Wagner, Richard
Lohengrin
Full Libretto
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ERSTER AKT
DER HEERRUFER
Hörthøːɐ̯t
!
Grafenˈɡʁaːfn̩
,
Edleˈeːdlə
,
Freieˈfʁaɪ̯ə
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Heinrichˈhaɪ̯nʁɪç
,
derdeːɐ̯
Deutschenˈdɔɪ̯t͡ʃn̩
Königˈkøːnɪk
,
kamkaːm
zurt͡suːɐ̯
Stattʃtat
,
mitmɪt
euchɔɪ̯ç
zut͡suː
dingenˈdɪŋən
nachnaːx
desdɛs
Reichesˈʁaɪ̯çəs
Rechtʁɛçt
.
Gebtɡeːpt
ihriːɐ̯
nunnuːn
Fried'
undʊnt
Folgeˈfɔlɡə
demdeːm
Gebotɡəˈboːt
?
DIE BRABANTER
Wirviːɐ̯
gebenˈɡeːbm̩
Fried'
undʊnt
Folgeˈfɔlɡə
demdeːm
Gebotɡəˈboːt
.
Willkommenvɪlˈkɔmən
,
willkommenvɪlˈkɔmən
,
Königˈkøːnɪk
,
iniˈʔɛn
Brabantbʁaˈbant
!
erhebt sich
KÖNIG HEINRICH
Gottɡɔt
grüss'
euchɔɪ̯ç
,
liebeˈliːbə
Männerˈmɛnɐ
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Nichtnɪçt
müssigˈmyːsɪç
tattaːt
zut͡suː
euchɔɪ̯ç
ichɪç
dieseˈdiːzə
Fahrtfaːɐ̯t
!
Derdeːɐ̯
Notnoːt
desdɛs
Reichesˈʁaɪ̯çəs
seidzaɪ̯t
vonfɔn
mirmiːɐ̯
gemahntɡəˈmaːnt
!
Sollzɔl
ichɪç
euchɔɪ̯ç
ersteːɐ̯st
derdeːɐ̯
Drangsalˈdʁaŋzaːl
Kundeˈkʊndə
sagenˈzaːɡn̩
,
diedaɪ
deutschesˈdɔɪ̯t͡ʃəs
Landlant
sozoː
oftɔft
ausaʊ̯s
Ostenˈɔstn̩
traftʁaːf
?
Iniˈʔɛn
fernsterˈfɛʁnstɐ
Markmaʁk
hiesst
Weibvaɪ̯p
undʊnt
Kindkɪnt
ihriːɐ̯
betenˈbeːtn̩
:
»
Herrhɛʁ
Gottɡɔt
,
bewahrbəˈvaːɐ̯
unsʊns
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
Ungarnˈʊŋɡaʁn
Wutvuːt
!«
Dochdɔx
mirmiːɐ̯
,
desdɛs
Reichesˈʁaɪ̯çəs
Haupthaʊ̯pt
,
musst'
eseːs
geziemenɡəˈt͡siːmən
,
solchzɔlç
wilderˈvɪldɐ
Schmachʃmaːx
einaɪ̯n
Endeˈɛndə
zut͡suː
ersinnenɛɐ̯ˈzɪnən
;
alsals
Kampfesˈkamp͡fəs
Preispʁaɪ̯s
gewannɡəˈvan
ichɪç
Friedenˈfʁiːdn̩
aufaʊ̯f
neunnɔɪ̯n
Jahrjaːɐ̯
-
ihniːn
nützt'
ichɪç
zut͡suː
desdɛs
Reichesˈʁaɪ̯çəs
Wehrveːɐ̯
;
beschirmtebəˈʃɪʁmtə
Städt'
undʊnt
Burgenˈbʊʁɡn̩
liess
ichɪç
baun
,
dendeːn
Heerbannˈheːɐ̯ˌban
übteˈyːptə
ichɪç
zumt͡sʊm
Widerstandˈviːdɐˌʃtant
.
Zut͡suː
End'
istɪst
nunnuːn
diedaɪ
Fristfʁɪst
,
derdeːɐ̯
Zinst͡sɪns
versagtfɛɐ̯ˈzaːkt
-
mitmɪt
wildemˈvɪldəm
Drohenˈdʁoːən
rüstetˈʁʏstət
sichzɪç
derdeːɐ̯
Feindfaɪ̯nt
.
Nunnuːn
istɪst
eseːs
Zeitt͡saɪ̯t
,
desdɛs
Reichesˈʁaɪ̯çəs
Ehr'
zut͡suː
wahrenˈvaːʁən
;
oboːˈbeː
Ostɔst
,
oboːˈbeː
Westvɛst
,
dasdas
gelteˈɡɛltə
allenˈælən
gleichɡlaɪ̯ç
!
Wasvas
deutschesˈdɔɪ̯t͡ʃəs
Landlant
heisst
,
stelleˈʃtɛlə
Kampfesscharen
,
danndan
schmähtʃmɛːt
wohlvoːl
niemandˈniːmant
mehrmeːɐ̯
dasdas
Deutscheˈdɔɪ̯t͡ʃə
Reichʁaɪ̯ç
!
DIE SACHSEN UND THÜRINGER
Wohlaufvoːlˈʔaʊ̯f
!
Mitmɪt
Gottɡɔt
fürfyːɐ̯
Deutschenˈdɔɪ̯t͡ʃn̩
Reichesˈʁaɪ̯çəs
Ehreːɐ̯
!
hat sich wieder gesetzt
KÖNIG HEINRICH
Komm'
ichɪç
zut͡suː
euchɔɪ̯ç
nunnuːn
,
Männerˈmɛnɐ
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
,
zurt͡suːɐ̯
Heeresfolg'
nachnaːx
Mainzmaɪ̯nt͡s
euchɔɪ̯ç
zut͡suː
entbietenɛntˈbiːtn̩
,
wieviː
mussmʊs
mitmɪt
Schmerzʃmɛʁt͡s
undʊnt
Klagenˈklaːɡn̩
ichɪç
ersehnɛɐ̯ˈzeːn
,
dassdas
ohneˈoːnə
Fürstenˈfʏʁstn̩
ihriːɐ̯
iniˈʔɛn
Zwietrachtˈt͡sviːtʁaxt
lebtleːpt
!
Verwirrungfɛɐ̯ˈvɪʁʊŋ
,
wildeˈvɪldə
Fehdeˈfeːdə
wirdvɪʁt
mirmiːɐ̯
kundkʊnt
;
drumdʁʊm
rufʁuːf
ichɪç
dichdɪç
,
Friedrichˈfʁiːdʁɪç
vonfɔn
Telramund
!
Ichɪç
kenneˈkɛnə
dichdɪç
alsals
allerˈalɐ
Tugendˈtuːɡn̩t
Preispʁaɪ̯s
,
jetztjɛt͡st
redeˈʁeːdə
,
dassdas
derdeːɐ̯
Drangsalˈdʁaŋzaːl
Grundɡʁʊnt
ichɪç
weissvaɪ̯s
.
FRIEDRICH
Dankdaŋk
,
Königˈkøːnɪk
,
dirdiːɐ̯
,
dassdas
duduː
zut͡suː
richtenˈʁɪçtn̩
kamstkaːmst
!
Diedaɪ
Wahrheitˈvaːɐ̯haɪ̯t
künd'
ichɪç
,
Untreu'
istɪst
mirmiːɐ̯
fremdfʁɛmt
.
Zumt͡sʊm
Sterbenˈʃtɛʁbn̩
kamkaːm
derdeːɐ̯
Herzogˈheːɐ̯ˌt͡soːk
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
,
undʊnt
meinemˈmaɪ̯nəm
Schutzʃʊt͡s
empfahlɛmˈp͡faːl
ereːɐ̯
seineˈzaɪ̯nə
Kinderˈkɪndɐ
,
Elsaˈʔɛlza
,
diedaɪ
Jungfrauˈjʊŋfʁaʊ̯
,
undʊnt
Gottfriedˈɡɔtˌfʁiːt
,
dendeːn
Knabenˈknaːbn̩
;
mitmɪt
Treueˈtʁɔɪ̯ə
pflogp͡floːk
ichɪç
seinerˈzaɪ̯nɐ
grossenˈɡʁɔsn̩
Jugendˈjuːɡn̩t
,
seinzaɪ̯n
Lebenˈleːbm̩
warvaːɐ̯
dasdas
Kleinodˈklaɪ̯nʔoːt
meinerˈmaɪ̯nɐ
Ehreˈeːʁə
.
Ermissɛɐ̯ˈmɪs
nunnuːn
,
Königˈkøːnɪk
,
meinenˈmaɪ̯nn̩
grimmenˈɡʁɪmən
Schmerzʃmɛʁt͡s
,
alsals
meinerˈmaɪ̯nɐ
Ehreˈeːʁə
Kleinodˈklaɪ̯nʔoːt
mirmiːɐ̯
geraubtɡəˈʁaʊ̯pt
!
Lustwandelndˈlʊstˌvandl̩nt
führteˈfyːɐ̯tə
Elsaˈʔɛlza
dendeːn
Knabenˈknaːbn̩
einstaɪ̯nst
zumt͡sʊm
Waldvalt
,
dochdɔx
ohneˈoːnə
ihniːn
kehrteˈkeːɐ̯tə
sieziː
zurückt͡suˈʁʏk
;
mitmɪt
falscherˈfalʃɐ
Sorgeˈzɔʁɡə
frugfʁuːk
sieziː
nachnaːx
demdeːm
Bruderˈbʁuːdɐ
,
dadaː
sieziː
,
vonfɔn
ungefährˈʊnɡəfɛːɐ̯
vonfɔn
ihmiːm
verirrtfɛɐ̯ˈʔɪʁt
,
baldbalt
seineˈzaɪ̯nə
Spurʃpuːɐ̯
-
sozoː
sprachʃpʁaːx
sieziː
-
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
fandfant
.
Fruchtlosˈfʁʊxtˌloːs
warvaːɐ̯
allaːʔɛlˈʔɛl
Bemühn
umʊm
dendeːn
Verlornen
;
alsals
ichɪç
mitmɪt
Drohenˈdʁoːən
nunnuːn
iniˈʔɛn
Elsaˈʔɛlza
drangdʁaŋ
,
dadaː
liess
iniˈʔɛn
bleichemˈblaɪ̯çm̩
Zagenˈt͡saːɡn̩
undʊnt
Erbebenɛɐ̯ˈbeːbn̩
derdeːɐ̯
grässlichenˈɡʁɛslɪçn̩
Schuldʃʊlt
Bekenntnisbəˈkɛntnɪs
sieziː
unsʊns
sehnzeːn
.
Eseːs
fassteˈfastə
michmɪç
Entsetzenɛntˈzɛt͡sn̩
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
Magdmaːkt
;
demdeːm
Rechtʁɛçt
aufaʊ̯f
ihreˈiːʁə
Handhant
,
vomfɔm
Vaterˈfaːtɐ
mirmiːɐ̯
verliehn
,
entsagt'
ichɪç
willigˈvɪlɪk
dadaː
undʊnt
gernɡɛʁn
undʊnt
nahmnaːm
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
,
dasdas
meinemˈmaɪ̯nəm
Sinnzɪn
gefielɡəˈfiːl
:
Er stellt Ortrud vor, die sich vor dem König verneigt
FRIEDRICH
Ortrud
,
Radbods
,
desdɛs
Friesenfürsten
Sprossʃpʁɔs
.
Er schreitet feierlich einige Schritte vor
FRIEDRICH
Nunnuːn
führ'
ichɪç
Klageˈklaːɡə
widerˈviːdɐ
Elsaˈʔɛlza
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
;
desdɛs
Brudermordesˈbʁuːdɐˌmɔʁdəs
zeih'
ichɪç
sieziː
.
Diesdaɪs
Landlant
dochdɔx
sprech'
ichɪç
fürfyːɐ̯
michmɪç
anaːˈʔɛn
mitmɪt
Rechtʁɛçt
,
dadaː
ichɪç
derdeːɐ̯
Nächsteˈnɛːçstə
vonfɔn
desdɛs
Herzogsˈhɛʁt͡soːks
Blutbluːt
,
meinmaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
dazudaˈt͡suː
ausaʊ̯s
demdeːm
Geschlechtɡəˈʃlɛçt
,
dasdas
einstaɪ̯nst
auchaʊ̯x
diesenˈdiːzn̩
Landenˈlandn̩
seineˈzaɪ̯nə
Fürstenˈfʏʁstn̩
gabɡaːp
.
Duduː
hörsthøːɐ̯st
diedaɪ
Klageˈklaːɡə
,
Königˈkøːnɪk
!
Richteˈʁɪçtə
rechtʁɛçt
!
ALLE MÄNNER
Haha
,
schwererˈʃveːʁɐ
Schuldʃʊlt
zeihtt͡saɪ̯t
Telramund
!
Mitmɪt
Grausenˈɡʁaʊ̯zn̩
werd'
ichɪç
derdeːɐ̯
Klageˈklaːɡə
kundkʊnt
!
KÖNIG HEINRICH
Welchvɛlç
fürchterlicheˈfʏʁçtɐlɪçə
Klageˈklaːɡə
sprichstʃpʁɪçst
duduː
ausaʊ̯s
!
Wieviː
wäreˈvɛːʁə
möglichˈmøːklɪç
solcheˈzɔlçə
grosseˈɡʁɔsə
Schuldʃʊlt
?
FRIEDRICH
O
Herrhɛʁ
,
traumselig
istɪst
diedaɪ
eitleˈaɪ̯tlə
Magdmaːkt
,
diedaɪ
meineˈmaɪ̯nə
Handhant
vollfɔl
Hochmutˈhoːxˌmuːt
vonfɔn
sichzɪç
stiess[ˈʃtoːsn̩]
.
Geheimerɡəˈhaɪ̯mɐ
Buhlschaftˈbuːlʃaft
klag'
ichɪç
drumdʁʊm
sieziː
anaːˈʔɛn
:
Sieziː
wähnteˈvɛːntə
wohlvoːl
,
wennvɛn
sieziː
desdɛs
Brudersˈbʁuːdɐs
ledigˈleːdɪk
,
danndan
könnteˈkœntə
sieziː
alsals
Herrinˈhɛʁɪn
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
mitmɪt
Rechtʁɛçt
demdeːm
Lehnsmannˈleːnsˌman
ihreˈiːʁə
Handhant
verwehrenfɛɐ̯ˈveːʁən
undʊnt
offenˈɔfn̩
desdɛs
geheimenɡəˈhaɪ̯mən
Buhlenˈbuːlən
pflegenˈp͡fleːɡn̩
.
durch eine ernste Gebärde Friedrichs Eifer unterbrechend
KÖNIG HEINRICH
Ruftʁuːft
diedaɪ
Beklagtebəˈklaːktə
herheːɐ̯
!
Beginnenbəˈɡɪnən
sollzɔl
nunnuːn
dasdas
Gerichtɡəˈʁɪçt
!
Gottɡɔt
lasslas
michmɪç
weiseˈvaɪ̯zə
seinzaɪ̯n
!
schreitet feierlich in die Mitte
DER HEERRUFER
Sollzɔl
hierhiːɐ̯
nachnaːx
Rechtʁɛçt
undʊnt
Machtmaxt
Gerichtɡəˈʁɪçt
gehaltenɡəˈhaltn̩
seinzaɪ̯n
?
hängt mit Feierlichkeit den Schild an der Eiche auf
KÖNIG HEINRICH
Nichtnɪçt
eh'r
sollzɔl
bergenˈbɛʁɡn̩
michmɪç
derdeːɐ̯
Schildʃɪlt
,
bisbɪs
ichɪç
gerichtetɡəˈʁɪçtət
strengʃtʁɛŋ
undʊnt
mildmɪlt
!
die Schwerter entblössend, welche die Sachsen und Thüringer vor sich in die Erde stossen, die Brabanter flach vor sich niederstrecken
ALLE MÄNNER
Nichtnɪçt
eh'r
zurt͡suːɐ̯
Scheideˈʃaɪ̯də
kehr'
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
,
bisbɪs
ihmiːm
durchdʊʁç
Urteilˈuːɐ̯ˌtaɪ̯l
Rechtʁɛçt
gewährtɡəˈvɛːɐ̯t
!
DER HEERRUFER
Wovoː
ihriːɐ̯
desdɛs
Königsˈkøːnɪks
Schildʃɪlt
gewahrtɡəˈvaːɐ̯t
,
dortdɔʁt
Rechtʁɛçt
durchdʊʁç
Urteilˈuːɐ̯ˌtaɪ̯l
nunnuːn
erfahrtɛɐ̯ˈfaːɐ̯t
!
Drumdʁʊm
rufʁuːf
ichɪç
klagendˈklaːɡn̩t
lautlaʊ̯t
undʊnt
hellhɛl
:
Elsaˈʔɛlza
,
erscheineɛɐ̯ˈʃaɪ̯nə
hierhiːɐ̯
zurt͡suːɐ̯
Stell'
!
Elsa tritt auf in einem weissen, sehr einfachen Gewande; sie verweilt eine Zeitlang im Hintergrunde, dann schreitet sie sehr langsam und mit grosser Verschämtheit der Mitte des Vordergrundes zu; Frauen, sehr einfach weiss gekleidet, folgen ihr, diese bleiben aber zunächst im Hintergrunde an der äussersten Grenze des Gerichtskreises.
DIE MÄNNER
Sehtzeːt
hinhɪn
!
Sieziː
nahtnaːt
,
diedaɪ
harthaʁt
Beklagtebəˈklaːktə
!
Haha
!
Wieviː
erscheintɛɐ̯ˈʃaɪ̯nt
sieziː
sozoː
lichtlɪçt
undʊnt
reinʁaɪ̯n
!
Derdeːɐ̯
sieziː
sozoː
schwerʃveːɐ̯
zut͡suː
zeihenˈt͡saɪ̯ən
wagteˈvaːktə
,
wieviː
sicherˈzɪçɐ
mussmʊs
derdeːɐ̯
Schuldʃʊlt
ereːɐ̯
seinzaɪ̯n
!
KÖNIG HEINRICH
Bistbɪst
duduː
eseːs
,
Elsaˈʔɛlza
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
?
Elsa neigt das Haupt bejahend
KÖNIG HEINRICH
Erkennstɛɐ̯ˈkɛnst
duduː
michmɪç
alsals
deinenˈdaɪ̯nən
Richterˈʁɪçtɐ
anaːˈʔɛn
?
Elsa wendet ihr Haupt nach dem König, blickt ihm ins Auge und bejaht dann mit vertrauensvoller Gebärde
KÖNIG HEINRICH
Sozoː
frageˈfʁaːɡə
ichɪç
weiterˈvaɪ̯tɐ
:
Istɪst
diedaɪ
Klageˈklaːɡə
dirdiːɐ̯
bekanntbəˈkant
,
diedaɪ
schwerʃveːɐ̯
hierhiːɐ̯
widerˈviːdɐ
dichdɪç
erhobenɛɐ̯ˈhoːbm̩
?
Elsa erblickt Friedrich und Ortrud, erbebt, neigt traurig das Haupt und bejaht
KÖNIG HEINRICH
Wasvas
entgegnestɛntˈɡeːɡnəst
duduː
derdeːɐ̯
Klageˈklaːɡə
?
Elsa durch eine Gebärde: »Nichts!«
KÖNIG HEINRICH
Sozoː
bekennstbəˈkɛnst
duduː
deineˈdaɪ̯nə
Schuldʃʊlt
?
blickt eine Zeitlang traurig vor sich hin
ELSA
Meinmaɪ̯n
armerˈaʁmɐ
Bruderˈbʁuːdɐ
!
ALLE MÄNNER
Wieviː
wunderbarˈvʊndɐbaːɐ̯
!
Welchvɛlç
seltsamesˈzɛltzaːməs
Gebarenɡəˈbaːʁən
!
KÖNIG HEINRICH
Sagzaːk
,
Elsaˈʔɛlza
!
Wasvas
hasthast
duduː
mirmiːɐ̯
zut͡suː
vertraun
?
in ruhiger Verklärung vor sich hinblickend
ELSA
Einsamˈaɪ̯nzaːm
iniˈʔɛn
trübenˈtʁyːbm̩
Tagenˈtaːɡn̩
hab'
ichɪç
zut͡suː
Gottɡɔt
geflehtɡəˈfleːt
,
desdɛs
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
tiefstesˈtiːfstəs
Klagenˈklaːɡn̩
ergossɛɐ̯ˈɡɔs
ichɪç
imiˈʔɛm
Gebetˈɡeːbət
.
Dadaː
drangdʁaŋ
ausaʊ̯s
meinemˈmaɪ̯nəm
Stöhnenˈʃtøːnən
einaɪ̯n
Lautlaʊ̯t
sozoː
klagevoll
,
derdeːɐ̯
zut͡suː
gewalt'gem
Tönenˈtøːnən
weitvaɪ̯t
iniˈʔɛn
diedaɪ
Lüfteˈlʏftə
schwollʃvɔl
:
Ichɪç
hört'
ihniːn
fernhin
hallenˈhalən
,
bisbɪs
kaumkaʊ̯m
meinmaɪ̯n
Ohroːɐ̯
ereːɐ̯
traftʁaːf
;
meinmaɪ̯n
Aug'
istɪst
zugefallenˈt͡suːɡəˌfalən
,
ichɪç
sankzaŋk
iniˈʔɛn
süssen
Schlafʃlaːf
.
ALLE MÄNNER
Wieviː
sonderbarˈzɔndɐˌbaːɐ̯
!
Träumttʁɔɪ̯mt
sieziː
?
Istɪst
sieziː
entrücktɛntˈʁʏkt
?
als wolle er Elsa aus dem Traume wecken
KÖNIG HEINRICH
Elsaˈʔɛlza
,
verteid'ge
dichdɪç
vorfoːɐ̯
demdeːm
Gerichtɡəˈʁɪçt
!
Elsas Mienen gehen von dem Ausdruck träumerischen Entrücktseins zu dem schwärmerischer Verklärung über
ELSA
Iniˈʔɛn
Lichterˈlɪçtɐ
Waffenˈvafn̩
Scheineˈʃaɪ̯nə
einaɪ̯n
Ritterˈʁɪtɐ
nahteˈnaːtə
dadaː
,
sozoː
tugendlicher
Reineˈʁaɪ̯nə
ichɪç
keinenˈkaɪ̯nən
nochnɔx
ersahɛɐ̯ˈzaː
:
Einaɪ̯n
goldenˈɡɔldn̩
Hornhɔʁn
zurt͡suːɐ̯
Hüftenˈhʏftn̩
,
gelehnet
aufaʊ̯f
seinzaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
-
sozoː
trattʁaːt
ereːɐ̯
ausaʊ̯s
dendeːn
Lüftenˈlʏftn̩
zut͡suː
mirmiːɐ̯
,
derdeːɐ̯
Reckeˈʁɛkə
wertveːɐ̯t
;
mitmɪt
züchtigemˈt͡sʏçtɪɡəm
Gebarenɡəˈbaːʁən
gabɡaːp
Tröstung
ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
einaɪ̯n
;
desdɛs
Rittersˈʁɪtɐs
willvɪl
ichɪç
wahrenˈvaːʁən
,
ereːɐ̯
sollzɔl
meinmaɪ̯n
Streiterˈʃtʁaɪ̯tɐ
seinzaɪ̯n
!
ALLE MÄNNER
Bewahrebəˈvaːʁə
unsʊns
desdɛs
Himmelsˈhɪml̩s
Huldhʊlt
,
dassdas
klarklaːɐ̯
wirviːɐ̯
sehenˈzeːən
,
werveːɐ̯
hierhiːɐ̯
schuldʃʊlt
!
KÖNIG HEINRICH
Friedrichˈfʁiːdʁɪç
,
duduː
ehrenwerterˈeːʁənˌveːɐ̯tɐ
Mannman
,
bedenkebəˈdɛŋkə
wohlvoːl
,
wenveːn
klagstklaːkst
duduː
anaːˈʔɛn
?
FRIEDRICH
Michmɪç
irretˈɪʁət
nichtnɪçt
ihriːɐ̯
träumerischer
Mutmuːt
;
ihriːɐ̯
hörthøːɐ̯t
,
sieziː
schwärmtʃvɛʁmt
vonfɔn
einemˈaɪ̯nəm
Buhlenˈbuːlən
!
Wess'
ichɪç
sieziː
zeih'
,
dess'
hab'
ichɪç
sichren
Grundɡʁʊnt
.
Glaubwürdigˈɡlaʊ̯pˌvʏʁdɪk
wardvaʁt
ihriːɐ̯
Frevelˈfʁeːfl̩
mirmiːɐ̯
bezeugtbəˈt͡sɔɪ̯kt
;
dochdɔx
euremˈɔʏ̯ɐ
Zweifelˈt͡svaɪ̯fl̩
durchdʊʁç
einaɪ̯n
Zeugnisˈt͡sɔɪ̯knɪs
wehrenˈveːʁən
,
dasdas
stündeˈʃtʏndə
wahrlichˈvaːɐ̯lɪç
übelˈyːbl̩
meinemˈmaɪ̯nəm
Stolzʃtɔlt͡s
!
Hierhiːɐ̯
steh'
ichɪç
,
hierhiːɐ̯
meinmaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
!
Werveːɐ̯
wagtvaːkt
vonfɔn
euchɔɪ̯ç
,
zut͡suː
streitenˈʃtʁaɪ̯tn̩
widerˈviːdɐ
meinerˈmaɪ̯nɐ
Ehreˈeːʁə
Preispʁaɪ̯s
!
DIE BRABANTER
Keinerˈkaɪ̯nɐ
vonfɔn
unsʊns
!
Wirviːɐ̯
streitenˈʃtʁaɪ̯tn̩
nurnuːɐ̯
fürfyːɐ̯
dichdɪç
!
FRIEDRICH
Undʊnt
,
Königˈkøːnɪk
,
duduː
!
Gedenkstɡəˈdɛŋkst
duduː
meinerˈmaɪ̯nɐ
Diensteˈdiːnstə
,
wieviː
ichɪç
imiˈʔɛm
Kampfkamp͡f
dendeːn
wildenˈvɪldn̩
Dänenˈdɛːnən
schlugʃluːk
?
KÖNIG HEINRICH
Wieviː
schlimmʃlɪm
,
liess'
ichɪç
vonfɔn
dirdiːɐ̯
darandaˈʁan
michmɪç
mahnenˈmaːnən
!
Gernɡɛʁn
geb'
ichɪç
dirdiːɐ̯
derdeːɐ̯
höchstenˈhøːçstn̩
Tugendˈtuːɡn̩t
Preispʁaɪ̯s
;
iniˈʔɛn
keinerˈkaɪ̯nɐ
andernˈandɐn
Huthuːt
,
alsals
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
deinenˈdaɪ̯nən
,
möcht'
ichɪç
diedaɪ
Landeˈlandə
wissenˈvɪsn̩
.
Gottɡɔt
alleinaˈlaɪ̯n
sollzɔl
jetztjɛt͡st
iniˈʔɛn
dieserˈdiːzɐ
Sacheˈzaxə
nochnɔx
entscheidenɛntˈʃaɪ̯dn̩
!
ALLE MÄNNER
Zumt͡sʊm
Gottesgericht
!
Wohlanvolˈʔan
!
KÖNIG HEINRICH
Dichdɪç
frag'
ichɪç
,
Friedrichˈfʁiːdʁɪç
,
Grafɡʁaːf
vonfɔn
Telramund
!
Willstvɪlst
duduː
durchdʊʁç
Kampfkamp͡f
aufaʊ̯f
Lebenˈleːbm̩
undʊnt
aufaʊ̯f
Todtoːt
imiˈʔɛm
Gottesgericht
vertretenfɛɐ̯ˈtʁeːtn̩
deineˈdaɪ̯nə
Klageˈklaːɡə
?
FRIEDRICH
Jajaː
!
KÖNIG HEINRICH
Undʊnt
dichdɪç
nunnuːn
frag'
ichɪç
,
Elsaˈʔɛlza
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Willstvɪlst
duduː
,
dassdas
hierhiːɐ̯
aufaʊ̯f
Lebenˈleːbm̩
undʊnt
aufaʊ̯f
Todtoːt
imiˈʔɛm
Gottesgericht
einaɪ̯n
Kämpeˈkɛmpə
fürfyːɐ̯
dichdɪç
streiteˈʃtʁaɪ̯tə
?
ohne die Augen aufzuschlagen
ELSA
Jajaː
!
KÖNIG HEINRICH
Wenveːn
wählestˈvɛːləst
duduː
zumt͡sʊm
Streiterˈʃtʁaɪ̯tɐ
?
FRIEDRICH
Vernehmetfɛɐ̯ˈneːmət
jetztjɛt͡st
dendeːn
Namenˈnaːmən
ihresˈiːʁəs
Buhlenˈbuːlən
!
DIE BRABANTER
Merketˈmɛʁkət
aufaʊ̯f
!
hat Stellung und schwärmerische Miene nicht verlassen; alles blickt mit Gespanntheit auf sie
ELSA
Desdɛs
Rittersˈʁɪtɐs
willvɪl
ichɪç
wahrenˈvaːʁən
,
ereːɐ̯
sollzɔl
meinmaɪ̯n
Streiterˈʃtʁaɪ̯tɐ
seinzaɪ̯n
!
ohne sich umzublicken
ELSA
Hörthøːɐ̯t
,
wasvas
demdeːm
Gottgesandten
ichɪç
bieteˈbiːtə
fürfyːɐ̯
Gewährɡəˈvɛːɐ̯
:
Iniˈʔɛn
meinesˈmaɪ̯nəs
Vatersˈfaːtɐs
Landenˈlandn̩
diedaɪ
Kroneˈkʁoːnə
trageˈtʁaːɡə
ereːɐ̯
;
michmɪç
glücklichˈɡlʏklɪç
sollzɔl
ichɪç
preisenˈpʁaɪ̯zn̩
,
nimmt er mein Gut dahin -
ELSA
willvɪl
ereːɐ̯
Gemahlɡəˈmaːl
michmɪç
heissenˈhaɪ̯sən
,
geb'
ichɪç
ihmiːm
,
wasvas
ichɪç
binbɪn
!
unter sich
ALLE MÄNNER
Einaɪ̯n
schönerˈʃøːnɐ
Preispʁaɪ̯s
,
stünd'
ereːɐ̯
iniˈʔɛn
Gottesˈɡɔtəs
Handhant
!
Werveːɐ̯
fürfyːɐ̯
ihniːn
stritt'
,
wohlvoːl
setzt'
ereːɐ̯
schweresˈʃveːʁəs
Pfandp͡fant
!
KÖNIG HEINRICH
Imiˈʔɛm
Mittagˈmɪtaːk
hochhoːx
stehtʃteːt
schonʃoːn
diedaɪ
Sonneˈzɔnə
:
Sozoː
istɪst
eseːs
Zeitt͡saɪ̯t
,
dassdas
nunnuːn
derdeːɐ̯
Rufʁuːf
ergeh'
!
Der Heerrufer tritt mit den vier Heerhornbläsern vor, die er, den vier Himmelsgegenden zugewendet, an die äussersten Grenzen des Gerichtskreises vorschreiten und so den Ruf blasen lässt.
DER HEERRUFER
Werveːɐ̯
hierhiːɐ̯
imiˈʔɛm
Gotteskampf
zut͡suː
streitenˈʃtʁaɪ̯tn̩
kamkaːm
fürfyːɐ̯
Elsaˈʔɛlza
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
,
derdeːɐ̯
treteˈtʁeːtə
vorfoːɐ̯
,
derdeːɐ̯
treteˈtʁeːtə
vorfoːɐ̯
!
Langes Stillschweigen. Elsa, welche bisher in ununterbrochen ruhiger Haltung verweilt, zeigt entstehende Unruhe der Erwartung.
ALLE MÄNNER
Ohn'
Antwortˈantvɔʁt
istɪst
derdeːɐ̯
Rufʁuːf
verhalltfɛɐ̯ˈhalt
!
auf Elsa deutend
FRIEDRICH
Gewahrtɡəˈvaːɐ̯t
,
oboːˈbeː
ichɪç
sieziː
fälschlichˈfɛlʃlɪç
schaltʃalt
?
ALLE MÄNNER
Umʊm
ihreˈiːʁə
Sacheˈzaxə
stehtʃteːt
eseːs
schlechtʃlɛçt
!
FRIEDRICH
Aufaʊ̯f
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seiteˈzaɪ̯tə
bleibtblaɪ̯pt
dasdas
Rechtʁɛçt
!
etwas näher zum König tretend
ELSA
Meinmaɪ̯n
lieberˈliːbɐ
Königˈkøːnɪk
,
lasslas
dichdɪç
bittenˈbɪtən
,
nochnɔx
einenˈaɪ̯nən
Rufʁuːf
anaːˈʔɛn
meinenˈmaɪ̯nn̩
Ritterˈʁɪtɐ
!
Wohlvoːl
weiltvaɪ̯lt
ereːɐ̯
fernfɛʁn
undʊnt
hört'
ihniːn
nichtnɪçt
.
zum Heerrufer
KÖNIG HEINRICH
Nochnɔx
einmalˈaɪ̯nmaːl
rufeˈʁuːfə
zumt͡sʊm
Gerichtɡəˈʁɪçt
!
Auf das Zeichen des Heerrufers richten die Heerhornbläser sich wieder nach den vier Himmelsgegenden.
DER HEERRUFER
Werveːɐ̯
hierhiːɐ̯
imiˈʔɛm
Gotteskampf
zut͡suː
streitenˈʃtʁaɪ̯tn̩
kamkaːm
fürfyːɐ̯
Elsaˈʔɛlza
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
,
derdeːɐ̯
treteˈtʁeːtə
vorfoːɐ̯
,
derdeːɐ̯
treteˈtʁeːtə
vorfoːɐ̯
!
Wiederum langes, gespanntes Stillschweigen.
ALLE MÄNNER
Iniˈʔɛn
düstrem
Schweigenˈʃvaɪ̯ɡn̩
richtetˈʁɪçtət
Gottɡɔt
!
Elsa sinkt zu inbrünstigem Gebet auf die Knie. Die Frauen, in Besorgnis um ihre Herrin, treten etwas näher in den Vordergrund.
ELSA
Duduː
trugest
zut͡suː
ihmiːm
meineˈmaɪ̯nə
Klageˈklaːɡə
,
zut͡suː
mirmiːɐ̯
trattʁaːt
ereːɐ̯
aufaʊ̯f
deindaɪ̯n
Gebotɡəˈboːt
:
O
Herrhɛʁ
,
nunnuːn
meinemˈmaɪ̯nəm
Ritterˈʁɪtɐ
sageˈzaːɡə
,
dassdas
ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
helf
iniˈʔɛn
meinerˈmaɪ̯nɐ
Notnoːt
!
auf die Knie sinkend
DIE FRAUEN
Herrhɛʁ
!
Sendeˈzɛndə
Hilfeˈhɪlfə
ihriːɐ̯
!
Herrhɛʁ
Gottɡɔt
!
Höreˈhøːʁə
unsʊns
!
ELSA
Lasslas
michmɪç
ihniːn
sehnzeːn
,
wieviː
ichɪç
ihniːn
sahzaː
,
mit freudig verklärter Miene
ELSA
wieviː
ichɪç
ihniːn
sahzaː
,
seizaɪ̯
ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
nahnaː
!
Die auf einer Erhöhung dem Ufer des Flusses zunächststehenden Männer gewahren zuerst die Ankunft Lohengrins, welcher in einem Nachen, von einem Schwan gezogen, auf dem Flusse in der Ferne sichtbar wird. Die vom Ufer entfernter stehenden Männer im Vordergrunde wenden sich zunächst ohne ihren Platz zu verlassen mit immer regerer Neugier fragend an die dem Ufer näher stehenden; sodann verlassen sie den Vordergrund, um selbst am Ufer nachzusehen.
DIE MÄNNER
Sehtzeːt
!
Sehtzeːt
!
Welchvɛlç
einaɪ̯n
seltsamˈzɛltzaːm
Wunderˈvʊndɐ
!
Wieviː
?
Einaɪ̯n
Schwanʃvaːn
?
Einaɪ̯n
Schwanʃvaːn
ziehtt͡siːt
einenˈaɪ̯nən
Nachenˈnaxn̩
dortdɔʁt
heranhɛˈʁan
!
Einaɪ̯n
Ritterˈʁɪtɐ
drindʁɪn
hochhoːx
aufgerichtetˈaʊ̯fɡəˌʁɪçtət
stehtʃteːt
!
Wieviː
glänztɡlɛnt͡st
seinzaɪ̯n
Waffenschmuck
!
Dasdas
Aug'
vergehtfɛɐ̯ˈɡeːt
vorfoːɐ̯
solchemˈzɔlçm̩
Glanzɡlant͡s
!
Sehtzeːt
,
näherˈnɛːɐ
kommtkɔmt
ereːɐ̯
schonʃoːn
heranhɛˈʁan
!
Anaːˈʔɛn
einerˈaɪ̯nɐ
goldnen
Ketteˈkɛtə
ziehtt͡siːt
derdeːɐ̯
Schwanʃvaːn
!
Auch die letzten eilen noch nach dem Hintergrunde; im Vordergrunde bleiben nur der König, Elsa, Friedrich, Ortrud und die Frauen. Von seinem erhöhten Platze aus überblickt der König alles; Friedrich und Ortrud sind durch Schreck und Staunen gefesselt; Elsa, die mit steigender Entzückung den Ausrufen der Männer gelauscht hat, verbleibt in der Mitte der Bühne; sie wagt gleichsam nicht, sich umzublicken.
stürzen in höchster Ergriffenheit wieder nach vorn
DIE MÄNNER
Einaɪ̯n
Wunderˈvʊndɐ
!
Einaɪ̯n
Wunderˈvʊndɐ
!
Einaɪ̯n
Wunderˈvʊndɐ
istɪst
gekommenɡəˈkɔmən
,
einaɪ̯n
unerhörtesˈʊnʔɛɐ̯ˌhøːɐ̯təs
,
nieniː
gesehnes
Wunderˈvʊndɐ
!
Einaɪ̯n
Wunderˈvʊndɐ
!
Einaɪ̯n
Wunderˈvʊndɐ
!
usw
.
DIE FRAUEN
Dankdaŋk
,
duduː
Herrhɛʁ
undʊnt
Gottɡɔt
,
derdeːɐ̯
diedaɪ
Schwacheˈʃvaxə
beschirmetbəˈʃɪʁmət
!
hat sich umgewandt und schreit bei Lohengrins Anblick laut auf
ELSA
Haha
!
ALLE MÄNNER UND FRAUEN
Seizaɪ̯
gegrüsst
,
duduː
gottgesandter
Mannman
!
usw.
Der Nachen, vom Schwan gezogen, erreicht in der Mitte des Hintergrundes das Ufer; Lohengrin, in glänzender Silberrüstung, den Helm auf dem Haupte, den Schild im Rücken, ein kleines goldenes Horn zur Seite, steht, auf sein Schwert gelehnt, darin. Friedrich blickt in sprachlosem Entsetzen auf Lohengrin hin. Ortrud, die während des Gerichtes in kalter, stolzer Haltung verblieben, gerät beim Anblick des Schwans in tödlichen Schrecken. Sowie Lohengrin die erste Bewegung macht, den Kahn zu verlassen, tritt bei allen sogleich das gespannteste Stillschweigen ein.
neigt sich zum Schwan
LOHENGRIN
Nunnuːn
seizaɪ̯
bedanktbəˈdaŋkt
,
meinmaɪ̯n
lieberˈliːbɐ
Schwanʃvaːn
!
Zieht͡siː
durchdʊʁç
diedaɪ
weiteˈvaɪ̯tə
Flutfluːt
zurückt͡suˈʁʏk
,
dahindaˈhɪn
,
wohervoˈheːɐ̯
michmɪç
trugtʁuːk
deindaɪ̯n
Kahnkaːn
,
kehrkeːɐ̯
wiederˈviːdɐ
nurnuːɐ̯
zut͡suː
unsremˈʔʊnzɐ
Glückɡlʏk
!
Drumdʁʊm
seizaɪ̯
getreuɡəˈtʁɔɪ̯
deindaɪ̯n
Dienstdiːnst
getanɡəˈtaːn
!
Lebleːp
wohlvoːl
,
lebleːp
wohlvoːl
,
meinmaɪ̯n
lieberˈliːbɐ
Schwanʃvaːn
!
Der Schwan wendet langsam den Nachen und schwimmt den Fluss zurück. Lohengrin sieht ihm eine Weile wehmütig nach.
LOHENGRIN
DIEdaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
undʊnt
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Wieviː
fasstfast
unsʊns
seligˈzeːlɪk
süsses
Grauenˈɡʁaʊ̯ən
!
Welchvɛlç
holdeˈhɔldə
Machtmaxt
hälthɛlt
unsʊns
gebanntɡəˈbant
!
Wieviː
istɪst
ereːɐ̯
schönʃøːn
undʊnt
hehrheːɐ̯
zut͡suː
schauenˈʃaʊ̯ən
,
dendeːn
solchzɔlç
einaɪ̯n
Wunderˈvʊndɐ
trugtʁuːk
ansans
Landlant
!
Lohengrin verlässt das Ufer und schreitet langsam und feierlich nach dem Vordergrund.
verneigt sich vor dem König
LOHENGRIN
Heilhaɪ̯l
,
Königˈkøːnɪk
Heinrichˈhaɪ̯nʁɪç
!
Segenvoll
mög'
Gottɡɔt
beibaɪ̯
deinemˈdaɪ̯nəm
Schwerteʃveːrt
stehnʃteːn
!
Ruhmreichˈʁuːmˌʁaɪ̯ç
undʊnt
grossɡroːs
deindaɪ̯n
Nameˈnaːmə
sollzɔl
vonfɔn
dieserˈdiːzɐ
Erdeˈeːɐ̯də
nieniː
vergehn
!
KÖNIG HEINRICH
Habhaːp
Dankdaŋk
!
Erkenn'
ichɪç
rechtʁɛçt
diedaɪ
Machtmaxt
,
diedaɪ
dichdɪç
iniˈʔɛn
diesesˈdiːzəs
Landlant
gebrachtɡəˈbʁaxt
,
sozoː
nahstnaːst
duduː
unsʊns
vonfɔn
Gottɡɔt
gesandtɡəˈzant
?
LOHENGRIN
Zumt͡sʊm
Kampfkamp͡f
fürfyːɐ̯
eineˈaɪ̯nə
Magdmaːkt
zut͡suː
stehnʃteːn
,
derdeːɐ̯
schwereˈʃveːʁə
Klageˈklaːɡə
angetanˈanɡəˌtaːn
,
binbɪn
ichɪç
gesandtɡəˈzant
.
Nunnuːn
lasstlast
michmɪç
sehnzeːn
,
oboːˈbeː
ichɪç
zut͡suː
Rechtʁɛçt
sieziː
treffeˈtʁɛfə
anaːˈʔɛn
.
Er wendet sich etwas näher zu Elsa
LOHENGRIN
Sozoː
sprichʃpʁɪç
denndɛn
,
Elsaˈʔɛlza
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
:
Wennvɛn
ichɪç
zumt͡sʊm
Streiterˈʃtʁaɪ̯tɐ
dirdiːɐ̯
ernanntɛɐ̯ˈnant
,
willstvɪlst
duduː
wohlvoːl
ohneˈoːnə
Bang'
undʊnt
Graun
dichdɪç
meinemˈmaɪ̯nəm
Schutzeˈʃʊt͡sə
anvertraun
?
die, seitdem sie Lohengrin erblickte, wie in Zauber regungslos festgebannt war, sinkt, wie durch seine Ansprache erweckt, in überwältigend wonnigem Gefühle zu seinen Füssen
ELSA
Meinmaɪ̯n
Heldhɛlt
,
meinmaɪ̯n
Retterˈʁɛtɐ
!
Nimmnɪm
michmɪç
hinhɪn
;
dirdiːɐ̯
geb'
ichɪç
allesˈaləs
,
wasvas
ichɪç
binbɪn
!
LOHENGRIN
Wennvɛn
ichɪç
imiˈʔɛm
Kampfeˈkamp͡fə
fürfyːɐ̯
dichdɪç
siegeˈziːɡə
,
willstvɪlst
duduː
,
dassdas
ichɪç
deindaɪ̯n
Gatteˈɡatə
seizaɪ̯
?
ELSA
Wieviː
ichɪç
zut͡suː
deinenˈdaɪ̯nən
Füssenˈfʏsn̩
liegeˈliːɡə
,
geb'
ichɪç
dirdiːɐ̯
Leiblaɪ̯p
undʊnt
Seeleˈzeːlə
freifʁaɪ̯
.
LOHENGRIN
Elsaˈʔɛlza
,
sollzɔl
ichɪç
deindaɪ̯n
Gatteˈɡatə
heissenˈhaɪ̯sən
,
sollzɔl
Landlant
undʊnt
Leut'
ichɪç
schirmenˈʃɪʁmən
dirdiːɐ̯
,
sollzɔl
nichtsnɪçt͡s
michmɪç
wiederˈviːdɐ
vonfɔn
dirdiːɐ̯
reissenˈʁaɪ̯sn̩
,
musstmʊst
einesˈaɪ̯nəs
duduː
gelobenɡəˈloːbm̩
mirmiːɐ̯
:
Nieniː
sollstzɔlst
duduː
michmɪç
befragenbəˈfʁaːɡn̩
,
nochnɔx
Wissensˈvɪsn̩s
Sorgeˈzɔʁɡə
tragenˈtʁaːɡn̩
,
wohervoˈheːɐ̯
ichɪç
kamkaːm
derdeːɐ̯
Fahrtfaːɐ̯t
,
nochnɔx
wieviː
meinmaɪ̯n
Nam'
undʊnt
Artaːɐ̯t
!
fast bewusstlos
ELSA
Nieniː
,
Herrhɛʁ
,
sollzɔl
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Frageˈfʁaːɡə
kommenˈkɔmən
!
LOHENGRIN
Elsaˈʔɛlza
!
Hasthast
duduː
michmɪç
wohlvoːl
vernommenfɛɐ̯ˈnɔmən
?
Nieniː
sollstzɔlst
duduː
michmɪç
befragenbəˈfʁaːɡn̩
,
nochnɔx
Wissensˈvɪsn̩s
Sorgeˈzɔʁɡə
tragenˈtʁaːɡn̩
,
wohervoˈheːɐ̯
ichɪç
kamkaːm
derdeːɐ̯
Fahrtfaːɐ̯t
,
nochnɔx
wieviː
meinmaɪ̯n
Nam'
undʊnt
Artaːɐ̯t
!
mit grosser Innigkeit zu ihm aufblickend
ELSA
Meinmaɪ̯n
Schirmʃɪʁm
!
Meinmaɪ̯n
Engelˈɛŋl̩
!
Meinmaɪ̯n
Erlöserɛɐ̯ˈløːzɐ
,
derdeːɐ̯
festfɛst
anaːˈʔɛn
meineˈmaɪ̯nə
Unschuldˈʊnˌʃʊlt
glaubtɡlaʊ̯pt
!
Wieviː
gäb'
eseːs
Zweifelsˈt͡svaɪ̯fəls
Schuldʃʊlt
,
diedaɪ
grösserɡʁoːs
,
alsals
diedaɪ
anaːˈʔɛn
dichdɪç
dendeːn
Glaubenˈɡlaʊ̯bn̩
raubtʁaʊ̯pt
?
Wieviː
duduː
michmɪç
schirmstʃɪʁmst
iniˈʔɛn
meinerˈmaɪ̯nɐ
Notnoːt
,
sozoː
halt'
iniˈʔɛn
Treu'
ichɪç
deindaɪ̯n
Gebotɡəˈboːt
!
ergriffen und entzückt sie an seine Brust erhebend
LOHENGRIN
Elsaˈʔɛlza
!
Ichɪç
liebeˈliːbə
dichdɪç
!
Beide verweilen eine Zeitlang in der angenommenen Stellung
LOHENGRIN
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
undʊnt
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Welchvɛlç
holdeˈhɔldə
Wunderˈvʊndɐ
mussmʊs
ichɪç
sehenˈzeːən
?
Ist's
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
,
derdeːɐ̯
mirmiːɐ̯
angetanˈanɡəˌtaːn
?
Ichɪç
fühl'
dasdas
Herzeˈhɛʁt͡sə
mirmiːɐ̯
vergehenˌfɛɐ̯ˈɡeːən
,
schau'
ichɪç
dendeːn
hehrenˈheːʁən
,
wonnevollen
Mannman
!
geleitet Elsa zum König und übergibt sie dessen Hut, dann schreitet er feierlich in die Mitte des Kreises
LOHENGRIN
Nunnuːn
hörthøːɐ̯t
!
Euchɔɪ̯ç
,
Volkfɔlk
undʊnt
Edlenˈeːdlən
,
mach'
ichɪç
kundkʊnt
:
Freifʁaɪ̯
allerˈalɐ
Schuldʃʊlt
istɪst
Elsaˈʔɛlza
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Dassdas
falschfalʃ
deindaɪ̯n
Klagenˈklaːɡn̩
,
Grafɡʁaːf
vonfɔn
Telramund
,
durchdʊʁç
Gottesˈɡɔtəs
Urteilˈuːɐ̯ˌtaɪ̯l
werd'
eseːs
dirdiːɐ̯
bekanntbəˈkant
!
erst einige, dann immer mehrere, heimlich zu Friedrich
BRABANTISCHE EDLE
Stehʃteː
abaːbeː
vomfɔm
Kampfkamp͡f
!
Wennvɛn
duduː
ihniːn
wagstvaːkst
,
zut͡suː
siegenˈziːɡn̩
nimmerˈnɪmɐ
duduː
vermagstfɛɐ̯ˈmaːkst
!
Istɪst
ereːɐ̯
vonfɔn
höchsterˈhøːçstɐ
Machtmaxt
geschütztɡəˈʃʏt͡st
,
sagzaːk
,
wasvas
deindaɪ̯n
tapfres
Schwertʃveːɐ̯t
dirdiːɐ̯
nütztnʏt͡st
?
Stehʃteː
abaːbeː
!
Wirviːɐ̯
mahnenˈmaːnən
dichdɪç
iniˈʔɛn
Treu'
!
Deindaɪ̯n
harterˈhaʁtɐ
Unsieg
,
bittreˈbɪtʁə
Reu'
!
der bisher unverwandt und forschend sein Auge auf Lohengrin geheftet, mit leidenschaftlich schwankendem und endlich sich entscheidendem inneren Kampfe
FRIEDRICH
Vielfiːl
lieberˈliːbɐ
tottoːt
alsals
feigfaɪ̯k
!
Welchvɛlç
Zaubernˈt͡saʊ̯bɐn
dichdɪç
auchaʊ̯x
hergeführtˈheːɐ̯ɡəˌfyːɐ̯t
,
Fremdling, der mir so kühn erscheint,
FRIEDRICH
deindaɪ̯n
stolzesˈʃtɔlt͡səs
Drohndʁoːn
michmɪç
nimmerˈnɪmɐ
rührtʁyːɐ̯t
,
dadaː
ichɪç
zut͡suː
lügenˈlyːɡn̩
nieniː
vermeintfɛɐ̯ˈmaɪ̯nt
.
Dendeːn
Kampfkamp͡f
mitmɪt
dirdiːɐ̯
drumdʁʊm
nehm'
ichɪç
aufaʊ̯f
undʊnt
hoffeˈhɔfə
Siegziːk
nachnaːx
Rechtesˈʁɛçtəs
Lauflaʊ̯f
!
LOHENGRIN
Nunnuːn
,
Königˈkøːnɪk
,
ordneˈɔʁdnə
unsernˈʔʊnzɐ
Kampfkamp͡f
!
Alles begibt sich in die erste Gerichtsstellung
KÖNIG HEINRICH
Sozoː
tretetˈtʁeːtət
vorfoːɐ̯
,
zut͡suː
dreidʁaɪ̯
fürfyːɐ̯
jedenˈjeːdn̩
Kämpferˈkɛmp͡fɐ
,
undʊnt
messetˈmɛsət
wohlvoːl
dendeːn
Ringʁɪŋ
zumt͡sʊm
Streiteˈʃtʁaɪ̯tə
abaːbeː
!
Drei sächsische Edle treten für Lohengrin, drei brabantische für Friedrich vor, sie messen mit feierlichen Schritten den Kampfplatz aus und stecken ihn, einen vollständigen Ring bildend, durch ihre Speere ab.
in der Mitte des Kampfringes
DER HEERRUFER
Nunnuːn
höretˈhøːʁət
michmɪç
undʊnt
achtetˈaxtət
wohlvoːl
:
Dendeːn
Kampfkamp͡f
hierhiːɐ̯
keinerˈkaɪ̯nɐ
störenˈʃtøːʁən
sollzɔl
!
Demdeːm
Hageˈhaːɡə
bleibetˈblaɪ̯bət
abgewandtˈapɡəˌvant
,
denndɛn
werveːɐ̯
nichtnɪçt
wahrtvaːɐ̯t
desdɛs
Friedensˈfʁiːdn̩s
Rechtʁɛçt
,
derdeːɐ̯
Freieˈfʁaɪ̯ə
büss'
eseːs
mitmɪt
derdeːɐ̯
Handhant
,
mitmɪt
seinemˈzaɪ̯nəm
Haupteˈhaʊ̯ptə
büss'
eseːs
derdeːɐ̯
Knechtknɛçt
!
ALLE MÄNNER
Derdeːɐ̯
Freieˈfʁaɪ̯ə
büss'
eseːs
mitmɪt
derdeːɐ̯
Handhant
,
mitmɪt
seinemˈzaɪ̯nəm
Haupteˈhaʊ̯ptə
büss'
eseːs
derdeːɐ̯
Knechtknɛçt
!
zu Lohengrin und Friedrich
DER HEERRUFER
Hörthøːɐ̯t
auchaʊ̯x
,
ihriːɐ̯
Streiterˈʃtʁaɪ̯tɐ
vorfoːɐ̯
Gerichtɡəˈʁɪçt
!
Gewahrtɡəˈvaːɐ̯t
iniˈʔɛn
Treueˈtʁɔɪ̯ə
Kampfesˈkamp͡fəs
Pflichtp͡flɪçt
!
Durchdʊʁç
bösenˈbøːzn̩
Zaubersˈt͡saʊ̯bɐs
Listlɪst
undʊnt
Trugtʁuːk
störtʃtøːɐ̯t
nichtnɪçt
desdɛs
Urteilsˈʊʁtaɪ̯ls
Eigenschaftˈaɪ̯ɡn̩ʃaft
!
Gottɡɔt
richtetˈʁɪçtət
euchɔɪ̯ç
nachnaːx
Rechtʁɛçt
undʊnt
Fugfuːk
,
sozoː
trauetˈtʁaʊ̯ət
ihmiːm
,
nichtnɪçt
eurerˈɔʏ̯ɐ
Kraftkʁaft
!
LOHENGRIN
undʊnt
FRIEDRICHˈfʁiːdʁɪç
zu beiden Seiten ausserhalb des Kampfkreises stehend
DER HEERRUFER
Gottɡɔt
richteˈʁɪçtə
michmɪç
nachnaːx
Rechtʁɛçt
undʊnt
Fugfuːk
,
sozoː
trau'
ichɪç
ihmiːm
,
nichtnɪçt
meinerˈmaɪ̯nɐ
Kraftkʁaft
!
mit grosser Feierlichkeit in die Mitte vorschreitend
KÖNIG HEINRICH
Meinmaɪ̯n
Herrhɛʁ
undʊnt
Gottɡɔt
,
nunnuːn
rufʁuːf
ichɪç
dichdɪç
,
Alle entblössen das Haupt und lassen sich zur feierlichsten Andacht an
KÖNIG HEINRICH
dassdas
duduː
demdeːm
Kampfkamp͡f
zugegent͡suˈɡeːɡn̩
seistzaɪ̯st
!
Durchdʊʁç
Schwertesˈʃveːɐ̯təs
Siegziːk
einaɪ̯n
Urteilˈuːɐ̯ˌtaɪ̯l
sprichʃpʁɪç
,
dasdas
Trugtʁuːk
undʊnt
Wahrheitˈvaːɐ̯haɪ̯t
klarklaːɐ̯
erweistɛɐ̯ˈvaɪ̯st
!
Desdɛs
Reinenˈʁaɪ̯nən
Armaʁm
gibɡiːp
Heldenkraft
,
desdɛs
Falschenˈfalʃn̩
Stärkeˈʃtɛʁkə
seizaɪ̯
erschlafftɛɐ̯ˈʃlaft
!
Sozoː
hilfhɪlf
unsʊns
,
Gottɡɔt
,
zut͡suː
dieserˈdiːzɐ
Fristfʁɪst
,
weilvaɪ̯l
unsreˈʊn.zʁə
Weisheitˈvaɪ̯shaɪ̯t
Einfaltˈaɪ̯nfalt
istɪst
!
ELSAˈʔɛlza
undʊnt
LOHENGRIN
Duduː
kündestˈkʏndəst
nunnuːn
deindaɪ̯n
wahrvaːɐ̯
Gerichtɡəˈʁɪçt
,
meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
undʊnt
Herrhɛʁ
,
drumdʁʊm
zag'
ichɪç
nichtnɪçt
!
usw.
ORTRUD
Ichɪç
baueˈbaʊ̯ə
festfɛst
aufaʊ̯f
seineˈzaɪ̯nə
Kraftkʁaft
,
diedaɪ
,
wovoː
ereːɐ̯
kämpftkɛmp͡ft
,
ihmiːm
Siegziːk
verschafftfɛɐ̯ˈʃaft
!
usw.
FRIEDRICH
Ichɪç
geh'
iniˈʔɛn
Treutʁɔɪ̯
vorfoːɐ̯
deindaɪ̯n
Gerichtɡəˈʁɪçt
!
Herrhɛʁ
Gottɡɔt
,
nunnuːn
verlassfɛɐ̯ˈlas
mein'
Ehreˈeːʁə
nichtnɪçt
!
KÖNIG HEINRICH
Meinmaɪ̯n
Herrhɛʁ
undʊnt
Gottɡɔt
,
dichdɪç
rufeˈʁuːfə
ichɪç
!
usw
.
Sozoː
kündeˈkʏndə
nunnuːn
deindaɪ̯n
wahrvaːɐ̯
Gerichtɡəˈʁɪçt
!
Meinmaɪ̯n
Herrhɛʁ
undʊnt
Gottɡɔt
,
nunnuːn
zögreˈt͡søːɡʁə
nichtnɪçt
!
DERdeːɐ̯
HEERRUFER
undʊnt
ALLEˈalə
MÄNNERˈmɛnɐ
Desdɛs
Reinenˈʁaɪ̯nən
Armaʁm
gibɡiːp
Heldenkraft
usw
.
Sozoː
kündeˈkʏndə
nunnuːn
deindaɪ̯n
wahr'
Gerichtɡəˈʁɪçt
,
duduː
Herrhɛʁ
undʊnt
Gottɡɔt
,
nunnuːn
zögreˈt͡søːɡʁə
nichtnɪçt
!
Diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Segneˈzeːɡnə
ihniːn
!
Herrhɛʁ
,
meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
!
Segneˈzeːɡnə
ihniːn
!
Alle treten unter grosser feierlicher Aufmerksamkeit an ihre Plätze zurück. Die sechs Kampfzeugen bleiben bei ihren Speeren dem Ringe zunächst, die übrigen Männer stellen sich in geringerer Weite um ihn her. Elsa und die Frauen im Vordergrund unter der Eiche beim König. Auf des Heerrufers Zeichen blasen die Heerhornbläser den Kampfruf. Lohengrin und Friedrich vollenden ihre Waffenrüstung.
Der König zieht sein Schwert und schlägt damit dreimal an den an der Eiche aufgehängten Schild.
Beim ersten Schlage nehmen Lohengrin und Friedrich die Kampfstellung ein; beim zweiten ziehen sie die Schwerter und legen sich aus; beim dritten Schlage beginnen sie den Kampf.
Lohengrin greift zuerst an. Nach mehreren ungestümen Gängen streckt er mit einem weitausgeholten Streiche seinen Gegner zu Boden. Friedrich versucht sich wieder zu erheben, taumelt einige Schritte zurück und stürzt zu Boden. Mit Friedrichs Fall ziehen die Sachsen und Thüringer ihre Schwerter aus der Erde, die Brabanter nehmen die ihrigen auf.
das Schwert auf Friedrichs Hals setzend
LOHENGRIN
Durchdʊʁç
Gottesˈɡɔtəs
Siegziːk
istɪst
jetztjɛt͡st
deindaɪ̯n
Lebenˈleːbm̩
meinmaɪ̯n
:
von ihm ablassend
LOHENGRIN
Ichɪç
schenk'
eseːs
dirdiːɐ̯
,
mögst
duduː
derdeːɐ̯
Reu'
eseːs
weihn
!
Der König nimmt seinen Schild von der Eiche. Alle Männer stossen ihre Schwerter in die Scheiden. Die Kampfzeugen ziehen die Speere aus der Erde. Jubelnd brechen alle Edlen und Männer in den vorherigen Kampfkreis, so dass dieser von der Masse dicht erfüllt wird.
LOHENGRIN
ALLEˈalə
MÄNNERˈmɛnɐ
undʊnt
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Siegziːk
!
Siegziːk
!
Siegziːk
!
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
,
Heilhaɪ̯l
!
sein Schwert ebenfalls in die Scheide stossend
KÖNIG HEINRICH
Siegziːk
!
Siegziːk
!
ELSA
O
fänd'
ichɪç
Jubelweisen
,
deinemˈdaɪ̯nəm
Ruhmeˈʁuːmə
gleichɡlaɪ̯ç
,
dichdɪç
würdigˈvʏʁdɪk
zut͡suː
preisenˈpʁaɪ̯zn̩
,
anaːˈʔɛn
höchstemˈhøːçstəm
Lobeˈloːbə
reichʁaɪ̯ç
!
Iniˈʔɛn
dirdiːɐ̯
mussmʊs
ichɪç
vergehenˌfɛɐ̯ˈɡeːən
,
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
schwind'
ichɪç
dahindaˈhɪn
,
sollzɔl
ichɪç
michmɪç
seligˈzeːlɪk
sehenˈzeːən
,
nimmnɪm
allesˈaləs
,
wasvas
ichɪç
binbɪn
!
Der König führt Elsa Lohengrin zu, sie sinkt an Lohengrins Brust.
ELSA
KÖNIGˈkøːnɪk
HEINRICHˈhaɪ̯nʁɪç
undʊnt
diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Ertöneɛɐ̯ˈtøːnə
,
Siegesweise
,
demdeːm
Heldenˈhɛldn̩
lautlaʊ̯t
zumt͡sʊm
höchstenˈhøːçstn̩
Preiseˈpʁaɪ̯zə
!
Ruhmʁuːm
deinerˈdaɪ̯nɐ
Fahrtfaːɐ̯t
!
Preispʁaɪ̯s
deinemˈdaɪ̯nəm
Kommenˈkɔmən
!
Heilhaɪ̯l
deinerˈdaɪ̯nɐ
Artaːɐ̯t
,
Schützerˈʃʏt͡sɐ
derdeːɐ̯
Frommenˈfʁɔmən
!
Duduː
hasthast
gewahrtɡəˈvaːɐ̯t
dasdas
Rechtʁɛçt
derdeːɐ̯
Frommenˈfʁɔmən
,
Preispʁaɪ̯s
deinemˈdaɪ̯nəm
Kommenˈkɔmən
,
Heilhaɪ̯l
deinerˈdaɪ̯nɐ
Artaːɐ̯t
!
Dichdɪç
nurnuːɐ̯
besingenˈbeːzɪŋən
wirviːɐ̯
,
dirdiːɐ̯
schallenˈʃalən
unsreˈʊn.zʁə
Liederˈliːdɐ
!
Nieniː
kehrtkeːɐ̯t
einaɪ̯n
Heldhɛlt
gleichɡlaɪ̯ç
dirdiːɐ̯
zut͡suː
diesenˈdiːzn̩
Landenˈlandn̩
wiederˈviːdɐ
!
die Friedrichs Fall mit Wut gesehen, den finsteren Blick unverwandt auf Lohengrin geheftet
ORTRUD
Werveːɐ̯
ist's
,
derdeːɐ̯
ihniːn
geschlagenɡəˈʃlaːɡn̩
,
durchdʊʁç
dendeːn
ichɪç
machtlosˈmaxtloːs
binbɪn
?
KÖNIG HEINRICH
Preispʁaɪ̯s
deinerˈdaɪ̯nɐ
Fahrtfaːɐ̯t
!
Heilhaɪ̯l
deinerˈdaɪ̯nɐ
Artaːɐ̯t
!
Elsa von seiner Brust erhebend
LOHENGRIN
Dendeːn
Siegziːk
hab'
ichɪç
erstrittenɛɐ̯ˈʃtʁɪtn̩
durchdʊʁç
deineˈdaɪ̯nə
Rein'
alleinaˈlaɪ̯n
;
nunnuːn
sollzɔl
,
wasvas
duduː
gelittenɡəˈlɪtn̩
,
dirdiːɐ̯
reichʁaɪ̯ç
vergoltenfɛɐ̯ˈɡɔltn̩
seinzaɪ̯n
!
usw.
DIE FRAUEN
Wovoː
fänd'
ichɪç
Jubelweisen
,
seinemˈzaɪ̯nəm
Ruhmeˈʁuːmə
gleichɡlaɪ̯ç
,
ihniːn
würdigˈvʏʁdɪk
zut͡suː
preisenˈpʁaɪ̯zn̩
,
anaːˈʔɛn
höchstemˈhøːçstəm
Lobeˈloːbə
reichʁaɪ̯ç
!
Duduː
hasthast
gewahrtɡəˈvaːɐ̯t
usw.
ALLE MÄNNER
Duduː
hasthast
gewahrtɡəˈvaːɐ̯t
usw.
ELSA
O
fänd'
ichɪç
Jubelweisen
usw.
KÖNIG HEINRICH
Heilhaɪ̯l
seizaɪ̯
deinerˈdaɪ̯nɐ
Fahrtfaːɐ̯t
usw.
ORTRUD
Werveːɐ̯
ist's
,
derdeːɐ̯
ihniːn
geschlagenɡəˈʃlaːɡn̩
usw.
ORTRUD
Sollt'
ichɪç
vorfoːɐ̯
ihmiːm
verzagenfɛɐ̯ˈt͡saːɡn̩
,
wär'
allaːʔɛlˈʔɛl
meinmaɪ̯n
Hoffenˈhɔfn̩
hinhɪn
?
usw.
sich am Boden qualvoll windend
FRIEDRICH
Wehveː
,
michmɪç
hathat
Gottɡɔt
geschlagenɡəˈʃlaːɡn̩
,
durchdʊʁç
ihniːn
ichɪç
sieglos
binbɪn
!
Amaːm
Heilhaɪ̯l
mussmʊs
ichɪç
verzagenfɛɐ̯ˈt͡saːɡn̩
,
meinmaɪ̯n
Ruhmʁuːm
undʊnt
Ehr'
istɪst
hinhɪn
!
usw.
Friedrich sinkt zu Ortruds Füssen ohnmächtig zusammen. Junge Sachsen erheben Lohengrin auf seinen Schild und Brabanter Elsa auf den Schild des Königs, auf welchen zuvor mehrere ihre Mäntel ausgebreitet haben; so werden beide unter Jauchzen davongetragen.
ZWEITER AKT
In der Burg von Antwerpen. In der Mitte des Hintergrundes der Palas (Ritterwohnung), links im Vordergrunde die Kemenate (Frauenwohnung); rechts im Vordergrunde die Pforte des Münsters; ebenda im Hintergrunde das Turmtor. Es ist Nacht. Die Fenster des Palas sind hell erleuchtet; aus dem Palas hört man jubelnde Musik, Hörner und Posaunen klingen lustig daraus her.
Auf den Stufen zur Münsterpforte sitzen Friedrich und Ortrud, beide in düsterer, ärmlicher Kleidung. Ortrud, die Arme auf die Knie gestützt, heftet unverwandt ihr Auge auf die leuchtenden Fenster des Palas; Friedrich blickt finster zur Erde.
erhebt sich rasch
FRIEDRICH
Erhebeɛɐ̯ˈheːbə
dichdɪç
,
Genossinɡəˈnɔsɪn
meinerˈmaɪ̯nɐ
Schmachʃmaːx
!
Derdeːɐ̯
jungeˈjʊŋə
Tagtaːk
darfdaʁf
hierhiːɐ̯
unsʊns
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
sehnzeːn
.
ohne ihre Stellung zu ändern
ORTRUD
Ichɪç
kannkan
nichtnɪçt
fortfoːɐ̯
,
hierherˈhiːɐ̯ˈheːɐ̯
binbɪn
ichɪç
gebanntɡəˈbant
.
Ausaʊ̯s
diesemˈdiːzm̩
Glanzɡlant͡s
desdɛs
Festesˈfɛstəs
unsrerˈʔʊnzɐ
Feindeˈfaɪ̯ndə
lasslas
saugenˈzaʊ̯ɡn̩
michmɪç
einaɪ̯n
furchtbarˈfʊʁçtbaːɐ̯
tödlichˈtøːtlɪç
Giftɡɪft
,
dasdas
unsreˈʊn.zʁə
Schmachʃmaːx
undʊnt
ihreˈiːʁə
Freudenˈfʁɔɪ̯dn̩
endeˈɛndə
!
finster vor Ortrud hintretend
FRIEDRICH
Duduː
fürchterlichesˈfʏʁçtɐlɪçəs
Weibvaɪ̯p
,
wasvas
banntbant
michmɪç
nochnɔx
iniˈʔɛn
deineˈdaɪ̯nə
Näheˈnɛːə
?
Warumvaˈʁʊm
lasslas
ichɪç
dichdɪç
nichtnɪçt
alleinaˈlaɪ̯n
undʊnt
flieheˈfliːə
fortfoːɐ̯
,
dahindaˈhɪn
,
dahindaˈhɪn
,
wovoː
meinmaɪ̯n
Gewissenɡəˈvɪsn̩
Ruheˈʁuːə
wiederˈviːdɐ
fänd'
!
Durchdʊʁç
dichdɪç
musst'
ichɪç
verlierenfɛɐ̯ˈliːʁən
mein'
Ehreːɐ̯
,
allaːʔɛlˈʔɛl
meinenˈmaɪ̯nn̩
Ruhmʁuːm
;
nieniː
sollzɔl
michmɪç
Lobloːp
mehrmeːɐ̯
zierenˈt͡siːʁən
,
Schmachʃmaːx
istɪst
meinmaɪ̯n
Heldentumˈhɛldn̩tuːm
!
Diedaɪ
Achtaxt
istɪst
mirmiːɐ̯
gesprochenɡəˈʃpʁɔxn̩
,
zertrümmertt͡sɛɐ̯ˈtʁʏmɐt
liegtliːkt
meinmaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
,
meinmaɪ̯n
Wappenˈvapn̩
wardvaʁt
zerbrochent͡sɛɐ̯ˈbʁɔxn̩
,
verfluchtfɛɐ̯ˈfluːxt
meinmaɪ̯n
Vaterherd
!
Wohinvoˈhɪn
ichɪç
nunnuːn
michmɪç
wendeˈvɛndə
,
geflohn
,
gefemt
binbɪn
ichɪç
;
dassdas
ihniːn
meinmaɪ̯n
Blickblɪk
nichtnɪçt
schändeˈʃɛndə
,
fliehtfliːt
selbstzɛlpst
derdeːɐ̯
Räuberˈʁɔɪ̯bɐ
michmɪç
!
Durchdʊʁç
dichdɪç
musst'
ichɪç
verlierenfɛɐ̯ˈliːʁən
usw
.
O
hätt'
ichɪç
Todtoːt
erkorenɛɐ̯ˈkoːʁən
,
dadaː
ichɪç
sozoː
elendˈeːlɛnt
binbɪn
!
Meinmaɪ̯n
Ehr'
hab'
ichɪç
verlorenfɛɐ̯ˈloːʁən
,
meinmaɪ̯n
Ehr'
,
meinmaɪ̯n
Ehr'
istɪst
hinhɪn
!
Er stürzt, von Schmerz überwältigt, zu Boden. Musik aus dem Palas
immer in ihrer ersten Stellung, während Friedrich sich erhebt
ORTRUD
Wasvas
machtmaxt
dichdɪç
iniˈʔɛn
sozoː
wilderˈvɪldɐ
Klageˈklaːɡə
dochdɔx
vergehn
?
FRIEDRICH
Dassdas
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Waffeˈvafə
selbstzɛlpst
geraubtɡəˈʁaʊ̯pt
,
mit einer heftigen Bewegung gegen Ortrud
FRIEDRICH
mitmɪt
derdeːɐ̯
ichɪç
dichdɪç
erschlüg'
!
ORTRUD
Friedreicher
Grafɡʁaːf
vonfɔn
Telramund
!
Weshalbvɛsˈhalp
misstraustmɪsˈtʁaʊ̯st
duduː
mirmiːɐ̯
?
FRIEDRICH
Duduː
fragstfʁaːkst
?
War's
nichtnɪçt
deindaɪ̯n
Zeugnisˈt͡sɔɪ̯knɪs
,
deineˈdaɪ̯nə
Kundeˈkʊndə
,
diedaɪ
michmɪç
bestricktbəˈʃtʁɪkt
,
diedaɪ
Reineˈʁaɪ̯nə
zut͡suː
verklagenfɛɐ̯ˈklaːɡn̩
?
Diedaɪ
duduː
imiˈʔɛm
düstren
Waldvalt
zut͡suː
Haushaʊ̯s
,
logstloːkst
duduː
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
,
vonfɔn
deinemˈdaɪ̯nəm
wildenˈvɪldn̩
Schlosseˈʃlɔsə
ausaʊ̯s
diedaɪ
Untatˈʊnˌtaːt
habestˈhaːbəst
duduː
verübenfɛɐ̯ˈʔyːbm̩
sehnzeːn
mitmɪt
eignemˈaɪ̯ɡən
Aug'
,
wieviː
Elsaˈʔɛlza
selbstzɛlpst
dendeːn
Bruderˈbʁuːdɐ
imiˈʔɛm
Weiherˈvaɪ̯ɐ
dortdɔʁt
ertränktɛɐ̯ˈtʁɛŋkt
?
Umstricktestʊmˈʃtʁɪktəst
duduː
meinmaɪ̯n
stolzesˈʃtɔlt͡səs
Herzhɛʁt͡s
durchdʊʁç
diedaɪ
Weissagungˈvaɪ̯sˌzaːɡʊŋ
nichtnɪçt
,
baldbalt
würdeˈvʏʁdə
Radbods
alterˈaltɐ
Fürstenstamm
vonfɔn
neuemˈnɔɪ̯əm
grünenˈɡʁyːnən
undʊnt
herrschenˈhɛʁʃn̩
iniˈʔɛn
Brabantbʁaˈbant
?
Bewogstbəˈvoːkst
duduː
sozoː
michmɪç
nichtnɪçt
,
vonfɔn
Elsas
Handhant
,
derdeːɐ̯
Reinenˈʁaɪ̯nən
,
abzustehn
undʊnt
dichdɪç
zumt͡sʊm
Weibvaɪ̯p
zut͡suː
nehmenˈneːmən
,
weilvaɪ̯l
duduː
Radbods
letzterˈlɛt͡stɐ
Sprossʃpʁɔs
?
leise, doch grimmig
ORTRUD
Haha
,
wieviː
tödlichˈtøːtlɪç
duduː
michmɪç
kränkstkʁɛŋkst
!
laut
ORTRUD
Diesdaɪs
allesˈaləs
,
jajaː
,
ichɪç
sagt'
undʊnt
zeugt'
eseːs
dirdiːɐ̯
!
FRIEDRICH
Undʊnt
machtestˈmaxtəst
michmɪç
,
dess'
Nameˈnaːmə
hochgeehrt
,
dess'
Lebenˈleːbm̩
allerˈalɐ
höchstenˈhøːçstn̩
Tugendˈtuːɡn̩t
Preispʁaɪ̯s
,
zut͡suː
deinerˈdaɪ̯nɐ
Lügeˈlyːɡə
schändlichemˈʃɛntlɪçm̩
Genossenɡəˈnɔsn̩
?
ORTRUD
Werveːɐ̯
logloːk
?
FRIEDRICH
Duduː
!
Hathat
nichtnɪçt
durchdʊʁç
seinzaɪ̯n
Gerichtɡəˈʁɪçt
Gottɡɔt
michmɪç
dafürdaˈfyːɐ̯
geschlagenɡəˈʃlaːɡn̩
?
ORTRUD
Gottɡɔt
?
FRIEDRICH
Entsetzlichɛntˈzɛt͡slɪç
!
Wieviː
tönttøːnt
ausaʊ̯s
deinemˈdaɪ̯nəm
Mundeˈmʊndə
furchtbarˈfʊʁçtbaːɐ̯
derdeːɐ̯
Nameˈnaːmə
!
ORTRUD
Haha
,
nennstnɛnst
duduː
deineˈdaɪ̯nə
Feigheitˈfaɪ̯khaɪ̯t
Gottɡɔt
?
FRIEDRICH
Ortrud
!
ORTRUD
Willstvɪlst
duduː
mirmiːɐ̯
drohndʁoːn
?
Mirmiːɐ̯
,
einemˈaɪ̯nəm
Weibeˈvaɪ̯bə
drohndʁoːn
?
O
Feigerˈfaɪ̯ɡɐ
!
Hättestˈhɛtəst
duduː
sozoː
grimmigˈɡʁɪmɪk
ihmiːm
gedrohtɡəˈdʁoːt
,
derdeːɐ̯
jetztjɛt͡st
dichdɪç
iniˈʔɛn
dasdas
Elendˈeːlɛnt
schicktʃɪkt
,
wohlvoːl
hättestˈhɛtəst
Siegziːk
fürfyːɐ̯
Schandeˈʃandə
duduː
erkauftɛɐ̯ˈkaʊ̯ft
!
Haha
,
werveːɐ̯
ihmiːm
zut͡suː
entgegnenɛntˈɡeːɡnən
wüsst
,
derdeːɐ̯
fänd'
ihniːn
schwächerˈʃvɛçɐ
alsals
einaɪ̯n
Kindkɪnt
!
FRIEDRICH
Jejeː
schwächerˈʃvɛçɐ
ereːɐ̯
,
destoˈdɛsto
gewalt'ger
kämpfteˈkɛmp͡ftə
Gottesˈɡɔtəs
Kraftkʁaft
!
ORTRUD
Gottesˈɡɔtəs
Kraftkʁaft
?
Haha
,
haha
!
Gibɡiːp
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Machtmaxt
,
undʊnt
sicherˈzɪçɐ
zeig'
ichɪç
dirdiːɐ̯
,
welchvɛlç
schwacherˈʃvaxɐ
Gottɡɔt
eseːs
istɪst
,
derdeːɐ̯
ihniːn
beschütztbəˈʃʏt͡st
.
von Schauer ergriffen
FRIEDRICH
Duduː
wildeˈvɪldə
Seherinˈzeːəʁɪn
,
wieviː
willstvɪlst
duduː
dochdɔx
geheimnisvollɡəˈhaɪ̯mnɪsˌfɔl
dendeːn
Geistɡaɪ̯st
mirmiːɐ̯
neunɔɪ̯
berückenbəˈʁʏkn̩
?
auf den Palas deutend, in dem das Licht verlöscht ist
ORTRUD
Diedaɪ
Schwelger
strecktenˈʃtʁɛktn̩
sichzɪç
zurt͡suːɐ̯
üpp'gen
Ruh'
.
Setzzɛt͡s
dichdɪç
zurt͡suːɐ̯
Seiteˈzaɪ̯tə
mirmiːɐ̯
!
Diedaɪ
Stund'
istɪst
dadaː
,
wovoː
dirdiːɐ̯
meinmaɪ̯n
Seherauge
leuchtenˈlɔɪ̯çtn̩
sollzɔl
!
Während des Folgenden nähert sich Friedrich, wie unheimlich von ihr angezogen, Ortrud immer mehr und neigt sein Ohr aufmerksam zu ihr herab
ORTRUD
Weisstvaɪ̯st
duduː
,
werveːɐ̯
dieserˈdiːzɐ
Heldhɛlt
,
dendeːn
hierhiːɐ̯
einaɪ̯n
Schwanʃvaːn
gezogenɡəˈt͡soːɡn̩
anaːˈʔɛn
dasdas
Landlant
?
FRIEDRICH
Neinnaɪ̯n
!
ORTRUD
Wasvas
gäbstɡɛːpst
duduː
dochdɔx
,
eseːs
zut͡suː
erfahrenɛɐ̯ˈfaːʁən
,
wennvɛn
ichɪç
dirdiːɐ̯
sag'
:
Istɪst
ereːɐ̯
gezwungenɡəˈt͡svʊŋən
,
zut͡suː
nennenˈnɛnən
,
wieviː
seinzaɪ̯n
Nam'
undʊnt
Artaːɐ̯t
,
allaːʔɛlˈʔɛl
seineˈzaɪ̯nə
Machtmaxt
zut͡suː
Endeˈɛndə
istɪst
,
diedaɪ
mühvoll
ihmiːm
einaɪ̯n
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
leihtlaɪ̯t
?
FRIEDRICH
Haha
!
Danndan
begriffbəˈɡʁɪf
ichɪç
seinzaɪ̯n
Verbotfɛɐ̯ˈboːt
!
ORTRUD
Nunnuːn
hörhøːɐ̯
!
Niemandˈniːmant
hierhiːɐ̯
hathat
Gewaltɡəˈvalt
,
ihmiːm
dasdas
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
zut͡suː
entreissenɛntˈʁaɪ̯sən
,
alsals
diedaɪ
,
derdeːɐ̯
ereːɐ̯
sozoː
strengʃtʁɛŋ
verbotfɛɐ̯ˈboːt
,
diedaɪ
Frageˈfʁaːɡə
jejeː
anaːˈʔɛn
ihniːn
zut͡suː
tuntjuːn
.
FRIEDRICH
Sozoː
gält'
eseːs
,
Elsaˈʔɛlza
zut͡suː
verleitenfɛɐ̯ˈlaɪ̯tn̩
,
dassdas
sieziː
diedaɪ
Frag'
ihmiːm
nichtnɪçt
erliess'
?
ORTRUD
Haha
,
wieviː
begreifstbəˈɡʁaɪ̯fst
duduː
schnellʃnɛl
undʊnt
wohlvoːl
!
FRIEDRICH
Dochdɔx
wieviː
sollzɔl
dasdas
gelingenɡəˈlɪŋən
?
ORTRUD
Hörhøːɐ̯
!
Vorfoːɐ̯
allemˈaləm
gilt's
,
vonfɔn
hinnenˈhɪnən
nichtnɪçt
zut͡suː
fliehn
;
drumdʁʊm
schärfeˈʃɛʁfə
deinenˈdaɪ̯nən
Witzvɪt͡s
!
Gerechtenɡəˈʁɛçtn̩
Argwohnˈaʁkˌvoːn
ihriːɐ̯
zut͡suː
weckenˈvɛkn̩
,
tritttʁɪt
vorfoːɐ̯
,
klagklaːk
ihniːn
desdɛs
Zaubersˈt͡saʊ̯bɐs
anaːˈʔɛn
,
mitmɪt
demdeːm
ereːɐ̯
dasdas
Gerichtɡəˈʁɪçt
getäuschtɡəˈtɔɪ̯ʃt
!
FRIEDRICH
Haha
!
Trugtʁuːk
undʊnt
Zaubersˈt͡saʊ̯bɐs
Listlɪst
!
ORTRUD
Missglückt's
,
sozoː
bleibtblaɪ̯pt
einaɪ̯n
Mittelˈmɪtl̩
derdeːɐ̯
Gewaltɡəˈvalt
!
FRIEDRICH
Gewaltɡəˈvalt
?
ORTRUD
Umsonstʊmˈzɔnst
nichtnɪçt
binbɪn
ichɪç
iniˈʔɛn
geheimstenɡəˈhaɪ̯mstn̩
Künstenˈkʏnstn̩
tieftiːf
erfahrenɛɐ̯ˈfaːʁən
;
drumdʁʊm
achteˈaxtə
wohlvoːl
,
wasvas
ichɪç
dirdiːɐ̯
sageˈzaːɡə
!
Jed'
Wesenˈveːzn̩
,
dasdas
durchdʊʁç
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
starkʃtaʁk
,
wirdvɪʁt
ihmiːm
desdɛs
Leibesˈlaɪ̯bəs
kleinstesˈklaɪ̯nstəs
Gliedɡliːt
entrissenɛntˈʁɪsn̩
nurnuːɐ̯
,
mussmʊs
sichzɪç
alsbaldalsˈbalt
ohnmächtigˈoːnˌmɛçtɪk
zeigenˈt͡saɪ̯ɡn̩
,
wieviː
eseːs
istɪst
.
FRIEDRICH
Haha
,
sprächstʃpʁɛːçst
duduː
wahrvaːɐ̯
!
ORTRUD
O
hättestˈhɛtəst
duduː
imiˈʔɛm
Kampfkamp͡f
nurnuːɐ̯
einenˈaɪ̯nən
Fingerˈfɪŋɐ
ihmiːm
,
jajaː
,
einesˈaɪ̯nəs
Fingersˈfɪŋɐs
Gliedɡliːt
entschlagenɛntˈʃlaːɡn̩
,
derdeːɐ̯
Heldhɛlt
-
ereːɐ̯
warvaːɐ̯
iniˈʔɛn
deinerˈdaɪ̯nɐ
Machtmaxt
!
FRIEDRICH
Entsetzlichɛntˈzɛt͡slɪç
!
Haha
,
wasvas
lässest
duduː
michmɪç
hörenˈhøːʁən
!
Durchdʊʁç
Gottɡɔt
geschlagenɡəˈʃlaːɡn̩
wähnt'
ichɪç
michmɪç
:
Nunnuːn
liess
durchdʊʁç
Trugtʁuːk
sichzɪç
dasdas
Gerichtɡəˈʁɪçt
betörenbəˈtøːʁən
,
durchdʊʁç
Zaubersˈt͡saʊ̯bɐs
Listlɪst
verlorfɛɐ̯ˈloːɐ̯
mein'
Ehreˈeːʁə
ichɪç
!
Dochdɔx
meineˈmaɪ̯nə
Schandeˈʃandə
könnt'
ichɪç
rächenˈʁɛçn̩
,
bezeugenbəˈt͡sɔɪ̯ɡn̩
könnt'
ichɪç
meineˈmaɪ̯nə
Treu'
?
Desdɛs
Buhlenˈbuːlən
Trugtʁuːk
,
ichɪç
könnt'
ihniːn
brechenˈbʁɛçn̩
,
undʊnt
meineˈmaɪ̯nə
Ehr'
gewänn'
ichɪç
neunɔɪ̯
?
O
Weibvaɪ̯p
,
dasdas
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Nachtnaxt
ichɪç
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
seh'
,
betrügstbəˈtʁyːkst
duduː
jetztjɛt͡st
michmɪç
nochnɔx
,
danndan
wehveː
dirdiːɐ̯
!
Wehveː
!
ORTRUD
Haha
,
wieviː
duduː
rasestˈʁaːzəst
!
Ruhigˈʁuːɪk
undʊnt
besonnenbəˈzɔnən
!
Sozoː
lehr'
ichɪç
dichdɪç
derdeːɐ̯
Racheˈʁaxə
süsseˈzyːsə
Wonnenˈvɔnən
!
Friedrich setzt sich langsam an Ortruds Seite auf die Stufen nieder
ORTRUD
ORTRUD
undʊnt
FRIEDRICHˈfʁiːdʁɪç
Derdeːɐ̯
Racheˈʁaxə
Werkvɛʁk
seizaɪ̯
nunnuːn
beschworenbəˈʃvoːʁən
ausaʊ̯s
meinesˈmaɪ̯nəs
Busensˈbuːzn̩s
wilderˈvɪldɐ
Nachtnaxt
!
Diedaɪ
ihriːɐ̯
iniˈʔɛn
süssem
Schlafʃlaːf
verlorenfɛɐ̯ˈloːʁən
,
wisstvɪst
,
dassdas
fürfyːɐ̯
euchɔɪ̯ç
dasdas
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
wachtvaxt
!
Elsa, in weissem Gewande, erscheint auf dem Söller; sie tritt an die Brüstungund lehnt den Kopf auf die Hand
ELSA
Euchɔɪ̯ç
Lüftenˈlʏftn̩
,
diedaɪ
meinmaɪ̯n
Klagenˈklaːɡn̩
sozoː
traurigˈtʁaʊ̯ʁɪk
oftɔft
erfülltɛɐ̯ˈfʏlt
,
euchɔɪ̯ç
mussmʊs
ichɪç
dankendˈdaŋkn̩t
sagenˈzaːɡn̩
,
wieviː
sichzɪç
meinmaɪ̯n
Glückɡlʏk
enthülltɛntˈhʏlt
!
ORTRUD
Sieziː
istɪst
eseːs
!
FRIEDRICH
Elsaˈʔɛlza
!
ELSA
Durchdʊʁç
euchɔɪ̯ç
kamkaːm
ereːɐ̯
gezogenɡəˈt͡soːɡn̩
,
ihriːɐ̯
lächeltetˈlɛçl̩tət
derdeːɐ̯
Fahrtfaːɐ̯t
,
aufaʊ̯f
wildenˈvɪldn̩
Meereswogen
habthaːpt
ihriːɐ̯
ihniːn
treutʁɔɪ̯
bewahrtbəˈvaːɐ̯t
.
ORTRUD
Derdeːɐ̯
Stundeˈʃtʊndə
sollzɔl
sieziː
fluchenˈfluːxn̩
,
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
sieziː
jetztjɛt͡st
meinmaɪ̯n
Blickblɪk
gewahrtɡəˈvaːɐ̯t
!
ELSA
Zut͡suː
trocknenˈtʁɔknən
meineˈmaɪ̯nə
Zährenˈt͡sɛːʁən
hab'
ichɪç
euchɔɪ̯ç
oftɔft
gemühtɡəˈmyːt
;
wolltvɔlt
Kühlungˈkyːlʊŋ
nurnuːɐ̯
gewährenɡəˈvɛːʁən
derdeːɐ̯
Wang'
,
iniˈʔɛn
Lieb'
erglühtɛɐ̯ˈɡlyːt
!
zu Friedrich
ORTRUD
Hinwegˈhɪnˌveːk
!
Entfern'
einaɪ̯n
kleinesˈklaɪ̯nəs
dichdɪç
vonfɔn
hierhiːɐ̯
!
FRIEDRICH
Warumvaˈʁʊm
?
ORTRUD
Sieziː
istɪst
fürfyːɐ̯
michmɪç
-
ihriːɐ̯
Heldhɛlt
gehöreɡəˈhøːʁə
dirdiːɐ̯
!
Friedrich entfernt sich und verschwindet im Hintergrunde.
ELSA
Wolltvɔlt
Kühlungˈkyːlʊŋ
nurnuːɐ̯
gewährenɡəˈvɛːʁən
derdeːɐ̯
Wang'
,
iniˈʔɛn
Lieb'
erglühtɛɐ̯ˈɡlyːt
!
Iniˈʔɛn
Liebeˈliːbə
!
in ihrer bisherigen Stellung verbleibend
ORTRUD
Elsaˈʔɛlza
!
ELSA
Werveːɐ̯
ruftʁuːft
?
Wieviː
schauerlichˈʃaʊ̯ɐlɪç
undʊnt
klagendˈklaːɡn̩t
ertöntɛɐ̯ˈtøːnt
meinmaɪ̯n
Nameˈnaːmə
durchdʊʁç
diedaɪ
Nachtnaxt
?
ORTRUD
Elsaˈʔɛlza
!
Istɪst
meineˈmaɪ̯nə
Stimmeˈʃtɪmə
dirdiːɐ̯
sozoː
fremdfʁɛmt
?
Willstvɪlst
duduː
diedaɪ
Armeˈaʁmə
ganzɡant͡s
verleugnenfɛɐ̯ˈlɔɪ̯ɡnən
,
diedaɪ
duduː
insɪns
fernsteˈfɛʁnstə
Elendˈeːlɛnt
schickstʃɪkst
?
ELSA
Ortrud
!
Bistbɪst
du's
?
Wasvas
machstmaxst
duduː
hierhiːɐ̯
,
unglücklichˈʊnˌɡlʏklɪç
Weibvaɪ̯p
?
ORTRUD
»
Unglücklichˈʊnˌɡlʏklɪç
Weibvaɪ̯p
!«
Wohlvoːl
hasthast
duduː
rechtʁɛçt
,
sozoː
michmɪç
zut͡suː
nennenˈnɛnən
!
Iniˈʔɛn
fernerˈfɛʁnɐ
Einsamkeitˈaɪ̯nzaːmkaɪ̯t
desdɛs
Waldesˈvaldəs
,
wovoː
stillʃtɪl
undʊnt
friedsamˈfʁiːtzaːm
ichɪç
gelebtɡəˈleːpt
,
wasvas
tattaːt
ichɪç
dirdiːɐ̯
?
Wasvas
tattaːt
ichɪç
dirdiːɐ̯
?
Freudlosˈfʁɔɪ̯tˌloːs
,
dasdas
Unglückˈʊnˌɡlʏk
nurnuːɐ̯
beweinendbəˈvaɪ̯nənt
,
dasdas
langlaŋ
belastetbəˈlastət
meinenˈmaɪ̯nn̩
Stammʃtam
,
wasvas
tattaːt
ichɪç
dirdiːɐ̯
?
Wasvas
tattaːt
ichɪç
dirdiːɐ̯
?
ELSA
Umʊm
Gottɡɔt
,
wasvas
klagestˈklaːɡəst
duduː
michmɪç
anaːˈʔɛn
?
Warvaːɐ̯
ichɪç
eseːs
,
diedaɪ
dirdiːɐ̯
Leidlaɪ̯t
gebrachtɡəˈbʁaxt
?
ORTRUD
Wieviː
könntestˈkœntəst
duduː
fürwahrfyːɐ̯ˈvaːɐ̯
mirmiːɐ̯
neidenˈnaɪ̯dn̩
dasdas
Glückɡlʏk
,
dassdas
michmɪç
zumt͡sʊm
Weibvaɪ̯p
erwähltɛɐ̯ˈvɛːlt
derdeːɐ̯
Mannman
,
dendeːn
duduː
sozoː
gernɡɛʁn
verschmähtfɛɐ̯ˈʃmɛːt
?
ELSA
Allgüt'ger
Gottɡɔt
!
Wasvas
sollzɔl
mirmiːɐ̯
dasdas
?
ORTRUD
Musst'
ihniːn
unsel'ger
Wahnvaːn
betörenbəˈtøːʁən
,
dichdɪç
Reineˈʁaɪ̯nə
einerˈaɪ̯nɐ
Schuldʃʊlt
zut͡suː
zeihn
-
vonfɔn
Reu'
istɪst
nunnuːn
seinzaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
zerrissent͡sɛɐ̯ˈʁɪsn̩
,
zut͡suː
grimmer
Buss'
istɪst
ereːɐ̯
verdammtfɛɐ̯ˈdamt
.
ELSA
Gerechterɡəˈʁɛçtɐ
Gottɡɔt
!
ORTRUD
Ohoː
,
duduː
bistbɪst
glücklichˈɡlʏklɪç
!
Nachnaːx
kurzemˈkʊʁt͡sm̩
,
unschuldsüssem
Leidenˈlaɪ̯dn̩
siehstziːst
lächelnˈlɛçl̩n
duduː
dasdas
Lebenˈleːbm̩
nurnuːɐ̯
;
vonfɔn
mirmiːɐ̯
darfstdaʁfst
seligˈzeːlɪk
duduː
dichdɪç
scheidenˈʃaɪ̯dn̩
,
michmɪç
schickstʃɪkst
duduː
aufaʊ̯f
desdɛs
Todesˈtoːdəs
Spurʃpuːɐ̯
,
dassdas
meinesˈmaɪ̯nəs
Jammersˈjamɐs
trüberˈtʁyːbɐ
Scheinʃaɪ̯n
nieniː
kehr'
iniˈʔɛn
deineˈdaɪ̯nə
Festeˈfɛstə
einaɪ̯n
!
ELSA
Wieviː
schlechtʃlɛçt
ichɪç
deineˈdaɪ̯nə
Güteˈɡyːtə
prieseˈpʁiːzə
,
Allmächt'ger
,
derdeːɐ̯
michmɪç
sozoː
beglücktbəˈɡlʏkt
,
wennvɛn
ichɪç
dasdas
Unglückˈʊnˌɡlʏk
vonfɔn
mirmiːɐ̯
stiesse[ˈʃtoːsn̩]
,
dasdas
sichzɪç
imiˈʔɛm
Staubeˈʃtaʊ̯bə
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
bücktbʏkt
!
O
nimmerˈnɪmɐ
!
Ortrud
!
Harreˈhaʁə
meinmaɪ̯n
!
Ichɪç
selberˈzɛlbɐ
lasslas
dichdɪç
zut͡suː
mirmiːɐ̯
einaɪ̯n
!
Sie eilt in die Kemenate zurück.
springt in wilder Begeisterung von den Stufen auf
ORTRUD
Entweihteɛntˈvaɪ̯tə
Götterˈɡœtɐ
!
Helfthɛlft
jetztjɛt͡st
meinerˈmaɪ̯nɐ
Racheˈʁaxə
!
Bestraftbəˈʃtʁaːft
diedaɪ
Schmachʃmaːx
,
diedaɪ
hierhiːɐ̯
euchɔɪ̯ç
angetanˈanɡəˌtaːn
!
Stärktʃtɛʁkt
michmɪç
imiˈʔɛm
Diensteˈdiːnstə
eurerˈɔʏ̯ɐ
heil'gen
Sacheˈzaxə
!
Vernichtetfɛɐ̯ˈnɪçtət
derdeːɐ̯
Abtrünn'gen
schnödenˈʃnøːdn̩
Wahnvaːn
!
Wodanˈvoːdaːn
!
Dichdɪç
Starkenˈʃtaʁkn̩
rufeˈʁuːfə
ichɪç
!
Freiaˈfʁeɪ̯a
!
Erhabne
,
höreˈhøːʁə
michmɪç
!
Segnetˈzeːɡnət
mirmiːɐ̯
Trugtʁuːk
undʊnt
Heucheleihɔɪ̯çəˈlaɪ̯
,
dassdas
glücklichˈɡlʏklɪç
meineˈmaɪ̯nə
Racheˈʁaxə
seizaɪ̯
!
noch ausserhalb
ELSA
Ortrud
,
wovoː
bistbɪst
duduː
?
Elsa und zwei Mägde mit Lichtern treten aus der unteren Tür der Kemenate.
sich demütigend vor Elsa niederwerfend
ORTRUD
Hierhiːɐ̯
zut͡suː
deinenˈdaɪ̯nən
Füssenˈfʏsn̩
.
bei Ortruds Anblick erschreckt zurücktretend
ELSA
Hilfhɪlf
Gottɡɔt
!
Sozoː
mussmʊs
ichɪç
dichdɪç
erblickenɛɐ̯ˈblɪkn̩
,
diedaɪ
ichɪç
iniˈʔɛn
Stolzʃtɔlt͡s
undʊnt
Prachtpʁaxt
nurnuːɐ̯
sahzaː
!
Eseːs
willvɪl
dasdas
Herzeˈhɛʁt͡sə
mirmiːɐ̯
erstickenɛɐ̯ˈʃtɪkn̩
,
seh'
ichɪç
sozoː
niedrigˈniːdʁɪk
dichdɪç
mirmiːɐ̯
nahnaː
!
Stehʃteː
aufaʊ̯f
!
O
spareˈʃpaːʁə
mirmiːɐ̯
deindaɪ̯n
Bittenˈbɪtən
!
Trugsttʁuːkst
duduː
mirmiːɐ̯
Hasshas
,
verziehfɛɐ̯ˈt͡siː
ichɪç
dirdiːɐ̯
;
wasvas
duduː
schonʃoːn
jetztjɛt͡st
durchdʊʁç
michmɪç
gelittenɡəˈlɪtn̩
,
dasdas
,
bitteˈbɪtə
ichɪç
,
verzeihfɛɐ̯ˈt͡saɪ̯
auchaʊ̯x
mirmiːɐ̯
!
ORTRUD
O
habeˈhaːbə
Dankdaŋk
fürfyːɐ̯
sozoː
vielfiːl
Güteˈɡyːtə
!
ELSA
Derdeːɐ̯
morgenˈmɔʁɡn̩
nunnuːn
meinmaɪ̯n
Gatteˈɡatə
heisst
,
anfleh'
ichɪç
seinzaɪ̯n
liebreich
Gemüteɡəˈmyːtə
,
dassdas
Friedrichˈfʁiːdʁɪç
auchaʊ̯x
ereːɐ̯
Gnad'
erweistɛɐ̯ˈvaɪ̯st
.
ORTRUD
Duduː
fesselstˈfɛsl̩st
michmɪç
iniˈʔɛn
Dankesˈdaŋkəs
Bandenˈbandn̩
!
ELSA
Iniˈʔɛn
Frühn
lasslas
michmɪç
bereitbəˈʁaɪ̯t
dichdɪç
sehnzeːn
-
geschmücktɡəˈʃmʏkt
mitmɪt
prächtigenˈpʁɛçtɪɡn̩
Gewandenɡəˈvandn̩
sollstzɔlst
duduː
mitmɪt
mirmiːɐ̯
zumt͡sʊm
Münsterˈmʏnstɐ
gehnɡeːn
:
Dortdɔʁt
harreˈhaʁə
ichɪç
desdɛs
Heldenˈhɛldn̩
meinmaɪ̯n
,
vorfoːɐ̯
Gottɡɔt
seinzaɪ̯n
Eh'gemahl
zut͡suː
seinzaɪ̯n
!
Seinzaɪ̯n
Eh'gemahl
!
ORTRUD
Wieviː
kannkan
ichɪç
solcheˈzɔlçə
Huldhʊlt
dirdiːɐ̯
lohnenˈloːnən
,
dadaː
machtlosˈmaxtloːs
ichɪç
undʊnt
elendˈeːlɛnt
binbɪn
?
Sollzɔl
ichɪç
iniˈʔɛn
Gnadenˈɡnaːdn̩
beibaɪ̯
dirdiːɐ̯
wohnenˈvoːnən
,
stetsʃteːt͡s
bleibeˈblaɪ̯bə
ichɪç
diedaɪ
Bettlerinˈbɛtləʁɪn
!
Immer näher zu Elsa tretend
ORTRUD
Nurnuːɐ̯
eineˈaɪ̯nə
Kraftkʁaft
istɪst
mirmiːɐ̯
gebliebenɡəˈbliːbm̩
,
sieziː
raubteˈʁaʊ̯ptə
mirmiːɐ̯
keinkaɪ̯n
Machtgebot
;
durchdʊʁç
sieziː
vielleichtfiˈlaɪ̯çt
schütz'
ichɪç
deindaɪ̯n
Lebenˈleːbm̩
,
bewahr'
eseːs
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
Reueˈʁɔɪ̯ə
Notnoːt
!
ELSA
Wieviː
meinstmaɪ̯nst
duduː
?
ORTRUD
Wohlvoːl
,
dassdas
ichɪç
dichdɪç
warneˈvaʁnə
,
zut͡suː
blindblɪnt
nichtnɪçt
deinemˈdaɪ̯nəm
Glückɡlʏk
zut͡suː
trauntʁaʊ̯n
;
dassdas
nichtnɪçt
einaɪ̯n
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
dichdɪç
umgarneʊmˈɡaʁnə
,
lasslas
michmɪç
fürfyːɐ̯
dichdɪç
zurt͡suːɐ̯
Zukunftˈt͡suːˌkʊnft
schaun
.
ELSA
Welchvɛlç
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
?
ORTRUD
Könntestˈkœntəst
duduː
erfassenɛɐ̯ˈfasn̩
,
wieviː
dessenˈdɛsn̩
Artaːɐ̯t
sozoː
wundersamˈvʊndɐzaːm
,
derdeːɐ̯
nieniː
dichdɪç
mögeˈmøːɡə
sozoː
verlassenfɛɐ̯ˈlasn̩
,
wieviː
ereːɐ̯
durchdʊʁç
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
zut͡suː
dirdiːɐ̯
kamkaːm
!
von Grausen erfasst, wendet sich unwillig ab; voll Trauer und Mitleid wendet sie sich dann wieder zu Ortrud
ELSA
Duduː
Ärmsteˈɛʁmstə
kannstkanst
wohlvoːl
nieniː
ermessenɛɐ̯ˈmɛsn̩
,
wieviː
zweifellosˈt͡svaɪ̯fl̩loːs
einaɪ̯n
Herzeˈhɛʁt͡sə
liebtliːpt
?
Duduː
hasthast
wohlvoːl
nieniː
dasdas
Glückɡlʏk
besessenbəˈzɛsn̩
,
dasdas
sichzɪç
unsʊns
nurnuːɐ̯
durchdʊʁç
Glaubenˈɡlaʊ̯bn̩
gibtɡiːpt
?
Kehrkeːɐ̯
beibaɪ̯
mirmiːɐ̯
einaɪ̯n
!
Lasslas
michmɪç
dichdɪç
lehrenˈleːʁən
,
wieviː
süsszyːs
diedaɪ
Wonneˈvɔnə
reinsterˈʁaɪ̯nstɐ
Treu'
!
Lasslas
zut͡suː
demdeːm
Glaubenˈɡlaʊ̯bn̩
dichdɪç
bekehrenbəˈkeːʁən
:
Eseːs
gibtɡiːpt
einaɪ̯n
Glückɡlʏk
,
dasdas
ohneˈoːnə
Reu'
!
für sich
ORTRUD
Haha
!
Dieserˈdiːzɐ
Stolzʃtɔlt͡s
,
ereːɐ̯
sollzɔl
michmɪç
lehrenˈleːʁən
,
wieviː
ichɪç
bekämpfebəˈkɛmp͡fə
ihreˈiːʁə
Treu'
!
Genɡeːn
ihniːn
willvɪl
ichɪç
diedaɪ
Waffenˈvafn̩
kehrenˈkeːʁən
,
durchdʊʁç
ihrenˈiːʁən
Hochmutˈhoːxˌmuːt
werd'
ihriːɐ̯
Reu'
!
usw
.
ELSA
Lasslas
michmɪç
dichdɪç
lehrenˈleːʁən
,
wieviː
süsszyːs
diedaɪ
Wonneˈvɔnə
reinsterˈʁaɪ̯nstɐ
Treutʁɔɪ̯
usw
.
Ortrud tritt, von Elsa geleitet, mit heuchlerischem Zögern durch die kleine Pforte ein; die Mägde leuchten voran und schliessen; nachdem alle eingetreten. Erstes Tagesgrauen.
tritt aus dem Hintergrunde vor
FRIEDRICH
Sozoː
ziehtt͡siːt
dasdas
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
iniˈʔɛn
diesdaɪs
Haushaʊ̯s
!
Vollführefɔlˈfyːʁə
,
Weibvaɪ̯p
,
wasvas
deineˈdaɪ̯nə
Listlɪst
ersonnenɛɐ̯ˈzɔnən
;
deindaɪ̯n
Werkvɛʁk
zut͡suː
hemmenˈhɛmən
fühl'
ichɪç
keineˈkaɪ̯nə
Machtmaxt
!
Das Unheil hat mit meinem Fall begonnen,
FRIEDRICH
nunnuːn
stürzetˈʃtʏʁt͡sət
nachnaːx
,
diedaɪ
michmɪç
dahindaˈhɪn
gebrachtɡəˈbʁaxt
!
Nurnuːɐ̯
einesˈaɪ̯nəs
seh'
ichɪç
mahnendˈmaːnənt
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
stehnʃteːn
:
Derdeːɐ̯
Räuberˈʁɔɪ̯bɐ
meinerˈmaɪ̯nɐ
Ehreˈeːʁə
sollzɔl
vergehn
!
Nachdem er den Ort erspäht, der ihn vor dem Zulaufe des Volkes am günstigsten verbergen könnte, tritt er hinter einen Mauervorsprung des Münsters.
Allmählicher Tagesanbruch. Zwei Wächter blasen vom Turm das Morgenlied; von einem entfernteren Turme hört man antworten.
Während die Türmer herabsteigen und das Tor erschliessen, treten aus verschiedenen Richtungen der Burg Dienstmannen auf, begrüssen sie, gehen ruhen an ihre Verrichtungen usw. Einige schöpfen am Brunnen in metallenen Gefässen Wasser, klopfen an die Pforte des Palas und werden damit eingelassen.
Die Pforte des Palas öffnet sich von neuem, die vier Heerhornbläser des Königs schreiten heraus und blasen den Ruf, dann treten sie wieder in den Palas zurück. Die Dienstmannen haben die Bühne verlassen.
Aus dem Burghofe und durch das Turmtor kommen nun immer zahlreicher brabantische Edle und Mannen vor dem Münster zusammen; sie begrüssen sich in heiterer Erregtheit.
DRITTE SZENE
Diedaɪ
EDLENˈeːdlən
undʊnt
MANNENˈmanən
Iniˈʔɛn
Frühn
versammeltfɛɐ̯ˈzaml̩t
unsʊns
derdeːɐ̯
Rufʁuːf
,
garɡaːɐ̯
vielfiːl
verheisset
wohlvoːl
derdeːɐ̯
Tagtaːk
!
Derdeːɐ̯
hierhiːɐ̯
sozoː
hehreˈheːʁə
Wunderˈvʊndɐ
schufʃuːf
,
manchmanç
neueˈnɔɪ̯ə
Tattaːt
vollbringenfɔlˈbʁɪŋən
magmaːk
!
Iniˈʔɛn
Frühn
versammeltfɛɐ̯ˈzaml̩t
unsʊns
derdeːɐ̯
Rufʁuːf
usw
.
Der Heerrufer schreitet aus dem Palas auf die Erhöhung vor dessen Pforte heraus, die vier Heerhornbläser ihm voran.
Der Königsruf wird wiederum geblasen; alle wenden sich in lebhafter Erwartung dem Hintergrunde zu.
DER HEERRUFER
Desdɛs
Königsˈkøːnɪks
Wortvɔʁt
undʊnt
Will'
tu'
ichɪç
euchɔɪ̯ç
kundkʊnt
:
drumdʁʊm
achtetˈaxtət
wohlvoːl
,
wasvas
euchɔɪ̯ç
durchdʊʁç
michmɪç
ereːɐ̯
sagtzaːkt
!
Iniˈʔɛn
Bannban
undʊnt
Achtaxt
istɪst
Friedrichˈfʁiːdʁɪç
Telramund
,
weilvaɪ̯l
untreuˈʊntʁɔɪ̯
ereːɐ̯
dendeːn
Gotteskampf
gewagtɡəˈvaːkt
.
Werveːɐ̯
seinzaɪ̯n
nochnɔx
pflegtp͡fleːkt
,
werveːɐ̯
sichzɪç
zut͡suː
ihmiːm
geselltɡəˈzɛlt
,
nachnaːx
Reichesˈʁaɪ̯çəs
Rechtʁɛçt
derselbendeːɐ̯ˈzɛlbn̩
Achtaxt
verfälltfɛɐ̯ˈfɛlt
.
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Fluchfluːx
ihmiːm
,
demdeːm
Ungetreuen
,
dendeːn
Gottesˈɡɔtəs
Urteilˈuːɐ̯ˌtaɪ̯l
traftʁaːf
!
Ihniːn
sollzɔl
derdeːɐ̯
Reineˈʁaɪ̯nə
scheuenˈʃɔɪ̯ən
,
eseːs
flieh'
ihniːn
Ruh'
undʊnt
Schlafʃlaːf
!
Fluchfluːx
ihmiːm
,
demdeːm
Ungetreuen
!
Beim Rufe der Heerhörner sammelt sich das Volk schnell wieder zur Aufmerksamkeit.
DER HEERRUFER
Undʊnt
weiterˈvaɪ̯tɐ
kündetˈkʏndət
euchɔɪ̯ç
derdeːɐ̯
Königˈkøːnɪk
anaːˈʔɛn
,
dassdas
ereːɐ̯
dendeːn
fremdenˈfʁɛmdn̩
,
gottgesandten
Mannman
,
dendeːn
Elsaˈʔɛlza
zumt͡sʊm
Gemahleɡəˈmaːlə
sichzɪç
ersehntɛɐ̯ˈzeːnt
,
mitmɪt
Landlant
undʊnt
Kroneˈkʁoːnə
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
belehntbəˈleːnt
.
Dochdɔx
willvɪl
derdeːɐ̯
Heldhɛlt
nichtnɪçt
Herzogˈheːɐ̯ˌt͡soːk
seinzaɪ̯n
genanntɡəˈnant
-
ihriːɐ̯
solltzɔlt
ihniːn
heissenˈhaɪ̯sən
:
Schützerˈʃʏt͡sɐ
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Hochhoːx
derdeːɐ̯
ersehnteɛɐ̯ˈzeːntə
Mannman
!
Heilhaɪ̯l
ihmiːm
,
dendeːn
Gottɡɔt
gesandtɡəˈzant
!
Treutʁɔɪ̯
sindzɪnt
wirviːɐ̯
untertanˈʊntɐˌtaːn
demdeːm
Schützerˈʃʏt͡sɐ
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Hochhoːx
derdeːɐ̯
ersehnteɛɐ̯ˈzeːntə
Mannman
usw
..
Heilhaɪ̯l
ihmiːm
!
Heilhaɪ̯l
demdeːm
Schützerˈʃʏt͡sɐ
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Neuer Ruf der Heerhornbläser.
DER HEERRUFER
Nunnuːn
hörthøːɐ̯t
,
wasvas
ereːɐ̯
durchdʊʁç
michmɪç
euchɔɪ̯ç
sagenˈzaːɡn̩
lässtlɛst
:
Heuthɔɪ̯t
feiertˈfaɪ̯ɐt
ereːɐ̯
mitmɪt
euchɔɪ̯ç
seinzaɪ̯n
Hochzeitfest
;
dochdɔx
morgenˈmɔʁɡn̩
solltzɔlt
ihriːɐ̯
kampfgerüstet
nahn
,
zurt͡suːɐ̯
Heeresfolg'
demdeːm
Königˈkøːnɪk
untertanˈʊntɐˌtaːn
;
ereːɐ̯
selbstzɛlpst
verschmähtfɛɐ̯ˈʃmɛːt
derdeːɐ̯
süssen
Ruh'
zut͡suː
pflegenˈp͡fleːɡn̩
,
ereːɐ̯
führtfyːɐ̯t
euchɔɪ̯ç
anaːˈʔɛn
zut͡suː
hehrenˈheːʁən
Ruhmesˈʁuːməs
Segenˈzeːɡn̩
!
Er geht mit den vier Heerhornbläsern in den Palas zurück.
DER HEERRUFER
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Zumt͡sʊm
Streiteˈʃtʁaɪ̯tə
säumetˈzɔɪ̯mət
nichtnɪçt
,
führtfyːɐ̯t
euchɔɪ̯ç
derdeːɐ̯
Hehreˈheːʁə
anaːˈʔɛn
!
Werveːɐ̯
mutigˈmuːtɪk
mitmɪt
ihmiːm
fichtfɪçt
,
demdeːm
lachtlaxt
desdɛs
Ruhmesˈʁuːməs
Bahnbaːn
!
Aufaʊ̯f
!
säumtzɔɪ̯mt
zut͡suː
streitenˈʃtʁaɪ̯tn̩
nichtnɪçt
,
führtfyːɐ̯t
euchɔɪ̯ç
derdeːɐ̯
Hehreˈheːʁə
anaːˈʔɛn
!
Gottɡɔt
hathat
ihniːn
gesandtɡəˈzant
zurt͡suːɐ̯
Grösseˈɡʁøːsə
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Vonfɔn
Gottɡɔt
istɪst
ereːɐ̯
gesandtɡəˈzant
zurt͡suːɐ̯
Grösseˈɡʁøːsə
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Werveːɐ̯
mutigˈmuːtɪk
mitmɪt
ihniːn
fichtfɪçt
usw
.
Vonfɔn
Gottɡɔt
istɪst
ereːɐ̯
gesandtɡəˈzant
!
Während das Volk freudig durcheinander wogt, treten im Vordergrunde vier Edle, Friedrichs sonstige Lehensmannen, zusammen.
DER HEERRUFER
Derdeːɐ̯
DRITTEˈdʁɪtə
EDLEˈeːdlə
Nunnuːn
hörthøːɐ̯t
,
demdeːm
Landeˈlandə
willvɪl
ereːɐ̯
unsʊns
entführenɛntˈfyːʁən
!
Derdeːɐ̯
ZWEITEˈt͡svaɪ̯tə
EDLEˈeːdlə
Genɡeːn
einenˈaɪ̯nən
Feindfaɪ̯nt
,
derdeːɐ̯
unsʊns
nochnɔx
nieniː
bedrohtbəˈdʁoːt
?
Derdeːɐ̯
VIERTEˈfiːɐ̯tə
EDLEˈeːdlə
Solchzɔlç
kühnkyːn
Beginnenbəˈɡɪnən
solleˈzɔlə
ihmiːm
nichtnɪçt
gebührenɡəˈbyːʁən
!
Derdeːɐ̯
ERSTEˈeːɐ̯stə
EDLEˈeːdlə
Werveːɐ̯
wehretˈveːʁət
ihmiːm
,
wennvɛn
ereːɐ̯
diedaɪ
Fahrtfaːɐ̯t
gebotɡəˈboːt
?
ist unbemerkt unter sie getreten
FRIEDRICH
Ichɪç
!
Er enthüllt sein Haupt
fahren entsetzt zurück
DIE VIER EDLEN
Haha
!
Werveːɐ̯
bistbɪst
duduː
?
-
Friedrichˈfʁiːdʁɪç
!
Derdeːɐ̯
VIERTEˈfiːɐ̯tə
EDLEˈeːdlə
Seh'
ichɪç
rechtʁɛçt
?
Derdeːɐ̯
ERSTEˈeːɐ̯stə
,
ZWEITEˈt͡svaɪ̯tə
undʊnt
DRITTEˈdʁɪtə
EDLEˈeːdlə
Duduː
wagstvaːkst
dichdɪç
herheːɐ̯
,
zurt͡suːɐ̯
Beuteˈbɔɪ̯tə
jedemˈjeːdəm
Knechtknɛçt
?
Derdeːɐ̯
VIERTEˈfiːɐ̯tə
EDLEˈeːdlə
Hierhiːɐ̯
wagstvaːkst
duduː
dichdɪç
herheːɐ̯
?
FRIEDRICH
Garɡaːɐ̯
baldbalt
willvɪl
ichɪç
wohlvoːl
weiterˈvaɪ̯tɐ
nochnɔx
michmɪç
wagenˈvaːɡn̩
,
vorfoːɐ̯
eurenˈɔʏ̯ɐ
Augenˈaʊ̯ɡn̩
sollzɔl
eseːs
leuchtendˈlɔɪ̯çtn̩t
tagenˈtaːɡn̩
!
Derdeːɐ̯
euchɔɪ̯ç
sozoː
kühnkyːn
diedaɪ
Heerfahrtˈheːɐ̯ˌfaːɐ̯t
angesagtˈanɡəˌzaːkt
,
derdeːɐ̯
seizaɪ̯
vonfɔn
mirmiːɐ̯
desdɛs
Gottestrugs
beklagtbəˈklaːkt
!
DIE VIER EDLEN
Warvaːɐ̯
hör'
ichɪç
?
Rasenderˈʁaːzn̩dɐ
!
Wasvas
hasthast
duduː
vorfoːɐ̯
?
Wehveː
dirdiːɐ̯
!
Verlorner
duduː
,
hörthøːɐ̯t
dichdɪç
desdɛs
Volkesˈfɔlkəs
Ohroːɐ̯
!
Sie drängen ihn nach dem Münster, wo sie ihn vor dem Blicke des Volkes zu verbergen suchen.
Vier Edelknaben treten aus der Tür der Kemenate auf den Söller, laufen munter den Hauptweg hinab und stellen sich vor dem Palas auf der Höhe auf. Das Volk, das die Knaben gewahrt, drängt sich mehr nach dem Vordergrunde.
EDELKNABEN
Machtmaxt
Platzplat͡s
!
Machtmaxt
Platzplat͡s
fürfyːɐ̯
Elsaˈʔɛlza
,
unsreˈʊn.zʁə
Fraufʁaʊ̯
:
Diedaɪ
willvɪl
iniˈʔɛn
Gottɡɔt
zumt͡sʊm
Münsterˈmʏnstɐ
gehnɡeːn
.
Sie schreiten nach vorn, indem sie durch die willig zurückweichenden Edlen eine breite Gasse bis zu den Stufen des Münsters bilden, wo sie dann sich selbst aufstellen. Vier andere Edelknaben treten gemessen und feierlich aus der Tür der Kemenate auf den Söller und stellen sich daselbst auf, um den Zug der Frauen, den sie erwarten, zu geleiten.
Ein langer Zug von Frauen in prächtigen Gewändern schreitet langsam aus der Pforte der Kemenate auf den Söller; er wendet sich links auf dem Hauptwege am Palas vorbei und von da wieder nach vorn dem Münster zu, auf dessen Stufen die zuerst Gekommenen sich aufstellen.
VIERTE SZENE
Diedaɪ
EDLENˈeːdlən
undʊnt
MANNENˈmanən
während des Aufzugs
VIERTE SZENE
Gesegnetɡəˈzeːɡnət
sollzɔl
sieziː
schreitenˈʃʁaɪ̯tn̩
,
diedaɪ
langlaŋ
iniˈʔɛn
Demutˈdeːmuːt
littlɪt
!
Gottɡɔt
mögeˈmøːɡə
sieziː
geleitenɡəˈlaɪ̯tn̩
,
Gottɡɔt
hüteˈhyːtə
ihrenˈiːʁən
Schrittʃʁɪt
!
Die Edlen, die unwillkürlich die Gasse wieder vertreten hatten, weichen vor den Edelknaben aufs neue zurück, welche dem Zuge, da er bereits vor dem Palas angekommen ist, Bahn machen.
Elsa ist, prächtig geschmückt, im Zuge aufgetreten und auf der Erhöhung vor dem Palas angelangt; die Gasse ist wieder offen, alle können Elsa sehen, welche eine Zeitlang verweilt.
VIERTE SZENE
Sieziː
nahtnaːt
,
diedaɪ
Engelgleicheˈɛŋl̩ˌɡlaɪ̯çə
,
vonfɔn
keuscherˈkɔɪ̯ʃɐ
Glutɡluːt
entbranntɛntˈbʁant
!
Elsa schreitet aus dem Hintergrunde langsam nach vorn durch die Gasse der Männer.
VIERTE SZENE
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
,
o
Tugendreicheˈtuːɡn̩tˌʁaɪ̯çə
!
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
,
Elsaˈʔɛlza
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Gesegnetɡəˈzeːɡnət
sollstzɔlst
duduː
schreitenˈʃʁaɪ̯tn̩
!
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
usw.
VIERTE SZENE
Diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
usw.
Ausser den Edelknaben sind auch die vordersten Frauen bereits auf der Treppe des Münsters angelangt, wo sie sich aufstellen, um Elsa den Vortritt in die Kirche zu lassen; unter den Frauen, welche ihr noch folgen und den Zug schliessen, geht Ortrud, ebenfalls reich gekleidet; die Frauen, die dieser zunächst gehen, halten sich voll Scheu und wenig verhaltenem Unwillen von ihr entfernt, so dass sie sehr einzeln erscheint: In ihren Mienen drückt sich immer steigender Ingrimm aus. Als Elsa unter dem lauten Zurufe des Volkes eben den Fuss auf die erste Stufe zum Münster setzen will, tritt Ortrud heftig hervor, schreitet auf Elsa zu, stellt sich auf derselben Stufe ihr entgegen und zwingt sie so, vor ihr wieder zurückzutreten.
ORTRUD
Zurückt͡suˈʁʏk
,
Elsaˈʔɛlza
!
Nichtnɪçt
längerˈlɛŋɐ
willvɪl
ichɪç
duldenˈdʊldn̩
,
dassdas
ichɪç
gleichɡlaɪ̯ç
einerˈaɪ̯nɐ
Magdmaːkt
dirdiːɐ̯
folgenˈfɔlɡn̩
sollzɔl
!
Dendeːn
Vortrittˈfoːɐ̯ˌtʁɪt
sollstzɔlst
duduː
überallyːbɐˈʔal
mirmiːɐ̯
schuldenˈʃʊldn̩
,
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
dichdɪç
beugenˈbɔɪ̯ɡn̩
sollstzɔlst
duduː
demutsvoll
!
Diedaɪ
EDELKNABENˈeːdl̩ˌknaːbn̩
undʊnt
diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Wasvas
willvɪl
dasdas
Weibvaɪ̯p
?
Zurückt͡suˈʁʏk
!
Sie drängen Ortrud nach der Mitte der Bühne zurück.
ELSA
Umʊm
Gottɡɔt
!
Wasvas
mussmʊs
ichɪç
sehnzeːn
?
Welchvɛlç
jäherˈjɛːɐ
Wechselˈvɛksl̩
istɪst
mitmɪt
dirdiːɐ̯
geschehn
?
ORTRUD
Weilvaɪ̯l
eineˈaɪ̯nə
Stund'
ichɪç
meinesˈmaɪ̯nəs
Wertsveːɐ̯t͡s
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
,
glaubstɡlaʊ̯pst
duduː
,
ichɪç
müssteˈmʏstə
dirdiːɐ̯
nurnuːɐ̯
kriechendˈkʁiːçn̩t
nahn
?
Meinmaɪ̯n
Leidlaɪ̯t
zut͡suː
rächenˈʁɛçn̩
willvɪl
ichɪç
michmɪç
vermessenfɛɐ̯ˈmɛsn̩
,
wasvas
mirmiːɐ̯
gebührtɡəˈbyːɐ̯t
,
dasdas
willvɪl
ichɪç
nunnuːn
empfahn
!
Lebhaftes Staunen und Bewegung aller.
ELSA
Wehveː
,
liess
ichɪç
durchdʊʁç
deindaɪ̯n
Heuchelnˈhɔɪ̯çl̩n
michmɪç
verleitenfɛɐ̯ˈlaɪ̯tn̩
,
diedaɪ
dieseˈdiːzə
Nachtnaxt
sichzɪç
jammerndˈjamɐnt
zut͡suː
mirmiːɐ̯
stahlʃtaːl
?
Wieviː
willstvɪlst
duduː
nunnuːn
iniˈʔɛn
Hochmutˈhoːxˌmuːt
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
schreitenˈʃʁaɪ̯tn̩
,
duduː
,
einesˈaɪ̯nəs
Gottgerichteten
Gemahlɡəˈmaːl
?
mit dem Anschein tiefer Gekränktheit
ORTRUD
Wennvɛn
falschfalʃ
Gerichtɡəˈʁɪçt
mirmiːɐ̯
dendeːn
Gemahlɡəˈmaːl
verbanntefɛɐ̯ˈbantə
,
warvaːɐ̯
dochdɔx
seinzaɪ̯n
Nam'
imiˈʔɛm
Landeˈlandə
hochhoːx
geehrtɡəˈʔeːɐ̯t
;
alsals
allerˈalɐ
Tugendˈtuːɡn̩t
Preispʁaɪ̯s
manman
ihniːn
nurnuːɐ̯
nannteˈnantə
,
gekanntɡəˈkant
,
gefürchtetɡəˈfʏʁçtət
warvaːɐ̯
seinzaɪ̯n
tapfres
Schwertʃveːɐ̯t
.
Derdeːɐ̯
deineˈdaɪ̯nə
,
sagzaːk
,
werveːɐ̯
sollteˈzɔltə
hierhiːɐ̯
ihniːn
kennenˈkɛnən
,
vermagstfɛɐ̯ˈmaːkst
duduː
selbstzɛlpst
dendeːn
Namenˈnaːmən
nichtnɪçt
zut͡suː
nennenˈnɛnən
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Wasvas
sagtzaːkt
sieziː
?
Haha
,
wasvas
tuttuːt
sieziː
kundkʊnt
?
Diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
undʊnt
KNABENˈknaːbn̩
Sieziː
lästertˈlɛstɐt
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Wehretˈveːʁət
ihremˈiːʁəm
Mundmʊnt
!
Kannstkanst
duduː
ihniːn
nennenˈnɛnən
,
kannstkanst
duduː
unsʊns
eseːs
sagenˈzaːɡn̩
,
oboːˈbeː
seinzaɪ̯n
Geschlechtɡəˈʃlɛçt
,
seinzaɪ̯n
Adelˈaːdl̩
wohlvoːl
bewährtbəˈvɛːɐ̯t
?
Wohervoˈheːɐ̯
diedaɪ
Flutenˈfluːtn̩
ihniːn
zut͡suː
dirdiːɐ̯
getragenɡəˈtʁaːɡn̩
,
wannvan
undʊnt
wohinvoˈhɪn
ereːɐ̯
wiederˈviːdɐ
vonfɔn
dirdiːɐ̯
fährtfɛːɐ̯t
?
Haha
,
neinnaɪ̯n
!
Wohlvoːl
brächteˈbʁɛçtə
eseːs
ihmiːm
schlimmeˈʃlɪmə
Notnoːt
-
derdeːɐ̯
klugeˈkluːɡə
Heldhɛlt
diedaɪ
Frageˈfʁaːɡə
drumdʁʊm
verbotfɛɐ̯ˈboːt
!
MÄNNERˈmɛnɐ
,
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
undʊnt
KNABENˈknaːbn̩
Haha
,
sprichtʃpʁɪçt
sieziː
wahrvaːɐ̯
?
Welchvɛlç
schwereˈʃveːʁə
Klagenˈklaːɡn̩
!
Sieziː
schmähetˈʃmɛːət
ihniːn
!
Darfdaʁf
sieziː
eseːs
wagenˈvaːɡn̩
?
nach grosser Betroffenheit sich ermannend
ELSA
Duduː
Lästerin
!
Ruchloseˈʁuːxˌloːzə
Fraufʁaʊ̯
!
Hörhøːɐ̯
,
oboːˈbeː
ichɪç
Antwortˈantvɔʁt
mirmiːɐ̯
getrau'
!
Sozoː
reinʁaɪ̯n
undʊnt
edelˈeːdl̩
istɪst
seinzaɪ̯n
Wesenˈveːzn̩
,
sozoː
tugendreichˈtuːɡn̩tˌʁaɪ̯ç
derdeːɐ̯
hehreˈheːʁə
Mannman
,
dassdas
nieniː
desdɛs
Unheilsˈʊnˌhaɪ̯ls
sollzɔl
genesenɡeˈneːzn̩
,
werveːɐ̯
seinerˈzaɪ̯nɐ
Sendungˈzɛndʊŋ
zweifelnˈt͡svaɪ̯fəln
kannkan
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Gewissɡəˈvɪs
!
Gewissɡəˈvɪs
!
Hathat
nichtnɪçt
durchdʊʁç
Gottɡɔt
imiˈʔɛm
Kampfkamp͡f
geschlagenɡəˈʃlaːɡn̩
meinmaɪ̯n
teurerˈtɔɪ̯ʁɐ
Heldhɛlt
dendeːn
Gattenˈɡatn̩
deindaɪ̯n
?
zum Volke
ELSA
Nunnuːn
solltzɔlt
nachnaːx
Rechtʁɛçt
ihriːɐ̯
alleˈalə
sagenˈzaːɡn̩
,
werveːɐ̯
kannkan
dadaː
nurnuːɐ̯
derdeːɐ̯
Reineˈʁaɪ̯nə
seinzaɪ̯n
?
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Nurnuːɐ̯
ereːɐ̯
!
Nurnuːɐ̯
ereːɐ̯
!
Deindaɪ̯n
Heldhɛlt
alleinaˈlaɪ̯n
!
Diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
undʊnt
KNABENˈknaːbn̩
Deindaɪ̯n
Heldhɛlt
alleinaˈlaɪ̯n
!
ORTRUD
Haha
,
dieseˈdiːzə
Reineˈʁaɪ̯nə
deinesˈdaɪ̯nəs
Heldenˈhɛldn̩
,
wieviː
wäreˈvɛːʁə
sieziː
sozoː
baldbalt
getrübtɡəˈtʁyːpt
,
müsst'
ereːɐ̯
desdɛs
Zaubersˈt͡saʊ̯bɐs
Wesenˈveːzn̩
meldenˈmɛldn̩
,
durchdʊʁç
dendeːn
hierhiːɐ̯
solcheˈzɔlçə
Machtmaxt
ereːɐ̯
übtyːpt
!
Wagstvaːkst
duduː
ihniːn
nichtnɪçt
darumˈdaːʁʊm
zut͡suː
fragenˈfʁaːɡn̩
,
sozoː
glaubenˈɡlaʊ̯bn̩
alleˈalə
wirviːɐ̯
mitmɪt
Rechtʁɛçt
,
duduː
müsstestˈmʏstəst
selbstzɛlpst
iniˈʔɛn
Sorgeˈzɔʁɡə
zagenˈt͡saːɡn̩
,
umʊm
seineˈzaɪ̯nə
Reineˈʁaɪ̯nə
steh'
eseːs
schlechtʃlɛçt
!
Diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Elsa unterstützend
ORTRUD
Helfthɛlft
ihriːɐ̯
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
Verruchtenfɛɐ̯ˈʁuːxtn̩
Hasshas
!
Der Palas wird geöffnet, die vier Heerhornbläser schreiten heraus und blasen.
ORTRUD
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
dem Hintergrunde zu blickend
ORTRUD
Machtmaxt
Platzplat͡s
!
Machtmaxt
Platzplat͡s
!
Derdeːɐ̯
Königˈkøːnɪk
nahtnaːt
!
FüNFTEˈfʏnftə
SZENEˈst͡seːnə
Der König, Lohengrin und die sächsischen Grafen und Edlen sind in feierlichem Zuge aus dem Palas getreten; durch die Verwirrung im Vordergrunde wird der Zug unterbrochen.
ORTRUD
Diedaɪ
BRABANTER
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
demdeːm
Königˈkøːnɪk
!
Der König und Lohengrin dringen durch die verwirrten Haufen des Vordergrundes lebhaft vor.
ORTRUD
Heilhaɪ̯l
demdeːm
Schützerˈʃʏt͡sɐ
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
KÖNIG HEINRICH
Wasvas
fürfyːɐ̯
einaɪ̯n
Streitʃtʁaɪ̯t
?
sehr aufgeregt an Lohengrins Brust stürzend
ELSA
Meinmaɪ̯n
Herrhɛʁ
!
O
meinmaɪ̯n
Gebieterɡəˈbiːtɐ
!
LOHENGRIN
Wasvas
istɪst
?
KÖNIG HEINRICH
Werveːɐ̯
wagtvaːkt
eseːs
hierhiːɐ̯
,
dendeːn
Kirchengang
zut͡suː
störenˈʃtøːʁən
?
Desdɛs
Königsˈkøːnɪks
GEFOLGEɡəˈfɔlɡə
Welcherˈvɛlçɐ
Streitʃtʁaɪ̯t
,
dendeːn
wirviːɐ̯
vernahmenˌfɛɐ̯ˈnaːmən
?
Ortrud erblickend
LOHENGRIN
Wasvas
seh'
ichɪç
!
Dasdas
unsel'ge
Weibvaɪ̯p
beibaɪ̯
dirdiːɐ̯
?
ELSA
Meinmaɪ̯n
Retterˈʁɛtɐ
!
Schützeˈʃʏt͡sə
michmɪç
vorfoːɐ̯
dieserˈdiːzɐ
Fraufʁaʊ̯
!
Schiltʃɪlt
michmɪç
,
wennvɛn
ichɪç
dirdiːɐ̯
ungehorsamˈʊnɡəˌhoːɐ̯zaːm
warvaːɐ̯
!
Iniˈʔɛn
Jammerˈjamɐ
sahzaː
ichɪç
sieziː
vorfoːɐ̯
dieserˈdiːzɐ
Pforteˈp͡fɔʁtə
,
ausaʊ̯s
ihrerˈiːʁɐ
Notnoːt
nahmnaːm
ichɪç
sieziː
beibaɪ̯
mirmiːɐ̯
aufaʊ̯f
.
Nunnuːn
siehziː
,
wieviː
furchtbarˈfʊʁçtbaːɐ̯
sieziː
mirmiːɐ̯
lohntloːnt
diedaɪ
Güteˈɡyːtə
:
Sieziː
schiltʃɪlt
michmɪç
,
dassdas
ichɪç
dirdiːɐ̯
zut͡suː
sehrzeːɐ̯
vertrau'
!
den Blick fest und bannend auf Ortrud heftend, welche vor ihm sich nicht zu regen vermag
LOHENGRIN
Duduː
fürchterlichesˈfʏʁçtɐlɪçəs
Weibvaɪ̯p
,
stehʃteː
abaːbeː
vonfɔn
ihriːɐ̯
!
Hierhiːɐ̯
wirdvɪʁt
dirdiːɐ̯
nimmerˈnɪmɐ
Siegziːk
!
er wendet sich freundlich zu Elsa
LOHENGRIN
Sagzaːk
,
Elsaˈʔɛlza
,
mirmiːɐ̯
,
vermochtfɛɐ̯ˈmɔxt
ihriːɐ̯
Giftɡɪft
sieziː
iniˈʔɛn
deindaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
zut͡suː
giessenˈɡiːsən
?
Elsa birgt ihr Gesicht weinend an seiner Brust. Lohengrin richtet sie auf und deutet nach dem Münster
LOHENGRIN
Kommkɔm
,
lasslas
iniˈʔɛn
Freudeˈfʁɔɪ̯də
dortdɔʁt
dieseˈdiːzə
Tränenˈtʁɛːnən
fliessenˈfliːsn̩
!
Er wendet sich mit Elsa und dem König dem Zuge vorannach dem Münster, alle lassen sich an, wohlgeordnet zu folgen.
tritt auf der Treppe des Münsters hervor; die Frauen und Edelknaben, als sie ihn erkennen, weichen entsetzt aus seiner Nähe
FRIEDRICH
O
Königˈkøːnɪk
!
Trugbetörte
Fürstenˈfʏʁstn̩
!
Haltetˈhaltət
einaɪ̯n
!
KÖNIG HEINRICH
Wasvas
willvɪl
derdeːɐ̯
hierhiːɐ̯
?
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Wasvas
willvɪl
derdeːɐ̯
hierhiːɐ̯
?
Verfluchterfɛɐ̯ˈfluːxtɐ
!
Weichvaɪ̯ç
vonfɔn
dannenˈdanən
!
FRIEDRICH
O
hörthøːɐ̯t
michmɪç
anaːˈʔɛn
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Hinwegˈhɪnˌveːk
!
Zurückt͡suˈʁʏk
!
KÖNIG HEINRICH
Zurückt͡suˈʁʏk
!
Weicheˈvaɪ̯çə
vonfɔn
dannenˈdanən
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Duduː
bistbɪst
desdɛs
Todesˈtoːdəs
,
Mannman
!
FRIEDRICH
Hörthøːɐ̯t
michmɪç
,
demdeːm
grimmesˈɡʁɪməs
Unrechtˈʊnˌʁɛçt
ihriːɐ̯
getanɡəˈtaːn
!
KÖNIG HEINRICH
Hinwegˈhɪnˌveːk
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Hinwegˈhɪnˌveːk
!
Weichvaɪ̯ç
vonfɔn
dannenˈdanən
!
FRIEDRICH
Gottesˈɡɔtəs
Gerichtɡəˈʁɪçt
,
eseːs
wardvaʁt
entehrtɛntˈʔeːɐ̯t
,
betrogenbəˈtʁoːɡn̩
!
Durchdʊʁç
einesˈaɪ̯nəs
Zaubrersˈt͡saʊ̯bʁɐs
Listlɪst
seidzaɪ̯t
ihriːɐ̯
belogenbəˈloːɡn̩
!
KÖNIG HEINRICH
Greiftɡʁaɪ̯ft
dendeːn
Verruchtenfɛɐ̯ˈʁuːxtn̩
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
,
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
undʊnt
KNABENˈknaːbn̩
Greiftɡʁaɪ̯ft
dendeːn
Verruchtenfɛɐ̯ˈʁuːxtn̩
!
Hörthøːɐ̯t
!
Ereːɐ̯
lästertˈlɛstɐt
Gottɡɔt
!
Sie dringen von allen Seiten auf ihn ein.
mit der fürchterlichsten Anstrengung, um gehört zu werden, seinen Blick nur auf Lohengrin geheftet und der Andringenden nicht achtend
FRIEDRICH
Dendeːn
dortdɔʁt
imiˈʔɛm
Glanzɡlant͡s
ichɪç
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
seheˈzeːə
,
dendeːn
klageˈklaːɡə
ichɪç
desdɛs
Zaubersˈt͡saʊ̯bɐs
anaːˈʔɛn
!
Die Andringenden schrecken vor Friedrichs Stimme zurück und hören endlich aufmerksam zu
FRIEDRICH
Wieviː
Staubʃtaʊ̯p
vorfoːɐ̯
Gottesˈɡɔtəs
Hauchhaʊ̯x
verwehefɛɐ̯ˈveːə
diedaɪ
Machtmaxt
,
diedaɪ
ereːɐ̯
durchdʊʁç
Listlɪst
gewannɡəˈvan
!
Wieviː
schlechtʃlɛçt
ihriːɐ̯
desdɛs
Gerichtesɡəˈʁɪçtəs
wahrtetˈvaːɐ̯tət
,
dasdas
dochdɔx
diedaɪ
Ehreˈeːʁə
mirmiːɐ̯
benahmbəˈnaːm
,
dadaː
eineˈaɪ̯nə
Frag'
ihriːɐ̯
ihmiːm
erspartetɛɐ̯ˈʃpaːɐ̯tət
,
alsals
ereːɐ̯
zumt͡sʊm
Gotteskampfe
kamkaːm
!
Diedaɪ
Frageˈfʁaːɡə
nunnuːn
solltzɔlt
ihriːɐ̯
nichtnɪçt
wehrenˈveːʁən
,
dassdas
sieziː
ihmiːm
jetztjɛt͡st
vonfɔn
mirmiːɐ̯
gestelltɡəˈʃtɛlt
:
in gebieterischer Stellung
FRIEDRICH
Nachnaːx
Namenˈnaːmən
,
Standʃtant
undʊnt
Ehrenˈeːʁən
frag'
ichɪç
ihniːn
lautlaʊ̯t
vorfoːɐ̯
allerˈalɐ
Weltvɛlt
!
Bewegung grosser Betroffenheit unter allen
FRIEDRICH
Werveːɐ̯
istɪst
ereːɐ̯
,
derdeːɐ̯
ansans
Landlant
geschwommenɡəˈʃvɔmən
,
gezogenɡəˈt͡soːɡn̩
vonfɔn
einemˈaɪ̯nəm
wildenˈvɪldn̩
Schwanʃvaːn
?
Wemveːm
solcheˈzɔlçə
Zaubertiere
frommenˈfʁɔmən
,
dess'
Reinheitˈʁaɪ̯nhaɪ̯t
achteˈaxtə
ichɪç
fürfyːɐ̯
Wahnvaːn
!
Nunnuːn
sollzɔl
derdeːɐ̯
Klag'
ereːɐ̯
Redeˈʁeːdə
stehn'
;
vermagfɛɐ̯ˈmaːk
er's
,
sozoː
geschahɡəˈʃaː
mirmiːɐ̯
rechtʁɛçt
-
wovoː
nichtnɪçt
,
sozoː
solletˈzɔlət
ihriːɐ̯
ersehnɛɐ̯ˈzeːn
,
umʊm
seineˈzaɪ̯nə
Reineˈʁaɪ̯nə
steh'
eseːs
schlechtʃlɛçt
!
Alle blicken bestürzt und erwartungsvoll auf Lohengrin
FRIEDRICH
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
,
derdeːɐ̯
KÖNIGˈkøːnɪk
,
diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
undʊnt
KNABENˈknaːbn̩
Welchvɛlç
harteˈhaʁtə
Klagenˈklaːɡn̩
!
Wasvas
wirdvɪʁt
ereːɐ̯
ihmiːm
entgegnenɛntˈɡeːɡnən
?
LOHENGRIN
Nichtnɪçt
dirdiːɐ̯
,
derdeːɐ̯
sozoː
vergass
derdeːɐ̯
Ehrenˈeːʁən
,
hab'
notnoːt
ichɪç
Redeˈʁeːdə
hierhiːɐ̯
zut͡suː
stehnʃteːn
!
Desdɛs
Bösenˈbøːzn̩
Zweifelˈt͡svaɪ̯fl̩
darfdaʁf
ichɪç
wehrenˈveːʁən
,
vorfoːɐ̯
ihmiːm
wirdvɪʁt
Reineˈʁaɪ̯nə
nieniː
vergehn
!
FRIEDRICH
Darfdaʁf
ichɪç
ihmiːm
nichtnɪçt
alsals
würdigˈvʏʁdɪk
geltenˈɡɛltn̩
,
dichdɪç
rufʁuːf
ichɪç
,
Königˈkøːnɪk
,
hochhoːx
geehrtɡəˈʔeːɐ̯t
!
Wirdvɪʁt
ereːɐ̯
auchaʊ̯x
dichdɪç
unadlig
scheltenˈʃɛltn̩
,
dassdas
ereːɐ̯
diedaɪ
Frageˈfʁaːɡə
dirdiːɐ̯
verwehrtfɛɐ̯ˈveːɐ̯t
?
LOHENGRIN
Jajaː
,
selbstzɛlpst
demdeːm
Königˈkøːnɪk
darfdaʁf
ichɪç
wehrenˈveːʁən
undʊnt
allerˈalɐ
Fürstenˈfʏʁstn̩
höchstemˈhøːçstəm
Ratʁaːt
!
Nichtnɪçt
darfdaʁf
sieziː
Zweifelsˈt͡svaɪ̯fəls
Lastlast
beschwerenbəˈʃveːʁən
,
sieziː
sahenˈzaːən
meineˈmaɪ̯nə
guteˈɡuːtə
Tattaːt
!
Nurnuːɐ̯
eineˈaɪ̯nə
ist's
,
derdeːɐ̯
mussmʊs
ichɪç
Antwortˈantvɔʁt
gebenˈɡeːbm̩
:
Elsaˈʔɛlza
-
Er hält betroffen an, als er, sich zu Elsa wendend, diese mit heftig wogender Brust in wildem innerem Kampfe vor sich hinstarren sieht
LOHENGRIN
Elsaˈʔɛlza
!
Wieviː
seh'
ichɪç
sieziː
erbebenɛɐ̯ˈbeːbn̩
!
Derdeːɐ̯
KÖNIGˈkøːnɪk
,
diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
,
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
undʊnt
KNABENˈknaːbn̩
Welchvɛlç
einaɪ̯n
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
mussmʊs
derdeːɐ̯
Heldhɛlt
bewahrenbəˈvaːʁən
?
ORTRUD
undʊnt
FRIEDRICHˈfʁiːdʁɪç
Iniˈʔɛn
wildemˈvɪldəm
Brütenˈbʁyːtn̩
darfdaʁf
ichɪç
sieziː
gewahrenɡəˈvaːʁən
,
derdeːɐ̯
Zweifelˈt͡svaɪ̯fl̩
keimtkaɪ̯mt
iniˈʔɛn
ihresˈiːʁəs
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
Grundɡʁʊnt
!
Iniˈʔɛn
wildemˈvɪldəm
Brütenˈbʁyːtn̩
mussmʊs
ichɪç
sieziː
gewahrenɡəˈvaːʁən
!
Derdeːɐ̯
KÖNIGˈkøːnɪk
,
diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
,
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
undʊnt
KNABENˈknaːbn̩
Bringtbʁɪŋt
eseːs
ihmiːm
Notnoːt
,
sozoː
wahr'
eseːs
treutʁɔɪ̯
seinzaɪ̯n
Mundmʊnt
!
FRIEDRICHˈfʁiːdʁɪç
undʊnt
ORTRUD
Derdeːɐ̯
Zweifelˈt͡svaɪ̯fl̩
keimtkaɪ̯mt
iniˈʔɛn
ihresˈiːʁəs
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
Grundɡʁʊnt
.
Hathat
sieziː
betörtbəˈtøːɐ̯t
desdɛs
Hassesˈhasəs
Lügenmund
?
der Umgebung entrückt vor sich hinblickend
ELSA
Wasvas
ereːɐ̯
verbirgtfɛɐ̯ˈbɪʁkt
,
wohlvoːl
brächt'
eseːs
ihmiːm
Gefahrenɡəˈfaːʁən
,
vorfoːɐ̯
allerˈalɐ
Weltvɛlt
spräch'
eseːs
hierhiːɐ̯
ausaʊ̯s
seinzaɪ̯n
Mundmʊnt
;
diedaɪ
ereːɐ̯
errettetɛɐ̯ˈʁɛtət
,
wehveː
mirmiːɐ̯
Undankbarenˈʊnˌdaŋkbaːʁən
,
verriet'
ichɪç
ihniːn
,
dassdas
hierhiːɐ̯
eseːs
werdeˈveːɐ̯də
kundkʊnt
.
Diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
undʊnt
KNABENˈknaːbn̩
Bringtbʁɪŋt
seinzaɪ̯n
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
ihriːɐ̯
Notnoːt
,
sozoː
wahr'
eseːs
treutʁɔɪ̯
seinzaɪ̯n
Mundmʊnt
!
KÖNIG HEINRICH
Bringtbʁɪŋt
ihmiːm
seinzaɪ̯n
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
Notnoːt
,
sozoː
wahr'
eseːs
treutʁɔɪ̯
seinzaɪ̯n
Mundmʊnt
!
LOHENGRIN
Iniˈʔɛn
wildemˈvɪldəm
Brütenˈbʁyːtn̩
mussmʊs
ichɪç
sieziː
gewahrenɡəˈvaːʁən
!
ORTRUD
undʊnt
FRIEDRICHˈfʁiːdʁɪç
Iniˈʔɛn
wildemˈvɪldəm
Brütenˈbʁyːtn̩
darfdaʁf
ichɪç
sieziː
gewahrenɡəˈvaːʁən
!
O
Himmelˈhɪml̩
,
schirmʃɪʁm
ihriːɐ̯
Herzhɛʁt͡s
vorfoːɐ̯
dendeːn
Gefahrenɡəˈfaːʁən
!
Nieniː
werdeˈveːɐ̯də
Zweifelˈt͡svaɪ̯fl̩
dieserˈdiːzɐ
Reinenˈʁaɪ̯nən
kundkʊnt
!
usw
.
Derdeːɐ̯
KÖNIGˈkøːnɪk
undʊnt
diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Wirviːɐ̯
schirmenˈʃɪʁmən
ihniːn
,
dendeːn
Edlenˈeːdlən
,
vorfoːɐ̯
Gefahrenɡəˈfaːʁən
;
durchdʊʁç
seineˈzaɪ̯nə
Tattaːt
wardvaʁt
unsʊns
seinzaɪ̯n
Adelˈaːdl̩
kundkʊnt
!
usw
.
ELSA
Wüsst'
ichɪç
seinzaɪ̯n
Losloːs
,
ichɪç
wollt'
eseːs
treutʁɔɪ̯
bewahrenbəˈvaːʁən
!
Imiˈʔɛm
Zweifelˈt͡svaɪ̯fl̩
dochdɔx
erbebtɛɐ̯ˈbeːpt
desdɛs
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
Grundɡʁʊnt
!
usw
.
ORTRUD
undʊnt
FRIEDRICHˈfʁiːdʁɪç
Ereːɐ̯
istɪst
besiegtbəˈziːkt
,
besiegtbəˈziːkt
istɪst
dieserˈdiːzɐ
Heldhɛlt
,
derdeːɐ̯
mirmiːɐ̯
zurt͡suːɐ̯
Notnoːt
iniˈʔɛn
diesesˈdiːzəs
Landlant
gefahrenɡəˈfaːʁən
,
ereːɐ̯
istɪst
besiegtbəˈziːkt
,
wirdvɪʁt
ihmiːm
diedaɪ
Frageˈfʁaːɡə
kundkʊnt
!
usw
.
Diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
undʊnt
KNABENˈknaːbn̩
Bringtbʁɪŋt
ihriːɐ̯
seinzaɪ̯n
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
Notnoːt
,
sozoː
bewahr'
eseːs
treutʁɔɪ̯
seinzaɪ̯n
Mundmʊnt
!
usw
.
KÖNIG HEINRICH
Meinmaɪ̯n
Heldhɛlt
,
entgegneɛntˈɡeːɡnə
kühnkyːn
demdeːm
Ungetreuen
!
Duduː
bistbɪst
zut͡suː
hehrheːɐ̯
,
umʊm
,
wasvas
ereːɐ̯
klagtklaːkt
,
zut͡suː
scheuenˈʃɔɪ̯ən
!
Diedaɪ
SÄCHSISCHENˈzɛksɪʃn̩
undʊnt
BRABANTISCHEN
EDLENˈeːdlən
sich an Lohengrin drängend
KÖNIG HEINRICH
Wirviːɐ̯
stehnʃteːn
zut͡suː
dirdiːɐ̯
,
eseːs
sollzɔl
unsʊns
nieniː
gereuenɡəˈʁɔɪ̯ən
,
dassdas
wirviːɐ̯
derdeːɐ̯
Heldenˈhɛldn̩
Preispʁaɪ̯s
iniˈʔɛn
dirdiːɐ̯
erkanntɛɐ̯ˈkant
!
Reichʁaɪ̯ç
unsʊns
diedaɪ
Handhant
!
Wirviːɐ̯
glaubenˈɡlaʊ̯bn̩
dirdiːɐ̯
iniˈʔɛn
Treuenˈtʁɔɪ̯ən
,
dassdas
hehrheːɐ̯
deindaɪ̯n
Nam'
,
wennvɛn
ereːɐ̯
auchaʊ̯x
nichtnɪçt
genanntɡəˈnant
!
usw
.
LOHENGRIN
Euchɔɪ̯ç
Heldenˈhɛldn̩
sollzɔl
derdeːɐ̯
Glaubeˈɡlaʊ̯bə
nichtnɪçt
gereuenɡəˈʁɔɪ̯ən
,
werd'
euchɔɪ̯ç
meinmaɪ̯n
Nam'
undʊnt
Artaːɐ̯t
auchaʊ̯x
nieniː
genanntɡəˈnant
!
usw
.
Während Lohengrin, von den Männern, in deren dargereichte Hand er jedem einschlägt, umringt, etwas tiefer im Hintergrund verweilt, drängt sich Friedrich an Elsa, welche bisher vor Unruhe, Verwirrung und Scham noch nicht vermocht hat, auf Lohengrin zu blicken, und so, mit sich kämpfend, noch einsam im Vordergrunde steht.
sich zu Elsa neigend
FRIEDRICH
Vertrauefɛɐ̯ˈtʁaʊ̯ə
mirmiːɐ̯
!
Lasslas
dirdiːɐ̯
einaɪ̯n
Mittelˈmɪtl̩
heissenˈhaɪ̯sən
,
dasdas
dirdiːɐ̯
Gewissheitɡəˈvɪshaɪ̯t
schafftʃaft
!
erschrocken; doch leise
ELSA
Hinwegˈhɪnˌveːk
vonfɔn
mirmiːɐ̯
!
FRIEDRICH
Lasslas
michmɪç
dasdas
kleinsteˈklaɪ̯nstə
Gliedɡliːt
ihmiːm
nurnuːɐ̯
entreissenɛntˈʁaɪ̯sən
,
desdɛs
Fingersˈfɪŋɐs
Spitzeˈʃpɪt͡sə
,
undʊnt
ichɪç
schwöreˈʃvøːʁə
dirdiːɐ̯
,
wasvas
ereːɐ̯
dirdiːɐ̯
hehltheːlt
,
sollstzɔlst
freifʁaɪ̯
duduː
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
sehnzeːn
,
dirdiːɐ̯
treutʁɔɪ̯
,
sollzɔl
nieniː
ereːɐ̯
dirdiːɐ̯
vonfɔn
hinnenˈhɪnən
gehnɡeːn
!
ELSA
Haha
!
Nimmermehrˈnɪmɐˌmeːɐ̯
!
FRIEDRICH
Ichɪç
binbɪn
dirdiːɐ̯
nahnaː
zurt͡suːɐ̯
Nachtnaxt
-
rufstʁuːfst
duduː
,
ohn'
Schadenˈʃaːdn̩
istɪst
eseːs
schnellʃnɛl
vollbrachtfɔlˈbʁaxt
.
schnell in den Vordergrund tretend
LOHENGRIN
Elsaˈʔɛlza
,
mitmɪt
wemveːm
verkehrstfɛɐ̯ˈkeːɐ̯st
duduː
dadaː
?
Elsa wendet sich mit einem zweifelvoll schmerzlichen Blick von Friedrich ab und sinkt tief erschüttert zu Lohengrins Füssen. Lohengrin wendet sich an Ortrud und Friedrich
LOHENGRIN
Zurückt͡suˈʁʏk
vonfɔn
ihriːɐ̯
,
Verfluchtefɛɐ̯ˈfluːxtə
!
Dassdas
nieniː
meinmaɪ̯n
Augeˈaʊ̯ɡə
jejeː
euchɔɪ̯ç
wiederˈviːdɐ
beibaɪ̯
ihriːɐ̯
seh'
!
Friedrich macht eine Gebärde der schmerzlichsten Wut
LOHENGRIN
Elsaˈʔɛlza
,
erhebeɛɐ̯ˈheːbə
dichdɪç
!
Iniˈʔɛn
deinerˈdaɪ̯nɐ
Handhant
,
iniˈʔɛn
deinerˈdaɪ̯nɐ
Treu'
liegtliːkt
allesˈaləs
Glückesˈɡlʏkəs
Pfandp͡fant
!
Lässtlɛst
nichtnɪçt
desdɛs
Zweifelsˈt͡svaɪ̯fəls
Machtmaxt
dichdɪç
ruhn
?
Willstvɪlst
duduː
diedaɪ
Frageˈfʁaːɡə
anaːˈʔɛn
michmɪç
tuntjuːn
?
in heftigster innerer Aufregung und in schamvoller Verwirrung
ELSA
Meinmaɪ̯n
Retterˈʁɛtɐ
,
derdeːɐ̯
mirmiːɐ̯
Heilhaɪ̯l
gebrachtɡəˈbʁaxt
!
Meinmaɪ̯n
Heldhɛlt
,
iniˈʔɛn
demdeːm
ichɪç
mussmʊs
vergehn
!
Hochhoːx
überˈyːbɐ
allesˈaləs
Zweifelsˈt͡svaɪ̯fəls
Machtmaxt
sollzɔl
meineˈmaɪ̯nə
Liebeˈliːbə
stehnʃteːn
.
Sie sinkt an seine Brust. Die Orgel ertönt aus dem Münster.
LOHENGRIN
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
,
Elsaˈʔɛlza
!
Nunnuːn
lasslas
vorfoːɐ̯
Gottɡɔt
unsʊns
gehnɡeːn
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Sehtzeːt
,
ereːɐ̯
istɪst
vonfɔn
Gottɡɔt
gesandtɡəˈzant
!
Diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
undʊnt
KNABENˈknaːbn̩
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
!
Lohengrin führt Elsa feierlich an den Edlen vorüber zum König. Wo sie vorbeikommen, machen die Männer ehrerbietig Platz.
LOHENGRIN
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
euchɔɪ̯ç
!
Heilhaɪ̯l
Elsaˈʔɛlza
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Von dem König geleitet, schreiten Lohengrin und Elsa langsam dem Münster zu
LOHENGRIN
Gesegnetɡəˈzeːɡnət
sollstzɔlst
duduː
schreitenˈʃʁaɪ̯tn̩
!
usw
.
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
,
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
undʊnt
KNABENˈknaːbn̩
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
,
Tugendreicheˈtuːɡn̩tˌʁaɪ̯çə
!
Heilhaɪ̯l
Elsaˈʔɛlza
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Heilhaɪ̯l
dirdiːɐ̯
!
Als der König mit dem Brautpaar die höchste Stufe erreicht, wendet sich Elsa in grosser Ergriffenheit zu Lohengrin, dieser empfängt sie in seinen Armen. Aus dieser Umarmung blickt sie mit scheuer Besorgnis rechts von der Treppe hinab und gewahrt Ortrud, welche den Arm gegen sie erhebt, als halte sie sich des Sieges gewiss; Elsa wendet erschreckt ihr Gesicht ab. Vom König geführt, schreiten Lohengrin und Elsa dem Eingange des Münsters zu.
DRITTER AKT
Das Brautgemach, in der Mitte des Hintergrundesdas reichgeschmückte Brautbett; an einem offenen Erkerfenster ein niedriges Ruhebett.
Musik hinter der Szene; der Gesang ist erst entfernt, dann näherkommend.
EIN TEIL DER MÄNNER
MÄNNERˈmɛnɐ
undʊnt
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Treulich
geführtɡəˈfyːɐ̯t
ziehetˈt͡siːət
dahindaˈhɪn
,
wovoː
euchɔɪ̯ç
derdeːɐ̯
Segenˈzeːɡn̩
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
bewahr'
!
Siegreicherˈziːkˌʁaɪ̯çɐ
Mutmuːt
,
Minnegewinn
eintaɪ̯nt
euchɔɪ̯ç
iniˈʔɛn
Treueˈtʁɔɪ̯ə
zumt͡sʊm
seligstenˈzeːˌlɪkstn̩
Paarpaːɐ̯
.
Streiterˈʃtʁaɪ̯tɐ
derdeːɐ̯
Jugendˈjuːɡn̩t
,
schreiteˈʃʁaɪ̯tə
voranfoˈʁan
!
Zierdeˈt͡siːɐ̯də
derdeːɐ̯
Jugendˈjuːɡn̩t
,
schreiteˈʃʁaɪ̯tə
voranfoˈʁan
!
Rauschenʁaʊ̯ʃn̩
desdɛs
Festesˈfɛstəs
seidzaɪ̯t
nunnuːn
entronnenɛntˈʁɔnən
,
Wonneˈvɔnə
desdɛs
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
seizaɪ̯
euchɔɪ̯ç
gewonnenɡəˈvɔnən
!
Rechts und links im Hintergrunde werden Türen geöffnet; rechts treten Frauen auf, welche Elsa, links die Männer mit dem Könige, welche Lohengrin geleiten. Edelknaben mit Lichtern voraus.
EIN TEIL DER MÄNNER
Duftenderˈdʊftn̩dɐ
Raumʁaʊ̯m
,
zurt͡suːɐ̯
Liebeˈliːbə
geschmücktɡəˈʃmʏkt
,
nehm'
euchɔɪ̯ç
nunnuːn
aufaʊ̯f
,
demdeːm
Glanzeˈɡlant͡sə
entrücktɛntˈʁʏkt
.
Treulich
geführtɡəˈfyːɐ̯t
ziehetˈt͡siːət
nunnuːn
einaɪ̯n
,
wovoː
euchɔɪ̯ç
derdeːɐ̯
Segenˈzeːɡn̩
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
bewahr'
!
Siegreicherˈziːkˌʁaɪ̯çɐ
Mutmuːt
,
Minneˈmɪnə
sozoː
reinʁaɪ̯n
eintaɪ̯nt
euchɔɪ̯ç
iniˈʔɛn
Treueˈtʁɔɪ̯ə
zumt͡sʊm
seligstenˈzeːˌlɪkstn̩
Paarpaːɐ̯
.
Als die beiden Züge in der Mitte der Bühne sich begegneten, ist Elsa von den Frauen Lohengrin zugeführt worden; sie umfassen sich und bleiben in der Mitte stehen.
Edelknaben entkleiden Lohengrin des reichen Obergewandes, gürten ihm das Schwert ab und legen dieses am Ruhebette nieder;
Frauen entkleiden Elsa ebenfalls ihres kostbaren Obergewandes.
Acht Frauen umschreiten währenddessen langsam Lohengrin und Elsa.
nach dem Umschreiten
ACHT FRAUEN
Wieviː
Gottɡɔt
euchɔɪ̯ç
seligˈzeːlɪk
weihteˈvaɪ̯tə
,
zut͡suː
Freudenˈfʁɔɪ̯dn̩
weihn
euchɔɪ̯ç
wirviːɐ̯
.
Sie halten einen zweiten Umgang
ACHT FRAUEN
Iniˈʔɛn
Liebesglücks
Geleiteɡəˈlaɪ̯tə
denktdɛŋkt
langlaŋ
derdeːɐ̯
Stundeˈʃtʊndə
hierhiːɐ̯
!
Der König umarmt und segnet Lohengrin und Elsa. Die Edelknaben mahnen zum Aufbruch. Die Züge ordnen sich wieder, und während des Folgenden schreiten sie an den Neuvermählten vorüber, so dass die Männer rechts, die Frauen links das Gemach verlassen.
ACHT FRAUEN
MÄNNERˈmɛnɐ
undʊnt
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Treulich
bewachtbəˈvaxt
bleibetˈblaɪ̯bət
zurückt͡suˈʁʏk
,
wovoː
euchɔɪ̯ç
derdeːɐ̯
Segenˈzeːɡn̩
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
bewahr'
!
Siegreicherˈziːkˌʁaɪ̯çɐ
Mutmuːt
,
Minneˈmɪnə
undʊnt
Glückɡlʏk
eintaɪ̯nt
euchɔɪ̯ç
iniˈʔɛn
Treueˈtʁɔɪ̯ə
zumt͡sʊm
seligstenˈzeːˌlɪkstn̩
Paarpaːɐ̯
.
Streiterˈʃtʁaɪ̯tɐ
derdeːɐ̯
Tugendˈtuːɡn̩t
,
bleibeˈblaɪ̯bə
daheimdaˈhaɪ̯m
!
Zierdeˈt͡siːɐ̯də
derdeːɐ̯
Jugendˈjuːɡn̩t
,
bleibeˈblaɪ̯bə
daheimdaˈhaɪ̯m
!
Rauschenʁaʊ̯ʃn̩
desdɛs
Festesˈfɛstəs
seidzaɪ̯t
nunnuːn
entronnenɛntˈʁɔnən
,
Wonneˈvɔnə
desdɛs
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
seizaɪ̯
euchɔɪ̯ç
gewonnenɡəˈvɔnən
!
Duftenderˈdʊftn̩dɐ
Raumʁaʊ̯m
,
zurt͡suːɐ̯
Liebeˈliːbə
geschmücktɡəˈʃmʏkt
,
nahmnaːm
euchɔɪ̯ç
nunnuːn
aufaʊ̯f
,
demdeːm
Glanzeˈɡlant͡sə
entrücktɛntˈʁʏkt
.
Die beiden Züge haben die Bühne gänzlich verlassen; die Türen werdenvon den letzten Knaben geschlossen. In immer weiterer Ferne verhallt der Gesang.
ACHT FRAUEN
Treulich
bewachtbəˈvaxt
bleibetˈblaɪ̯bət
zurückt͡suˈʁʏk
,
wovoː
euchɔɪ̯ç
derdeːɐ̯
Segenˈzeːɡn̩
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
bewahr'
!
Siegreicherˈziːkˌʁaɪ̯çɐ
Mutmuːt
,
Minneˈmɪnə
undʊnt
Glückɡlʏk
eintaɪ̯nt
euchɔɪ̯ç
iniˈʔɛn
Treueˈtʁɔɪ̯ə
zumt͡sʊm
seligstenˈzeːˌlɪkstn̩
Paarpaːɐ̯
.
Elsa ist, als die Züge das Gemach verlassen haben; wie überselig Lohengrin an die Brust gesunken. Lohengrin setzt sich, während der Gesang verhallt, auf dem Ruhebett am Erkerfenster nieder, indem er Elsa sanft nach sich zieht.
LOHENGRIN
Dasdas
süsseˈzyːsə
Liedliːt
verhalltfɛɐ̯ˈhalt
;
wirviːɐ̯
sindzɪnt
alleinaˈlaɪ̯n
,
zumt͡sʊm
erstenmal
alleinaˈlaɪ̯n
,
seitzaɪ̯t
wirviːɐ̯
unsʊns
sahnzaːn
.
Nunnuːn
sollenˈzɔlən
wirviːɐ̯
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
entronnenɛntˈʁɔnən
seinzaɪ̯n
,
keinkaɪ̯n
Lauscherˈlaʊ̯ʃɐ
darfdaʁf
desdɛs
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
Grüssen
nahn
.
Elsaˈʔɛlza
,
meinmaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
!
Duduː
süsseˈzyːsə
,
reineˈʁaɪ̯nə
Brautbʁaʊ̯t
!
Oboːˈbeː
glücklichˈɡlʏklɪç
duduː
,
dasdas
seizaɪ̯
mirmiːɐ̯
jetztjɛt͡st
vertrautfɛɐ̯ˈtʁaʊ̯t
!
ELSA
Wieviː
wär'
ichɪç
kaltkalt
,
michmɪç
glücklichˈɡlʏklɪç
nurnuːɐ̯
zut͡suː
nennenˈnɛnən
,
besitz'
ichɪç
allerˈalɐ
Himmelˈhɪml̩
Seligkeitˈzeːlɪkkaɪ̯t
!
Fühl'
ichɪç
zut͡suː
dirdiːɐ̯
sozoː
süsszyːs
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
entbrennenɛntˈbʁɛnən
,
atmeˈaːtmə
ichɪç
Wonnenˈvɔnən
,
diedaɪ
nurnuːɐ̯
Gottɡɔt
verleihtfɛɐ̯ˈlaɪ̯t
;
fühl'
ichɪç
zut͡suː
dirdiːɐ̯
sozoː
süsszyːs
michmɪç
entbrennenɛntˈbʁɛnən
,
atmeˈaːtmə
ichɪç
Wonnenˈvɔnən
,
diedaɪ
nurnuːɐ̯
Gottɡɔt
verleihtfɛɐ̯ˈlaɪ̯t
!
LOHENGRIN
Vermagstfɛɐ̯ˈmaːkst
duduː
,
Holdeˈhɔldə
,
glücklichˈɡlʏklɪç
dichdɪç
zut͡suː
nennenˈnɛnən
,
gibstɡiːpst
duduː
auchaʊ̯x
mirmiːɐ̯
desdɛs
Himmelsˈhɪml̩s
Seligkeitˈzeːlɪkkaɪ̯t
!
Fühl'
ichɪç
zut͡suː
dirdiːɐ̯
sozoː
süsszyːs
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
entbrennenɛntˈbʁɛnən
,
atmeˈaːtmə
ichɪç
Wonneˈvɔnə
,
diedaɪ
nurnuːɐ̯
Gottɡɔt
verleihtfɛɐ̯ˈlaɪ̯t
;
fühl'
ichɪç
sozoː
süsszyːs
usw
.
ELSA
Fühl'
ichɪç
sozoː
süsszyːs
usw.
LOHENGRIN
Wieviː
hehrheːɐ̯
erkenn'
ichɪç
unsrerˈʔʊnzɐ
Liebeˈliːbə
Wesenˈveːzn̩
!
Diedaɪ
nieniː
sichzɪç
sahnzaːn
,
wirviːɐ̯
hattenˈhatn̩
unsʊns
geahntɡəˈʔaːnt
;
warvaːɐ̯
ichɪç
zut͡suː
deinemˈdaɪ̯nəm
Streiterˈʃtʁaɪ̯tɐ
auserlesenˈaʊ̯sʔɛɐ̯ˌleːzn̩
,
hathat
Liebeˈliːbə
mirmiːɐ̯
zut͡suː
dirdiːɐ̯
dendeːn
Wegveːk
gebahntɡəˈbaːnt
:
Deindaɪ̯n
Augeˈaʊ̯ɡə
sagteˈzaːktə
mirmiːɐ̯
dichdɪç
reinʁaɪ̯n
vonfɔn
Schuldʃʊlt
-
michmɪç
zwangt͡svaŋ
deindaɪ̯n
Blickblɪk
,
zut͡suː
dienenˈdiːnən
deinerˈdaɪ̯nɐ
Huldhʊlt
.
ELSA
Dochdɔx
ichɪç
zuvort͡suˈfoːɐ̯
schonʃoːn
hatteˈhatə
dichdɪç
gesehenɡəˈzeːən
,
iniˈʔɛn
sel'gem
Traumeˈtʁaʊ̯mə
warstvaːɐ̯st
duduː
mirmiːɐ̯
genahtɡəˈnaːt
;
alsals
ichɪç
nunnuːn
wachendˈvaxn̩t
dichdɪç
sahzaː
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
stehenˈʃteːən
,
erkannt'
ichɪç
,
dassdas
duduː
kamstkaːmst
aufaʊ̯f
Gottesˈɡɔtəs
Ratʁaːt
.
Dadaː
wollteˈvɔltə
ichɪç
vorfoːɐ̯
deinemˈdaɪ̯nəm
Blickblɪk
zerfliessen[t͡sɛɐ̯ˈfliːsn̩]
,
gleichɡlaɪ̯ç
einemˈaɪ̯nəm
Bachbax
umwindenʊmˈvɪndn̩
deinenˈdaɪ̯nən
Schrittʃʁɪt
,
alsals
eineˈaɪ̯nə
Blumeˈbluːmə
,
duftendˈdʊftn̩t
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Wiesenˈviːzn̩
,
wollt'
ichɪç
entzücktɛntˈt͡sʏkt
michmɪç
beugenˈbɔɪ̯ɡn̩
deinemˈdaɪ̯nəm
Tritttʁɪt
.
Istɪst
diesdaɪs
nurnuːɐ̯
Liebeˈliːbə
?
Wieviː
sollzɔl
ichɪç
eseːs
nennenˈnɛnən
,
diesdaɪs
Wortvɔʁt
,
sozoː
unaussprechlichˈʊnʔaʊ̯sˌʃpʁɛçlɪç
wonnevoll
,
wieviː
achax
!
deindaɪ̯n
Nameˈnaːmə
-
dendeːn
ichɪç
nieniː
darfdaʁf
kennenˈkɛnən
,
beibaɪ̯
demdeːm
ichɪç
nieniː
meinmaɪ̯n
Höchstesˈhøːçstəs
nennenˈnɛnən
sollzɔl
!
LOHENGRIN
Elsaˈʔɛlza
!
ELSA
Wieviː
süsszyːs
meinmaɪ̯n
Nameˈnaːmə
deinemˈdaɪ̯nəm
Mundmʊnt
entgleitetɛntˈɡlaɪ̯tət
!
Gönnstɡœnst
duduː
desdɛs
deinenˈdaɪ̯nən
holdenˈhɔldn̩
Klangklaŋ
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
?
Nurnuːɐ̯
,
wennvɛn
zurt͡suːɐ̯
Liebesstille
wirviːɐ̯
geleitetɡəˈlaɪ̯tət
,
sollstzɔlst
duduː
gestattenɡəˈʃtatn̩
,
dassdas
meinmaɪ̯n
Mundmʊnt
ihniːn
sprichtʃpʁɪçt
.
LOHENGRIN
Meinmaɪ̯n
süsses
Weibvaɪ̯p
!
ELSA
Einsamˈaɪ̯nzaːm
,
wennvɛn
niemandˈniːmant
wachtvaxt
;
nieniː
seizaɪ̯
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
ereːɐ̯
zut͡suː
Gehörɡəˈhøːɐ̯
gebrachtɡəˈbʁaxt
!
sie freundlich umfassend und durch das offene Fenster auf den Blumengarten deutend
LOHENGRIN
Atmestˈaːtməst
duduː
nichtnɪçt
mitmɪt
mirmiːɐ̯
diedaɪ
süssen
Düfteˈdʏftə
?
O
wieviː
sozoː
holdhɔlt
berauschenbəˈʁaʊ̯ʃn̩
sieziː
dendeːn
Sinnzɪn
!
Geheimnisvollɡəˈhaɪ̯mnɪsˌfɔl
sieziː
nahenˈnaːən
durchdʊʁç
diedaɪ
Lüfteˈlʏftə
,
fraglosˈfʁaːkloːs
geb'
ihremˈiːʁəm
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
ichɪç
michmɪç
hinhɪn
.
Sozoː
istɪst
derdeːɐ̯
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
,
derdeːɐ̯
michmɪç
dirdiːɐ̯
verbundenfɛɐ̯ˈbʊndn̩
,
dadaː
alsals
ichɪç
zuerstt͡suˈʔeːɐ̯st
,
duduː
Süsseˈzyːsə
,
dichdɪç
ersahɛɐ̯ˈzaː
;
nichtnɪçt
deineˈdaɪ̯nə
Artaːɐ̯t
ichɪç
brauchteˈbʁaʊ̯xtə
zut͡suː
erkundenɛɐ̯ˈkʊndn̩
,
dichdɪç
sahzaː
meinmaɪ̯n
Aug'
-
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
begriffbəˈɡʁɪf
dichdɪç
dadaː
.
Wieviː
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Düfteˈdʏftə
holdhɔlt
dendeːn
Sinnzɪn
berückenbəˈʁʏkn̩
,
nahn
sieziː
mirmiːɐ̯
gleichɡlaɪ̯ç
ausaʊ̯s
rätselvoller
Nachtnaxt
:
Sozoː
deineˈdaɪ̯nə
Reineˈʁaɪ̯nə
mussteˈmʊstə
michmɪç
entzückenɛntˈt͡sʏkn̩
,
traftʁaːf
ichɪç
dichdɪç
auchaʊ̯x
iniˈʔɛn
schwererˈʃveːʁɐ
Schuldʃʊlt
Verdachtfɛɐ̯ˈdaxt
.
birgt ihre Beschämung, indem sie sich demütig an ihn schmiegt
ELSA
Achax
,
könnt'
ichɪç
deinerˈdaɪ̯nɐ
wertveːɐ̯t
erscheinenɛɐ̯ˈʃaɪ̯nən
,
müsst'
ichɪç
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
nichtnɪçt
blossbloːs
vergehn
;
könnt'
einaɪ̯n
Verdienstfɛɐ̯ˈdiːnst
michmɪç
dirdiːɐ̯
vereinenfɛɐ̯ˈʔaɪ̯nən
,
dürft'
ichɪç
iniˈʔɛn
Peinpaɪ̯n
fürfyːɐ̯
dichdɪç
michmɪç
sehnzeːn
!
Wieviː
duduː
michmɪç
trafsttʁaːfst
vorfoːɐ̯
schwererˈʃveːʁɐ
Klageˈklaːɡə
,
o
wüssteˈvʏstə
ichɪç
auchaʊ̯x
dichdɪç
iniˈʔɛn
Notnoːt
;
dassdas
mutvoll
ichɪç
einaɪ̯n
Mühenˈmyːən
trageˈtʁaːɡə
,
kennt'
ichɪç
einaɪ̯n
Sorgenˈzɔʁɡn̩
,
dasdas
dirdiːɐ̯
drohtdʁoːt
!
Wär'
dasdas
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
sozoː
geartetɡəˈʔaːɐ̯tət
,
dasdas
allerˈalɐ
Weltvɛlt
verschweigtfɛɐ̯ˈʃvaɪ̯kt
deindaɪ̯n
Mundmʊnt
?
Vielleichtfiˈlaɪ̯çt
,
dassdas
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
dichdɪç
erwartetɛɐ̯ˈvaʁtət
,
würd'
allerˈalɐ
Weltvɛlt
eseːs
offenˈɔfn̩
kundkʊnt
?
Wär'
eseːs
sozoː
undʊnt
dürft'
ich's
wissenˈvɪsn̩
,
dürft'
ichɪç
iniˈʔɛn
meinerˈmaɪ̯nɐ
Machtmaxt
eseːs
sehnzeːn
,
durchdʊʁç
keinesˈkaɪ̯nəs
Drohndʁoːn
seizaɪ̯
mir's
entrissenɛntˈʁɪsn̩
,
fürfyːɐ̯
dichdɪç
wollt'
ichɪç
zut͡suː
Todeˈtoːdə
gehnɡeːn
!
LOHENGRIN
Geliebteɡəˈliːptə
!
ELSA
O
machmax
michmɪç
stolzʃtɔlt͡s
durchdʊʁç
deindaɪ̯n
Vertrauenfɛɐ̯ˈtʁaʊ̯ən
,
dassdas
ichɪç
iniˈʔɛn
Unwertˈʊnveːɐ̯t
nichtnɪçt
vergeh'
!
Lasslas
deindaɪ̯n
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
michmɪç
erschauenɛɐ̯ˈʃaʊ̯ən
,
dassdas
,
werveːɐ̯
duduː
bistbɪst
,
ichɪç
offenˈɔfn̩
seh'
!
LOHENGRIN
Achax
,
schweigeˈʃvaɪ̯ɡə
,
Elsaˈʔɛlza
!
ELSA
Meinerˈmaɪ̯nɐ
Treueˈtʁɔɪ̯ə
enthülleɛntˈhʏlə
deinesˈdaɪ̯nəs
Adelsˈaːdl̩s
Wertveːɐ̯t
!
Wohervoˈheːɐ̯
duduː
kamstkaːmst
,
sagzaːk
ohneˈoːnə
Reueˈʁɔɪ̯ə
-
durchdʊʁç
michmɪç
seizaɪ̯
Schweigensˈʃvaɪ̯ɡəns
Kraftkʁaft
bewährtbəˈvɛːɐ̯t
!
streng und ernst einige Schritte zurücktretend
LOHENGRIN
Höchstesˈhøːçstəs
Vertraun
hasthast
duduː
mirmiːɐ̯
schonʃoːn
zut͡suː
dankenˈdaŋkn̩
,
dadaː
deinemˈdaɪ̯nəm
Schwurʃvuːɐ̯
ichɪç
Glaubenˈɡlaʊ̯bn̩
gernɡɛʁn
gewährtɡəˈvɛːɐ̯t
;
wirstvɪʁst
nimmerˈnɪmɐ
duduː
vorfoːɐ̯
demdeːm
Geboteɡəˈboːtə
wankenˈvaŋkn̩
,
hochhoːx
überˈyːbɐ
alleˈalə
Fraun
dünkstdʏŋkst
duduː
michmɪç
wertveːɐ̯t
!
Er wendet sich schnell wieder liebevoll zu Elsa
LOHENGRIN
Anaːˈʔɛn
meineˈmaɪ̯nə
Brustbʁʊst
,
duduː
Süsseˈzyːsə
,
Reineˈʁaɪ̯nə
!
Seizaɪ̯
meinesˈmaɪ̯nəs
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
Glühenˈɡlyːən
nahnaː
,
dassdas
michmɪç
deindaɪ̯n
Augeˈaʊ̯ɡə
sanftzanft
bescheinebəˈʃaɪ̯nə
,
iniˈʔɛn
demdeːm
ichɪç
allaːʔɛlˈʔɛl
meinmaɪ̯n
Glückɡlʏk
ersahɛɐ̯ˈzaː
!
O
gönneˈɡœnə
mirmiːɐ̯
,
dassdas
mitmɪt
Entzückenɛntˈt͡sʏkn̩
ichɪç
deinenˈdaɪ̯nən
Atemˈaːtəm
saugeˈzaʊ̯ɡə
einaɪ̯n
:
Lasslas
festfɛst
,
achax
!
festfɛst
anaːˈʔɛn
michmɪç
dichdɪç
drückenˈdʁʏkn̩
,
dassdas
ichɪç
iniˈʔɛn
dirdiːɐ̯
mög'
glücklichˈɡlʏklɪç
seinzaɪ̯n
!
Deindaɪ̯n
Liebenˈliːbn̩
mussmʊs
mirmiːɐ̯
hochhoːx
entgeltenɛntˈɡɛltn̩
fürfyːɐ̯
dasdas
,
wasvas
ichɪç
umʊm
dichdɪç
verliess
;
keinkaɪ̯n
Losloːs
iniˈʔɛn
Gottesˈɡɔtəs
weitenˈvaɪ̯tn̩
Weltenˈvɛltn̩
wohlvoːl
edlerˈeːdlɐ
alsals
dasdas
meineˈmaɪ̯nə
hiess
.
Böt'
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Königˈkøːnɪk
seineˈzaɪ̯nə
Kroneˈkʁoːnə
,
ichɪç
dürfteˈdʏʁftə
sieziː
mitmɪt
Rechtʁɛçt
verschmähn
.
Dasdas
einz'ge
,
wasvas
meinmaɪ̯n
Opferˈɔp͡fɐ
lohneˈloːnə
,
mussmʊs
ichɪç
iniˈʔɛn
deinerˈdaɪ̯nɐ
Lieb'
ersehnɛɐ̯ˈzeːn
!
Drumdʁʊm
wolleˈvɔlə
stetsʃteːt͡s
dendeːn
Zweifelˈt͡svaɪ̯fl̩
meidenˈmaɪ̯dn̩
,
deindaɪ̯n
Liebenˈliːbn̩
seizaɪ̯
meinmaɪ̯n
stolzʃtɔlt͡s
Gewährɡəˈvɛːɐ̯
!
Denndɛn
nichtnɪçt
komm'
ichɪç
ausaʊ̯s
Nachtnaxt
undʊnt
Leidenˈlaɪ̯dn̩
,
ausaʊ̯s
Glanzɡlant͡s
undʊnt
Wonneˈvɔnə
komm'
ichɪç
herheːɐ̯
!
ELSA
Hilfhɪlf
Gottɡɔt
,
wasvas
mussmʊs
ichɪç
hörenˈhøːʁən
!
Welchvɛlç
Zeugnisˈt͡sɔɪ̯knɪs
gabɡaːp
deindaɪ̯n
Mundmʊnt
!
Duduː
wolltestˈvɔltəst
michmɪç
betörenbəˈtøːʁən
,
nunnuːn
wirdvɪʁt
mirmiːɐ̯
Jammerˈjamɐ
kundkʊnt
!
Dasdas
Losloːs
,
demdeːm
duduː
entronnenɛntˈʁɔnən
,
eseːs
warvaːɐ̯
deindaɪ̯n
höchstesˈhøːçstəs
Glückɡlʏk
;
duduː
kamstkaːmst
zut͡suː
mirmiːɐ̯
ausaʊ̯s
Wonnenˈvɔnən
undʊnt
sehnestˈzeːnəst
dichdɪç
zurückt͡suˈʁʏk
!
Wieviː
sollzɔl
ichɪç
Ärmsteˈɛʁmstə
glaubenˈɡlaʊ̯bn̩
,
dirdiːɐ̯
g'nüge
meineˈmaɪ̯nə
Treu'
?
Einaɪ̯n
Tagtaːk
wirdvɪʁt
dichdɪç
mirmiːɐ̯
raubenˈʁaʊ̯bm̩
durchdʊʁç
deinerˈdaɪ̯nɐ
Liebeˈliːbə
Reu'
!
LOHENGRIN
Halthalt
einaɪ̯n
,
dichdɪç
sozoː
zut͡suː
quälenˈkvɛːlən
!
ELSA
Wasvas
quälestˈkvɛːləst
duduː
michmɪç
dochdɔx
!
Sollzɔl
ichɪç
diedaɪ
Tageˈtaːɡə
zählenˈt͡sɛːlən
,
diedaɪ
duduː
mirmiːɐ̯
bleibestˈblaɪ̯bəst
nochnɔx
?
Iniˈʔɛn
Sorg'
umʊm
deindaɪ̯n
Verweilenfɛɐ̯ˈvaɪ̯lən
verblühtfɛɐ̯ˈblyːt
diedaɪ
Wangeˈvaŋə
mirmiːɐ̯
-
danndan
wirstvɪʁst
duduː
mirmiːɐ̯
enteilenɛntˈʔaɪ̯lən
,
imiˈʔɛm
Elendˈeːlɛnt
bleib'
ichɪç
hierhiːɐ̯
!
LOHENGRIN
Nieniː
sollzɔl
deindaɪ̯n
Reizʁaɪ̯t͡s
entschwindenɛntˈʃvɪndn̩
,
bleibstblaɪ̯pst
duduː
vonfɔn
Zweifelˈt͡svaɪ̯fl̩
reinʁaɪ̯n
!
ELSA
Achax
,
dichdɪç
anaːˈʔɛn
michmɪç
zut͡suː
bindenˈbɪndn̩
,
wieviː
sollt'
ichɪç
mächtigˈmɛçtɪk
seinzaɪ̯n
?
Vollfɔl
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
istɪst
deindaɪ̯n
Wesenˈveːzn̩
,
durchdʊʁç
Wunderˈvʊndɐ
kamstkaːmst
duduː
herheːɐ̯
;
wieviː
sollt'
ichɪç
dadaː
genesenɡeˈneːzn̩
,
wovoː
fänd'
ichɪç
dein'
Gewährɡəˈvɛːɐ̯
?
Sie schreckt in heftigster Aufregung zusammen und hält an, wie um zu lauschen.
ELSA
Hörtestˈhøːɐ̯təst
duduː
nichtsnɪçt͡s
?
Vernahmest
duduː
keinkaɪ̯n
Kommenˈkɔmən
?
LOHENGRIN
Elsaˈʔɛlza
!
ELSA
Achax
neinnaɪ̯n
!
vor sich hinstarrend
ELSA
Dochdɔx
,
dortdɔʁt
-
derdeːɐ̯
Schwanʃvaːn
-
derdeːɐ̯
Schwanʃvaːn
!
Dortdɔʁt
kommtkɔmt
ereːɐ̯
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Wasserflut
geschwommenɡəˈʃvɔmən
-
duduː
rufestˈʁuːfəst
ihmiːm
-
ereːɐ̯
ziehtt͡siːt
herbeihɛɐ̯ˈbaɪ̯
dendeːn
Kahnkaːn
!
LOHENGRIN
Elsaˈʔɛlza
!
Halthalt
einaɪ̯n
!
Beruh'ge
deinenˈdaɪ̯nən
Wahnvaːn
!
ELSA
Nichtsnɪçt͡s
kannkan
mirmiːɐ̯
Ruheˈʁuːə
gebenˈɡeːbm̩
,
demdeːm
Wahnvaːn
michmɪç
nichtsnɪçt͡s
entreisstɛntˈʁaɪ̯sən
,
alsals
-
gelt'
eseːs
auchaʊ̯x
meinmaɪ̯n
Lebenˈleːbm̩
-
zut͡suː
wissenˈvɪsn̩
,
werveːɐ̯
duduː
seistzaɪ̯st
!
LOHENGRIN
Elsaˈʔɛlza
,
wasvas
willstvɪlst
duduː
wagenˈvaːɡn̩
?
ELSA
Unseligˈʊnˌzeːlɪk
holderˈhɔldɐ
Mannman
,
hörhøːɐ̯
,
wasvas
ichɪç
dichdɪç
mussmʊs
fragenˈfʁaːɡn̩
!
Dendeːn
Namenˈnaːmən
sagzaːk
mirmiːɐ̯
anaːˈʔɛn
!
LOHENGRIN
Halthalt
einaɪ̯n
!
ELSA
Wohervoˈheːɐ̯
derdeːɐ̯
Fahrtfaːɐ̯t
!
LOHENGRIN
Wehveː
dirdiːɐ̯
!
ELSA
Wieviː
deineˈdaɪ̯nə
Artaːɐ̯t
?
LOHENGRIN
Wehveː
unsʊns
,
wasvas
tatestˈtaːtəst
duduː
!
die vor Lohengrin steht, welcher den Hintergrund im Rücken hat, gewahrt Friedrich und seine vier Genossen, welche mit gezückten Schwertern durch eine hintere Tür hereinbrechen.
ELSA
Retteˈʁɛtə
dichdɪç
!
Deindaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
,
deindaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
!
Sie reicht das am Ruhebett angelegte Schwert hastig Lohengrin, so dass dieser schnell es aus der Scheide, welche sie hält, ziehen kann.
Lohengrin streckt Friedrich, welcher nach ihm ausholt, mit einem Streiche tot zu Boden; den entsetzten Edlen entfallen die Schwerter, sie stürzen zu Lohengrins Füssen auf die Knie. Elsa, die sich an Lohengrins Brust geworfen hatte, sinkt ohnmächtig langsam an ihm zu Boden.
steht allein aufrecht
LOHENGRIN
Wehveː
,
nunnuːn
istɪst
allaːʔɛlˈʔɛl
unserˈʊnzɐ
Glückɡlʏk
dahindaˈhɪn
!
Er neigt sich zu Elsa hinab, erhebt sie sanft und lehnt sie auf das Ruhebett.
die Augen aufschlagend
ELSA
Allewiger
,
erbarmɛɐ̯ˈbaʁm
dichdɪç
meinmaɪ̯n
!
Der Tag ist in allmählichem Anbruche begriffen; die tiefer herabgebrannten Kerzen drohen zu erlöschen. Auf Lohengrins Zeichen erheben sich die vier Edlen.
LOHENGRIN
Tragttʁaːkt
dendeːn
Erschlagnen
vorfoːɐ̯
desdɛs
Königsˈkøːnɪks
Gerichtɡəˈʁɪçt
!
Die Edlen nehmen die Leiche Friedrichs auf und entfernen sich mit ihr durch eine Tür des Hintergrundes. Lohengrin läutet an einem Glockenzuge; vier Frauen treten von links ein.
zu den Frauen
LOHENGRIN
Sieziː
vorfoːɐ̯
dendeːn
Königˈkøːnɪk
zut͡suː
geleitenɡəˈlaɪ̯tn̩
,
schmücktʃmʏkt
Elsaˈʔɛlza
,
meineˈmaɪ̯nə
süsseˈzyːsə
Fraufʁaʊ̯
!
Dortdɔʁt
willvɪl
ichɪç
Antwortˈantvɔʁt
ihriːɐ̯
bereitenbəˈʁaɪ̯tn̩
,
dassdas
sieziː
desdɛs
Gattenˈɡatn̩
Artaːɐ̯t
erschau'
.
Er entfernt sich mit traurig feierlicher Haltung durch die Tür rechts. Die Frauen geleiten Elsa, die keiner Bewegung mächtig ist, nach links ab. Der Tag hat langsam begonnen zu grauen; die Kerzen sind verloschen. Wie aus dem Burghofe heraufhört man Heerhörner einen Aufruf blasen.
Die Aue am Ufer der Schelde, wie im 1. Akt. Glühende Morgenröte, allmählicher Anbruch des vollen Tages.
Ein Graf mit seinem Heergefolge zieht im Vordergrunde rechts auf, steigt vom Pferde und übergibt dies einem Knechte. Zwei Edelknaben tragen ihm Schild und Speer. Er pflanzt sein Banner auf,
sein Heergefolge sammelt sich um dasselbe.
Während ein zweiter Graf auf die Weise wie der erste einzieht, hört man bereits die Trompeten eines dritten sich nähern.
Ein dritter Graf zieht mit seinem Heergefolge ebenso ein. Die neuen Scharen sammeln sich um ihre Banner; die Grafen und Edlen begrüssen sich, prüfen und loben ihre Waffen usw.
Ein vierter Graf zieht mit seinem Gefolge von rechts her ein und stellt sich bis in die Mitte des Hintergrundes auf.
Als von links die Trompeten des Königs vernommen werden, eilt alles, um sich um die Banner zu ordnen. Der König mit seinem sächsischen Heerbann zieht von links ein.
als der König unter der Eiche angelangt ist
ALLE MÄNNER
Heilhaɪ̯l
Königˈkøːnɪk
Heinrichˈhaɪ̯nʁɪç
!
Königˈkøːnɪk
Heinrichˈhaɪ̯nʁɪç
Heilhaɪ̯l
!
KÖNIG HEINRICH
Habthaːpt
Dankdaŋk
,
ihriːɐ̯
Liebenˈliːbn̩
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Wieviː
fühl'
ichɪç
stolzʃtɔlt͡s
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
entbranntɛntˈbʁant
,
find'
ichɪç
iniˈʔɛn
jedemˈjeːdəm
deutschenˈdɔɪ̯t͡ʃn̩
Landlant
sozoː
kräftigˈkʁɛftɪk
reichenˈʁaɪ̯çn̩
Heerverband
!
Nunnuːn
sollzɔl
desdɛs
Reichesˈʁaɪ̯çəs
Feindfaɪ̯nt
sichzɪç
nahn
,
wirviːɐ̯
wollenˈvɔlən
tapferˈtap͡fɐ
ihniːn
empfahn
:
Ausaʊ̯s
seinemˈzaɪ̯nəm
ödenˈøːdn̩
Ostɔst
daherdaˈheːɐ̯
sollzɔl
ereːɐ̯
sichzɪç
nimmerˈnɪmɐ
wagenˈvaːɡn̩
mehrmeːɐ̯
!
Fürfyːɐ̯
deutschesˈdɔɪ̯t͡ʃəs
Landlant
dasdas
deutscheˈdɔɪ̯t͡ʃə
Schwertʃveːɐ̯t
!
Sozoː
seizaɪ̯
desdɛs
Reichesˈʁaɪ̯çəs
Kraftkʁaft
bewährtbəˈvɛːɐ̯t
!
ALLE MÄNNER
Fürfyːɐ̯
deutschesˈdɔɪ̯t͡ʃəs
Landlant
dasdas
deutscheˈdɔɪ̯t͡ʃə
Schwertʃveːɐ̯t
!
Sozoː
seizaɪ̯
desdɛs
Reichesˈʁaɪ̯çəs
Kraftkʁaft
bewährtbəˈvɛːɐ̯t
!
KÖNIG HEINRICH
Wovoː
weiltvaɪ̯lt
nunnuːn
derdeːɐ̯
,
dendeːn
Gottɡɔt
gesandtɡəˈzant
zumt͡sʊm
Ruhmʁuːm
,
zurt͡suːɐ̯
Grösseˈɡʁøːsə
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
?
Ein scheues Gedränge ist entstanden; die vier brabantischen Edlen bringen auf einer Bahre Friedrichs verhüllte Leiche getragen und setzen sie in der Mitte der Bühne nieder. Alles blickt sich unheimlich fragend an.
DIE MÄNNER
Wasvas
bringenˈbʁɪŋən
diedaɪ
?
Wasvas
tuntjuːn
sieziː
kundkʊnt
?
Diedaɪ
Mannenˈmanən
sind's
desdɛs
Telramund
!
KÖNIG HEINRICH
Wenveːn
führtfyːɐ̯t
ihriːɐ̯
herheːɐ̯
?
Wasvas
sollzɔl
ichɪç
schaun
?
Michmɪç
fasstfast
beibaɪ̯
euremˈɔʏ̯ɐ
Anblickˈanˌblɪk
Graun
!
Diedaɪ
VIERfiːɐ̯
EDLENˈeːdlən
Sozoː
will's
derdeːɐ̯
Schützerˈʃʏt͡sɐ
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
;
werveːɐ̯
dieserˈdiːzɐ
istɪst
,
machtmaxt
ereːɐ̯
bekanntbəˈkant
!
Elsa, mit grossem Gefolge von Frauen, tritt auf und schreitet langsam, wankenden Schrittes in den Vordergrund.
KÖNIG HEINRICH
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Sehtzeːt
,
Elsaˈʔɛlza
nahtnaːt
,
diedaɪ
Tugendreicheˈtuːɡn̩tˌʁaɪ̯çə
!
Wieviː
istɪst
ihriːɐ̯
Antlitzˈantˌlɪt͡s
trübtʁyːp
undʊnt
bleicheˈblaɪ̯çə
!
der Elsa entgegengegangen ist und sie nach einem hohen Sitze, ihm gegenüber, geleitet
KÖNIG HEINRICH
Wieviː
mussmʊs
ichɪç
dichdɪç
sozoː
traurigˈtʁaʊ̯ʁɪk
sehnzeːn
!
Willvɪl
dirdiːɐ̯
sozoː
nahnaː
diedaɪ
Trennungˈtʁɛnʊŋ
gehnɡeːn
?
Elsa versucht vor ihm aufzublicken, vermag es aber nicht. Grosses Gedränge entsteht im Hintergrunde.
EINIGE MÄNNER
Machtmaxt
Platzplat͡s
demdeːm
Heldenˈhɛldn̩
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Lohengrin, ganz so gewaffnet wie im ersten Akt, tritt ohne Gefolge auf und schreitet feierlich und ernst in den Vordergrund.
ALLE MÄNNER
Heilhaɪ̯l
demdeːm
Heldenˈhɛldn̩
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Heilhaɪ̯l
!
Heilhaɪ̯l
!
hat seinen Platz unter der Eiche wieder eingenommen
KÖNIG HEINRICH
Heilhaɪ̯l
deinemˈdaɪ̯nəm
Kommenˈkɔmən
,
teurerˈtɔɪ̯ʁɐ
Heldhɛlt
!
Diedaɪ
duduː
sozoː
treulich
riefstʁiːfst
insɪns
Feldfɛlt
,
diedaɪ
harrenˈhaʁən
deindaɪ̯n
iniˈʔɛn
Streitesˈʃtʁaɪ̯təs
Lustluːst
,
vonfɔn
dirdiːɐ̯
geführtɡəˈfyːɐ̯t
,
desdɛs
Siegsziːks
bewusstbəˈvʊst
.
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Wirviːɐ̯
harrenˈhaʁən
deindaɪ̯n
iniˈʔɛn
Streitesˈʃtʁaɪ̯təs
Lustluːst
,
vonfɔn
dirdiːɐ̯
geführtɡəˈfyːɐ̯t
,
desdɛs
Siegsziːks
bewusstbəˈvʊst
.
LOHENGRIN
Meinmaɪ̯n
Herrhɛʁ
undʊnt
Königˈkøːnɪk
,
lasslas
dirdiːɐ̯
meldenˈmɛldn̩
:
Diedaɪ
ichɪç
beriefbəˈʁiːf
,
diedaɪ
kühnenˈkyːnən
Heldenˈhɛldn̩
,
zumt͡sʊm
Streitʃtʁaɪ̯t
sieziː
führenˈfyːʁən
darfdaʁf
ichɪç
nichtnɪçt
!
Alle drücken höchste Betroffenheit aus.
LOHENGRIN
Derdeːɐ̯
KÖNIGˈkøːnɪk
undʊnt
diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Hilfhɪlf
Gottɡɔt
!
Welchvɛlç
hartesˈhaʁtəs
Wortvɔʁt
ereːɐ̯
sprichtʃpʁɪçt
!
Diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Hilfhɪlf
Gottɡɔt
!
Alsals
Streitgenoss
binbɪn
ichɪç
nichtnɪçt
hergekommenˈheːɐ̯ɡəˌkɔmən
;
alsals
Klägerˈklɛːɡɐ
seizaɪ̯
ichɪç
jetztjɛt͡st
vonfɔn
euchɔɪ̯ç
vernommenfɛɐ̯ˈnɔmən
!
Er enthüllt Friedrichs Leiche, von deren Anblick sich alle mit Abscheu abwenden.
LOHENGRIN
Zumt͡sʊm
erstenˈeːɐ̯stn̩
klageˈklaːɡə
lautlaʊ̯t
ichɪç
vorfoːɐ̯
euchɔɪ̯ç
allenˈælən
undʊnt
frag'
umʊm
Spruchʃpʁʊx
nachnaːx
Rechtʁɛçt
undʊnt
Fugfuːk
:
Dadaː
dieserˈdiːzɐ
Mannman
zurt͡suːɐ̯
Nachtnaxt
michmɪç
überfallenˈyːbɐˌfalən
,
sagtzaːkt
,
oboːˈbeː
ichɪç
ihniːn
mitmɪt
Rechtʁɛçt
erschlugɛɐ̯ˈʃluːk
?
Derdeːɐ̯
KÖNIGˈkøːnɪk
undʊnt
diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
die Hand feierlich nach der Leiche ausstreckend
LOHENGRIN
Wieviː
deineˈdaɪ̯nə
Handhant
ihniːn
schlugʃluːk
aufaʊ̯f
Erdenˈeːɐ̯dn̩
,
sollzɔl
dortdɔʁt
ihmiːm
Gottesˈɡɔtəs
Strafeˈʃtʁaːfə
werdenˈveːɐ̯dn̩
!
Zumt͡sʊm
andernˈandɐn
aberˈaːbɐ
solltzɔlt
ihriːɐ̯
Klageˈklaːɡə
hörenˈhøːʁən
,
denndɛn
allerˈalɐ
Weltvɛlt
nunnuːn
klag'
ichɪç
lautlaʊ̯t
,
dassdas
zumt͡sʊm
Verratfɛɐ̯ˈʁaːt
anaːˈʔɛn
mirmiːɐ̯
sichzɪç
liess
betörenbəˈtøːʁən
dasdas
Weibvaɪ̯p
,
dasdas
Gottɡɔt
mirmiːɐ̯
angetraut
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Elsaˈʔɛlza
!
Wieviː
mochteˈmɔxtə
dasdas
geschehn
?
Wieviː
konntestˈkɔntəst
duduː
dichdɪç
sozoː
vergehn
?
KÖNIG HEINRICH
Elsaˈʔɛlza
!
Wieviː
konntestˈkɔntəst
duduː
dichdɪç
sozoː
vergehn
?
Diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
mit klagenden Gebärden auf Elsa blickend
KÖNIG HEINRICH
Weheˈveːə
dirdiːɐ̯
,
Elsaˈʔɛlza
!
LOHENGRIN
Ihriːɐ̯
hörtetˈhøːɐ̯tət
alleˈalə
,
wieviː
sieziː
mirmiːɐ̯
versprochenfɛɐ̯ˈʃpʁɔxn̩
,
dassdas
nieniː
sieziː
wollt'
erfragenɛɐ̯ˈfʁaːɡn̩
,
werveːɐ̯
ichɪç
binbɪn
?
Nunnuːn
hathat
sieziː
ihrenˈiːʁən
teurenˈtɔɪ̯ʁən
Schwurʃvuːɐ̯
gebrochenɡəˈbʁɔxn̩
,
treulosem[tʁɔʏloːs]
Ratʁaːt
gabɡaːp
sieziː
ihriːɐ̯
Herzhɛʁt͡s
dahindaˈhɪn
!
Alle drücken die heftigste Erschütterung aus
LOHENGRIN
Zut͡suː
lohnenˈloːnən
ihresˈiːʁəs
Zweifelsˈt͡svaɪ̯fəls
wildemˈvɪldəm
Fragenˈfʁaːɡn̩
,
seizaɪ̯
nunnuːn
diedaɪ
Antwortˈantvɔʁt
längerˈlɛŋɐ
nichtnɪçt
gespartɡəˈʃpaːɐ̯t
:
Desdɛs
Feindesˈfaɪ̯ndəs
Drängenˈdʁɛŋən
durft'
ichɪç
sieziː
versagenfɛɐ̯ˈzaːɡn̩
,
nunnuːn
mussmʊs
ichɪç
kündenˈkʏndn̩
,
wieviː
meinmaɪ̯n
Nam'
undʊnt
Artaːɐ̯t
.
Mit immer steigender Verklärung seiner Mienen
LOHENGRIN
Jetztjɛt͡st
merketˈmɛʁkət
wohlvoːl
,
oboːˈbeː
ichɪç
dendeːn
Tagtaːk
mussmʊs
scheuenˈʃɔɪ̯ən
:
Vorfoːɐ̯
allerˈalɐ
Weltvɛlt
,
vorfoːɐ̯
Königˈkøːnɪk
undʊnt
vorfoːɐ̯
Reichʁaɪ̯ç
enthülleɛntˈhʏlə
meinmaɪ̯n
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
ichɪç
iniˈʔɛn
Treuenˈtʁɔɪ̯ən
.
sich hoch aufrichtend
LOHENGRIN
Sozoː
hörthøːɐ̯t
,
oboːˈbeː
ichɪç
anaːˈʔɛn
Adelˈaːdl̩
euchɔɪ̯ç
nichtnɪçt
gleichɡlaɪ̯ç
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Welchvɛlç
Unerhörtesˈʊnʔɛɐ̯ˌhøːɐ̯təs
mussmʊs
ichɪç
nunnuːn
erfahrenɛɐ̯ˈfaːʁən
?
O
könnt'
ereːɐ̯
diedaɪ
erzwungne
Kundeˈkʊndə
sichzɪç
ersparenɛɐ̯ˈʃpaːʁən
!
KÖNIG HEINRICH
Wasvas
mussmʊs
ichɪç
nunnuːn
erfahrenɛɐ̯ˈfaːʁən
?
O
könnt'
ereːɐ̯
diedaɪ
Kundeˈkʊndə
sichzɪç
ersparenɛɐ̯ˈʃpaːʁən
!
in feierlicher Verklärung vor sich herblickend
LOHENGRIN
Iniˈʔɛn
fernemˈfɛʁnəm
Landlant
,
unnahbarʊnˈnaːbaːɐ̯
eurenˈɔʏ̯ɐ
Schrittenˈʃʁɪtn̩
,
liegtliːkt
eineˈaɪ̯nə
Burgbʊʁk
,
diedaɪ
Montsalvat
genanntɡəˈnant
;
einaɪ̯n
lichterˈlɪçtɐ
Tempelˈtɛmpl̩
stehetˈʃteːət
dortdɔʁt
inmittenɪnˈmɪtn̩
,
sozoː
kostbarˈkɔstbaːɐ̯
,
alsals
aufaʊ̯f
Erdenˈeːɐ̯dn̩
nichtsnɪçt͡s
bekanntbəˈkant
;
drindʁɪn
einaɪ̯n
Gefässɡəˈfɛːs
vonfɔn
wundertät'gem
Segenˈzeːɡn̩
wirdvɪʁt
dortdɔʁt
alsals
höchstesˈhøːçstəs
Heiligtumˈhaɪ̯lɪktuːm
bewachtbəˈvaxt
:
Eseːs
wardvaʁt
,
dassdas
seinzaɪ̯n
derdeːɐ̯
Menschenˈmɛnʃn̩
reinsteˈʁaɪ̯nstə
pflegenˈp͡fleːɡn̩
,
herabhɛˈʁap
vonfɔn
einerˈaɪ̯nɐ
Engelschar
gebrachtɡəˈbʁaxt
;
alljährlichˈalˈjɛːɐ̯lɪç
nahtnaːt
vomfɔm
Himmelˈhɪml̩
eineˈaɪ̯nə
Taubeˈtaʊ̯bə
,
umʊm
neunɔɪ̯
zut͡suː
stärkenˈʃtɛʁkn̩
seineˈzaɪ̯nə
Wunderkraft
:
Eseːs
heisst
derdeːɐ̯
Gralɡʁaːl
,
undʊnt
seligˈzeːlɪk
reinsterˈʁaɪ̯nstɐ
Glaubeˈɡlaʊ̯bə
erteiltɛɐ̯ˈtaɪ̯lt
durchdʊʁç
ihniːn
sichzɪç
seinerˈzaɪ̯nɐ
Ritterschaftˈʁɪtɐʃaft
.
Werveːɐ̯
nunnuːn
demdeːm
Gralɡʁaːl
zut͡suː
dienenˈdiːnən
istɪst
erkorenɛɐ̯ˈkoːʁən
,
dendeːn
rüstetˈʁʏstət
ereːɐ̯
mitmɪt
überird'scher
Machtmaxt
;
anaːˈʔɛn
demdeːm
istɪst
jedesˈjeːdəs
Bösenˈbøːzn̩
Trugtʁuːk
verlorenfɛɐ̯ˈloːʁən
,
wennvɛn
ihniːn
ereːɐ̯
siehtziːt
,
weichtvaɪ̯çt
demdeːm
desdɛs
Todesˈtoːdəs
Nachtnaxt
.
Selbstzɛlpst
werveːɐ̯
vonfɔn
ihmiːm
iniˈʔɛn
ferneˈfɛʁnə
Land'
entsendetɛntˈzɛndət
,
zumt͡sʊm
Streiterˈʃtʁaɪ̯tɐ
fürfyːɐ̯
derdeːɐ̯
Tugendˈtuːɡn̩t
Rechtʁɛçt
ernanntɛɐ̯ˈnant
,
demdeːm
wirdvɪʁt
nichtnɪçt
seineˈzaɪ̯nə
heil'ge
Kraftkʁaft
entwendetɛntˈvɛndət
,
bleibtblaɪ̯pt
alsals
seinzaɪ̯n
Ritterˈʁɪtɐ
dortdɔʁt
ereːɐ̯
unerkanntˈʊnʔɛɐ̯ˌkant
.
Sozoː
hehrerˈheːʁɐ
Artaːɐ̯t
dochdɔx
istɪst
desdɛs
Gralesˈɡʁaːləs
Segenˈzeːɡn̩
,
enthülltɛntˈhʏlt
-
mussmʊs
ereːɐ̯
desdɛs
Laienˈlaɪ̯ən
Augeˈaʊ̯ɡə
fliehn
;
desdɛs
Rittersˈʁɪtɐs
drumdʁʊm
solltzɔlt
Zweifelˈt͡svaɪ̯fl̩
ihriːɐ̯
nichtnɪçt
hegenˈheːɡn̩
,
erkenntɛɐ̯ˈkɛnt
ihriːɐ̯
ihniːn
-
danndan
mussmʊs
ereːɐ̯
vonfɔn
euchɔɪ̯ç
ziehn
.
Nunnuːn
hörthøːɐ̯t
,
wieviː
ichɪç
verbotner
Frageˈfʁaːɡə
lohneˈloːnə
!
Vomfɔm
Gralɡʁaːl
wardvaʁt
ichɪç
zut͡suː
euchɔɪ̯ç
daherdaˈheːɐ̯
gesandtɡəˈzant
:
Meinmaɪ̯n
Vaterˈfaːtɐ
Parzival
trägttʁɛːkt
seineˈzaɪ̯nə
Kroneˈkʁoːnə
,
seinzaɪ̯n
Ritterˈʁɪtɐ
ichɪç
-
binbɪn
Lohengrin
genanntɡəˈnant
.
KÖNIGˈkøːnɪk
HEINRICHˈhaɪ̯nʁɪç
,
diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
undʊnt
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Hör'
ichɪç
sozoː
seineˈzaɪ̯nə
höchsteˈhøːçstə
Artaːɐ̯t
bewährenbəˈvɛːʁən
,
entbrenntɛntˈbʁɛnt
meinmaɪ̯n
Aug'
iniˈʔɛn
heil'gen
Wonnezähren
.
wie vernichtet
ELSA
Mirmiːɐ̯
schwanktʃvaŋkt
derdeːɐ̯
Bodenˈboːdn̩
!
Welcheˈvɛlçə
Nachtnaxt
!
O
Luftlʊft
!
Luftlʊft
derdeːɐ̯
Unglücksel'gen
!
Sie droht umzusinken; Lohengrin fasst sie in seine Arme
LOHENGRIN
O
Elsaˈʔɛlza
!
Wasvas
hasthast
duduː
mirmiːɐ̯
angetanˈanɡəˌtaːn
!
Alsals
meineˈmaɪ̯nə
Augenˈaʊ̯ɡn̩
dichdɪç
zuerstt͡suˈʔeːɐ̯st
ersahn
,
zut͡suː
dirdiːɐ̯
fühlt'
ichɪç
iniˈʔɛn
Liebeˈliːbə
michmɪç
entbranntɛntˈbʁant
,
undʊnt
schnellʃnɛl
hatt'
ichɪç
einaɪ̯n
neuesˈnɔɪ̯əs
Glückɡlʏk
erkanntɛɐ̯ˈkant
:
Diedaɪ
hehreˈheːʁə
Machtmaxt
,
diedaɪ
Wunderˈvʊndɐ
meinerˈmaɪ̯nɐ
Artaːɐ̯t
,
diedaɪ
Kraftkʁaft
,
diedaɪ
meinmaɪ̯n
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
mirmiːɐ̯
bewahrtbəˈvaːɐ̯t
,
wollt'
ichɪç
demdeːm
Dienstdiːnst
desdɛs
reinstenˈʁaɪ̯nstn̩
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
weihn
:
Wasvas
rissestˈʁɪsəst
duduː
nunnuːn
meinmaɪ̯n
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
einaɪ̯n
?
Jetztjɛt͡st
mussmʊs
ichɪç
,
achax
!
vonfɔn
dirdiːɐ̯
geschiedenɡəˈʃiːdn̩
seinzaɪ̯n
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
undʊnt
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
,
KÖNIGˈkøːnɪk
HEINRICHˈhaɪ̯nʁɪç
Wehveː
!
Wehveː
!
Wehveː
!
ELSA
Meinmaɪ̯n
Gatteˈɡatə
!
Neinnaɪ̯n
!
Ichɪç
lasslas
dichdɪç
nichtnɪçt
vonfɔn
hinnenˈhɪnən
!
Alsals
Zeugeˈt͡sɔɪ̯ɡə
meinerˈmaɪ̯nɐ
Busseˈbʊsə
bleibeˈblaɪ̯bə
hierhiːɐ̯
!
usw
.
LOHENGRIN
Ichɪç
mussmʊs
,
ichɪç
mussmʊs
!
meinmaɪ̯n
süsses
Weibvaɪ̯p
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
undʊnt
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Wehveː
!
ELSA
Nichtnɪçt
darfstdaʁfst
duduː
meinerˈmaɪ̯nɐ
bitternˈbɪtɐn
Reu'
entrinnenɛntˈʁɪnən
,
dassdas
duduː
michmɪç
strafestˈʃtʁaːfəst
,
liegeˈliːɡə
ichɪç
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
!
Diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Wehveː
,
nunnuːn
mussmʊs
ereːɐ̯
vonfɔn
dirdiːɐ̯
ziehn
!
Dassdas
duduː
michmɪç
strafestˈʃtʁaːfəst
,
liegeˈliːɡə
ichɪç
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
!
LOHENGRIN
Ichɪç
mussmʊs
,
ichɪç
mussmʊs
!
meinmaɪ̯n
süsses
Weibvaɪ̯p
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
undʊnt
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
,
derdeːɐ̯
KÖNIGˈkøːnɪk
Wehveː
!
Weheˈveːə
!
Musstmʊst
duduː
vonfɔn
unsʊns
ziehn
,
duduː
hehrerˈheːʁɐ
,
gottgesandter
Mannman
!
Sollzɔl
unsʊns
desdɛs
Himmelsˈhɪml̩s
Segenˈzeːɡn̩
fliehn
,
wovoː
fändenˈfɛndn̩
dein'
wirviːɐ̯
Tröstung
danndan
?
Wehveː
unsʊns
!
O
bleibblaɪ̯p
!
Sollzɔl
unsʊns
desdɛs
Himmelˈhɪml̩
Segenˈzeːɡn̩
fliehn
usw
.
ELSA
Bistbɪst
duduː
sozoː
göttlichˈɡœtlɪç
alsals
ichɪç
dichdɪç
erkanntɛɐ̯ˈkant
,
seizaɪ̯
Gottesˈɡɔtəs
Gnadeˈɡnaːdə
nichtnɪçt
ausaʊ̯s
dirdiːɐ̯
verbanntfɛɐ̯ˈbant
!
Büsst
sieziː
iniˈʔɛn
Jammerˈjamɐ
ihreˈiːʁə
schwereˈʃveːʁə
Schuldʃʊlt
,
nichtnɪçt
flieh'
diedaɪ
Ärmsteˈɛʁmstə
deinerˈdaɪ̯nɐ
Näheˈnɛːə
Huldhʊlt
!
Verstoss[fɛɐ̯ˈʃtoːsn̩]
michmɪç
nichtnɪçt
,
wieviː
grossɡroːs
auchaʊ̯x
meinmaɪ̯n
Verbrechenfɛɐ̯ˈbʁɛçn̩
!
Verlassfɛɐ̯ˈlas
michmɪç
,
achax
!
verlassfɛɐ̯ˈlas
diedaɪ
Ärmsteˈɛʁmstə
nichtnɪçt
!
usw
.
LOHENGRIN
Schonʃoːn
zürntt͡sʏʁnt
derdeːɐ̯
Gralɡʁaːl
,
dassdas
ichɪç
ihmiːm
ferneˈfɛʁnə
bleib'
!
Ichɪç
mussmʊs
!
Ichɪç
mussmʊs
!
Nurnuːɐ̯
eineˈaɪ̯nə
Strafeˈʃtʁaːfə
gibt's
fürfyːɐ̯
deindaɪ̯n
Vergehn
!
Achax
!
michmɪç
,
wieviː
dichdɪç
triffttʁɪft
ihreˈiːʁə
herbeˈhɛʁbə
Peinpaɪ̯n
!
Getrenntɡəˈtʁɛnt
,
geschiedenɡəˈʃiːdn̩
sollenˈzɔlən
wirviːɐ̯
unsʊns
sehnzeːn
:
Diesdaɪs
mussmʊs
diedaɪ
Strafeˈʃtʁaːfə
,
diesdaɪs
diedaɪ
Sühneˈzyːnə
seinzaɪ̯n
!
Elsa sinkt mit einem Schrei zurück.
LOHENGRIN
Derdeːɐ̯
KÖNIGˈkøːnɪk
undʊnt
ALLEˈalə
MÄNNERˈmɛnɐ
Lohengrin ungestüm umdrängend
LOHENGRIN
O
bleibblaɪ̯p
,
undʊnt
zieht͡siː
unsʊns
nichtnɪçt
vonfɔn
dannenˈdanən
!
Desdɛs
Führersˈfyːʁɐs
harrenˈhaʁən
deineˈdaɪ̯nə
Mannenˈmanən
!
O
bleibblaɪ̯p
usw.
LOHENGRIN
O
Königˈkøːnɪk
,
hörhøːɐ̯
!
Ichɪç
darfdaʁf
dichdɪç
nichtnɪçt
geleitenɡəˈlaɪ̯tn̩
!
Desdɛs
Gralesˈɡʁaːləs
Ritterˈʁɪtɐ
,
habthaːpt
ihriːɐ̯
ihniːn
erkanntɛɐ̯ˈkant
,
wollt'
ereːɐ̯
iniˈʔɛn
Ungehorsamˈʊnɡəˌhoːɐ̯zaːm
mitmɪt
euchɔɪ̯ç
streitenˈʃtʁaɪ̯tn̩
,
ihmiːm
würdeˈvʏʁdə
alleˈalə
Manneskraftˈmanəsˌkʁaft
entwandt
!
Dochdɔx
,
grosserɡʁoːs
Königˈkøːnɪk
,
lasslas
michmɪç
dirdiːɐ̯
weissagenˈvaɪ̯sˌzaːɡn̩
:
Dirdiːɐ̯
Reinemˈʁaɪ̯nəm
istɪst
einaɪ̯n
grosserɡʁoːs
Siegziːk
verliehn
!
Nachnaːx
Deutschlandˈdɔɪ̯t͡ʃlant
sollenˈzɔlən
nochnɔx
iniˈʔɛn
fernstenˈfɛʁnstn̩
Tagenˈtaːɡn̩
desdɛs
Ostensˈɔstn̩s
Hordenˈhɔʁdn̩
siegreichˈziːkˌʁaɪ̯ç
nimmerˈnɪmɐ
ziehn
!
Lebhafte Erregung. Man sieht auf dem Flusse den Schwan mit dem leeren Nachen auf dieselbe Weise wie bei Lohengrins erstem Erscheinen anlangen.
LOHENGRIN
Einaɪ̯n
TEILtaɪ̯l
derdeːɐ̯
MÄNNERˈmɛnɐ
im Hintergrunde
LOHENGRIN
Derdeːɐ̯
Schwanʃvaːn
!
Derdeːɐ̯
Schwanʃvaːn
!
Derdeːɐ̯
Schwanʃvaːn
!
Derdeːɐ̯
Schwanʃvaːn
!
Sehtzeːt
dortdɔʁt
ihniːn
wiederˈviːdɐ
nahn
!
Diedaɪ
ÜBRIGENˈyːbʁɪɡn̩
MÄNNERˈmɛnɐ
im Vordergrunde, nach hinten gewandt
LOHENGRIN
Derdeːɐ̯
Schwanʃvaːn
!
Sehtzeːt
dortdɔʁt
ihniːn
wiederˈviːdɐ
nahn
!
Diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
im nächsten Vordergrunde um Elsa
LOHENGRIN
Derdeːɐ̯
Schwanʃvaːn
!
Wehveː
,
ereːɐ̯
nahtnaːt
!
ALLE MÄNNER
Ereːɐ̯
nahtnaːt
,
derdeːɐ̯
Schwanʃvaːn
!
Der Schwan kommt um die vordere Flussbiegung herum.
aus ihrer Betäubung erweckt, erhebt sich, auf den Sitz gestützt, und blickt nach dem Ufer
ELSA
Entsetzlichɛntˈzɛt͡slɪç
!
Haha
,
derdeːɐ̯
Schwanʃvaːn
!
Sie verbleibt lange Zeit wie erstarrt in ihrer Stellung.
LOHENGRIN
Schonʃoːn
sendetˈzɛndət
nachnaːx
demdeːm
Säumigenˈzɔɪ̯mɪɡn̩
derdeːɐ̯
Gralɡʁaːl
!
Unter der gespanntesten Erwartung der übrigen tritt er dem Ufer näherund neigt sich zu dem Schwan, ihn wehmütig betrachtend
LOHENGRIN
Meinmaɪ̯n
lieberˈliːbɐ
Schwanʃvaːn
!
Achax
,
dieseˈdiːzə
letzteˈlɛt͡stə
,
traur'ge
Fahrtfaːɐ̯t
,
wieviː
gernɡɛʁn
hätt'
ichɪç
sieziː
dirdiːɐ̯
erspartɛɐ̯ˈʃpaːɐ̯t
!
Iniˈʔɛn
einemˈaɪ̯nəm
Jahrjaːɐ̯
,
wennvɛn
deineˈdaɪ̯nə
Zeitt͡saɪ̯t
imiˈʔɛm
Dienstdiːnst
zut͡suː
Endeˈɛndə
sollteˈzɔltə
gehnɡeːn
-
danndan
,
durchdʊʁç
desdɛs
Gralesˈɡʁaːləs
Machtmaxt
befreitbəˈfʁaɪ̯t
,
wollt'
ichɪç
dichdɪç
andersˈandɐs
wiederˈviːdɐ
sehnzeːn
!
Er wendet sich im Ausbruch heftigen Schmerzes in den Vordergrund zu Elsa zurück
LOHENGRIN
O
Elsaˈʔɛlza
!
Nurnuːɐ̯
einaɪ̯n
Jahrjaːɐ̯
anaːˈʔɛn
deinerˈdaɪ̯nɐ
Seiteˈzaɪ̯tə
hatt'
ichɪç
alsals
Zeugeˈt͡sɔɪ̯ɡə
deinesˈdaɪ̯nəs
Glücksɡlʏks
ersehntɛɐ̯ˈzeːnt
!
Danndan
kehrteˈkeːɐ̯tə
,
seligˈzeːlɪk
iniˈʔɛn
desdɛs
Gralsɡʁaːls
Geleiteɡəˈlaɪ̯tə
,
deindaɪ̯n
Bruderˈbʁuːdɐ
wiederˈviːdɐ
,
dendeːn
duduː
tottoːt
gewähntɡəˈvɛːnt
.
Alle drücken ihre Überraschung aus. Lohengrin überreicht Elsa sein Horn, sein Schwert und seinen Ring
LOHENGRIN
Kommtkɔmt
ereːɐ̯
danndan
heimhaɪ̯m
,
wennvɛn
ichɪç
ihmiːm
fernfɛʁn
imiˈʔɛm
Lebenˈleːbm̩
,
diesdaɪs
Hornhɔʁn
,
diesdaɪs
Schwertʃveːɐ̯t
,
dendeːn
Ringʁɪŋ
sollstzɔlst
duduː
ihmiːm
gebenˈɡeːbm̩
.
Diesdaɪs
Hornhɔʁn
sollzɔl
iniˈʔɛn
Gefahrɡəˈfaːɐ̯
ihmiːm
Hilfeˈhɪlfə
schenkenˈʃɛŋkn̩
,
iniˈʔɛn
wildemˈvɪldəm
Kampfkamp͡f
diesdaɪs
Schwertʃveːɐ̯t
ihmiːm
Siegziːk
verleihtfɛɐ̯ˈlaɪ̯t
;
dochdɔx
beibaɪ̯
demdeːm
Ringeˈʁɪŋə
sollzɔl
ereːɐ̯
meinmaɪ̯n
gedenkenɡəˈdɛŋkn̩
,
derdeːɐ̯
einstaɪ̯nst
auchaʊ̯x
dichdɪç
ausaʊ̯s
Schmachʃmaːx
undʊnt
Notnoːt
befreitbəˈfʁaɪ̯t
!
Während er Elsa, die keines Ausdrucks mächtig ist, wiederholt küsst
LOHENGRIN
Lebleːp
wohlvoːl
!
Lebleːp
wohlvoːl
!
Lebleːp
wohlvoːl
,
meinmaɪ̯n
süsses
Weibvaɪ̯p
!
Lebleːp
wohlvoːl
!
Mirmiːɐ̯
zürntt͡sʏʁnt
derdeːɐ̯
Gralɡʁaːl
,
wennvɛn
ichɪç
nochnɔx
bleibblaɪ̯p
!
Lebleːp
wohlvoːl
,
lebleːp
wohlvoːl
!
Elsa hat sich krampfhaft an ihm festgehalten; endlich verlässt sie die Kraft, sie sinkt ihren Frauen in die Arme, denen sie Lohengrin übergibt, wonach dieser schnell dem Ufer zueilt.
LOHENGRIN
KÖNIGˈkøːnɪk
HEINRICHˈhaɪ̯nʁɪç
,
diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
undʊnt
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Wehveː
!
Wehveː
!
Wehveː
!
Duduː
edlerˈeːdlɐ
,
holderˈhɔldɐ
Mannman
!
Welchvɛlç
harteˈhaʁtə
Notnoːt
tusttuːst
duduː
unsʊns
anaːˈʔɛn
!
tritt im Vordergrunde auf, mit jubelnder Gebärde
ORTRUD
Fahrfaːɐ̯
heimhaɪ̯m
!
Fahrfaːɐ̯
heimhaɪ̯m
,
duduː
stolzerˈʃtɔlt͡sɐ
Helde
,
dassdas
jubelndˈjuːbl̩nt
ichɪç
derdeːɐ̯
Törinˈtøːʁɪn
meldeˈmɛldə
,
werveːɐ̯
dichdɪç
gezogenɡəˈt͡soːɡn̩
iniˈʔɛn
demdeːm
Kahnkaːn
!
Amaːm
Kettleinˈkɛtə
,
dasdas
ichɪç
umʊm
ihniːn
wandvant
,
ersahɛɐ̯ˈzaː
ichɪç
wohlvoːl
,
werveːɐ̯
dieserˈdiːzɐ
Schwanʃvaːn
:
Eseːs
istɪst
derdeːɐ̯
Erbeˈɛʁbə
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
ALLE
Haha
!
zu Elsa
ORTRUD
Dankdaŋk
,
dassdas
dendeːn
Ritterˈʁɪtɐ
duduː
vertriebenfɛɐ̯ˈtʁiːbn̩
!
Nunnuːn
gibtɡiːpt
derdeːɐ̯
Schwanʃvaːn
ihmiːm
Heimgeleit
:
Derdeːɐ̯
Heldhɛlt
,
wär'
längerˈlɛŋɐ
ereːɐ̯
gebliebenɡəˈbliːbm̩
,
dendeːn
Bruderˈbʁuːdɐ
hätt'
ereːɐ̯
auchaʊ̯x
befreitbəˈfʁaɪ̯t
!
Diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
Abscheulichapˈʃɔɪ̯lɪç
Weibvaɪ̯p
!
Haha
,
welchvɛlç
Verbrechenfɛɐ̯ˈbʁɛçn̩
hasthast
duduː
iniˈʔɛn
frechemˈfʁɛçm̩
Hohnhoːn
bekanntbəˈkant
!
Diedaɪ
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Abscheulichapˈʃɔɪ̯lɪç
Weibvaɪ̯p
!
Erfahrtɛɐ̯ˈfaːɐ̯t
,
wieviː
sichzɪç
diedaɪ
Götterˈɡœtɐ
rächenˈʁɛçn̩
,
vonfɔn
derenˈdeːʁən
Huldhʊlt
ihriːɐ̯
euchɔɪ̯ç
gewandtɡəˈvant
!
Sie bleibt in wilder Verzückung hoch aufgerichtet stehen.
Lohengrin, bereits am Ufer angelangt, hat Ortrud genau vernommen und sinkt jetzt zu einem stummen Gebet feierlich auf die Knie. Aller Blicke richten sich in gespannter Erwartung auf ihn hin. Die weisse Gralstaube schwebt über dem Nachen herab. Lohengrin erblickt sie; mit einem dankbaren Blicke springt er auf und löst dem Schwan die Kette, worauf dieser sogleich untertaucht. An seiner Stelle hebt Lohengrin einen schönen Knaben in glänzendem Silbergewande - Gottfried - aus dem Flusse an das Ufer.
LOHENGRIN
Sehtzeːt
dadaː
dendeːn
Herzogˈheːɐ̯ˌt͡soːk
vonfɔn
Brabantbʁaˈbant
!
Zumt͡sʊm
Führerˈfyːʁɐ
seizaɪ̯
ereːɐ̯
euchɔɪ̯ç
ernanntɛɐ̯ˈnant
!
Ortrud sinkt bei Gottfrieds Anblick zusammen. Lohengrin springt schnell in den Kahn, den die Taube an der Kette gefasst hat und sogleich fortzieht. Elsa blickt mit letzter freudiger Verklärung auf Gottfried, welcher nach vorn schreitet und sich vor dem König verneigt. Alle betrachten ihn mit seligem Erstaunen, die Brabanter senken sich huldigend vor ihm auf die Knie. Dann eilt Gottfried in Elsas Arme.
nach einer kurzen freudigen Entrückung, wendet hastig den Blick nach dem Ufer, wo sie Lohengrin nicht mehr erblickt.
ELSA
Meinmaɪ̯n
Gatteˈɡatə
!
Meinmaɪ̯n
Gatteˈɡatə
!
In der Ferne wird Lohengrin wieder sichtbar; er steht mit gesenktem Haupte traurig auf seinen Schild gelehnt im Nachen.
ELSA
Achax
!
KÖNIGˈkøːnɪk
HEINRICHˈhaɪ̯nʁɪç
,
diedaɪ
MÄNNERˈmɛnɐ
undʊnt
FRAUENˈfʁaʊ̯ən
Wehveː
!
Elsa gleitet langsam entseelt in Gottfrieds Armen zu Boden.
Lohengrin wird immer ferner gesehen.