ̯lt
!
Beneidetbəˈnaɪ̯dət
ewigˈeːvɪk
,
werveːɐ̯
mitmɪt
warmenˈvaʁmən
Triebenˈtʁiːbn̩
iniˈʔɛn
deinenˈdaɪ̯nən
Armenˈaʁmən
Götterglut
geteiltɡəˈtaɪ̯lt
!
Entzückendɛntˈt͡sʏkn̩t
sindzɪnt
diedaɪ
Wunderˈvʊndɐ
deinesˈdaɪ̯nəs
Reichesˈʁaɪ̯çəs
,
dendeːn
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
allerˈalɐ
Wonnenˈvɔnən
atm'
ichɪç
hierhiːɐ̯
;
keinkaɪ̯n
Landlant
derdeːɐ̯
weitenˈvaɪ̯tn̩
Erdeˈeːɐ̯də
bietetˈbiːtət
Gleichesˈɡlaɪ̯çəs
,
wasvas
sieziː
besitztbəˈzɪt͡st
,
scheintʃaɪ̯nt
leichtlaɪ̯çt
entbehrlichɛntˈbeːɐ̯lɪç
dirdiːɐ̯
.
Dochdɔx
ichɪç
ausaʊ̯s
diesenˈdiːzn̩
ros'gen
Düftenˈdʏftn̩
verlangefɛɐ̯ˈlaŋə
nachnaːx
desdɛs
Waldesˈvaldəs
Lüftenˈlʏftn̩
,
nachnaːx
unsresˈʊn.zʁəs
Himmelsˈhɪml̩s
klaremˈklaːʁəm
Blaublaʊ̯
,
nachnaːx
unsremˈʔʊnzɐ
frischenˈfʁɪʃn̩
Grünɡʁyːn
derdeːɐ̯
Auaːˈuː
,
nachnaːx
unsrerˈʔʊnzɐ
Vögleinˈføːɡlaɪ̯n
liebemˈliːbəm
Sangeˈzaŋə
,
nachnaːx
unsrerˈʔʊnzɐ
Glockenˈɡlɔkn̩
trautemˈtʁaʊ̯təm
Klangeˈklaŋə
:
-
Ausaʊ̯s
deinemˈdaɪ̯nəm
Reicheˈʁaɪ̯çə
mussmʊs
ichɪç
fliehn
,
-
O
Königinˈkøːnɪɡɪn
,
Göttinɡœˈtiːn
!
Lasslas
michmɪç
ziehn
!
leidenschaftlich aufspringend
VENUS
Treuloser[tʁɔʏloːs]
!
Wehveː
!
Wasvas
lässest
duduː
michmɪç
hörenˈhøːʁən
?
Duduː
wagestˈvaːɡəst
meineˈmaɪ̯nə
Liebeˈliːbə
zut͡suː
verhöhnenfɛɐ̯ˈhøːnən
?
Duduː
preisestˈpʁaɪ̯zəst
sieziː
undʊnt
willstvɪlst
sieziː
dennochˈdɛnɔx
fliehn
?
Zumt͡sʊm
Überdruss
istɪst
mirmiːɐ̯
meinmaɪ̯n
Reizʁaɪ̯t͡s
gediehn
?
TANNHÄUSER
O
schöneˈʃøːnə
Göttinɡœˈtiːn
!
Wolleˈvɔlə
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
zürnenˈt͡sʏʁnən
!
Deindaɪ̯n
übergrosser
Reizʁaɪ̯t͡s
ist's
,
dendeːn
ichɪç
meideˈmaɪ̯də
.
VENUS
Wehveː
dirdiːɐ̯
!
Verräterfɛɐ̯ˈʁɛːtɐ
!
Heuchlerˈhɔɪ̯çlɐ
!
Undankbarerˈʊnˌdaŋkbaːʁɐ
!
Ichɪç
lass'
dichdɪç
nichtnɪçt
!
Duduː
darfstdaʁfst
vonfɔn
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
ziehn
!
TANNHÄUSER
Nieniː
warvaːɐ̯
meinmaɪ̯n
Liebenˈliːbn̩
grösserɡʁoːs
,
niemalsˈniːmaːls
wahrerˈvaːʁɐ
,
alsals
jetztjɛt͡st
,
dadaː
ichɪç
fürfyːɐ̯
ewigˈeːvɪk
dichdɪç
mussmʊs
fliehn
!
Venus hat mit heftiger Gebärde ihr Gesicht, von ihren Händen bedeckt, abgewandt. Nach einem Schweigen wendet sie es lächelnd und mit verführerischem Ausdrucke Tannhäuser wieder zu
mit leiser Stimme beginnend
VENUS
Geliebterɡəˈliːptɐ
,
kommkɔm
!
Siehziː
dortdɔʁt
diedaɪ
Grotteˈɡʁɔtə
,
vonfɔn
ros'gen
Düftenˈdʏftn̩
mildmɪlt
durchwallt
!
Entzückenɛntˈt͡sʏkn̩
böt
selbstzɛlpst
einemˈaɪ̯nəm
Gotteˈɡɔtə
derdeːɐ̯
süss'sten
Freudenˈfʁɔɪ̯dn̩
Aufenthaltˈaʊ̯fʔɛnthalt
:
besänftigtbəˈzɛnftɪkt
aufaʊ̯f
demdeːm
weichstenˈvaɪ̯çstn̩
Pfühleˈp͡fyːlə
flieh'
deineˈdaɪ̯nə
Gliederˈɡliːdɐ
jederˈjeːdɐ
Schmerzʃmɛʁt͡s
,
deindaɪ̯n
brennendˈbʁɛnənt
Haupthaʊ̯pt
umweheʊmˈveːə
Kühleˈkyːlə
,
wonnige
Glutɡluːt
durchschwell'
deindaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
.
Ausaʊ̯s
holderˈhɔldɐ
Ferneˈfɛʁnə
mahnenˈmaːnən
süsseˈzyːsə
Klängeˈklɛŋə
,
dassdas
dichdɪç
meinmaɪ̯n
Armaʁm
iniˈʔɛn
trautertʁaʊ̯tɐ
Näh'
umschlängeʊmˈʃlɛŋə
:
vonfɔn
meinenˈmaɪ̯nn̩
Lippenˈlɪpm̩
schlürfstʃlʏʁfst
duduː
Göttertrank
,
ausaʊ̯s
meinenˈmaɪ̯nn̩
Augenˈaʊ̯ɡn̩
strahltʃtʁaːlt
dirdiːɐ̯
Liebesdank
:
-
einaɪ̯n
Freudenfest
sollzɔl
unsremˈʔʊnzɐ
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
entstehenɛntˈʃteːən
,
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
Feierˈfaɪ̯ɐ
lasslas
unsʊns
frohfʁoː
begehenbəˈɡeːən
!
Nichtnɪçt
sollstzɔlst
duduː
ihriːɐ̯
einaɪ̯n
scheuesˈʃɔɪ̯əs
Opferˈɔp͡fɐ
weihn
,
-
neinnaɪ̯n
!
-
mitmɪt
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
Göttinɡœˈtiːn
schwelgeˈʃvɛlɡə
imiˈʔɛm
Vereinfɛɐ̯ˈʔaɪ̯n
.
aus weiter Ferne, unsichtbar
SIRENEN
Nahtnaːt
euchɔɪ̯ç
demdeːm
Strandeˈʃtʁandə
,
nahtnaːt
euchɔɪ̯ç
demdeːm
Landeˈlandə
!
Tannhäuser sanft nach sich ziehend
VENUS
Meinmaɪ̯n
Ritterˈʁɪtɐ
!
Meinmaɪ̯n
Geliebterɡəˈliːptɐ
!
Willstvɪlst
duduː
fliehn
?
auf das Äusserste hingerissen, greift mit trunkener Gebärde in die Harfe
TANNHÄUSER
Stetsʃteːt͡s
sollzɔl
nurnuːɐ̯
dirdiːɐ̯
,
nurnuːɐ̯
dirdiːɐ̯
meinmaɪ̯n
Liedliːt
ertönenɛɐ̯ˈtøːnən
!
Gesungenɡəˈzʊŋən
lautlaʊ̯t
seizaɪ̯
nurnuːɐ̯
deindaɪ̯n
Preispʁaɪ̯s
vonfɔn
mirmiːɐ̯
!
Deindaɪ̯n
süsser
Reizʁaɪ̯t͡s
istɪst
Quelleˈkvɛlə
allesˈaləs
Schönenˈʃøːnən
,
undʊnt
jedesˈjeːdəs
holdeˈhɔldə
Wunderˈvʊndɐ
stammtʃtamt
vonfɔn
dirdiːɐ̯
.
Diedaɪ
Glutɡluːt
,
diedaɪ
duduː
mirmiːɐ̯
iniˈʔɛn
dasdas
Herzhɛʁt͡s
gegossenɡəˈɡɔsn̩
,
alsals
Flammeˈflamə
lodreˈloːdʁə
hellhɛl
sieziː
dirdiːɐ̯
alleinaˈlaɪ̯n
!
Jajaː
,
gegenˈɡeːɡn̩
alleˈalə
Weltvɛlt
willvɪl
unverdrossenˈʊnfɛɐ̯ˌdʁɔsn̩
fortanfɔʁtˈʔan
ichɪç
nunnuːn
deindaɪ̯n
kühnerˈkyːnɐ
Streiterˈʃtʁaɪ̯tɐ
seinzaɪ̯n
.
-
Dochdɔx
hinhɪn
mussmʊs
ichɪç
zurt͡suːɐ̯
Weltvɛlt
derdeːɐ̯
Erdenˈeːɐ̯dn̩
,
beibaɪ̯
dirdiːɐ̯
kannkan
ichɪç
nurnuːɐ̯
Sklaveˈsklaːfə
werdenˈveːɐ̯dn̩
;
nachnaːx
Freiheitˈfʁaɪ̯haɪ̯t
dochdɔx
verlangefɛɐ̯ˈlaŋə
ichɪç
,
nachnaːx
Freiheitˈfʁaɪ̯haɪ̯t
,
Freiheitˈfʁaɪ̯haɪ̯t
dürstet's
michmɪç
;
zut͡suː
Kampfkamp͡f
undʊnt
Streiteˈʃtʁaɪ̯tə
willvɪl
ichɪç
stehenˈʃteːən
,
sei's
auchaʊ̯x
aufaʊ̯f
Todtoːt
undʊnt
Untergehenˈʊntɐˌɡeːən
:
-
drumdʁʊm
mussmʊs
ausaʊ̯s
deinemˈdaɪ̯nəm
Reichʁaɪ̯ç
ichɪç
fliehn
,
-
O
Königinˈkøːnɪɡɪn
,
Göttinɡœˈtiːn
!
Lasslas
michmɪç
ziehn
!
im heftigstem Zorne
VENUS
Zieht͡siː
hinhɪn
,
Wahnsinnigerˈvaːnˌzɪnɪɡɐ
,
zieht͡siː
hinhɪn
!
Verräterfɛɐ̯ˈʁɛːtɐ
,
siehziː
,
nichtnɪçt
halt'
ichɪç
dichdɪç
!
Ichɪç
geb'
dichdɪç
freifʁaɪ̯
,
-
zieht͡siː
hinhɪn
!
zieht͡siː
hinhɪn
!
Wasvas
duduː
verlangstfɛɐ̯ˈlaŋst
,
dasdas
seizaɪ̯
deindaɪ̯n
Losloːs
!
Hinhɪn
zut͡suː
dendeːn
kaltenˈkaltn̩
Menschenˈmɛnʃn̩
fliehfliː
,
vorfoːɐ̯
derenˈdeːʁən
blödemˈbløːdəm
,
trübemˈtʁyːbəm
Wahnvaːn
derdeːɐ̯
Freudeˈfʁɔɪ̯də
Götterˈɡœtɐ
wirviːɐ̯
entflohn
tieftiːf
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Erdeˈeːɐ̯də
wärmendenˈvɛʁməndn̩
Schossʃɔs
.
Zieht͡siː
hinhɪn
,
Betörterbəˈtøːɐ̯tɐ
!
Sucheˈzuːxə
deindaɪ̯n
Heilhaɪ̯l
,
sucheˈzuːxə
deindaɪ̯n
Heilhaɪ̯l
-
undʊnt
findfɪnt
eseːs
nieniː
!
Baldbalt
weichtvaɪ̯çt
derdeːɐ̯
Stolzʃtɔlt͡s
ausaʊ̯s
deinerˈdaɪ̯nɐ
Seel'
,
demütigˈdeːmyːtɪk
seh'
ichɪç
dichdɪç
mirmiːɐ̯
nahn
,
-
zerknirschtt͡sɛɐ̯ˈknɪʁʃt
,
zertretent͡sɛɐ̯ˈtʁeːtn̩
suchstzuːxst
duduː
michmɪç
aufaʊ̯f
,
flehstfleːst
umʊm
diedaɪ
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
meinerˈmaɪ̯nɐ
Machtmaxt
.
TANNHÄUSER
Achax
,
schöneˈʃøːnə
Göttinɡœˈtiːn
,
lebeˈleːbə
wohlvoːl
!
Nieniː
kehreˈkeːʁə
ichɪç
zut͡suː
dirdiːɐ̯
zurückt͡suˈʁʏk
.
verzweiflungsvoll
VENUS
Haha
,
kehrtestˈkeːɐ̯təst
duduː
mirmiːɐ̯
nieniː
zurückt͡suˈʁʏk
!
.
.
.
Kehrstkeːɐ̯st
duduː
nichtnɪçt
wiederˈviːdɐ
,
haha
!
sozoː
seizaɪ̯
verfluchetfɛɐ̯ˈfluːxət
vonfɔn
mirmiːɐ̯
dasdas
ganzeˈɡant͡sə
menschlicheˈmɛnʃlɪçə
Geschlechtɡəˈʃlɛçt
!
Nachnaːx
meinenˈmaɪ̯nn̩
Wundernˈvʊndɐn
danndan
vergebensfɛɐ̯ˈɡeːbn̩s
suchetˈzuːxət
!
Diedaɪ
Weltvɛlt
seizaɪ̯
ödeˈøːdə
,
undʊnt
ihriːɐ̯
Heldhɛlt
einaɪ̯n
Knechtknɛçt
!
-
Kehrkeːɐ̯
wiederˈviːdɐ
!
Kehreˈkeːʁə
mirmiːɐ̯
zurückt͡suˈʁʏk
!
TANNHÄUSER
Nieniː
mehrmeːɐ̯
erfreu'
michmɪç
Liebesglück
!
VENUS
Kehrkeːɐ̯
wiederˈviːdɐ
,
wennvɛn
deindaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
dichdɪç
ziehtt͡siːt
!
TANNHÄUSER
Fürfyːɐ̯
ewigˈeːvɪk
deindaɪ̯n
Geliebterɡəˈliːptɐ
fliehtfliːt
!
VENUS
Wennvɛn
alleˈalə
Weltvɛlt
dichdɪç
vonfɔn
sichzɪç
stösst[ˈʃtoːsn̩]
?
-
TANNHÄUSER
Vomfɔm
Bannban
werd'
ichɪç
durchdʊʁç
Buss'
erlöstɛɐ̯ˈløːst
.
VENUS
Nieniː
wirdvɪʁt
Vergebungfɛɐ̯ˈɡeːbʊŋ
dirdiːɐ̯
zuteil
,
-
Kehrkeːɐ̯
wiederˈviːdɐ
,
schliesst[ˈʃliːsən]
sichzɪç
dirdiːɐ̯
dasdas
Heilhaɪ̯l
!
TANNHÄUSER
Meinmaɪ̯n
Heilhaɪ̯l
!
meinmaɪ̯n
Heilhaɪ̯l
ruhtʁuːt
iniˈʔɛn
Mariamaˈʁiːa
!
Furchtbarer Schlag. Venus ist verschwunden
Tannhäuser steht plötzlich in einem schönen Tale, über ihm blauer Himmel. Rechts im Hintergrunde die Wartburg, links in grösserer Ferne der Hörselberg. Rechter Hand führt auf der halben Höhe des Tales ein Bergweg nach dem Vordergrunde zu, wo er dann seitwärts abbiegt; in demselben Vordergrunde ist ein Muttergottesbild, zu welchem ein niedriger Bergvorsprung hinaufführt. Von der Höhe links vernimmt man das Geläute von Herdenglocken; auf einem hohen Vorsprunge sitzt ein junger Hirt mit der Schalmei und singt
HIRT
Fraufʁaʊ̯
Holda
kamkaːm
ausaʊ̯s
demdeːm
Bergbɛʁk
hervorhɛɐ̯ˈfoːɐ̯
,
zut͡suː
ziehenˈt͡siːən
durchdʊʁç
Flurfluːɐ̯
undʊnt
Auenˈaʊ̯ən
;
garɡaːɐ̯
süssen
Klangklaŋ
vernahmfɛɐ̯ˈnaːm
dadaː
meinmaɪ̯n
Ohroːɐ̯
,
meinmaɪ̯n
Augeˈaʊ̯ɡə
begehrtebəˈɡeːɐ̯tə
zut͡suː
schauenˈʃaʊ̯ən
:
-
dadaː
träumt'
ichɪç
manchenˈmançn̩
holdenˈhɔldn̩
Traumtʁaʊ̯m
,
undʊnt
alsals
meinmaɪ̯n
Aug'
erschlossenɛɐ̯ˈʃlɔsn̩
kaumkaʊ̯m
,
dadaː
strahlteˈʃtʁaːltə
warmvaʁm
diedaɪ
Sonnenˈzɔnən
,
derdeːɐ̯
Maimaɪ̯
,
derdeːɐ̯
Maimaɪ̯
warvaːɐ̯
kommenˈkɔmən
.
Nunnuːn
spiel'
ichɪç
lustigˈlʊstɪk
diedaɪ
Schalmeiʃalˈmaɪ̯
:
-
derdeːɐ̯
Maimaɪ̯
istɪst
dadaː
,
derdeːɐ̯
liebeˈliːbə
Maimaɪ̯
!
Er spielt auf der Schalmei. Man hört den Gesang der älteren Pilger, welche, von der Richtung der Wartburg her kommend, den Bergweg rechts entlang ziehen
PILGER
Zut͡suː
dirdiːɐ̯
wall'
ichɪç
,
meinmaɪ̯n
Jesusˈjeːzʊs
Christkʁɪst
,
derdeːɐ̯
duduː
desdɛs
Sündersˈzʏndɐs
Hoffnungˈhɔfnʊŋ
bistbɪst
!
Gelobtɡəˈloːpt
seizaɪ̯
,
Jungfrauˈjʊŋfʁaʊ̯
süsszyːs
undʊnt
reinʁaɪ̯n
,
derdeːɐ̯
Wallfahrtˈvalˌfaːɐ̯t
wolleˈvɔlə
günstigˈɡʏnstɪk
seinzaɪ̯n
!
-
Achax
,
schwerʃveːɐ̯
drücktdʁʏkt
michmɪç
derdeːɐ̯
Sündenˈzʏndn̩
Lastlast
,
kannkan
längerˈlɛŋɐ
sieziː
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
ertragenɛɐ̯ˈtʁaːɡn̩
;
drumdʁʊm
willvɪl
ichɪç
auchaʊ̯x
nichtnɪçt
Ruhʁuː
nochnɔx
Rastʁast
,
undʊnt
wähleˈvɛːlə
gernɡɛʁn
mirmiːɐ̯
Müh'
undʊnt
Plagenˈplaːɡn̩
.
Amaːm
hohenˈhoːən
Festfɛst
derdeːɐ̯
Gnadenhuld
iniˈʔɛn
Demutˈdeːmuːt
sühn'
ichɪç
meineˈmaɪ̯nə
Schuldʃʊlt
;
gesegnetɡəˈzeːɡnət
,
werveːɐ̯
imiˈʔɛm
Glaubenˈɡlaʊ̯bn̩
treutʁɔɪ̯
:
ereːɐ̯
wirdvɪʁt
erlöstɛɐ̯ˈløːst
durchdʊʁç
Buss'
undʊnt
Reu'
.
Der Hirt, der fortwährend auf der Schalmei gespielt hat, hält ein, als der Zug der Pilger auf der Höhe ihm gegenüber ankommt
den Hut schwenkend und den Pilgern laut zurufend
HIRT
Glückɡlʏk
aufaʊ̯f
!
Glückɡlʏk
aufaʊ̯f
nachnaːx
Romʁoːm
!
Betetˈbeːtət
fürfyːɐ̯
meineˈmaɪ̯nə
armeˈaʁmə
Seeleˈzeːlə
!
tief ergriffen auf die Knie sinkend
TANNHÄUSER
Allmächt'ger
,
dirdiːɐ̯
seizaɪ̯
Preispʁaɪ̯s
!
Hehrheːɐ̯
sindzɪnt
diedaɪ
Wunderˈvʊndɐ
deinerˈdaɪ̯nɐ
Gnadeˈɡnaːdə
.
Der Zug der Pilger entfernt sich immer weiter von der Bühne, so dass der Gesang allmählich verhallt
PILGER
Zut͡suː
dirdiːɐ̯
wall'
ichɪç
,
meinmaɪ̯n
Jesusˈjeːzʊs
Christkʁɪst
,
derdeːɐ̯
duduː
desdɛs
Pilgersˈpɪlɡɐs
Hoffnungˈhɔfnʊŋ
bistbɪst
!
Gelobtɡəˈloːpt
seizaɪ̯
,
Jungfrauˈjʊŋfʁaʊ̯
süsszyːs
undʊnt
reinʁaɪ̯n
,
derdeːɐ̯
Wallfahrtˈvalˌfaːɐ̯t
wolleˈvɔlə
günstigˈɡʏnstɪk
seinzaɪ̯n
!
als der Gesang der Pilger sich hier etwas verliert, singt, auf den Knien, wie in brünstiges Gebet versunken, weiter
TANNHÄUSER
Achax
,
schwerʃveːɐ̯
drücktdʁʏkt
michmɪç
derdeːɐ̯
Sündenˈzʏndn̩
Lastlast
,
kannkan
längerˈlɛŋɐ
sieziː
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
ertragenɛɐ̯ˈtʁaːɡn̩
;
drumdʁʊm
willvɪl
ichɪç
auchaʊ̯x
nichtnɪçt
Ruhʁuː
nochnɔx
Rastʁast
undʊnt
wähleˈvɛːlə
gernɡɛʁn
mirmiːɐ̯
Müh'
undʊnt
Plagenˈplaːɡn̩
.
Tränen ersticken seine Stimme; man hört in weiter Ferne den Pilgergesang fortsetzen bis zum letzten Verhallen, während sich aus dem tiefsten Hintergrunde, wie von Eisenach herkommend, das Geläute von Kirchglocken vernehmen lässt. Als auch dieses schweigt, hört man von links immer näher kommende Hornrufe
Von der Anhöhe links herab aus einem Waldwege treten der Landgraf und die Sänger in Jägertracht einzeln auf. Im Verlaufe der Szene findet sich der ganze Jagdtross des Landgrafen nach und nach auf der Bühne ein
LANDGRAF
Werveːɐ̯
istɪst
derdeːɐ̯
dortdɔʁt
imiˈʔɛm
brünstigenˈbʁʏnstɪɡn̩
Gebeteɡəˈbeːtə
?
WALTHER
Einaɪ̯n
Büsserˈbyːsɐ
wohlvoːl
.
BITEROLF
Nachnaːx
seinerˈzaɪ̯nɐ
Trachttʁaxt
einaɪ̯n
Ritterˈʁɪtɐ
.
der auf Tannhäuser zugegangen ist und ihn erkannt hat
WOLFRAM
Ereːɐ̯
istɪst
eseːs
!
Diedaɪ
SÄNGERˈzɛŋɐ
undʊnt
derdeːɐ̯
LANDGRAFˈlantɡʁaːf
Heinrichˈhaɪ̯nʁɪç
!
Heinrichˈhaɪ̯nʁɪç
!
Seh'
ichɪç
rechtʁɛçt
?
Tannhäuser, der überrascht schnell aufgefahren ist, ermannt sich und verneigt sich stumm gegen den Landgrafen, nachdem er einen flüchtigen Blick auf ihn und die Sänger geworfen
LANDGRAF
Duduː
bistbɪst
eseːs
wirklichˈvɪʁklɪç
?
Kehrestˈkeːʁəst
iniˈʔɛn
dendeːn
Kreiskʁaɪ̯s
zurückt͡suˈʁʏk
,
dendeːn
duduː
iniˈʔɛn
Hochmutˈhoːxˌmuːt
stolzʃtɔlt͡s
verliessest
?
BITEROLF
Sagzaːk
,
wasvas
unsʊns
deineˈdaɪ̯nə
Wiederkunftˈviːdɐˌkʊnft
bedeutetbəˈdɔɪ̯tət
?
Versöhnungfɛɐ̯ˈzøːnʊŋ
?
Oderˈoːdɐ
gilt's
erneutemɛɐ̯ˈnɔɪ̯təm
Kampfkamp͡f
?
WALTHER
Nahstnaːst
duduː
alsals
Freundfʁɔɪ̯nt
unsʊns
oderˈoːdɐ
Feindfaɪ̯nt
?
DIEdaɪ
ANDERENˈandəʁən
SÄNGERˈzɛŋɐ
ausserˈaʊ̯sɐ
Wolframˈvɔlfʁam
Alsals
Feindfaɪ̯nt
?
WOLFRAM
O
fragetˈfʁaːɡət
nichtnɪçt
!
Istɪst
diesdaɪs
desdɛs
Hochmutsˈhoːxˌmuːt͡s
Mieneˈmiːnə
?
-
Gegrüsst
seizaɪ̯
unsʊns
,
duduː
kühnerˈkyːnɐ
Sängerˈzɛŋɐ
,
derdeːɐ̯
,
achax
!
sozoː
lang'
iniˈʔɛn
unsrerˈʔʊnzɐ
Mitteˈmɪtə
fehltfeːlt
!
WALTHER
Willkommenvɪlˈkɔmən
,
wennvɛn
duduː
friedlichˈfʁiːtlɪç
nahstnaːst
!
BITEROLF
Gegrüsst
,
wennvɛn
duduː
unsʊns
Freundeˈfʁɔɪ̯ndə
nennstnɛnst
!
ALLE
Gegrüsst
!
Gegrüsst
!
Gegrüsst
seizaɪ̯
unsʊns
!
LANDGRAF
Sozoː
seizaɪ̯
willkommenvɪlˈkɔmən
denndɛn
auchaʊ̯x
mirmiːɐ̯
!
Sagzaːk
anaːˈʔɛn
,
wovoː
weiltestˈvaɪ̯ltəst
duduː
sozoː
langlaŋ
?
TANNHÄUSER
Ichɪç
wanderteˈvandɐtə
iniˈʔɛn
weiterˈvaɪ̯tɐ
,
weiterˈvaɪ̯tɐ
Fern'
,
-
dadaː
,
wovoː
ichɪç
nimmerˈnɪmɐ
Rastʁast
nochnɔx
Ruheˈʁuːə
fandfant
.
Fragtfʁaːkt
nichtnɪçt
!
Zumt͡sʊm
Kampfkamp͡f
mitmɪt
euchɔɪ̯ç
nichtnɪçt
kamkaːm
ichɪç
herheːɐ̯
.
Seidzaɪ̯t
mirmiːɐ̯
versöhntfɛɐ̯ˈzøːnt
,
undʊnt
lasstlast
michmɪç
weiterziehn
!
LANDGRAF
Nichtnɪçt
dochdɔx
!
Derdeːɐ̯
Unsreˈʊn.zʁə
bistbɪst
duduː
neunɔɪ̯
gewordenɡəˈvɔʁdn̩
.
WALTHER
Duduː
darfstdaʁfst
nichtnɪçt
ziehn
.
BITEROLF
Wirviːɐ̯
lassenˈlasn̩
dichdɪç
nichtnɪçt
fortfoːɐ̯
.
TANNHÄUSER
Lasstlast
michmɪç
!
Mirmiːɐ̯
frommet
keinkaɪ̯n
Verweilenfɛɐ̯ˈvaɪ̯lən
,
undʊnt
nimmerˈnɪmɐ
kannkan
ichɪç
rastendˈʁastn̩t
stehnʃteːn
;
meinmaɪ̯n
Wegveːk
heisst
michmɪç
nurvorwärts
eilenˈaɪ̯lən
,
denndɛn
rückwärtsˈʁʏkˌvɛʁt͡s
darfdaʁf
ichɪç
niemalsˈniːmaːls
sehnzeːn
.
Derdeːɐ̯
LANDGRAFˈlantɡʁaːf
undʊnt
diedaɪ
SÄNGERˈzɛŋɐ
O
bleibblaɪ̯p
,
beibaɪ̯
unsʊns
sollstzɔlst
duduː
verweilenfɛɐ̯ˈvaɪ̯lən
,
wirviːɐ̯
lassenˈlasn̩
dichdɪç
nichtnɪçt
vonfɔn
unsʊns
gehnɡeːn
.
Duduː
suchtestˈzuːxtəst
unsʊns
,
warumvaˈʁʊm
enteilenɛntˈʔaɪ̯lən
nachnaːx
solchemˈzɔlçm̩
kurzenˈkʊʁt͡sn̩
Wiedersehn
?
sich losreissend
TANNHÄUSER
Fortfoːɐ̯
!
Fortfoːɐ̯
vonfɔn
hierhiːɐ̯
!
Diedaɪ
SÄNGERˈzɛŋɐ
Bleibblaɪ̯p
!
Bleibblaɪ̯p
beibaɪ̯
unsʊns
!
Tannhäuser in den Weg tretend, mit erhobener Stimme
WOLFRAM
Bleibblaɪ̯p
beibaɪ̯
Elisabetheˈliːzabɛt
!
heftig und freudig ergriffen
TANNHÄUSER
Elisabetheˈliːzabɛt
!
O
Machtmaxt
desdɛs
Himmelsˈhɪml̩s
,
rufstʁuːfst
duduː
dendeːn
süssen
Namenˈnaːmən
mirmiːɐ̯
?
WOLFRAM
Nichtnɪçt
sollstzɔlst
duduː
Feindfaɪ̯nt
michmɪç
scheltenˈʃɛltn̩
,
dassdas
ichɪç
ihniːn
genanntɡəˈnant
!
-
Erlaubestɛɐ̯ˈlaʊ̯bəst
duduː
mirmiːɐ̯
,
Herrhɛʁ
,
dassdas
ichɪç
Verkünder[fɛɐ̯ˈkʏndɐ]
seinesˈzaɪ̯nəs
Glücksɡlʏks
ihmiːm
seizaɪ̯
?
LANDGRAF
Nennnɛn
ihmiːm
dendeːn
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
,
dendeːn
ereːɐ̯
ausgeübtˈaʊ̯sɡəˌʔyːpt
,
-
undʊnt
Gottɡɔt
verleihfɛɐ̯ˈlaɪ̯
ihmiːm
Tugendˈtuːɡn̩t
,
dassdas
würdigˈvʏʁdɪk
ereːɐ̯
ihniːn
löseˈløːzə
!
WOLFRAM
Alsals
duduː
iniˈʔɛn
kühnemˈkyːnəm
Sangeˈzaŋə
unsʊns
bestrittestbəˈʃtʁɪtəst
,
baldbalt
siegreichˈziːkˌʁaɪ̯ç
gegenˈɡeːɡn̩
unsreˈʊn.zʁə
Liederˈliːdɐ
sangstzaŋst
,
durchdʊʁç
unsreˈʊn.zʁə
Kunstkʊnst
Besiegung
baldbalt
erlittestɛɐ̯ˈlɪtəst
:
einaɪ̯n
Preispʁaɪ̯s
dochdɔx
war's
,
dendeːn
duduː
alleinaˈlaɪ̯n
errangstɛɐ̯ˈʁaŋst
.
War's
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
,
warvaːɐ̯
eseːs
reineˈʁaɪ̯nə
Machtmaxt
,
durchdʊʁç
diedaɪ
solchzɔlç
Wunderˈvʊndɐ
duduː
vollbrachtfɔlˈbʁaxt
,
anaːˈʔɛn
deinenˈdaɪ̯nən
Sangzaŋ
vollfɔl
Wonn'
undʊnt
Leidlaɪ̯t
gebanntɡəˈbant
diedaɪ
tugendreichsteˈtuːɡn̩tˌʁaɪ̯çstə
Maidmaɪ̯t
?
Denndɛn
,
achax
!
alsals
duduː
unsʊns
stolzʃtɔlt͡s
verlassenfɛɐ̯ˈlasn̩
,
verschlossfɛɐ̯ˈʃlɔs
ihriːɐ̯
Herzhɛʁt͡s
sichzɪç
unsremˈʔʊnzɐ
Liedliːt
;
wirviːɐ̯
sahenˈzaːən
ihreˈiːʁə
Wang'
erblassenɛɐ̯ˈblasn̩
,
fürfyːɐ̯
immerˈɪmɐ
unsrenˈʊnzʁən
Kreiskʁaɪ̯s
sieziː
miedmiːt
.
-
O
kehrkeːɐ̯
zurückt͡suˈʁʏk
,
duduː
kühnerˈkyːnɐ
Sängerˈzɛŋɐ
,
demdeːm
unsrenˈʊnzʁən
seizaɪ̯
deindaɪ̯n
Liedliːt
nichtnɪçt
fernfɛʁn
.
-
Dendeːn
Festenˈfɛstn̩
fehlefeːlə
sieziː
nichtnɪçt
längerˈlɛŋɐ
,
aufsaʊ̯fs
neueˈnɔɪ̯ə
leuchteˈlɔɪ̯çtə
unsʊns
ihriːɐ̯
Sternʃtɛʁn
!
Diedaɪ
SÄNGERˈzɛŋɐ
Seizaɪ̯
unserˈʊnzɐ
,
Heinrichˈhaɪ̯nʁɪç
!
Kehrkeːɐ̯
unsʊns
wiederˈviːdɐ
!
Zwietrachtˈt͡sviːtʁaxt
undʊnt
Streitʃtʁaɪ̯t
seizaɪ̯
abgetanˈapɡəˌtaːn
!
Vereintfɛɐ̯ˈʔaɪ̯nt
ertönenɛɐ̯ˈtøːnən
unsreˈʊn.zʁə
Liederˈliːdɐ
,
undʊnt
Brüderˈbʁyːdɐ
nenneˈnɛnə
unsʊns
fortanfɔʁtˈʔan
!
innig gerührt, umarmt Wolfram und die Sänger mit Heftigkeit
TANNHÄUSER
Zut͡suː
ihriːɐ̯
!
Zut͡suː
ihriːɐ̯
!
O
,
führetˈfyːʁət
michmɪç
zut͡suː
ihriːɐ̯
!
Haha
,
jetztjɛt͡st
erkenneɛɐ̯ˈkɛnə
ichɪç
sieziː
wiederˈviːdɐ
,
diedaɪ
schöneˈʃøːnə
Weltvɛlt
,
derdeːɐ̯
ichɪç
entrücktɛntˈʁʏkt
!
Der Himmel blickt auf mich hernieder,
TANNHÄUSER
diedaɪ
Flurenˈfluːʁən
prangenˈpʁaŋən
reichʁaɪ̯ç
geschmücktɡəˈʃmʏkt
.
Derdeːɐ̯
Lenzlɛnt͡s
mitmɪt
tausendˈtaʊ̯zn̩də
holdenˈhɔldn̩
Klängenˈklɛŋən
zogt͡soːk
jubelndˈjuːbl̩nt
iniˈʔɛn
diedaɪ
Seeleˈzeːlə
mirmiːɐ̯
;
iniˈʔɛn
süssem
,
ungestümemˈʊnɡəˌʃtyːməm
Drängenˈdʁɛŋən
ruftʁuːft
lautlaʊ̯t
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
:
zut͡suː
ihriːɐ̯
,
zut͡suː
ihriːɐ̯
!
LANDGRAFˈlantɡʁaːf
undʊnt
diedaɪ
SÄNGERˈzɛŋɐ
Ereːɐ̯
kehrtkeːɐ̯t
zurückt͡suˈʁʏk
,
dendeːn
wirviːɐ̯
verlorenfɛɐ̯ˈloːʁən
!
Einaɪ̯n
Wunderˈvʊndɐ
hathat
ihniːn
hergebrachtˈheːɐ̯ɡəˌbʁaxt
.
Diedaɪ
ihmiːm
dendeːn
Uebermut
beschworenbəˈʃvoːʁən
,
gepriesenɡəˈpʁiːzn̩
seizaɪ̯
diedaɪ
holdeˈhɔldə
Machtmaxt
!
Nunnuːn
lauscheˈlaʊ̯ʃə
unsrenˈʊnzʁən
Hochgesängen
vonfɔn
neuemˈnɔɪ̯əm
derdeːɐ̯
Gepries'nen
Ohr'
!
Eseːs
töntøːn
iniˈʔɛn
frohbelebten
Klängenˈklɛŋən
dasdas
Liedliːt
ausaʊ̯s
jederˈjeːdɐ
Brustbʁʊst
hervorhɛɐ̯ˈfoːɐ̯
!
Der ganze Jagdtross hat sich im Tale versammelt. Der Landgraf stösst in sein Horn: laute Hornrufe der Jäger antworten ihm. Der Landgraf und die Sänger besteigen Pferde, welche man ihnen von der Wartburg her entgegengeführt hat. Der Vorhang fällt
ZWEITER AUFZUG
Die Sängerhalle auf der Wartburg; nach hinten freie Aussicht auf den Burghof und das Tal
tritt freudig bewegt ein
ELISABETH
Dichdɪç
,
teureˈtɔɪ̯ʁə
Halleˈhalə
,
grüss'
ichɪç
wiederˈviːdɐ
,
frohfʁoː
grüss'
ichɪç
dichdɪç
,
geliebterɡəˈliːptɐ
Raumʁaʊ̯m
!
Iniˈʔɛn
dirdiːɐ̯
erwachenɛɐ̯ˈvaxn̩
seineˈzaɪ̯nə
Liederˈliːdɐ
,
undʊnt
weckenˈvɛkn̩
michmɪç
ausaʊ̯s
düstrem
Traumtʁaʊ̯m
.
-
Dadaː
ereːɐ̯
ausaʊ̯s
dirdiːɐ̯
geschiedenɡəˈʃiːdn̩
,
wieviː
öd'
erschienstɛɐ̯ˈʃiːnst
duduː
mirmiːɐ̯
!
Ausaʊ̯s
mirmiːɐ̯
entflohɛntˈfloː
derdeːɐ̯
Friedenˈfʁiːdn̩
,
diedaɪ
Freudeˈfʁɔɪ̯də
zogt͡soːk
ausaʊ̯s
dirdiːɐ̯
.
-
Wieviː
jetztjɛt͡st
meinmaɪ̯n
Busenˈbuːzn̩
hochhoːx
sichzɪç
hebetˈheːbət
,
sozoː
scheinstʃaɪ̯nst
duduː
jetztjɛt͡st
mirmiːɐ̯
stolzʃtɔlt͡s
undʊnt
hehrheːɐ̯
;
derdeːɐ̯
dichdɪç
undʊnt
michmɪç
sozoː
neunɔɪ̯
belebetbəˈleːbət
,
nichtnɪçt
längerˈlɛŋɐ
weiltvaɪ̯lt
ereːɐ̯
ferneˈfɛʁnə
mehrmeːɐ̯
.
Seizaɪ̯
mirmiːɐ̯
gegrüsst
!
seizaɪ̯
mirmiːɐ̯
gegrüsst
!
Wolfram und Tannhäuser erscheinen im Hintergrunde
WOLFRAM
Dortdɔʁt
istɪst
sieziː
;
naheˈnaːə
dichdɪç
ihriːɐ̯
ungestörtˈʊnɡəˌʃtøːɐ̯t
!
Er bleibt, an die Mauerbrüstung des Balkons gelehnt, im Hintergrunde
ungestüm zu den Füss Elisabeths stürzend
TANNHÄUSER
O
Fürstinˈfʏʁstɪn
!
in schüchterner Verwirrung
ELISABETH
Gottɡɔt
!
-
Stehtʃteːt
aufaʊ̯f
!
Lasstlast
michmɪç
!
Nichtnɪçt
darfdaʁf
ichɪç
Euchɔɪ̯ç
hierhiːɐ̯
sehnzeːn
!
Sieziː
willvɪl
sichzɪç
entfernenˌɛntˈfɛʁnən
TANNHÄUSER
Duduː
darfstdaʁfst
!
O
bleibblaɪ̯p
undʊnt
lasslas
zut͡suː
deinenˈdaɪ̯nən
Füssenˈfʏsn̩
michmɪç
!
sich freundlich zu ihm wendend
ELISABETH
Sozoː
stehetˈʃteːət
aufaʊ̯f
!
Nichtnɪçt
solletˈzɔlət
hierhiːɐ̯
Ihriːɐ̯
knienkniːn
,
denndɛn
dieseˈdiːzə
Halleˈhalə
istɪst
Euerˈɔɪ̯ɐ
Königreichˈkøːnɪkˌʁaɪ̯ç
.
O
,
stehetˈʃteːət
aufaʊ̯f
!
Nehmtneːmt
meinenˈmaɪ̯nn̩
Dankdaŋk
,
dassdas
Ihriːɐ̯
zurückgekehrtt͡suˈʁʏkɡəˌkeːɐ̯t
!
-
Wovoː
weiltetˈvaɪ̯ltət
ihriːɐ̯
sozoː
langeˈlaŋə
?
sich langsam erhebend
TANNHÄUSER
Fernfɛʁn
vonfɔn
hierhiːɐ̯
,
iniˈʔɛn
weitenˈvaɪ̯tn̩
,
weitenˈvaɪ̯tn̩
Landenˈlandn̩
.
Dichtesˈdɪçtəs
Vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
hathat
zwischenˈt͡svɪʃn̩
heuthɔɪ̯t
undʊnt
gesternˈɡɛstɐn
sichzɪç
gesenktɡəˈzɛŋkt
.
-
Allaːʔɛlˈʔɛl
meinmaɪ̯n
Erinnernɛɐ̯ˈʔɪnɐn
istɪst
mirmiːɐ̯
schnellʃnɛl
geschwundenɡəˈʃvʊndn̩
,
undʊnt
nurnuːɐ̯
desdɛs
Einenˈaɪ̯nən
mussich
michmɪç
entsinnenɛntˈzɪnən
,
dassdas
nieniː
mehrmeːɐ̯
ichɪç
gehofftɡəˈhɔft
Euchɔɪ̯ç
zut͡suː
begrüssenbəˈɡʁyːsən
,
nochnɔx
jejeː
zut͡suː
Euchɔɪ̯ç
meinmaɪ̯n
Augeˈaʊ̯ɡə
zut͡suː
erhebenɛɐ̯ˈheːbm̩
.
-
ELISABETH
Wasvas
warvaːɐ̯
eseːs
danndan
,
dasdas
Euchɔɪ̯ç
zurückgeführtt͡suˈʁʏkɡəˌfyːɐ̯t
?
TANNHÄUSER
Einaɪ̯n
Wunderˈvʊndɐ
war's
,
einaɪ̯n
unbegreiflichˈʊnbəˌɡʁaɪ̯flɪç
hohesˈhoːəs
Wunderˈvʊndɐ
!
freudig aufwallend
ELISABETH
Gepriesenɡəˈpʁiːzn̩
seizaɪ̯
diesdaɪs
Wunderˈvʊndɐ
ausaʊ̯s
meinesˈmaɪ̯nəs
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
Tiefeˈtiːfə
!
Sich mässigend, - in Verwirrung
ELISABETH
Verzeihtfɛɐ̯ˈt͡saɪ̯t
,
wennvɛn
ichɪç
nichtnɪçt
weissvaɪ̯s
,
wasvas
ichɪç
beginnebəˈɡɪnə
!
Imiˈʔɛm
Traumtʁaʊ̯m
binbɪn
ichɪç
undʊnt
tör'ger
alsals
einaɪ̯n
Kindkɪnt
,
-
machtlosˈmaxtloːs
derdeːɐ̯
Machtmaxt
derdeːɐ̯
Wunderˈvʊndɐ
preisgegebenˈpʁaɪ̯sɡəˌɡeːbn̩
.
Fastfast
kenn'
ichɪç
michmɪç
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
;
o
,
helfetˈhɛlfət
mirmiːɐ̯
,
dassdas
ichɪç
dasdas
Rätselˈʁɛːt͡sl̩
meinesˈmaɪ̯nəs
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
löseˈløːzə
!
Derdeːɐ̯
Sängerˈzɛŋɐ
klugenˈkluːɡn̩
Weisenˈvaɪ̯zn̩
lauscht'
ichɪç
sonstzɔnst
gernɡɛʁn
undʊnt
vielfiːl
;
ihriːɐ̯
Singenˈzɪŋən
undʊnt
ihriːɐ̯
Preisenˈpʁaɪ̯zn̩
schienʃiːn
mirmiːɐ̯
einaɪ̯n
holdesˈhɔldəs
Spielʃpiːl
.
Dochdɔx
welchvɛlç
einaɪ̯n
seltsamˈzɛltzaːm
neuesˈnɔɪ̯əs
Lebenˈleːbm̩
riefʁiːf
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liedliːt
mirmiːɐ̯
iniˈʔɛn
diedaɪ
Brustbʁʊst
!
Baldbalt
wollt'es
michmɪç
wieviː
Schmerzʃmɛʁt͡s
durchbebenˌdʊʁçˈbeːbn̩
,
baldbalt
drang's
iniˈʔɛn
michmɪç
wieviː
jäheˈjɛːə
Lustluːst
:
Gefühleɡəˈfyːlə
,
diedaɪ
ichɪç
nieniː
empfundenɛmˈp͡fʊndn̩
!
Verlangenfɛɐ̯ˈlaŋən
,
dasdas
ichɪç
nieniː
gekanntɡəˈkant
!
Wasvas
einstaɪ̯nst
mirmiːɐ̯
lieblichˈliːplɪç
,
warvaːɐ̯
verschwundenfɛɐ̯ˈʃvʊndn̩
vorfoːɐ̯
Wonnenˈvɔnən
,
diedaɪ
nochnɔx
nieniː
genanntɡəˈnant
!
-
Undʊnt
alsals
Ihriːɐ̯
nunnuːn
vonfɔn
unsʊns
gegangenɡəˈɡaŋən
,
-
warvaːɐ̯
Friedenˈfʁiːdn̩
mirmiːɐ̯
undʊnt
Lustluːst
dahindaˈhɪn
;
diedaɪ
Weisenˈvaɪ̯zn̩
,
diedaɪ
diedaɪ
Sängerˈzɛŋɐ
sangenˈzaŋən
,
erschienenɛɐ̯ˈʃiːnən
mattmat
mirmiːɐ̯
,
trübtʁyːp
ihriːɐ̯
Sinnzɪn
;
imiˈʔɛm
Traumeˈtʁaʊ̯mə
fühlt'
ichɪç
dumpfeˈdʊmp͡fə
Schmerzenˈʃmɛʁt͡sn̩
,
meinmaɪ̯n
Wachenˈvaxn̩
wardvaʁt
trübsel'ger
Wahnvaːn
;
diedaɪ
Freudeˈfʁɔɪ̯də
zogt͡soːk
ausaʊ̯s
meinemˈmaɪ̯nəm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
:
-
Heinrichˈhaɪ̯nʁɪç
!
Wasvas
tatetˈtaːtət
Ihriːɐ̯
mirmiːɐ̯
anaːˈʔɛn
?
hingerissen
TANNHÄUSER
Dendeːn
Gottɡɔt
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
sollstzɔlst
duduː
preisenˈpʁaɪ̯zn̩
,
ereːɐ̯
hathat
diedaɪ
Saitenˈzaɪ̯tn̩
mirmiːɐ̯
berührtbəˈʁyːɐ̯t
,
ereːɐ̯
sprachʃpʁaːx
zut͡suː
dirdiːɐ̯
ausaʊ̯s
meinenˈmaɪ̯nn̩
Weisenˈvaɪ̯zn̩
,
zut͡suː
dirdiːɐ̯
hathat
ereːɐ̯
michmɪç
hergeführtˈheːɐ̯ɡəˌfyːɐ̯t
!
ELISABETH
Gepriesenɡəˈpʁiːzn̩
seizaɪ̯
diedaɪ
Stundeˈʃtʊndə
,
gepriesenɡəˈpʁiːzn̩
seizaɪ̯
diedaɪ
Machtmaxt
,
diedaɪ
mirmiːɐ̯
sozoː
holdeˈhɔldə
Kundeˈkʊndə
vonfɔn
Eurerˈɔʏ̯ɐ
Näh'
gebrachtɡəˈbʁaxt
!
Vonfɔn
Wonneglanz
umgebenʊmˈɡeːbm̩
,
lacht mir der Sonne Schein;
ELISABETH
erwachtɛɐ̯ˈvaxt
zut͡suː
neuemˈnɔɪ̯əm
Lebenˈleːbm̩
,
nenn'
ichɪç
diedaɪ
Freudeˈfʁɔɪ̯də
meinmaɪ̯n
!
TANNHÄUSER
Gepriesenɡəˈpʁiːzn̩
seizaɪ̯
diedaɪ
Stundeˈʃtʊndə
,
gepriesenɡəˈpʁiːzn̩
seizaɪ̯
diedaɪ
Machtmaxt
,
diedaɪ
mirmiːɐ̯
sozoː
holdeˈhɔldə
Kundeˈkʊndə
ausaʊ̯s
deinemˈdaɪ̯nəm
Mundmʊnt
gebrachtɡəˈbʁaxt
.
Demdeːm
neunɔɪ̯
erkanntenɛɐ̯ˈkantn̩
Lebenˈleːbm̩
darfdaʁf
ichɪç
michmɪç
mutigˈmuːtɪk
weihn
;
ichɪç
nenn'
iniˈʔɛn
freud'gem
Bebenˈbeːbn̩
seinzaɪ̯n
schönstesˈʃøːnstəs
Wunderˈvʊndɐ
meinmaɪ̯n
!
im Hintergrunde
WOLFRAM
Sozoː
fliehtfliːt
fürfyːɐ̯
diesesˈdiːzəs
Lebenˈleːbm̩
mirmiːɐ̯
jederˈjeːdɐ
Hoffnungˈhɔfnʊŋ
Scheinʃaɪ̯n
!
Tannhäuser trennt sich von Elisabeth; er geht auf Wolfram zu, umarmt ihn, und entfernt sich mit ihm
Der Landgraf tritt aus einem Seitengange auf; Elisabeth eilt ihm entgegen und birgt ihr Gesicht an seiner Brust
LANDGRAF
Dichdɪç
trefftʁɛf
'ich
hierhiːɐ̯
iniˈʔɛn
dieserˈdiːzɐ
Halleˈhalə
,
diedaɪ
sozoː
langeˈlaŋə
duduː
gemiedenɡəˈmiːdn̩
?
Endlichˈɛntlɪç
denndɛn
locktlɔkt
dichdɪç
einaɪ̯n
Sängerfest[ˈzɛŋɐˌfɛst]
,
dasdas
wirviːɐ̯
bereitenbəˈʁaɪ̯tn̩
?
ELISABETH
Meinmaɪ̯n
Oheimˈoːhaɪ̯m
!
O
,
meinmaɪ̯n
güt'ger
Vaterˈfaːtɐ
!
LANDGRAF
Drängtdʁɛŋt
eseːs
dichdɪç
,
deindaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
mirmiːɐ̯
endlichˈɛntlɪç
zut͡suː
erschliessen[ʔɛɐ̯ˈʃliːsn̩]
?
ELISABETH
Blickblɪk
mirmiːɐ̯
insɪns
Augeˈaʊ̯ɡə
!
Sprechenˈʃpʁɛçn̩
kannkan
ichɪç
nichtnɪçt
.
LANDGRAF
Nochnɔx
bleibeˈblaɪ̯bə
denndɛn
unausgesprochen
deindaɪ̯n
süsszyːs
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
kurzeˈkʊʁt͡sə
Fristfʁɪst
;
derdeːɐ̯
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
bleibeˈblaɪ̯bə
ungebrochenˈʊnɡəˌbʁɔxn̩
bisbɪs
duduː
derdeːɐ̯
Lösungˈløːzʊŋ
mächtigˈmɛçtɪk
bistbɪst
.
-
Sozoː
sei's
!
Wasvas
derdeːɐ̯
Gesangɡəˈzaŋ
sozoː
Wunderbaresˈvʊndɐbaːʁəs
erwecktɛɐ̯ˈvɛkt
undʊnt
angeregtˈanɡəˌʁeːkt
,
sollzɔl
heuteˈhɔɪ̯tə
ereːɐ̯
enthüllenɛntˈhʏlən
auchaʊ̯x
undʊnt
mitmɪt
Vollendungfɔlˈʔɛndʊŋ
krönenˈkʁøːnən
.
Diedaɪ
holdeˈhɔldə
Kunstkʊnst
,
sieziː
werdeˈveːɐ̯də
jetztjɛt͡st
zurt͡suːɐ̯
Tattaːt
!
Man hört Trompeten
LANDGRAF
Schonʃoːn
nahenˈnaːən
sichzɪç
diedaɪ
Edlenˈeːdlən
meinerˈmaɪ̯nɐ
Landeˈlandə
,
diedaɪ
ichɪç
zumt͡sʊm
seltnenˈzɛltən
Festfɛst
hieher
beschiedbəˈʃiːt
;
zahlreicherˈt͡saːlˌʁaɪ̯çɐ
nahenˈnaːən
sieziː
alsals
jejeː
,
dadaː
sieziː
gehörtɡəˈhøːɐ̯t
,
dassdas
duduː
desdɛs
Festesˈfɛstəs
Fürstinˈfʏʁstɪn
seistzaɪ̯st
.
Trompeten. - Grafen, Ritter und Edelfrauen in reichem Schmucke werden durch Edelknaben eingeführt. Der Landgraf mit Elisabeth empfängt und begrüsst sie
CHOR
Freudigˈfʁɔɪ̯dɪk
begrüssenbəˈɡʁyːsən
wirviːɐ̯
diedaɪ
edleˈeːdlə
Halleˈhalə
,
wovoː
Kunstkʊnst
undʊnt
Friedenˈfʁiːdn̩
immerˈɪmɐ
nurnuːɐ̯
verweilfɛɐ̯ˈvaɪ̯l
,
wovoː
langeˈlaŋə
nochnɔx
derdeːɐ̯
froheˈfʁoːə
Rufʁuːf
erschalleˌɛɐ̯ˈʃalə
:
Thüringensˈtyːʁɪŋəns
Fürstenˈfʏʁstn̩
,
Landgrafˈlantɡʁaːf
Hermannˈhɛʁman
,
Heilhaɪ̯l
!
Die Ritter und Frauen haben die von den Edelknaben ihnen angewiesenen, in einem weiten Halbkreise erhöhten Plätze eingenommen. Der Landgraf und Elisabeth nehmen im Vordergrunde unter einem Baldachin Ehrensitze ein.
Trompeten. Die Sänger treten auf und verneigen sich feierlich mit ritterlichem Grusse gegen die Versammlung; darauf nehmen sie in der leergelassenen Mitte des Saales die in einem engeren Halbkreise für sie bestimmten Sitze ein. Tannhäuser im Mittelgrunde rechts, Wolfram am entgegengesetzten Ende links, der Versammlung gegenüber
erhebt sich
LANDGRAF
Garɡaːɐ̯
vielfiːl
undʊnt
schönʃøːn
wardvaʁt
hierhiːɐ̯
iniˈʔɛn
dieserˈdiːzɐ
Halleˈhalə
vonfɔn
euchɔɪ̯ç
,
ihriːɐ̯
liebenˈliːbn̩
Sängerˈzɛŋɐ
,
schonʃoːn
gesungenɡəˈzʊŋən
;
iniˈʔɛn
weisenˈvaɪ̯zn̩
Rätselnˈʁɛːt͡sl̩n
wieviː
iniˈʔɛn
heitrenˈhaɪ̯tɐ
Liedernˈliːdɐn
erfreutetɛɐ̯ˈfʁɔɪ̯tət
ihriːɐ̯
gleichɡlaɪ̯ç
sinnigˈzɪnɪk
unserˈʊnzɐ
Herzhɛʁt͡s
.
-
Wennvɛn
unserˈʊnzɐ
Schwertʃveːɐ̯t
iniˈʔɛn
blutigˈbluːtɪk
ernstenˈɛʁnstn̩
Kämpfenˈkɛmp͡fn̩
strittʃtʁɪt
fürfyːɐ̯
desdɛs
deutschenˈdɔɪ̯t͡ʃn̩
Reichesˈʁaɪ̯çəs
Majestätmajɛsˈtɛːt
,
wennvɛn
wirviːɐ̯
demdeːm
grimmenˈɡʁɪmən
Welfenˈvɛlfn̩
widerstandenviːdɐˈʃtandn̩
undʊnt
demdeːm
verderbenvollen
Zwiespaltˈt͡sviːˌʃpalt
wehrtenˈveːɐ̯tn̩
:
sozoː
wardvaʁt
vonfɔn
euchɔɪ̯ç
nichtnɪçt
mindrer
Preispʁaɪ̯s
errungenɛɐ̯ˈʁʊŋən
.
Derdeːɐ̯
Anmutˈanˌmuːt
undʊnt
derdeːɐ̯
holdenˈhɔldn̩
Sitteˈzɪtə
,
derdeːɐ̯
Tugendˈtuːɡn̩t
undʊnt
demdeːm
reinenˈʁaɪ̯nən
Glaubenˈɡlaʊ̯bn̩
erstrittetɛɐ̯ˈʃtʁɪtət
ihriːɐ̯
durchdʊʁç
eureˈɔɪ̯ʁə
Kunstkʊnst
garɡaːɐ̯
hohenˈhoːən
,
herrlichˈhɛʁlɪç
schönenˈʃøːnən
Siegziːk
.
-
Bereitetbəˈʁaɪ̯tət
heuteˈhɔɪ̯tə
unsʊns
denndɛn
auchaʊ̯x
einaɪ̯n
Festfɛst
,
heuthɔɪ̯t
,
wovoː
derdeːɐ̯
kühneˈkyːnə
Sängerˈzɛŋɐ
unsʊns
zurückt͡suˈʁʏk
gekehrtɡəˈkeːɐ̯t
,
dendeːn
wirviːɐ̯
sozoː
ungernˈʊnˌɡɛʁn
lang'
vermisstenfɛɐ̯ˈmɪstn̩
.
Wasvas
wiederˈviːdɐ
ihniːn
iniˈʔɛn
unsreˈʊn.zʁə
Näheˈnɛːə
brachteˈbʁaxtə
,
einaɪ̯n
wunderbarˈvʊndɐbaːɐ̯
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
dünktdʏŋkt
eseːs
michmɪç
;
durchdʊʁç
Liedesˈliːdəs
Kunstkʊnst
solltzɔlt
ihriːɐ̯
eseːs
unsʊns
enthüllenɛntˈhʏlən
,
deshalbˈdɛsˈhalp
stell'
ichɪç
diedaɪ
Frageˈfʁaːɡə
jetztjɛt͡st
anaːˈʔɛn
euchɔɪ̯ç
:
könntkœnt
ihriːɐ̯
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
Wesenˈveːzn̩
mirmiːɐ̯
ergründenɛɐ̯ˈɡʁʏndn̩
?
Werveːɐ̯
eseːs
vermagfɛɐ̯ˈmaːk
,
werveːɐ̯
sieziː
amaːm
würdigstenˈvʏʁdɪkstn̩
besingtbəˈzɪŋt
,
demdeːm
reich'
Elisabetheˈliːzabɛt
dendeːn
Preispʁaɪ̯s
:
ereːɐ̯
fordreˈfɔʁdʁə
ihniːn
sozoː
hochhoːx
undʊnt
kühnkyːn
ereːɐ̯
wolleˈvɔlə
,
ichɪç
sorgeˈzɔʁɡə
,
dassdas
sieziː
ihniːn
gewährenɡəˈvɛːʁən
solleˈzɔlə
.
-
Aufaʊ̯f
,
liebeˈliːbə
Sängerˈzɛŋɐ
!
Greifetˈɡʁaɪ̯fət
iniˈʔɛn
diedaɪ
Saitenˈzaɪ̯tn̩
!
Diedaɪ
Aufgab'
istɪst
gestelltɡəˈʃtɛlt
,
kämpftkɛmp͡ft
umʊm
dendeːn
Preispʁaɪ̯s
,
undʊnt
nehmetˈneːmət
allaːʔɛlˈʔɛl
imiˈʔɛm
vorausfoˈʁaʊ̯s
unsrenˈʊnzʁən
Dankdaŋk
!
Trompeten
der Ritter und Edelfrauen
CHOR
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
!
Thüringensˈtyːʁɪŋəns
Fürstenˈfʏʁstn̩
Heilhaɪ̯l
!
Derdeːɐ̯
holdenˈhɔldn̩
Kunstkʊnst
Beschützerbəˈʃʏt͡sɐ
Heilhaɪ̯l
!
Alle setze sich. Vier Edelknaben treten vor, sammeln in einem goldenen Becher von jedem der Sänger seinen auf ein Blättchen geschriebenen Namen ein und reichen ihn Elisabeth, welche eines der Blättchen herauszieht und es den Edelknaben reicht. Diese, nachdem sie den Namen gelesen, treten feierlich in die Mitte und rufen:
VIER EDELKNABEN
Wolframˈvɔlfʁam
vonfɔn
Eschenbachˈɛʃn̩ˌbax
,
beginnebəˈɡɪnə
!
Tannhäuser stützt sich auf seine Harfe und scheint sich in Träumereien zu verlieren. Wolfram erhebt sich
WOLFRAM
Blick'
ichɪç
umherʊmˈheːɐ̯
iniˈʔɛn
diesemˈdiːzm̩
edlenˈeːdlən
Kreiseˈkʁaɪ̯zə
,
welchvɛlç
hoherˈhoːɐ
Anblickˈanˌblɪk
machtmaxt
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
erglühn
!
Sozoː
vielfiːl
derdeːɐ̯
Heldenˈhɛldn̩
,
tapferˈtap͡fɐ
,
deutschdɔɪ̯t͡ʃ
undʊnt
weiseˈvaɪ̯zə
,
-
einaɪ̯n
stolzerˈʃtɔlt͡sɐ
Eichwaldˈaɪ̯çˌvalt
,
herrlichˈhɛʁlɪç
,
frischfʁɪʃ
undʊnt
grünɡʁyːn
.
Undʊnt
holdhɔlt
undʊnt
tugendsamˈtuːɡn̩tzaːm
erblick'
ichɪç
Frauenˈfʁaʊ̯ən
,
-
lieblicherˈliːplɪçɐ
Blütenˈblyːtn̩
düftereichsten
Kranzkʁant͡s
.
Eseːs
wirdvɪʁt
derdeːɐ̯
Blickblɪk
wohlvoːl
trunkenˈtʁʊŋkn̩
mirmiːɐ̯
vomfɔm
Schauenˈʃaʊ̯ən
,
meinmaɪ̯n
Liedliːt
verstummtfɛɐ̯ˈʃtʊmt
vorfoːɐ̯
solcherˈzɔlçɐ
Anmutˈanˌmuːt
Glanzɡlant͡s
.
-
Dadaː
blick'
ichɪç
aufaʊ̯f
zut͡suː
einemˈaɪ̯nəm
nurnuːɐ̯
derdeːɐ̯
Sterneˈʃtɛʁnə
,
derdeːɐ̯
anaːˈʔɛn
demdeːm
Himmelˈhɪml̩
,
derdeːɐ̯
michmɪç
blendetˈblɛndət
,
stehtʃteːt
:
eseːs
sammeltˈzaml̩t
sichzɪç
meinmaɪ̯n
Geistɡaɪ̯st
ausaʊ̯s
jenerˈjeːnɐ
Ferneˈfɛʁnə
,
andächtigˈanˌdɛçtɪk
sinktzɪŋkt
diedaɪ
Seeleˈzeːlə
iniˈʔɛn
Gebetˈɡeːbət
.
Undʊnt
siehziː
!
Mirmiːɐ̯
zeigetˈt͡saɪ̯ɡət
sichzɪç
einaɪ̯n
Wunderbronnen
,
in den mein Geist voll hohen Staunens blickt:
WOLFRAM
ausaʊ̯s
ihmiːm
ereːɐ̯
schöpfetˈʃœp͡fət
gnadenreiche
Wonnenˈvɔnən
,
durchdʊʁç
diedaɪ
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
ereːɐ̯
namenlosˈnaːmənˌloːs
erquicktɛɐ̯ˈkvɪkt
.
Undʊnt
nimmerˈnɪmɐ
möcht'
ichɪç
diesenˈdiːzn̩
Bronnenˈbʁʊnən
trübenˈtʁyːbm̩
,
berührenbəˈʁyːʁən
nichtnɪçt
dendeːn
Quellkvɛl
mitmɪt
frevlemˈfʁeːfləm
Mutmuːt
:
iniˈʔɛn
Anbetungˈanˌbeːtʊŋ
möcht'
ichɪç
michmɪç
opferndˈɔp͡fɐnt
übenˈyːbn̩
,
vergiessen[fɛɐ̯ˈɡiːsn̩]
frohfʁoː
meinmaɪ̯n
letztesˈlɛt͡stəs
Herzensblut
.
-
Ihriːɐ̯
Edlenˈeːdlən
mögtmøːkt
iniˈʔɛn
diesenˈdiːzn̩
Wortenˈvɔʁtn̩
lesenˈleːzn̩
,
wieviː
ichɪç
erkenn'
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
reinstesˈʁaɪ̯nstəs
Wesenˈveːzn̩
!
in beifälliger Bewegung
FRAUEN
Sozoː
istsɪst͡s
!
Sozoː
ist's
!
Gepriesenɡəˈpʁiːzn̩
seizaɪ̯
deindaɪ̯n
Liedliːt
!
der gegen das Ende von Wolframs Gesange wie aus dem Traume auffuhr, erhebt sich schnell
TANNHÄUSER
Auchaʊ̯x
ichɪç
darfdaʁf
michmɪç
sozoː
glücklichˈɡlʏklɪç
nennenˈnɛnən
zut͡suː
schaun
,
wasvas
,
Wolframˈvɔlfʁam
,
duduː
geschautɡəˈʃaʊ̯t
!
Werveːɐ̯
sollteˈzɔltə
nichtnɪçt
dendeːn
Bronnenˈbʁʊnən
kennenˈkɛnən
?
Hörhøːɐ̯
,
seineˈzaɪ̯nə
Tugendˈtuːɡn̩t
preis'
ichɪç
lautlaʊ̯t
!
-
Dochdɔx
ohneˈoːnə
Sehnsuchtˈzeːnˌzʊxt
heisshaɪ̯s
zut͡suː
fühlenˈfyːlən
ichɪç
seinemˈzaɪ̯nəm
Quellkvɛl
nichtnɪçt
nahenˈnaːən
kannkan
:
Desdɛs
Durstesˈdʊʁstəs
Brennenˈbʁɛnən
mussmʊs
ichɪç
kühlenˈkyːlən
,
getrostɡəˈtʁoːst
leg'
ichɪç
diedaɪ
Lippenˈlɪpm̩
anaːˈʔɛn
.
Iniˈʔɛn
vollenˈfɔlən
Zügenˈt͡syːɡn̩
trink'
ichɪç
Wonnenˈvɔnən
,
iniˈʔɛn
diedaɪ
keinkaɪ̯n
Zagenˈt͡saːɡn̩
jejeː
sichzɪç
mischtmɪʃt
:
denndɛn
unversiegbarˈʊnfɛɐ̯ˌziːkbaːɐ̯
istɪst
derdeːɐ̯
Bronnenˈbʁʊnən
,
wieviː
meinmaɪ̯n
Verlangenfɛɐ̯ˈlaŋən
nieniː
erlischtɛɐ̯ˈlɪʃt
.
Sozoː
,
dassdas
meinmaɪ̯n
Sehnenˈzeːnən
ewigˈeːvɪk
brenneˈbʁɛnə
,
lab'
anaːˈʔɛn
demdeːm
Quellkvɛl
ichɪç
ewigˈeːvɪk
michmɪç
:
undʊnt
wisseˈvɪsə
,
Wolframˈvɔlfʁam
,
sozoː
erkenneɛɐ̯ˈkɛnə
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
wahrstesˈvaːɐ̯stəs
Wesenˈveːzn̩
ichɪç
!
Elisabeth macht eine Bewegung, ihren Beifall zu bezeigen; da aber alle Zuhörer in ernstem Schweigen verharren, hält sie sich schüchtern zurück
erhebt sich
WALTHER VON DER VOGELWEIDE
Dendeːn
Bronnenˈbʁʊnən
,
dendeːn
unsʊns
Wolframˈvɔlfʁam
nannteˈnantə
,
ihniːn
schautʃaʊ̯t
auchaʊ̯x
meinesˈmaɪ̯nəs
Geistesˈɡaɪ̯stəs
Lichtlɪçt
;
dochdɔx
,
derdeːɐ̯
iniˈʔɛn
Durstdʊʁst
fürfyːɐ̯
ihniːn
entbrannteɛntˈbʁantə
,
duduː
,
Heinrichˈhaɪ̯nʁɪç
,
kennstkɛnst
ihniːn
wahrlichˈvaːɐ̯lɪç
nichtnɪçt
.
Lasslas
dirdiːɐ̯
denndɛn
sagenˈzaːɡn̩
,
lasslas
dichdɪç
lehrenˈleːʁən
:
derdeːɐ̯
Bronnenˈbʁʊnən
istɪst
diedaɪ
Tugendˈtuːɡn̩t
wahrvaːɐ̯
.
Duduː
sollstzɔlst
iniˈʔɛn
Inbrunstˈɪnbʁʊnst
ihniːn
verehrenfɛɐ̯ˈʔeːʁən
undʊnt
opfernˈɔp͡fɐn
seinemˈzaɪ̯nəm
holdenˈhɔldn̩
Klarklaːɐ̯
.
Legstleːkst
duduː
anaːˈʔɛn
seinenˈzaɪ̯nən
Quellkvɛl
diedaɪ
Lippenˈlɪpm̩
,
zut͡suː
kühlenˈkyːlən
frevleˈfʁeːflə
Leidenschaftˈlaɪ̯dn̩ʃaft
,
jajaː
,
wolltestˈvɔltəst
duduː
amaːm
Randʁant
nurnuːɐ̯
nippenˈnɪpn̩
,
wich'
ewigˈeːvɪk
ihmiːm
diedaɪ
Wunderkraft
!
Willstvɪlst
duduː
Erquickung
ausaʊ̯s
demdeːm
Bronnenˈbʁʊnən
habenˈhaːbm̩
,
musstmʊst
duduː
deindaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
,
nichtnɪçt
deinenˈdaɪ̯nən
Gaumenˈɡaʊ̯mən
labenˈlaːbn̩
.
Diedaɪ
ZUHÖRERˈt͡suːˌhøːʁɐ
in lautem Beifall
WALTHER VON DER VOGELWEIDE
Heilhaɪ̯l
Waltherˈvaltɐ
!
Preispʁaɪ̯s
seizaɪ̯
deinemˈdaɪ̯nəm
Liedeˈliːdə
!
sich heftig erhebend
TANNHÄUSER
O
Waltherˈvaltɐ
,
derdeːɐ̯
duduː
alsoˈalzo
sangest
,
duduː
hasthast
diedaɪ
Liebeˈliːbə
argaʁk
entstelltɛntˈʃtɛlt
!
Wennvɛn
duduː
iniˈʔɛn
solchemˈzɔlçm̩
Schmachtenˈʃmaxtn̩
bangestˈbaŋəst
,
versiegtefɛɐ̯ˈziːktə
wahrlichˈvaːɐ̯lɪç
wohlvoːl
diedaɪ
Weltvɛlt
.
Zut͡suː
Gottesˈɡɔtəs
Preispʁaɪ̯s
iniˈʔɛn
hochhoːx
erhabne
Fernenˈfɛʁnən
,
blicktblɪkt
aufaʊ̯f
zumt͡sʊm
Himmelˈhɪml̩
,
blicktblɪkt
zut͡suː
seinenˈzaɪ̯nən
Sternenˈʃtɛʁnən
!
Anbetungˈanˌbeːtʊŋ
solchenˈzɔlçn̩
Wundernˈvʊndɐn
zolltt͡sɔlt
,
dadaː
ihriːɐ̯
sieziː
nichtnɪçt
begreifenbəˈɡʁaɪ̯fn̩
solltzɔlt
!
Dochdɔx
wasvas
sichzɪç
derdeːɐ̯
Berührungbəˈʁyːʁʊŋ
beugetˈbɔɪ̯ɡət
,
euchɔɪ̯ç
Herzhɛʁt͡s
undʊnt
Sinnenˈzɪnən
naheˈnaːə
liegtliːkt
,
wasvas
sichzɪç
,
ausaʊ̯s
gleichemˈɡlaɪ̯çm̩
Stoffʃtɔf
erzeugetɛɐ̯ˈt͡sɔɪ̯ɡət
,
iniˈʔɛn
weicherˈvaɪ̯çɐ
Formungˈfɔʁmʊŋ
anaːˈʔɛn
euchɔɪ̯ç
schmiegtʃmiːkt
,
-
demdeːm
ziemtt͡siːmt
Genussɡəˈnʊs
iniˈʔɛn
freud'gem
Triebeˈtʁiːbə
,
undʊnt
imiˈʔɛm
Genussɡəˈnʊs
nurnuːɐ̯
kenn'
ichɪç
Liebeˈliːbə
!
Grosse Aufregung unter den Zuhörern
BITEROLF
sichzɪç
mitmɪt
Ungestümˈʊnɡəˌʃtyːm
erhebendɛɐ̯ˈheːbn̩t
Heraushɛˈʁaʊ̯s
zumt͡sʊm
Kampfeˈkamp͡fə
mitmɪt
unsʊns
allenˈælən
!
Werveːɐ̯
bliebeˈbliːbə
ruhigˈʁuːɪk
,
hörthøːɐ̯t
ereːɐ̯
dichdɪç
?
Wirdvɪʁt
deinemˈdaɪ̯nəm
Hochmutˈhoːxˌmuːt
eseːs
gefallenɡəˈfalən
,
sozoː
höreˈhøːʁə
,
Lästrer
,
nunnuːn
auchaʊ̯x
michmɪç
!
Wennvɛn
michmɪç
begeistertbəˈɡaɪ̯stɐt
hoheˈhoːə
Liebeˈliːbə
,
stähltʃtɛːlt
sieziː
diedaɪ
Waffenˈvafn̩
mirmiːɐ̯
mitmɪt
Mutmuːt
;
dassdas
ewigˈeːvɪk
ungeschmäht
sieziː
bliebeˈbliːbə
,
vergöss'
ichɪç
stolzʃtɔlt͡s
meinmaɪ̯n
letztesˈlɛt͡stəs
Blutbluːt
.
Fürfyːɐ̯
Frauenehr'
undʊnt
hoheˈhoːə
Tugendˈtuːɡn̩t
alsals
Ritterˈʁɪtɐ
kämpf'
ichɪç
mitmɪt
demdeːm
Schwertʃveːɐ̯t
;
dochdɔx
,
wasvas
Genussɡəˈnʊs
beut'
deinerˈdaɪ̯nɐ
Jugendˈjuːɡn̩t
,
istɪst
wohlfeilˈvoːlˌfaɪ̯l
,
keinesˈkaɪ̯nəs
Streichesˈʃtʁaɪ̯çəs
wertveːɐ̯t
.
Diedaɪ
ZUHÖRERˈt͡suːˌhøːʁɐ
in tobendem Beifall
BITEROLF
Heilhaɪ̯l
,
Biterolf
!
Hierhiːɐ̯
unserˈʊnzɐ
Schwertʃveːɐ̯t
!
in stets zunehmender Hitze aufspringend
TANNHÄUSER
Haha
,
tör'ger
Prahlerˈpʁaːlɐ
,
Biterolf
!
Singstzɪŋst
duduː
vonfɔn
Liebeˈliːbə
,
grimmer
Wolfvɔlf
?
Gewisslichɡəˈvɪslɪç
hasthast
duduː
nichtnɪçt
gemeintɡəˈmaɪ̯nt
,
was mir geniessenswert erscheint.
TANNHÄUSER
Wasvas
hasthast
duduː
Ärmsterˈɛʁmstɐ
wohlvoːl
genossenɡəˈnɔsn̩
?
Deindaɪ̯n
Lebenˈleːbm̩
warvaːɐ̯
nichtnɪçt
liebereich
,
undʊnt
wasvas
vonfɔn
Freudenˈfʁɔɪ̯dn̩
dirdiːɐ̯
entsprossenɛntˈʃpʁɔsn̩
,
dasdas
galtɡalt
wohlvoːl
wahrlichˈvaːɐ̯lɪç
keinenˈkaɪ̯nən
Streichʃtʁaɪ̯ç
!
Zunehmende Aufregung unter den Zuhörern
von verschiedenen Seiten
RITTER
Lasstlast
ihniːn
nichtnɪçt
endenˈɛndn̩
!
-
Wehretˈveːʁət
seinerˈzaɪ̯nɐ
Kühnheitˈkyːnhaɪ̯t
!
zu Biterolf, der nach dem Schwerte greift
LANDGRAF
Zurückt͡suˈʁʏk
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
!
Ihriːɐ̯
Sängerˈzɛŋɐ
,
haltetˈhaltət
Friedenˈfʁiːdn̩
!
erhebt sich in edler Entrüstung. Bei seinem Beginn tritt sogleich die grösste Ruhe wieder ein
WOLFRAM
O
Himmelˈhɪml̩
,
lasslas
dichdɪç
jetztjɛt͡st
erflehenɛɐ̯ˈfleːən
,
gibɡiːp
meinemˈmaɪ̯nəm
Liedliːt
derdeːɐ̯
Weiheˈvaɪ̯ə
Preispʁaɪ̯s
!
Gebanntɡəˈbant
lasslas
michmɪç
diedaɪ
Sündeˈzʏndə
sehenˈzeːən
ausaʊ̯s
diesemˈdiːzm̩
edlenˈeːdlən
,
reinenˈʁaɪ̯nən
Kreiskʁaɪ̯s
!
Dirdiːɐ̯
,
hoheˈhoːə
Liebeˈliːbə
,
töneˈtøːnə
begeistertbəˈɡaɪ̯stɐt
meinmaɪ̯n
Gesangɡəˈzaŋ
,
diedaɪ
mirmiːɐ̯
iniˈʔɛn
Engels-Schöne
tieftiːf
iniˈʔɛn
diedaɪ
Seeleˈzeːlə
drangdʁaŋ
!
Duduː
nahstnaːst
alsals
Gottgesandte
,
ichɪç
folg'
ausaʊ̯s
holderˈhɔldɐ
Fern'
,
-
sozoː
führstfyːɐ̯st
duduː
iniˈʔɛn
diedaɪ
Landeˈlandə
,
wovoː
ewigˈeːvɪk
strahltʃtʁaːlt
deindaɪ̯n
Sternʃtɛʁn
.
in höchster Verzückung
TANNHÄUSER
Dirdiːɐ̯
,
Göttinɡœˈtiːn
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
,
sollzɔl
meinmaɪ̯n
Liedliːt
ertönenɛɐ̯ˈtøːnən
!
Gesungenɡəˈzʊŋən
lautlaʊ̯t
seizaɪ̯
jetztjɛt͡st
deindaɪ̯n
Preispʁaɪ̯s
vonfɔn
mirmiːɐ̯
!
Deindaɪ̯n
süsser
Reizʁaɪ̯t͡s
istɪst
Quelleˈkvɛlə
allesˈaləs
Schönenˈʃøːnən
,
undʊnt
jedesˈjeːdəs
holdeˈhɔldə
Wunderˈvʊndɐ
stammtʃtamt
vonfɔn
dirdiːɐ̯
.
Werveːɐ̯
dichdɪç
mitmɪt
Glutɡluːt
iniˈʔɛn
seinenˈzaɪ̯nən
Armaʁm
geschlossenɡəˈʃlɔsn̩
,
wasvas
Liebeˈliːbə
istɪst
,
kenntkɛnt
ereːɐ̯
,
nunnuːn
ereːɐ̯
alleinaˈlaɪ̯n
:
-
Armsel'ge
,
diedaɪ
ihriːɐ̯
Liebeˈliːbə
nieniː
genossenɡəˈnɔsn̩
,
ziehtt͡siːt
hinhɪn
,
ziehtt͡siːt
iniˈʔɛn
dendeːn
Bergbɛʁk
derdeːɐ̯
Venusˈveːnʊs
einaɪ̯n
!
Allgemeiner Aufbruch und Entsetzen
ALLE
Haha
,
derdeːɐ̯
Verruchtefɛɐ̯ˈʁuːxtə
!
Fliehetˈfliːət
ihniːn
!
Hörthøːɐ̯t
eseːs
!
Ereːɐ̯
warvaːɐ̯
imiˈʔɛm
Venusbergˈveːnʊsˌbɛʁk
!
Diedaɪ
EDELFRAUENˈeːdl̩fʁaʊ̯ən
Hinwegˈhɪnˌveːk
!
Hinwegˈhɪnˌveːk
ausaʊ̯s
seinerˈzaɪ̯nɐ
Näh'
!
Sie entfernen sich in grösster Bestürzung unter Gebärden des Abscheus. Nur Elisabeth, welche dem Verlaufe des Streites in furchtbar wachsender Angst zuhörte, bleibt von den Frauen allein zurück, bleich, mit dem grössten Aufwand ihrer Kraft an einer der hölzernen Säulen des Baldachins sich aufrecht erhaltend. Der Landgraf, alle Ritter und Sänger habe ihre Sitze verlassen und treten zusammen. Tannhäuser zur äussersten Linken verbleibt noch eine Zeitlang wie in Verzückung
ALLE
LANDGRAFˈlantɡʁaːf
,
RITTERˈʁɪtɐ
undʊnt
SÄNGERˈzɛŋɐ
Ihriːɐ̯
habt's
gehörtɡəˈhøːɐ̯t
!
Seinzaɪ̯n
frevIer
Mundmʊnt
tattaːt
dasdas
Bekenntnisbəˈkɛntnɪs
schrecklichˈʃʁɛklɪç
kundkʊnt
.
Ereːɐ̯
hathat
derdeːɐ̯
Hölleˈhœlə
Lustluːst
geteiltɡəˈtaɪ̯lt
,
imiˈʔɛm
Venusbergˈveːnʊsˌbɛʁk
hathat
ereːɐ̯
geweiltɡəˈvaɪ̯lt
!
-
Entsetzlichɛntˈzɛt͡slɪç
!
Scheusslich[ˈʃɔʏ̯slɪç]
!
Fluchenswert
!
Iniˈʔɛn
seinemˈzaɪ̯nəm
Bluteˈbluːtə
netztnɛt͡st
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
!
Zumt͡sʊm
Höllenpfuhl
zurückgesandtt͡suˈʁʏkɡəˌzant
,
seizaɪ̯
ereːɐ̯
gefemt
,
seizaɪ̯
ereːɐ̯
gebanntɡəˈbant
!
Alle stürzen mit entblössten Schwertern auf Tannhäuser ein, welcher eine trotzige Stellung einnimmt. Elisabeth wirft sich mit einem herzzerreissenden Schrei dazwischen und deckt Tannhäuser mit ihrem Leibe
ELISABETH
Haltetˈhaltət
einaɪ̯n
!
-
Bei ihrem Anblick halten alle in grösster Betroffenheit an
ELISABETH
LANDGRAFˈlantɡʁaːf
,
RITTERˈʁɪtɐ
undʊnt
SÄNGERˈzɛŋɐ
Wasvas
seh'
ichɪç
?
Wieviː
,
Elisabetheˈliːzabɛt
!
Diedaɪ
keuscheˈkɔɪ̯ʃə
Jungfrauˈjʊŋfʁaʊ̯
fürfyːɐ̯
dendeːn
Sünderˈzʏndɐ
?
Zurückt͡suˈʁʏk
!
Desdɛs
Todesˈtoːdəs
achteˈaxtə
ichɪç
sonstzɔnst
nichtnɪçt
!
Wasvas
istɪst
diedaɪ
Wundeˈvʊndə
euresˈɔɪ̯ʁəs
Eisensˈaɪ̯zn̩s
gegenˈɡeːɡn̩
dendeːn
Todesstoss
,
dendeːn
ichɪç
vonfɔn
ihmiːm
empfingɛmˈp͡fɪŋ
?
LANDGRAFˈlantɡʁaːf
,
RITTERˈʁɪtɐ
undʊnt
SÄNGERˈzɛŋɐ
Elisabetheˈliːzabɛt
!
Wasvas
mussmʊs
ichɪç
hörenˈhøːʁən
?
Wieviː
liess
deindaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
dichdɪç
sozoː
betörenbəˈtøːʁən
,
vonfɔn
demdeːm
diedaɪ
Strafeˈʃtʁaːfə
zut͡suː
beschwörenbəˈʃvøːʁən
,
derdeːɐ̯
auchaʊ̯x
sozoː
furchtbarˈfʊʁçtbaːɐ̯
dichdɪç
verrietfɛɐ̯ˈʁiːt
?
Wasvas
liegtliːkt
anaːˈʔɛn
mirmiːɐ̯
?
Dochdɔx
ereːɐ̯
,
-
seinzaɪ̯n
Heilhaɪ̯l
!
Wolltvɔlt
ihriːɐ̯
seinzaɪ̯n
ewigˈeːvɪk
Heilhaɪ̯l
ihmiːm
raubenˈʁaʊ̯bm̩
?
LANDGRAFˈlantɡʁaːf
,
RITTERˈʁɪtɐ
undʊnt
SÄNGERˈzɛŋɐ
Verworfenfɛɐ̯ˈvɔʁfn̩
hathat
ereːɐ̯
jedesˈjeːdəs
Hoffenˈhɔfn̩
,
niemalsˈniːmaːls
wirdvɪʁt
ihmiːm
desdɛs
Heilshaɪ̯ls
Gewinnɡəˈvɪn
!
Desdɛs
Himmelsˈhɪml̩s
Fluchfluːx
hathat
ihniːn
getroffenɡəˈtʁɔfn̩
;
iniˈʔɛn
seinenˈzaɪ̯nən
Sündenˈzʏndn̩
fahr'
ereːɐ̯
hinhɪn
!
Sie dringen von neuem auf Tannhäuser ein.
ELISABETH
Zurückt͡suˈʁʏk
vonfɔn
ihmiːm
!
Nichtnɪçt
ihriːɐ̯
seidzaɪ̯t
seineˈzaɪ̯nə
Richterˈʁɪçtɐ
!
Grausameˈɡʁaʊ̯ˌzaːmə
!
Werftvɛʁft
vonfɔn
euchɔɪ̯ç
dasdas
wildeˈvɪldə
Schwertʃveːɐ̯t
undʊnt
gebtɡeːpt
Gehörɡəˈhøːɐ̯
derdeːɐ̯
reinenˈʁaɪ̯nən
Jungfrauˈjʊŋfʁaʊ̯
Wortvɔʁt
Vernehmtfɛɐ̯ˈneːmt
durchdʊʁç
michmɪç
,
wasvas
Gottesˈɡɔtəs
Willeˈvɪlə
istɪst
!
-
Derdeːɐ̯
Unglücksel'ge
,
dendeːn
gefangenɡəˈfaŋən
einaɪ̯n
furchtbarˈfʊʁçtbaːɐ̯
mächt'ger
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
hälthɛlt
,
wieviː
?
sollt'
ereːɐ̯
nieniː
zumt͡sʊm
Heilhaɪ̯l
gelangenɡəˈlaŋən
durchdʊʁç
Reu'
undʊnt
Buss'
iniˈʔɛn
dieserˈdiːzɐ
Weltvɛlt
?
Diedaɪ
ihriːɐ̯
sozoː
starkʃtaʁk
imiˈʔɛm
reinenˈʁaɪ̯nən
Glaubenˈɡlaʊ̯bn̩
,
verkenntfɛɐ̯ˈkɛnt
ihriːɐ̯
sozoː
desdɛs
Höchstenˈhøːçstn̩
Ratʁaːt
?
Wolltvɔlt
ihriːɐ̯
desdɛs
Sündersˈzʏndɐs
Hoffnungˈhɔfnʊŋ
raubenˈʁaʊ̯bm̩
,
sozoː
sagtzaːkt
,
wasvas
euchɔɪ̯ç
ereːɐ̯
Leidesˈlaɪ̯dəs
tattaːt
?
Sehtzeːt
michmɪç
,
diedaɪ
Jungfrauˈjʊŋfʁaʊ̯
,
derenˈdeːʁən
Blüteˈblyːtə
mitmɪt
einemˈaɪ̯nəm
jähenˈjɛːən
Schlagʃlaːk
ereːɐ̯
brachbʁaːx
,
-
diedaɪ
ihniːn
geliebtɡəˈliːpt
tieftiːf
imiˈʔɛm
Gemüteɡəˈmyːtə
,
derdeːɐ̯
jubelndˈjuːbl̩nt
ereːɐ̯
dasdas
Herzhɛʁt͡s
zerstacht͡sɛɐ̯ˈʃtaːx
:
-
Ichɪç
fleh'
fürfyːɐ̯
ihniːn
,
ichɪç
fleheˈfleːə
fürfyːɐ̯
seinzaɪ̯n
Lebenˈleːbm̩
,
zurt͡suːɐ̯
Busseˈbʊsə
lenk'
ereːɐ̯
reuevoll
dendeːn
Schrittʃʁɪt
!
Derdeːɐ̯
Mutmuːt
desdɛs
Glaubensˈɡlaʊ̯bm̩s
seizaɪ̯
ihmiːm
neunɔɪ̯
gegebenɡəˈɡeːbm̩
,
dassdas
auchaʊ̯x
fürfyːɐ̯
ihniːn
einstaɪ̯nst
derdeːɐ̯
Erlöserɛɐ̯ˈløːzɐ
littlɪt
!
nach und nach von der Höhe seiner Aufregung und seines Trotzes herabgesunken, durch Elisabeths Fürsprache auf das heftigste ergriffen, sinkt in Zerknirschung zusammen
TANNHÄUSER
Wehveː
!
Wehveː
mirmiːɐ̯
Unglücksel'gem
!
LANDGRAFˈlantɡʁaːf
,
RITTERˈʁɪtɐ
undʊnt
SÄNGERˈzɛŋɐ
allmählich beruhigt und gerührt
TANNHÄUSER
Einaɪ̯n
Engelˈɛŋl̩
stiegʃtiːk
ausaʊ̯s
lichtemˈlɪçtəm
Ätherˈɛːtɐ
,
zut͡suː
kündenˈkʏndn̩
Gottesˈɡɔtəs
heil'gen
Ratʁaːt
.
-
Blickblɪk
hinhɪn
,
duduː
schändlicherˈʃɛntlɪçɐ
Verräterfɛɐ̯ˈʁɛːtɐ
,
werdveːɐ̯t
inneɪnə
deineˈdaɪ̯nə
Missetatˈmɪsəˌtaːt
!
Duduː
gabstɡaːpst
ihriːɐ̯
Todtoːt
,
sieziː
bittetˈbɪtət
fürfyːɐ̯
deindaɪ̯n
Lebenˈleːbm̩
;
werveːɐ̯
bliebeˈbliːbə
rauhʁaʊ̯
,
hörthøːɐ̯t
ereːɐ̯
desdɛs
Engelsˈɛŋl̩s
Flehn
?
Darfdaʁf
ichɪç
auchaʊ̯x
nichtnɪçt
demdeːm
Schuldigenˈʃʊldɪɡn̩
vergebenfɛɐ̯ˈɡeːbn̩
demdeːm
Himmels-Wort
kannkan
ichɪç
nichtnɪçt
widerstehn
.
Zumt͡sʊm
Heilhaɪ̯l
dendeːn
Sündigenˈzʏndɪɡn̩
zut͡suː
führenˈfyːʁən
,
diedaɪ
Gott-Gesandte
nahteˈnaːtə
mirmiːɐ̯
:
dochdɔx
,
achax
!
sieziː
frevelndˈfʁeːfl̩nt
zut͡suː
berührenbəˈʁyːʁən
hobhoːp
ichɪç
dendeːn
Lästerblick
zut͡suː
ihriːɐ̯
!
O
duduː
,
hochhoːx
überˈyːbɐ
diesenˈdiːzn̩
Erdengründen
,
diedaɪ
mirmiːɐ̯
dendeːn
Engelˈɛŋl̩
meinesˈmaɪ̯nəs
Heilshaɪ̯ls
gesandtɡəˈzant
,
erbarmɛɐ̯ˈbaʁm
dichdɪç
meinmaɪ̯n
,
derdeːɐ̯
achax
!
sozoː
tieftiːf
iniˈʔɛn
Sündenˈzʏndn̩
schmachvollˈʃmaːxˌfɔl
desdɛs
Himmelsˈhɪml̩s
Mittlerinˈmɪtləʁɪn
verkanntfɛɐ̯ˈkant
!
nach einer Pause
LANDGRAF
Einaɪ̯n
furchtbaresˈfʊʁçtbaːʁəs
Verbrechenfɛɐ̯ˈbʁɛçn̩
wardvaʁt
begangenbəˈɡaŋən
:
-
eseːs
schlichʃlɪç
mitmɪt
heuchlerischerˈhɔɪ̯çləʁɪʃɐ
Larveˈlaʁfə
sichzɪç
zut͡suː
unsʊns
derdeːɐ̯
Sündeˈzʏndə
fluchbeladner
Sohnzoːn
.
-
Wirviːɐ̯
stossen[ˈʃtoːsn̩]
dichdɪç
vonfɔn
unsʊns
,
-
beibaɪ̯
unsʊns
darfstdaʁfst
duduː
nichtnɪçt
weilenˈvaɪ̯lən
;
schmachbefleckt
istɪst
unserˈʊnzɐ
Herdheːɐ̯t
durch dich, und dräuend blickt der Himmel selbst
LANDGRAF
aufaʊ̯f
diesesˈdiːzəs
Dachdax
,
dasdas
dichdɪç
zut͡suː
lang'
schonʃoːn
birgtbɪʁkt
.
Zurt͡suːɐ̯
Rettungˈʁɛtʊŋ
dochdɔx
vorfoːɐ̯
ewigemˈeːvɪɡəm
Verderbenfɛɐ̯ˈdɛʁbn̩
stehtʃteːt
offenˈɔfn̩
dirdiːɐ̯
einaɪ̯n
Wegveːk
:
vonfɔn
mirmiːɐ̯
dichdɪç
stossend[ˈʃtoːsn̩]
,
zeig'
ichɪç
ihniːn
dirdiːɐ̯
:
-
nütznʏt͡s
ihniːn
zut͡suː
deinemˈdaɪ̯nəm
Heilhaɪ̯l
!
-
Versammeltfɛɐ̯ˈzaml̩t
sindzɪnt
ausaʊ̯s
meinenˈmaɪ̯nn̩
Landenˈlandn̩
bussfert'ge
Pilgerˈpɪlɡɐ
,
starkʃtaʁk
anaːˈʔɛn
Zahlt͡saːl
:
diedaɪ
ält'ren
schonʃoːn
voranfoˈʁan
sichzɪç
wandtenˈvantn̩
,
diedaɪ
jüng'ren
rastenˈʁastn̩
nochnɔx
imiˈʔɛm
Taltaːl
.
Nurnuːɐ̯
umʊm
geringerɡəˈʁɪŋɐ
Sündeˈzʏndə
willenˈvɪlən
ihriːɐ̯
Herzhɛʁt͡s
nichtnɪçt
Ruheˈʁuːə
ihnenˈiːnən
lässtlɛst
,
derdeːɐ̯
Busseˈbʊsə
frommenˈfʁɔmən
Drangdʁaŋ
zut͡suː
stillenˈʃtɪlən
ziehn
sieziː
nachnaːx
Romʁoːm
zumt͡sʊm
Gnadenfest
.
LANDGRAFˈlantɡʁaːf
,
RITTERˈʁɪtɐ
undʊnt
SÄNGERˈzɛŋɐ
Mitmɪt
ihnenˈiːnən
sollstzɔlst
duduː
wallenˈvalən
zurt͡suːɐ̯
Stadtʃtat
derdeːɐ̯
Gnadenhuld
,
imiˈʔɛm
Staubʃtaʊ̯p
dortdɔʁt
niederfallenˈniːdɐˌfalən
undʊnt
büssenˈbyːsn̩
deineˈdaɪ̯nə
Schuldʃʊlt
!
Vorfoːɐ̯
ihmiːm
stürzʃtʏʁt͡s
dichdɪç
darniederdaʁˈniːdɐ
,
derdeːɐ̯
Gottesˈɡɔtəs
Urteilˈuːɐ̯ˌtaɪ̯l
sprichtʃpʁɪçt
;
dochdɔx
kehreˈkeːʁə
nimmerˈnɪmɐ
wiederˈviːdɐ
,
wardvaʁt
dirdiːɐ̯
seinzaɪ̯n
Segenˈzeːɡn̩
nichtnɪçt
!
Musst'
unsreˈʊn.zʁə
Racheˈʁaxə
weichenˈvaɪ̯çn̩
,
weilvaɪ̯l
sieziː
einaɪ̯n
Engelˈɛŋl̩
brachbʁaːx
:
diesdaɪs
Schwertʃveːɐ̯t
wirdvɪʁt
dichdɪç
erreichenɛɐ̯ˈʁaɪ̯çn̩
,
harrsthaʁst
duduː
iniˈʔɛn
Sünd
undʊnt
Schmachʃmaːx
!
ELISABETH
Lasslas
hinhɪn
zut͡suː
dirdiːɐ̯
ihniːn
wallenˈvalən
,
duduː
Gottɡɔt
derdeːɐ̯
Gnad'
undʊnt
Huldhʊlt
!
Ihmiːm
,
derdeːɐ̯
sozoː
tieftiːf
gefallenɡəˈfalən
,
vergibfɛɐ̯ˈɡiːp
derdeːɐ̯
Sündenˈzʏndn̩
Schuldʃʊlt
!
Fürfyːɐ̯
ihniːn
nurnuːɐ̯
willvɪl
ichɪç
flehenˈfleːən
,
meinmaɪ̯n
Lebenˈleːbm̩
seizaɪ̯
Gebetˈɡeːbət
;
lasslas
ihniːn
deindaɪ̯n
Leuchtenˈlɔɪ̯çtn̩
sehenˈzeːən
eh'
ereːɐ̯
iniˈʔɛn
Nachtnaxt
vergehtfɛɐ̯ˈɡeːt
!
Mitmɪt
freudigemˈfʁɔɪ̯dɪɡəm
Erbebenɛɐ̯ˈbeːbn̩
lasslas
dirdiːɐ̯
einaɪ̯n
Opferˈɔp͡fɐ
weihn
!
Nimmnɪm
hinhɪn
,
o
nimmnɪm
meinmaɪ̯n
Lebenˈleːbm̩
:
nichtnɪçt
nenn'
ichɪç
eseːs
mehrmeːɐ̯
meinmaɪ̯n
!
TANNHÄUSER
Wieviː
sollzɔl
ichɪç
Gnadeˈɡnaːdə
findenˈfɪndn̩
,
wieviː
büssenˈbyːsn̩
meineˈmaɪ̯nə
Schuldʃʊlt
?
Meinmaɪ̯n
Heilhaɪ̯l
sahzaː
ichɪç
entschwindenɛntˈʃvɪndn̩
,
michmɪç
fliehtfliːt
desdɛs
Himmelsˈhɪml̩s
Huldhʊlt
.
Dochdɔx
willvɪl
ichɪç
büssend
wallenˈvalən
,
zerschlagent͡sɛɐ̯ˈʃlaːɡn̩
meineˈmaɪ̯nə
Brustbʁʊst
,
imiˈʔɛm
Staubeˈʃtaʊ̯bə
niederfallenˈniːdɐˌfalən
,
-
Zerknirschung
seizaɪ̯
mirmiːɐ̯
Lustluːst
:
o
,
dassdas
nurnuːɐ̯
ereːɐ̯
versöhnetfɛɐ̯ˈzøːnət
,
derdeːɐ̯
Engelˈɛŋl̩
meinerˈmaɪ̯nɐ
Notnoːt
,
derdeːɐ̯
sichzɪç
,
sozoː
frechfʁɛç
verhöhnetfɛɐ̯ˈhøːnət
,
zumt͡sʊm
Opferˈɔp͡fɐ
dochdɔx
mirmiːɐ̯
botboːt
!
aus dem Tale heraufschallend
PILGER
Amaːm
hohenˈhoːən
Festfɛst
derdeːɐ̯
Gnadenhuld
iniˈʔɛn
Demutˈdeːmuːt
sühnetˈzyːnət
eureˈɔɪ̯ʁə
Schuldʃʊlt
!
Gesegnetɡəˈzeːɡnət
werveːɐ̯
imiˈʔɛm
Glaubenˈɡlaʊ̯bn̩
treutʁɔɪ̯
:
ereːɐ̯
wirdvɪʁt
erlöstɛɐ̯ˈløːst
durchdʊʁç
Buss'
undʊnt
Reu'
.
Alle haben innegehalten und mit Rührung dem Gesange zugehört
dessen Züge von einem Strahle schnell erwachter Hoffnung erleuchtet werden, eilt ab mit dem Rufe:
TANNHÄUSER
Nachnaːx
Romʁoːm
!
ihm nachrufend
ALLE
Nachnaːx
Romʁoːm
!
Der Vorhang fällt schnell
DRITTER AUFZUG
Tal vor der Wartburg, links der Hörselberg, - wie am Schlusse der ersten Aufzugs, nur in herbstlicher Färbung. Der Tag neigt neigt sich zum Abend. Auf dem kleinen Bergvorsprunge rechts, vor dem Marienbilde, liegt Elisabeth in brünstigem Gebete dahingestreckt. Wolfram kommt links von der waldigen Höhe herab. Auf halber Höhe hält er an, als er Elisabeth gewahrt
WOLFRAM
Wohlvoːl
wusst'
ichɪç
hierhiːɐ̯
sieziː
imiˈʔɛm
Gebetˈɡeːbət
zut͡suː
findenˈfɪndn̩
,
wieviː
ichɪç
sozoː
oftɔft
sieziː
treffeˈtʁɛfə
,
wennvɛn
ichɪç
einsamˈaɪ̯nzaːm
ausaʊ̯s
wald'ger
Höh'
michmɪç
iniˈʔɛn
dasdas
Taltaːl
verirrefɛɐ̯ˈʔɪʁə
.
-
Dendeːn
Todtoːt
,
dendeːn
ereːɐ̯
ihriːɐ̯
gabɡaːp
,
imiˈʔɛm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
,
dahingestreckt
iniˈʔɛn
brünst'gen
Schmerzenˈʃmɛʁt͡sn̩
,
flehtfleːt
fürfyːɐ̯
seinzaɪ̯n
Heilhaɪ̯l
sieziː
Tagtaːk
undʊnt
Nachtnaxt
:
-
o
heil'ger
Liebeˈliːbə
ew'ge
Machtmaxt
!
-
Vonfɔn
Romʁoːm
zurückt͡suˈʁʏk
erwartetɛɐ̯ˈvaʁtət
sieziː
diedaɪ
Pilgerˈpɪlɡɐ
,
-
schonʃoːn
fälltfɛlt
dasdas
Laublaʊ̯p
,
diedaɪ
Heimkehrˈhaɪ̯mˌkeːɐ̯
stehtʃteːt
bevorbəˈfoːɐ̯
:
-
kehrtkeːɐ̯t
ereːɐ̯
mitmɪt
dendeːn
Begnadigtenbəˈɡnaːdɪktn̩
zurückt͡suˈʁʏk
?
Diesdaɪs
istɪst
ihriːɐ̯
Fragenˈfʁaːɡn̩
,
diesdaɪs
ihriːɐ̯
Flehenˈfleːən
,
-
ihriːɐ̯
Heil'gen
,
lasstlast
erfülltɛɐ̯ˈfʏlt
eseːs
sehenˈzeːən
!
Bleibtblaɪ̯pt
auchaʊ̯x
diedaɪ
Wundeˈvʊndə
ungeheilt
,
-
o
,
würd'
ihriːɐ̯
Lindrung
nurnuːɐ̯
erteiltɛɐ̯ˈtaɪ̯lt
!
Als er weiter hinabsteigen will, vernimmt er aus der Ferne den Gesang der älteren Pilger sich nähern; er hält abermals an
erhebt sich, dem Gesange lauschend
ELISABETH
Diesdaɪs
istɪst
ihriːɐ̯
Sangzaŋ
,
-
sieziː
sind's
,
sieziː
kehrenˈkeːʁən
heimhaɪ̯m
!
Ihr Heil'gen, zeigt mir jetzt mein Amt,
ELISABETH
dassdas
ichɪç
mitmɪt
Würdeˈvʏʁdə
eseːs
erfülleɛɐ̯ˈfʏlə
!
während der Gesang sich langsam nähert
WOLFRAM
Diedaɪ
Pilgerˈpɪlɡɐ
sind's
,
-
eseːs
istɪst
diedaɪ
frommeˈfʁɔmə
Weiseˈvaɪ̯zə
,
diedaɪ
derdeːɐ̯
empfangnen
Gnadeˈɡnaːdə
Heilhaɪ̯l
verkündetfɛɐ̯ˈkʏndət
.
-
O
Himmelˈhɪml̩
,
stärkeˈʃtɛʁkə
jetztjɛt͡st
ihriːɐ̯
Herzhɛʁt͡s
fürfyːɐ̯
diedaɪ
Entscheidungɛntˈʃaɪ̯dʊŋ
ihresˈiːʁəs
Lebensˈleːbn̩s
!
mit welchem diese anfangs aus der Ferne sich nähern, dann von dem Vordergrunde rechts her die Bühne erreichen, und das Tal entlang der Wartburg zu ziehen, bis sie hinter dem Bergvorsprunge im Hintergrunde verschwinden
PILGER
Beglücktbəˈɡlʏkt
darfdaʁf
nunnuːn
dichdɪç
,
o
Heimatˈhaɪ̯maːt
,
ichɪç
schauenˈʃaʊ̯ən
,
undʊnt
grüssen
frohfʁoː
deineˈdaɪ̯nə
lieblichenˈliːplɪçn̩
Auenˈaʊ̯ən
;
nunnuːn
lass'
ichɪç
ruhn
dendeːn
Wanderstabˈvandɐˌʃtaːp
,
weilvaɪ̯l
Gottɡɔt
getreuɡəˈtʁɔɪ̯
ichɪç
gepilgertɡəˈpɪlɡɐt
hab'
.
Durchdʊʁç
Sühn'
undʊnt
Buss'
hab'
ichɪç
versöhntfɛɐ̯ˈzøːnt
dendeːn
Herrenˈhɛʁən
,
demdeːm
meinmaɪ̯n
Herzeˈhɛʁt͡sə
fröntfʁøːnt
,
derdeːɐ̯
meineˈmaɪ̯nə
Reu'
mitmɪt
Segenˈzeːɡn̩
kröntkʁøːnt
,
dendeːn
Herrenˈhɛʁən
,
demdeːm
meinmaɪ̯n
Liedliːt
ertöntɛɐ̯ˈtøːnt
.
Derdeːɐ̯
Gnadeˈɡnaːdə
Heilhaɪ̯l
istɪst
demdeːm
Büsserˈbyːsɐ
beschiedenbəˈʃiːdn̩
,
ereːɐ̯
gehtɡeːt
einstaɪ̯nst
einaɪ̯n
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Seligenˈzeːˌlɪɡn̩
Friedenˈfʁiːdn̩
!
Vorfoːɐ̯
Höll'
undʊnt
Todtoːt
istɪst
ihmiːm
nichtnɪçt
bangbaŋ
,
drumdʁʊm
preis'
ichɪç
Gottɡɔt
meinmaɪ̯n
Lebelang
.
Hallelujahaleˈluːja
iniˈʔɛn
Ewigkeitˈeːvɪkkaɪ̯t
!
Elisabeth hat von ihrem erhöhten Standpunkte herab mit grosser Aufregung unter dem Zuge der Pilger nach Tannhäuser geforscht. - Der Gesang verhallt allmählich; - die Sonne geht unter
in schmerzlicher, aber ruhiger Fassung
ELISABETH
Ereːɐ̯
kehretˈkeːʁət
nichtnɪçt
zurückt͡suˈʁʏk
!
Sie senkt sich mit grosser Feierlichkeit auf die Knie
ELISABETH
Allmächt'ge
Jungfrauˈjʊŋfʁaʊ̯
,
hörhøːɐ̯
meinmaɪ̯n
Flehenˈfleːən
!
Zut͡suː
dirdiːɐ̯
,
Gepriesne
,
rufeˈʁuːfə
ichɪç
!
Lasslas
michmɪç
imiˈʔɛm
Staubʃtaʊ̯p
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
vergehenˌfɛɐ̯ˈɡeːən
,
o
,
nimmnɪm
vonfɔn
dieserˈdiːzɐ
Erdeˈeːɐ̯də
michmɪç
!
Machmax
,
dassdas
ichɪç
reinʁaɪ̯n
undʊnt
engelgleichˈɛŋl̩ˌɡlaɪ̯ç
eingeheˈaɪ̯nˌɡeːə
iniˈʔɛn
deindaɪ̯n
seligˈzeːlɪk
Reichʁaɪ̯ç
!
-
Wennvɛn
jejeː
,
iniˈʔɛn
tör'gem
Wahnvaːn
befangenbəˈfaŋən
,
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
sichzɪç
abgewandtˈapɡəˌvant
vonfɔn
dirdiːɐ̯
-
wennvɛn
jejeː
einaɪ̯n
sündiges[ˈzʏndɪç]
Verlangenfɛɐ̯ˈlaŋən
,
einaɪ̯n
weltlichˈvɛltlɪç
Sehnenˈzeːnən
keimt'
iniˈʔɛn
mirmiːɐ̯
-
sozoː
rangʁaŋ
ichɪç
unterˈʊntɐ
tausendˈtaʊ̯zn̩də
Schmerzenˈʃmɛʁt͡sn̩
,
dassdas
ichɪç
eseːs
töt'
iniˈʔɛn
meinemˈmaɪ̯nəm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
!
Dochdɔx
,
konnt'ich
jedenˈjeːdn̩
Fehlfeːl
nichtnɪçt
büssenˈbyːsn̩
,
sozoː
nimmnɪm
dichdɪç
gnädigˈɡnɛːdɪk
meinerˈmaɪ̯nɐ
anaːˈʔɛn
,
dassdas
ichɪç
mitmɪt
demutsvollem
Grüssen
alsals
würd'ge
Magdmaːkt
dirdiːɐ̯
nahenˈnaːən
kannkan
:
umʊm
deinerˈdaɪ̯nɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
reichsteˈʁaɪ̯çstə
Huldhʊlt
nurnuːɐ̯
anzuflehn
fürfyːɐ̯
seineˈzaɪ̯nə
Schuldʃʊlt
!
-
Sie verbleibt eine Zeitlang mit verklärtem Gesicht gen Himmel gewendet; als sie sich dann langsam erhebt, erblickt sie Wolfram, welcher sich genähert und sie mit inniger Rührung beobachtet hat. - Als er sie anreden zu wollen scheint, macht sie ihm eine Gebärde, dass er nicht sprechen möge
WOLFRAM
Elisabetheˈliːzabɛt
,
dürft'
ichɪç
dichdɪç
nichtnɪçt
geleitenɡəˈlaɪ̯tn̩
?
Elisabeth drückt ihm abermals durch Gebärden aus, - sie danke ihm und seiner treuen Liebe aus vollem Herzen; ihr Weg führe sie aber gen Himmel, wo sie ein hohes Amt zu verrichten habe; er solle sie daher ungeleitet gehen lassen, ihr auch nicht folgen. - Sie geht langsam auf dem Bergwege, auf welchem sie noch lange in der Entfernung gesehen wird, der Wartburg zu
ist zurückgeblieben; er hat Elisabeth lange nachgesehen, setzt sich links am Fusse des Talhügels nieder,
ergreift die Harfe, und beginnt nach einem Vorspiele
WOLFRAM
Wieviː
Todesahnung
Dämmrung
decktdɛkt
diedaɪ
Landeˈlandə
,
umhülltˌʊmˈhʏlt
dasdas
Taltaːl
mitmɪt
schwärzlichemˈʃvɛʁt͡slɪçm̩
Gewandeɡəˈvandə
;
derdeːɐ̯
Seeleˈzeːlə
,
diedaɪ
nachnaːx
jenenˈjeːnən
Höhnhøːn
verlangtfɛɐ̯ˈlaŋt
,
vorfoːɐ̯
ihremˈiːʁəm
Flugfluːk
durchdʊʁç
Nachtnaxt
undʊnt
Grausenˈɡʁaʊ̯zn̩
bangtbaŋt
:
-
dadaː
scheinestˈʃaɪ̯nəst
duduː
,
o
lieblichsterˈliːplɪçstɐ
derdeːɐ̯
Sterneˈʃtɛʁnə
,
deindaɪ̯n
sanftesˈzanftəs
Lichtlɪçt
entsendestɛntˈzɛndəst
duduː
derdeːɐ̯
Ferneˈfɛʁnə
;
diedaɪ
nächt'ge
Dämmrung
teilttaɪ̯lt
deindaɪ̯n
lieberˈliːbɐ
Strahlʃtʁaːl
,
undʊnt
freundlichˈfʁɔɪ̯ntlɪç
zeigstt͡saɪ̯kst
dendeːn
Wegveːk
duduː
ausaʊ̯s
demdeːm
Taltaːl
.
-
O
duduː
,
meinmaɪ̯n
holderˈhɔldɐ
Abendsternˈaːbn̩tˌʃtɛʁn
,
wohlvoːl
grüsst'
ichɪç
immerˈɪmɐ
dichdɪç
sozoː
gernɡɛʁn
:
vomfɔm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
,
dasdas
sieziː
nieniː
verrietfɛɐ̯ˈʁiːt
,
grüss
sieziː
,
wennvɛn
sieziː
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
dirdiːɐ̯
ziehtt͡siːt
,
wennvɛn
sieziː
entschwebtɛntˈʃveːpt
demdeːm
Taltaːl
derdeːɐ̯
Erdenˈeːɐ̯dn̩
,
einaɪ̯n
sel'ger
Engelˈɛŋl̩
dortdɔʁt
zut͡suː
werdenˈveːɐ̯dn̩
!
Es ist Nacht geworden. - Tannhäuser tritt auf. Er trägt zerrissene Pilgerkleidung, sein Antlizt ist bleich und entstellt; er wankt matten Schrittes an seinem Stabe
TANNHÄUSER
Ichɪç
hörteˈhøːɐ̯tə
Harfenschlag
-
wieviː
klangklaŋ
ereːɐ̯
traurigˈtʁaʊ̯ʁɪk
!
Derdeːɐ̯
kamkaːm
wohlvoːl
nichtnɪçt
vonfɔn
ihriːɐ̯
.
-
WOLFRAM
Werveːɐ̯
bistbɪst
duduː
,
Pilgerˈpɪlɡɐ
,
derdeːɐ̯
duduː
sozoː
einsamˈaɪ̯nzaːm
wanderstˈvandɐst
?
TANNHÄUSER
Werveːɐ̯
ichɪç
binbɪn
?
Kenn'
ichɪç
dochdɔx
dichdɪç
rechtʁɛçt
gutɡuːt
;
-
Wolframˈvɔlfʁam
bistbɪst
duduː
,
derdeːɐ̯
wohlgeübte
Sängerˈzɛŋɐ
.
WOLFRAM
Heinrichˈhaɪ̯nʁɪç
!
Duduː
?
Wasvas
bringtbʁɪŋt
dichdɪç
herheːɐ̯
iniˈʔɛn
dieseˈdiːzə
Näheˈnɛːə
?
Sprichʃpʁɪç
!
Wagstvaːkst
duduː
eseːs
,
unentsündigt
wohlvoːl
dendeːn
Fussfuːs
nachnaːx
dieserˈdiːzɐ
Gegendˈɡeːɡn̩t
herzulenken
?
TANNHÄUSER
Seizaɪ̯
ausserˈaʊ̯sɐ
Sorg'
,
meinmaɪ̯n
guterˈɡuːtɐ
Sängerˈzɛŋɐ
!
-
Nichtnɪçt
such'
ichɪç
dichdɪç
nochnɔx
deinerˈdaɪ̯nɐ
Sippschaftˈzɪpʃaft
einenˈaɪ̯nən
.
Dochdɔx
such'
ichɪç
wenveːn
,
derdeːɐ̯
mirmiːɐ̯
dendeːn
Wegveːk
wohlvoːl
zeigeˈt͡saɪ̯ɡə
,
dendeːn
Wegveːk
,
dendeːn
einstaɪ̯nst
sozoː
wunderleicht
ichɪç
fandfant
--
WOLFRAM
Undʊnt
welchenˈvɛlçn̩
Wegveːk
?
mit unheimlicher Lüsternheit
TANNHÄUSER
Dendeːn
Wegveːk
zumt͡sʊm
Venusbergˈveːnʊsˌbɛʁk
!
WOLFRAM
Entsetzlicherɛntˈzɛt͡slɪçɐ
!
Entweiheɛntˈvaɪ̯ə
nichtnɪçt
meinmaɪ̯n
Ohroːɐ̯
!
Treibttʁaɪ̯pt
eseːs
dichdɪç
dahindaˈhɪn
?
TANNHÄUSER
Kennstkɛnst
duduː
wohlvoːl
dendeːn
Wegveːk
?
WOLFRAM
Wahnsinn'ger
!
Grauenˈɡʁaʊ̯ən
fasstfast
michmɪç
,
hör'
ichɪç
dichdɪç
!
Wovoː
warstvaːɐ̯st
duduː
?
Sagzaːk
,
zogstt͡soːkst
duduː
denndɛn
nichtnɪçt
nachnaːx
Romʁoːm
?
wütend
TANNHÄUSER
Schweigʃvaɪ̯k
mirmiːɐ̯
vonfɔn
Romʁoːm
!
WOLFRAM
Warstvaːɐ̯st
nichtnɪçt
beimbaɪ̯m
heil'gen
Festeˈfɛstə
?
TANNHÄUSER
Schweigʃvaɪ̯k
mirmiːɐ̯
vonfɔn
ihmiːm
!
WOLFRAM
Sozoː
warstvaːɐ̯st
duduː
nichtnɪçt
?
-
Sagzaːk
,
ichɪç
beschwörebəˈʃvøːʁə
dichdɪç
!
nach einer Pause, wie sich besinnend, mit schmerzlichem Ingrimm
TANNHÄUSER
Wohlvoːl
warvaːɐ̯
auchaʊ̯x
ichɪç
iniˈʔɛn
Romʁoːm
.
-
WOLFRAM
Sozoː
sprichʃpʁɪç
!
Erzähleɛɐ̯ˈt͡sɛːlə
mirmiːɐ̯
,
Unglücklicherˈʊnˌɡlʏklɪçɐ
!
Michmɪç
fasstfast
einaɪ̯n
tiefesˈtiːfəs
Mitleidˈmɪtˌlaɪ̯t
fürfyːɐ̯
dichdɪç
anaːˈʔɛn
.
nachdem er Wolfram lange mit gerührter Verwunderung betrachtet hat
TANNHÄUSER
Wieviː
sagstzaːkst
duduː
,
Wolframˈvɔlfʁam
?
Bistbɪst
duduː
nichtnɪçt
meinmaɪ̯n
Feindfaɪ̯nt
?
WOLFRAM
Nieniː
warvaːɐ̯
ichɪç
eseːs
,
sozoː
lang'
ichɪç
frommfʁɔm
dichdɪç
wähnteˈvɛːntə
!
-
Dochdɔx
sprichʃpʁɪç
!
Duduː
pilgertestˈpɪlɡɐtəst
nachnaːx
Romʁoːm
?
TANNHÄUSER
Wohlvoːl
denndɛn
!
Hörhøːɐ̯
anaːˈʔɛn
!
Duduː
,
Wolframˈvɔlfʁam
,
duduː
sollstzɔlst
eseːs
erfahrenɛɐ̯ˈfaːʁən
.
Er lässt sich erschöpft am Fusse des vorderen Bergvorsprunges nieder. Wolfram will sich an seiner Seite niedersetzen
TANNHÄUSER
Bleibblaɪ̯p
fernfɛʁn
vonfɔn
mirmiːɐ̯
!
Diedaɪ
Stätteˈʃtɛtə
,
wovoː
ichɪç
rasteˈʁastə
,
istɪst
verfluchtfɛɐ̯ˈfluːxt
.
-
Hörhøːɐ̯
anaːˈʔɛn
,
Wolframˈvɔlfʁam
,
hörhøːɐ̯
anaːˈʔɛn
!
Wolfram bleibt in geringer Entfernung vor Tannhäuser stehen
TANNHÄUSER
Inbrunstˈɪnbʁʊnst
imiˈʔɛm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
,
wieviː
keinkaɪ̯n
Büsserˈbyːsɐ
nochnɔx
sieziː
jejeː
gefühltɡəˈfyːlt
,
sucht'
ichɪç
dendeːn
Wegveːk
nachnaːx
Romʁoːm
.
Einaɪ̯n
Engelˈɛŋl̩
hatteˈhatə
,
achax
!
derdeːɐ̯
Sündeˈzʏndə
Stolzʃtɔlt͡s
demdeːm
Übermütigenˈyːbɐˌmyːtɪɡn̩
entwundenɛntˈvʊndn̩
:
-
fürfyːɐ̯
ihniːn
wollt'
ichɪç
iniˈʔɛn
Demutˈdeːmuːt
büssenˈbyːsn̩
,
dasdas
Heilhaɪ̯l
erflehn
,
dasdas
mirmiːɐ̯
verneintfɛɐ̯ˈnaɪ̯nt
,
umʊm
ihmiːm
diedaɪ
Träneˈtʁɛːnə
zut͡suː
versüssen
,
diedaɪ
ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
Sünderˈzʏndɐ
einstaɪ̯nst
geweintɡəˈvaɪ̯nt
!
-
Wieviː
nebenˈneːbm̩
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
schwerstbedrückte
Pilgerˈpɪlɡɐ
diedaɪ
Strasseˈʃtʁasə
wallt'
,
erschienɛɐ̯ˈʃiːn
mirmiːɐ̯
allzuleicht
:
-
betratbəˈtʁaːt
seinzaɪ̯n
Fussfuːs
dendeːn
weichenˈvaɪ̯çn̩
Grundɡʁʊnt
derdeːɐ̯
Wiesenˈviːzn̩
,
derdeːɐ̯
nacktenˈnaktn̩
Sohleˈzoːlə
sucht'
ichɪç
Dorndɔʁn
undʊnt
Steinʃtaɪ̯n
;
liess
Labung[ˈlaːbʊŋ]
ereːɐ̯
amaːm
Quellkvɛl
dendeːn
Mundmʊnt
geniessen
,
sogzoːk
ichɪç
derdeːɐ̯
Sonneˈzɔnə
heisses
Glühenˈɡlyːən
einaɪ̯n
;
-
wennvɛn
frommfʁɔm
zumt͡sʊm
Himmelˈhɪml̩
ereːɐ̯
Gebeteɡəˈbeːtə
schickteˈʃɪktə
,
vergossfɛɐ̯ˈɡɔs
meinmaɪ̯n
Blutbluːt
ichɪç
zut͡suː
desdɛs
Höchstenˈhøːçstn̩
Preispʁaɪ̯s
;
-
alsals
dasdas
Hospizhɔsˈpiːt͡s
diedaɪ
Wandererˈvandəʁɐ
erquickteɛɐ̯ˈkvɪktə
,
diedaɪ
Gliederˈɡliːdɐ
bettet'
ichɪç
iniˈʔɛn
Schneeʃneː
undʊnt
Eisaɪ̯s
:
-
verschlossnen
Aug's
,
ihriːɐ̯
Wunderˈvʊndɐ
nichtnɪçt
zut͡suː
schauenˈʃaʊ̯ən
,
durchzogˈdʊʁçˌt͡soːk
ichɪç
blindblɪnt
Italiensiˈtaːliəns
holdeˈhɔldə
Auenˈaʊ̯ən
:
-
ichɪç
tat's
,
-
denndɛn
iniˈʔɛn
Zerknirschung
wollt'
ichɪç
büssenˈbyːsn̩
,
umʊm
meinesˈmaɪ̯nəs
Engelsˈɛŋl̩s
Tränenˈtʁɛːnən
zut͡suː
versüssen
!
-
-
Nachnaːx
Romʁoːm
gelangt'
ichɪç
sozoː
zurt͡suːɐ̯
heil'gen
Stelleˈʃtɛlə
,
laglaːk
betendˈbeːtn̩t
aufaʊ̯f
desdɛs
Heiligtumesˈhaɪ̯lɪçtuːm
Schwelleˈʃvɛlə
;
-
derdeːɐ̯
Tagtaːk
brachbʁaːx
anaːˈʔɛn
:
-
dadaː
läutetenˈlɔɪ̯tətn̩
diedaɪ
Glockenˈɡlɔkn̩
,
herniederhɛɐ̯ˈniːdɐ
töntenˈtøːntn̩
himmlischeˈhɪmlɪʃə
Gesängeɡəˈzɛŋə
;
dadaː
jauchzt'
eseːs
aufaʊ̯f
iniˈʔɛn
brünstigemˈbʁʏnstɪɡəm
Frohlockenfʁoːˈlɔkn̩
,
denndɛn
Gnad'
undʊnt
Heilhaɪ̯l
verhiessen
sieziː
derdeːɐ̯
Mengeˈmɛŋə
.
Dadaː
sahzaː
ichɪç
ihniːn
,
durchdʊʁç
dendeːn
sichzɪç
Gottɡɔt
verkündigtfɛɐ̯ˈkʏndɪkt
,
vorfoːɐ̯
ihmiːm
allaːʔɛlˈʔɛl
Volkfɔlk
imiˈʔɛm
Staubʃtaʊ̯p
sichzɪç
niederliess
;
undʊnt
Tausendenˈtaʊ̯zn̩dən
ereːɐ̯
Gnadeˈɡnaːdə
gabɡaːp
,
entsündigt
ereːɐ̯
Tausendeˈtaʊ̯zəndə
sichzɪç
frohfʁoː
erhebenɛɐ̯ˈheːbm̩
hiess
.
-
Dadaː
naht'
auchaʊ̯x
ichɪç
;
dasdas
Haupthaʊ̯pt
gebeugtɡəˈbɔɪ̯kt
zurt͡suːɐ̯
Erdeˈeːɐ̯də
,
klagt'
ichɪç
michmɪç
anaːˈʔɛn
mitmɪt
jammernderˈjamɐndɐ
Gebärdeɡəˈbɛːɐ̯də
derdeːɐ̯
bösenˈbøːzn̩
Lustluːst
,
diedaɪ
meineˈmaɪ̯nə
Sinn'
empfandenɛmˈp͡fandn̩
,
desdɛs
Sehnens
,
dasdas
keinkaɪ̯n
Büssenˈbyːsn̩
nochnɔx
gekühltɡəˈkyːlt
;
undʊnt
umʊm
Erlösungɛɐ̯ˈløːzʊŋ
ausaʊ̯s
dendeːn
heissenˈhaɪ̯sən
Bandenˈbandn̩
riefʁiːf
ichɪç
ihniːn
anaːˈʔɛn
,
vonfɔn
wildemˈvɪldəm
Schmerzʃmɛʁt͡s
durchwühltˌdʊʁçˈvyːlt
.
-
Undʊnt
ereːɐ̯
,
dendeːn
sozoː
ichɪç
batbaːt
,
hubhap
anaːˈʔɛn
:
-
«
Hasthast
duduː
sozoː
böseˈbøːzə
Lustluːst
geteiltɡəˈtaɪ̯lt
,
dichdɪç
anaːˈʔɛn
derdeːɐ̯
Hölleˈhœlə
Glutɡluːt
entflammtɛntˈflamt
,
hasthast
duduː
imiˈʔɛm
Venusbergˈveːnʊsˌbɛʁk
geweiltɡəˈvaɪ̯lt
:
sozoː
bistbɪst
nunnuːn
ewigˈeːvɪk
duduː
verdammtfɛɐ̯ˈdamt
!
Wieviː
dieserˈdiːzɐ
Stabʃtaːp
iniˈʔɛn
meinerˈmaɪ̯nɐ
Handhant
nieniː
mehrmeːɐ̯
sichzɪç
schmücktʃmʏkt
mitmɪt
frischemˈfʁɪʃm̩
Grünɡʁyːn
,
kannkan
ausaʊ̯s
derdeːɐ̯
Hölleˈhœlə
heissem
Brandbʁant
Erlösungɛɐ̯ˈløːzʊŋ
nimmerˈnɪmɐ
dirdiːɐ̯
erblühn
!»
-
-
Dadaː
sankzaŋk
ichɪç
iniˈʔɛn
Vernichtungˌfɛɐ̯ˈnɪçtʊŋ
dumpfdʊmp͡f
darniederdaʁˈniːdɐ
,
diedaɪ
Sinneˈzɪnə
schwandenˈʃvandn̩
mirmiːɐ̯
.
-
Alsals
ichɪç
erwachtɛɐ̯ˈvaxt
,
aufaʊ̯f
ödemøːdəm
Platzeˈplat͡sə
lagerteˈlaːɡɐtə
diedaɪ
Nachtnaxt
,
-
vonfɔn
fernfɛʁn
herheːɐ̯
töntenˈtøːntn̩
froheˈfʁoːə
Gnadenlieder
.
-
Dadaː
ekelteˈeːkl̩tə
michmɪç
derdeːɐ̯
holdeˈhɔldə
Sangzaŋ
,
-
vonfɔn
derdeːɐ̯
Verheissung
lügnerischemˈlyːɡnəʁɪʃm̩
Klangklaŋ
,
derdeːɐ̯
eiseskalt
mirmiːɐ̯
durchdʊʁç
diedaɪ
Seeleˈzeːlə
schnittʃnɪt
,
triebtʁiːp
Grausenˈɡʁaʊ̯zn̩
michmɪç
hinwegˈhɪnˌveːk
mitmɪt
wildemˈvɪldəm
Schrittʃʁɪt
.
-
Dahindaˈhɪn
zog's
michmɪç
,
wovoː
ichɪç
derdeːɐ̯
Wonn'
undʊnt
Lustluːst
sozoː
vielfiːl
genossɡəˈnɔs
anaːˈʔɛn
ihrerˈiːʁɐ
warmenˈvaʁmən
Brustbʁʊst
!
-
Zut͡suː
dirdiːɐ̯
,
Fraufʁaʊ̯
Venusˈveːnʊs
,
kehr'
ichɪç
wiederˈviːdɐ
,
iniˈʔɛn
deinerˈdaɪ̯nɐ
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
holdeˈhɔldə
Nachtnaxt
;
zut͡suː
deinemˈdaɪ̯nəm
Hofhoːf
steig'
ichɪç
darniederdaʁˈniːdɐ
,
wovoː
nunnuːn
deindaɪ̯n
Reizʁaɪ̯t͡s
mirmiːɐ̯
ewigˈeːvɪk
lachtlaxt
!
WOLFRAM
Halthalt
einaɪ̯n
!
Halthalt
einaɪ̯n
,
Unseligerˈʊnˌzeːlɪɡɐ
!
TANNHÄUSER
Achax
,
lasslas
michmɪç
nichtnɪçt
vergebensfɛɐ̯ˈɡeːbn̩s
suchenˈzuːxn̩
,
-
wieviː
leichtlaɪ̯çt
fandfant
ichɪç
dochdɔx
einstensˈaɪ̯nstn̩s
dichdɪç
!
Duduː
hörsthøːɐ̯st
,
dassdas
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Menschenˈmɛnʃn̩
fluchenˈfluːxn̩
,
-
nunnuːn
,
süsseˈzyːsə
Göttinɡœˈtiːn
,
leiteˈlaɪ̯tə
michmɪç
!
WOLFRAM
Wahnsinnigerˈvaːnˌzɪnɪɡɐ
,
wenveːn
rufstʁuːfst
duduː
anaːˈʔɛn
?
Leichteˈlaɪ̯çtə
Nebelˈneːbl̩
hüllenˈhʏlən
allmählichalˈmɛːlɪç
diedaɪ
Szeneˈst͡seːnə
einaɪ̯n
.
TANNHÄUSER
Haha
!
fühlestˈfyːləst
duduː
nichtnɪçt
mildeˈmɪldə
Lüfteˈlʏftə
?
WOLFRAM
Zut͡suː
mirmiːɐ̯
!
Eseːs
istɪst
umʊm
dichdɪç
getanɡəˈtaːn
!
TANNHÄUSER
Undʊnt
atmestˈaːtməst
duduː
nichtnɪçt
holdeˈhɔldə
Düfteˈdʏftə
?
Hörsthøːɐ̯st
duduː
nichtnɪçt
diedaɪ
jubelndeˈjuːbl̩ndə
Klängeˈklɛŋə
?
WOLFRAM
Iniˈʔɛn
wildemˈvɪldəm
Schauerˈʃaʊ̯ɐ
bebtbeːpt
diedaɪ
Brustbʁʊst
!
TANNHÄUSER
Dasdas
istɪst
derdeːɐ̯
Nymphenˈnʏmfn̩
tanzendeˈtant͡sn̩də
Mengeˈmɛŋə
!
-
Herbeihɛɐ̯ˈbaɪ̯
,
herbeihɛɐ̯ˈbaɪ̯
zut͡suː
Wonn'
undʊnt
Lustluːst
!
Eine rosige Dämmerung beginnt die Nebel zu durchleuchten; durch sie gewahrt man wirre Bewegungen tanzender Nymphen
WOLFRAM
Wehveː
,
böserˈbøːzɐ
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
tuttuːt
sichzɪç
aufaʊ̯f
!
Diedaɪ
Hölleˈhœlə
nahtnaːt
iniˈʔɛn
wildemˈvɪldəm
Lauflaʊ̯f
.
TANNHÄUSER
Entzückenɛntˈt͡sʏkn̩
dringtdʁɪŋt
durchdʊʁç
meineˈmaɪ̯nə
Sinneˈzɪnə
,
gewahr'
ichɪç
diesenˈdiːzn̩
Dämmerscheinˈdɛmɐˌʃaɪ̯n
;
diesdaɪs
istɪst
dasdas
Zauberreich
derdeːɐ̯
Minneˈmɪnə
,
imiˈʔɛm
Venusbergˈveːnʊsˌbɛʁk
drangenˈdʁaŋən
wirviːɐ̯
einaɪ̯n
!
In heller, rosiger Beleuchtung wird Venus, auf einem Lager ruhend, sichtbar
VENUS
Willkommenvɪlˈkɔmən
,
ungetreuer
Mannman
!
Schlugʃluːk
dichdɪç
diedaɪ
Weltvɛlt
mitmɪt
Achtaxt
undʊnt
Bannban
?
Undʊnt
findestˈfɪndəst
nirgendsˈnɪʁɡn̩t͡s
duduː
Erbarmenɛɐ̯ˈbaʁmən
,
suchstzuːxst
Liebeˈliːbə
nunnuːn
iniˈʔɛn
meinenˈmaɪ̯nn̩
Armenˈaʁmən
?
TANNHÄUSER
Fraufʁaʊ̯
Venusˈveːnʊs
,
o
,
Erbarmungsreiche
Zut͡suː
dirdiːɐ̯
,
zut͡suː
dirdiːɐ̯
ziehtt͡siːt
eseːs
michmɪç
hinhɪn
!
WOLFRAM
Duduː
Höllenzauber
,
weicheˈvaɪ̯çə
,
weicheˈvaɪ̯çə
!
Berückebəˈʁʏkə
nichtnɪçt
desdɛs
Reinenˈʁaɪ̯nən
Sinnzɪn
!
VENUS
Nahstnaːst
duduː
dichdɪç
wiederˈviːdɐ
meinerˈmaɪ̯nɐ
Schwelleˈʃvɛlə
,
seizaɪ̯
dirdiːɐ̯
deindaɪ̯n
Übermut
verziehn
;
ewigˈeːvɪk
fliesst
dirdiːɐ̯
derdeːɐ̯
Freudenˈfʁɔɪ̯dn̩
Quelleˈkvɛlə
,
undʊnt
nimmerˈnɪmɐ
sollstzɔlst
duduː
vonfɔn
mirmiːɐ̯
fliehn
!
TANNHÄUSER
Meinmaɪ̯n
Heilhaɪ̯l
,
meinmaɪ̯n
Heilhaɪ̯l
hab'ich
verlorenfɛɐ̯ˈloːʁən
,
nunnuːn
seizaɪ̯
derdeːɐ̯
Hölleˈhœlə
Lustluːst
erkorenɛɐ̯ˈkoːʁən
!
ihn heftig zurückhaltend
WOLFRAM
Allmächt'ger
,
stehʃteː
demdeːm
Frommenˈfʁɔmən
beibaɪ̯
!
Heinrichˈhaɪ̯nʁɪç
,
-
einaɪ̯n
Wortvɔʁt
,
eseːs
machtmaxt
dichdɪç
freifʁaɪ̯
-
:
deindaɪ̯n
Heilhaɪ̯l
-
!
VENUS
Zut͡suː
mirmiːɐ̯
!
zu Wolfram
TANNHÄUSER
Lasslas
abaːbeː
vonfɔn
mirmiːɐ̯
!
VENUS
O
kommkɔm
!
Aufaʊ̯f
ewigˈeːvɪk
seizaɪ̯
nunnuːn
meinmaɪ̯n
!
WOLFRAM
Nochnɔx
sollzɔl
dasdas
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
Sünderˈzʏndɐ
werdenˈveːɐ̯dn̩
!
TANNHÄUSER
Nieniː
,
Wolframˈvɔlfʁam
,
nieniː
!
Ichɪç
mussmʊs
dahindaˈhɪn
!
WOLFRAM
Einaɪ̯n
Engelˈɛŋl̩
batbaːt
fürfyːɐ̯
dichdɪç
aufaʊ̯f
Erdenˈeːɐ̯dn̩
-
baldbalt
schwebtʃveːpt
ereːɐ̯
segnendˈzeːɡnənt
überˈyːbɐ
dirdiːɐ̯
:
Elisabetheˈliːzabɛt
!
der sich soeben von Wolfram losgerissen, bleibt, wie von einem heftigen Schlage gelähmt, an die Stelle geheftet
TANNHÄUSER
Elisabetheˈliːzabɛt
!
aus dem Hintergrunde
MÄNNERGESANG
Derdeːɐ̯
Seeleˈzeːlə
Heilhaɪ̯l
,
diedaɪ
nunnuːn
entflohn
demdeːm
Leiblaɪ̯p
derdeːɐ̯
frommenˈfʁɔmən
Dulderin
!
nach dem ersten Eintritt des Gesanges
WOLFRAM
Deindaɪ̯n
Engelˈɛŋl̩
flehtfleːt
fürfyːɐ̯
dichdɪç
anaːˈʔɛn
Gottesˈɡɔtəs
Throntʁoːn
,
-
ereːɐ̯
wirdvɪʁt
erhörtɛɐ̯ˈhøːɐ̯t
!
Heinrichˈhaɪ̯nʁɪç
,
duduː
bistbɪst
erlöstɛɐ̯ˈløːst
!
VENUS
Wehveː
!
Mirmiːɐ̯
verlorenfɛɐ̯ˈloːʁən
!
Sie verschwindet, und mit ihr die ganze zauberische Erscheinung. Das Tal, vom Morgenrot erleuchtet, wird wieder sichtbar; von der Wartburg her geleitet ein Trauerzug einen offenen Sarg
MÄNNERGESANG
Ihriːɐ̯
wardvaʁt
derdeːɐ̯
Engelˈɛŋl̩
sel'ger
Lohnloːn
,
himmlischerˈhɪmlɪʃɐ
Freudenˈfʁɔɪ̯dn̩
Hochgewinn
.
Tannhäuser in den Armen sanft umschlossen haltend
WOLFRAM
Undʊnt
hörsthøːɐ̯st
duduː
diesenˈdiːzn̩
Gesangɡəˈzaŋ
?
TANNHÄUSER
Ichɪç
höreˈhøːʁə
!
Von hier an betritt der Trauerzug die Tiefe des Tales, die älteren Pilger voran; den offenen Sarg mit der Leiche Elisabeths tragen Edle, der Landgraf und die Sänger geleiten ihn zur Seite, Grafen und Edle folgen
MÄNNERGESANG
Heiligˈhaɪ̯lɪk
diedaɪ
Reineˈʁaɪ̯nə
,
diedaɪ
nunnuːn
vereintfɛɐ̯ˈʔaɪ̯nt
göttlicherˈɡœtlɪçɐ
Scharʃaːɐ̯
vorfoːɐ̯
demdeːm
Ewigenˈeːvɪɡn̩
stehtʃteːt
!
Seligˈzeːlɪk
derdeːɐ̯
Sünderˈzʏndɐ
,
demdeːm
sieziː
geweintɡəˈvaɪ̯nt
,
demdeːm
sieziː
desdɛs
Himmelsˈhɪml̩s
Heilhaɪ̯l
erflehtɛɐ̯ˈfleːt
!
Auf Wolframs Bedeuten ist der Sarg in der Mitte der Bühne niedergesetzt worden. Wolfram geleitet Tannhäuser zu der Leiche, an welcher dieser niedersinkt
TANNHÄUSER
Heiligeˈhaɪ̯lɪɡə
Elisabetheˈliːzabɛt
,
bitteˈbɪtə
fürfyːɐ̯
michmɪç
!
Er stirbt
auf dem vorderen Bergvorsprung einherziehend
PILGER
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
!
Derdeːɐ̯
Gnadeˈɡnaːdə
Wunderˈvʊndɐ
Heilhaɪ̯l
!
Erlösungɛɐ̯ˈløːzʊŋ
wardvaʁt
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
zuteil
!
Eseːs
tattaːt
iniˈʔɛn
nächtlichˈnɛçtlɪç
heil'ger
Stund'
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
sichzɪç
durchdʊʁç
einaɪ̯n
Wunderˈvʊndɐ
kundkʊnt
:
dendeːn
dürrenˈdʏʁən
Stabʃtaːp
iniˈʔɛn
Priestersˈpʁiːstɐs
Handhant
hathat
ereːɐ̯
geschmücktɡəˈʃmʏkt
mitmɪt
frischemˈfʁɪʃm̩
Grünɡʁyːn
:
demdeːm
Sünderˈzʏndɐ
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Hölleˈhœlə
Brandbʁant
sollzɔl
sozoː
Erlösungɛɐ̯ˈløːzʊŋ
neunɔɪ̯
erblühn
!
Ruftʁuːft
ihmiːm
eseːs
zut͡suː
durchdʊʁç
alleˈalə
Land'
,
derdeːɐ̯
durchdʊʁç
diesdaɪs
Wunderˈvʊndɐ
Gnadeˈɡnaːdə
fandfant
!
Hochhoːx
überˈyːbɐ
allerˈalɐ
Weltvɛlt
istɪst
Gottɡɔt
,
undʊnt
seinzaɪ̯n
Erbarmenɛɐ̯ˈbaʁmən
istɪst
keinkaɪ̯n
Spottʃpɔt
!
Hallelujahaleˈluːja
!
Hallelujahaleˈluːja
!
Hallelujahaleˈluːja
!
in höchster Ergriffenheit
ALLE
Derdeːɐ̯
Gnadeˈɡnaːdə
Heilhaɪ̯l
istɪst
demdeːm
Büsserˈbyːsɐ
beschiedenbəˈʃiːdn̩
,
ereːɐ̯
gehtɡeːt
nunnuːn
einaɪ̯n
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Seligenˈzeːˌlɪɡn̩
Friedenˈfʁiːdn̩
!
Der Vorhang fällt