Lyric Companion
← Library
Wagner, Richard · opera

Götterdammerung

Götterdammerung Wagner, Richard · opera
Wagner, Richard

Götterdammerung

Full Libretto
Source
VORSPIEL
ohne sich zu bewegen
DIE ERSTE NORN
Welchvɛlç
Lichtlɪçt
leuchtetˈlɔɪ̯çtət
dortdɔʁt
?
DIE ZWEITE NORN
Dämmertˈdɛmɐt
derdeːɐ̯
Tagtaːk
schonʃoːn
aufaʊ̯f
?
DIE DRITTE NORN
Loges
Heerheːɐ̯
lodertˈloːdɐt
feurigˈfɔɪ̯ʁɪk
umʊm
dendeːn
Felsfɛls
.
Nochnɔx
ist's
Nachtnaxt
.
Wasvas
spinnenˈʃpɪnən
undʊnt
singenˈzɪŋən
wirviːɐ̯
nichtnɪçt
?
zu der ersten
DIE ZWEITE NORN
Wollenˈvɔlən
wirviːɐ̯
spinnenˈʃpɪnən
undʊnt
singenˈzɪŋən
,
woranvoˈʁan
spannstʃpanst
duduː
dasdas
Seilzaɪ̯l
?
erhebt sich, während sie ein goldenes Seil von sich löst und mit dem einen Ende es an einen Ast der Tanne knüpft
DIE ERSTE NORN
Sozoː
gutɡuːt
undʊnt
schlimmʃlɪm
eseːs
geh'
schling'
ichɪç
dasdas
Seilzaɪ̯l
undʊnt
singeˈzɪŋə
.
Anaːˈʔɛn
derdeːɐ̯
Weltesche
wobvoːp
ichɪç
einstaɪ̯nst
,
dadaː
grossɡroːs
undʊnt
starkʃtaʁk
demdeːm
Stammʃtam
entgrünte
weihlicher
Ästeˈɛːstə
Waldvalt
.
Imiˈʔɛm
kühlenˈkyːlən
Schattenˈʃatn̩
rauscht'
einaɪ̯n
Quellkvɛl
,
Weisheitˈvaɪ̯shaɪ̯t
raunendˈʁaʊ̯nənt
rannʁan
seinzaɪ̯n
Gewell'
;
dadaː
sangzaŋ
ichɪç
heil'gen
Sinnzɪn
.
Einaɪ̯n
kühnerˈkyːnɐ
Gottɡɔt
trattʁaːt
zumt͡sʊm
Trunktʁʊŋk
anaːˈʔɛn
dendeːn
Quellkvɛl
;
seinerˈzaɪ̯nɐ
Augenˈaʊ̯ɡn̩
einesˈaɪ̯nəs
zahlt'
ereːɐ̯
alsals
ewigenˈeːvɪɡn̩
Zollt͡sɔl
.
Vonfɔn
derdeːɐ̯
Weltesche
brachbʁaːx
dadaː
Wotanˈvoːtaːn
einenˈaɪ̯nən
Astast
;
einesˈaɪ̯nəs
Speeresˈʃpeːʁəs
Schaftʃaft
entschnitt
derdeːɐ̯
Starkeˈʃtaʁkə
demdeːm
Stammʃtam
.
Iniˈʔɛn
langerˈlaŋɐ
Zeitenˈt͡saɪ̯tn̩
Lauflaʊ̯f
zehrteˈt͡seːɐ̯tə
diedaɪ
Wundeˈvʊndə
dendeːn
Waldvalt
;
falbfalp
fielenˈfiːlən
diedaɪ
Blätterˈblɛtɐ
,
dürrdʏʁ
darbteˈdaʁptə
derdeːɐ̯
Baumbaʊ̯m
,
traurigˈtʁaʊ̯ʁɪk
versiegtefɛɐ̯ˈziːktə
desdɛs
Quellesˈkvɛləs
Tranktʁaŋk
:
trübenˈtʁyːbm̩
Sinnesˈzɪnəs
wardvaʁt
meinmaɪ̯n
Gesangɡəˈzaŋ
.
Dochdɔx
,
web'
ichɪç
heut'
anaːˈʔɛn
derdeːɐ̯
Weltesche
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
,
mussmʊs
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Tanneˈtanə
taugenˈtaʊ̯ɡn̩
zut͡suː
fesselnˈfɛsl̩n
dasdas
Seilzaɪ̯l
:
singeˈzɪŋə
,
Schwesterˈʃvɛstɐ
,
-
dirdiːɐ̯
werf'
ich's
zut͡suː
.
Weisstvaɪ̯st
duduː
,
wieviː
dasdas
wirdvɪʁt
?
windet das zugeworfene Seil um einen hervorspringenden Felsstein am Eingange des Gemaches
DIE ZWEITE NORN
Treutʁɔɪ̯
beratner
Verträgefɛɐ̯ˈtʁɛːɡə
Runenˈʁuːnən
schnittʃnɪt
Wotanˈvoːtaːn
iniˈʔɛn
desdɛs
Speeresˈʃpeːʁəs
Schaftʃaft
:
dendeːn
hielthiːlt
ereːɐ̯
alsals
Hafthaft
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
.
Einaɪ̯n
kühnerˈkyːnɐ
Heldhɛlt
zerhiebt͡sɛɐ̯ˈhiːp
imiˈʔɛm
Kampfeˈkamp͡fə
dendeːn
Speerʃpeːɐ̯
;
iniˈʔɛn
Trümmerˈtʁʏmɐ
sprangʃpʁaŋ
derdeːɐ̯
Verträgefɛɐ̯ˈtʁɛːɡə
heiligerˈhaɪ̯lɪɡɐ
Hafthaft
.
Dadaː
hiess
Wotanˈvoːtaːn
Walhallsˈvalhals
Heldenˈhɛldn̩
derdeːɐ̯
Weltesche
welkesˈvɛlkəs
Geästɡəˈʔɛːst
mitmɪt
demdeːm
Stammʃtam
iniˈʔɛn
Stückeˈʃtʏkə
zut͡suː
fällenˈfɛlən
.
Diedaɪ
Escheˈɛʃə
sankzaŋk
;
ewigˈeːvɪk
versiegtefɛɐ̯ˈziːktə
derdeːɐ̯
Quellkvɛl
!
Fessleˈfɛslə
ichɪç
heut'
anaːˈʔɛn
dendeːn
scharfenˈʃaʁfn̩
Felsfɛls
dasdas
Seilzaɪ̯l
:
singeˈzɪŋə
,
Schwesterˈʃvɛstɐ
,
-
dirdiːɐ̯
werf'
ich's
zut͡suː
.
Weisstvaɪ̯st
duduː
,
wieviː
dasdas
wirdvɪʁt
?
das Seil auffangend und dessen Ende hinter sich werfend
DIE DRITTE NORN
Eseːs
ragtʁaːkt
diedaɪ
Burgbʊʁk
,
vonfɔn
Riesenˈʁiːzn̩
gebautɡəˈbaʊ̯t
:
mitmɪt
derdeːɐ̯
Götterˈɡœtɐ
undʊnt
Heldenˈhɛldn̩
heiligerˈhaɪ̯lɪɡɐ
Sippeˈzɪpə
sitztzɪt͡st
dortdɔʁt
Wotanˈvoːtaːn
imiˈʔɛm
Saalzaːl
.
Gehau'ner
Scheiteˈʃaɪ̯tə
hoheˈhoːə
Schichtʃɪçt
ragtʁaːkt
zuhauft͡suˈhaʊ̯f
ringsʁɪŋs
umʊm
diedaɪ
Halleˈhalə
:
diedaɪ
Weltesche
warvaːɐ̯
diesdaɪs
einstaɪ̯nst
!
Brenntbʁɛnt
dasdas
Holzhɔlt͡s
heiligˈhaɪ̯lɪk
brünstigˈbʁʏnstɪk
undʊnt
hellhɛl
,
sengtzɛŋt
diedaɪ
Glutɡluːt
sehrend
dendeːn
glänzendenˈɡlɛnt͡sn̩dən
Saalzaːl
:
derdeːɐ̯
ewigenˈeːvɪɡn̩
Götterˈɡœtɐ
Endeˈɛndə
dämmertˈdɛmɐt
ewigˈeːvɪk
dadaː
aufaʊ̯f
.
Wissetˈvɪsət
ihriːɐ̯
nochnɔx
,
sozoː
windetˈvɪndət
vonfɔn
neuemˈnɔɪ̯əm
dasdas
Seilzaɪ̯l
;
vonfɔn
Nordenˈnɔʁdn̩
wiederˈviːdɐ
werf'
ich's
dirdiːɐ̯
nachnaːx
.
Sie wirft das Seil der zweiten Norn zu
schwingt das Seil der ersten hin, die es vom Zweige löst und es an einen andern Ast wieder anknüpft
DIE ZWEITE NORN
Spinneˈʃpɪnə
,
Schwesterˈʃvɛstɐ
,
undʊnt
singeˈzɪŋə
!
nach hinten blickend
DIE ERSTE NORN
Dämmertˈdɛmɐt
derdeːɐ̯
Tagtaːk
?
Oderˈoːdɐ
leuchtetˈlɔɪ̯çtət
diedaɪ
Loheˈloːə
?
Getrübtɡəˈtʁyːpt
trügttʁyːkt
sichzɪç
meinmaɪ̯n
Blickblɪk
;
nichtnɪçt
hellhɛl
eracht'
ichɪç
dasdas
heiligˈhaɪ̯lɪk
Alteˈaltə
,
dadaː
Logeˈloːʒə
einstaɪ̯nst
entbrannteɛntˈbʁantə
iniˈʔɛn
lichterˈlɪçtɐ
Brunstbʁʊnst
.
Weisstvaɪ̯st
duduː
,
wasvas
ausaʊ̯s
ihmiːm
wardvaʁt
?
das zugeworfene Seil wieder um den Stein windend
DIE ZWEITE NORN
Durchdʊʁç
desdɛs
Speeresˈʃpeːʁəs
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
zähmteˈt͡sɛːmtə
ihniːn
Wotanˈvoːtaːn
;
Räteˈʁɛːtə
raunt'
ereːɐ̯
demdeːm
Gottɡɔt
.
Anaːˈʔɛn
desdɛs
Schaftesˈʃaftəs
Runenˈʁuːnən
,
freifʁaɪ̯
sichzɪç
zut͡suː
ratenˈʁaːtən
,
nagteˈnaːktə
zehrendˈt͡seːʁənt
seinzaɪ̯n
Zahnt͡saːn
:
dadaː
,
mitmɪt
desdɛs
Speeresˈʃpeːʁəs
zwingenderˈt͡svɪŋəndɐ
Spitzeˈʃpɪt͡sə
bannteˈbantə
ihniːn
Wotanˈvoːtaːn
,
Brünnhildes
Felsfɛls
zut͡suː
umbrennen
.
Weisstvaɪ̯st
duduː
,
wasvas
ausaʊ̯s
ihmiːm
wirdvɪʁt
?
das zugeschwungene Seil wieder hinter sich werfend
DIE DRITTE NORN
Desdɛs
zerschlagnen
Speeresˈʃpeːʁəs
stechendeˈʃtɛçn̩də
Splitterˈʃplɪtɐ
tauchttaʊ̯xt
einstaɪ̯nst
Wotanˈvoːtaːn
demdeːm
Brünstigenˈbʁʏnstɪɡn̩
tieftiːf
iniˈʔɛn
diedaɪ
Brustbʁʊst
:
zehrenderˈt͡seːʁəndɐ
Brandbʁant
zündetˈt͡sʏndət
dadaː
aufaʊ̯f
;
den wirft der Gott in der Weltesche
DIE DRITTE NORN
zuhauft͡suˈhaʊ̯f
geschichteteɡəˈʃɪçtətə
Scheiteˈʃaɪ̯tə
.
Sie wirft das Seil zurück, die zweite Norn windet es auf und wirft es der ersten wieder zu
DIE ZWEITE NORN
Wolltvɔlt
ihriːɐ̯
wissenˈvɪsn̩
,
wannvan
dasdas
wirdvɪʁt
?
Schwingetˈʃvɪŋət
,
Schwesternˈʃvɛstɐn
,
dasdas
Seilzaɪ̯l
!
das Seil von neuem anknüpfend
DIE ERSTE NORN
Diedaɪ
Nachtnaxt
weichtvaɪ̯çt
;
nichtsnɪçt͡s
mehrmeːɐ̯
gewahr'
ichɪç
:
desdɛs
Seilesˈzaɪ̯ləs
Fädenˈfɛːdn̩
find'
ichɪç
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
;
verflochtenfɛɐ̯ˈflɔxtn̩
istɪst
dasdas
Geflechtɡəˈflɛçt
.
Einaɪ̯n
wüstesˈvyːstəs
Gesichtɡəˈzɪçt
wirrtvɪʁt
mirmiːɐ̯
wütendˈvyːtn̩t
dendeːn
Sinnzɪn
:
dasdas
Rheingoldˈʁaɪ̯nɡɔlt
raubteˈʁaʊ̯ptə
Alberichˈalbəʁɪç
einstaɪ̯nst
:
weisstvaɪ̯st
duduː
,
wasvas
ausaʊ̯s
ihmiːm
wardvaʁt
?
mit mühevoller Hand das Seil um den zackigen Stein des Gemaches windend
DIE ZWEITE NORN
Desdɛs
Steinesˈʃtaɪ̯nəs
Schärfeˈʃɛʁfə
schnittʃnɪt
iniˈʔɛn
dasdas
Seilzaɪ̯l
;
nichtnɪçt
festfɛst
spanntʃpant
mehrmeːɐ̯
derdeːɐ̯
Fädenˈfɛːdn̩
Gespinstɡəˈʃpɪnst
;
verwirrtfɛɐ̯ˈvɪʁt
istɪst
dasdas
Geweb'
.
Ausaʊ̯s
Notnoːt
undʊnt
Neidnaɪ̯t
ragtʁaːkt
mirmiːɐ̯
desdɛs
Niblungen
Ringʁɪŋ
:
einaɪ̯n
rächenderˈʁɛçn̩dɐ
Fluchfluːx
nagtnaːkt
meinerˈmaɪ̯nɐ
Fädenˈfɛːdn̩
Geflechtɡəˈflɛçt
.
Weisstvaɪ̯st
duduː
,
wasvas
darausdaˈʁaʊ̯s
wirdvɪʁt
?
das zugeworfene Seil hastig fassend
DIE DRITTE NORN
Zut͡suː
lockerˈlɔkɐ
dasdas
Seilzaɪ̯l
,
mirmiːɐ̯
langtlaŋt
eseːs
nichtnɪçt
.
Sollzɔl
ichɪç
nachnaːx
Nordenˈnɔʁdn̩
neigenˈnaɪ̯ɡn̩
dasdas
Endeˈɛndə
,
strafferˈʃtʁafɐ
seizaɪ̯
eseːs
gestrecktɡəˈʃtʁɛkt
!
Sie zieht gewaltsam das Seil an: dieses reisst in der Mitte
DIE DRITTE NORN
Eseːs
rissʁɪs
!
DIE ZWEITE NORN
Eseːs
rissʁɪs
!
DIE ERSTE NORN
Eseːs
rissʁɪs
!
Erschreckt sind die drei Nornen aufgefahren und nach der Mitte der Bühne zusammengetreten: sie fassen die Stücke des zerrissenen Seiles und binden damit ihre Leiber aneinander
DIE DREI NORNEN
Zut͡suː
End'
ewigesˈeːvɪɡəs
Wissenˈvɪsn̩
!
Derdeːɐ̯
Weltvɛlt
meldenˈmɛldn̩
Weiseˈvaɪ̯zə
nichtsnɪçt͡s
mehrmeːɐ̯
.
Hinabhɪˈnap
!
Zurt͡suːɐ̯
Mutterˈmʊtɐ
!
Hinabhɪˈnap
!
Sie verschwinden
Tagesgrauen. Wachsende Morgenröte, immer schwächeres Leuchten des Feuerscheines aus der Tiefe
Tagesgrauen - Sonnenaufgang - Heller Tag
Siegfried und Brünnhilde, treten aus dem Steingemache auf. Siegfried ist in vollen Waffen, Brünnhilde führt ihr Ross am Zaume
BRÜNNHILDE
Zut͡suː
neuenˈnɔɪ̯ən
Tatenˈtaːtn̩
,
teurerˈtɔɪ̯ʁɐ
Helde
,
wieviː
liebt'
ichɪç
dichdɪç
,
liess
ichɪç
dichdɪç
nichtnɪçt
?
Einaɪ̯n
einzig'
Sorgenˈzɔʁɡn̩
lässtlɛst
michmɪç
säumenˈzɔɪ̯mən
:
dassdas
dirdiːɐ̯
zut͡suː
wenigˈveːnɪk
meinmaɪ̯n
Wertveːɐ̯t
gewannɡəˈvan
!
Wasvas
Götterˈɡœtɐ
michmɪç
wiesenˈviːzn̩
,
gabɡaːp
ichɪç
dirdiːɐ̯
:
heiligerˈhaɪ̯lɪɡɐ
Runenˈʁuːnən
reichenˈʁaɪ̯çn̩
Horthɔʁt
;
dochdɔx
meinerˈmaɪ̯nɐ
Stärkeˈʃtɛʁkə
magdlichen
Stammʃtam
nahmnaːm
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Heldhɛlt
,
demdeːm
ichɪç
nunnuːn
michmɪç
neigeˈnaɪ̯ɡə
.
Desdɛs
Wissensˈvɪsn̩s
barbaːɐ̯
,
dochdɔx
desdɛs
Wunschesˈvʊnʃəs
vollfɔl
:
anaːˈʔɛn
Liebeˈliːbə
reichʁaɪ̯ç
,
dochdɔx
ledigˈleːdɪk
derdeːɐ̯
Kraftkʁaft
:
mögst
duduː
diedaɪ
Armeˈaʁmə
nichtnɪçt
verachtenfɛɐ̯ˈʔaxtn̩
,
diedaɪ
dirdiːɐ̯
nurnuːɐ̯
gönnenˈɡœnən
,
nichtnɪçt
gebenˈɡeːbm̩
mehrmeːɐ̯
kannkan
!
SIEGFRIED
Mehrmeːɐ̯
gabstɡaːpst
duduː
,
Wunderfrau
,
alsals
ichɪç
zut͡suː
wahrenˈvaːʁən
weissvaɪ̯s
.
Nichtnɪçt
zürneˈt͡sʏʁnə
,
wennvɛn
deindaɪ̯n
Lehrenˈleːʁən
michmɪç
unbelehret
liess
!
Einaɪ̯n
Wissenˈvɪsn̩
dochdɔx
wahr'
ichɪç
wohlvoːl
:
dassdas
mirmiːɐ̯
Brünnhilde
lebtleːpt
;
eineˈaɪ̯nə
Lehreˈleːʁə
lernt'
ichɪç
leichtlaɪ̯çt
:
Brünnhildes
zut͡suː
gedenkenɡəˈdɛŋkn̩
!
BRÜNNHILDE
Willstvɪlst
duduː
mirmiːɐ̯
Minneˈmɪnə
schenkenˈʃɛŋkn̩
,
gedenkeɡəˈdɛŋkə
deinerˈdaɪ̯nɐ
nurnuːɐ̯
,
gedenkeɡəˈdɛŋkə
deinerˈdaɪ̯nɐ
Tatenˈtaːtn̩
:
gedenk'
desdɛs
wildenˈvɪldn̩
Feuersˈfɔɪ̯ɐs
,
dasdas
furchtlosˈfʊʁçtˌloːs
duduː
durchschrittestdʊʁçˈʃʁɪtəst
,
dadaː
dendeːn
Felsfɛls
eseːs
ringsʁɪŋs
umbrann
.
SIEGFRIED
Brünnhilde
zut͡suː
gewinnenɡəˈvɪnən
!
BRÜNNHILDE
Gedenk'
derdeːɐ̯
beschildeten
Fraufʁaʊ̯
,
diedaɪ
iniˈʔɛn
tiefemˈtiːfm̩
Schlafʃlaːf
duduː
fandestˈfandəst
,
derdeːɐ̯
dendeːn
festenˈfɛstn̩
Helmhɛlm
duduː
erbrachstɛɐ̯ˈbʁaːxst
.
SIEGFRIED
Brünnhilde
zut͡suː
erweckenɛɐ̯ˈvɛkn̩
!
BRÜNNHILDE
Gedenk'
derdeːɐ̯
Eideˈaɪ̯də
,
diedaɪ
unsʊns
einenˈaɪ̯nən
;
gedenk'
derdeːɐ̯
Treueˈtʁɔɪ̯ə
,
diedaɪ
wirviːɐ̯
tragenˈtʁaːɡn̩
;
gedenk'
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
,
derdeːɐ̯
wirviːɐ̯
lebenˈleːbm̩
:
Brünnhilde
brenntbʁɛnt
danndan
ewigˈeːvɪk
heiligˈhaɪ̯lɪk
dirdiːɐ̯
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Brustbʁʊst
!
Sie umarmt Siegfried
SIEGFRIED
Lasslas
ichɪç
,
Liebsteˈliːpstə
,
dichdɪç
hierhiːɐ̯
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Loheˈloːə
heiligerˈhaɪ̯lɪɡɐ
Huthuːt
;
Er hat den Ring Alberichs von seinem Finger gezogen und reicht ihn jetzt Brünnhilde dar
SIEGFRIED
zumt͡sʊm
Tauscheˈtaʊ̯ʃə
deinerˈdaɪ̯nɐ
Runenˈʁuːnən
reich'
ichɪç
dirdiːɐ̯
diesenˈdiːzn̩
Ringʁɪŋ
.
Wasvas
derdeːɐ̯
Tatenˈtaːtn̩
jejeː
ichɪç
schufʃuːf
,
des Tugend schliesst er ein.
SIEGFRIED
Ichɪç
erschlugɛɐ̯ˈʃluːk
einenˈaɪ̯nən
wildenˈvɪldn̩
Wurmvʊʁm
,
derdeːɐ̯
grimmigˈɡʁɪmɪk
lang'
ihniːn
bewachtbəˈvaxt
.
Nunnuːn
wahreˈvaːʁə
duduː
seineˈzaɪ̯nə
Kraftkʁaft
alsals
Weihegruss
meinerˈmaɪ̯nɐ
Treu'
!
voll Entzücken den Ring sich ansteckend
BRÜNNHILDE
Ihniːn
geiz'
ichɪç
alsals
einzigesˈaɪ̯nt͡sɪɡəs
Gutɡuːt
!
Fürfyːɐ̯
dendeːn
Ringʁɪŋ
nimmnɪm
nunnuːn
auchaʊ̯x
meinmaɪ̯n
Rossʁɔs
!
Gingɡɪŋ
seinzaɪ̯n
Lauflaʊ̯f
mitmɪt
mirmiːɐ̯
einstaɪ̯nst
kühnkyːn
durchdʊʁç
diedaɪ
Lüfteˈlʏftə
,
mitmɪt
mirmiːɐ̯
verlorfɛɐ̯ˈloːɐ̯
eseːs
diedaɪ
mächt'ge
Artaːɐ̯t
;
überˈyːbɐ
Wolkenˈvɔlkn̩
hinhɪn
aufaʊ̯f
blitzendenˈblɪt͡sn̩dən
Wetternˈvɛtɐn
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
schwingtʃvɪŋt
eseːs
sichzɪç
mutigˈmuːtɪk
desdɛs
Wegsveːks
;
dochdɔx
wohinvoˈhɪn
duduː
ihniːn
führstfyːɐ̯st
,
-
seizaɪ̯
eseːs
durchsdʊʁçs
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
-
grauenlos
folgtfɔlkt
dirdiːɐ̯
Graneˈɡʁaːnə
;
denndɛn
dirdiːɐ̯
,
o
Helde
,
sollzɔl
ereːɐ̯
gehorchenɡəˈhɔʁçn̩
!
Duduː
hüt'
ihniːn
wohlvoːl
;
ereːɐ̯
hörthøːɐ̯t
deindaɪ̯n
Wortvɔʁt
:
o
bringeˈbʁɪŋə
Graneˈɡʁaːnə
oftɔft
Brünnhildes
Grussɡʁuːs
!
SIEGFRIED
Durchdʊʁç
deineˈdaɪ̯nə
Tugendˈtuːɡn̩t
alleinaˈlaɪ̯n
sollzɔl
sozoː
ichɪç
Tatenˈtaːtn̩
nochnɔx
wirkenˈvɪʁkn̩
?
Meineˈmaɪ̯nə
Kämpfeˈkɛmp͡fə
kiesestˈkiːzəst
duduː
,
meineˈmaɪ̯nə
Siegeˈziːɡə
kehrenˈkeːʁən
zut͡suː
dirdiːɐ̯
:
aufaʊ̯f
deinesˈdaɪ̯nəs
Rossesˈʁɔsəs
Rückenˈʁʏkn̩
,
iniˈʔɛn
deinesˈdaɪ̯nəs
Schildesˈʃɪldəs
Schirmʃɪʁm
,
nichtnɪçt
Siegfriedˈziːkfʁiːt
acht'
ichɪç
michmɪç
mehrmeːɐ̯
,
ichɪç
binbɪn
nurnuːɐ̯
Brünnhildes
Armaʁm
.
BRÜNNHILDE
O
wäreˈvɛːʁə
Brünnhild'
deineˈdaɪ̯nə
Seeleˈzeːlə
!
SIEGFRIED
Durchdʊʁç
sieziː
entbrenntɛntˈbʁɛnt
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Mutmuːt
.
BRÜNNHILDE
Sozoː
wärstvɛːɐ̯st
duduː
Siegfriedˈziːkfʁiːt
undʊnt
Brünnhild'
?
SIEGFRIED
Wovoː
ichɪç
binbɪn
,
bergenˈbɛʁɡn̩
sichzɪç
beideˈbaɪ̯də
.
lebhaft
BRÜNNHILDE
Sozoː
verödetfɛɐ̯ˈʔøːdət
meinmaɪ̯n
Felsensaal
?
SIEGFRIED
Vereintfɛɐ̯ˈʔaɪ̯nt
,
fasstfast
ereːɐ̯
unsʊns
zweit͡svaɪ̯
!
in grosser Ergriffenheit
BRÜNNHILDE
O
heiligeˈhaɪ̯lɪɡə
Götterˈɡœtɐ
!
Hehreˈheːʁə
Geschlechterɡəˈʃlɛçtɐ
!
Weidetˈvaɪ̯dət
eu'r
Aug'
anaːˈʔɛn
demdeːm
weihvollen
Paarpaːɐ̯
!
Getrenntɡəˈtʁɛnt
-
werveːɐ̯
willvɪl
eseːs
scheidenˈʃaɪ̯dn̩
?
Geschiedenɡəˈʃiːdn̩
-
trennttʁɛnt
eseːs
sichzɪç
nieniː
!
SIEGFRIED
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
,
Brünnhilde
,
prangenderˈpʁaŋəndɐ
Sternʃtɛʁn
!
Heilhaɪ̯l
,
strahlendeˈʃtʁaːləndə
Liebeˈliːbə
!
BRÜNNHILDE
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
,
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
siegendesˈziːɡn̩dəs
Lichtlɪçt
!
Heilhaɪ̯l
,
strahlendesˈʃtʁaːləndəs
Lebenˈleːbm̩
!
BEIDE
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
!
Siegfried geleitet schnell das Ross dem Felsenabhange zu, wohin ihm Brünnhilde folgt. Siegfried ist mit dem Rosse hinter dem Felsenvorsprunge abwärts verschwunden, so dass der Zuschauer ihn nicht mehr sieht: Brünnhilde steht so plötzlich allein am Abhange und blickt Siegfried in die Tiefe nach. Man hört Siegfrieds Horn aus der Tiefe. Brünnhilde lauscht. Sie tritt weiter auf den Abhang hinaus und erblickt Siegfried nochmals in der Tiefe: sie winkt ihm mit entzückter Gebärde zu. Aus ihrem freudigen Lächeln deutet sich der Anblick des lustig davonziehenden Helden. Der Vorhang fällt schnell. Das Orchester nimmt die Weise des Hornes auf und führt sie in einem kräftigen Satze durch.
Darauf beginnt sogleich der erste Aufzug
ERSTER AUFZUG
Die Halle der Gibichungen am Rhein
Diese ist dem Hintergrunde zu ganz offen; den Hintergrund selbst nimmt ein freier Uferraum bis zum Flusse hin ein; felsige Anhöhen umgrenzen das Ufer
Gunther, Hagen und Gutrune. Gunther und Gutrune auf dem Hochsitze zur Seite, vor welchem ein Tisch mit Trinkgerät steht; davor sitzt Hagen
GUNTHER
Nunnuːn
hör'
,
Hagenˈhaːɡn̩
,
sageˈzaːɡə
mirmiːɐ̯
,
Heldhɛlt
:
sitz'
ichɪç
herrlichˈhɛʁlɪç
amaːm
Rheinʁaɪ̯n
,
Guntherˈɡʊntɐ
zut͡suː
Gibichs
Ruhmʁuːm
?
HAGEN
Dichdɪç
echtɛçt
genanntenɡəˈnantn̩
acht'
ichɪç
zut͡suː
neidenˈnaɪ̯dn̩
:
diedaɪ
beid'
unsʊns
Brüderˈbʁyːdɐ
gebarɡəˈbaːɐ̯
,
Fraufʁaʊ̯
Grimhild'
hiess
mich's
begreifenbəˈɡʁaɪ̯fn̩
.
GUNTHER
Dichdɪç
neideˈnaɪ̯də
ichɪç
:
nichtnɪçt
neideˈnaɪ̯də
michmɪç
duduː
!
Erbt'
ichɪç
Erstlingsart
,
Weisheitˈvaɪ̯shaɪ̯t
wardvaʁt
dirdiːɐ̯
alleinaˈlaɪ̯n
:
Halbbrüderzwist
bezwangbəˈt͡svaŋ
sichzɪç
nieniː
besserˈbɛsɐ
.
Deinemˈdaɪ̯nəm
Ratʁaːt
nurnuːɐ̯
red'
ichɪç
Lobloːp
,
frag'
ichɪç
dichdɪç
nachnaːx
meinemˈmaɪ̯nəm
Ruhmʁuːm
.
HAGEN
Sozoː
schelt'
ichɪç
dendeːn
Ratʁaːt
,
dadaː
schlechtʃlɛçt
nochnɔx
deindaɪ̯n
Ruhmʁuːm
;
denndɛn
hoheˈhoːə
Güterˈɡyːtɐ
weissvaɪ̯s
ichɪç
,
diedaɪ
derdeːɐ̯
Gibichung
nochnɔx
nichtnɪçt
gewannɡəˈvan
.
GUNTHER
Verschwiegestfɛɐ̯ˈʃviːɡəst
duduː
sieziː
,
sozoː
schelt'
auchaʊ̯x
ichɪç
.
HAGEN
Iniˈʔɛn
sommerlichˈzɔmɐlɪç
reiferˈʁaɪ̯fɐ
Stärkeˈʃtɛʁkə
seh'
ichɪç
Gibichs
Stammʃtam
,
dichdɪç
,
Guntherˈɡʊntɐ
,
unbeweibtˈʊnbəˌvaɪ̯pt
,
dichdɪç
,
Gutrun'
,
ohneˈoːnə
Mannman
.
Gunther und Gutrune sind in schweigendes Sinnen verloren
GUNTHER
Wenveːn
rätstʁɛːt͡st
duduː
nunnuːn
zut͡suː
frein
,
dassdas
unsremˈʔʊnzɐ
Ruhm'
eseːs
fromm'
?
HAGEN
Einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
weissvaɪ̯s
ichɪç
,
dasdas
herrlichsteˈhɛʁlɪçstə
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
:
aufaʊ̯f
Felsenˈfɛlzn̩
hochhoːx
ihriːɐ̯
Sitzzɪt͡s
;
einaɪ̯n
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
umbrennt
ihrenˈiːʁən
Saalzaːl
;
nurnuːɐ̯
werveːɐ̯
durchdʊʁç
dasdas
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
brichtbʁɪçt
,
darfdaʁf
Brünnhildes
Freierˈfʁaɪ̯ɐ
seinzaɪ̯n
.
GUNTHER
Vermagfɛɐ̯ˈmaːk
dasdas
meinmaɪ̯n
Mutmuːt
zut͡suː
bestehn
?
HAGEN
Einemˈaɪ̯nəm
Stärkren
nochnɔx
ist's
nurnuːɐ̯
bestimmtbəˈʃtɪmt
.
GUNTHER
Werveːɐ̯
istɪst
derdeːɐ̯
streitlichste
Mannman
?
HAGEN
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
derdeːɐ̯
Wälsungen
Sprossʃpʁɔs
:
derdeːɐ̯
istɪst
derdeːɐ̯
stärksteˈʃtɛʁkstə
Heldhɛlt
.
Einaɪ̯n
Zwillingspaarˈt͡svɪlɪŋsˌpaːɐ̯
,
vonfɔn
Liebeˈliːbə
bezwungenbəˈt͡svʊŋən
,
Siegmundˈziːkmʊnt
undʊnt
Sieglindeˌziːkˈlɪndə
,
zeugtenˈt͡sɔɪ̯ktn̩
dendeːn
echtestenˈɛçtəstn̩
Sohnzoːn
.
Derdeːɐ̯
imiˈʔɛm
Waldeˈvaldə
mächtigˈmɛçtɪk
erwuchsɛɐ̯ˈvuːks
,
dendeːn
wünsch'
ichɪç
Gutrun'
zumt͡sʊm
Mannman
.
schüchtern beginnend
GUTRUNE
Welcheˈvɛlçə
Tattaːt
schufʃuːf
ereːɐ̯
sozoː
tapferˈtap͡fɐ
,
dassdas
alsals
herrlichsterˈhɛʁlɪçstɐ
Heldhɛlt
ereːɐ̯
genanntɡəˈnant
?
HAGEN
Vorfoːɐ̯
Neidhöhle
dendeːn
Niblungenhort
bewachtebəˈvaxtə
einaɪ̯n
riesigerˈʁiːzɪɡɐ
Wurmvʊʁm
:
Siegfriedˈziːkfʁiːt
schlossʃlɔs
ihmiːm
dendeːn
freislichen
Schlundʃlʊnt
,
erschlugɛɐ̯ˈʃluːk
ihniːn
mitmɪt
siegendemˈziːɡn̩dəm
Schwertʃveːɐ̯t
.
Solchzɔlç
ungeheurerˈʊnɡəˌhɔɪ̯ʁɐ
Tattaːt
enttagte
desdɛs
Heldenˈhɛldn̩
Ruhmʁuːm
.
in Nachsinnen
GUNTHER
Vomfɔm
Niblungenhort
vernahmfɛɐ̯ˈnaːm
ichɪç
:
ereːɐ̯
birgtbɪʁkt
dendeːn
neidlichsten
Schatzʃat͡s
?
HAGEN
Werveːɐ̯
wohlvoːl
ihniːn
zut͡suː
nützenˈnʏt͡sn̩
wüsst'
,
demdeːm
neigteˈnaɪ̯ktə
sichzɪç
wahrlichˈvaːɐ̯lɪç
diedaɪ
Weltvɛlt
.
GUNTHER
Undʊnt
Siegfriedˈziːkfʁiːt
hathat
ihniːn
erkämpftɛɐ̯ˈkɛmp͡ft
?
HAGEN
Knechtknɛçt
sindzɪnt
diedaɪ
Niblungen
ihmiːm
.
GUNTHER
Undʊnt
Brünnhild'
gewänneɡəˈvɛnə
nurnuːɐ̯
ereːɐ̯
?
HAGEN
Keinemkaɪ̯nəm
andren[ˈʔandəʁən]
wicheˈvɪçə
diedaɪ
Brunstbʁʊnst
.
unwillig sich vom Sitze erhebend
GUNTHER
Wieviː
weckstvɛkst
duduː
Zweifelˈt͡svaɪ̯fl̩
undʊnt
Zwistt͡svɪst
!
Wasvas
ichɪç
nichtnɪçt
zwingenˈt͡svɪŋən
sollzɔl
,
darnachdaʁˈnaːx
zut͡suː
verlangenfɛɐ̯ˈlaŋən
machstmaxst
duduː
mirmiːɐ̯
Lustluːst
?
Er schreitet bewegt in der Halle auf und ab. Hagen, ohne seinen Sitz zu verlassen, hält Gunther, als dieser wieder in seine Nähe kommt, durch einen geheimnisvollen Wink fest
HAGEN
Brächteˈbʁɛçtə
Siegfriedˈziːkfʁiːt
diedaɪ
Brautbʁaʊ̯t
dirdiːɐ̯
heimhaɪ̯m
,
wär'
danndan
nichtnɪçt
Brünnhilde
deindaɪ̯n
?
wendet sich wieder zweifelnd und unmutig ab
GUNTHER
Wasvas
zwängeˈt͡svɛŋə
dendeːn
frohenˈfʁoːən
Mannman
,
fürfyːɐ̯
michmɪç
diedaɪ
Brautbʁaʊ̯t
zut͡suː
frein
?
wie vorher
HAGEN
Ihniːn
zwängeˈt͡svɛŋə
baldbalt
deineˈdaɪ̯nə
Bitteˈbɪtə
,
bänd'
ihniːn
Gutrun'
zuvort͡suˈfoːɐ̯
.
GUTRUNE
Duduː
Spötterˈʃpœtɐ
,
böserˈbøːzɐ
Hagenˈhaːɡn̩
!
Wieviː
sollt'
ichɪç
Siegfriedˈziːkfʁiːt
bindenˈbɪndn̩
?
Istɪst
ereːɐ̯
derdeːɐ̯
herrlichsteˈhɛʁlɪçstə
Heldhɛlt
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
,
derdeːɐ̯
Erdeˈeːɐ̯də
holdesteˈhɔldəstə
Frauenˈfʁaʊ̯ən
friedetenˈfʁiːdətn̩
längstlɛŋst
ihniːn
schonʃoːn
.
sehr vertraulich zu Gutrune hinneigend
HAGEN
Gedenk'
desdɛs
Trankesˈtʁaŋkəs
imiˈʔɛm
Schreinʃʁaɪ̯n
;
heimlicher
HAGEN
vertrauefɛɐ̯ˈtʁaʊ̯ə
mirmiːɐ̯
,
derdeːɐ̯
ihniːn
gewannɡəˈvan
:
dendeːn
Heldenˈhɛldn̩
,
desdɛs
duduː
verlangstfɛɐ̯ˈlaŋst
,
bindetˈbɪndət
ereːɐ̯
liebendˈliːbn̩t
anaːˈʔɛn
dichdɪç
.
Gunther ist wieder an den Tisch getreten und hört, auf ihn gelehnt, jetzt aufmerksam zu
HAGEN
Träteˈtʁɛːtə
nunnuːn
Siegfriedˈziːkfʁiːt
einaɪ̯n
,
genöss'
ereːɐ̯
desdɛs
würzigenˈvʏʁt͡sɪɡn̩
Trankstʁaŋks
,
dassdas
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
ereːɐ̯
ersahɛɐ̯ˈzaː
,
dassdas
jejeː
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
ihmiːm
genahtɡəˈnaːt
,
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
müsst'
ereːɐ̯
desdɛs
ganzɡant͡s
.
Nunnuːn
redetˈʁeːdət
:
wieviː
dünktdʏŋkt
euchɔɪ̯ç
Hagensˈhaːɡn̩s
Ratʁaːt
?
lebhaft auffahrend
GUNTHER
Gepriesenɡəˈpʁiːzn̩
seizaɪ̯
Grimhild'
,
diedaɪ
unsʊns
dendeːn
Bruderˈbʁuːdɐ
gabɡaːp
!
GUTRUNE
Möcht'
ichɪç
Siegfriedˈziːkfʁiːt
jejeː
ersehnɛɐ̯ˈzeːn
!
GUNTHER
Wieviː
suchtenˈzuːxtn̩
wirviːɐ̯
ihniːn
aufaʊ̯f
?
Ein Horn auf dem Theater klingt aus dem Hintergrunde von links her. Hagen lauscht
HAGEN
Jagtjaːkt
ereːɐ̯
aufaʊ̯f
Tatenˈtaːtn̩
wonnig
umherʊmˈheːɐ̯
,
zumt͡sʊm
engenˈɛŋən
Tanntan
wirdvɪʁt
ihmiːm
diedaɪ
Weltvɛlt
:
wohlvoːl
stürmtʃtʏʁmt
ereːɐ̯
iniˈʔɛn
rastloserˈʁastˌloːzɐ
Jagdjaːkt
auchaʊ̯x
zut͡suː
Gibichs
Strandʃtʁant
anaːˈʔɛn
dendeːn
Rheinʁaɪ̯n
.
GUNTHER
Willkommenvɪlˈkɔmən
hiess'
ichɪç
ihniːn
gernɡɛʁn
!
Horn auf dem Theater, näher, aber immer noch fern. Beide lauschen
GUNTHER
Vomfɔm
Rheinʁaɪ̯n
ertöntɛɐ̯ˈtøːnt
dasdas
Hornhɔʁn
.
ist an das Ufer gegangen, späht den Fluss hinab und ruft zurück
HAGEN
Iniˈʔɛn
einemˈaɪ̯nəm
Nachenˈnaxn̩
Heldhɛlt
undʊnt
Rossʁɔs
!
Derdeːɐ̯
blästblɛːst
sozoː
munterˈmʊntɐ
dasdas
Hornhɔʁn
!
Gunther bleibt auf halbem Wege lauschend zurück
HAGEN
Einaɪ̯n
gemächlicherɡəˈmɛːçlɪçɐ
Schlagʃlaːk
,
wieviː
vonfɔn
müssiger
Handhant
,
treibttʁaɪ̯pt
jachjax
dendeːn
Kahnkaːn
widerˈviːdɐ
dendeːn
Stromʃtʁoːm
;
sozoː
rüstigerˈʁʏstɪɡɐ
Kraftkʁaft
iniˈʔɛn
desdɛs
Rudersˈʁuːdɐs
Schwungʃvʊŋ
rühmtʁyːmt
sichzɪç
nurnuːɐ̯
derdeːɐ̯
,
derdeːɐ̯
dendeːn
Wurmvʊʁm
erschlugɛɐ̯ˈʃluːk
.
Siegfriedˈziːkfʁiːt
istɪst
eseːs
,
sicherˈzɪçɐ
keinkaɪ̯n
andrerˈandərər
!
GUNTHER
Jagtjaːkt
ereːɐ̯
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
?
durch die hohlen Hände nach dem Flusse rufend
HAGEN
Hoiho
!
Wohinvoˈhɪn
,
duduː
heitrerˈhaɪ̯tʁɐ
Heldhɛlt
?
aus der Ferne, vom Flusse her
SIEGFRIEDS STIMME
Zut͡suː
Gibichs
starkemˈʃtaʁkəm
Sohneˈzoːnə
.
HAGEN
Zut͡suː
seinerˈzaɪ̯nɐ
Halleˈhalə
entbiet'
ichɪç
dichdɪç
.
Siegfried erscheint im Kahn am Ufer
HAGEN
Hieher
!
Hierhiːɐ̯
legeˈleːɡə
anaːˈʔɛn
!
Siegfried, Hagen, Gunther und Gutrune. Siegfried legt mit dem Kahne an und springt, nachdem Hagen den Kahn mit der Kette am Ufer festgeschlossen hat, mit dem Rosse auf den Strand
HAGEN
Heilhaɪ̯l
!
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
teurerˈtɔɪ̯ʁɐ
Heldhɛlt
!
Gunther ist zu Hagen an das Ufer getreten. Gutrune blickt vom Hochsitze aus in staunender Bewunderung auf Siegfried. Gunther will freundlichen Gruss bieten. Alle sind in gegenseitiger stummer Betrachtung gefesselt
auf sein Ross gelehnt, bleibt ruhig am Kahne stehen
SIEGFRIED
Werveːɐ̯
istɪst
Gibichs
Sohnzoːn
?
GUNTHER
Guntherˈɡʊntɐ
,
ichɪç
,
dendeːn
duduː
suchstzuːxst
.
SIEGFRIED
Dichdɪç
hört'
ichɪç
rühmenˈʁyːmən
weitvaɪ̯t
amaːm
Rheinʁaɪ̯n
:
nunnuːn
fichtfɪçt
mitmɪt
mirmiːɐ̯
,
oderˈoːdɐ
seizaɪ̯
meinmaɪ̯n
Freundfʁɔɪ̯nt
!
GUNTHER
Lasslas
dendeːn
Kampfkamp͡f
!
Seizaɪ̯
willkommenvɪlˈkɔmən
!
sieht sich ruhig um
SIEGFRIED
Wovoː
berg'
ichɪç
meinmaɪ̯n
Rossʁɔs
?
HAGEN
Ichɪç
biet'
ihmiːm
Rastʁast
.
zu Hagen gewendet
SIEGFRIED
Duduː
riefstʁiːfst
michmɪç
Siegfriedˈziːkfʁiːt
:
sahstzaːst
duduː
michmɪç
schonʃoːn
?
HAGEN
Ichɪç
kannteˈkantə
dichdɪç
nurnuːɐ̯
anaːˈʔɛn
deinerˈdaɪ̯nɐ
Kraftkʁaft
.
indem er an Hagen das Ross übergibt
SIEGFRIED
Wohlvoːl
hüteˈhyːtə
mirmiːɐ̯
Graneˈɡʁaːnə
!
Duduː
hieltestˈhiːltəst
nieniː
vonfɔn
edlererˈeːdləʁɐ
Zuchtt͡sʊxt
amaːm
Zaumeˈt͡saʊ̯mə
einaɪ̯n
Rossʁɔs
.
Hagen führt das Ross rechts hinter die Halle ab. Während Siegfried ihm gedankenvoll nachblickt, entfernt sich auch Gutrune, durch einen Wink Hagens bedeutet, von Siegfried unbemerkt, nach links durch eine Tür in ihr Gemach. Gunther schreitet mit Siegfried, den er dazu einlädt, in die Halle vor
GUNTHER
Begrüsse
frohfʁoː
,
o
Heldhɛlt
,
diedaɪ
Halleˈhalə
meinesˈmaɪ̯nəs
Vatersˈfaːtɐs
;
wohinvoˈhɪn
duduː
schreitestˈʃʁaɪ̯təst
,
wasvas
duduː
ersiehstɛɐ̯ˈziːst
,
dasdas
achteˈaxtə
nunnuːn
deindaɪ̯n
Eigenˈaɪ̯ɡn̩
:
deindaɪ̯n
istɪst
meinmaɪ̯n
Erbeˈɛʁbə
,
Landlant
undʊnt
Leut'
,
hilfhɪlf
,
meinmaɪ̯n
Leiblaɪ̯p
,
meinemˈmaɪ̯nəm
Eideˈaɪ̯də
!
Michmɪç
selbstzɛlpst
geb'
ichɪç
zumt͡sʊm
Mannman
.
SIEGFRIED
Nichtnɪçt
Landlant
nochnɔx
Leuteˈlɔɪ̯tə
bieteˈbiːtə
ichɪç
,
nochnɔx
Vatersˈfaːtɐs
Haushaʊ̯s
undʊnt
Hofhoːf
:
einzigˈaɪ̯nt͡sɪk
erbt'
ichɪç
dendeːn
eignenˈaɪ̯ɡnən
Leiblaɪ̯p
;
lebendˈleːbm̩t
zehr'
ichɪç
dendeːn
aufaʊ̯f
.
Nurnuːɐ̯
einaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
hab'
ichɪç
,
selbstzɛlpst
geschmiedetɡəˈʃmiːdət
:
hilfhɪlf
,
meinmaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
,
meinemˈmaɪ̯nəm
Eideˈaɪ̯də
!
Dasdas
biet'
ichɪç
mitmɪt
mirmiːɐ̯
zumt͡sʊm
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
.
der zurückgekommen ist und jetzt hinter Siegfried steht
HAGEN
Dochdɔx
desdɛs
Niblungenhortes
nenntnɛnt
diedaɪ
Märeˈmɛːʁə
dichdɪç
Herrnhɛʁn
?
sich zu Hagen umwendend
SIEGFRIED
Desdɛs
Schatzesˈʃat͡səs
vergass
ichɪç
fastfast
:
sozoː
schätz'
ichɪç
seinzaɪ̯n
müss'ges
Gutɡuːt
!
Iniˈʔɛn
einerˈaɪ̯nɐ
Höhleˈhøːlə
liess
ich's
liegenˈliːɡn̩
,
wovoː
einaɪ̯n
Wurmvʊʁm
eseːs
einstaɪ̯nst
bewacht'
.
HAGEN
Undʊnt
nichtsnɪçt͡s
entnahmstˌɛntˈnaːmst
duduː
ihmiːm
?
auf das stählerne Netzgewirk deutend, das er im Gürtel hängen hat
SIEGFRIED
Diesdaɪs
Gewirkɡəˈvɪʁk
,
unkund
seinerˈzaɪ̯nɐ
Kraftkʁaft
.
HAGEN
Dendeːn
Tarnhelm
kenn'
ichɪç
,
derdeːɐ̯
Niblungen
künstlichesˈkʏnstlɪçəs
Werkvɛʁk
:
ereːɐ̯
taugttaʊ̯kt
,
bedecktbəˈdɛkt
ereːɐ̯
deindaɪ̯n
Haupthaʊ̯pt
,
dirdiːɐ̯
zut͡suː
tauschenˈtaʊ̯ʃn̩
jedeˈjeːdə
Gestaltɡəˈʃtalt
;
verlangtfɛɐ̯ˈlaŋt
dich's
anaːˈʔɛn
fernstenˈfɛʁnstn̩
Ortɔʁt
,
ereːɐ̯
entführtɛntˈfyːɐ̯t
flugsfluːks
dichdɪç
dahindaˈhɪn
.
Sonstzɔnst
nichtsnɪçt͡s
entnahmstˌɛntˈnaːmst
duduː
demdeːm
Horthɔʁt
?
SIEGFRIED
Einenˈaɪ̯nən
Ringʁɪŋ
.
HAGEN
Dendeːn
hütestˈhyːtəst
duduː
wohlvoːl
?
SIEGFRIED
Dendeːn
hütetˈhyːtət
einaɪ̯n
hehresˈheːʁəs
Weibvaɪ̯p
.
für sich
HAGEN
Brünnhild'
!...
GUNTHER
Nichtnɪçt
,
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
sollstzɔlst
duduː
mirmiːɐ̯
tauschenˈtaʊ̯ʃn̩
:
Tandtant
gäb'
ichɪç
fürfyːɐ̯
deindaɪ̯n
Geschmeid
,
nähmstnɛːmst
all'
meinmaɪ̯n
Gutɡuːt
duduː
dafürdaˈfyːɐ̯
.
Ohn'
Entgeltɛntˈɡɛlt
dien'
ichɪç
dirdiːɐ̯
gernɡɛʁn
.
Hagen ist zu Gutrunes Türe gegangen und öffnet sie jetzt. Gutrune tritt heraus, sie trägt ein gefülltes Trinkhorn und naht damit Siegfried
GUTRUNE
Willkommenvɪlˈkɔmən
,
Gastɡaːst
,
iniˈʔɛn
Gibichs
Haushaʊ̯s
!
Seineˈzaɪ̯nə
Tochterˈtɔxtɐ
reichtʁaɪ̯çt
dirdiːɐ̯
dendeːn
Tranktʁaŋk
.
neigt sich ihr freundlich und ergreift das Horn; er hält es gedankenvoll vor sich hin und sagt leise
SIEGFRIED
Vergäss'
ichɪç
allesˈaləs
,
wasvas
duduː
mirmiːɐ̯
gabstɡaːpst
,
vonfɔn
einerˈaɪ̯nɐ
Lehreˈleːʁə
lass'
ichɪç
dochdɔx
nieniː
:
dendeːn
erstenˈeːɐ̯stn̩
Trunktʁʊŋk
zut͡suː
treuertʁɔɪ̯ɐ
Minneˈmɪnə
,
Brünnhilde
,
bring'
ichɪç
dirdiːɐ̯
!
Er setzt das Trinkhorn an und trinkt in einem langen Zuge. Er reicht das Horn an Gutrune zurück, die verschämt und verwirrt ihre Augen vor ihm niederschlägt
heftet den Blick mit schnell entbrannter Leidenschaft auf sie
SIEGFRIED
Diedaɪ
sozoː
mitmɪt
demdeːm
Blitzblɪt͡s
dendeːn
Blickblɪk
duduː
mirmiːɐ̯
sengstzɛŋst
,
wasvas
senkstzɛŋkst
duduː
deindaɪ̯n
Augeˈaʊ̯ɡə
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
?
Gutrune schlägt errötend das Auge zu ihm auf
SIEGFRIED
Haha
,
schönstesˈʃøːnstəs
Weibvaɪ̯p
!
Schliesse[ˈʃliːsən]
dendeːn
Blickblɪk
;
dasdas
Herzhɛʁt͡s
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Brustbʁʊst
brenntbʁɛnt
mirmiːɐ̯
seinzaɪ̯n
Strahlʃtʁaːl
:
zut͡suː
feurigenˈfɔɪ̯ʁɪɡn̩
Strömenˈʃtʁøːmən
fühl'
ichɪç
ihniːn
zehrendˈt͡seːʁənt
zündenˈt͡sʏndn̩
meinmaɪ̯n
Blutbluːt
!
mit bebender Stimme
SIEGFRIED
Guntherˈɡʊntɐ
,
wieviː
heisst
deineˈdaɪ̯nə
Schwesterˈʃvɛstɐ
?
leise
SIEGFRIED
Sind's
guteˈɡuːtə
Runenˈʁuːnən
,
diedaɪ
ihremˈiːʁəm
Aug'
ichɪç
entrateɛntˈʁaːtə
?
Er fasst Gutrune mit feurigem Ungestüm bei der Hand
SIEGFRIED
Deinemˈdaɪ̯nəm
Bruderˈbʁuːdɐ
botboːt
ichɪç
michmɪç
zumt͡sʊm
Mannman
:
derdeːɐ̯
Stolzeˈʃtɔlt͡sə
schlugʃluːk
michmɪç
ausaʊ̯s
;
trügsttʁyːkst
duduː
,
wieviː
ereːɐ̯
,
mirmiːɐ̯
Übermut
,
böt'
ichɪç
michmɪç
dirdiːɐ̯
zumt͡sʊm
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
?
Gutrune trifft unwillkürlich auf Hagens Blick. Sie neigt demütig das Haupt, und mit einer Gebärde, als fühle sie sich seiner nicht wert, verlässt sie schwankenden Schrittes wieder die Halle
von Hagen und Gunther aufmerksam beobachtet, blickt ihr, wie festgezaubert, nach; dann, ohne sich umzuwenden, fragt er:
SIEGFRIED
Hasthast
duduː
,
Guntherˈɡʊntɐ
,
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
?
GUNTHER
Nichtnɪçt
freit'
ichɪç
nochnɔx
,
undʊnt
einerˈaɪ̯nɐ
Fraufʁaʊ̯
sollzɔl
ichɪç
michmɪç
schwerlichˈʃveːɐ̯lɪç
freun
!
Aufaʊ̯f
eineˈaɪ̯nə
setzt'
ichɪç
dendeːn
Sinnzɪn
,
diedaɪ
keinkaɪ̯n
Ratʁaːt
mirmiːɐ̯
jejeː
gewinntɡəˈvɪnt
.
wendet sich lebhaft zu Gunther
SIEGFRIED
Wasvas
wär'
dirdiːɐ̯
versagtfɛɐ̯ˈzaːkt
,
steh'
ichɪç
zut͡suː
dirdiːɐ̯
?
GUNTHER
Aufaʊ̯f
Felsenˈfɛlzn̩
hochhoːx
ihriːɐ̯
Sitzzɪt͡s
-
mit verwunderungsvoller Hast einfallend
SIEGFRIED
"
Aufaʊ̯f
Felsenˈfɛlzn̩
hochhoːx
ihriːɐ̯
Sitzzɪt͡s
;"
GUNTHER
einaɪ̯n
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
umbrennt
dendeːn
Saalzaːl
-
SIEGFRIED
"
einaɪ̯n
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
umbrennt
dendeːn
Saalzaːl
"...
?
GUNTHER
Nurnuːɐ̯
werveːɐ̯
durchdʊʁç
dasdas
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
brichtbʁɪçt
-
mit der heftigsten Anstrengung, um eine Erinnerung festzuhalten
SIEGFRIED
"
Nurnuːɐ̯
werveːɐ̯
durchdʊʁç
dasdas
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
brichtbʁɪçt
"...
?
GUNTHER
-
darfdaʁf
Brünnhildes
Freierˈfʁaɪ̯ɐ
seinzaɪ̯n
.
Siegfried drückt durch eine Gebärde aus, dass bei Nennung von Brünnhildes Namen die Erinnerung ihm vollends ganz schwindet
GUNTHER
Nunnuːn
darfdaʁf
ichɪç
dendeːn
Felsfɛls
nichtnɪçt
erklimmenɛɐ̯ˈklɪmən
;
dasdas
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
verglimmtfɛɐ̯ˈɡlɪmt
mirmiːɐ̯
nieniː
!
kommt aus einem traumartigen Zustand zu sich und wendet sich mit übermütiger Lustigkeit zu Gunther
SIEGFRIED
Ichɪç
-
fürchteˈfʏʁçtə
keinkaɪ̯n
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
,
fürfyːɐ̯
dichdɪç
freifʁaɪ̯
ichɪç
diedaɪ
Fraufʁaʊ̯
;
denndɛn
deindaɪ̯n
Mannman
binbɪn
ichɪç
,
undʊnt
meinmaɪ̯n
Mutmuːt
istɪst
deindaɪ̯n
,
gewinn'
ichɪç
mirmiːɐ̯
Gutrun'
zumt͡sʊm
Weibvaɪ̯p
.
GUNTHER
Gutrune
gönn'
ichɪç
dirdiːɐ̯
gerneˈɡɛʁnə
.
SIEGFRIED
Brünnhilde
bring'
ichɪç
dirdiːɐ̯
.
GUNTHER
Wieviː
willstvɪlst
duduː
sieziː
täuschenˈtɔɪ̯ʃn̩
?
SIEGFRIED
Durchdʊʁç
desdɛs
Tarnhelms
Trugtʁuːk
tausch'
ichɪç
mirmiːɐ̯
deineˈdaɪ̯nə
Gestaltɡəˈʃtalt
.
GUNTHER
Sozoː
stelleˈʃtɛlə
Eideˈaɪ̯də
zumt͡sʊm
Schwurʃvuːɐ̯
!
SIEGFRIED
Blut-Brüderschaft
schwöreˈʃvøːʁə
einaɪ̯n
Eidaɪ̯t
!
Hagen füllt ein Trinkhorn mit frischem Wein; dieses hält er dann Siegfried und Gunther hin, welche sich mit ihren Schwertern die Arme ritzen und diese eine kurze Zeit über die Öffnung des Trinkhornes halten. Siegfried und Gunther legen zwei ihrer Finger auf das Horn, welches Hagen fortwährend in ihrer Mitte hält.
SIEGFRIED
Blühendenˈblyːəndn̩
Lebensˈleːbn̩s
labendesˈlaːbn̩dəs
Blutbluːt
träufelt'
ichɪç
iniˈʔɛn
dendeːn
Tranktʁaŋk
.
GUNTHER
Bruder-brünstig
mutigˈmuːtɪk
gemischtɡəˈmɪʃt
,
blüh'
imiˈʔɛm
Tranktʁaŋk
unserˈʊnzɐ
Blutbluːt
.
BEIDE
Treueˈtʁɔɪ̯ə
trink'
ichɪç
demdeːm
Freundfʁɔɪ̯nt
.
Frohfʁoː
undʊnt
freifʁaɪ̯
entblühe
demdeːm
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
,
Blut-Brüderschaft
heut'
!
GUNTHER
Brichtbʁɪçt
einaɪ̯n
Bruderˈbʁuːdɐ
dendeːn
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
,
SIEGFRIED
Trügttʁyːkt
dendeːn
Treuenˈtʁɔɪ̯ən
derdeːɐ̯
Freundfʁɔɪ̯nt
,
BEIDE
Wasvas
iniˈʔɛn
Tropfenˈtʁɔp͡fn̩
heut'
holdhɔlt
wirviːɐ̯
trankenˈtʁaŋkn̩
,
iniˈʔɛn
Strahlenˈʃtʁaːlən
ström'
eseːs
dahindaˈhɪn
,
frommeˈfʁɔmə
Sühneˈzyːnə
demdeːm
Freundfʁɔɪ̯nt
!
trinkt und reicht das Horn Siegfried
GUNTHER
Sozoː
-
biet'
ichɪç
dendeːn
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
.
SIEGFRIED
Sozoː
-
trink'
ichɪç
dirdiːɐ̯
Treu'
!
Er trinkt und hält das geleerte Trinkhorn Hagen hin. Hagen zerschlägt mit seinem Schwerte das Horn in zwei Stücke. Siegfried und Gunther reichen sich die Hände
betrachtet Hagen, welcher während des Schwures hinter ihm gestanden
SIEGFRIED
Wasvas
nahmstnaːmst
duduː
amaːm
Eideˈaɪ̯də
nichtnɪçt
teiltaɪ̯l
?
HAGEN
Meinmaɪ̯n
Blutbluːt
verdürb'
euchɔɪ̯ç
dendeːn
Tranktʁaŋk
;
nichtnɪçt
fliesst
mir's
echtɛçt
undʊnt
edelˈeːdl̩
wieviː
euchɔɪ̯ç
;
störrischˈʃtœʁɪʃ
undʊnt
kaltkalt
stockt's
iniˈʔɛn
mirmiːɐ̯
;
nichtnɪçt
will's
diedaɪ
Wangeˈvaŋə
mirmiːɐ̯
rötenˈʁøːtn̩
.
Drumdʁʊm
bleibtblaɪ̯pt
ichɪç
fernfɛʁn
vomfɔm
feurigenˈfɔɪ̯ʁɪɡn̩
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
.
zu Siegfried
GUNTHER
Lasslas
dendeːn
unfrohen
Mannman
!
hängt sich den Schild wieder über
SIEGFRIED
Frischfʁɪʃ
aufaʊ̯f
diedaɪ
Fahrtfaːɐ̯t
!
Dortdɔʁt
liegtliːkt
meinmaɪ̯n
Schiffʃɪf
;
schnellʃnɛl
führtfyːɐ̯t
eseːs
zumt͡sʊm
Felsenˈfɛlzn̩
.
Er tritt näher zu Gunther und bedeutet diesen
SIEGFRIED
Eineˈaɪ̯nə
Nachtnaxt
amaːm
Uferˈuːfɐ
harrsthaʁst
duduː
imiˈʔɛm
Nachenˈnaxn̩
;
diedaɪ
Fraufʁaʊ̯
fährstfɛːɐ̯st
duduː
danndan
heimhaɪ̯m
.
Er wendet sich zum Fortgehen und winkt Gunther, ihm zu folgen
GUNTHER
Rastestˈʁastəst
duduː
nichtnɪçt
zuvort͡suˈfoːɐ̯
?
SIEGFRIED
Umʊm
diedaɪ
Rückkehrˈʁʏkˌkeːɐ̯
istɪst
mir's
jachjax
!
Er geht zum Ufer, um das Schiff loszubinden
GUNTHER
Duduː
,
Hagenˈhaːɡn̩
,
bewachebəˈvaxə
diedaɪ
Halleˈhalə
!
Er folgt Siegfried zum Ufer. - Während Siegfried und Gunther, nachdem sie ihre Waffen darin niedergelegt, im Schiff das Segel aufstecken und alles zur Abfahrt bereit machen, nimmt Hagen seinen Speer und Schild. Gutrune erscheint an der Tür ihres Gemachs, als soeben Siegfried das Schiff abstösst, welches sogleich der Mitte des Stromes zutreibt.
GUTRUNE
Wohinvoˈhɪn
eilenˈaɪ̯lən
diedaɪ
Schnellenˈʃnɛlən
?
während er sich gemächlich mit Schild und Speer vor der Halle niedersetzt
HAGEN
Zut͡suː
Schiffʃɪf
-
Brünnhild'
zut͡suː
frein
.
GUTRUNE
Siegfriedˈziːkfʁiːt
?
HAGEN
Sieh'
,
wie's
ihniːn
treibttʁaɪ̯pt
,
zumt͡sʊm
Weibvaɪ̯p
dichdɪç
zut͡suː
gewinnenɡəˈvɪnən
!
GUTRUNE
Siegfriedˈziːkfʁiːt
-
meinmaɪ̯n
!
Sie geht, lebhaft erregt, in ihr Gemach zurück. Siegfried hat das Ruder erfasst und treibt jetzt mit dessen Schlägen den Nachen stromabwärts, so dass dieser bald gänzlich ausser Gesicht kommt
sitzt mit dem Rücken an den Pfosten der Halle gelehnt, bewegungslos
HAGEN
Hierhiːɐ̯
sitz'
ichɪç
zurt͡suːɐ̯
Wachtvaxt
,
wahreˈvaːʁə
dendeːn
Hofhoːf
,
wehreˈveːʁə
diedaɪ
Halleˈhalə
demdeːm
Feindfaɪ̯nt
.
Gibichs
Sohneˈzoːnə
wehetˈveːət
derdeːɐ̯
Windvɪnt
,
aufaʊ̯f
Werbenˈvɛʁbm̩
fährtfɛːɐ̯t
ereːɐ̯
dahindaˈhɪn
.
lhm
führtfyːɐ̯t
dasdas
Steuerˈʃtɔɪ̯ɐ
einaɪ̯n
starkerˈʃtaʁkɐ
Heldhɛlt
,
Gefahrɡəˈfaːɐ̯
ihmiːm
willvɪl
ereːɐ̯
bestehn
:
Diedaɪ
eigneˈaɪ̯ɡnə
Brautbʁaʊ̯t
ihmiːm
bringtbʁɪŋt
ereːɐ̯
zumt͡sʊm
Rheinʁaɪ̯n
;
mirmiːɐ̯
aberˈaːbɐ
bringtbʁɪŋt
ereːɐ̯
-
dendeːn
Ringʁɪŋ
!
Ihriːɐ̯
freienˈfʁaɪ̯ən
Söhneˈzøːnə
,
froheˈfʁoːə
Gesellenɡəˈzɛlən
,
segeltˈzeːɡl̩t
nurnuːɐ̯
lustigˈlʊstɪk
dahindaˈhɪn
!
Dünktdʏŋkt
ereːɐ̯
euchɔɪ̯ç
niedrigˈniːdʁɪk
,
ihriːɐ̯
dientdiːnt
ihmiːm
dochdɔx
,
desdɛs
Niblungen
Sohnzoːn
.
Ein Teppich, welcher dem Vordergrunde zu die Halle einfasste, schlägt zusammen und schliesst die Bühne vor dem Zuschauer ab. Nachdem während eines kurzen Orchester-Zwischenspieles der Schauplatz verwandelt ist, wird der Teppich gänzlich aufgezogen
Brünnhilde, Waltraute, Siegfried. Die Felsenhöhle (wie im Vorspiel. Brünnhilde sitzt am Eingange des Steingemaches, in stummen Sinnen Siegfrieds Ring betrachtend; von wonniger Erinnerung überwältigt, bedeckt sie ihn mit Küssen. Ferner Donner lässt sich vernehmen, sie blickt auf und lauscht. Dann wendet sie sich wieder zu dem Ring. Ein feuriger Blitz. Sie lauscht von neuem und späht nach der Ferne, von woher eine finstre
Gewitterwolke dem Felsensaume zuzieht
BRÜNNHILDE
Altgewohntes
Geräuschɡəˈʁɔɪ̯ʃ
rauntʁaʊ̯nt
meinemˈmaɪ̯nəm
Ohroːɐ̯
diedaɪ
Ferneˈfɛʁnə
.
Einaɪ̯n
Luftross
jagtjaːkt
imiˈʔɛm
Laufeˈlaʊ̯fə
daherdaˈheːɐ̯
;
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Wolkeˈvɔlkə
fährtfɛːɐ̯t
eseːs
wetterndˈvɛtɐnt
zumt͡sʊm
Felsfɛls
.
Werveːɐ̯
fandfant
michmɪç
Einsameˈaɪ̯nzaːmə
aufaʊ̯f
?
aus der Ferne
WALTRAUTES STIMME
Brünnhilde
!
Schwesterˈʃvɛstɐ
!
Schläfstʃlɛːfst
oderˈoːdɐ
wachstvakst
duduː
?
fährt vom Sitze auf
BRÜNNHILDE
Waltrautes
Rufʁuːf
,
sozoː
wonnig
mirmiːɐ̯
kundkʊnt
!
in die Szene rufend
BRÜNNHILDE
Kommstkɔmst
duduː
,
Schwesterˈʃvɛstɐ
?
Schwingstʃvɪŋst
dichdɪç
kühnkyːn
zut͡suː
mirmiːɐ̯
herheːɐ̯
?
sie eilt nach dem Felsrande
BRÜNNHILDE
Dortdɔʁt
imiˈʔɛm
Tanntan
-
dirdiːɐ̯
nochnɔx
vertrautfɛɐ̯ˈtʁaʊ̯t
-
steigeˈʃtaɪ̯ɡə
vomfɔm
Rossʁɔs
undʊnt
stell'
dendeːn
Rennerˈʁɛnɐ
zurt͡suːɐ̯
Rastʁast
!
Sie stürmt in den Tann, von wo ein starkes Geräusch, gleich einem Gewitterschlage, sich vernehmen lässt. Dann kommt sie in heftiger Bewegung mit Waltraute zurück; sie bleibt freudig erregt, ohne Waltrautes ängstliche Scheu zu beachten
BRÜNNHILDE
Kommstkɔmst
duduː
zut͡suː
mirmiːɐ̯
?
Bistbɪst
duduː
sozoː
kühnkyːn
,
magstmaːkst
ohneˈoːnə
Grauenˈɡʁaʊ̯ən
Brünnhild'
bietenˈbiːtn̩
dendeːn
Grussɡʁuːs
?
WALTRAUTE
Einzigˈaɪ̯nt͡sɪk
dirdiːɐ̯
nurnuːɐ̯
galtɡalt
meineˈmaɪ̯nə
Eil'
!
in höchster freudiger Aufgeregtheit
BRÜNNHILDE
Sozoː
wagtestˈvaːktəst
duduː
,
Brünnhild'
zulieb
,
Walvatersˈvalˌfaːtɐs
Bannban
zut͡suː
brechenˈbʁɛçn̩
?
Oderˈoːdɐ
wieviː
-
o
sag'
-
wär'
widerˈviːdɐ
michmɪç
Wotansˈvoːtaːns
Sinnzɪn
erweichtɛɐ̯ˈvaɪ̯çt
?
Alsals
demdeːm
Gottɡɔt
entgegenɛntˈɡeːɡn̩
Siegmundˈziːkmʊnt
ichɪç
schützteˈʃʏt͡stə
,
fehlendˈfeːlənt
-
ichɪç
weissvaɪ̯s
eseːs
-
erfüllt'
ichɪç
dochdɔx
seinenˈzaɪ̯nən
Wunschvʊnʃ
.
Dassdas
seinzaɪ̯n
Zornt͡sɔʁn
sichzɪç
verzogenfɛɐ̯ˈt͡soːɡn̩
,
weissvaɪ̯s
ichɪç
auchaʊ̯x
;
denndɛn
verschlossfɛɐ̯ˈʃlɔs
ereːɐ̯
michmɪç
gleichɡlaɪ̯ç
iniˈʔɛn
Schlafʃlaːf
,
fesselt'
ereːɐ̯
michmɪç
aufaʊ̯f
dendeːn
Felsfɛls
,
wiesviːs
ereːɐ̯
demdeːm
Mannman
michmɪç
zurt͡suːɐ̯
Magdmaːkt
,
derdeːɐ̯
amaːm
Wegveːk
michmɪç
fänd'
undʊnt
erweckt'
,
meinerˈmaɪ̯nɐ
bangenˈbaŋən
Bitteˈbɪtə
dochdɔx
gabɡaːp
ereːɐ̯
Gunstɡʊnst
:
mitmɪt
zehrendemˈt͡seːʁəndəm
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
umzogˈʊmˌt͡soːk
ereːɐ̯
dendeːn
Felsfɛls
,
demdeːm
Zagenˈt͡saːɡn̩
zut͡suː
wehrenˈveːʁən
dendeːn
Wegveːk
.
Sozoː
zurt͡suːɐ̯
Seligstenˈzeːˌlɪkstn̩
schufʃuːf
michmɪç
diedaɪ
Strafeˈʃtʁaːfə
:
derdeːɐ̯
herrlichsteˈhɛʁlɪçstə
Heldhɛlt
gewannɡəˈvan
michmɪç
zumt͡sʊm
Weibvaɪ̯p
!
Iniˈʔɛn
seinerˈzaɪ̯nɐ
Liebeˈliːbə
leucht'
undʊnt
lach'
ichɪç
heut'
aufaʊ̯f
.
Sie umarmt Waltraute unter stürmischen Freudenbezeigungen, welche diese mit scheuer Ungeduld abzuwehren sucht
BRÜNNHILDE
Lockteˈlɔktə
dichdɪç
,
Schwesterˈʃvɛstɐ
,
meinmaɪ̯n
Losloːs
?
Anaːˈʔɛn
meinerˈmaɪ̯nɐ
Wonneˈvɔnə
willstvɪlst
duduː
dichdɪç
weidenˈvaɪ̯dn̩
,
teilenˈtaɪ̯lən
,
wasvas
michmɪç
betrafbəˈtʁaːf
?
heftig
WALTRAUTE
Teilenˈtaɪ̯lən
dendeːn
Taumelˈtaʊ̯ml̩
,
derdeːɐ̯
dichdɪç
Törinˈtøːʁɪn
erfasstɛɐ̯ˈfast
?
Einaɪ̯n
andres[ˈʔandʁəs]
bewogbəˈvoːk
michmɪç
iniˈʔɛn
Angstaŋst
,
zut͡suː
brechenˈbʁɛçn̩
Wotansˈvoːtaːns
Gebotɡəˈboːt
.
Brünnhilde gewahrt hier erst mit Befremdung die wildaufgeregte Stimmung Waltrautes
BRÜNNHILDE
Angstaŋst
undʊnt
Furchtfʊʁçt
fesselnˈfɛsl̩n
dichdɪç
Armeˈaʁmə
?
Sozoː
verziehfɛɐ̯ˈt͡siː
derdeːɐ̯
Strengeˈʃtʁɛŋə
nochnɔx
nichtnɪçt
?
Duduː
zagstt͡saːkst
vorfoːɐ̯
desdɛs
Strafendenˈʃtʁaːfn̩dən
Zornt͡sɔʁn
?
düster
WALTRAUTE
Dürft'
ichɪç
ihniːn
fürchtenˈfʏʁçtn̩
,
meinerˈmaɪ̯nɐ
Angstaŋst
fänd'
ichɪç
einaɪ̯n
End'
!
BRÜNNHILDE
Staunendˈʃtaʊ̯nənt
versteh'
ichɪç
dichdɪç
nichtnɪçt
!
WALTRAUTE
Wehreˈveːʁə
derdeːɐ̯
Wallungˈvalʊŋ
:
achtsamˈaxtˌsaːm
höreˈhøːʁə
michmɪç
anaːˈʔɛn
!
Nachnaːx
Walhallˈvalhal
wiederˈviːdɐ
drängtdʁɛŋt
michmɪç
diedaɪ
Angstaŋst
,
diedaɪ
vonfɔn
Walhallˈvalhal
hierherˈhiːɐ̯ˈheːɐ̯
michmɪç
triebtʁiːp
.
erschrocken
BRÜNNHILDE
Wasvas
ist's
mitmɪt
dendeːn
ewigenˈeːvɪɡn̩
Götternˈɡœtɐn
?
WALTRAUTE
Höreˈhøːʁə
mitmɪt
Sinnzɪn
,
wasvas
ichɪç
dirdiːɐ̯
sageˈzaːɡə
!
Seitzaɪ̯t
ereːɐ̯
vonfɔn
dirdiːɐ̯
geschiedenɡəˈʃiːdn̩
,
zurt͡suːɐ̯
Schlachtʃlaxt
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
schickteˈʃɪktə
unsʊns
Wotanˈvoːtaːn
;
irrɪʁ
undʊnt
ratlosˈʁaːtloːs
rittenˈʁɪtn̩
wirviːɐ̯
ängstlichˈɛŋstlɪç
zut͡suː
Heerheːɐ̯
;
Walhallsˈvalhals
mutigeˈmuːtɪɡə
Heldenˈhɛldn̩
miedmiːt
Walvaterˈvalˌfaːtɐ
.
Einsamˈaɪ̯nzaːm
zut͡suː
Rossʁɔs
,
ohneˈoːnə
Ruh'
nochnɔx
Rastʁast
,
durchschweift
ereːɐ̯
alsals
Wandrerˈvandʁɐ
diedaɪ
Weltvɛlt
.
Jüngstjʏŋst
kehrteˈkeːɐ̯tə
ereːɐ̯
heimhaɪ̯m
;
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Handhant
hielthiːlt
ereːɐ̯
seinesˈzaɪ̯nəs
Speeresˈʃpeːʁəs
Splitterˈʃplɪtɐ
:
diedaɪ
hatteˈhatə
einaɪ̯n
Heldhɛlt
ihmiːm
geschlagenɡəˈʃlaːɡn̩
.
Mitmɪt
stummemˈʃtʊməm
Winkvɪŋk
Walhallsˈvalhals
Edleˈeːdlə
wiesviːs
ereːɐ̯
zumt͡sʊm
Forstfɔʁst
,
diedaɪ
Weltesche
zut͡suː
fällenˈfɛlən
.
Desdɛs
Stammesˈʃtaməs
Scheiteˈʃaɪ̯tə
hiess
ereːɐ̯
sieziː
schichtenˈʃɪçtn̩
zut͡suː
ragendemˈʁaːɡn̩dəm
Haufhaʊ̯f
ringsʁɪŋs
umʊm
derdeːɐ̯
Seligenˈzeːˌlɪɡn̩
Saalzaːl
.
Derdeːɐ̯
Götterˈɡœtɐ
Ratʁaːt
liess
ereːɐ̯
berufenbəˈʁuːfn̩
;
dendeːn
Hochsitzˈhoːxˌzɪt͡s
nahmnaːm
heiligˈhaɪ̯lɪk
ereːɐ̯
einaɪ̯n
:
ihmiːm
zut͡suː
Seitenˈzaɪ̯tn̩
hiess
ereːɐ̯
diedaɪ
Bangenˈbaŋən
sichzɪç
setzenˈzɛt͡sn̩
,
iniˈʔɛn
Ringʁɪŋ
undʊnt
Reih'
diedaɪ
Hall'
erfüllenɛɐ̯ˈfʏlən
diedaɪ
Heldenˈhɛldn̩
.
Sozoː
sitztzɪt͡st
ereːɐ̯
,
sagtzaːkt
keinkaɪ̯n
Wortvɔʁt
,
aufaʊ̯f
hehremˈheːʁəm
Sitzeˈzɪt͡sə
stummʃtʊm
undʊnt
ernstɛʁnst
,
desdɛs
Speeresˈʃpeːʁəs
Splitterˈʃplɪtɐ
festfɛst
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Faustfaʊ̯st
;
Holdas
Äpfelˈɛp͡fl̩
rührtʁyːɐ̯t
ereːɐ̯
nichtnɪçt
anaːˈʔɛn
.
Staunenˈʃtaʊ̯nən
undʊnt
Bangenˈbaŋən
bindenˈbɪndn̩
starrʃtaʁ
diedaɪ
Götterˈɡœtɐ
.
Seineˈzaɪ̯nə
Rabenˈʁaːbm̩
beideˈbaɪ̯də
sandt'
ereːɐ̯
aufaʊ̯f
Reiseˈʁaɪ̯zə
:
kehrtenˈkeːɐ̯tn̩
diedaɪ
einstaɪ̯nst
mitmɪt
guterˈɡuːtɐ
Kundeˈkʊndə
zurückt͡suˈʁʏk
,
danndan
nochnɔx
einmalˈaɪ̯nmaːl
-
zumt͡sʊm
letztenmal
-
lächelteˈlɛçl̩tə
ewigˈeːvɪk
derdeːɐ̯
Gottɡɔt
.
Seineˈzaɪ̯nə
Kniekniː
umwindendʊmˈvɪndn̩t
,
liegenˈliːɡn̩
wirviːɐ̯
Walkürenvalˈkyːʁən
;
blindblɪnt
bleibtblaɪ̯pt
ereːɐ̯
dendeːn
flehendenˈfleːəndn̩
Blickenˈblɪkn̩
;
unsʊns
alleˈalə
verzehrtˌfɛɐ̯ˈt͡seːɐ̯t
Zagenˈt͡saːɡn̩
undʊnt
endloseˈɛntˌloːzə
Angstaŋst
.
Anaːˈʔɛn
seineˈzaɪ̯nə
Brustbʁʊst
presst'
ichɪç
michmɪç
weinendˈvaɪ̯nənt
:
dadaː
brachbʁaːx
sichzɪç
seinzaɪ̯n
Blickblɪk
-
ereːɐ̯
gedachteɡəˈdaxtə
,
Brünnhilde
,
dein'
!
Tief seufzt' er auf, schloss das Auge,
WALTRAUTE
undʊnt
wieviː
imiˈʔɛm
Traumeˈtʁaʊ̯mə
raunt'
ereːɐ̯
dasdas
Wortvɔʁt
:
"
Desdɛs
tiefenˈtiːfn̩
Rheinesˈʁaɪ̯nəs
Töchternˈtœçtɐn
gäbeˈɡɛːbə
dendeːn
Ringʁɪŋ
sieziː
wiederˈviːdɐ
zurückt͡suˈʁʏk
,
vonfɔn
desdɛs
Fluchesˈfluːxəs
Lastlast
erlöstɛɐ̯ˈløːst
wär'
Gottɡɔt
undʊnt
Weltvɛlt
!"
Dadaː
sannzan
ichɪç
nachnaːx
:
vonfɔn
seinerˈzaɪ̯nɐ
Seiteˈzaɪ̯tə
durchdʊʁç
stummeˈʃtʊmə
Reihenˈʁaɪ̯ən
stahlʃtaːl
ichɪç
michmɪç
fortfoːɐ̯
;
iniˈʔɛn
heimlicherˈhaɪ̯mlɪçɐ
Hasthast
bestiegbəˈʃtiːk
ichɪç
meinmaɪ̯n
Rossʁɔs
undʊnt
rittʁɪt
imiˈʔɛm
Sturmeˈʃtʊʁmə
zut͡suː
dirdiːɐ̯
.
Dichdɪç
,
o
Schwesterˈʃvɛstɐ
,
beschwör'
ichɪç
nunnuːn
:
wasvas
duduː
vermagstfɛɐ̯ˈmaːkst
,
vollend'
eseːs
deindaɪ̯n
Mutmuːt
!
Endeˈɛndə
derdeːɐ̯
Ewigenˈeːvɪɡn̩
Qualkvaːl
!
Sie hat sich vor Brünnhilde niedergeworfen
ruhig
BRÜNNHILDE
Welch'
bangerˈbaŋɐ
Träumeˈtʁɔɪ̯mə
Märenˈmɛːʁən
meldestˈmɛldəst
duduː
Traurigeˈtʁaʊ̯ʁɪɡə
mirmiːɐ̯
!
Derdeːɐ̯
Götterˈɡœtɐ
heiligemˈhaɪ̯lɪɡəm
Himmelsnebel
binbɪn
ichɪç
Törinˈtøːʁɪn
enttaucht
:
nichtnɪçt
fassfas
ichɪç
,
wasvas
ichɪç
erfahreɛɐ̯ˈfaːʁə
.
Wirrvɪʁ
undʊnt
wüstvyːst
scheintʃaɪ̯nt
mirmiːɐ̯
deindaɪ̯n
Sinnzɪn
;
iniˈʔɛn
deinemˈdaɪ̯nəm
Aug'
-
sozoː
übermüdeyːbɐˈmyːdə
-
glänztɡlɛnt͡st
flackerndeˈflakɐndə
Glutɡluːt
.
Mitmɪt
blasserˈblasɐ
Wangeˈvaŋə
,
duduː
bleicheˈblaɪ̯çə
Schwesterˈʃvɛstɐ
,
wasvas
willstvɪlst
duduː
Wildeˈvɪldə
vonfɔn
mirmiːɐ̯
?
heftig
WALTRAUTE
Anaːˈʔɛn
deinerˈdaɪ̯nɐ
Handhant
,
derdeːɐ̯
Ringʁɪŋ
,
ereːɐ̯
ist's
;
-
hör'
meinenˈmaɪ̯nn̩
Ratʁaːt
:
fürfyːɐ̯
Wotanˈvoːtaːn
wirfvɪʁf
ihniːn
vonfɔn
dirdiːɐ̯
!
BRÜNNHILDE
Dendeːn
Ringʁɪŋ
?
-
Vonfɔn
mirmiːɐ̯
?
WALTRAUTE
Dendeːn
Rheintöchtern
gibɡiːp
ihniːn
zurückt͡suˈʁʏk
!
BRÜNNHILDE
Dendeːn
Rheintöchtern
-
ichɪç
-
dendeːn
Ringʁɪŋ
?
Siegfriedsˈziːkfʁiːts
Liebespfand
?
Bistbɪst
duduː
vonfɔn
Sinnenˈzɪnən
?
WALTRAUTE
Hör'
michmɪç
!
Hör'
meineˈmaɪ̯nə
Angstaŋst
!
Derdeːɐ̯
Weltvɛlt
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
haftetˈhaftət
sicherˈzɪçɐ
anaːˈʔɛn
ihmiːm
.
Wirfvɪʁf
ihniːn
vonfɔn
dirdiːɐ̯
,
fortfoːɐ̯
iniˈʔɛn
diedaɪ
Welleˈvɛlə
!
Walhallsˈvalhals
Elendˈeːlɛnt
zut͡suː
endenˈɛndn̩
,
dendeːn
verfluchtenfɛɐ̯ˈfluːxtn̩
wirfvɪʁf
iniˈʔɛn
diedaɪ
Flutfluːt
!
BRÜNNHILDE
Haha
!
Weisstvaɪ̯st
duduː
,
wasvas
ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
istɪst
?
Wieviː
kannstkanst
du's
fassenˈfasn̩
,
fühllose
Maidmaɪ̯t
!
Mehrmeːɐ̯
alsals
Walhallsˈvalhals
Wonneˈvɔnə
,
mehrmeːɐ̯
alsals
derdeːɐ̯
Ewigenˈeːvɪɡn̩
Ruhmʁuːm
istɪst
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Ringʁɪŋ
:
einaɪ̯n
Blickblɪk
aufaʊ̯f
seinzaɪ̯n
hellesˈhɛləs
Goldɡɔlt
,
einaɪ̯n
Blitzblɪt͡s
ausaʊ̯s
demdeːm
hehrenˈheːʁən
Glanzɡlant͡s
giltɡɪlt
mirmiːɐ̯
werterˈveːɐ̯tɐ
alsals
allerˈalɐ
Götterˈɡœtɐ
ewigˈeːvɪk
währendesˈvɛːʁəndəs
Glückɡlʏk
!
Denndɛn
seligˈzeːlɪk
ausaʊ̯s
ihmiːm
leuchtetˈlɔɪ̯çtət
mirmiːɐ̯
Siegfriedsˈziːkfʁiːts
Liebeˈliːbə
:
Siegfriedsˈziːkfʁiːts
Liebeˈliːbə
!
O
liess'
sichzɪç
diedaɪ
Wonneˈvɔnə
dirdiːɐ̯
sagenˈzaːɡn̩
!
Sieziː
-
wahrtvaːɐ̯t
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Reifʁaɪ̯f
.
Geh'
hinhɪn
zut͡suː
derdeːɐ̯
Götterˈɡœtɐ
heiligemˈhaɪ̯lɪɡəm
Ratʁaːt
!
Vonfɔn
meinemˈmaɪ̯nəm
Ringeˈʁɪŋə
rauneˈʁaʊ̯nə
ihnenˈiːnən
zut͡suː
:
diedaɪ
Liebeˈliːbə
liesse
ichɪç
nieniː
,
mirmiːɐ̯
nähmenˈnɛːmən
nieniː
sieziː
diedaɪ
Liebeˈliːbə
,
stürzt'
auchaʊ̯x
iniˈʔɛn
Trümmernˈtʁʏmɐn
Walhallsˈvalhals
strahlendeˈʃtʁaːləndə
Prachtpʁaxt
!
WALTRAUTE
Diesdaɪs
deineˈdaɪ̯nə
Treueˈtʁɔɪ̯ə
?
Sozoː
iniˈʔɛn
Trauerˈtʁaʊ̯ɐ
entlässest
duduː
lieblosˈliːploːs
diedaɪ
Schwesterˈʃvɛstɐ
?
BRÜNNHILDE
Schwingeˈʃvɪŋə
dichdɪç
fortfoːɐ̯
!
Fliegeˈfliːɡə
zut͡suː
Rossʁɔs
!
Dendeːn
Ringʁɪŋ
entführstɛntˈfyːɐ̯st
duduː
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
!
WALTRAUTE
Weheˈveːə
!
Weheˈveːə
!
Weh'
dirdiːɐ̯
,
Schwesterˈʃvɛstɐ
!
Walhallsˈvalhals
Götternˈɡœtɐn
weh'
!
Sie stürzt fort. Bald erhebt sich unter Sturm eine Gewitterwolke aus dem Tann
während sie der davonjagenden, hell erleuchteten Gewitterwolke, die sich bald gänzlich in der Ferne verliert, nachblickt
BRÜNNHILDE
Blitzendˈblɪt͡sn̩t
Gewölkɡəˈvœlk
,
vomfɔm
Windvɪnt
getragenɡəˈtʁaːɡn̩
,
stürmeˈʃtʏʁmə
dahindaˈhɪn
:
zut͡suː
mirmiːɐ̯
nieniː
steureˈʃtɔɪ̯ʁə
mehrmeːɐ̯
herheːɐ̯
!
Es ist Abend geworden. Aus der Tiefe leuchtet der Feuerschein allmählich heller auf. Brünnhilde blickt ruhig in die Landschaft hinaus
BRÜNNHILDE
Abendlichˈaːbn̩tlɪç
Dämmernˈdɛmɐn
decktdɛkt
dendeːn
Himmelˈhɪml̩
;
hellerˈhɛlɐ
leuchtetˈlɔɪ̯çtət
diedaɪ
hütendeˈhyːtn̩də
Loheˈloːə
heraufhɛˈʁaʊ̯f
.
Der Feuerschein nähert sich aus der Tiefe. Immer glühendere Flammenzungen lecken über den Felsensaum auf
BRÜNNHILDE
Wasvas
lecktlɛkt
sozoː
wütendˈvyːtn̩t
diedaɪ
loderndeˈloːdɐndə
Welleˈvɛlə
zumt͡sʊm
Wallval
?
Zurt͡suːɐ̯
Felsenspitze
wälztvɛlt͡st
sichzɪç
derdeːɐ̯
feurigeˈfɔɪ̯ʁɪɡə
Schwallʃval
.
Man hört aus der Tiefe Siegfrieds Hornruf nahen. Brünnhilde lauscht und fährt entzückt auf
BRÜNNHILDE
Siegfriedˈziːkfʁiːt
!
Siegfriedˈziːkfʁiːt
zurückt͡suˈʁʏk
?
Seinenˈzaɪ̯nən
Rufʁuːf
sendetˈzɛndət
ereːɐ̯
herheːɐ̯
!
Aufaʊ̯f
!
-
Aufaʊ̯f
!
Ihmiːm
entgegenɛntˈɡeːɡn̩
!
Iniˈʔɛn
meinesˈmaɪ̯nəs
Gottesˈɡɔtəs
Armaʁm
!
Sie eilt in höchstem Entzücken dem Felsrande zu. Feuerflammen schlagen herauf: aus ihnen springt Siegfried auf einen hochragenden Felsstein empor, worauf die Flammen sogleich wieder zurückweichen und abermals nur aus der Tiefe heraufleuchten. Siegfried, auf dem Haupte den Tarnhelm, der ihm bis zur Hälfte das Gesicht verdeckt und nur die Augen freilässt, erscheint in Gunthers Gestalt
voll Entsetzen zurückweichend
BRÜNNHILDE
Verratfɛɐ̯ˈʁaːt
!
Werveːɐ̯
drangdʁaŋ
zut͡suː
mirmiːɐ̯
?
Sie flieht bis in den Vordergrund und heftet von da aus in sprachlosem Erstaunen ihren Blick auf Siegfried
im Hintergrunde auf dem Steine verweilend, betrachtet sie lange, regungslos auf seinen Schild gelehnt; dann redet er sie mit verstellter - tieferer - Stimme an
SIEGFRIED
Brünnhild'
!
Einaɪ̯n
Freierˈfʁaɪ̯ɐ
kamkaːm
,
dendeːn
deindaɪ̯n
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
nichtnɪçt
geschrecktɡəˈʃʁɛkt
.
Dichdɪç
werb'
ichɪç
nunnuːn
zumt͡sʊm
Weibvaɪ̯p
:
duduː
folgeˈfɔlɡə
willigˈvɪlɪk
mirmiːɐ̯
!
heftig zitternd
BRÜNNHILDE
Werveːɐ̯
istɪst
derdeːɐ̯
Mannman
,
derdeːɐ̯
dasdas
vermochtefɛɐ̯ˈmɔxtə
,
wasvas
demdeːm
Stärkstenˈʃtɛʁkstn̩
nurnuːɐ̯
bestimmtbəˈʃtɪmt
?
unverändert wie zuvor
SIEGFRIED
Einaɪ̯n
Helde
,
derdeːɐ̯
dichdɪç
zähmtt͡sɛːmt
,
bezwingtbəˈt͡svɪŋt
Gewaltɡəˈvalt
dichdɪç
nurnuːɐ̯
.
von Grausen erfasst
BRÜNNHILDE
Einaɪ̯n
Unholdˈʊnˌhɔlt
schwangʃvaŋ
sichzɪç
aufaʊ̯f
jenenˈjeːnən
Steinʃtaɪ̯n
!
Einaɪ̯n
Aaraːɐ̯
kamkaːm
geflogenɡəˈfloːɡn̩
,
michmɪç
zut͡suː
zerfleischent͡sɛɐ̯ˈflaɪ̯ʃn̩
!
Werveːɐ̯
bistbɪst
duduː
,
Schrecklicherˈʃʁɛklɪçɐ
?
langes Schweigen
BRÜNNHILDE
Stammstʃtamst
duduː
vonfɔn
Menschenˈmɛnʃn̩
?
Kommstkɔmst
duduː
vonfɔn
Hellasˈhɛlas
nächtlichemˈnɛçtlɪçm̩
Heerheːɐ̯
?
wie zuvor, mit etwas bebender Stimme beginnend, alsbald aber wieder sicherer fortfahrend
SIEGFRIED
Einaɪ̯n
Gibichung
binbɪn
ichɪç
,
undʊnt
Guntherˈɡʊntɐ
heisst
derdeːɐ̯
Heldhɛlt
,
demdeːm
,
Fraufʁaʊ̯
,
duduː
folgenˈfɔlɡn̩
sollstzɔlst
.
in Verzweiflung ausbrechend
BRÜNNHILDE
Wotanˈvoːtaːn
!
Ergrimmterɛɐ̯ˈɡʁɪmtɐ
,
grausamerˈɡʁaʊ̯ˌzaːmɐ
Gottɡɔt
!
Weh'
!
Nunnuːn
erseh'
ichɪç
derdeːɐ̯
Strafeˈʃtʁaːfə
Sinnzɪn
:
zut͡suː
Hohnhoːn
undʊnt
Jammerˈjamɐ
jagstjaːkst
duduː
michmɪç
hinhɪn
!
springt vom Stein herab und tritt näher heran
SIEGFRIED
Diedaɪ
Nachtnaxt
brichtbʁɪçt
anaːˈʔɛn
:
iniˈʔɛn
diesemˈdiːzm̩
Gemachɡəˈmaːx
musstmʊst
duduː
dichdɪç
mirmiːɐ̯
vermählenfɛɐ̯ˈmɛːlən
!
indem sie den Finger, an dem sie Siegfrieds Ring trägt, drohend ausstreckt
BRÜNNHILDE
Bleib'
fernfɛʁn
!
Fürchteˈfʏʁçtə
diesdaɪs
Zeichenˈt͡saɪ̯çn̩
!
Zurt͡suːɐ̯
Schandeˈʃandə
zwingstt͡svɪŋst
duduː
michmɪç
nichtnɪçt
,
solang'
derdeːɐ̯
Ringʁɪŋ
michmɪç
beschütztbəˈʃʏt͡st
.
SIEGFRIED
Mannesrecht
gebeˈɡeːbə
ereːɐ̯
Guntherˈɡʊntɐ
,
durchdʊʁç
dendeːn
Ringʁɪŋ
seizaɪ̯
ihmiːm
vermähltfɛɐ̯ˈmɛːlt
!
BRÜNNHILDE
Zurückt͡suˈʁʏk
,
duduː
Räuberˈʁɔɪ̯bɐ
!
Frevelnderˈfʁeːfl̩ndɐ
Diebdiːp
!
Erfrecheɛɐ̯ˈfʁɛçə
dichdɪç
nichtnɪçt
,
mirmiːɐ̯
zut͡suː
nahn
!
Stärkerˈʃtɛʁkɐ
alsals
Stahlʃtaːl
machtmaxt
michmɪç
derdeːɐ̯
Ringʁɪŋ
:
nieniː
-
raubstʁaʊ̯pst
duduː
ihniːn
mirmiːɐ̯
!
SIEGFRIED
Vonfɔn
dirdiːɐ̯
ihniːn
zut͡suː
lösenˈløːzn̩
,
lehrstleːɐ̯st
duduː
michmɪç
nunnuːn
!
Er dringt auf sie ein; sie ringen miteinander. Brünnhilde windet sich los, flieht und wendet sich um, wie zur Wehr. Siegfried greift sie von neuem an. Sie flieht, er erreicht sie. Beide ringen heftig miteinander. Er fasst sie bei der Hand und entzieht ihrem Finger den Ring. Sie schreit heftig auf. Als sie wie zerbrochen in seinen Armen niedersinkt, streift ihr Blick bewusstlos die Augen Siegfrieds
lässt die Machtlose auf die Steinbank vor dem Felsengemach niedergleiten
SIEGFRIED
Jetztjɛt͡st
bistbɪst
duduː
meinmaɪ̯n
,
Brünnhilde
,
Gunthers
Brautbʁaʊ̯t
.
-
Gönneˈɡœnə
mirmiːɐ̯
nunnuːn
deindaɪ̯n
Gemachɡəˈmaːx
!
starrt ohnmächtig vor sich hin, matt
BRÜNNHILDE
Wasvas
könntestˈkœntəst
duduː
wehrenˈveːʁən
,
elendesˈeːlɛndəs
Weibvaɪ̯p
!
Siegfried treibt sie mit einer gebietenden Bewegung an. Zitternd und wankenden Schrittes geht sie in das Gemach
das Schwert ziehend, mit seiner natürlichen Stimme
SIEGFRIED
Nunnuːn
,
Notung
,
zeugeˈt͡sɔɪ̯ɡə
duduː
,
dassdas
ichɪç
iniˈʔɛn
Züchtenˈt͡sʏçtn̩
warbvaʁp
.
Diedaɪ
Treueˈtʁɔɪ̯ə
wahrendˈvaːʁənt
demdeːm
Bruderˈbʁuːdɐ
,
trenneˈtʁɛnə
michmɪç
vonfɔn
seinerˈzaɪ̯nɐ
Brautbʁaʊ̯t
!
Er folgt Brünnhilde
Der Vorhang fällt
ZWEITER AUFZUG
Uferraum. Vor der Halle der Gibichungen: rechts der offene Eingang zur Halle; links das Rheinufer; von diesem aus erhebt sich eine durch verschiedene Bergpfade gespaltene, felsige Anhöhe quer über die Bühne, nach rechts dem Hintergrunde zu aufsteigend. Dort sieht man einen der Fricka errichteten Weihstein, welchem höher hinauf ein grösserer für Wotan, sowie seitwärts ein gleicher dem Donner geweihter entspricht. Es ist Nacht
VORSPIEL UND ERSTE SZENE
Hagen, Alberich
Hagen, den Speer im Arm, den Schild zur Seite, sitzt schlafend an einen Pfosten der Halle gelehnt. Der Mond wirft plötzlich ein grelles Licht auf ihn und seine nächste Umgebung; man gewahrt Alberich vor Hagen kauernd, die Arme auf dessen Knie gelehnt
leise
ALBERICH
Schläfstʃlɛːfst
duduː
,
Hagenˈhaːɡn̩
,
meinmaɪ̯n
Sohnzoːn
?
Duduː
schläfstʃlɛːfst
undʊnt
hörsthøːɐ̯st
michmɪç
nichtnɪçt
,
dendeːn
Ruh'
undʊnt
Schlafʃlaːf
verrietfɛɐ̯ˈʁiːt
?
leise, ohne sich zu rühren, so dass er immerfort zu schlafen scheint, obwohl er die Augen offen hat
HAGEN
Ichɪç
höreˈhøːʁə
dichdɪç
,
schlimmerˈʃlɪmɐ
Albeˈalbə
:
wasvas
hasthast
duduː
meinemˈmaɪ̯nəm
Schlafʃlaːf
zut͡suː
sagenˈzaːɡn̩
?
ALBERICH
Gemahntɡəˈmaːnt
seizaɪ̯
derdeːɐ̯
Machtmaxt
,
derdeːɐ̯
duduː
gebietestɡəˈbiːtəst
,
bistbɪst
duduː
sozoː
mutigˈmuːtɪk
,
wieviː
diedaɪ
Mutterˈmʊtɐ
dichdɪç
mirmiːɐ̯
gebarɡəˈbaːɐ̯
!
immer wie zuvor
HAGEN
Gabɡaːp
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Mutterˈmʊtɐ
Mutmuːt
,
nichtnɪçt
magmaːk
ichɪç
ihriːɐ̯
dochdɔx
dankenˈdaŋkn̩
,
dassdas
deinerˈdaɪ̯nɐ
Listlɪst
sieziː
erlagɛɐ̯ˈlaːk
:
frühalt
,
fahlfaːl
undʊnt
bleichblaɪ̯ç
,
hass'
ichɪç
diedaɪ
Frohenˈfʁoːən
,
freueˈfʁɔɪ̯ə
michmɪç
nieniː
!
wie zuvor
ALBERICH
Hagenˈhaːɡn̩
,
meinmaɪ̯n
Sohnzoːn
!
Hasseˈhasə
diedaɪ
Frohenˈfʁoːən
!
Michmɪç
Lustfreienˈlʊstˌfʁaɪ̯ən
,
Leidbelasteten
liebstliːpst
duduː
sozoː
,
wieviː
duduː
sollstzɔlst
!
Bistbɪst
duduː
kräftigˈkʁɛftɪk
,
kühnkyːn
undʊnt
klugkluːk
:
diedaɪ
wirviːɐ̯
bekämpfenbəˈkɛmp͡fn̩
mitmɪt
nächtigem
Kriegkʁiːk
,
schonʃoːn
gibtɡiːpt
ihnenˈiːnən
Notnoːt
unserˈʊnzɐ
Neidnaɪ̯t
.
Derdeːɐ̯
einstaɪ̯nst
dendeːn
Ringʁɪŋ
mirmiːɐ̯
entrissɛntˈʁɪs
,
Wotanˈvoːtaːn
,
derdeːɐ̯
wütendeˈvyːtn̩də
Räuberˈʁɔɪ̯bɐ
,
vomfɔm
eignenˈaɪ̯ɡnən
Geschlechteɡəˈʃlɛçtə
wardvaʁt
ereːɐ̯
geschlagenɡəˈʃlaːɡn̩
:
anaːˈʔɛn
dendeːn
Wälsung
verlorfɛɐ̯ˈloːɐ̯
ereːɐ̯
Machtmaxt
undʊnt
Gewaltɡəˈvalt
;
mitmɪt
derdeːɐ̯
Götterˈɡœtɐ
ganzerˈɡant͡sɐ
Sippeˈzɪpə
iniˈʔɛn
Angstaŋst
ersiehtɛɐ̯ˈziːt
ereːɐ̯
seinzaɪ̯n
Endeˈɛndə
.
Nichtnɪçt
ihniːn
fürcht'
ichɪç
mehrmeːɐ̯
:
fallenˈfalən
mussmʊs
ereːɐ̯
mitmɪt
allenˈælən
!
-
Schläfstʃlɛːfst
duduː
,
Hagenˈhaːɡn̩
,
meinmaɪ̯n
Sohnzoːn
?
bleibt unverändert wie zuvor
HAGEN
Derdeːɐ̯
Ewigenˈeːvɪɡn̩
Machtmaxt
,
werveːɐ̯
erbteˈɛʁptə
sieziː
?
ALBERICH
Ichɪç
-
undʊnt
duduː
!
Wirviːɐ̯
erbenˈɛʁbn̩
diedaɪ
Weltvɛlt
.
Trüg'
ichɪç
michmɪç
nichtnɪçt
iniˈʔɛn
deinerˈdaɪ̯nɐ
Treu'
,
teilsttaɪ̯lst
duduː
meinenˈmaɪ̯nn̩
Gramɡʁaːm
undʊnt
Grimmɡʁɪm
.
Wotansˈvoːtaːns
Speerʃpeːɐ̯
zerspelltet͡sɛɐ̯ˈʃpɛltə
derdeːɐ̯
Wälsung
,
derdeːɐ̯
Fafner
,
dendeːn
Wurmvʊʁm
,
imiˈʔɛm
Kampfeˈkamp͡fə
gefälltɡəˈfɛlt
undʊnt
kindischˈkɪndɪʃ
dendeːn
Reifʁaɪ̯f
sichzɪç
errangɛɐ̯ˈʁaŋ
.
Jedeˈjeːdə
Gewaltɡəˈvalt
hathat
ereːɐ̯
gewonnenɡəˈvɔnən
;
Walhallˈvalhal
undʊnt
Nibelheim
neigenˈnaɪ̯ɡn̩
sichzɪç
ihmiːm
.
immer heimlich
ALBERICH
Anaːˈʔɛn
demdeːm
furchtlosenˈfʊʁçtˌloːzn̩
Heldenˈhɛldn̩
erlahmtɛɐ̯ˈlaːmt
selbstzɛlpst
meinmaɪ̯n
Fluchfluːx
:
denndɛn
nichtnɪçt
kenntkɛnt
ereːɐ̯
desdɛs
Ringesˈʁɪŋəs
Wertveːɐ̯t
,
zut͡suː
nichtsnɪçt͡s
nütztnʏt͡st
ereːɐ̯
diedaɪ
neidlichste
Machtmaxt
.
Lachendlaxn̩t
iniˈʔɛn
liebenderˈliːbn̩dɐ
Brunstbʁʊnst
,
brenntbʁɛnt
ereːɐ̯
lebendˈleːbm̩t
dahindaˈhɪn
.
Ihniːn
zut͡suː
verderbenfɛɐ̯ˈdɛʁbn̩
,
taugttaʊ̯kt
unsʊns
nunnuːn
einzigˈaɪ̯nt͡sɪk
!
Schläfstʃlɛːfst
duduː
,
Hagenˈhaːɡn̩
,
meinmaɪ̯n
Sohnzoːn
?
wie zuvor
HAGEN
Zut͡suː
seinemˈzaɪ̯nəm
Verderbenfɛɐ̯ˈdɛʁbn̩
dientdiːnt
ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
schonʃoːn
.
ALBERICH
Dendeːn
goldnen
Ringʁɪŋ
,
dendeːn
Reifʁaɪ̯f
gilt's
zut͡suː
erringenɛɐ̯ˈʁɪŋən
!
Einaɪ̯n
weisesˈvaɪ̯zəs
Weibvaɪ̯p
lebtleːpt
demdeːm
Wälsung
zulieb'
:
rietʁiːt
eseːs
ihmiːm
jejeː
desdɛs
Rheinesˈʁaɪ̯nəs
Töchternˈtœçtɐn
,
diedaɪ
iniˈʔɛn
Wassersˈvasɐs
Tiefenˈtiːfn̩
einstaɪ̯nst
michmɪç
betörtbəˈtøːɐ̯t
,
zurückzugebent͡suˈʁʏkt͡suˌɡeːbn̩
dendeːn
Ringʁɪŋ
,
verlorenfɛɐ̯ˈloːʁən
ging'
mirmiːɐ̯
dasdas
Goldɡɔlt
,
keineˈkaɪ̯nə
Listlɪst
erlangteɛɐ̯ˈlaŋtə
eseːs
jejeː
.
Drumdʁʊm
,
ohneˈoːnə
Zögernˈt͡søːɡɐn
ziel'
aufaʊ̯f
dendeːn
Reifʁaɪ̯f
!
Dichdɪç
Zaglosen
zeugt'
ichɪç
mirmiːɐ̯
jajaː
,
dassdas
widerˈviːdɐ
Heldenˈhɛldn̩
harthaʁt
duduː
mirmiːɐ̯
hieltestˈhiːltəst
.
Zwart͡svaːɐ̯
starkʃtaʁk
nichtnɪçt
genugɡəˈnuːk
,
dendeːn
Wurmvʊʁm
zut͡suː
bestehn
,
-
wasvas
alleinaˈlaɪ̯n
demdeːm
Wälsung
bestimmtbəˈʃtɪmt
-
zut͡suː
zähemˈt͡sɛːəm
Hasshas
dochdɔx
erzogɛɐ̯ˈt͡soːk
ichɪç
Hagenˈhaːɡn̩
,
derdeːɐ̯
sollzɔl
michmɪç
nunnuːn
rächenˈʁɛçn̩
,
dendeːn
Ringʁɪŋ
gewinnenɡəˈvɪnən
demdeːm
Wälsung
undʊnt
Wotanˈvoːtaːn
zumt͡sʊm
Hohnhoːn
!
Schwörstʃvøːɐ̯st
duduː
mir's
,
Hagenˈhaːɡn̩
,
meinmaɪ̯n
Sohnzoːn
?
Von hier an bedeckt ein immer finsterer werdender Schatten wieder Alberich. Zugleich beginnt das erste Tagesgrauen
immer wie zuvor
HAGEN
Dendeːn
Ringʁɪŋ
sollzɔl
ichɪç
habenˈhaːbm̩
:
harreˈhaʁə
iniˈʔɛn
Ruh'
!
ALBERICH
Schwörstʃvøːɐ̯st
duduː
mir's
,
Hagenˈhaːɡn̩
,
meinmaɪ̯n
Heldhɛlt
?
HAGEN
Mirmiːɐ̯
selbstzɛlpst
schwör'
ich's
;
schweigeˈʃvaɪ̯ɡə
diedaɪ
Sorgeˈzɔʁɡə
!
wie er allmählich immer mehr dem Blicke entschwindet, wird auch seine Stimme immer unvernehmbarer
ALBERICH
Seizaɪ̯
treutʁɔɪ̯
,
Hagenˈhaːɡn̩
,
meinmaɪ̯n
Sohnzoːn
!
Trautertʁaʊ̯tɐ
Helde
!
-
Seizaɪ̯
treutʁɔɪ̯
!
Seizaɪ̯
treutʁɔɪ̯
!
-
Treutʁɔɪ̯
!
Alberich ist gänzlich verschwunden. Hagen, der unverändert in seiner Stellung verblieben, blickt regungslos und starren Auges nach dem Rheine hin, auf welchem sich die Morgendämmerung ausbreitet
Siegfried, Hagen, Gutrune
Der Rhein färbt sich immer stärker vom erglühenden Morgenrot. Hagen macht eine zuckende Bewegung. Siegfried tritt plötzlich, dicht am Ufer, hinter einem Busche hervor. Er ist in seiner eignen Gestalt; nur den Tarnhelm hat er noch auf dem Haupte: er zieht ihn jetzt ab und hängt ihn, während er hervorschreitet, in den Gürtel
SIEGFRIED
Hoiho
,
Hagenˈhaːɡn̩
!
Müderˈmyːdɐ
Mannman
!
Siehstziːst
duduː
michmɪç
kommenˈkɔmən
?
gemächlich sich erhebend
HAGEN
Heihaɪ̯
,
Siegfriedˈziːkfʁiːt
?
Geschwinderɡəˈʃvɪndɐ
Helde
?
Wovoː
brausestˈbʁaʊ̯zəst
duduː
herheːɐ̯
?
SIEGFRIED
Vomfɔm
Brünnhildenstein
!
Dortdɔʁt
sogzoːk
ichɪç
dendeːn
Atemˈaːtəm
einaɪ̯n
,
mitmɪt
demdeːm
ichɪç
dichdɪç
riefʁiːf
:
sozoː
schnellʃnɛl
warvaːɐ̯
meineˈmaɪ̯nə
Fahrtfaːɐ̯t
!
Langsamerˈlaŋzaːmɐ
folgtfɔlkt
mirmiːɐ̯
einaɪ̯n
Paarpaːɐ̯
:
zut͡suː
Schiffʃɪf
gelangtɡəˈlaŋt
dasdas
herheːɐ̯
!
HAGEN
Sozoː
zwangstt͡svaŋst
duduː
Brünnhild'
?
SIEGFRIED
Wachtvaxt
Gutrune
?
in die Halle rufend
HAGEN
Hoiho
,
Gutrune
!
Komm'
heraushɛˈʁaʊ̯s
!
Siegfriedˈziːkfʁiːt
istɪst
dadaː
:
wasvas
säumstzɔɪ̯mst
duduː
drindʁɪn
?
zur Halle sich wendend
SIEGFRIED
Euchɔɪ̯ç
beidenˈbaɪ̯dn̩
meld'
ichɪç
,
wieviː
ichɪç
Brünnhild'
bandbant
.
Gutrune tritt ihm aus der Halle entgegen
SIEGFRIED
Heiss'
michmɪç
willkommenvɪlˈkɔmən
,
Gibichskind
!
Einaɪ̯n
guterˈɡuːtɐ
Boteˈboːtə
binbɪn
ichɪç
dirdiːɐ̯
.
GUTRUNE
Freiaˈfʁeɪ̯a
grüsse
dichdɪç
zut͡suː
allerˈalɐ
Frauenˈfʁaʊ̯ən
Ehreˈeːʁə
!
SIEGFRIED
Freifʁaɪ̯
undʊnt
holdhɔlt
seizaɪ̯
nunnuːn
mirmiːɐ̯
Frohemˈfʁoːəm
:
zumt͡sʊm
Weibvaɪ̯p
gewannɡəˈvan
ichɪç
dichdɪç
heut'
.
GUTRUNE
Sozoː
folgtfɔlkt
Brünnhild'
meinemˈmaɪ̯nəm
Bruderˈbʁuːdɐ
?
SIEGFRIED
Leichtlaɪ̯çt
wardvaʁt
diedaɪ
Fraufʁaʊ̯
ihmiːm
gefreitɡəˈfʁaɪ̯t
.
GUTRUNE
Sengteˈzɛŋtə
dasdas
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
ihniːn
nichtnɪçt
?
SIEGFRIED
Ihniːn
hätt'
eseːs
auchaʊ̯x
nichtnɪçt
versehrtfɛɐ̯ˈzeːɐ̯t
,
dochdɔx
ichɪç
durchschrittdʊʁçˈʃʁɪt
eseːs
fürfyːɐ̯
ihniːn
,
dadaː
dichdɪç
ichɪç
wollt'
erwerbenɛɐ̯ˈvɛʁbn̩
.
GUTRUNE
Undʊnt
dichdɪç
hathat
eseːs
verschontfɛɐ̯ˈʃoːnt
?
SIEGFRIED
Michmɪç
freuteˈfʁɔɪ̯tə
diedaɪ
schwelendeˈʃveːləndə
Brunstbʁʊnst
.
GUTRUNE
Hielthiːlt
Brünnhild'
dichdɪç
fürfyːɐ̯
Guntherˈɡʊntɐ
?
SIEGFRIED
Ihmiːm
glichɡlɪç
ichɪç
aufaʊ̯f
einaɪ̯n
Haarhaːɐ̯
:
derdeːɐ̯
Tarnhelm
wirkteˈvɪʁktə
dasdas
,
wieviː
Hagenˈhaːɡn̩
tüchtigˈtʏçtɪk
eseːs
wiesviːs
.
HAGEN
Dirdiːɐ̯
gabɡaːp
ichɪç
gutenˈɡuːtn̩
Ratʁaːt
.
GUTRUNE
Sozoː
zwangstt͡svaŋst
duduː
dasdas
kühneˈkyːnə
Weibvaɪ̯p
?
SIEGFRIED
Sieziː
wichvɪç
-
Gunthers
Kraftkʁaft
.
GUTRUNE
Undʊnt
vermähltefɛɐ̯ˈmɛːltə
sieziː
sichzɪç
dirdiːɐ̯
?
SIEGFRIED
Ihremˈiːʁəm
Mannman
gehorchteɡəˈhɔʁçtə
Brünnhild'
eineˈaɪ̯nə
volleˈfɔlə
bräutliche
Nachtnaxt
.
GUTRUNE
Alsals
ihriːɐ̯
Mannman
dochdɔx
galtestˈɡaltəst
duduː
?
SIEGFRIED
Beibaɪ̯
Gutrune
weilteˈvaɪ̯ltə
Siegfriedˈziːkfʁiːt
.
GUTRUNE
Dochdɔx
zurt͡suːɐ̯
Seiteˈzaɪ̯tə
warvaːɐ̯
ihmiːm
Brünnhild'
?
auf sein Schwert deutend
SIEGFRIED
Zwischenˈt͡svɪʃn̩
Ostɔst
undʊnt
Westvɛst
derdeːɐ̯
Nordnɔʁt
:
sozoː
nahnaː
-
warvaːɐ̯
Brünnhild'
ihmiːm
fernfɛʁn
.
GUTRUNE
Wieviː
empfingɛmˈp͡fɪŋ
Guntherˈɡʊntɐ
sieziː
nunnuːn
vonfɔn
dirdiːɐ̯
?
SIEGFRIED
Durchdʊʁç
desdɛs
Feuersˈfɔɪ̯ɐs
verlöschendefɛɐ̯ˈlœʃn̩də
Loheˈloːə
,
imiˈʔɛm
Frühnebelˈfʁyːˌneːbl̩
vomfɔm
Felsenˈfɛlzn̩
folgteˈfɔlktə
sieziː
mirmiːɐ̯
zut͡suː
Taltaːl
;
demdeːm
Strandeˈʃtʁandə
nahnaː
,
flugsfluːks
diedaɪ
Stelleˈʃtɛlə
tauschteˈtaʊ̯ʃtə
Guntherˈɡʊntɐ
mitmɪt
mirmiːɐ̯
:
durchdʊʁç
desdɛs
Geschmeidesɡəˈʃmaɪ̯dəs
Tugendˈtuːɡn̩t
wünscht'
ichɪç
michmɪç
schnellʃnɛl
hieher
.
Einaɪ̯n
starkerˈʃtaʁkɐ
Windvɪnt
nunnuːn
treibttʁaɪ̯pt
diedaɪ
Trautenˈtʁaʊ̯tn̩
dendeːn
Rheinʁaɪ̯n
heraufhɛˈʁaʊ̯f
:
drumdʁʊm
rüstetˈʁʏstət
jetztjɛt͡st
dendeːn
Empfangɛmˈp͡faŋ
!
GUTRUNE
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
mächtigsterˈmɛçtɪkstɐ
Mannman
!
Wieviː
fasstfast
michmɪç
Furchtfʊʁçt
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
!
von der Höhe im Hintergrunde den Fluss hinabspähend
HAGEN
Iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Ferneˈfɛʁnə
seh'
ichɪç
einaɪ̯n
Segelˈzeːɡl̩
.
SIEGFRIED
Sozoː
sagtzaːkt
demdeːm
Botenˈboːtn̩
Dankdaŋk
!
GUTRUNE
Lassetˈlasət
unsʊns
sieziː
holdhɔlt
empfangenɛmˈp͡faŋən
,
dassdas
heiterˈhaɪ̯tɐ
sieziː
undʊnt
gernɡɛʁn
hierhiːɐ̯
weileˈvaɪ̯lə
!
Duduː
,
Hagenˈhaːɡn̩
,
minnigˈmɪnɪk
rufeˈʁuːfə
diedaɪ
Mannenˈmanən
nachnaːx
Gibichs
Hofhoːf
zurt͡suːɐ̯
Hochzeitˈhoːxˌt͡saɪ̯t
!
Froheˈfʁoːə
Frauenˈfʁaʊ̯ən
ruf'
ichɪç
zumt͡sʊm
Festfɛst
:
derdeːɐ̯
Freudigenˈfʁɔɪ̯dɪɡn̩
folgenˈfɔlɡn̩
sieziː
gernɡɛʁn
.
nach der Halle schreitend, wendet sie sich wieder um
GUTRUNE
Rastestˈʁastəst
duduː
,
schlimmerˈʃlɪmɐ
Heldhɛlt
?
SIEGFRIED
Dirdiːɐ̯
zut͡suː
helfenˈhɛlfn̩
,
ruh'
ichɪç
ausaʊ̯s
.
Er reicht ihr die Hand und geht mit ihr in die Halle
Hagen und die Mannen
hat einen Felsstein in der Höhe des Hintergrundes erstiegen; dort setzt er, der Landseite zugewendet, sein Stierhorn zum Blasen an
HAGEN
Hoiho
!
Hoihohoho
!
Ihriːɐ̯
Gibichsmannen
,
machetˈmaxət
euchɔɪ̯ç
aufaʊ̯f
!
Weheˈveːə
!
Weheˈveːə
!
Waffenˈvafn̩
!
Waffenˈvafn̩
!
Waffenˈvafn̩
durchsdʊʁçs
Landlant
!
Guteˈɡuːtə
Waffenˈvafn̩
!
Starkeˈʃtaʁkə
Waffenˈvafn̩
!
Scharfʃaʁf
zumt͡sʊm
Streitʃtʁaɪ̯t
.
Notnoːt
istɪst
dadaː
!
Notnoːt
!
Weheˈveːə
!
Weheˈveːə
!
Hoiho
!
Hoihohoho
!
Hagen bleibt immer in seiner Stellung auf der Anhöhe. Er bläst abermals. Aus verschiedenen Gegenden vom Lande her antworten Heerhörner. Auf den verschiedenen Höhenpfaden stürmen in Hast und Eile gewaffnete Mannen herbei, erst einzelne, dann immer mehrere zusammen, welche sich dann auf dem Uferraum vor der Halle anhäufen
erst einzelne, dann immer neu hinzukommende
DIE MANNEN
Wasvas
tosttoːst
dasdas
Hornhɔʁn
?
Wasvas
ruftʁuːft
eseːs
zut͡suː
Heerheːɐ̯
?
Wirviːɐ̯
kommenˈkɔmən
mitmɪt
Wehrveːɐ̯
,
Wirviːɐ̯
kommenˈkɔmən
mitmɪt
Waffenˈvafn̩
!
Hagenˈhaːɡn̩
!
Hagenˈhaːɡn̩
!
Hoiho
!
Hoiho
!
Welcheˈvɛlçə
Notnoːt
istɪst
dadaː
?
Welcherˈvɛlçɐ
Feindfaɪ̯nt
istɪst
nahnaː
?
Werveːɐ̯
gibtɡiːpt
unsʊns
Streitʃtʁaɪ̯t
?
Istɪst
Guntherˈɡʊntɐ
iniˈʔɛn
Notnoːt
?
Wirviːɐ̯
kommenˈkɔmən
mitmɪt
Waffenˈvafn̩
,
mitmɪt
scharferˈʃaʁfɐ
Wehrveːɐ̯
.
Hoiho
!
Hohoː
!
Hagenˈhaːɡn̩
!
immer von der Anhöhe herab
HAGEN
Rüstetˈʁʏstət
euchɔɪ̯ç
wohlvoːl
undʊnt
rastetˈʁastət
nichtnɪçt
;
Guntherˈɡʊntɐ
solltzɔlt
ihriːɐ̯
empfahn
:
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
hathat
derdeːɐ̯
gefreitɡəˈfʁaɪ̯t
.
DIE MANNEN
Drohetˈdʁoːət
ihmiːm
Notnoːt
?
Drängtdʁɛŋt
ihniːn
derdeːɐ̯
Feindfaɪ̯nt
?
HAGEN
Einaɪ̯n
freisliches
Weibvaɪ̯p
führetˈfyːʁət
ereːɐ̯
heimhaɪ̯m
.
DIE MANNEN
Ihmiːm
folgenˈfɔlɡn̩
derdeːɐ̯
Magenˈmaːɡn̩
feindlicheˈfaɪ̯ntlɪçə
Mannenˈmanən
?
HAGEN
Einsamˈaɪ̯nzaːm
fährtfɛːɐ̯t
ereːɐ̯
:
keinerˈkaɪ̯nɐ
folgtfɔlkt
.
DIE MANNEN
Sozoː
bestandbəˈʃtant
ereːɐ̯
diedaɪ
Notnoːt
?
Sozoː
bestandbəˈʃtant
ereːɐ̯
dendeːn
Kampfkamp͡f
?
Sag'
eseːs
anaːˈʔɛn
!
HAGEN
Derdeːɐ̯
Wurmtöter
wehrteˈveːɐ̯tə
derdeːɐ̯
Notnoːt
:
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
derdeːɐ̯
Heldhɛlt
,
derdeːɐ̯
schufʃuːf
ihmiːm
Heilhaɪ̯l
!
EIN MANN
Wasvas
sollzɔl
ihmiːm
dasdas
Heerheːɐ̯
nunnuːn
nochnɔx
helfenˈhɛlfn̩
?
ZEHN WEITERE
Wasvas
hilfthɪlft
ihmiːm
nunnuːn
dasdas
Heerheːɐ̯
?
HAGEN
Starkeˈʃtaʁkə
Stiereˈʃtiːʁə
solltzɔlt
ihriːɐ̯
schlachtenˈʃlaxtn̩
;
amaːm
Weihstein
fliesse
Wotanˈvoːtaːn
ihriːɐ̯
Blutbluːt
!
EIN MANN
Wasvas
,
Hagenˈhaːɡn̩
,
wasvas
heissest
duduː
unsʊns
danndan
?
ACHT MANNEN
Wasvas
heissest
duduː
unsʊns
danndan
?
VIER WEITERE
Wasvas
sollzɔl
eseːs
danndan
?
ALLE
Wasvas
heissest
duduː
unsʊns
danndan
?
HAGEN
Einenˈaɪ̯nən
Eberˈeːbɐ
fällenˈfɛlən
solltzɔlt
ihriːɐ̯
fürfyːɐ̯
Frohfʁoː
!
Einenˈaɪ̯nən
stämmigenˈʃtɛmɪɡn̩
Bockbɔk
stechenˈʃtɛçn̩
fürfyːɐ̯
Donnerˈdɔnɐ
!
Schafeˈʃaːfə
aberˈaːbɐ
schlachtetˈʃlaxtət
fürfyːɐ̯
Fricka
,
dassdas
guteˈɡuːtə
Eheˈeːə
sieziː
gebeˈɡeːbə
!
mit immer mehr ausbrechender Heiterkeit
DIE MANNEN
Schlugenˈʃluːɡn̩
wirviːɐ̯
Tiereˈtiːʁə
,
wasvas
schaffenˈʃafn̩
wirviːɐ̯
danndan
?
HAGEN
Dasdas
Trinkhornˈtʁɪŋkˌhɔʁn
nehmtneːmt
,
vonfɔn
trautenˈtʁaʊ̯tn̩
Frau'n
mitmɪt
Metmeːt
undʊnt
Weinvaɪ̯n
wonnig
gefülltɡəˈfʏlt
!
DIE MANNEN
Dasdas
Trinkhornˈtʁɪŋkˌhɔʁn
zurt͡suːɐ̯
Handhant
,
wieviː
haltenˈhaltn̩
wirviːɐ̯
eseːs
danndan
?
HAGEN
Rüstigˈʁʏstɪk
gezechtɡəˈt͡sɛçt
,
bisbɪs
derdeːɐ̯
Rauschʁaʊ̯ʃ
euchɔɪ̯ç
zähmtt͡sɛːmt
!
Allesˈaləs
dendeːn
Götternˈɡœtɐn
zut͡suː
Ehrenˈeːʁən
,
dassdas
guteˈɡuːtə
Eheˈeːə
sieziː
gebenˈɡeːbm̩
!
brechen in ein schallendes Gelächter aus
Gross Glück und Heil lacht nun dem Rhein,
DIE MANNEN
dadaː
Hagenˈhaːɡn̩
,
derdeːɐ̯
Grimmeˈɡʁɪmə
,
sozoː
lustigˈlʊstɪk
magmaːk
seinzaɪ̯n
!
Derdeːɐ̯
Hagedornˈhaːɡəˌdɔʁn
stichtʃtɪçt
nunnuːn
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
;
zumt͡sʊm
Hochzeitsrufer
wardvaʁt
ereːɐ̯
bestelltbəˈʃtɛlt
.
der immer sehr ernst geblieben, ist zu den Mannen herabgestiegen und steht jetzt unter ihnen
HAGEN
Nunnuːn
lasstlast
dasdas
Lachenˈlaxn̩
,
mut'ge
Mannenˈmanən
!
Empfangtɛmˈp͡faŋt
Gunthers
Brautbʁaʊ̯t
!
Brünnhilde
nahtnaːt
dortdɔʁt
mitmɪt
ihmiːm
.
Er deutet die Mannen nach dem Rhein hin: diese eilen zum Teil nach der Anhöhe, während andere sich am Ufer aufstellen, um die Ankommenden zu erblicken
HAGEN
näherˈnɛːɐ
zut͡suː
einigenˈaɪ̯nɪɡn̩
Mannenˈmanən
tretendˈtʁeːtn̩t
Holdhɔlt
seidzaɪ̯t
derdeːɐ̯
Herrinˈhɛʁɪn
,
helfetˈhɛlfət
ihriːɐ̯
treutʁɔɪ̯
:
traftʁaːf
sieziː
einaɪ̯n
Leidlaɪ̯t
,
raschʁaʃ
seidzaɪ̯t
zurt͡suːɐ̯
Racheˈʁaxə
!
Er wendet sich langsam zur Seite, in den Hintergrund. Während des Folgenden kommt der Nachen mit Gunther und Brünnhilde auf dem Rheine an.
diejenigen, welche von der Höhe ausgeblickt hatten, kommen zum Ufer herab
DIE MANNEN
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
!
Willkommenvɪlˈkɔmən
!
Willkommenvɪlˈkɔmən
!
Einige der Mannen springen in den Fluss und ziehen den Kahn an das Land. Alles drängt sich immer dichter an das Ufer
DIE MANNEN
Willkommenvɪlˈkɔmən
,
Guntherˈɡʊntɐ
!
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
!
Gunther, Siegfried, Brünnhilde, Hagen, Gutrune, Mannen, Frauen. Gunther steigt mit Brünnhilde aus dem Kahne; die Mannen reihen sich ehrerbietig zu ihren Empfange. Während des Folgenden geleitet Gunther Brünnhilde feierlich an der Hand
DIE MANNEN
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
,
Guntherˈɡʊntɐ
!
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
undʊnt
deinerˈdaɪ̯nɐ
Brautbʁaʊ̯t
!
Willkommenvɪlˈkɔmən
!
Sie schlagen die Waffen tosend zusammen
Brünnhilde, welche bleich und gesenkten Blickes ihm folgt, den Mannen vorstellend
GUNTHER
Brünnhild'
,
diedaɪ
hehrsteˈheːɐ̯stə
Fraufʁaʊ̯
,
bring'
ichɪç
euchɔɪ̯ç
herheːɐ̯
zumt͡sʊm
Rheinʁaɪ̯n
.
Einaɪ̯n
edleresˈeːdləʁəs
Weibvaɪ̯p
wardvaʁt
nieniː
gewonnenɡəˈvɔnən
.
Derdeːɐ̯
Gibichungen
Geschlechtɡəˈʃlɛçt
,
gabenˈɡaːbm̩
diedaɪ
Götterˈɡœtɐ
ihmiːm
Gunstɡʊnst
,
zumt͡sʊm
höchstenˈhøːçstn̩
Ruhmʁuːm
rag'
eseːs
nunnuːn
aufaʊ̯f
!
feierlich an ihre Waffen schlagend
DIE MANNEN
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
,
glücklicherˈɡlʏklɪçɐ
Gibichung
!
Gunther geleitet Brünnhilde, die nie aufblickt, zur Halle, aus welcher jetzt Siegfried und Gutrune, von Frauen begleitet, heraustreten
hält vor der Halle an
GUNTHER
Gegrüsst
seizaɪ̯
,
teurerˈtɔɪ̯ʁɐ
Heldhɛlt
;
gegrüsst
,
holdeˈhɔldə
Schwesterˈʃvɛstɐ
!
Dichdɪç
seh'
ichɪç
frohfʁoː
ihmiːm
zurt͡suːɐ̯
Seiteˈzaɪ̯tə
,
derdeːɐ̯
dichdɪç
zumt͡sʊm
Weibvaɪ̯p
gewannɡəˈvan
.
Zweit͡svaɪ̯
sel'ge
Paareˈpaːʁə
sehzeː
ichɪç
hierhiːɐ̯
prangenˈpʁaŋən
:
er führt Brünnhilde näher heran
GUNTHER
Brünnhild'
undʊnt
Guntherˈɡʊntɐ
,
Gutrun'
undʊnt
Siegfriedˈziːkfʁiːt
!
Brünnhilde schlägt erschreckt die Augen auf und erblickt Siegfried; wie in Erstaunen bleibt ihr Blick auf ihn gerichtet. Gunther, welcher Brünnhildes heftig zuckende Hand losgelassen hat, sowie alle übrigen zeigen starre Betroffenheit über Brünnhildes Benehmen
MANNEN UND FRAUEN
Wasvas
istɪst
ihriːɐ̯
?
Istɪst
sieziː
entrücktɛntˈʁʏkt
?
Brünnhilde beginnt zu zittern
geht ruhig einige Schritte auf Brünnhilde zu
SIEGFRIED
Wasvas
mühtmyːt
Brünnhildes
Blickblɪk
?
kaum ihrer mächtig
BRÜNNHILDE
Siegfriedˈziːkfʁiːt
...
hierhiːɐ̯
...!
Gutrune
...?
SIEGFRIED
Gunthers
mildeˈmɪldə
Schwesterˈʃvɛstɐ
:
mirmiːɐ̯
vermähltfɛɐ̯ˈmɛːlt
wieviː
Guntherˈɡʊntɐ
duduː
.
furchtbar heftig
BRÜNNHILDE
Ichɪç
....
Guntherˈɡʊntɐ
...
?
Duduː
lügstlyːkst
!
Sie schwankt und droht umzusinken: Siegfried, ihr zunächst, stützt sie
BRÜNNHILDE
Mirmiːɐ̯
schwindetˈʃvɪndət
dasdas
Lichtlɪçt
....
Sie blickt in seinen Armen matt zu Siegfried auf
BRÜNNHILDE
Siegfriedˈziːkfʁiːt
-
kenntkɛnt
michmɪç
nichtnɪçt
!
SIEGFRIED
Guntherˈɡʊntɐ
,
deinemˈdaɪ̯nəm
Weibvaɪ̯p
istɪst
übelˈyːbl̩
!
Gunther tritt hinzu
SIEGFRIED
Erwacheɛɐ̯ˈvaxə
,
Fraufʁaʊ̯
!
Hierhiːɐ̯
stehtʃteːt
deindaɪ̯n
Gatteˈɡatə
.
erblickt am ausgestreckten Finger Siegfrieds den Ring und schrickt mit furchtbarer Heftigkeit auf
BRÜNNHILDE
Haha
!
-
Derdeːɐ̯
Ringʁɪŋ
-
anaːˈʔɛn
seinerˈzaɪ̯nɐ
Handhant
!
Ereːɐ̯
-
?
Siegfriedˈziːkfʁiːt
?
MANNEN UND FRAUEN
Wasvas
istɪst
?
aus dem Hintergrunde unter die Mannen tretend
HAGEN
Jetztjɛt͡st
merketˈmɛʁkət
klugkluːk
,
wasvas
diedaɪ
Fraufʁaʊ̯
euchɔɪ̯ç
klagtklaːkt
!
sucht sich zu ermannen, indem sie die schrecklichste Aufregung gewaltsam zurückhält
BRÜNNHILDE
Einenˈaɪ̯nən
Ringʁɪŋ
sahzaː
ichɪç
anaːˈʔɛn
deinerˈdaɪ̯nɐ
Handhant
,
-
nichtnɪçt
dirdiːɐ̯
gehörtɡəˈhøːɐ̯t
ereːɐ̯
,
ihniːn
entrissɛntˈʁɪs
mirmiːɐ̯
auf Gunther deutend
BRÜNNHILDE
dieserˈdiːzɐ
Mannman
!
Wieviː
mochtestˈmɔxtəst
vonfɔn
ihmiːm
dendeːn
Ringʁɪŋ
duduː
empfahn
?
aufmerksam den Ring an seiner Hand betrachtend
SIEGFRIED
Dendeːn
Ringʁɪŋ
empfingɛmˈp͡fɪŋ
ichɪç
nichtnɪçt
vonfɔn
ihmiːm
.
zu Gunther
BRÜNNHILDE
Nahmstnaːmst
duduː
vonfɔn
mirmiːɐ̯
dendeːn
Ringʁɪŋ
,
durchdʊʁç
dendeːn
ichɪç
dirdiːɐ̯
vermähltfɛɐ̯ˈmɛːlt
;
sozoː
meldeˈmɛldə
ihmiːm
deindaɪ̯n
Rechtʁɛçt
,
fordreˈfɔʁdʁə
zurückt͡suˈʁʏk
dasdas
Pfandp͡fant
!
in grosser Verwirrung
GUNTHER
Dendeːn
Ringʁɪŋ
?
Ichɪç
gabɡaːp
ihmiːm
keinenˈkaɪ̯nən
:
dochdɔx
-
kennstkɛnst
duduː
ihniːn
auchaʊ̯x
gutɡuːt
?
BRÜNNHILDE
Wovoː
bärgestˈbɛʁɡəst
duduː
dendeːn
Ringʁɪŋ
,
dendeːn
duduː
vonfɔn
mirmiːɐ̯
erbeutetɛɐ̯ˈbɔɪ̯tət
?
Gunther schweigt in höchster Betroffenheit
wütend auffahrend
BRÜNNHILDE
Haha
!
-
Dieserˈdiːzɐ
warvaːɐ̯
eseːs
,
derdeːɐ̯
mirmiːɐ̯
dendeːn
Ringʁɪŋ
entrissɛntˈʁɪs
:
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
derdeːɐ̯
trugvolle
Diebdiːp
!
Alles blickt erwartungsvoll auf Siegfried, welcher über der Betrachtung des Ringes in fernes Sinnen entrückt ist
SIEGFRIED
Vonfɔn
keinemkaɪ̯nəm
Weibvaɪ̯p
kamkaːm
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Reifʁaɪ̯f
;
nochnɔx
war's
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
,
demdeːm
ichɪç
ihniːn
abgewannˈapɡəˌvan
:
genauɡəˈnaʊ̯
erkenn'
ichɪç
desdɛs
Kampfesˈkamp͡fəs
Lohnloːn
,
dendeːn
vorfoːɐ̯
Neidhöhl'
einstaɪ̯nst
ichɪç
bestandbəˈʃtant
,
alsals
dendeːn
starkenˈʃtaʁkn̩
Wurmvʊʁm
ichɪç
erschlugɛɐ̯ˈʃluːk
.
wischen sie tretend
HAGEN
Brünnhild'
,
kühneˈkyːnə
Fraufʁaʊ̯
,
kennstkɛnst
duduː
genauɡəˈnaʊ̯
dendeːn
Ringʁɪŋ
?
Ist's
derdeːɐ̯
,
dendeːn
duduː
Gunthern
gabstɡaːpst
,
sozoː
istɪst
ereːɐ̯
seinzaɪ̯n
,
-
undʊnt
Siegfriedˈziːkfʁiːt
gewannɡəˈvan
ihniːn
durchdʊʁç
Trugtʁuːk
,
dendeːn
derdeːɐ̯
Treulose[tʁɔʏloːs]
büssenˈbyːsn̩
sollt'
!
in furchtbarstem Schmerze aufschreiend
BRÜNNHILDE
Betrugbəˈtʁuːk
!
Betrugbəˈtʁuːk
!
Schändlichsterˈʃɛntlɪçstɐ
Betrugbəˈtʁuːk
!
Verratfɛɐ̯ˈʁaːt
!
Verratfɛɐ̯ˈʁaːt
!
-
Wieviː
nochnɔx
nieniː
ereːɐ̯
gerächtɡəˈʁɛçt
!
GUTRUNE
Verratfɛɐ̯ˈʁaːt
?
Anaːˈʔɛn
wemveːm
?
MANNEN UND FRAUEN
Verratfɛɐ̯ˈʁaːt
?
Verratfɛɐ̯ˈʁaːt
?
BRÜNNHILDE
Heil'ge
Götterˈɡœtɐ
,
himmlischeˈhɪmlɪʃə
Lenkerˈlɛŋkɐ
!
Rauntetˈʁaʊ̯ntət
ihriːɐ̯
diesdaɪs
iniˈʔɛn
euremˈɔʏ̯ɐ
Ratʁaːt
?
Lehrtleːɐ̯t
ihriːɐ̯
michmɪç
Leidenˈlaɪ̯dn̩
,
wieviː
keinerˈkaɪ̯nɐ
sieziː
littlɪt
?
Schuftʃuːft
ihriːɐ̯
mirmiːɐ̯
Schmachʃmaːx
,
wieviː
nieniː
sieziː
geschmerztɡəˈʃmɛʁt͡st
?
Ratetˈʁaːtət
nunnuːn
Racheˈʁaxə
,
wieviː
nieniː
sieziː
gerastɡəˈʁaːst
!
Zündetˈt͡sʏndət
mirmiːɐ̯
Zornt͡sɔʁn
,
wieviː
nochnɔx
nieniː
ereːɐ̯
gezähmtɡəˈt͡sɛːmt
!
Heisset
Brünnhild'
ihriːɐ̯
Herzhɛʁt͡s
zut͡suː
zerbrechent͡sɛɐ̯ˈbʁɛçn̩
,
dendeːn
zut͡suː
zertrümmernt͡sɛɐ̯ˈtʁʏmɐn
,
derdeːɐ̯
sieziː
betrogbəˈtʁoːk
!
GUNTHER
Brünnhild'
,
Gemahlinɡəˈmaːlɪn
!
Mäss'ge
dichdɪç
!
BRÜNNHILDE
Weich'
fernfɛʁn
,
Verräterfɛɐ̯ˈʁɛːtɐ
!
Selbstzɛlpst
Verrat'ner
-
Wissetˈvɪsət
denndɛn
alleˈalə
:
nichtnɪçt
ihmiːm
,
demdeːm
Manneˈmanə
dortdɔʁt
binbɪn
ichɪç
vermähltfɛɐ̯ˈmɛːlt
.
FRAUEN
Siegfriedˈziːkfʁiːt
?
Gutruns
Gemahlɡəˈmaːl
?
DIE MANNEN
Gutruns
Gemahlɡəˈmaːl
?
BRÜNNHILDE
Ereːɐ̯
zwangt͡svaŋ
mirmiːɐ̯
Lustluːst
undʊnt
Liebeˈliːbə
abaːbeː
.
SIEGFRIED
Achtestˈaxtəst
duduː
sozoː
derdeːɐ̯
eignenˈaɪ̯ɡnən
Ehreˈeːʁə
?
Diedaɪ
Zungeˈt͡sʊŋə
,
diedaɪ
sieziː
lästertˈlɛstɐt
,
mussmʊs
ichɪç
derdeːɐ̯
Lügeˈlyːɡə
sieziː
zeihenˈt͡saɪ̯ən
?
Hörthøːɐ̯t
,
oboːˈbeː
ichɪç
Treueˈtʁɔɪ̯ə
brachbʁaːx
!
Blutbrüderschaft
hab'
ichɪç
Guntherˈɡʊntɐ
geschworenɡəˈʃvoːʁən
:
Notung
,
dasdas
werteˈveːɐ̯tə
Schwertʃveːɐ̯t
,
wahrteˈvaːɐ̯tə
derdeːɐ̯
Treueˈtʁɔɪ̯ə
Eidaɪ̯t
;
michmɪç
trennteˈtʁɛntə
seineˈzaɪ̯nə
Schärfeˈʃɛʁfə
vonfɔn
diesemˈdiːzm̩
traur'gen
Weibvaɪ̯p
.
BRÜNNHILDE
Duduː
listigerˈlɪstɪɡɐ
Heldhɛlt
,
sieh'
,
wieviː
duduː
lügstlyːkst
!
Wieviː
aufaʊ̯f
deindaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
duduː
schlechtʃlɛçt
dichdɪç
berufstbəˈʁuːfst
!
Wohlvoːl
kenn'
ichɪç
seineˈzaɪ̯nə
Schärfeˈʃɛʁfə
,
dochdɔx
kenn'
auchaʊ̯x
diedaɪ
Scheideˈʃaɪ̯də
,
darindaˈʁɪn
sozoː
wonnig
ruht'
anaːˈʔɛn
derdeːɐ̯
Wandvant
Notung
,
derdeːɐ̯
treueˈtʁɔɪ̯ə
Freundfʁɔɪ̯nt
,
alsals
diedaɪ
Trauteˈtʁaʊ̯tə
seinzaɪ̯n
Herrhɛʁ
sichzɪç
gefreitɡəˈfʁaɪ̯t
.
in lebhafter Entrüstung zusammentretend
DIE MANNEN
Wieviː
?
Brachbʁaːx
ereːɐ̯
diedaɪ
Treueˈtʁɔɪ̯ə
?
Trübteˈtʁyːptə
ereːɐ̯
Gunthers
Ehreˈeːʁə
?
FRAUEN
Brachbʁaːx
ereːɐ̯
diedaɪ
Treueˈtʁɔɪ̯ə
?
zu Siegfried
GUNTHER
Geschändetɡəˈʃɛndət
wär'
ichɪç
,
schmählichˈʃmɛːlɪç
bewahrtbəˈvaːɐ̯t
,
gäbstɡɛːpst
duduː
diedaɪ
Redeˈʁeːdə
nichtnɪçt
ihriːɐ̯
zurückt͡suˈʁʏk
!
GUTRUNE
Treulos[tʁɔʏloːs]
,
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
sannest
duduː
Trugtʁuːk
?
Bezeugebəˈt͡sɔɪ̯ɡə
,
dassdas
jeneˈjeːnə
falschfalʃ
dichdɪç
zeihtt͡saɪ̯t
!
DIE MANNEN
Reinigeˈʁaɪ̯nɪɡə
dichdɪç
,
bistbɪst
duduː
imiˈʔɛm
Rechtʁɛçt
!
Schweigeˈʃvaɪ̯ɡə
diedaɪ
Klageˈklaːɡə
!
Schwöreˈʃvøːʁə
dendeːn
Eidaɪ̯t
!
SIEGFRIED
Schweig'
ichɪç
diedaɪ
Klageˈklaːɡə
,
schwör'
ichɪç
dendeːn
Eidaɪ̯t
:
werveːɐ̯
vonfɔn
euchɔɪ̯ç
wagtvaːkt
seineˈzaɪ̯nə
Waffeˈvafə
darandaˈʁan
?
HAGEN
Meinesˈmaɪ̯nəs
Speeresˈʃpeːʁəs
Spitzeˈʃpɪt͡sə
wag'
ichɪç
darandaˈʁan
:
sieziː
wahr'
iniˈʔɛn
Ehrenˈeːʁən
dendeːn
Eidaɪ̯t
.
Die Mannen schliessen einen Ring um Siegfried und Hagen. Hagen hält den Speer hin; Siegfried legt zwei Finger seiner rechten Hand auf die Speerspitze
SIEGFRIED
Helleˈhɛlə
Wehrveːɐ̯
!
Heiligeˈhaɪ̯lɪɡə
Waffeˈvafə
!
Hilfhɪlf
meinemˈmaɪ̯nəm
ewigenˈeːvɪɡn̩
Eideˈaɪ̯də
!
Beibaɪ̯
desdɛs
Speeresˈʃpeːʁəs
Spitzeˈʃpɪt͡sə
sprech'
ichɪç
dendeːn
Eidaɪ̯t
:
Spitzeˈʃpɪt͡sə
,
achteˈaxtə
desdɛs
Spruchsʃpʁʊxs
!
Wovoː
Scharfesˈʃaʁfəs
michmɪç
schneidetˈʃnaɪ̯dət
,
schneideˈʃnaɪ̯də
duduː
michmɪç
;
wovoː
derdeːɐ̯
Todtoːt
michmɪç
sollzɔl
treffenˈtʁɛfn̩
,
treffeˈtʁɛfə
duduː
michmɪç
:
klagteˈklaːktə
dasdas
Weibvaɪ̯p
dortdɔʁt
wahrvaːɐ̯
,
brachbʁaːx
ichɪç
demdeːm
Bruderˈbʁuːdɐ
dendeːn
Eidaɪ̯t
!
tritt wütend in den Ring, reisst Siegfrieds Hand vom Speere hinweg und fasst dafür mit der ihrigen die Spitze
BRÜNNHILDE
Helleˈhɛlə
Wehrveːɐ̯
!
Heiligeˈhaɪ̯lɪɡə
Waffeˈvafə
!
Hilfhɪlf
meinemˈmaɪ̯nəm
ewigenˈeːvɪɡn̩
Eideˈaɪ̯də
!
Beibaɪ̯
desdɛs
Speeresˈʃpeːʁəs
Spitzeˈʃpɪt͡sə
sprech'
ichɪç
dendeːn
Eidaɪ̯t
:
Spitzeˈʃpɪt͡sə
,
achteˈaxtə
desdɛs
Spruchsʃpʁʊxs
!
Ichɪç
weiheˈvaɪ̯ə
deineˈdaɪ̯nə
Wuchtvʊxt
,
dassdas
sieziː
ihniːn
werfeˈvɛʁfə
!
Deineˈdaɪ̯nə
Schärfeˈʃɛʁfə
segneˈzeːɡnə
ichɪç
,
dassdas
sieziː
ihniːn
schneideˈʃnaɪ̯də
:
denndɛn
,
brachbʁaːx
seineˈzaɪ̯nə
Eideˈaɪ̯də
ereːɐ̯
all'
,
schwurʃvuːɐ̯
Meineidˈmaɪ̯nˌʔaɪ̯t
jetztjɛt͡st
dieserˈdiːzɐ
Mannman
!
im höchsten Aufruhr
DIE MANNEN
Hilfhɪlf
,
Donnerˈdɔnɐ
,
toseˈtoːzə
deindaɪ̯n
Wetterˈvɛtɐ
,
zut͡suː
schweigenˈʃvaɪ̯ɡn̩
diedaɪ
wütendeˈvyːtn̩də
Schmachʃmaːx
!
SIEGFRIED
Guntherˈɡʊntɐ
!
Wehr'
deinemˈdaɪ̯nəm
Weibeˈvaɪ̯bə
,
dasdas
schamlosˈʃaːmloːs
Schandeˈʃandə
dirdiːɐ̯
lügtlyːkt
!
Gönntɡœnt
ihriːɐ̯
Weil'
undʊnt
Ruh'
,
derdeːɐ̯
wildenˈvɪldn̩
Felsenfrau
,
dassdas
ihreˈiːʁə
frecheˈfʁɛçə
Wutvuːt
sichzɪç
legeˈleːɡə
,
diedaɪ
einesˈaɪ̯nəs
Unholdsˈʊnˌhɔlt͡s
argeˈaʁɡə
Listlɪst
widerˈviːdɐ
unsʊns
alleˈalə
erregtɛɐ̯ˈʁeːkt
!
Ihriːɐ̯
Mannenˈmanən
,
kehretˈkeːʁət
euchɔɪ̯ç
abaːbeː
!
Lasstlast
dasdas
Weibergekeif'
!
Alsals
Zageˈt͡saːɡə
weichenˈvaɪ̯çn̩
wirviːɐ̯
gernɡɛʁn
,
giltɡɪlt
eseːs
mitmɪt
Zungenˈt͡sʊŋən
dendeːn
Streitʃtʁaɪ̯t
.
er tritt dicht zu Gunther
SIEGFRIED
Glaub'
,
mehrmeːɐ̯
zürntt͡sʏʁnt
eseːs
michmɪç
alsals
dichdɪç
,
dassdas
schlechtʃlɛçt
ichɪç
sieziː
getäuschtɡəˈtɔɪ̯ʃt
:
derdeːɐ̯
Tarnhelm
,
dünktdʏŋkt
michmɪç
fastfast
,
hathat
halbhalp
michmɪç
nurnuːɐ̯
gehehltɡəˈheːlt
.
Dochdɔx
Frauengroll
friedetˈfʁiːdət
sichzɪç
baldbalt
:
dassdas
ichɪç
dirdiːɐ̯
eseːs
gewannɡəˈvan
,
danktdaŋkt
dirdiːɐ̯
gewissɡəˈvɪs
nochnɔx
dasdas
Weibvaɪ̯p
.
er wendet sich wieder zu den Mannen
SIEGFRIED
Munterˈmʊntɐ
,
ihriːɐ̯
Mannenˈmanən
!
Folgtfɔlkt
mirmiːɐ̯
zumt͡sʊm
Mahlmaːl
!
zu den Frauen
SIEGFRIED
Frohfʁoː
zurt͡suːɐ̯
Hochzeitˈhoːxˌt͡saɪ̯t
,
helfetˈhɛlfət
,
ihriːɐ̯
Frauenˈfʁaʊ̯ən
!
Wonnige
Lustluːst
lacheˈlaxə
nunnuːn
aufaʊ̯f
!
Iniˈʔɛn
Hofhoːf
undʊnt
Hainhaɪ̯n
,
heiterˈhaɪ̯tɐ
vorfoːɐ̯
allenˈælən
solltzɔlt
ihriːɐ̯
heuteˈhɔɪ̯tə
michmɪç
sehnzeːn
.
Wenveːn
diedaɪ
Minneˈmɪnə
freutfʁɔɪ̯t
,
meinemˈmaɪ̯nəm
frohenˈfʁoːən
Muteˈmuːtə
tu'
eseːs
derdeːɐ̯
Glücklicheˈɡlʏklɪçə
gleichɡlaɪ̯ç
!
Er schlingt in ausgelassenem Übermute seinen Arm um Gutrune und zieht sie mit sich in die Halle fort. Die Mannen und Frauen, von seinem Beispiele hingerissen, folgen ihm nach. Die Bühne ist leer geworden. Nur Brünnhilde, Gunther und Hagen bleiben zurück. Gunther hat sich in tiefer Scham und furchtbarer Verstimmung mit verhülltem Gesichte abseits niedergesetzt. Brünnhilde, im Vordergrunde stehend, blickt Siegfried und Gutrune noch eine Zeitlang schmerzlich nach und senkt dann das Haupt
Brünnhilde, Hagen, Gunther
in starrem Nachsinnen befangen
BRÜNNHILDE
Welchesˈvɛlçəs
Unholdsˈʊnˌhɔlt͡s
Listlɪst
liegtliːkt
hierhiːɐ̯
verhohlenfɛɐ̯ˈhoːlən
?
Welchesˈvɛlçəs
Zaubersˈt͡saʊ̯bɐs
Ratʁaːt
regteˈʁeːktə
diesdaɪs
aufaʊ̯f
?
Wovoː
istɪst
nunnuːn
meinmaɪ̯n
Wissenˈvɪsn̩
gegenˈɡeːɡn̩
diesdaɪs
Wirrsalˈvɪʁzaːl
?
Wovoː
sindzɪnt
meineˈmaɪ̯nə
Runenˈʁuːnən
gegenˈɡeːɡn̩
diesdaɪs
Rätselˈʁɛːt͡sl̩
?
Achax
Jammerˈjamɐ
!
Jammerˈjamɐ
!
Weh'
,
achax
Weheˈveːə
!
Allaːʔɛlˈʔɛl
meinmaɪ̯n
Wissenˈvɪsn̩
wiesviːs
ichɪç
ihmiːm
zut͡suː
!
Iniˈʔɛn
seinerˈzaɪ̯nɐ
Machtmaxt
hälthɛlt
ereːɐ̯
diedaɪ
Magdmaːkt
;
iniˈʔɛn
seinenˈzaɪ̯nən
Bandenˈbandn̩
fasstfast
ereːɐ̯
diedaɪ
Beuteˈbɔɪ̯tə
,
diedaɪ
,
jammerndˈjamɐnt
oboːˈbeː
ihrerˈiːʁɐ
Schmachʃmaːx
,
jauchzendˈjaʊ̯xt͡sn̩t
derdeːɐ̯
Reicheˈʁaɪ̯çə
verschenktfɛɐ̯ˈʃɛŋkt
!
Werveːɐ̯
bietetˈbiːtət
mirmiːɐ̯
nunnuːn
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
,
mitmɪt
demdeːm
ichɪç
diedaɪ
Bandeˈbandə
zerschnitt'
?
dicht an sie herantretend
HAGEN
Vertrauefɛɐ̯ˈtʁaʊ̯ə
mirmiːɐ̯
,
betrog'ne
Fraufʁaʊ̯
!
Werveːɐ̯
dichdɪç
verrietfɛɐ̯ˈʁiːt
,
dasdas
rächeˈʁɛçə
ichɪç
.
matt sich umblickend
BRÜNNHILDE
Anaːˈʔɛn
wemveːm
?
HAGEN
Anaːˈʔɛn
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
derdeːɐ̯
dichdɪç
betrogbəˈtʁoːk
.
BRÜNNHILDE
Anaːˈʔɛn
Siegfriedˈziːkfʁiːt
?...
Duduː
?
bitter lächelnd
BRÜNNHILDE
Einaɪ̯n
einz'ger
Blickblɪk
seinesˈzaɪ̯nəs
blitzendenˈblɪt͡sn̩dən
Augesˈaʊ̯ɡəs
,
-
dasdas
selbstzɛlpst
durchdʊʁç
diedaɪ
Lügengestalt
leuchtendˈlɔɪ̯çtn̩t
strahlteˈʃtʁaːltə
zut͡suː
mirmiːɐ̯
,
-
deinenˈdaɪ̯nən
bestenˈbɛstn̩
Mutmuːt
machteˈmaxtə
ereːɐ̯
bangenˈbaŋən
!
HAGEN
Dochdɔx
meinemˈmaɪ̯nəm
Speereˈʃpeːʁə
spartʃpaːɐ̯t
ihniːn
seinzaɪ̯n
Meineidˈmaɪ̯nˌʔaɪ̯t
?
BRÜNNHILDE
Eidaɪ̯t
undʊnt
Meineidˈmaɪ̯nˌʔaɪ̯t
,
müssige
Achtaxt
!
Nachnaːx
Stärkrem
späh'
,
deinenˈdaɪ̯nən
Speerʃpeːɐ̯
zut͡suː
waffnenˈvafnən
,
willstvɪlst
duduː
dendeːn
Stärkstenˈʃtɛʁkstn̩
bestehn
!
HAGEN
Wohlvoːl
kenn'
ichɪç
Siegfriedsˈziːkfʁiːts
siegendeˈziːɡn̩də
Kraftkʁaft
,
wieviː
schwerʃveːɐ̯
imiˈʔɛm
Kampfkamp͡f
ereːɐ̯
zut͡suː
fällenˈfɛlən
;
drumdʁʊm
rauneˈʁaʊ̯nə
nunnuːn
duduː
mirmiːɐ̯
klugenˈkluːɡn̩
Ratʁaːt
,
wieviː
dochdɔx
derdeːɐ̯
Reckeˈʁɛkə
mirmiːɐ̯
wich'
?
BRÜNNHILDE
O
Undankˈʊnˌdaŋk
,
schändlichsterˈʃɛntlɪçstɐ
Lohnloːn
!
Nichtnɪçt
eineˈaɪ̯nə
Kunstkʊnst
warvaːɐ̯
mirmiːɐ̯
bekanntbəˈkant
,
diedaɪ
zumt͡sʊm
Heilhaɪ̯l
nichtnɪçt
halfhalf
seinemˈzaɪ̯nəm
Leib'
!
Unwissendˈʊnˌvɪsn̩t
zähmt'
ihniːn
meinmaɪ̯n
Zauberspiel
,
dasdas
ihniːn
vorfoːɐ̯
Wundenˈvʊndn̩
nunnuːn
gewahrtɡəˈvaːɐ̯t
.
HAGEN
Sozoː
kannkan
keineˈkaɪ̯nə
Wehrveːɐ̯
ihmiːm
schadenˈʃaːdn̩
?
BRÜNNHILDE
Imiˈʔɛm
Kampfeˈkamp͡fə
nichtnɪçt
-
;
dochdɔx
träfsttʁɛːfst
duduː
imiˈʔɛm
Rückenˈʁʏkn̩
ihniːn
....
Niemalsˈniːmaːls
-
dasdas
wusst
ichɪç
-
wich'
ereːɐ̯
demdeːm
Feindfaɪ̯nt
,
nieniː
reicht'
ereːɐ̯
fliehendˈfliːənt
ihmiːm
dendeːn
Rückenˈʁʏkn̩
:
anaːˈʔɛn
ihmiːm
drumdʁʊm
spart'
ichɪç
dendeːn
Segenˈzeːɡn̩
.
HAGEN
Undʊnt
dortdɔʁt
triffttʁɪft
ihniːn
meinmaɪ̯n
Speerʃpeːɐ̯
!
er wendet sich rasch von Brünnhilde ab zu Gunther
HAGEN
Aufaʊ̯f
,
Guntherˈɡʊntɐ
,
edlerˈeːdlɐ
Gibichung
!
Hierhiːɐ̯
stehtʃteːt
deindaɪ̯n
starkesˈʃtaʁkəs
Weibvaɪ̯p
:
wasvas
hängsthɛŋst
duduː
dortdɔʁt
iniˈʔɛn
Harmhaʁm
?
leidenschaftlich auffahrend
GUNTHER
O
Schmachʃmaːx
!
O
Schandeˈʃandə
!
Weheˈveːə
mirmiːɐ̯
,
demdeːm
jammervollsten
Manneˈmanə
!
HAGEN
Iniˈʔɛn
Schandeˈʃandə
liegstliːkst
duduː
;
leugn'
ichɪç
dasdas
?
zu Gunther
BRÜNNHILDE
O
feigerˈfaɪ̯ɡɐ
Mannman
!
Falscherˈfalʃɐ
Genoss'
!
Hinterˈhɪntɐ
demdeːm
Heldenˈhɛldn̩
hehltestˈheːltəst
duduː
dichdɪç
,
dassdas
Preiseˈpʁaɪ̯zə
desdɛs
Ruhmesˈʁuːməs
ereːɐ̯
dirdiːɐ̯
errängeɛɐ̯ˈʁɛŋə
!
Tieftiːf
wohlvoːl
sankzaŋk
dasdas
teureˈtɔɪ̯ʁə
Geschlechtɡəˈʃlɛçt
,
dasdas
solcheˈzɔlçə
Zagenˈt͡saːɡn̩
gezeugtɡəˈt͡sɔɪ̯kt
!
ausser sich
GUNTHER
Betrügerbəˈtʁyːɡɐ
ichɪç
-
undʊnt
betrogenbəˈtʁoːɡn̩
!
Verräterfɛɐ̯ˈʁɛːtɐ
ichɪç
-
undʊnt
verratenfɛɐ̯ˈʁaːtn̩
!
Zermalmtt͡sɛɐ̯ˈmalmt
mirmiːɐ̯
dasdas
Markmaʁk
!
Zerbrechtt͡sɛɐ̯ˈbʁɛçt
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Brustbʁʊst
!
Hilfhɪlf
,
Hagenˈhaːɡn̩
!
Hilfhɪlf
meinerˈmaɪ̯nɐ
Ehreˈeːʁə
!
Hilfhɪlf
deinerˈdaɪ̯nɐ
Mutterˈmʊtɐ
,
diedaɪ
michmɪç
-
auchaʊ̯x
jajaː
gebarɡəˈbaːɐ̯
!
HAGEN
Dirdiːɐ̯
hilfthɪlft
keinkaɪ̯n
Hirnhɪʁn
,
dirdiːɐ̯
hilfthɪlft
keineˈkaɪ̯nə
Handhant
:
dirdiːɐ̯
hilfthɪlft
nurnuːɐ̯
-
Siegfriedsˈziːkfʁiːts
Todtoːt
!
von Grausen erfasst
GUNTHER
Siegfriedsˈziːkfʁiːts
Todtoːt
!
HAGEN
Nurnuːɐ̯
derdeːɐ̯
sühntzyːnt
deineˈdaɪ̯nə
Schmachʃmaːx
!
vor sich hinstarrend
GUNTHER
Blutbrüderschaft
schwurenˈʃvuːʁən
wirviːɐ̯
unsʊns
!
HAGEN
Desdɛs
Bundesˈbʊndəs
Bruchbʁʊx
sühneˈzyːnə
nunnuːn
Blutbluːt
!
GUNTHER
Brachbʁaːx
ereːɐ̯
dendeːn
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
?
HAGEN
Dadaː
ereːɐ̯
dichdɪç
verrietfɛɐ̯ˈʁiːt
!
GUNTHER
Verrietfɛɐ̯ˈʁiːt
ereːɐ̯
michmɪç
?
BRÜNNHILDE
Dichdɪç
verrietfɛɐ̯ˈʁiːt
ereːɐ̯
,
undʊnt
michmɪç
verrietetfɛɐ̯ˈʁiːtət
ihriːɐ̯
alleˈalə
!
Wär'
ichɪç
gerechtɡəˈʁɛçt
,
allesˈaləs
Blutbluːt
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
büsste
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
eureˈɔɪ̯ʁə
Schuldʃʊlt
!
Dochdɔx
desdɛs
einenˈaɪ̯nən
Todtoːt
taugttaʊ̯kt
mirmiːɐ̯
fürfyːɐ̯
alleˈalə
:
Siegfriedˈziːkfʁiːt
falleˈfalə
-
zurt͡suːɐ̯
Sühneˈzyːnə
fürfyːɐ̯
sichzɪç
undʊnt
euchɔɪ̯ç
!
heimlich zu Gunther
HAGEN
Ereːɐ̯
falleˈfalə
-
dirdiːɐ̯
zumt͡sʊm
Heilhaɪ̯l
!
Ungeheureˈʊnɡəˌhɔɪ̯ʁə
Machtmaxt
wirdvɪʁt
dirdiːɐ̯
,
gewinnstɡəˈvɪnst
vonfɔn
ihmiːm
duduː
dendeːn
Ringʁɪŋ
,
dendeːn
derdeːɐ̯
Todtoːt
ihmiːm
wohlvoːl
nurnuːɐ̯
entreisstɛntˈʁaɪ̯sən
.
leise
GUNTHER
Brünnhildes
Ringʁɪŋ
?
HAGEN
Desdɛs
Nibelungennibəˈlʊŋən
Reifʁaɪ̯f
.
schwer seufzend
GUNTHER
Sozoː
wär'
eseːs
Siegfriedsˈziːkfʁiːts
Endeˈɛndə
!
HAGEN
Unsʊns
allenˈælən
frommtfʁɔmt
seinzaɪ̯n
Todtoːt
.
GUNTHER
Dochdɔx
Gutrune
,
achax
,
derdeːɐ̯
ichɪç
ihniːn
gönnteˈɡœntə
!
Straftenˈʃtʁaːftn̩
dendeːn
Gattenˈɡatn̩
wirviːɐ̯
sozoː
,
wieviː
bestündenbəˈʃtʏndn̩
wirviːɐ̯
vorfoːɐ̯
ihriːɐ̯
?
wild auffahrend
BRÜNNHILDE
Wasvas
rietʁiːt
mirmiːɐ̯
meinmaɪ̯n
Wissenˈvɪsn̩
?
Wasvas
wiesenˈviːzn̩
michmɪç
Runenˈʁuːnən
?
Imiˈʔɛm
hilflosenˈhɪlfloːzn̩
Elendˈeːlɛnt
achtetˈaxtət
mir's
hellhɛl
:
Gutrune
heisst
derdeːɐ̯
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
,
derdeːɐ̯
dendeːn
Gattenˈɡatn̩
mirmiːɐ̯
entrücktɛntˈʁʏkt
!
Angstaŋst
treffeˈtʁɛfə
sieziː
!
zu Gunther
HAGEN
Mussmʊs
seinzaɪ̯n
Todtoːt
sieziː
betrübenbəˈtʁyːbn̩
,
verhehltfɛɐ̯ˈheːlt
seizaɪ̯
ihriːɐ̯
diedaɪ
Tattaːt
.
Aufaʊ̯f
muntres
Jagenˈjaːɡn̩
ziehenˈt͡siːən
wirviːɐ̯
morgenˈmɔʁɡn̩
:
derdeːɐ̯
Edleˈeːdlə
braustbʁaʊ̯st
unsʊns
voranfoˈʁan
,
einaɪ̯n
Eberˈeːbɐ
bracht'
ihniːn
dadaː
umʊm
.
GUNTHER UND BRÜNNHILDE
Sozoː
sollzɔl
eseːs
seinzaɪ̯n
!
Siegfriedˈziːkfʁiːt
falleˈfalə
!
Sühn'
ereːɐ̯
diedaɪ
Schmachʃmaːx
,
diedaɪ
ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
schufʃuːf
!
Desdɛs
Eidesˈaɪ̯dəs
Treueˈtʁɔɪ̯ə
hathat
ereːɐ̯
getrogenɡəˈtʁoːɡn̩
:
mitmɪt
seinemˈzaɪ̯nəm
Blutbluːt
büss'
ereːɐ̯
diedaɪ
Schuldʃʊlt
!
Allrauner
,
rächenderˈʁɛçn̩dɐ
Gottɡɔt
!
Schwurwissender
Eideshort
!
Wotanˈvoːtaːn
!
Wendeˈvɛndə
dichdɪç
herheːɐ̯
!
Weiseˈvaɪ̯zə
diedaɪ
schrecklichˈʃʁɛklɪç
heiligeˈhaɪ̯lɪɡə
Scharʃaːɐ̯
,
hieher
zut͡suː
horchenˈhɔʁçn̩
demdeːm
Racheschwur
!
HAGEN
Sterb'
ereːɐ̯
dahindaˈhɪn
,
derdeːɐ̯
strahlendeˈʃtʁaːləndə
Heldhɛlt
!
Meinmaɪ̯n
istɪst
derdeːɐ̯
Horthɔʁt
,
mirmiːɐ̯
mussmʊs
ereːɐ̯
gehörenɡəˈhøːʁən
.
Drumdʁʊm
seizaɪ̯
derdeːɐ̯
Reifʁaɪ̯f
ihmiːm
entrissenɛntˈʁɪsn̩
.
Alben-Vater
,
gefallner
Fürstfʏʁst
!
Nachthüter
!
Niblungenherr
!
Alberichˈalbəʁɪç
!
Achteˈaxtə
aufaʊ̯f
michmɪç
!
Weiseˈvaɪ̯zə
vonfɔn
neuemˈnɔɪ̯əm
derdeːɐ̯
Niblungen
Scharʃaːɐ̯
,
dirdiːɐ̯
zut͡suː
gehorchenɡəˈhɔʁçn̩
,
desdɛs
Ringesˈʁɪŋəs
Herrnhɛʁn
!
Als Gunther mit Brünnhilde heftig der Halle sich zuwendet, tritt ihnen der von dort heraustretende Brautzug entgegen. Knaben und Mädchen, Blumenstäbe schwingend, springen lustig voraus. Siegfried wird auf einem Schilde, Gutrune auf einem Sessel von den Männern getragen. Auf der Anhöhe des Hintergrundes führen Knechte und Mägde auf verschiedenen Bergpfaden Opfergeräte und Opfertiere zu den Weihsteinen herbei und schmücken diese mit Blumen. Siegfried und die Mannen blasen auf ihren Hörnern den Hochzeitsruf. Die Frauen fordern Brünnhilde auf, an Gutrunes Seite sie zu geleiten. Brünnhilde blickt starr zu Gutrune auf, welche ihr mit freundlichem Lächeln zuwinkt. Als Brünnhilde heftig zurücktreten will, tritt Hagen rasch dazwischen und drängt sie an Gunther, der jetzt von neuem ihre Hand erfasst, worauf er selbst von den Männern sich auf den Schild heben lässt. Während der Zug, kaum unterbrochen, schnell der Höhe zu sich wieder in Bewegung setzt, fällt der Vorhang
DRITTER AUFZUG
Wildes Wald- und Felsental am Rheine, welcher im Hintergrunde an einem steilen Abhange vorbeifliesst
VORSPIEL UND ERSTE SZENE
Die drei Rheintöchter, Siegfried. Die drei Rheintöchter, Woglinde, Wellgunde und Flosshilde, tauchen aus der Flut auf und schwimmen, wie im Reigentanze, im Kreise umher
im Schwimmen mässig einhaltend
DIE DREI RHEINTÖCHTER
Fraufʁaʊ̯
Sonneˈzɔnə
sendetˈzɛndət
lichteˈlɪçtə
Strahlenˈʃtʁaːlən
;
Nachtnaxt
liegtliːkt
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Tiefeˈtiːfə
:
einstaɪ̯nst
warvaːɐ̯
sieziː
hellhɛl
,
dadaː
heilhaɪ̯l
undʊnt
hehrheːɐ̯
desdɛs
Vatersˈfaːtɐs
Goldɡɔlt
nochnɔx
iniˈʔɛn
ihriːɐ̯
glänzteˈɡlɛnt͡stə
.
Rheingoldˈʁaɪ̯nɡɔlt
!
Klaresˈklaːʁəs
Goldɡɔlt
!
Wieviː
hellhɛl
duduː
einstensˈaɪ̯nstn̩s
strahltestˈʃtʁaːltəst
,
hehrerˈheːʁɐ
Sternʃtɛʁn
derdeːɐ̯
Tiefeˈtiːfə
!
Sie schliessen wieder den Schwimmreigen
DIE DREI RHEINTÖCHTER
Weialala
leia
,
wallala
leialala
.
Ferner Hornruf. Sie lauschen. Sie schlagen jauchzend das Wasser
DIE DREI RHEINTÖCHTER
Fraufʁaʊ̯
Sonneˈzɔnə
,
sendeˈzɛndə
unsʊns
dendeːn
Heldenˈhɛldn̩
,
derdeːɐ̯
dasdas
Goldɡɔlt
unsʊns
wiedergäbeˈviːdɐˌɡɛːbə
!
Liess'
ereːɐ̯
eseːs
unsʊns
,
deindaɪ̯n
lichtesˈlɪçtəs
Augeˈaʊ̯ɡə
neidetenˈnaɪ̯dətn̩
danndan
wirviːɐ̯
nichtnɪçt
längerˈlɛŋɐ
.
Rheingoldˈʁaɪ̯nɡɔlt
!
Klaresˈklaːʁəs
Goldɡɔlt
!
Wieviː
frohfʁoː
duduː
danndan
strahltestˈʃtʁaːltəst
,
freierˈfʁaɪ̯ɐ
Sternʃtɛʁn
derdeːɐ̯
Tiefeˈtiːfə
!
Man hört Siegfrieds Horn von der Höhe her
WOGLINDE
Ichɪç
höreˈhøːʁə
seinzaɪ̯n
Hornhɔʁn
.
WELLGUNDE
Derdeːɐ̯
Helde
nahtnaːt
.
FLOSSHILDE
Lasstlast
unsʊns
beratenbəˈʁaːtn̩
!
Sie tauchen alle drei schnell unter. Siegfried erscheint auf dem Abhange in vollen Waffen
SIEGFRIED
Einaɪ̯n
Albeˈalbə
führteˈfyːɐ̯tə
michmɪç
irrɪʁ
,
dassdas
ichɪç
diedaɪ
Fährteˈfɛːɐ̯tə
verlorfɛɐ̯ˈloːɐ̯
:
Heheː
,
Schelmʃɛlm
,
iniˈʔɛn
welchemˈvɛlçəm
Bergeˈbɛʁɡə
bargstbaʁkst
duduː
sozoː
schnellʃnɛl
mirmiːɐ̯
dasdas
Wildvɪlt
?
tauchen wieder auf und schwimmen im Reigen
DIE DREI RHEINTÖCHTER
Siegfriedˈziːkfʁiːt
!
FLOSSHILDE
Wasvas
schiltstʃɪlt͡st
duduː
sozoː
iniˈʔɛn
dendeːn
Grundɡʁʊnt
?
WELLGUNDE
Welchemˈvɛlçəm
Albenˈalbn̩
bistbɪst
duduː
gramɡʁaːm
?
WOGLINDE
Hathat
dichdɪç
einaɪ̯n
Nickerˈnɪkɐ
genecktɡəˈnɛkt
?
ALLE DREI
Sag'
eseːs
,
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
sag'
eseːs
unsʊns
!
sie lächelnd betrachtend
SIEGFRIED
Entzücktetɛntˈt͡sʏktət
ihriːɐ̯
zut͡suː
euchɔɪ̯ç
dendeːn
zottigen
Gesellenɡəˈzɛlən
,
derdeːɐ̯
mirmiːɐ̯
verschwandfɛɐ̯ˈʃvant
?
Ist's
euerˈɔɪ̯ɐ
Friedel
,
euchɔɪ̯ç
lustigenˈlʊstɪɡn̩
Frauenˈfʁaʊ̯ən
lass'
ichɪç
ihniːn
gernɡɛʁn
.
Die Mädchen lachen laut auf
WOGLINDE
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
wasvas
gibstɡiːpst
duduː
unsʊns
,
wennvɛn
wirviːɐ̯
dasdas
Wildvɪlt
dirdiːɐ̯
gönnenˈɡœnən
?
SIEGFRIED
Nochnɔx
binbɪn
ichɪç
beutelos
;
sozoː
bittetˈbɪtət
,
wasvas
ihriːɐ̯
begehrtbəˈɡeːɐ̯t
.
WELLGUNDE
Einaɪ̯n
goldnerˈɡɔldnɐ
Ringʁɪŋ
ragtʁaːkt
dirdiːɐ̯
amaːm
Fingerˈfɪŋɐ
!
DIE DREI RHEINTÖCHTER
Dendeːn
gibɡiːp
unsʊns
!
SIEGFRIED
Einenˈaɪ̯nən
Riesenwurm
erschlugɛɐ̯ˈʃluːk
ichɪç
umʊm
dendeːn
Reifʁaɪ̯f
:
fürfyːɐ̯
einesˈaɪ̯nəs
schlechtenˈʃlɛçtn̩
Bärenˈbɛːʁən
Tatzenˈtat͡sn̩
böt'
ichɪç
ihniːn
nunnuːn
zumt͡sʊm
Tauschtaʊ̯ʃ
?
WOGLINDE
Bistbɪst
duduː
sozoː
kargkaʁk
?
WELLGUNDE
Sozoː
geizigˈɡaɪ̯t͡sɪk
beimbaɪ̯m
Kaufkaʊ̯f
?
FLOSSHILDE
Freigebigˈfʁaɪ̯ˌɡeːbɪk
solltestˈzɔltəst
Frauenˈfʁaʊ̯ən
duduː
seinzaɪ̯n
.
SIEGFRIED
Verzehrt'
ichɪç
anaːˈʔɛn
euchɔɪ̯ç
meinmaɪ̯n
Gutɡuːt
,
desdɛs
zürnteˈt͡sʏʁntə
mirmiːɐ̯
wohlvoːl
meinmaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
.
FLOSSHILDE
Sieziː
istɪst
wohlvoːl
schlimmʃlɪm
?
WELLGUNDE
Sieziː
schlägtʃlɛːkt
dichdɪç
wohlvoːl
?
WOGLINDE
Ihreˈiːʁə
Handhant
fühltfyːlt
schonʃoːn
derdeːɐ̯
Heldhɛlt
!
Sie lachen unmässig
SIEGFRIED
Nunnuːn
lachtlaxt
nurnuːɐ̯
lustigˈlʊstɪk
zut͡suː
!
Iniˈʔɛn
Harmhaʁm
lass'
ichɪç
euchɔɪ̯ç
dochdɔx
:
denndɛn
giertɡiːɐ̯t
ihriːɐ̯
nachnaːx
demdeːm
Ringʁɪŋ
,
euchɔɪ̯ç
Nickernˈnɪkɐ
geb'
ichɪç
ihniːn
nieniː
!
Die Rheintöchter haben sich wieder zum Reigen gefasst
FLOSSHILDE
Sozoː
schönʃøːn
!
WELLGUNDE
Sozoː
starkʃtaʁk
!
WOGLINDE
Sozoː
gehrenswert
!
ALLE DREI
Wieviː
schadeˈʃaːdə
,
dassdas
ereːɐ̯
geizigˈɡaɪ̯t͡sɪk
istɪst
!
Sie lachen und tauchen unter
tiefer in den Grund hinabsteigend
SIEGFRIED
Wasvas
leid'
ichɪç
dochdɔx
dasdas
kargeˈkaʁɡə
Lobloːp
?
Lass'
ichɪç
sozoː
michmɪç
schmähn
?
Kämenˈkɛːmən
sieziː
wiederˈviːdɐ
zumt͡sʊm
Wasserrandˈvaːsɐˌʁant
,
dendeːn
Ringʁɪŋ
könntenˈkœntn̩
sieziː
habenˈhaːbm̩
.
laut rufend
SIEGFRIED
Heheː
!
Heheː
,
heheː
!
Ihriːɐ̯
muntren
Wasserminnen
!
Kommtkɔmt
raschʁaʃ
!
Ichɪç
schenk'
euchɔɪ̯ç
dendeːn
Ringʁɪŋ
!
Er hat den Ring vom Finger gezogen und hält ihn in die Höhe. Die drei Rheintöchter tauchen wieder auf. Sie zeigen sich ernst und feierlich
FLOSSHILDE
Behalt'
ihniːn
,
Heldhɛlt
,
undʊnt
wahr'
ihniːn
wohlvoːl
,
bisbɪs
duduː
dasdas
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
errätstɛɐ̯ˈʁɛːt͡st
-
WOGLINDE UND WELLGUNDE
dasdas
iniˈʔɛn
demdeːm
Ringʁɪŋ
duduː
hegstheːkst
.
ALLE DREI
Frohfʁoː
fühlstfyːlst
duduː
dichdɪç
danndan
,
befrein
wirviːɐ̯
dichdɪç
vonfɔn
demdeːm
Fluchfluːx
.
steckt gelassen den Ring wieder an seinen Finger
SIEGFRIED
Sozoː
singetˈzɪŋət
,
wasvas
ihriːɐ̯
wisstvɪst
!
DIE DREI RHEINTÖCHTER
Siegfriedˈziːkfʁiːt
!
Siegfriedˈziːkfʁiːt
!
Siegfriedˈziːkfʁiːt
!
Schlimmesˈʃlɪməs
wissenˈvɪsn̩
wirviːɐ̯
dirdiːɐ̯
.
WELLGUNDE
Zut͡suː
deinemˈdaɪ̯nəm
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
wahrstvaːɐ̯st
duduː
dendeːn
Reifʁaɪ̯f
!
ALLE DREI
Ausaʊ̯s
desdɛs
Rheinesˈʁaɪ̯nəs
Goldɡɔlt
istɪst
derdeːɐ̯
Reifʁaɪ̯f
geglühtɡəˈɡlyːt
.
WELLGUNDE
Derdeːɐ̯
ihniːn
listigˈlɪstɪk
geschmiedetɡəˈʃmiːdət
undʊnt
schmählichˈʃmɛːlɪç
verlorfɛɐ̯ˈloːɐ̯
-
ALLE DREI
derdeːɐ̯
verfluchtefɛɐ̯ˈfluːxtə
ihniːn
,
iniˈʔɛn
fernsterˈfɛʁnstɐ
Zeitt͡saɪ̯t
zut͡suː
zeugenˈt͡sɔɪ̯ɡn̩
dendeːn
Todtoːt
demdeːm
,
derdeːɐ̯
ihniːn
trüg'
.
FLOSSHILDE
Wieviː
dendeːn
Wurmvʊʁm
duduː
fälltestˈfɛltəst
-
sozoː
fällstfɛlst
auchaʊ̯x
duduː
-
ALLE DREI
undʊnt
heuteˈhɔɪ̯tə
nochnɔx
:
Sozoː
heissenˈhaɪ̯sən
wir's
dirdiːɐ̯
,
tauschestˈtaʊ̯ʃəst
dendeːn
Ringʁɪŋ
duduː
unsʊns
nichtnɪçt
-
FLOSSHILDE
imiˈʔɛm
tiefenˈtiːfn̩
Rheinʁaɪ̯n
ihniːn
zut͡suː
bergenˈbɛʁɡn̩
:
ALLE DREI
Nurnuːɐ̯
seineˈzaɪ̯nə
Flutfluːt
sühnetˈzyːnət
dendeːn
Fluchfluːx
!
SIEGFRIED
Ihriːɐ̯
listigenˈlɪstɪɡn̩
Frauenˈfʁaʊ̯ən
,
lasstlast
dasdas
seinzaɪ̯n
!
Traut'
ichɪç
kaumkaʊ̯m
euremˈɔʏ̯ɐ
Schmeichelnˈʃmaɪ̯çl̩n
,
euerˈɔɪ̯ɐ
Drohenˈdʁoːən
schrecktʃʁɛkt
michmɪç
nochnɔx
minderˈmɪndɐ
!
DIE DREI RHEINTÖCHTER
Siegfriedˈziːkfʁiːt
!
Siegfriedˈziːkfʁiːt
!
Wirviːɐ̯
weisenˈvaɪ̯zn̩
dichdɪç
wahrvaːɐ̯
.
Weicheˈvaɪ̯çə
,
weicheˈvaɪ̯çə
demdeːm
Fluchfluːx
!
Ihniːn
flochtenˈflɔxtn̩
nächtlichˈnɛçtlɪç
webendeˈveːbm̩də
Nornenˈnɔʁnən
iniˈʔɛn
desdɛs
Urgesetzes
Seilzaɪ̯l
!
SIEGFRIED
Meinmaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
zerschwang
einenˈaɪ̯nən
Speerʃpeːɐ̯
:
desdɛs
Urgesetzes
ewigesˈeːvɪɡəs
Seilzaɪ̯l
,
flochtenˈflɔxtn̩
sieziː
wildeˈvɪldə
Flücheˈflyːçə
hineinhɪˈnaɪ̯n
,
Notung
zerhautt͡sɛɐ̯ˈhaʊ̯t
eseːs
dendeːn
Nornenˈnɔʁnən
!
Wohlvoːl
warnteˈvaʁntə
michmɪç
einstaɪ̯nst
vorfoːɐ̯
demdeːm
Fluchfluːx
einaɪ̯n
Wurmvʊʁm
,
dochdɔx
dasdas
Fürchtenˈfʏʁçtn̩
lehrt'
ereːɐ̯
michmɪç
nichtnɪçt
!
Er betrachtet den Ring
SIEGFRIED
Derdeːɐ̯
Weltvɛlt
Erbeˈɛʁbə
gewänneɡəˈvɛnə
mirmiːɐ̯
einaɪ̯n
Ringʁɪŋ
:
fürfyːɐ̯
derdeːɐ̯
Minneˈmɪnə
Gunstɡʊnst
miss'
ichɪç
ihniːn
gernɡɛʁn
;
ichɪç
geb'
ihniːn
euchɔɪ̯ç
,
gönntɡœnt
ihriːɐ̯
mirmiːɐ̯
Lustluːst
.
Dochdɔx
bedrohtbəˈdʁoːt
ihriːɐ̯
mirmiːɐ̯
Lebenˈleːbm̩
undʊnt
Leiblaɪ̯p
:
fassteˈfastə
ereːɐ̯
nichtnɪçt
einesˈaɪ̯nəs
Fingersˈfɪŋɐs
Wertveːɐ̯t
,
dendeːn
Reifʁaɪ̯f
entringtɛntˈʁɪŋt
ihriːɐ̯
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
!
Denndɛn
Lebenˈleːbm̩
undʊnt
Leiblaɪ̯p
,
sehtzeːt
:
-
sozoː
-
werf'
ichɪç
sieziː
weitvaɪ̯t
vonfɔn
mirmiːɐ̯
!
Er hebt eine Erdscholle vom Boden auf, hält sie über seinem Haupte und wirft sie mit den letzten Worten hinter sich
DIE DREI RHEINTÖCHTER
Kommtkɔmt
,
Schwesternˈʃvɛstɐn
!
Schwindetˈʃvɪndət
demdeːm
Torenˈtoːʁən
!
Sozoː
weiseˈvaɪ̯zə
undʊnt
starkʃtaʁk
verwähnt
sichzɪç
derdeːɐ̯
Heldhɛlt
,
alsals
gebundenɡəˈbʊndn̩
undʊnt
blindblɪnt
ereːɐ̯
dochdɔx
istɪst
.
Sie schwimmen, wild aufgeregt, in weiten Schwenkungen dicht an das Ufer heran
DIE DREI RHEINTÖCHTER
Eideˈaɪ̯də
schwurʃvuːɐ̯
ereːɐ̯
-
undʊnt
achtetˈaxtət
sieziː
nichtnɪçt
.
Wieder heftige Bewegung
DIE DREI RHEINTÖCHTER
Runenˈʁuːnən
weissvaɪ̯s
ereːɐ̯
-
undʊnt
rätʁɛːt
sieziː
nichtnɪçt
!
FLOSSHILDE
Einaɪ̯n
hehrstesˈheːɐ̯stəs
Gutɡuːt
wardvaʁt
ihmiːm
vergönntfɛɐ̯ˈɡœnt
.
ALLE DREI
Dassdas
er's
verworfenfɛɐ̯ˈvɔʁfn̩
,
weissvaɪ̯s
ereːɐ̯
nichtnɪçt
;
FLOSSHILDE
nurnuːɐ̯
dendeːn
Ringʁɪŋ
,
-
WELLGUNDE
derdeːɐ̯
zumt͡sʊm
Todtoːt
ihmiːm
taugttaʊ̯kt
,
-
ALLE DREI
dendeːn
Reifʁaɪ̯f
nurnuːɐ̯
willvɪl
ereːɐ̯
sichzɪç
wahrenˈvaːʁən
!
Leb'
wohlvoːl
,
Siegfriedˈziːkfʁiːt
!
Einaɪ̯n
stolzesˈʃtɔlt͡səs
Weibvaɪ̯p
wirdvɪʁt
nochnɔx
heuteˈhɔɪ̯tə
dichdɪç
Argenˈaʁɡn̩
beerbenbəˈʔɛʁbn̩
:
sieziː
beutbɔɪ̯t
unsʊns
besseresˈbɛsəʁəs
Gehörɡəˈhøːɐ̯
:
Zut͡suː
ihriːɐ̯
!
Zut͡suː
ihriːɐ̯
!
Zut͡suː
ihriːɐ̯
!
Sie wenden sich schnell zum Reigen, mit welchem sie gemächlich dem Hintergrunde zu fortschwimmen.
Siegfried sieht ihnen lächelnd nach, stemmt ein Bein auf ein Felsstück am Ufer und verweilt mit auf der Hand gestütztem Kinne
ALLE DREI
Weialala
leia
,
wallala
leialala
.
SIEGFRIED
Imiˈʔɛm
Wasserˈvasɐ
,
wieviː
amaːm
Landeˈlandə
lernteˈlɛʁntə
nunnuːn
ichɪç
Weiberartˈvaɪ̯bɐˌʔaːɐ̯t
:
werveːɐ̯
nichtnɪçt
ihremˈiːʁəm
Schmeichelnˈʃmaɪ̯çl̩n
trauttʁaʊ̯t
,
dendeːn
schreckenˈʃʁɛkn̩
sieziː
mitmɪt
Drohenˈdʁoːən
;
werveːɐ̯
demdeːm
kühnlich
trotzttʁɔt͡st
,
demdeːm
kommtkɔmt
danndan
ihriːɐ̯
Keifenˈkaɪ̯fn̩
drandʁan
.
Die Rheintöchter sind hier gänzlich verschwunden
SIEGFRIED
Undʊnt
dochdɔx
,
trüg'
ichɪç
nichtnɪçt
Gutrun'
Treutʁɔɪ̯
,
-
derdeːɐ̯
zierenˈt͡siːʁən
Frauenˈfʁaʊ̯ən
eineˈaɪ̯nə
hätt'
ichɪç
mirmiːɐ̯
frischfʁɪʃ
gezähmtɡəˈt͡sɛːmt
!
Er blickt ihnen unverwandt nach
in grösserer Entfernung
DIE DREI RHEINTÖCHTER
Lalaː
,
lalaː
!
Jagdhornrufe kommen von der Höhe näher
Siegfried, Hagen, Gunther, Mannen
von fern
HAGENS STIMME
Hoiho
!
Siegfriedˈziːkfʁiːt
fährtfɛːɐ̯t
ausaʊ̯s
seinerˈzaɪ̯nɐ
träumerischen
Entrücktheit
aufaʊ̯f
undʊnt
antwortetˈantˌvɔʁtət
demdeːm
vernommenenfɛɐ̯ˈnɔmənən
Rufeˈʁuːfə
aufaʊ̯f
seinemˈzaɪ̯nəm
Horneˈhɔʁnə
ausserhalb der Szene
DIE MANNEN
Hoiho
!
Hoiho
!
antwortend
SIEGFRIED
Hoiho
!
Hoiho
!
Hoihe
!
kommt auf der Höhe hervor. Gunther folgt ihm. Siegfried erblickend
HAGEN
Findenˈfɪndn̩
wirviːɐ̯
endlichˈɛntlɪç
,
wohinvoˈhɪn
duduː
flogest
?
SIEGFRIED
Kommtkɔmt
herabhɛˈʁap
!
Hierhiːɐ̯
ist's
frischfʁɪʃ
undʊnt
kühlkyːl
!
Die Mannen kommen alle auf der Höhe an und steigen nun mit Hagen und Gunther herab
HAGEN
Hierhiːɐ̯
rastenˈʁastn̩
wirviːɐ̯
undʊnt
rüstenˈʁʏstn̩
dasdas
Mahlmaːl
.
Jagdbeute wird zuhauf gelegt
HAGEN
Lasstlast
ruhn
diedaɪ
Beuteˈbɔɪ̯tə
undʊnt
bietetˈbiːtət
diedaɪ
Schläucheˈʃlɔɪ̯çə
!
Trinkhörner und Schläuche werden hervorgeholt, dann lagert sich alles
HAGEN
Derdeːɐ̯
unsʊns
dasdas
Wildvɪlt
verscheuchtefɛɐ̯ˈʃɔɪ̯çtə
,
nunnuːn
solltzɔlt
ihriːɐ̯
Wunderˈvʊndɐ
hörenˈhøːʁən
,
wasvas
Siegfriedˈziːkfʁiːt
sichzɪç
erjagtɛɐ̯ˈjaːkt
.
lachend
SIEGFRIED
Schlimmʃlɪm
stehtʃteːt
eseːs
umʊm
meinmaɪ̯n
Mahlmaːl
:
vonfɔn
eurerˈɔʏ̯ɐ
Beuteˈbɔɪ̯tə
bitteˈbɪtə
ichɪç
fürfyːɐ̯
michmɪç
.
HAGEN
Duduː
beutelos
?
SIEGFRIED
Aufaʊ̯f
Waldjagd
zogt͡soːk
ichɪç
ausaʊ̯s
,
dochdɔx
Wasserwildˈvasɐˌvɪlt
zeigteˈt͡saɪ̯ktə
sichzɪç
nurnuːɐ̯
.
Warvaːɐ̯
ichɪç
dazudaˈt͡suː
rechtʁɛçt
beratenbəˈʁaːtn̩
,
dreidʁaɪ̯
wildeˈvɪldə
Wasservögelˈvasɐˌføːɡl̩
hätt'
ichɪç
euchɔɪ̯ç
wohlvoːl
gefangenɡəˈfaŋən
,
diedaɪ
dortdɔʁt
aufaʊ̯f
demdeːm
Rheineˈʁaɪ̯nə
mirmiːɐ̯
sangenˈzaŋən
,
erschlagenɛɐ̯ˈʃlaːɡn̩
würd'
ichɪç
nochnɔx
heut'
.
Er lagert sich zwischen Gunther und Hagen. Gunther erschrickt und blickt düster auf Hagen
HAGEN
Dasdas
wäreˈvɛːʁə
übleˈyːblə
Jagdjaːkt
,
wennvɛn
dendeːn
Beutelosen
selbstzɛlpst
einaɪ̯n
lauerndˈlaʊ̯ɐnt
Wildvɪlt
erlegteɛɐ̯ˈleːktə
!
SIEGFRIED
Michmɪç
dürstetˈdʏʁstət
!
indem er für Siegfried ein Trinkhorn füllen lässt und es diesem dann darreicht
HAGEN
Ichɪç
hörteˈhøːɐ̯tə
sagenˈzaːɡn̩
,
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
derdeːɐ̯
Vögelˈføːɡl̩
Sangessprache
verstündestfɛɐ̯ˈʃtʏndəst
duduː
wohlvoːl
:
sozoː
wäreˈvɛːʁə
dasdas
wahrvaːɐ̯
?
SIEGFRIED
Seitzaɪ̯t
langeˈlaŋə
acht'
ichɪç
desdɛs
Lallens
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
.
Er fasst das Trinkhorn und wendet sich damit zu Gunther. Er trinkt und reicht das Horn Gunther hin
SIEGFRIED
Trink'
,
Guntherˈɡʊntɐ
,
trink'
!
Deindaɪ̯n
Bruderˈbʁuːdɐ
bringtbʁɪŋt
eseːs
dirdiːɐ̯
!
gedankenvoll und schwermütig in das Horn blickend, dumpf
GUNTHER
Duduː
mischtestˈmɪʃtəst
mattmat
undʊnt
bleichblaɪ̯ç
:
noch gedämpfter
GUNTHER
deindaɪ̯n
Blutbluːt
alleinaˈlaɪ̯n
darindaˈʁɪn
!
lachend
SIEGFRIED
Sozoː
misch'
ich's
mitmɪt
demdeːm
deinenˈdaɪ̯nən
!
Er giesst aus Gunthers Horn in das seine, so dass dieses überläuft
SIEGFRIED
Nunnuːn
flossflɔs
gemischtɡəˈmɪʃt
eseːs
überˈyːbɐ
:
derdeːɐ̯
Mutterˈmʊtɐ
Erdeˈeːɐ̯də
lasslas
dasdas
einaɪ̯n
Labsalˈlaːpˌz̥aːl
seinzaɪ̯n
!
mit einem heftigen Seufzer
GUNTHER
Duduː
überfroher
Heldhɛlt
!
leise zu Hagen
SIEGFRIED
Ihmiːm
machtmaxt
Brünnhilde
Mühmyː
?
leise zu Siegfried
HAGEN
Verstünd'
ereːɐ̯
sieziː
sozoː
gutɡuːt
,
wieviː
duduː
derdeːɐ̯
Vögelˈføːɡl̩
Sangzaŋ
!
SIEGFRIED
Seitzaɪ̯t
Frauenˈfʁaʊ̯ən
ichɪç
singenˈzɪŋən
hörteˈhøːɐ̯tə
,
vergass
ichɪç
derdeːɐ̯
Vögleinˈføːɡlaɪ̯n
ganzɡant͡s
.
HAGEN
Dochdɔx
einstaɪ̯nst
vernahmstˌfɛɐ̯ˈnaːmst
duduː
sieziː
?
sich lebhaft zu Gunther wendend
SIEGFRIED
Heihaɪ̯
!
Guntherˈɡʊntɐ
,
grämlicher
Mannman
!
Dankstdaŋkst
duduː
eseːs
mirmiːɐ̯
,
sozoː
sing'
ichɪç
dirdiːɐ̯
Märenˈmɛːʁən
ausaʊ̯s
meinenˈmaɪ̯nn̩
jungenˈjʊŋən
Tagenˈtaːɡn̩
.
GUNTHER
Diedaɪ
hör'
ichɪç
sozoː
gernɡɛʁn
.
Alle lagern sich nah an Siegfried, welcher allein aufrecht sitzt, während die andern tiefer gestreckt liegen
HAGEN
Sozoː
singeˈzɪŋə
,
Heldhɛlt
!
SIEGFRIED
Mimeˈmiːmə
hiess
einaɪ̯n
mürrischerˈmʏʁɪʃɐ
Zwergt͡svɛʁk
:
iniˈʔɛn
desdɛs
Neidesˈnaɪ̯dəs
Zwangt͡svaŋ
zogt͡soːk
ereːɐ̯
michmɪç
aufaʊ̯f
,
dassdas
einstaɪ̯nst
dasdas
Kindkɪnt
,
wannvan
kühnkyːn
eseːs
erwuchsɛɐ̯ˈvuːks
,
einenˈaɪ̯nən
Wurmvʊʁm
ihmiːm
fällt'
imiˈʔɛm
Waldvalt
,
derdeːɐ̯
faulfaʊ̯l
dortdɔʁt
hütet'
einenˈaɪ̯nən
Horthɔʁt
.
Ereːɐ̯
lehrteˈleːɐ̯tə
michmɪç
schmiedenˈʃmiːdn̩
undʊnt
Erzeˈeːɐ̯t͡sə
schmelzenˈʃmɛlt͡sn̩
;
dochdɔx
wasvas
derdeːɐ̯
Künstlerˈkʏnstlɐ
selberˈzɛlbɐ
nichtnɪçt
konnt'
,
desdɛs
Lehrlingsˈleːɐ̯lɪŋs
Muteˈmuːtə
musst'
eseːs
gelingenɡəˈlɪŋən
:
einesˈaɪ̯nəs
zerschlagnen
Stahlesˈʃtaːləs
Stückeˈʃtʏkə
neunɔɪ̯
zut͡suː
schmiedenˈʃmiːdn̩
zumt͡sʊm
Schwertʃveːɐ̯t
.
Desdɛs
Vatersˈfaːtɐs
Wehrveːɐ̯
fügt'
ichɪç
mirmiːɐ̯
neunɔɪ̯
:
nagelfest
schufʃuːf
ichɪç
mirmiːɐ̯
Notung
.
Tüchtigˈtʏçtɪk
zumt͡sʊm
Kampfkamp͡f
dünkt'
ereːɐ̯
demdeːm
Zwergt͡svɛʁk
;
derdeːɐ̯
führteˈfyːɐ̯tə
michmɪç
nunnuːn
zumt͡sʊm
Waldvalt
:
dortdɔʁt
fällt'
ichɪç
Fafner
,
dendeːn
Wurmvʊʁm
.
Jetztjɛt͡st
aberˈaːbɐ
merktmɛʁkt
wohlvoːl
aufaʊ̯f
diedaɪ
Mär'
:
Wunderˈvʊndɐ
mussmʊs
ichɪç
euchɔɪ̯ç
meldenˈmɛldn̩
.
Vonfɔn
desdɛs
Wurmesˈvʊʁməs
Blutbluːt
mirmiːɐ̯
branntenˈbʁantn̩
diedaɪ
Fingerˈfɪŋɐ
;
sieziː
führt'
ichɪç
kühlendˈkyːlənt
zumt͡sʊm
Mundmʊnt
:
kaumkaʊ̯m
netzt'
einaɪ̯n
wenigˈveːnɪk
diedaɪ
Zungeˈt͡sʊŋə
dasdas
Nassnas
,
-
wasvas
dadaː
diedaɪ
Vögleinˈføːɡlaɪ̯n
sangenˈzaŋən
,
dasdas
konnt'
ichɪç
flugsfluːks
verstehn
.
Aufaʊ̯f
dendeːn
Ästenˈɛːstn̩
sassˈzasə
eseːs
undʊnt
sangzaŋ
:
"
Heihaɪ̯
!
Siegfriedˈziːkfʁiːt
gehörtɡəˈhøːɐ̯t
nunnuːn
derdeːɐ̯
Niblungen
Horthɔʁt
!
Oh
!
Fänd'
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Höhleˈhøːlə
dendeːn
Horthɔʁt
ereːɐ̯
jetztjɛt͡st
!
Wollt'
ereːɐ̯
dendeːn
Tarnhelm
gewinnenɡəˈvɪnən
,
derdeːɐ̯
taugt'
ihmiːm
zut͡suː
wonniger
Tattaːt
!
Dochdɔx
möcht'
ereːɐ̯
dendeːn
Ringʁɪŋ
sichzɪç
erratenɛɐ̯ˈʁaːtn̩
,
derdeːɐ̯
machtmaxt
ihniːn
zumt͡sʊm
Walterˈvaltɐ
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
!"
HAGEN
Ringʁɪŋ
undʊnt
Tarnhelm
trugsttʁuːkst
duduː
nunnuːn
fortfoːɐ̯
?
DIE MANNEN
Dasdas
Vögleinˈføːɡlaɪ̯n
hörtestˈhøːɐ̯təst
duduː
wiederˈviːdɐ
?
SIEGFRIED
Ringʁɪŋ
undʊnt
Tarnhelm
hatt'
ichɪç
gerafftɡəˈʁaft
:
dadaː
lauscht'
ichɪç
wiederˈviːdɐ
demdeːm
wonnigen
Laller
;
derdeːɐ̯
sassˈzasə
imiˈʔɛm
Wipfelˈvɪp͡fl̩
undʊnt
sangzaŋ
:
"
Heihaɪ̯
,
Siegfriedˈziːkfʁiːt
gehörtɡəˈhøːɐ̯t
nunnuːn
derdeːɐ̯
Helmhɛlm
undʊnt
derdeːɐ̯
Ringʁɪŋ
.
O
trauteˈtʁaʊ̯tə
ereːɐ̯
Mimeˈmiːmə
,
demdeːm
Treulosen[tʁɔʏloːs]
,
nichtnɪçt
!
Ihmiːm
sollt'
ereːɐ̯
dendeːn
Horthɔʁt
nurnuːɐ̯
erhebenɛɐ̯ˈheːbm̩
;
nunnuːn
lauertˈlaʊ̯ɐt
ereːɐ̯
listigˈlɪstɪk
amaːm
Wegveːk
:
nachnaːx
demdeːm
Lebenˈleːbm̩
trachtetˈtʁaxtət
ereːɐ̯
Siegfriedˈziːkfʁiːt
.
Oh
,
trauteˈtʁaʊ̯tə
Siegfriedˈziːkfʁiːt
nichtnɪçt
Mimeˈmiːmə
!"
HAGEN
Eseːs
mahnteˈmaːntə
dichdɪç
gutɡuːt
?
VIER MANNEN
Vergaltestfɛɐ̯ˈɡaltəst
duduː
Mimeˈmiːmə
?
SIEGFRIED
Mitmɪt
tödlichemˈtøːtlɪçm̩
Trankeˈtʁaŋkə
trattʁaːt
ereːɐ̯
zut͡suː
mirmiːɐ̯
;
bangbaŋ
undʊnt
stotterndˈʃtɔtɐnt
gestandɡəˈʃtant
ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
Bösesˈbøːzəs
:
Notung
streckteˈʃtʁɛktə
dendeːn
Strolchʃtʁɔlç
!
grell lachend
HAGEN
Wasvas
ereːɐ̯
nichtnɪçt
geschmiedetɡəˈʃmiːdət
,
schmeckteˈʃmɛktə
dochdɔx
Mimeˈmiːmə
!
nacheinander
ZWEI MANNEN
Wasvas
wiesviːs
dasdas
Vögleinˈføːɡlaɪ̯n
dichdɪç
wiederˈviːdɐ
?
lässt ein Trinkhorn neu füllen und träufelt den Saft eines Krautes hinein
HAGEN
Trink'
ersteːɐ̯st
,
Heldhɛlt
,
ausaʊ̯s
meinemˈmaɪ̯nəm
Hornhɔʁn
:
ichɪç
würzteˈvʏʁt͡stə
dirdiːɐ̯
holdenˈhɔldn̩
Tranktʁaŋk
,
diedaɪ
Erinnerungɛɐ̯ˈʔɪnəʁʊŋ
hellhɛl
dirdiːɐ̯
zut͡suː
weckenˈvɛkn̩
,
er reicht Siegfried das Horn
HAGEN
dassdas
Fernesˈfɛʁnəs
nichtnɪçt
dirdiːɐ̯
entfalleɛntˈfalə
!
blickt gedankenvoll in das Horn und trinkt dann langsam
SIEGFRIED
Iniˈʔɛn
Leidlaɪ̯t
zut͡suː
demdeːm
Wipfelˈvɪp͡fl̩
lauscht'
ichɪç
hinaufhɪˈnaʊ̯f
;
dadaː
sassˈzasə
eseːs
nochnɔx
undʊnt
sangzaŋ
:
"
Heihaɪ̯
,
Siegfriedˈziːkfʁiːt
erschlugɛɐ̯ˈʃluːk
nunnuːn
dendeːn
schlimmenˈʃlɪmən
Zwergt͡svɛʁk
!
Jetztjɛt͡st
wüsst'
ichɪç
ihmiːm
nochnɔx
dasdas
herrlichsteˈhɛʁlɪçstə
Weibvaɪ̯p
.
Aufaʊ̯f
hohemˈhoːəm
Felsenˈfɛlzn̩
sieziː
schläftʃlɛːft
,
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
umbrennt
ihrenˈiːʁən
Saalzaːl
;
durchschritt'
ereːɐ̯
diedaɪ
Brunstbʁʊnst
,
weckt'
ereːɐ̯
diedaɪ
Brautbʁaʊ̯t
-
Brünnhilde
wäreˈvɛːʁə
danndan
seinzaɪ̯n
!"
HAGEN
Undʊnt
folgtestˈfɔlktəst
duduː
desdɛs
Vögleinsˈføːɡlaɪ̯ns
Rateˈʁaːtə
?
SIEGFRIED
Raschʁaʃ
ohneˈoːnə
Zögernˈt͡søːɡɐn
zogt͡soːk
ichɪç
nunnuːn
ausaʊ̯s
,
Gunther hört mit wachsendem Erstaunen zu
SIEGFRIED
bisbɪs
dendeːn
feurigenˈfɔɪ̯ʁɪɡn̩
Felsfɛls
ichɪç
traftʁaːf
:
diedaɪ
Loheˈloːə
durchschrittdʊʁçˈʃʁɪt
ichɪç
undʊnt
fandfant
zumt͡sʊm
Lohnloːn
-
in immer grössere Verzückung geratend
SIEGFRIED
schlafendˈʃlaːfn̩t
einaɪ̯n
wonniges
Weibvaɪ̯p
iniˈʔɛn
lichterˈlɪçtɐ
Waffenˈvafn̩
Gewandɡəˈvant
.
Dendeːn
Helmhɛlm
löst'
ichɪç
derdeːɐ̯
herrlichenˈhɛʁlɪçn̩
Maidmaɪ̯t
;
meinmaɪ̯n
Kusskʊs
erweckteɛɐ̯ˈvɛktə
sieziː
kühnkyːn
:
oh
,
wieviː
michmɪç
brünstigˈbʁʏnstɪk
dadaː
umschlangʊmˈʃlaŋ
derdeːɐ̯
schönenˈʃøːnən
Brünnhilde
Armaʁm
!
in höchstem Schrecken aufspringend
GUNTHER
Wasvas
hör'
ichɪç
!
Zwei Raben fliegen aus einem Busche auf, kreisen über Siegfried und fliegen dann, dem Rheine zu, davon
HAGEN
Errätstɛɐ̯ˈʁɛːt͡st
duduː
auchaʊ̯x
dieserˈdiːzɐ
Rabenˈʁaːbm̩
Geraun'
?
Siegfried fährt heftig auf und blickt, Hagen den Rücken zukehrend, den Raben nach
HAGEN
Racheˈʁaxə
rietenˈʁiːtn̩
sieziː
mirmiːɐ̯
!
Er stösst seinen Speer in Siegfrieds Rücken: Gunther fällt ihm - zu spät - in den Arm. Siegfried schwingt mit beiden Händen seinen Schild hoch empor, um Hagen damit zu zerschmettern: die Kraft verlässt ihn, der Schild entsinkt ihm rückwärts; er selbst stürzt krachend über dem Schilde zusammen
welche vergebens Hagen zurückzuhalten versucht
VIER MANNEN
Hagenˈhaːɡn̩
!
Wasvas
tusttuːst
duduː
?
ZWEI ANDERE
Wasvas
tatestˈtaːtəst
duduː
?
GUNTHER
Hagenˈhaːɡn̩
,
wasvas
tatestˈtaːtəst
duduː
?
auf den zu Boden Gestreckten deutend
HAGEN
Meineidˈmaɪ̯nˌʔaɪ̯t
rächt'
ichɪç
!
Er wendet sich ruhig zur Seite ab und verliert sich dann einsam über die Höhe, wo man ihn langsam durch die bereits mit der Erscheinung der Raben eingebrochenen Dämmerung von dannen schreiten sieht. Gunther beugt sich schmerzergriffen zu Siegfrieds Seite nieder. Die Mannen umstehen teilnahmsvoll den Sterbenden
von zwei Mannen sitzend erhalten, schlägt die Augen glanzvoll auf
SIEGFRIED
Brünnhilde
!
Heiligeˈhaɪ̯lɪɡə
Brautbʁaʊ̯t
!
Wach'
aufaʊ̯f
!
Öffneˈœfnə
deindaɪ̯n
Augeˈaʊ̯ɡə
!
Werveːɐ̯
verschlossfɛɐ̯ˈʃlɔs
dichdɪç
wiederˈviːdɐ
iniˈʔɛn
Schlafʃlaːf
?
Werveːɐ̯
bandbant
dichdɪç
iniˈʔɛn
Schlummerˈʃlʊmɐ
sozoː
bangbaŋ
?
Der Wecker kam; er küsst dich wach,
SIEGFRIED
undʊnt
aberˈaːbɐ
-
derdeːɐ̯
Brautbʁaʊ̯t
brichtbʁɪçt
ereːɐ̯
diedaɪ
Bandeˈbandə
:
dadaː
lachtlaxt
ihmiːm
Brünnhildes
Lustluːst
!
-
Achax
!
Diesesˈdiːzəs
Augeˈaʊ̯ɡə
,
ewigˈeːvɪk
nunnuːn
offenˈɔfn̩
!
Achax
,
diesesˈdiːzəs
Atemsˈaːtəms
wonniges
Wehenˈveːən
!
Süsses
Vergehenˌfɛɐ̯ˈɡeːən
-
seligesˈzeːˌlɪɡəs
Grauenˈɡʁaʊ̯ən
:
Brünnhild'
bietetˈbiːtət
mirmiːɐ̯
-
Grussɡʁuːs
!
Er sinkt zurück und stirbt. Regungslose Trauer der Umstehenden. Die Nacht ist hereingebrochen. Auf die stumme Ermahnung Gunthers erheben die Mannen Siegfrieds Leiche und geleiten mit dem Folgenden sie in feierlichem Zuge über die Felsenhöhe langsam von dannen. Gunther folgt der Leiche zunächst
ORCHESTERZWISCHENSPIEL
Trauermusik beim Tode Siegfrieds. Der Mond bricht durch die Wolken hervor und beleuchtet immer heller den die Berghöhe erreichenden Trauerzug. Dann steigen Nebel aus dem Rheine auf und erfüllen allmählich die ganze Bühne, auf welcher der Trauerzug bereits unsichtbar geworden ist, bis nach vorne, so dass diese während des Zwischenspiels gänzlich verhüllt bleibt. Als sich die Nebel wieder verteilen, tritt die Halle der Gibichungen, wie im ersten Aufzuge, immer erkennbarer hervor
Die Halle der Gibichungen. Gutrune, Hagen, Gunther, Brünnhilde. Es ist Nacht. Mondschein spiegelt sich auf dem Rheine. Gutrune tritt aus ihrem Gemache in die Halle hinaus
GUTRUNE
Warvaːɐ̯
dasdas
seinzaɪ̯n
Hornhɔʁn
?
Sie lauscht
GUTRUNE
Neinnaɪ̯n
!
-
Nochnɔx
kehrtkeːɐ̯t
ereːɐ̯
nichtnɪçt
heimhaɪ̯m
.
-
Schlimmeˈʃlɪmə
Träumeˈtʁɔɪ̯mə
störtenˈʃtøːɐ̯tn̩
mirmiːɐ̯
dendeːn
Schlafʃlaːf
!
Wildvɪlt
wieherteˈviːɐtə
seinzaɪ̯n
Rossʁɔs
;
Lachenˈlaxn̩
Brünnhildes
weckteˈvɛktə
michmɪç
aufaʊ̯f
.
Werveːɐ̯
warvaːɐ̯
dasdas
Weibvaɪ̯p
,
dasdas
ichɪç
zumt͡sʊm
Uferˈuːfɐ
schreitenˈʃʁaɪ̯tn̩
sahzaː
?
Ichɪç
fürchteˈfʏʁçtə
Brünnhild'
!
Istɪst
sieziː
daheimdaˈhaɪ̯m
?
Sie lauscht an der Tür rechts und ruft dann leise
GUTRUNE
Brünnhild'
!
Brünnhild'
!
Bistbɪst
duduː
wachvax
?
Sie öffnet schüchtern und blickt in das innere Gemach
GUTRUNE
Leerleːɐ̯
dasdas
Gemachɡəˈmaːx
.
Sozoː
warvaːɐ̯
eseːs
sieziː
,
diedaɪ
ichɪç
zumt͡sʊm
Rheineˈʁaɪ̯nə
schreitenˈʃʁaɪ̯tn̩
sahzaː
!
Sie erschrickt und lauscht nach der Ferne
GUTRUNE
Warvaːɐ̯
dasdas
seinzaɪ̯n
Hornhɔʁn
?
Neinnaɪ̯n
!
-
Öd'
allesˈaləs
!
Säh'
ichɪç
Siegfriedˈziːkfʁiːt
nurnuːɐ̯
baldbalt
!
Sie will sich wieder ihrem Gemache zuwenden: als sie jedoch Hagens Stimme vernimmt, hält sie an und bleibt, von Furcht gefesselt, eine Zeitlang unbeweglich stehen
von aussen sich nähernd
HAGENS STIMME
Hoiho
!
Hoiho
!
Wachtvaxt
aufaʊ̯f
!
Wachtvaxt
aufaʊ̯f
!
Lichteˈlɪçtə
!
Lichteˈlɪçtə
!
Helleˈhɛlə
Brändeˈbʁɛndə
!
Jagdbeuteˈjaːktˌbɔɪ̯tə
bringenˈbʁɪŋən
wirviːɐ̯
heimhaɪ̯m
.
Hoiho
!
Hoiho
!
Licht und wachsender Feuerschein von aussen
tritt in die Halle
HAGEN
Aufaʊ̯f
,
Gutrun'
!
Begrüsse
Siegfriedˈziːkfʁiːt
!
Derdeːɐ̯
starkeˈʃtaʁkə
Heldhɛlt
,
ereːɐ̯
kehretˈkeːʁət
heimhaɪ̯m
!
im grosser Angst
GUTRUNE
Wasvas
geschahɡəˈʃaː
?
Hagenˈhaːɡn̩
!
Nichtnɪçt
hört'
ichɪç
seinzaɪ̯n
Hornhɔʁn
!
Männer und Frauen, mit Lichtern und Feuerbränden, geleiten den Zug der mit Siegfrieds Leiche Heimkehrenden, unter denen Gunther
HAGEN
Derdeːɐ̯
bleicheˈblaɪ̯çə
Heldhɛlt
,
nichtnɪçt
blästblɛːst
ereːɐ̯
eseːs
mehrmeːɐ̯
;
nichtnɪçt
stürmtʃtʏʁmt
ereːɐ̯
zurt͡suːɐ̯
Jagdjaːkt
,
zumt͡sʊm
Streiteˈʃtʁaɪ̯tə
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
,
nochnɔx
wirbtvɪʁpt
ereːɐ̯
umʊm
wonnige
Frauenˈfʁaʊ̯ən
.
mit wachsendem Entsetzen
GUTRUNE
Wasvas
bringenˈbʁɪŋən
diedaɪ
?
Der Zug gelangt in die Mitte der Halle, und die Mannen setzen dort die Leiche auf einer schnell errichteten Erhöhung nieder
HAGEN
Einesˈaɪ̯nəs
wildenˈvɪldn̩
Ebersˈeːbɐs
Beuteˈbɔɪ̯tə
:
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
deinenˈdaɪ̯nən
totenˈtoːtn̩
Mannman
.
Gutrune schreit auf und stürzt über die Leiche hin. Allgemeine Erschütterung und Trauer
bemüht sich um die Ohnmächtige
GUNTHER
Gutrun'
!
Holdeˈhɔldə
Schwesterˈʃvɛstɐ
,
hebeˈheːbə
deindaɪ̯n
Augeˈaʊ̯ɡə
,
schweigeˈʃvaɪ̯ɡə
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
!
wieder zu sich kommend
GUTRUNE
Siegfriedˈziːkfʁiːt
-
Siegfriedˈziːkfʁiːt
erschlagenɛɐ̯ˈʃlaːɡn̩
!
Sie stösst Gunther heftig zurück
GUTRUNE
Fortfoːɐ̯
,
treuloser[tʁɔʏloːs]
Bruderˈbʁuːdɐ
,
duduː
Mörderˈmœʁdɐ
meinesˈmaɪ̯nəs
Mannesˈmanəs
!
O
Hilfeˈhɪlfə
!
Hilfeˈhɪlfə
!
Weheˈveːə
!
Weheˈveːə
!
Sieziː
habenˈhaːbm̩
Siegfriedˈziːkfʁiːt
erschlagenɛɐ̯ˈʃlaːɡn̩
!
GUNTHER
Nichtnɪçt
klageˈklaːɡə
widerˈviːdɐ
michmɪç
!
Dortdɔʁt
klageˈklaːɡə
widerˈviːdɐ
Hagenˈhaːɡn̩
.
Ereːɐ̯
istɪst
derdeːɐ̯
verfluchtefɛɐ̯ˈfluːxtə
Eberˈeːbɐ
,
derdeːɐ̯
diesenˈdiːzn̩
Edlenˈeːdlən
zerfleischt'
.
HAGEN
Bistbɪst
duduː
mirmiːɐ̯
gramɡʁaːm
darumˈdaːʁʊm
?
GUNTHER
Angstaŋst
undʊnt
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
greifeˈɡʁaɪ̯fə
dichdɪç
immerˈɪmɐ
!
mit furchtbarem Trotze herantretend
HAGEN
Jajaː
denndɛn
!
Ichɪç
hab'
ihniːn
erschlagenɛɐ̯ˈʃlaːɡn̩
!
Ichɪç
-
Hagenˈhaːɡn̩
-
schlugʃluːk
ihniːn
zut͡suː
Todtoːt
.
Meinemˈmaɪ̯nəm
Speerʃpeːɐ̯
warvaːɐ̯
ereːɐ̯
gespartɡəˈʃpaːɐ̯t
,
beibaɪ̯
demdeːm
ereːɐ̯
Meineidˈmaɪ̯nˌʔaɪ̯t
sprachʃpʁaːx
.
Heiligesˈhaɪ̯lɪɡəs
Beuterecht
hab'
ichɪç
mirmiːɐ̯
nunnuːn
errungenɛɐ̯ˈʁʊŋən
:
drumdʁʊm
fordr'
ichɪç
hierhiːɐ̯
diesenˈdiːzn̩
Ringʁɪŋ
.
GUNTHER
Zurückt͡suˈʁʏk
!
Wasvas
mirmiːɐ̯
verfielfɛɐ̯ˈfiːl
,
sollstzɔlst
nimmerˈnɪmɐ
duduː
empfahn
.
HAGEN
Ihriːɐ̯
Mannenˈmanən
,
richtetˈʁɪçtət
meinmaɪ̯n
Rechtʁɛçt
!
GUNTHER
Rührstʁyːɐ̯st
duduː
anaːˈʔɛn
Gutrunes
Erbeˈɛʁbə
,
schamloserˈʃaːmloːzɐ
Albensohn
?
sein Schwert ziehend
HAGEN
Desdɛs
Albenˈalbn̩
Erbeˈɛʁbə
fordertˈfɔʁdɐt
sozoː
seinzaɪ̯n
Sohnzoːn
!
Er dringt auf Gunther ein, dieser wehrt sich; sie fechten. Die Mannen werfen sich dazwischen. Gunther fällt von einem Streiche Hagens darnieder
HAGEN
Herheːɐ̯
dendeːn
Ringʁɪŋ
!
Er greift nach Siegfrieds Hand; diese hebt sich drohend empor. Gutrune und die Frauen schreien entsetzt laut auf. Alles bleibt in Schauder regungslos gefesselt. Vom Hintergrunde her schreitet Brünnhilde fest und feierlich dem Vordergrunde zu
noch im Hintergrunde
BRÜNNHILDE
Schweigtʃvaɪ̯kt
euresˈɔɪ̯ʁəs
Jammersˈjamɐs
jauchzendenˈjaʊ̯xt͡sn̩dən
Schwallʃval
!
Dasdas
ihriːɐ̯
alleˈalə
verrietetfɛɐ̯ˈʁiːtət
,
zurt͡suːɐ̯
Racheˈʁaxə
schreitetˈʃʁaɪ̯tət
seinzaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
.
Sie schreitet ruhig weiter vor
BRÜNNHILDE
Kinderˈkɪndɐ
hört'
ichɪç
greinenˈɡʁaɪ̯nən
nachnaːx
derdeːɐ̯
Mutterˈmʊtɐ
,
dadaː
süsseˈzyːsə
Milchmɪlç
sieziː
verschüttetfɛɐ̯ˈʃʏtət
:
dochdɔx
nichtnɪçt
erklangɛɐ̯ˈklaŋ
mirmiːɐ̯
würdigeˈvʏʁdɪɡə
Klageˈklaːɡə
,
desdɛs
hehrstenˈheːɐ̯stn̩
Heldenˈhɛldn̩
wertveːɐ̯t
.
vom Boden heftig sich aufrichtend
GUTRUNE
Brünnhilde
!
Neiderboste
!
Duduː
brachtestˈbʁaxtəst
unsʊns
dieseˈdiːzə
Notnoːt
:
diedaɪ
duduː
diedaɪ
Männerˈmɛnɐ
ihmiːm
verhetztestfɛɐ̯ˈhɛt͡stəst
,
wehveː
,
dassdas
duduː
demdeːm
Haushaʊ̯s
genahtɡəˈnaːt
!
BRÜNNHILDE
Armseligeˈaʁmˌzeːlɪɡə
,
schweig'
!
Seinzaɪ̯n
Eheweibˈeːəˌvaɪ̯p
warstvaːɐ̯st
duduː
nieniː
,
alsals
Buhlerinˈbuːləʁɪn
bandestˈbandəst
duduː
ihniːn
.
Seinzaɪ̯n
Mannesgemahl
binbɪn
ichɪç
,
derdeːɐ̯
ewigeˈeːvɪɡə
Eideˈaɪ̯də
ereːɐ̯
schwurʃvuːɐ̯
,
eh'
Siegfriedˈziːkfʁiːt
jejeː
dichdɪç
ersahɛɐ̯ˈzaː
.
in jähe Verzweiflung ausbrechend
GUTRUNE
Verfluchterfɛɐ̯ˈfluːxtɐ
Hagenˈhaːɡn̩
!
Dassdas
duduː
dasdas
Giftɡɪft
mirmiːɐ̯
rietestˈʁiːtəst
,
dasdas
ihriːɐ̯
dendeːn
Gattenˈɡatn̩
entrücktɛntˈʁʏkt
!
Achax
,
Jammerˈjamɐ
!
Wieviː
jähjɛː
nunnuːn
weissvaɪ̯s
ich's
,
Brünnhilde
warvaːɐ̯
diedaɪ
Trauteˈtʁaʊ̯tə
,
diedaɪ
durchdʊʁç
dendeːn
Tranktʁaŋk
ereːɐ̯
vergass
!
-
Sie wendet sich voll Scheu von Siegfried ab und beugt sich, im Schmerz aufgelöst, über Gunthers Leiche; so verbleibt sie regungslos bis zum Ende. Hagen steht, trotzig auf Speer und Schild gelehnt, in finsteres Sinnen versunken, auf der entgegengesetzen Seite
allein in der Mitte; nachdem sie lange, zuerst mit tiefer Erschütterung, dann mit fast überwältigender Wehmut das Angesicht Siegfrieds betrachtet, wendet sie sich mit feierlicher Erhebung an die Männer und Frauen. Zu den Mannen
BRÜNNHILDE
Starkeˈʃtaʁkə
Scheiteˈʃaɪ̯tə
schichtetˈʃɪçtət
mirmiːɐ̯
dortdɔʁt
amaːm
Randeˈʁandə
desdɛs
Rheinsʁaɪ̯ns
zuhauft͡suˈhaʊ̯f
!
Hochhoːx
undʊnt
hellhɛl
lodreˈloːdʁə
diedaɪ
Glutɡluːt
,
diedaɪ
dendeːn
edlenˈeːdlən
Leiblaɪ̯p
desdɛs
hehrstenˈheːɐ̯stn̩
Heldenˈhɛldn̩
verzehrtˌfɛɐ̯ˈt͡seːɐ̯t
.
Seinzaɪ̯n
Rossʁɔs
führetˈfyːʁət
daherdaˈheːɐ̯
,
dassdas
mitmɪt
mirmiːɐ̯
demdeːm
Reckenˈʁɛkn̩
eseːs
folgeˈfɔlɡə
:
denndɛn
desdɛs
Heldenˈhɛldn̩
heiligsteˈhaɪ̯lɪkstə
Ehreˈeːʁə
zut͡suː
teilenˈtaɪ̯lən
,
verlangtfɛɐ̯ˈlaŋt
meinmaɪ̯n
eigenerˈaɪ̯ɡənɐ
Leiblaɪ̯p
.
Vollbringtfɔlˈbʁɪŋt
Brünnhildes
Wunschvʊnʃ
!
Die jüngeren Männer errichten während des Folgenden vor der Halle nahe am Rheinufer einen mächtigen Scheiterhaufen, Frauen schmücken ihn mit Decken, auf die sie Kräuter und Blumen streuen
versinkt von neuem in die Betrachtung des Antlitzes der Leiche Siegfrieds. Ihre Mienen nehmen eine immer sanftere Verklärung an
BRÜNNHILDE
Wieviː
Sonneˈzɔnə
lauterˈlaʊ̯tɐ
strahltʃtʁaːlt
mirmiːɐ̯
seinzaɪ̯n
Lichtlɪçt
:
derdeːɐ̯
Reinsteˈʁaɪ̯nstə
warvaːɐ̯
ereːɐ̯
,
derdeːɐ̯
michmɪç
verrietfɛɐ̯ˈʁiːt
!
Diedaɪ
Gattinˈɡatɪn
trügendˈtʁyːɡn̩t
,
-
treutʁɔɪ̯
demdeːm
Freundeˈfʁɔɪ̯ndə
,
-
vonfɔn
derdeːɐ̯
eignenˈaɪ̯ɡnən
Trautenˈtʁaʊ̯tn̩
-
einzigˈaɪ̯nt͡sɪk
ihmiːm
teuerˈtɔɪ̯ɐ
-
schiedʃiːt
ereːɐ̯
sichzɪç
durchdʊʁç
seinzaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
.
Echterˈɛçtɐ
alsals
ereːɐ̯
schwurʃvuːɐ̯
keinerˈkaɪ̯nɐ
Eideˈaɪ̯də
;
treuertʁɔɪ̯ɐ
alsals
ereːɐ̯
hielthiːlt
keinerˈkaɪ̯nɐ
Verträgefɛɐ̯ˈtʁɛːɡə
;
lautrerˈlaʊ̯tɐ
alsals
ereːɐ̯
liebteˈliːptə
keinkaɪ̯n
andrerˈandərər
:
undʊnt
dochdɔx
,
alleˈalə
Eideˈaɪ̯də
,
alleˈalə
Verträgefɛɐ̯ˈtʁɛːɡə
,
diedaɪ
treuesteˈtʁɔɪ̯əstə
Liebeˈliːbə
trogtʁoːk
keinerˈkaɪ̯nɐ
wieviː
ereːɐ̯
!
-
Wisstvɪst
ihriːɐ̯
,
wieviː
dasdas
wardvaʁt
?
nach oben blickend
BRÜNNHILDE
O
ihriːɐ̯
,
derdeːɐ̯
Eideˈaɪ̯də
ewigeˈeːvɪɡə
Hüterˈhyːtɐ
!
Lenktlɛŋkt
eurenˈɔʏ̯ɐ
Blickblɪk
aufaʊ̯f
meinmaɪ̯n
blühendesˈblyːəndəs
Leidlaɪ̯t
:
erschautɛɐ̯ˈʃaʊ̯t
eureˈɔɪ̯ʁə
ewigeˈeːvɪɡə
Schuldʃʊlt
!
Meineˈmaɪ̯nə
Klageˈklaːɡə
hör'
,
duduː
hehrsterˈheːɐ̯stɐ
Gottɡɔt
!
Durchdʊʁç
seineˈzaɪ̯nə
tapfersteˈtap͡fɐstə
Tattaːt
,
dirdiːɐ̯
sozoː
tauglichˈtaʊ̯klɪç
erwünschtɛɐ̯ˈvʏnʃt
,
weihtestˈvaɪ̯təst
duduː
dendeːn
,
derdeːɐ̯
sieziː
gewirktɡəˈvɪʁkt
,
demdeːm
Flucheˈfluːxə
,
demdeːm
duduː
verfielestfɛɐ̯ˈfiːləst
:
michmɪç
mussteˈmʊstə
derdeːɐ̯
Reinsteˈʁaɪ̯nstə
verratenfɛɐ̯ˈʁaːtn̩
,
dassdas
wissendˈvɪsn̩t
würdeˈvʏʁdə
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
!
Weissvaɪ̯s
ichɪç
nunnuːn
,
wasvas
dirdiːɐ̯
frommtfʁɔmt
?
-
Allesˈaləs
,
allesˈaləs
,
allesˈaləs
weissvaɪ̯s
ichɪç
,
allesˈaləs
wardvaʁt
mirmiːɐ̯
nunnuːn
freifʁaɪ̯
!
Auchaʊ̯x
deineˈdaɪ̯nə
Rabenˈʁaːbm̩
hör'
ichɪç
rauschenʁaʊ̯ʃn̩
;
mitmɪt
bangbaŋ
ersehnterɛɐ̯ˈzeːntɐ
Botschaftˈboːtʃaft
send'
ichɪç
diedaɪ
beidenˈbaɪ̯dn̩
nunnuːn
heimhaɪ̯m
.
Ruheˈʁuːə
,
ruheˈʁuːə
,
duduː
Gottɡɔt
!
-
Sie winkt den Mannen, Siegfrieds Leiche auf den Scheiterhaufen zu tragen; zugleich zieht sie von Siegfrieds Finger den Ring ab und betrachtet ihn sinnend
BRÜNNHILDE
Meinmaɪ̯n
Erbeˈɛʁbə
nunnuːn
nehm'
ichɪç
zut͡suː
eigenˈaɪ̯ɡn̩
.
Verfluchterfɛɐ̯ˈfluːxtɐ
Reifʁaɪ̯f
!
Furchtbarerˈfʊʁçtbaːʁɐ
Ringʁɪŋ
!
Deindaɪ̯n
Goldɡɔlt
fass'
ichɪç
undʊnt
geb'
eseːs
nunnuːn
fortfoːɐ̯
.
Derdeːɐ̯
Wassertiefeˈvasɐˌtiːfə
weiseˈvaɪ̯zə
Schwesternˈʃvɛstɐn
,
desdɛs
Rheinesˈʁaɪ̯nəs
schwimmendeˈʃvɪməndə
Töchterˈtœçtɐ
,
euchɔɪ̯ç
dank'
ichɪç
redlichenˈʁeːtlɪçn̩
Ratʁaːt
.
Wasvas
ihriːɐ̯
begehrtbəˈɡeːɐ̯t
,
ichɪç
geb'
eseːs
euchɔɪ̯ç
:
ausaʊ̯s
meinerˈmaɪ̯nɐ
Ascheˈaʃə
nehmtneːmt
eseːs
zut͡suː
eigenˈaɪ̯ɡn̩
!
Dasdas
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
,
dasdas
michmɪç
verbrenntfɛɐ̯ˈbʁɛnt
,
rein'ge
vomfɔm
Flucheˈfluːxə
dendeːn
Ringʁɪŋ
!
Ihriːɐ̯
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Flutfluːt
lösetˈløːzət
ihniːn
aufaʊ̯f
,
undʊnt
lauterˈlaʊ̯tɐ
bewahrtbəˈvaːɐ̯t
dasdas
lichteˈlɪçtə
Goldɡɔlt
,
dasdas
euchɔɪ̯ç
zumt͡sʊm
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
geraubtɡəˈʁaʊ̯pt
.
Sie hat sich den Ring angesteckt und wendet sich jetzt zu dem Scheiterhaufen, auf welchem Siegfrieds Leiche ausgestreckt liegt. Sie entreisst einem Manne den mächtigen Feuerbrand, schwingt diesen und deutet nach dem Hintergrunde
BRÜNNHILDE
Fliegtfliːkt
heimhaɪ̯m
,
ihriːɐ̯
Rabenˈʁaːbm̩
!
Rauntʁaʊ̯nt
eseːs
euremˈɔʏ̯ɐ
Herrenˈhɛʁən
,
wasvas
hierhiːɐ̯
amaːm
Rheinʁaɪ̯n
ihriːɐ̯
gehörtɡəˈhøːɐ̯t
!
Anaːˈʔɛn
Brünnhildes
Felsenˈfɛlzn̩
fahrtfaːɐ̯t
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
!
-
Derdeːɐ̯
dortdɔʁt
nochnɔx
lodertˈloːdɐt
,
weisetˈvaɪ̯zət
Logeˈloːʒə
nachnaːx
Walhallˈvalhal
!
Denndɛn
derdeːɐ̯
Götterˈɡœtɐ
Endeˈɛndə
dämmertˈdɛmɐt
nunnuːn
aufaʊ̯f
.
Sozoː
-
werf'
ichɪç
dendeːn
Brandbʁant
iniˈʔɛn
Walhallsˈvalhals
prangendeˈpʁaŋəndə
Burgbʊʁk
.
Sie schleudert den Brand in den Holzstoss, der sich schnell hell entzündet. Zwei Raben sind vom Felsen am Ufer aufgeflogen und verschwinden nach den Hintergrunde zu. Brünnhilde gewahrt ihr Ross, welches zwei junge Männer hereinführen. Sie ist ihm entgegengesprungen, fasst es und entzäumt es schnell; dann neigt sie sich traulich zu ihm
BRÜNNHILDE
Graneˈɡʁaːnə
,
meinmaɪ̯n
Rossʁɔs
!
Seizaɪ̯
mirmiːɐ̯
gegrüsst
!
Weisstvaɪ̯st
duduː
auchaʊ̯x
,
meinmaɪ̯n
Freundfʁɔɪ̯nt
,
wohinvoˈhɪn
ichɪç
dichdɪç
führeˈfyːʁə
?
Imiˈʔɛm
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
leuchtendˈlɔɪ̯çtn̩t
,
liegtliːkt
dortdɔʁt
deindaɪ̯n
Herrhɛʁ
,
Siegfriedˈziːkfʁiːt
,
meinmaɪ̯n
seligerˈzeːˌlɪɡɐ
Heldhɛlt
.
Demdeːm
Freundeˈfʁɔɪ̯ndə
zut͡suː
folgenˈfɔlɡn̩
,
wieherstˈviːɐst
duduː
freudigˈfʁɔɪ̯dɪk
?
Locktlɔkt
dichdɪç
zut͡suː
ihmiːm
diedaɪ
lachendeˈlaxn̩də
Loheˈloːə
?
Fühl'
meineˈmaɪ̯nə
Brustbʁʊst
auchaʊ̯x
,
wieviː
sieziː
entbrenntɛntˈbʁɛnt
;
hellesˈhɛləs
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
dasdas
Herzhɛʁt͡s
mirmiːɐ̯
erfasstɛɐ̯ˈfast
,
ihniːn
zut͡suː
umschlingenʊmˈʃlɪŋən
,
umschlossenʊmˈʃlɔsn̩
vonfɔn
ihmiːm
,
iniˈʔɛn
mächtigsterˈmɛçtɪkstɐ
Minneˈmɪnə
vermähltfɛɐ̯ˈmɛːlt
ihmiːm
zut͡suː
seinzaɪ̯n
!
Heiajoho
!
Graneˈɡʁaːnə
!
Grüss'
deinenˈdaɪ̯nən
Herrenˈhɛʁən
!
Siegfriedˈziːkfʁiːt
!
Siegfriedˈziːkfʁiːt
!
Siehziː
!
Seligˈzeːlɪk
grüsst
dichdɪç
deindaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
!
Sie hat sich auf das Ross geschwungen und hebt es jetzt zum Sprunge. Sie sprengt es mit einem Satze in den brennenden Scheiterhaufen. Sogleich steigt prasselnd der Brand hoch auf, so dass das Feuer den ganzen Raum vor der Halle erfüllt und diese selbst schon zu ergreifen scheint. Entsetzt drängen sich Männer und Frauen nach dem äussersten Vordergrunde. Als der ganze Bühnenraum nur noch von Feuer erfüllt erscheint, verlischt plötzlich der Glutschein, so dass bald bloss ein Dampfgewölk zurückbleibt, welches sich dem Hintergrunde zu verzieht und dort am Horizont sich als finstere Wolkenschicht lagert. Zugleich ist vom Ufer her der Rhein mächtig angeschwollen und hat seine Flut über die Brandstätte gewälzt. Auf den Wogen sind die drei Rheintöchter herbeigeschwommen und erscheinen jetzt über der Brandstätte. Hagen, der seit dem Vorgange mit dem Ringe Brünnhildes Benehmen mit wachsender Angst beobachtet hat, gerät beim Anblick der Rheintöchter in höchsten Schreck. Er wirft hastig Speer, Schild und Helm von sich und stürzt wie wahnsinnig sich in die Flut
HAGEN
Zurückt͡suˈʁʏk
vomfɔm
Ringʁɪŋ
!
Woglinde und Wellgunde umschlingen mit ihren Armen seinen Nacken und ziehen ihn so, zurückschwimmend, mit sich in die Tiefe. Flosshilde, den anderen voran dem Hintergrunde zuschwimmend, hält jubelnd den gewonnenen Ring in die Höhe. Durch die Wolkenschicht, welche sich am Horizont gelagert, bricht ein rötlicher Glutschein mit wachsender Helligkeit aus. Von dieser Helligkeit beleuchtet, sieht man die drei Rheintöchter auf den ruhigeren Wellen des allmählich wieder in sein Bett zurückgetretenen Rheines, lustig mit dem Ringe spielend, im Reigen schwimmen. Aus den Trümmern der zusammengestürzten Halle sehen die Männer und Frauen in höchster Ergriffenheit dem wachsenden Feuerschein am Himmel zu. Als dieser endlich in lichtester Helligkeit leuchtet, erblickt man darin den Saal Walhalls, in welchem die Götter und Helden, ganz nach der Schilderung Waltrautes im ersten Aufzuge, versammelt sitzen. Helle Flammen scheinen in dem Saal der Götter aufzuschlagen. Als die Götter von den Flammen gänzlich verhüllt sind, fällt der Vorhang
Text
Tools