Wagner, Richard
Die Walküre
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ERSTER AUFZUG
VORSPIEL UND ERSTE SZENE
Siegmund, Sieglinde
Das Innere eines Wohnraumes. In der Mitte steht der Stamm einer mächtigen Esche, dessen stark erhabene Wurzeln sich weithin in den Erdboden verlieren; von seinem Wipfel ist der Baum durch ein gezimmertes Dach geschieden, welches so durchschnitten ist, dass der Stamm und die nach allen Seiten hin sich ausstreckenden Äste durch genau entsprechende Öffnungen hindurchgehen; von dem belaubten Wipfel wird angenommen, dass er sich über dieses Dach ausbreite. Um den Eschenstamm, als Mittelpunkt, ist nun ein Saal gezimmert; die Wände sind aus roh behauenem Holzwerk, hier und da mit geflochtenen und gewebten Decken behangen. Rechts im Vordergrunde steht der Herd, dessen Rauchfang seitwärts zum Dache hinausführt: hinter dem Herde befindet sich ein innerer Raum, gleich einem Vorratsspeicher, zu dem man auf einigen hölzernen Stufen hinaufsteigt: davor hängt, halb zurückgeschlagen, eine geflochtene Decke. Im Hintergrunde eine Eingangstür mit schlichtem Holzriegel. Links die Tür zu einem inneren Gemache, zu dem gleichfalls Stufen hinaufführen; weiter vornen auf derselben Seite ein Tisch mit einer breiten, an der Wand angezimmerten Bank dahinter und hölzernen Schemeln davor
Ein kurzes Orchestervorspiel von heftiger, stürmischer Bewegung leitet ein. Als der Vorhang aufgeht, öffnet Siegmund von aussen hastig die Eingangstür und tritt ein: es ist gegen Abend, starkes Gewitter, im Begriff, sich zu legen. Siegmund hält einen Augenblick den Riegel in der Hand und überblickt den Wohnraum: er scheint von übermässiger Anstrengung erschöpft; sein Gewand und Aussehen zeigen, dass er sich auf der Flucht befinde. Da er niemand gewahrt, schliesst er die Tür hinter sich, schreitet auf den Herd zu und wirft sich dort ermattet auf eine Decke von Bärenfell
SIEGMUND
Wesvɛs
Herdheːɐ̯t
diesdaɪs
auchaʊ̯x
seizaɪ̯
,
hierhiːɐ̯
mussmʊs
ichɪç
rastenˈʁastn̩
.
Er sinkt zurück und bleibt einige Zeit regungslos ausgestreckt. Sieglinde tritt aus der Tür des inneren Gemaches; sie glaubte ihren Mann heimgekehrt: ihre ernste Miene zeigt sich dann verwundert, als sie einen Fremden am Herde ausgestreckt sieht
noch im Hintergrunde
SIEGLINDE
Einaɪ̯n
fremderˈfʁɛmdɐ
Mannman
?
Ihniːn
mussmʊs
ichɪç
fragenˈfʁaːɡn̩
.
Sie tritt ruhig einige Schritte näher
SIEGLINDE
Werveːɐ̯
kamkaːm
insɪns
Haushaʊ̯s
undʊnt
liegtliːkt
dortdɔʁt
amaːm
Herdheːɐ̯t
?
Da Siegmund sich nicht regt, tritt sie noch etwas näher und betrachtet ihn
SIEGLINDE
Müdeˈmyːdə
liegtliːkt
ereːɐ̯
,
vonfɔn
Wegesˈveːɡəs
Müh'n
.
Schwandenˈʃvandn̩
diedaɪ
Sinneˈzɪnə
ihmiːm
?
Wäreˈvɛːʁə
ereːɐ̯
siechziːç
?
Sie neigt sich zu ihm herab und lauscht
SIEGLINDE
Nochnɔx
schwilltʃvɪlt
ihmiːm
derdeːɐ̯
Atemˈaːtəm
;
dasdas
Augeˈaʊ̯ɡə
nurnuːɐ̯
schlossʃlɔs
ereːɐ̯
.
-
Mutigˈmuːtɪk
dünktdʏŋkt
michmɪç
derdeːɐ̯
Mannman
,
sankzaŋk
ereːɐ̯
müd'
auchaʊ̯x
hinhɪn
.
fährt jäh mit dem Haupt in die Höhe
SIEGMUND
Einaɪ̯n
Quellkvɛl
!
Einaɪ̯n
Quellkvɛl
!
SIEGLINDE
Erquickung
schaff'
ichɪç
.
Sie nimmt schnell ein Trinkhorn und geht damit aus dem Hause. Sie kommt zurück und reicht das gefüllte Trinkhorn Siegmund
SIEGLINDE
Labung[ˈlaːbʊŋ]
biet'
ichɪç
demdeːm
lechzendenˈlɛçt͡sn̩dən
Gaumenˈɡaʊ̯mən
:
Wasserˈvasɐ
,
wieviː
duduː
gewolltɡəˈvɔlt
.
Siegmund trinkt und reicht ihr das Horn zurück. Als er ihr mit dem Haupte Dank zuwinkt, haftet sein Blick mit steigender Teilnahme an ihren Mienen
SIEGMUND
Kühlendeˈkyːləndə
Labung[ˈlaːbʊŋ]
gabɡaːp
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Quellkvɛl
,
desdɛs
Müdenˈmyːdn̩
Lastlast
machteˈmaxtə
ereːɐ̯
leichtlaɪ̯çt
:
erfrischtɛɐ̯ˈfʁɪʃt
istɪst
derdeːɐ̯
Mutmuːt
,
dasdas
Aug'
erfreutɛɐ̯ˈfʁɔɪ̯t
desdɛs
Sehensˈzeːəns
seligeˈzeːˌlɪɡə
Lustluːst
.
Werveːɐ̯
ist's
,
derdeːɐ̯
sozoː
mirmiːɐ̯
eseːs
labtlaːpt
?
SIEGLINDE
Diesdaɪs
Haushaʊ̯s
undʊnt
diesdaɪs
Weibvaɪ̯p
sindzɪnt
Hundings
Eigenˈaɪ̯ɡn̩
;
gastlichˈɡastlɪç
gönn'
ereːɐ̯
dirdiːɐ̯
Rastʁast
:
harreˈhaʁə
,
bisbɪs
heimhaɪ̯m
ereːɐ̯
kehrtkeːɐ̯t
!
SIEGMUND
Waffenlosˈvafn̩ˌloːs
binbɪn
ichɪç
:
demdeːm
wundenˈvʊndn̩
Gastɡaːst
wirdvɪʁt
deindaɪ̯n
Gatteˈɡatə
nichtnɪçt
wehrenˈveːʁən
.
mit besorgter Hast
SIEGLINDE
Diedaɪ
Wundenˈvʊndn̩
weiseˈvaɪ̯zə
mirmiːɐ̯
schnellʃnɛl
!
schüttelt sich und springt lebhaft vom Lager zum Sitz auf
SIEGMUND
Geringɡəˈʁɪŋ
sindzɪnt
sieziː
,
derdeːɐ̯
Redeˈʁeːdə
nichtnɪçt
wertveːɐ̯t
;
nochnɔx
fügenˈfyːɡn̩
desdɛs
Leibesˈlaɪ̯bəs
Gliederˈɡliːdɐ
sichzɪç
festfɛst
.
Hättenˈhɛtn̩
halbhalp
sozoː
starkʃtaʁk
wieviː
meinmaɪ̯n
Armaʁm
Schildʃɪlt
undʊnt
Speerʃpeːɐ̯
mirmiːɐ̯
gehaltenɡəˈhaltn̩
,
nimmerˈnɪmɐ
flohfloː
ichɪç
demdeːm
Feindfaɪ̯nt
,
dochdɔx
zerschelltenˌt͡sɛɐ̯ˈʃɛltn̩
mirmiːɐ̯
Speerʃpeːɐ̯
undʊnt
Schildʃɪlt
.
Derdeːɐ̯
Feindeˈfaɪ̯ndə
Meuteˈmɔɪ̯tə
hetzteˈhɛt͡stə
michmɪç
müd'
,
Gewitterbrunst
brachbʁaːx
meinenˈmaɪ̯nn̩
Leiblaɪ̯p
;
dochdɔx
schnellerˈʃnɛlɐ
,
alsals
ichɪç
derdeːɐ̯
Meuteˈmɔɪ̯tə
,
schwandʃvant
diedaɪ
Müdigkeitˈmyːdɪkkaɪ̯t
mirmiːɐ̯
:
sankzaŋk
aufaʊ̯f
diedaɪ
Liderˈliːdɐ
mirmiːɐ̯
Nachtnaxt
;
diedaɪ
Sonneˈzɔnə
lachtlaxt
mirmiːɐ̯
nunnuːn
neunɔɪ̯
.
geht nach dem Speicher, füllt ein Horn mit Met und reicht es Siegmund mit freundlicher Bewegtheit
SIEGLINDE
Desdɛs
seimigenˈzaɪ̯mɪɡn̩
Metesmeːtəs
süssen
Tranktʁaŋk
mög'st
duduː
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
verschmähn
.
SIEGMUND
Schmecktestˈʃmɛktəst
duduː
mirmiːɐ̯
ihniːn
zut͡suː
?
Sieglinde nippt am Horne und reicht es ihm wieder. Siegmund tut einen langen Zug, indem er den Blick mit wachsender Wärme auf sie heftet. Er setzt so das Horn ab und lässt es langsam sinken, während der Ausdruck seiner Miene in starke Ergriffenheit übergeht. Er seufzt tief auf und senkt den Blick düster zu Boden
mit bebender Stimme
SIEGMUND
Einenˈaɪ̯nən
Unseligenˈʊnˌzeːlɪɡn̩
labtestˈlaːptəst
duduː
:
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
wendeˈvɛndə
derdeːɐ̯
Wunschvʊnʃ
vonfɔn
dirdiːɐ̯
!
Er bricht schnell auf, um fortzugehen
SIEGMUND
Gerastetɡəˈʁastət
hab'
ichɪç
undʊnt
süsszyːs
geruhtɡəˈʁuːt
.
Weiterˈvaɪ̯tɐ
wend'
ichɪç
dendeːn
Schrittʃʁɪt
.
er geht nach hinten
lebhaft sich umwendend
SIEGLINDE
Werveːɐ̯
verfolgtfɛɐ̯ˈfɔlkt
dichdɪç
,
dassdas
duduː
schonʃoːn
fliehstfliːst
?
von ihrem Rufe gefesselt, wendet sich wieder; langsam und düster
SIEGMUND
Misswende
folgtfɔlkt
mirmiːɐ̯
,
wohinvoˈhɪn
ichɪç
flieheˈfliːə
;
Misswende
nahtnaːt
mirmiːɐ̯
,
wovoː
ichɪç
michmɪç
neigeˈnaɪ̯ɡə
.
-
Dirdiːɐ̯
,
Fraufʁaʊ̯
,
dochdɔx
bleibeˈblaɪ̯bə
sieziː
fernfɛʁn
!
Fortfoːɐ̯
wend'
ichɪç
Fussfuːs
undʊnt
Blickblɪk
.
Er schreitet schnell bis zur Tür und hebt den Riegel
in heftigem Selbstvergessen ihm nachrufend
SIEGLINDE
Sozoː
bleibeˈblaɪ̯bə
hierhiːɐ̯
!
Nichtnɪçt
bringstbʁɪŋst
duduː
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
dahindaˈhɪn
,
wovoː
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
imiˈʔɛm
Hauseˈhaʊ̯zə
wohntvoːnt
!
Siegmund bleibt tief erschüttert stehen; er forscht in Sieglindes Mienen; diese schlägt verschämt und traurig die Augen nieder. Langes Schweigen
kehrt zurück
SIEGMUND
Wehwalt
hiess
ichɪç
michmɪç
selbstzɛlpst
:
Hunding
willvɪl
ichɪç
erwartenɛɐ̯ˈvaʁtn̩
.
Er lehnt sich an den Herd; sein Blick haftet mit ruhiger und entschlossener Teilnahme an Sieglinde; diese hebt langsam das Auge wieder zu ihm auf. Beide blicken sich in langem Schweigen mit dem Ausdruck tiefster Ergriffenheit in die Augen
Die Vorigen, Hunding
Sieglinde fährt plötzlich auf, lauscht und hört Hunding, der sein Ross aussen zum Stall führt. Sie geht hastig zur Tür und öffnet; Hunding, gewaffnet mit Schild und Speer, tritt ein und hält unter der Tür, als er Siegmund gewahrt. Hunding wendet sich mit einem ernst fragenden Blick an Sieglinde
dem Blicke Hundings entgegnend
SIEGLINDE
Müdmyːt
amaːm
Herdheːɐ̯t
fandfant
ichɪç
dendeːn
Mannman
:
Notnoːt
führt'
ihniːn
insɪns
Haushaʊ̯s
.
HUNDING
Duduː
labtestˈlaːptəst
ihniːn
?
SIEGLINDE
Dendeːn
Gaumenˈɡaʊ̯mən
letzt'
ichɪç
ihmiːm
,
gastlichˈɡastlɪç
sorgt'
ichɪç
seinzaɪ̯n
!
der ruhig und fest Hunding beobachtet
SIEGMUND
Dachdax
undʊnt
Tranktʁaŋk
dank'
ichɪç
ihriːɐ̯
:
willstvɪlst
duduː
deindaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
drumdʁʊm
scheltenˈʃɛltn̩
?
HUNDING
Heiligˈhaɪ̯lɪk
istɪst
meinmaɪ̯n
Herdheːɐ̯t
:
-
heiligˈhaɪ̯lɪk
seizaɪ̯
dirdiːɐ̯
meinmaɪ̯n
Haushaʊ̯s
!
er legt seine Waffen ab und übergibt sie Sieglinde. Zu Sieglinde
HUNDING
Rüst'
unsʊns
Männernˈmɛnɐn
dasdas
Mahlmaːl
!
Sieglinde hängt die Waffen an Ästen des Eschenstammes auf, dann holt sie Speise und Trank aus dem Speicher und rüstet auf dem Tische das Nachtmahl. Unwillkürlich heftet sie wieder den Blick auf Siegmund. Hunding misst scharf und verwundert Siegmunds Züge, die er mit denen seiner Frau vergleicht; für sich
HUNDING
Wieviː
gleichtɡlaɪ̯çt
ereːɐ̯
demdeːm
Weibeˈvaɪ̯bə
!
Derdeːɐ̯
gleissende
Wurmvʊʁm
glänztɡlɛnt͡st
auchaʊ̯x
ihmiːm
ausaʊ̯s
demdeːm
Augeˈaʊ̯ɡə
.
er birgt sein Befremden und wendet sich wie unbefangen zu Siegmund
HUNDING
Weitvaɪ̯t
herheːɐ̯
,
trauntʁaʊ̯n
,
kamstkaːmst
duduː
desdɛs
Wegsveːks
;
einaɪ̯n
Rossʁɔs
nichtnɪçt
rittʁɪt
,
derdeːɐ̯
Rastʁast
hierhiːɐ̯
fandfant
:
welchvɛlç
schlimmeˈʃlɪmə
Pfadeˈp͡faːdə
schufenˈʃuːfn̩
dirdiːɐ̯
Peinpaɪ̯n
?
SIEGMUND
Durchdʊʁç
Waldvalt
undʊnt
Wieseˈviːzə
,
Heideˈhaɪ̯də
undʊnt
Hainhaɪ̯n
,
jagteˈjaːktə
michmɪç
Sturmʃtʊʁm
undʊnt
starkeˈʃtaʁkə
Notnoːt
:
nichtnɪçt
kenn'
ichɪç
dendeːn
Wegveːk
,
dendeːn
ichɪç
kamkaːm
.
Wohinvoˈhɪn
ichɪç
irrteˈɪʁtə
,
weissvaɪ̯s
ichɪç
nochnɔx
minderˈmɪndɐ
:
Kundeˈkʊndə
gewänn'
ichɪç
desdɛs
gernɡɛʁn
.
am Tische und Siegmund den Sitz bietend
HUNDING
Desdɛs
Dachdax
dichdɪç
decktdɛkt
,
desdɛs
Haushaʊ̯s
dichdɪç
hegtheːkt
,
Hunding
heisst
derdeːɐ̯
Wirtvɪʁt
;
wendestˈvɛndəst
vonfɔn
hierhiːɐ̯
duduː
nachnaːx
Westvɛst
dendeːn
Schrittʃʁɪt
,
iniˈʔɛn
Höfenˈhøːfn̩
reichʁaɪ̯ç
hausenˈhaʊ̯zn̩
dortdɔʁt
Sippenˈzɪpn̩
,
diedaɪ
Hundings
Ehreˈeːʁə
behütenbəˈhyːtn̩
.
Gönntɡœnt
mirmiːɐ̯
Ehreˈeːʁə
meinmaɪ̯n
Gastɡaːst
,
wirdvɪʁt
seinzaɪ̯n
Nameˈnaːmə
nunnuːn
mirmiːɐ̯
gennant
.
Siegmund, der sich am Tisch niedergesetzt, blickt nachdenklich vor sich hin. Sieglinde, die sich neben Hunding, Siegmund gegenüber, gesetzt, heftet ihr Auge mit auffallender Teilnahme und Spannung auf diesen
der beide beobachtet
HUNDING
Trägsttʁɛːkst
duduː
Sorgeˈzɔʁɡə
,
mirmiːɐ̯
zut͡suː
vertraun
,
derdeːɐ̯
Fraufʁaʊ̯
hierhiːɐ̯
gibɡiːp
dochdɔx
Kundeˈkʊndə
:
siehziː
,
wieviː
gierigˈɡiːʁɪk
sieziː
dichdɪç
frägtfʁɛːkt
!
unbefangen und teilnahmsvoll
SIEGLINDE
Gastɡaːst
,
werveːɐ̯
duduː
bistbɪst
,
wüsst'
ichɪç
gernɡɛʁn
.
blickt auf, sieht ihr in das Auge und beginnt ernst
SIEGMUND
Friedmund
darfdaʁf
ichɪç
nichtnɪçt
heissenˈhaɪ̯sən
;
Frohwalt
möcht'
ichɪç
wohlvoːl
seinzaɪ̯n
:
dochdɔx
Wehwalt
musstmʊst
ichɪç
michmɪç
nennenˈnɛnən
.
Wolfeˈvɔlfə
,
derdeːɐ̯
warvaːɐ̯
meinmaɪ̯n
Vaterˈfaːtɐ
;
zut͡suː
zweit͡svaɪ̯
kamkaːm
ichɪç
zurt͡suːɐ̯
Weltvɛlt
,
eineˈaɪ̯nə
Zwillingsschwesterˈt͡svɪlɪŋsˌʃvɛstɐ
undʊnt
ichɪç
.
Frühfʁyː
schwandenˈʃvandn̩
mirmiːɐ̯
Mutterˈmʊtɐ
undʊnt
Maidmaɪ̯t
.
Diedaɪ
michmɪç
gebarɡəˈbaːɐ̯
undʊnt
diedaɪ
mitmɪt
mirmiːɐ̯
sieziː
bargbaʁk
,
kaumkaʊ̯m
hab'
ichɪç
jejeː
sieziː
gekanntɡəˈkant
.
Wehrlich
undʊnt
starkʃtaʁk
warvaːɐ̯
Wolfeˈvɔlfə
;
derdeːɐ̯
Feindeˈfaɪ̯ndə
wuchsenˈvuːksn̩
ihmiːm
vielfiːl
.
Zumt͡sʊm
Jagenˈjaːɡn̩
zogt͡soːk
mitmɪt
demdeːm
Jungenˈjʊŋən
derdeːɐ̯
Alteˈaltə
:
Vonfɔn
Hetzeˈhɛt͡sə
undʊnt
Harsthaʁst
einstaɪ̯nst
kehrtenˈkeːɐ̯tn̩
wirviːɐ̯
heimhaɪ̯m
:
dadaː
laglaːk
dasdas
Wolfsnest
leerleːɐ̯
.
Zut͡suː
Schuttʃʊt
gebranntɡəˈbʁant
derdeːɐ̯
prangendeˈpʁaŋəndə
Saalzaːl
,
zumt͡sʊm
Stumpfʃtʊmp͡f
derdeːɐ̯
Eicheˈaɪ̯çə
blühenderˈblyːəndɐ
Stammʃtam
;
erschlagenɛɐ̯ˈʃlaːɡn̩
derdeːɐ̯
Mutterˈmʊtɐ
mutigerˈmuːtɪɡɐ
Leiblaɪ̯p
,
verschwundenfɛɐ̯ˈʃvʊndn̩
iniˈʔɛn
Glutenɡluˈteːn
derdeːɐ̯
Schwesterˈʃvɛstɐ
Spurʃpuːɐ̯
:
unsʊns
schufʃuːf
diedaɪ
herbeˈhɛʁbə
Notnoːt
derdeːɐ̯
Neidingeˈnaɪ̯dɪŋə
harteˈhaʁtə
Scharʃaːɐ̯
.
Geächtetɡəˈʔɛçtət
flohfloː
derdeːɐ̯
Alteˈaltə
mitmɪt
mirmiːɐ̯
;
langeˈlaŋə
Jahreˈjaːʁə
lebteˈleːptə
derdeːɐ̯
Jungeˈjʊŋə
mitmɪt
Wolfeˈvɔlfə
imiˈʔɛm
wildenˈvɪldn̩
Waldvalt
:
mancheˈmançə
Jagdjaːkt
wardvaʁt
aufaʊ̯f
sieziː
gemachtɡəˈmaxt
;
dochdɔx
mutigˈmuːtɪk
wehrteˈveːɐ̯tə
dasdas
Wolfspaar
sichzɪç
.
zu Hunding gewandt
SIEGMUND
Einaɪ̯n
Wölfing
kündetˈkʏndət
dirdiːɐ̯
dasdas
,
dendeːn
alsals
"
Wölfing
"
mancherˈmançɐ
wohlvoːl
kenntkɛnt
.
HUNDING
Wunderˈvʊndɐ
undʊnt
wildeˈvɪldə
Märeˈmɛːʁə
kündestˈkʏndəst
duduː
,
kühnerˈkyːnɐ
Gastɡaːst
,
Wehwalt
-
derdeːɐ̯
Wölfing
!
Michmɪç
dünktdʏŋkt
,
vonfɔn
demdeːm
wehrlichen
Paarpaːɐ̯
vernahmfɛɐ̯ˈnaːm
ichɪç
dunkleˈdʊŋklə
Sageˈzaːɡə
,
kannt'
ichɪç
auchaʊ̯x
Wolfeˈvɔlfə
undʊnt
Wölfing
nichtnɪçt
.
SIEGLINDE
Dochdɔx
weiterˈvaɪ̯tɐ
kündeˈkʏndə
,
Fremderˈfʁɛmdɐ
:
wovoː
weiltvaɪ̯lt
deindaɪ̯n
Vaterˈfaːtɐ
jetztjɛt͡st
?
SIEGMUND
Einaɪ̯n
starkesˈʃtaʁkəs
Jagenˈjaːɡn̩
aufaʊ̯f
unsʊns
stelltenˈʃtɛltn̩
diedaɪ
Neidingeˈnaɪ̯dɪŋə
anaːˈʔɛn
:
derdeːɐ̯
Jägerˈjɛːɡɐ
vieleˈfiːlə
fielenˈfiːlən
dendeːn
Wölfenˈvœlfn̩
,
iniˈʔɛn
Fluchtfluːxt
durchdʊʁç
dendeːn
Waldvalt
triebtʁiːp
sieziː
dasdas
Wildvɪlt
.
Wieviː
Spreuʃpʁɔɪ̯
zerstobt͡sɛɐ̯ˈʃtoːp
unsʊns
derdeːɐ̯
Feindfaɪ̯nt
.
Dochdɔx
wardvaʁt
ichɪç
vomfɔm
Vaterˈfaːtɐ
versprengtfɛɐ̯ˈʃpʁɛŋt
;
seineˈzaɪ̯nə
Spurʃpuːɐ̯
verlorfɛɐ̯ˈloːɐ̯
ichɪç
,
jejeː
längerˈlɛŋɐ
ichɪç
forschteˈfɔʁʃtə
:
einesˈaɪ̯nəs
Wolfesˈvɔlfəs
Fellfɛl
nurnuːɐ̯
traftʁaːf
ichɪç
imiˈʔɛm
Forstfɔʁst
;
leerleːɐ̯
laglaːk
dasdas
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
,
dendeːn
Vaterˈfaːtɐ
fandfant
ichɪç
nichtnɪçt
.
Ausaʊ̯s
demdeːm
Waldvalt
triebtʁiːp
eseːs
michmɪç
fortfoːɐ̯
;
michmɪç
drängt'
eseːs
zut͡suː
Männernˈmɛnɐn
undʊnt
Frauenˈfʁaʊ̯ən
.
Wievielˌviːˈfiːl
ichɪç
traftʁaːf
,
wovoː
ichɪç
sieziː
fandfant
,
oboːˈbeː
ichɪç
umʊm
Freund'
,
umʊm
Frauenˈfʁaʊ̯ən
warbvaʁp
,
immerˈɪmɐ
dochdɔx
warvaːɐ̯
ichɪç
geächtetɡəˈʔɛçtət
:
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
laglaːk
aufaʊ̯f
mirmiːɐ̯
.
Wasvas
Rechtesˈʁɛçtəs
jejeː
ichɪç
rietʁiːt
,
andernˈandɐn
dünkteˈdʏŋktə
eseːs
argaʁk
,
wasvas
schlimmʃlɪm
immerˈɪmɐ
mirmiːɐ̯
schienʃiːn
,
andreˈʔandəʁə
gabenˈɡaːbm̩
ihmiːm
Gunstɡʊnst
.
Iniˈʔɛn
Fehdeˈfeːdə
fielfiːl
ichɪç
,
wovoː
ichɪç
michmɪç
fandfant
,
Zornt͡sɔʁn
traftʁaːf
michmɪç
,
wohinvoˈhɪn
ichɪç
zogt͡soːk
;
gehrt'
ichɪç
nachnaːx
Wonneˈvɔnə
,
weckt'
ichɪç
nurnuːɐ̯
Weh'
:
drumdʁʊm
musst'
ichɪç
michmɪç
Wehwalt
nennenˈnɛnən
;
desdɛs
Wehesˈveːəs
waltet'
ichɪç
nurnuːɐ̯
.
Er sieht zu Sieglinde auf und gewahrt ihren teilnehmenden Blick
HUNDING
Diedaɪ
sozoː
leidigˈlaɪ̯dɪk
Losloːs
dirdiːɐ̯
beschiedbəˈʃiːt
,
nichtnɪçt
liebteˈliːptə
dichdɪç
diedaɪ
Norn'
:
frohfʁoː
nichtnɪçt
grüsst
dichdɪç
derdeːɐ̯
Mannman
,
demdeːm
fremdfʁɛmt
alsals
Gastɡaːst
duduː
nahstnaːst
.
SIEGLINDE
Feigeˈfaɪ̯ɡə
nurnuːɐ̯
fürchtenˈfʏʁçtn̩
dendeːn
,
derdeːɐ̯
waffenlosˈvafn̩ˌloːs
einsamˈaɪ̯nzaːm
fährtfɛːɐ̯t
!
-
Kündeˈkʏndə
nochnɔx
,
Gastɡaːst
,
wieviː
duduː
imiˈʔɛm
Kampfkamp͡f
zuletztt͡suˈlɛt͡st
diedaɪ
Waffeˈvafə
verlorstfɛɐ̯ˈloːɐ̯st
!
immer lebhafter
SIEGMUND
Einaɪ̯n
traurigesˈtʁaʊ̯ʁɪɡəs
Kindkɪnt
riefʁiːf
michmɪç
zumt͡sʊm
Trutztʁʊt͡s
:
vermählenfɛɐ̯ˈmɛːlən
wollteˈvɔltə
derdeːɐ̯
Magenˈmaːɡn̩
Sippeˈzɪpə
demdeːm
Mannman
ohneˈoːnə
Minneˈmɪnə
diedaɪ
Maidmaɪ̯t
.
Widerˈviːdɐ
dendeːn
Zwangt͡svaŋ
zogt͡soːk
ichɪç
zumt͡sʊm
Schutzʃʊt͡s
,
derdeːɐ̯
Dränger
Trosstʁɔs
traftʁaːf
ichɪç
imiˈʔɛm
Kampfkamp͡f
:
demdeːm
Siegerˈziːɡɐ
sankzaŋk
derdeːɐ̯
Feindfaɪ̯nt
.
Erschlagenɛɐ̯ˈʃlaːɡn̩
lagenˈlaːɡn̩
diedaɪ
Brüderˈbʁyːdɐ
:
diedaɪ
Leichenˈlaɪ̯çn̩
umschlangʊmˈʃlaŋ
dadaː
diedaɪ
Maidmaɪ̯t
,
dendeːn
Grimmɡʁɪm
verjagt'
ihriːɐ̯
derdeːɐ̯
Gramɡʁaːm
.
Mitmɪt
wilderˈvɪldɐ
Tränenˈtʁɛːnən
Flutfluːt
betroff
sieziː
weinendˈvaɪ̯nənt
diedaɪ
Walvaːl
:
umʊm
desdɛs
Mordesˈmɔʁdəs
derdeːɐ̯
eignenˈaɪ̯ɡnən
Brüderˈbʁyːdɐ
klagteˈklaːktə
diedaɪ
unsel'ge
Brautbʁaʊ̯t
.
Derdeːɐ̯
Erschlagnen
Sippenˈzɪpn̩
stürmtenˈʃtʏʁmtn̩
daherdaˈheːɐ̯
;
übermächtigˈyːbɐˌmɛçtɪk
ächztenˈɛçt͡stn̩
nachnaːx
Racheˈʁaxə
sieziː
;
ringsʁɪŋs
umʊm
diedaɪ
Stätteˈʃtɛtə
ragtenˈʁaːktn̩
mirmiːɐ̯
Feindeˈfaɪ̯ndə
.
Dochdɔx
vonfɔn
derdeːɐ̯
Walvaːl
wichvɪç
nichtnɪçt
diedaɪ
Maidmaɪ̯t
;
mitmɪt
Schildʃɪlt
undʊnt
Speerʃpeːɐ̯
schirmt'
ichɪç
sieziː
lang'
,
bisbɪs
Speerʃpeːɐ̯
undʊnt
Schildʃɪlt
imiˈʔɛm
Harsthaʁst
mirmiːɐ̯
zerhaun
.
Wundvʊnt
undʊnt
waffenlosˈvafn̩ˌloːs
standʃtant
ichɪç
-
sterbenˈʃtɛʁbn̩
sahzaː
ichɪç
diedaɪ
Maidmaɪ̯t
:
michmɪç
hetzteˈhɛt͡stə
dasdas
wütendeˈvyːtn̩də
Heerheːɐ̯
-
aufaʊ̯f
dendeːn
Leichenˈlaɪ̯çn̩
laglaːk
sieziː
tottoːt
.
mit einem Blicke voll schmerzlichen Feuers auf Sieglinde
SIEGMUND
Nunnuːn
weisstvaɪ̯st
duduː
,
fragendeˈfʁaːɡn̩də
Fraufʁaʊ̯
,
warumvaˈʁʊm
ichɪç
Friedmund
nichtnɪçt
heisse
!
Er steht auf und schreitet auf den Herd zu. Sieglinde blickt erbleichend und tief erschüttert zu Boden
erhebt sich, sehr finster
HUNDING
Ichɪç
weissvaɪ̯s
einaɪ̯n
wildesˈvɪldəs
Geschlechtɡəˈʃlɛçt
,
nichtnɪçt
heiligˈhaɪ̯lɪk
istɪst
ihmiːm
,
wasvas
andernˈandɐn
hehrheːɐ̯
:
verhasstfɛɐ̯ˈhast
istɪst
eseːs
allenˈælən
undʊnt
mirmiːɐ̯
.
Zurt͡suːɐ̯
Racheˈʁaxə
wardvaʁt
ichɪç
gerufenɡəˈʁuːfn̩
,
Sühneˈzyːnə
zut͡suː
nehmenˈneːmən
fürfyːɐ̯
Sippenblut
:
zut͡suː
spätʃpɛːt
kamkaːm
ichɪç
,
undʊnt
kehrteˈkeːɐ̯tə
nunnuːn
heimhaɪ̯m
,
desdɛs
flücht'gen
Frevlersˈfʁeːflɐs
Spurʃpuːɐ̯
imiˈʔɛm
eignenˈaɪ̯ɡnən
Haushaʊ̯s
zut͡suː
erspähn
.
-
Er geht herab
HUNDING
Meinmaɪ̯n
Haushaʊ̯s
hütetˈhyːtət
,
Wölfing
,
dichdɪç
heut'
;
fürfyːɐ̯
diedaɪ
Nachtnaxt
nahmnaːm
ichɪç
dichdɪç
aufaʊ̯f
;
mitmɪt
starkerˈʃtaʁkɐ
Waffeˈvafə
dochdɔx
wehreˈveːʁə
dichdɪç
morgenˈmɔʁɡn̩
;
zumt͡sʊm
Kampfeˈkamp͡fə
kies'
ichɪç
dendeːn
Tagtaːk
:
fürfyːɐ̯
Toteˈtoːtə
zahlstt͡saːlst
duduː
mirmiːɐ̯
Zollt͡sɔl
.
Sieglinde schreitet mit besorgter Gebärde zwischen die beiden Männer vor
barsch
HUNDING
Fortfoːɐ̯
ausaʊ̯s
demdeːm
Saalzaːl
!
Säumeˈzɔɪ̯mə
hierhiːɐ̯
nichtnɪçt
!
Dendeːn
Nachttrunk
rüsteˈʁʏstə
mirmiːɐ̯
drindʁɪn
undʊnt
harreˈhaʁə
mein'
zurt͡suːɐ̯
Ruh'
.
Sieglinde steht eine Weile unentschieden und sinnend. Sie wendet sich langsam und zögernden Schrittes nach dem Speicher. Dort hält sie wieder an und bleibt, in Sinnen verloren, mit halb abgewandtem Gesicht stehen. Mit ruhigem Entschluss öffnet sie den Schrein, füllt ein Trinkhorn und schüttet aus einer Büchse Würze hinein. Dann wendet sie das Auge auf Siegmund, um seinem Blicke zu begegnen, den dieser fortwährend auf sie heftet. Sie gewahrt Hundings Spähen und wendet sich sogleich zum Schlafgemach. Auf den Stufen kehrt sie sich noch einmal um, heftet das Auge sehnsuchtsvoll auf Siegmund und deutet mit dem Blicke andauernd und mit sprechender Bestimmtheit auf eine Stelle am Eschenstamme. Hunding fährt auf und treibt sie mit einer heftigen Gebärde zum Fortgehen an. Mit einem letzten Blick auf Siegmund geht sie in das Schlafgemach und schliesst hinter sich die Türe
nimmt seine Waffen vom Stamme herab
HUNDING
Mitmɪt
Waffenˈvafn̩
wehrtveːɐ̯t
sichzɪç
derdeːɐ̯
Mannman
.
Im Abgehen sich zu Siegmund wendend
HUNDING
Dichdɪç
Wölfing
treffeˈtʁɛfə
ichɪç
morgenˈmɔʁɡn̩
;
meinmaɪ̯n
Wortvɔʁt
hörtestˈhøːɐ̯təst
duduː
,
hüteˈhyːtə
dichdɪç
wohlvoːl
!
Er geht mit den Waffen in das Gemach; man hört ihn von innen den Riegel schliessen
Siegmund, Sieglinde
Siegmund allein. Es ist vollständig Nacht geworden; der Saal ist nur noch von einem schwachen Feuer im Herde erhellt. Siegmund lässt sich, nah beim Feuer, auf dem Lager nieder und brütet in grosser innerer Aufregung eine Zeitlang schweigend vor sich hin
SIEGMUND
Einaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
verhiess
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Vaterˈfaːtɐ
,
ichɪç
fänd'
eseːs
iniˈʔɛn
höchsterˈhøːçstɐ
Notnoːt
.
Waffenlosˈvafn̩ˌloːs
fielfiːl
ichɪç
iniˈʔɛn
Feindesˈfaɪ̯ndəs
Haushaʊ̯s
;
seinerˈzaɪ̯nɐ
Racheˈʁaxə
Pfandp͡fant
,
rasteˈʁastə
ichɪç
hierhiːɐ̯
:
-
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
sahzaː
ichɪç
,
wonnig
undʊnt
hehrheːɐ̯
:
entzückendɛntˈt͡sʏkn̩t
Bangenˈbaŋən
zehrtt͡seːɐ̯t
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
.
Zut͡suː
derdeːɐ̯
michmɪç
nunnuːn
Sehnsuchtˈzeːnˌzʊxt
ziehtt͡siːt
,
diedaɪ
mitmɪt
süssem
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
michmɪç
sehrt
,
imiˈʔɛm
Zwangeˈt͡svaŋə
hälthɛlt
sieziː
derdeːɐ̯
Mannman
,
derdeːɐ̯
michmɪç
Wehrlosenˈveːɐ̯loːzn̩
höhnthøːnt
!
Wälse
!
Wälse
!
Wovoː
istɪst
deindaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
?
Dasdas
starkeˈʃtaʁkə
Schwertʃveːɐ̯t
,
dasdas
imiˈʔɛm
Sturmʃtʊʁm
ichɪç
schwängeˈʃvɛŋə
,
brichtbʁɪçt
mirmiːɐ̯
hervorhɛɐ̯ˈfoːɐ̯
ausaʊ̯s
derdeːɐ̯
Brustbʁʊst
,
wasvas
wütendˈvyːtn̩t
dasdas
Herzhɛʁt͡s
nochnɔx
hegtheːkt
?
Das Feuer bricht zusammen; es fällt aus der aufsprühenden Glut plötzlich ein greller Schein auf die Stelle des Eschenstammes, welche Sieglindes Blick bezeichnet hatte und an der man jetzt deutlich einen Schwertgriff haften sieht
SIEGMUND
Wasvas
gleisst
dortdɔʁt
hellhɛl
imiˈʔɛm
Glimmerschein
?
Welchvɛlç
einaɪ̯n
Strahlʃtʁaːl
brichtbʁɪçt
ausaʊ̯s
derdeːɐ̯
Escheˈɛʃə
Stammʃtam
?
Desdɛs
Blindenˈblɪndn̩
Augeˈaʊ̯ɡə
leuchtetˈlɔɪ̯çtət
einaɪ̯n
Blitzblɪt͡s
:
lustig lacht da der Blick.
SIEGMUND
Wieviː
derdeːɐ̯
Scheinʃaɪ̯n
sozoː
hehrheːɐ̯
dasdas
Herzhɛʁt͡s
mirmiːɐ̯
sengtzɛŋt
!
Istɪst
eseːs
derdeːɐ̯
Blickblɪk
derdeːɐ̯
blühendenˈblyːəndn̩
Fraufʁaʊ̯
,
dendeːn
dortdɔʁt
haftendˈhaftn̩t
sieziː
hinterˈhɪntɐ
sichzɪç
liess
,
alsals
ausaʊ̯s
demdeːm
Saalzaːl
sieziː
schiedʃiːt
?
von hier an verglimmt das Herdfeuer allmählich
SIEGMUND
Nächtiges
Dunkelˈdʊŋkl̩
deckteˈdɛktə
meinmaɪ̯n
Aug'
,
ihresˈiːʁəs
Blickesˈblɪkəs
Strahlʃtʁaːl
streifteˈʃtʁaɪ̯ftə
michmɪç
dadaː
:
Wärmeˈvɛʁmə
gewannɡəˈvan
ichɪç
undʊnt
Tagtaːk
.
Seligˈzeːlɪk
schienʃiːn
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Sonneˈzɔnə
Lichtlɪçt
;
dendeːn
Scheitelˈʃaɪ̯tl̩
umgliss
mirmiːɐ̯
ihriːɐ̯
wonniger
Glanzɡlant͡s
-
bisbɪs
hinterˈhɪntɐ
Bergenˈbɛʁɡn̩
sieziː
sankzaŋk
.
Ein neuer schwacher Aufschein des Feuers
SIEGMUND
Nochnɔx
einmalˈaɪ̯nmaːl
,
dadaː
sieziː
schiedʃiːt
,
traftʁaːf
michmɪç
abendsˈaːbm̩t͡s
ihriːɐ̯
Scheinʃaɪ̯n
;
selbstzɛlpst
derdeːɐ̯
altenˈaltn̩
Escheˈɛʃə
Stammʃtam
erglänzteɛɐ̯ˈɡlɛnt͡stə
iniˈʔɛn
goldnerˈɡɔldnɐ
Glutɡluːt
:
dadaː
bleichtblaɪ̯çt
diedaɪ
Blüteˈblyːtə
,
dasdas
Lichtlɪçt
verlischtfɛɐ̯ˈlɪʃt
;
nächtiges
Dunkelˈdʊŋkl̩
decktdɛkt
mirmiːɐ̯
dasdas
Augeˈaʊ̯ɡə
:
tieftiːf
iniˈʔɛn
desdɛs
Busensˈbuːzn̩s
Bergeˈbɛʁɡə
glimmtɡlɪmt
nurnuːɐ̯
nochnɔx
lichtloseˈlɪçtloːzə
Glutɡluːt
.
Das Feuer ist gänzlich verloschen: volle Nacht. Das Seitengemach öffnet sich leise: Sieglinde, in weissem Gewande, tritt heraus und schreitet leise, doch rasch, auf den Herd zu
SIEGLINDE
Schläfstʃlɛːfst
duduː
,
Gastɡaːst
?
freudig überrascht aufspringend
SIEGMUND
Werveːɐ̯
schleichtʃlaɪ̯çt
daherdaˈheːɐ̯
?
mit geheimnisvoller Hast
SIEGLINDE
Ichɪç
bin's
:
höreˈhøːʁə
michmɪç
anaːˈʔɛn
!
Iniˈʔɛn
tiefemˈtiːfm̩
Schlafʃlaːf
liegtliːkt
Hunding
;
ichɪç
würzt'
ihmiːm
betäubendenbəˈtɔɪ̯bn̩dən
Tranktʁaŋk
:
nützeˈnʏt͡sə
diedaɪ
Nachtnaxt
dirdiːɐ̯
zumt͡sʊm
Heilhaɪ̯l
!
hitzig unterbrechend
SIEGMUND
Heilhaɪ̯l
machtmaxt
michmɪç
deindaɪ̯n
Nah'n
!
SIEGLINDE
Eineˈaɪ̯nə
Waffeˈvafə
lasslas
michmɪç
dirdiːɐ̯
weisenˈvaɪ̯zn̩
:
o
wennvɛn
duduː
sieziː
gewännstɡəˈvɛnst
!
Dendeːn
hehrstenˈheːɐ̯stn̩
Heldenˈhɛldn̩
dürft'
ichɪç
dichdɪç
heissenˈhaɪ̯sən
:
demdeːm
Stärkstenˈʃtɛʁkstn̩
alleinaˈlaɪ̯n
wardvaʁt
sieziː
bestimmtbəˈʃtɪmt
.
O
merkeˈmɛʁkə
wohlvoːl
,
wasvas
ichɪç
dirdiːɐ̯
meldeˈmɛldə
!
Derdeːɐ̯
Männerˈmɛnɐ
Sippeˈzɪpə
sassˈzasə
hierhiːɐ̯
imiˈʔɛm
Saalzaːl
,
vonfɔn
Hunding
zurt͡suːɐ̯
Hochzeitˈhoːxˌt͡saɪ̯t
geladenɡəˈlaːdn̩
:
ereːɐ̯
freiteˈfʁaɪ̯tə
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
,
dasdas
ungefragtˈʊn.ɡəˌfʁaːkt
Schächerˈʃɛçɐ
ihmiːm
schenktenˈʃɛŋktn̩
zurt͡suːɐ̯
Fraufʁaʊ̯
.
Traurigˈtʁaʊ̯ʁɪk
sassˈzasə
ichɪç
,
währendˈvɛːʁənt
sieziː
trankenˈtʁaŋkn̩
;
einaɪ̯n
Fremderˈfʁɛmdɐ
trattʁaːt
dadaː
hereinhɛˈʁaɪ̯n
:
einaɪ̯n
Greisɡʁaɪ̯s
iniˈʔɛn
blauemˈblaʊ̯əm
Gewandɡəˈvant
;
tieftiːf
hinghɪŋ
ihmiːm
derdeːɐ̯
Huthuːt
,
derdeːɐ̯
deckt'
ihmiːm
derdeːɐ̯
Augenˈaʊ̯ɡn̩
einesˈaɪ̯nəs
;
dochdɔx
desdɛs
andren[ˈʔandəʁən]
Strahlʃtʁaːl
,
Angstaŋst
schufʃuːf
eseːs
allenˈælən
,
traftʁaːf
diedaɪ
Männerˈmɛnɐ
seinzaɪ̯n
mächtigesˈmɛçtɪɡəs
Dräu'n
:
mirmiːɐ̯
alleinaˈlaɪ̯n
weckteˈvɛktə
dasdas
Augeˈaʊ̯ɡə
süsszyːs
sehnendenˈzeːnəndn̩
Harmhaʁm
,
Tränenˈtʁɛːnən
undʊnt
Trosttʁoːst
zugleicht͡suˈɡlaɪ̯ç
.
Auf mich blickt' er und blitzte auf jene,
SIEGLINDE
alsals
einaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
iniˈʔɛn
Händenˈhɛndn̩
ereːɐ̯
schwangʃvaŋ
;
dasdas
stiess[ˈʃtoːsn̩]
ereːɐ̯
nunnuːn
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Escheˈɛʃə
Stammʃtam
,
bisbɪs
zumt͡sʊm
Hefthɛft
haftet'
eseːs
drindʁɪn
:
demdeːm
sollteˈzɔltə
derdeːɐ̯
Stahlʃtaːl
geziemenɡəˈt͡siːmən
,
derdeːɐ̯
ausaʊ̯s
demdeːm
Stammʃtam
eseːs
zög'
.
Derdeːɐ̯
Männerˈmɛnɐ
alleˈalə
,
sozoː
kühnkyːn
sieziː
sichzɪç
mühtenˈmyːtn̩
,
diedaɪ
Wehrveːɐ̯
sichzɪç
keinerˈkaɪ̯nɐ
gewannɡəˈvan
;
Gästeˈɡɛstə
kamenˈkaːmən
undʊnt
Gästeˈɡɛstə
gingenˈɡɪŋən
,
diedaɪ
stärkstenˈʃtɛʁkstn̩
zogenˈt͡soːɡn̩
amaːm
Stahlʃtaːl
-
keinenˈkaɪ̯nən
Zollt͡sɔl
entwichɛntˈvɪç
ereːɐ̯
demdeːm
Stammʃtam
:
dortdɔʁt
haftetˈhaftət
schweigendˈʃvaɪ̯ɡn̩t
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
.
-
Dadaː
wusst'
ichɪç
,
werveːɐ̯
derdeːɐ̯
warvaːɐ̯
,
derdeːɐ̯
michmɪç
Gramvolle[ˈɡʁaːmfɔl]
gegrüsst
;
ichɪç
weissvaɪ̯s
auchaʊ̯x
,
wemveːm
alleinaˈlaɪ̯n
imiˈʔɛm
Stammʃtam
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
ereːɐ̯
bestimmtbəˈʃtɪmt
.
O
fänd'
ichɪç
ihniːn
hierhiːɐ̯
undʊnt
heut'
,
dendeːn
Freundfʁɔɪ̯nt
;
käm'
ereːɐ̯
ausaʊ̯s
Fremdenˈfʁɛmdn̩
zurt͡suːɐ̯
ärmstenˈɛʁmstn̩
Fraufʁaʊ̯
.
Wasvas
jejeː
ichɪç
gelittenɡəˈlɪtn̩
iniˈʔɛn
grimmigemˈɡʁɪmɪɡəm
Leidlaɪ̯t
,
wasvas
jejeː
michmɪç
geschmerztɡəˈʃmɛʁt͡st
iniˈʔɛn
Schandeˈʃandə
undʊnt
Schmachʃmaːx
,
-
süsseste
Racheˈʁaxə
sühnteˈzyːntə
danndan
allesˈaləs
!
Erjagtɛɐ̯ˈjaːkt
hätt'
ichɪç
,
wasvas
jejeː
ichɪç
verlorfɛɐ̯ˈloːɐ̯
,
wasvas
jejeː
ichɪç
beweintbəˈvaɪ̯nt
,
wär'
mirmiːɐ̯
gewonnenɡəˈvɔnən
,
fänd'
ichɪç
dendeːn
heiligenˈhaɪ̯lɪɡn̩
Freundfʁɔɪ̯nt
,
umfing'
dendeːn
Heldenˈhɛldn̩
meinmaɪ̯n
Armaʁm
!
mit Glut Sieglinde umfassend
SIEGMUND
Dichdɪç
seligeˈzeːˌlɪɡə
Fraufʁaʊ̯
hälthɛlt
nunnuːn
derdeːɐ̯
Freundfʁɔɪ̯nt
,
demdeːm
Waffeˈvafə
undʊnt
Weibvaɪ̯p
bestimmtbəˈʃtɪmt
!
Heisshaɪ̯s
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Brustbʁʊst
brenntbʁɛnt
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Eidaɪ̯t
,
derdeːɐ̯
michmɪç
dirdiːɐ̯
Edlenˈeːdlən
vermähltfɛɐ̯ˈmɛːlt
.
Wasvas
jejeː
ichɪç
ersehntɛɐ̯ˈzeːnt
,
ersahɛɐ̯ˈzaː
ichɪç
iniˈʔɛn
dirdiːɐ̯
;
iniˈʔɛn
dirdiːɐ̯
fandfant
ichɪç
,
wasvas
jejeː
mirmiːɐ̯
gefehltɡəˈfeːlt
!
Littestˈlɪtəst
duduː
Schmachʃmaːx
,
undʊnt
schmerzteˈʃmɛʁt͡stə
michmɪç
Leidlaɪ̯t
;
warvaːɐ̯
ichɪç
geächtetɡəˈʔɛçtət
,
undʊnt
warstvaːɐ̯st
duduː
entehrtɛntˈʔeːɐ̯t
:
freudigeˈfʁɔɪ̯dɪɡə
Racheˈʁaxə
lachtlaxt
nunnuːn
dendeːn
Frohenˈfʁoːən
!
Aufaʊ̯f
lach'
ichɪç
iniˈʔɛn
heiligerˈhaɪ̯lɪɡɐ
Lustluːst
,
halt'
ichɪç
dichdɪç
Hehreˈheːʁə
umfangenʊmˈfaŋən
,
fühl'
ichɪç
deindaɪ̯n
schlagendesˈʃlaːɡn̩dəs
Herzhɛʁt͡s
!
Die grosse Türe springt auf
fährt erschrocken zusammen und reisst sich los
SIEGLINDE
Haha
,
werveːɐ̯
gingɡɪŋ
?
Werveːɐ̯
kamkaːm
hereinhɛˈʁaɪ̯n
?
Die Tür bleibt weit geöffnet: aussen herrliche Frühlingsnacht; der Vollmond leuchtet herein und wirft sein helles Licht auf das Paar, das so sich plötzlich in voller Deutlichkeit wahrnehmen kann
in leiser Entzückung
SIEGMUND
Keinerˈkaɪ̯nɐ
gingɡɪŋ
-
dochdɔx
einerˈaɪ̯nɐ
kamkaːm
:
sieheˈziːə
,
derdeːɐ̯
Lenzlɛnt͡s
lachtlaxt
iniˈʔɛn
dendeːn
Saalzaːl
!
Siegmund zieht Sieglinde mit sanfter Gewalt zu sich auf das Lager, so dass sie neben ihm zu sitzen kommt, Wachsende Helligkeit des Mondscheines
SIEGMUND
Winterstürmeˈvɪntɐˌʃtʏʁmə
wichenˈvɪçn̩
demdeːm
Wonnemondˈvɔnəmoːnt
,
iniˈʔɛn
mildemˈmɪldəm
Lichteˈlɪçtə
leuchtetˈlɔɪ̯çtət
derdeːɐ̯
Lenzlɛnt͡s
;
aufaʊ̯f
lindenˈlɪndn̩
Lüftenˈlʏftn̩
leichtlaɪ̯çt
undʊnt
lieblichˈliːplɪç
,
Wunderˈvʊndɐ
webendˈveːbn̩t
ereːɐ̯
sichzɪç
wiegtviːkt
;
durchdʊʁç
Waldvalt
undʊnt
Auenˈaʊ̯ən
wehtveːt
seinzaɪ̯n
Atemˈaːtəm
,
weit geöffnet lacht sein Aug': -
SIEGMUND
ausaʊ̯s
sel'ger
Vögleinˈføːɡlaɪ̯n
Sangeˈzaŋə
süsszyːs
ereːɐ̯
tönttøːnt
,
holdeˈhɔldə
Düfteˈdʏftə
hauchthaʊ̯xt
ereːɐ̯
ausaʊ̯s
;
seinemˈzaɪ̯nəm
warmenˈvaʁmən
Blutbluːt
entblühen
wonnige
Blumenˈbluːmən
,
Keimkaɪ̯m
undʊnt
Sprossʃpʁɔs
entspringtɛntˈʃpʁɪŋt
seinerˈzaɪ̯nɐ
Kraftkʁaft
.
Mitmɪt
zartert͡saːɐ̯tɐ
Waffenˈvafn̩
Ziert͡siːɐ̯
bezwingtbəˈt͡svɪŋt
ereːɐ̯
diedaɪ
Weltvɛlt
;
Winterˈvɪntɐ
undʊnt
Sturmʃtʊʁm
wichenˈvɪçn̩
derdeːɐ̯
starkenˈʃtaʁkn̩
Wehrveːɐ̯
:
wohlvoːl
mussteˈmʊstə
dendeːn
tapfern
Streichenˈʃtʁaɪ̯çn̩
diedaɪ
strengeˈʃtʁɛŋə
Türeˈtyːʁə
auchaʊ̯x
weichenˈvaɪ̯çn̩
,
diedaɪ
trotzigˈtʁɔt͡sɪk
undʊnt
starrʃtaʁ
unsʊns
trennteˈtʁɛntə
vonfɔn
ihmiːm
.
-
Zut͡suː
seinerˈzaɪ̯nɐ
Schwesterˈʃvɛstɐ
schwangʃvaŋ
ereːɐ̯
sichzɪç
herheːɐ̯
;
diedaɪ
Liebeˈliːbə
lockteˈlɔktə
dendeːn
Lenzlɛnt͡s
:
iniˈʔɛn
unsremˈʔʊnzɐ
Busenˈbuːzn̩
bargbaʁk
sieziː
sichzɪç
tieftiːf
;
nun lacht sie selig dem Licht.
SIEGMUND
Diedaɪ
bräutliche
Schwesterˈʃvɛstɐ
befreitebəˈfʁaɪ̯tə
derdeːɐ̯
Bruderˈbʁuːdɐ
;
zertrümmertt͡sɛɐ̯ˈtʁʏmɐt
liegtliːkt
,
wasvas
jejeː
sieziː
getrenntɡəˈtʁɛnt
:
jauchzendˈjaʊ̯xt͡sn̩t
grüsst
sichzɪç
dasdas
jungeˈjʊŋə
Paarpaːɐ̯
:
vereintfɛɐ̯ˈʔaɪ̯nt
sindzɪnt
Liebeˈliːbə
undʊnt
Lenzlɛnt͡s
!
SIEGLINDE
Duduː
bistbɪst
derdeːɐ̯
Lenzlɛnt͡s
,
nachnaːx
demdeːm
ichɪç
verlangtefɛɐ̯ˈlaŋtə
iniˈʔɛn
frostigenˈfʁɔstɪɡn̩
Wintersˈvɪntɐs
Fristfʁɪst
.
Dichdɪç
grüsste
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
mitmɪt
heiligemˈhaɪ̯lɪɡəm
Grau'n
,
alsals
deindaɪ̯n
Blickblɪk
zuerstt͡suˈʔeːɐ̯st
mirmiːɐ̯
erblühteɛɐ̯ˈblyːtə
.
Fremdesˈfʁɛmdəs
nurnuːɐ̯
sahzaː
ichɪç
vonfɔn
jejeː
,
freudlosˈfʁɔɪ̯tˌloːs
warvaːɐ̯
mirmiːɐ̯
dasdas
Naheˈnaːə
.
Alsals
hätt'
ichɪç
nieniː
eseːs
gekanntɡəˈkant
,
warvaːɐ̯
,
wasvas
immerˈɪmɐ
mirmiːɐ̯
kamkaːm
.
Dochdɔx
dichdɪç
kannt'
ichɪç
deutlichˈdɔɪ̯tlɪç
undʊnt
klarklaːɐ̯
:
alsals
meinmaɪ̯n
Augeˈaʊ̯ɡə
dichdɪç
sahzaː
,
warstvaːɐ̯st
duduː
meinmaɪ̯n
Eigenˈaɪ̯ɡn̩
;
wasvas
imiˈʔɛm
Busenˈbuːzn̩
ichɪç
bargbaʁk
,
wasvas
ichɪç
binbɪn
,
hellhɛl
wieviː
derdeːɐ̯
Tagtaːk
taucht'
eseːs
mirmiːɐ̯
aufaʊ̯f
,
o
wieviː
tönenderˈtøːnəndɐ
Schallʃal
schlug's
anaːˈʔɛn
meinmaɪ̯n
Ohroːɐ̯
,
alsals
iniˈʔɛn
frostigˈfʁɔstɪk
öderˈøːdɐ
Fremdeˈfʁɛmdə
zuerstt͡suˈʔeːɐ̯st
ichɪç
dendeːn
Freundfʁɔɪ̯nt
ersahɛɐ̯ˈzaː
.
Sie hängt sich entzückt an seinen Hals und blickt ihm nahe ins Gesicht
mit Hingerissenheit
SIEGMUND
O
süsseste
Wonneˈvɔnə
!
O
seligstesˈzeːˌlɪkstəs
Weibvaɪ̯p
!
dicht an seinen Augen
SIEGLINDE
O
lasslas
iniˈʔɛn
Näheˈnɛːə
zut͡suː
dirdiːɐ̯
michmɪç
neigenˈnaɪ̯ɡn̩
,
dassdas
hellhɛl
ichɪç
schaueʃaʊ̯ə
dendeːn
hehrenˈheːʁən
Scheinʃaɪ̯n
,
derdeːɐ̯
dirdiːɐ̯
ausaʊ̯s
Aug'
undʊnt
Antlitzˈantˌlɪt͡s
brichtbʁɪçt
undʊnt
sozoː
süsszyːs
diedaɪ
Sinneˈzɪnə
mirmiːɐ̯
zwingtt͡svɪŋt
.
SIEGMUND
Imiˈʔɛm
Lenzesmond
leuchtestˈlɔɪ̯çtəst
duduː
hellhɛl
;
hehrheːɐ̯
umwebt
dichdɪç
dasdas
Wellenhaar
:
wasvas
michmɪç
berücktbəˈʁʏkt
,
errat'
ichɪç
nunnuːn
leichtlaɪ̯çt
,
denndɛn
wonnig
weidetˈvaɪ̯dət
meinmaɪ̯n
Blickblɪk
.
schlägt ihm die Locken von der Stirn zurück und betrachtet ihn staunend
SIEGLINDE
Wieviː
dirdiːɐ̯
diedaɪ
Stirnʃtɪʁn
sozoː
offenˈɔfn̩
stehtʃteːt
,
derdeːɐ̯
Adernˈaːdɐn
Geästɡəˈʔɛːst
iniˈʔɛn
dendeːn
Schläfenˈʃlɛːfn̩
sichzɪç
schlingtʃlɪŋt
!
Mirmiːɐ̯
zagtt͡saːkt
eseːs
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
Wonneˈvɔnə
,
diedaɪ
michmɪç
entzücktɛntˈt͡sʏkt
!
Einaɪ̯n
Wunderˈvʊndɐ
willvɪl
michmɪç
gemahnenɡəˈmaːnən
:
dendeːn
heut'
zuerstt͡suˈʔeːɐ̯st
ichɪç
erschautɛɐ̯ˈʃaʊ̯t
,
meinmaɪ̯n
Augeˈaʊ̯ɡə
sahzaː
dichdɪç
schonʃoːn
!
SIEGMUND
Einaɪ̯n
Minnetraum
gemahntɡəˈmaːnt
auchaʊ̯x
michmɪç
:
iniˈʔɛn
heissem
Sehnenˈzeːnən
sahzaː
ichɪç
dichdɪç
schonʃoːn
!
SIEGLINDE
Imiˈʔɛm
Bachbax
erblickt'
ichɪç
meinmaɪ̯n
eigenˈaɪ̯ɡn̩
Bildbɪlt
-
undʊnt
jetztjɛt͡st
gewahr'
ichɪç
eseːs
wiederˈviːdɐ
:
wieviː
einstaɪ̯nst
demdeːm
Teichtaɪ̯ç
eseːs
enttaucht
,
bietestˈbiːtəst
meinmaɪ̯n
Bildbɪlt
mirmiːɐ̯
nunnuːn
duduː
!
SIEGMUND
Duduː
bistbɪst
dasdas
Bildbɪlt
,
dasdas
ichɪç
iniˈʔɛn
mirmiːɐ̯
bargbaʁk
.
den Blick schnell abwendend
SIEGLINDE
O
stillʃtɪl
!
Lasslas
michmɪç
derdeːɐ̯
Stimmeˈʃtɪmə
lauschenˈlaʊ̯ʃn̩
:
michmɪç
dünktdʏŋkt
,
ihrenˈiːʁən
Klangklaŋ
hört'
ichɪç
alsals
Kindkɪnt
.
aufgeregt
SIEGLINDE
Dochdɔx
neinnaɪ̯n
!
Ichɪç
hörteˈhøːɐ̯tə
sieziː
neulichˈnɔɪ̯lɪç
,
alsals
meinerˈmaɪ̯nɐ
Stimmeˈʃtɪmə
Schallʃal
mirmiːɐ̯
widerhallteˈviːdɐˌhaltə
derdeːɐ̯
Waldvalt
.
SIEGMUND
O
lieblichsteˈliːplɪçstə
Lauteˈlaʊ̯tə
,
denenˈdeːnən
ichɪç
lauscheˈlaʊ̯ʃə
!
ihm wieder in die Augen spähend
SIEGLINDE
Deinesˈdaɪ̯nəs
Augesˈaʊ̯ɡəs
Glutɡluːt
erglänzteɛɐ̯ˈɡlɛnt͡stə
mirmiːɐ̯
schonʃoːn
:
sozoː
blickteˈblɪktə
derdeːɐ̯
Greisɡʁaɪ̯s
grüssend
aufaʊ̯f
michmɪç
,
alsals
derdeːɐ̯
Traurigenˈtʁaʊ̯ʁɪɡn̩
Trosttʁoːst
ereːɐ̯
gabɡaːp
.
Anaːˈʔɛn
demdeːm
Blickblɪk
erkannt'
ihniːn
seinzaɪ̯n
Kindkɪnt
-
schonʃoːn
wollt'
ichɪç
beimbaɪ̯m
Namenˈnaːmən
ihniːn
nennenˈnɛnən
!
Sieziː
hälthɛlt
inneɪnə
undʊnt
fährtfɛːɐ̯t
danndan
leiseˈlaɪ̯zə
fortfoːɐ̯
Wehwalt
heisst
duduː
fürwahrfyːɐ̯ˈvaːɐ̯
?
SIEGMUND
Nichtnɪçt
heiss'
ichɪç
sozoː
,
seitzaɪ̯t
duduː
michmɪç
liebstliːpst
:
nunnuːn
walt'
ichɪç
derdeːɐ̯
hehrstenˈheːɐ̯stn̩
Wonnenˈvɔnən
!
SIEGLINDE
Undʊnt
Friedmund
darfstdaʁfst
duduː
frohfʁoː
dichdɪç
nichtnɪçt
nennenˈnɛnən
?
SIEGMUND
Nenneˈnɛnə
michmɪç
duduː
,
wieviː
duduː
liebstliːpst
,
dassdas
ichɪç
heisse
:
dendeːn
Namenˈnaːmən
nehm'
ichɪç
vonfɔn
dirdiːɐ̯
!
SIEGLINDE
Dochdɔx
nanntestˈnantəst
duduː
Wolfeˈvɔlfə
dendeːn
Vaterˈfaːtɐ
?
SIEGMUND
Einaɪ̯n
Wolfvɔlf
warvaːɐ̯
ereːɐ̯
feigenˈfaɪ̯ɡn̩
Füchsenˈfʏksn̩
!
Dochdɔx
demdeːm
sozoː
stolzʃtɔlt͡s
strahlteˈʃtʁaːltə
dasdas
Augeˈaʊ̯ɡə
,
wieviː
,
Herrlicheˈhɛʁlɪçə
,
hehrheːɐ̯
dirdiːɐ̯
eseːs
strahltʃtʁaːlt
,
derdeːɐ̯
warvaːɐ̯
:
-
Wälse
genanntɡəˈnant
.
ausser sich
SIEGLINDE
Warvaːɐ̯
Wälse
deindaɪ̯n
Vaterˈfaːtɐ
,
undʊnt
bistbɪst
duduː
einaɪ̯n
Wälsung
,
stiess[ˈʃtoːsn̩]
ereːɐ̯
fürfyːɐ̯
dichdɪç
seinzaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
iniˈʔɛn
dendeːn
Stammʃtam
,
sozoː
lasslas
michmɪç
dichdɪç
heissenˈhaɪ̯sən
,
wieviː
ichɪç
dichdɪç
liebeˈliːbə
:
Siegmundˈziːkmʊnt
-
sozoː
nenn'
ichɪç
dichdɪç
!
springt auf den Stamm zu und fasst den Schwertgriff
SIEGMUND
Siegmundˈziːkmʊnt
heiss'
ichɪç
undʊnt
Siegmundˈziːkmʊnt
binbɪn
ichɪç
!
Bezeug'
eseːs
diesdaɪs
Schwertʃveːɐ̯t
,
dasdas
zaglos
ichɪç
halteˈhaltə
!
Wälse
verhiess
mirmiːɐ̯
,
iniˈʔɛn
höchsterˈhøːçstɐ
Notnoːt
fänd'
ichɪç
eseːs
einstaɪ̯nst
:
ichɪç
fass'
eseːs
nunnuːn
!
Heiligsterˈhaɪ̯lɪkstɐ
Minneˈmɪnə
höchsteˈhøːçstə
Notnoːt
,
sehnenderˈzeːnəndɐ
Liebeˈliːbə
sehrende
Notnoːt
brenntbʁɛnt
mirmiːɐ̯
hellhɛl
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Brustbʁʊst
,
drängtdʁɛŋt
zut͡suː
Tattaːt
undʊnt
Todtoːt
:
Notung
!
Notung
!
Sozoː
nenn'
ichɪç
dichdɪç
,
Schwertʃveːɐ̯t
-
Notung
!
Notung
!
Neidlicher
Stahlʃtaːl
!
Zeig'
deinerˈdaɪ̯nɐ
Schärfeˈʃɛʁfə
schneidendenˈʃnaɪ̯dn̩dən
Zahnt͡saːn
:
heraushɛˈʁaʊ̯s
ausaʊ̯s
derdeːɐ̯
Scheideˈʃaɪ̯də
zut͡suː
mirmiːɐ̯
!
Er zieht mit einem gewaltigen Zuck das Schwert aus dem Stamme und zeigt es der von Staunen und Entzücken erfassten Sieglinde
SIEGMUND
Siegmundˈziːkmʊnt
,
dendeːn
Wälsung
,
siehstziːst
duduː
,
Weibvaɪ̯p
!
Alsals
Brautgabe
bringtbʁɪŋt
ereːɐ̯
diesdaɪs
Schwertʃveːɐ̯t
:
sozoː
freitfʁaɪ̯t
ereːɐ̯
sichzɪç
diedaɪ
seligsteˈzeːˌlɪkstə
Fraufʁaʊ̯
;
demdeːm
Feindeshaus
entführtɛntˈfyːɐ̯t
ereːɐ̯
dichdɪç
sozoː
.
Fernfɛʁn
vonfɔn
hierhiːɐ̯
folgeˈfɔlɡə
mirmiːɐ̯
nunnuːn
,
fortfoːɐ̯
iniˈʔɛn
desdɛs
Lenzesˈlɛnt͡səs
lachendesˈlaxn̩dəs
Haushaʊ̯s
:
dortdɔʁt
schütztʃʏt͡st
dichdɪç
Notung
,
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
,
wennvɛn
Siegmundˈziːkmʊnt
dirdiːɐ̯
liebendˈliːbn̩t
erlagɛɐ̯ˈlaːk
!
Er hat sie umfasst, um sie mit sich fortzuziehen
reisst sich in höchster Trunkenheit von ihm los und stellt sich ihm gegenüber
SIEGLINDE
Bistbɪst
duduː
Siegmundˈziːkmʊnt
,
dendeːn
ichɪç
hierhiːɐ̯
seheˈzeːə
,
Sieglindeˌziːkˈlɪndə
binbɪn
ichɪç
,
diedaɪ
dichdɪç
ersehntɛɐ̯ˈzeːnt
:
diedaɪ
eigneˈaɪ̯ɡnə
Schwesterˈʃvɛstɐ
gewannstɡəˈvanst
duduː
zut͡suː
einsaɪ̯ns
mitmɪt
demdeːm
Schwertʃveːɐ̯t
!
SIEGMUND
Brautbʁaʊ̯t
undʊnt
Schwesterˈʃvɛstɐ
bistbɪst
duduː
demdeːm
Bruderˈbʁuːdɐ
-
sozoː
blüheˈblyːə
denndɛn
,
Wälsungen-Blut
!
Er zieht sie mit wütender Glut an sich; sie sinkt mit einem Schrei an seine Brust. Der Vorhang fällt schnell
ZWEITER AUFZUG
Wildes Felsengebirge Im Hintergrund zieht sich von unten her eine Schlucht herauf, die auf ein erhöhtes Felsjoch mündet; von diesem senkt sich der Boden dem Vordergrunde zu wieder abwärts
VORSPIEL UND ERSTE SZENE
Wotan, Brünnhilde als Walküre, später Fricka Wotan, kriegerisch gewaffnet, mit dem Speer; vor ihm Brünnhilde, als Walküre, ebenfalls in voller Waffenrüstung
WOTAN
Nunnuːn
zäumeˈt͡sɔɪ̯mə
deindaɪ̯n
Rossʁɔs
,
reisigeˈʁaɪ̯zɪɡə
Maidmaɪ̯t
!
Baldbalt
entbrenntɛntˈbʁɛnt
brünstigerˈbʁʏnstɪɡɐ
Streitʃtʁaɪ̯t
:
Brünnhilde
stürmeˈʃtʏʁmə
zumt͡sʊm
Kampfkamp͡f
,
demdeːm
Wälsung
kieseˈkiːzə
sieziː
Siegziːk
!
Hunding
wähleˈvɛːlə
sichzɪç
,
wemveːm
ereːɐ̯
gehörtɡəˈhøːɐ̯t
;
nachnaːx
Walhallˈvalhal
taugttaʊ̯kt
ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
.
Drumdʁʊm
rüstigˈʁʏstɪk
undʊnt
raschʁaʃ
,
reiteˈʁaɪ̯tə
zurt͡suːɐ̯
Walvaːl
!
jauchzend von Fels zu Fels die Höhe rechts hinaufspringend
BRÜNNHILDE
Hojotoho
!
Hojotoho
!
Heiaha
!
Heiaha
!
Hojotoho
!
Heiaha
!
Sie hält auf einer hohen Felsspitze an, blickt in die hintere Schlucht hinab und ruft zu Wotan zurück
BRÜNNHILDE
Dirdiːɐ̯
rat'
ichɪç
,
Vaterˈfaːtɐ
,
rüsteˈʁʏstə
dichdɪç
selbstzɛlpst
;
hartenˈhaʁtn̩
Sturmʃtʊʁm
sollstzɔlst
duduː
bestehn
.
Fricka
nahtnaːt
,
deineˈdaɪ̯nə
Fraufʁaʊ̯
,
imiˈʔɛm
Wagenˈvaːɡn̩
mitmɪt
demdeːm
Widdergespann
.
Heihaɪ̯
!
Wieviː
diedaɪ
goldne
Geisselˈɡaɪ̯səl
sieziː
schwingtʃvɪŋt
!
Diedaɪ
armenˈaʁmən
Tiereˈtiːʁə
ächzenˈɛçt͡sn̩
vorfoːɐ̯
Angstaŋst
;
wildvɪlt
rasselnˈʁasl̩n
diedaɪ
Räderˈʁɛːdɐ
;
zornigˈt͡sɔʁnɪk
fährtfɛːɐ̯t
sieziː
zumt͡sʊm
Zankt͡saŋk
!
Iniˈʔɛn
solchemˈzɔlçm̩
Strausse
streit'
ichɪç
nichtnɪçt
gernɡɛʁn
,
lieb'
ichɪç
auchaʊ̯x
mutigerˈmuːtɪɡɐ
Männerˈmɛnɐ
Schlachtʃlaxt
!
Drumdʁʊm
siehziː
,
wieviː
dendeːn
Sturmʃtʊʁm
duduː
bestehstbəˈʃteːst
:
ichɪç
Lustigeˈlʊstɪɡə
lass'
dichdɪç
imiˈʔɛm
Stichʃtɪç
!
Hojotoho
!
Hojotoho
!
Heiaha
!
Heiaha
!
Heiahaha
!
Brünnhilde verschwindet hinter der Gebirgshöhe zur Seite. In einem mit zwei Widdern bespannten Wagen langt Fricka aus der Schlucht auf dem Felsjoche an, dort hält sie rasch an und steigt aus. Sie schreitet heftig in den Vordergrund auf Wotan zu
Fricka auf sich zuschreiten sehend, für sich
WOTAN
Derdeːɐ̯
alteˈaltə
Sturmʃtʊʁm
,
diedaɪ
alteˈaltə
Müh'
!
Dochdɔx
standʃtant
mussmʊs
ichɪç
hierhiːɐ̯
haltenˈhaltn̩
!
je näher sie kommt, desto mehr mässigt sie den Schritt und stellt sich mit Würde vor Wotan hin
FRICKA
Wovoː
iniˈʔɛn
dendeːn
Bergenˈbɛʁɡn̩
duduː
dichdɪç
birgstbɪʁkst
,
derdeːɐ̯
Gattinˈɡatɪn
Blickblɪk
zut͡suː
entgehn
,
einsamˈaɪ̯nzaːm
hierhiːɐ̯
such'
ichɪç
dichdɪç
aufaʊ̯f
,
dassdas
Hilfeˈhɪlfə
duduː
mirmiːɐ̯
verhiessest
.
WOTAN
Wasvas
Fricka
kümmertˈkʏmɐt
,
kündeˈkʏndə
sieziː
freifʁaɪ̯
.
FRICKA
Ichɪç
vernahmfɛɐ̯ˈnaːm
Hundings
Notnoːt
,
umʊm
Racheˈʁaxə
riefʁiːf
ereːɐ̯
michmɪç
anaːˈʔɛn
:
derdeːɐ̯
Eheˈeːə
Hüterinˈhyːtəʁɪn
hörteˈhøːɐ̯tə
ihniːn
,
verhiess
strengʃtʁɛŋ
zut͡suː
strafenˈʃtʁaːfn̩
diedaɪ
Tattaːt
desdɛs
frechfʁɛç
frevelndenˈfʁeːfl̩ndn̩
Paarspaːɐ̯s
,
dasdas
kühnkyːn
dendeːn
Gattenˈɡatn̩
gekränktɡəˈkʁɛŋkt
.
WOTAN
Wasvas
sozoː
Schlimmesˈʃlɪməs
schufʃuːf
dasdas
Paarpaːɐ̯
,
dasdas
liebendˈliːbn̩t
einteˈaɪ̯ntə
derdeːɐ̯
Lenzlɛnt͡s
?
Derdeːɐ̯
Minneˈmɪnə
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
entzückteɛntˈt͡sʏktə
sieziː
:
werveːɐ̯
büsst
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Minneˈmɪnə
Machtmaxt
?
FRICKA
Wieviː
törichtˈtøːʁɪçt
undʊnt
taubtaʊ̯p
duduː
dichdɪç
stellstʃtɛlst
,
alsals
wüsstestˈvʏstəst
fürwahrfyːɐ̯ˈvaːɐ̯
duduː
nichtnɪçt
,
dassdas
umʊm
derdeːɐ̯
Eheˈeːə
heiligenˈhaɪ̯lɪɡn̩
Eidaɪ̯t
,
dendeːn
harthaʁt
gekränktenɡəˈkʁɛŋktn̩
,
ichɪç
klageˈklaːɡə
!
WOTAN
Unheiligˈʊnˌhaɪ̯lɪk
acht'
ichɪç
dendeːn
Eidaɪ̯t
,
derdeːɐ̯
Unliebende
eintaɪ̯nt
;
undʊnt
mirmiːɐ̯
wahrlichˈvaːɐ̯lɪç
muteˈmuːtə
nichtnɪçt
zut͡suː
,
dassdas
mitmɪt
Zwangt͡svaŋ
ichɪç
halteˈhaltə
,
wasvas
dirdiːɐ̯
nichtnɪçt
haftetˈhaftət
:
denndɛn
wovoː
kühnkyːn
Kräfteˈkʁɛftə
sichzɪç
regenˈʁeːɡn̩
,
dadaː
rat'
ichɪç
offenˈɔfn̩
zumt͡sʊm
Kriegkʁiːk
.
FRICKA
Achtestˈaxtəst
duduː
rühmlichˈʁyːmlɪç
derdeːɐ̯
Eheˈeːə
Bruchbʁʊx
,
sozoː
prahleˈpʁaːlə
nunnuːn
weiterˈvaɪ̯tɐ
undʊnt
preis'
eseːs
heiligˈhaɪ̯lɪk
,
dassdas
Blutschandeˈbluːtˌʃandə
entblüht
demdeːm
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
einesˈaɪ̯nəs
Zwillingspaarsˈt͡svɪlɪŋsˌpaːɐ̯s
!
Mirmiːɐ̯
schaudertˈʃaʊ̯dɐt
dasdas
Herzhɛʁt͡s
,
eseːs
schwindeltˈʃvɪndl̩t
meinmaɪ̯n
Hirnhɪʁn
:
bräutlich
umfingʊmˈfɪŋ
diedaɪ
Schwesterˈʃvɛstɐ
derdeːɐ̯
Bruderˈbʁuːdɐ
!
Wannvan
wardvaʁt
eseːs
erlebtɛɐ̯ˈleːpt
,
dassdas
leiblichˈlaɪ̯plɪç
Geschwisterɡəˈʃvɪstɐ
sichzɪç
liebtenˈliːptn̩
?
WOTAN
Heut'
hasthast
du's
erlebtɛɐ̯ˈleːpt
!
Erfahreɛɐ̯ˈfaːʁə
sozoː
,
wasvas
vonfɔn
selbstzɛlpst
sichzɪç
fügtfyːkt
,
seizaɪ̯
zuvort͡suˈfoːɐ̯
auchaʊ̯x
nochnɔx
nieniː
eseːs
geschehn
.
Dassdas
jeneˈjeːnə
sichzɪç
liebenˈliːbn̩
,
leuchtetˈlɔɪ̯çtət
dirdiːɐ̯
hellhɛl
;
drumdʁʊm
höreˈhøːʁə
redlichenˈʁeːtlɪçn̩
Ratʁaːt
:
Sollzɔl
süsseˈzyːsə
Lustluːst
deinenˈdaɪ̯nən
Segenˈzeːɡn̩
dirdiːɐ̯
lohnenˈloːnən
,
sozoː
segneˈzeːɡnə
,
lachendlaxn̩t
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
,
Siegmundsˈziːk.mʊnt
undʊnt
Sieglindes
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
!
in höchste Entrüstung ausbrechend
FRICKA
Sozoː
istɪst
eseːs
denndɛn
ausaʊ̯s
mitmɪt
dendeːn
ewigenˈeːvɪɡn̩
Götternˈɡœtɐn
,
seitzaɪ̯t
duduː
diedaɪ
wildenˈvɪldn̩
Wälsungen
zeugtestˈt͡sɔɪ̯ktəst
?
Heraushɛˈʁaʊ̯s
sagt'
ich's
;
-
traftʁaːf
ichɪç
dendeːn
Sinnzɪn
?
Nichtsnɪçt͡s
giltɡɪlt
dirdiːɐ̯
derdeːɐ̯
Hehrenˈheːʁən
heiligeˈhaɪ̯lɪɡə
Sippeˈzɪpə
;
hinhɪn
wirfstvɪʁfst
duduː
allesˈaləs
,
wasvas
einstaɪ̯nst
duduː
geachtetɡəˈʔaxtət
;
zerreissestt͡sɛɐ̯ˈʁaɪ̯sn̩
diedaɪ
Bandeˈbandə
,
diedaɪ
selbstzɛlpst
duduː
gebundenɡəˈbʊndn̩
,
lösestˈløːzəst
lachendlaxn̩t
desdɛs
Himmelsˈhɪml̩s
Hafthaft
:
-
dassdas
nachnaːx
Lustluːst
undʊnt
Launeˈlaʊ̯nə
nurnuːɐ̯
walteˈvaltə
diesdaɪs
frevelndeˈfʁeːfl̩ndə
Zwillingspaarˈt͡svɪlɪŋsˌpaːɐ̯
,
deinerˈdaɪ̯nɐ
Untreueˈʊnˌtʁɔɪ̯ə
zuchtlose
Fruchtfʁʊxt
!
O
,
wasvas
klag'
ichɪç
umʊm
Eheˈeːə
undʊnt
Eidaɪ̯t
,
dadaː
zuerstt͡suˈʔeːɐ̯st
duduː
selbstzɛlpst
sieziː
versehrtfɛɐ̯ˈzeːɐ̯t
!
Diedaɪ
treueˈtʁɔɪ̯ə
Gattinˈɡatɪn
trogest
duduː
stetsʃteːt͡s
;
wovoː
eineˈaɪ̯nə
Tiefeˈtiːfə
,
wovoː
eineˈaɪ̯nə
Höheˈhøːə
,
dahindaˈhɪn
lugteˈluːktə
lüsternˈlʏstɐn
deindaɪ̯n
Blickblɪk
,
wieviː
desdɛs
Wechselsˈvɛksl̩s
Lustluːst
duduː
gewännestɡəˈvɛnəst
undʊnt
höhnendˈhøːnənt
kränktestˈkʁɛŋktəst
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
.
Trauerndenˈtʁaʊ̯ɐndn̩
Sinnesˈzɪnəs
musst'
ich's
ertragenɛɐ̯ˈtʁaːɡn̩
,
zogstt͡soːkst
duduː
zurt͡suːɐ̯
Schlachtʃlaxt
mitmɪt
dendeːn
schlimmenˈʃlɪmən
Mädchenˈmeːtçən
,
diedaɪ
wilderˈvɪldɐ
Minneˈmɪnə
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
dirdiːɐ̯
gebarɡəˈbaːɐ̯
:
denndɛn
deindaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
nochnɔx
scheutestˈʃɔɪ̯təst
duduː
sozoː
,
dassdas
derdeːɐ̯
Walkürenvalˈkyːʁən
Scharʃaːɐ̯
undʊnt
Brünnhilde
selbstzɛlpst
,
deinesˈdaɪ̯nəs
Wunschesˈvʊnʃəs
Brautbʁaʊ̯t
,
iniˈʔɛn
Gehorsamɡeˈhoːɐ̯zaːm
derdeːɐ̯
Herrinˈhɛʁɪn
duduː
gabstɡaːpst
.
Dochdɔx
jetztjɛt͡st
,
dadaː
dirdiːɐ̯
neueˈnɔɪ̯ə
Namenˈnaːmən
gefielenɡəˈfiːlən
,
alsals
"
Wälse
"
wölfisch
imiˈʔɛm
Waldeˈvaldə
duduː
schweiftestˈʃvaɪ̯ftəst
;
jetztjɛt͡st
,
dadaː
zut͡suː
niedrigsterˈniːdʁɪkstɐ
Schmachʃmaːx
duduː
dichdɪç
neigtestˈnaɪ̯ktəst
,
gemeinerɡəˈmaɪ̯nɐ
Menschenˈmɛnʃn̩
einaɪ̯n
Paarpaːɐ̯
zut͡suː
erzeugenɛɐ̯ˈt͡sɔɪ̯ɡn̩
:
jetztjɛt͡st
demdeːm
Wurfeˈvʊʁfə
derdeːɐ̯
Wölfinˈvœlfɪn
wirfstvɪʁfst
duduː
zut͡suː
Füssenˈfʏsn̩
deindaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
!
Sozoː
führ'
eseːs
denndɛn
ausaʊ̯s
!
Fülleˈfʏlə
dasdas
Massmas
!
Diedaɪ
Betrogne
lasslas
auchaʊ̯x
zertretent͡sɛɐ̯ˈtʁeːtn̩
!
ruhig
WOTAN
Nichtsnɪçt͡s
lerntestˈlɛʁntəst
duduː
,
wollt'
ichɪç
dichdɪç
lehrenˈleːʁən
,
wasvas
nieniː
duduː
erkennenɛɐ̯ˈkɛnən
kannstkanst
,
eh'
nichtnɪçt
ertagte
diedaɪ
Tattaːt
.
Stetsʃteːt͡s
Gewohntesɡəˈvoːntəs
nurnuːɐ̯
magstmaːkst
duduː
verstehn
:
dochdɔx
wasvas
nochnɔx
nieniː
sichzɪç
traftʁaːf
,
danachdaˈnaːx
trachtetˈtʁaxtət
meinmaɪ̯n
Sinnzɪn
.
Einesˈaɪ̯nəs
höreˈhøːʁə
!
Notnoːt
tuttuːt
einaɪ̯n
Heldhɛlt
,
derdeːɐ̯
,
ledigˈleːdɪk
göttlichenˈɡœtlɪçn̩
Schutzesˈʃʊt͡səs
,
sichzɪç
löseˈløːzə
vomfɔm
Göttergesetz
.
Sozoː
nurnuːɐ̯
taugttaʊ̯kt
ereːɐ̯
zut͡suː
wirkenˈvɪʁkn̩
diedaɪ
Tattaːt
,
diedaɪ
,
wieviː
notnoːt
sieziː
dendeːn
Götternˈɡœtɐn
,
demdeːm
Gottɡɔt
dochdɔx
zut͡suː
wirkenˈvɪʁkn̩
verwehrtfɛɐ̯ˈveːɐ̯t
.
FRICKA
Mitmɪt
tiefemˈtiːfm̩
Sinneˈzɪnə
willstvɪlst
duduː
michmɪç
täuschenˈtɔɪ̯ʃn̩
:
wasvas
Hehresˈheːʁəs
solltenˈzɔltn̩
Heldenˈhɛldn̩
jejeː
wirkenˈvɪʁkn̩
,
dasdas
ihrenˈiːʁən
Götternˈɡœtɐn
wäreˈvɛːʁə
verwehrtfɛɐ̯ˈveːɐ̯t
,
derenˈdeːʁən
Gunstɡʊnst
iniˈʔɛn
ihnenˈiːnən
nurnuːɐ̯
wirktvɪʁkt
?
WOTAN
lhres
eignenˈaɪ̯ɡnən
Mutesˈmuːtəs
achtestˈaxtəst
duduː
nichtnɪçt
?
FRICKA
Werveːɐ̯
hauchteˈhaʊ̯xtə
Menschenˈmɛnʃn̩
ihniːn
einaɪ̯n
?
Werveːɐ̯
hellteˈhɛltə
dendeːn
Blödenˈbløːdn̩
dendeːn
Blickblɪk
?
Iniˈʔɛn
deinemˈdaɪ̯nəm
Schutzʃʊt͡s
scheinenˈʃaɪ̯nən
sieziː
starkʃtaʁk
,
durchdʊʁç
deinenˈdaɪ̯nən
Stachelˈʃtaxl̩
strebenˈʃtʁeːbn̩
sieziː
aufaʊ̯f
:
duduː
reizestˈʁaɪ̯t͡səst
sieziː
einzigˈaɪ̯nt͡sɪk
,
diedaɪ
sozoː
mirmiːɐ̯
Ew'gen
duduː
rühmstʁyːmst
,
Mitmɪt
neuerˈnɔɪ̯ɐ
Listlɪst
willstvɪlst
duduː
michmɪç
belügenbəˈlyːɡn̩
,
durchdʊʁç
neueˈnɔɪ̯ə
Ränkeˈʁɛŋkə
mirmiːɐ̯
jetztjɛt͡st
entrinnenɛntˈʁɪnən
;
dochdɔx
diesenˈdiːzn̩
Wälsung
gewinnstɡəˈvɪnst
duduː
dirdiːɐ̯
nichtnɪçt
:
iniˈʔɛn
ihmiːm
treff'
ichɪç
nurnuːɐ̯
dichdɪç
,
denndɛn
durchdʊʁç
dichdɪç
trotzttʁɔt͡st
ereːɐ̯
alleinaˈlaɪ̯n
.
ergriffen
WOTAN
Iniˈʔɛn
wildemˈvɪldəm
Leidenˈlaɪ̯dn̩
erwuchsɛɐ̯ˈvuːks
ereːɐ̯
sichzɪç
selbstzɛlpst
:
meinmaɪ̯n
Schutzʃʊt͡s
schirmteˈʃɪʁmtə
ihniːn
nieniː
.
FRICKA
Sozoː
schütz'
auchaʊ̯x
heut'
ihniːn
nichtnɪçt
!
Nimmnɪm
ihmiːm
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
,
dasdas
duduː
ihmiːm
geschenktɡəˈʃɛŋkt
!
WOTAN
Dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
?
FRICKA
Jajaː
,
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
,
dasdas
zauberstark
zuckendeˈt͡sʊkn̩də
Schwertʃveːɐ̯t
,
dasdas
duduː
Gottɡɔt
demdeːm
Sohneˈzoːnə
gabstɡaːpst
.
heftig
WOTAN
Siegmundˈziːkmʊnt
gewannɡəˈvan
eseːs
sichzɪç
mit unterdrücktem Beben
WOTAN
selbstzɛlpst
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Notnoːt
.
Wotan drückt in seiner ganzen Haltung von hier an einen immer wachsenden unheimlichen, tiefen Unmut aus
eifrig fortfahrend
FRICKA
Duduː
schufstʃuːfst
ihmiːm
diedaɪ
Notnoːt
,
wieviː
dasdas
neidliche
Schwertʃveːɐ̯t
.
Willstvɪlst
duduː
michmɪç
täuschenˈtɔɪ̯ʃn̩
,
diedaɪ
Tagtaːk
undʊnt
Nachtnaxt
aufaʊ̯f
dendeːn
Fersenˈfɛʁzn̩
dirdiːɐ̯
folgtfɔlkt
?
Fürfyːɐ̯
ihniːn
stiessest[ˈʃtoːsn̩]
duduː
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
iniˈʔɛn
dendeːn
Stammʃtam
,
duduː
verhiessest
ihmiːm
diedaɪ
hehreˈheːʁə
Wehrveːɐ̯
:
willstvɪlst
duduː
eseːs
leugnenˈlɔɪ̯ɡnən
,
dassdas
nurnuːɐ̯
deineˈdaɪ̯nə
Listlɪst
ihniːn
lockteˈlɔktə
,
wovoː
ereːɐ̯
eseːs
fänd'
?
Wotan fährt mit einer grimmigen Gebärde auf
immer sicherer, da sie den Eindruck gewahrt, den sie auf Wotan hervorgebracht hat
FRICKA
Mitmɪt
Unfreienˈʊnˌfʁaɪ̯ən
streitetˈʃtʁaɪ̯tət
keinkaɪ̯n
Edlerˈeːdlɐ
,
dendeːn
Frevlerˈfʁeːflɐ
straftʃtʁaːft
nurnuːɐ̯
derdeːɐ̯
Freieˈfʁaɪ̯ə
.
Widerˈviːdɐ
deineˈdaɪ̯nə
Kraftkʁaft
führt'
ichɪç
wohlvoːl
Kriegkʁiːk
:
dochdɔx
Siegmundˈziːkmʊnt
verfielfɛɐ̯ˈfiːl
mirmiːɐ̯
alsals
Knechtknɛçt
!
Neue heftige Gebärde Wotans, dann Versinken in das Gefühl seiner Ohnmacht
FRICKA
Derdeːɐ̯
dirdiːɐ̯
alsals
Herrenˈhɛʁən
hörigˈhøːʁɪk
undʊnt
eigenˈaɪ̯ɡn̩
,
gehorchenɡəˈhɔʁçn̩
sollzɔl
ihmiːm
deindaɪ̯n
ewigˈeːvɪk
Gemahlɡəˈmaːl
?
Sollzɔl
michmɪç
iniˈʔɛn
Schmachʃmaːx
derdeːɐ̯
Niedrigsteˈniːdʁɪkstə
schmähenˈʃmɛːən
,
demdeːm
Frechenˈfʁɛçn̩
zumt͡sʊm
Spornʃpɔʁn
,
demdeːm
Freienˈfʁaɪ̯ən
zumt͡sʊm
Spottʃpɔt
?
Dasdas
kannkan
meinmaɪ̯n
Gatteˈɡatə
nichtnɪçt
wollenˈvɔlən
,
diedaɪ
Göttinɡœˈtiːn
entweihtɛntˈvaɪ̯t
ereːɐ̯
nichtnɪçt
sozoː
!
finster
WOTAN
Wasvas
verlangstfɛɐ̯ˈlaŋst
duduː
?
FRICKA
Lasslas
vonfɔn
demdeːm
Wälsung
!
mit gedämpfter Stimme
WOTAN
Ereːɐ̯
geh'
seinesˈzaɪ̯nəs
Wegsveːks
.
FRICKA
Dochdɔx
duduː
schützeˈʃʏt͡sə
ihniːn
nichtnɪçt
,
wennvɛn
zurt͡suːɐ̯
Schlachtʃlaxt
ihniːn
derdeːɐ̯
Rächerˈʁɛçɐ
ruftʁuːft
!
WOTAN
Ichɪç
schützeˈʃʏt͡sə
ihniːn
nichtnɪçt
.
FRICKA
Siehziː
mirmiːɐ̯
insɪns
Augeˈaʊ̯ɡə
,
sinneˈzɪnə
nichtnɪçt
Trugtʁuːk
:
diedaɪ
Walkürevalˈkyːʁə
wend'
auchaʊ̯x
vonfɔn
ihmiːm
!
WOTAN
Diedaɪ
Walkürevalˈkyːʁə
walteˈvaltə
freifʁaɪ̯
.
FRICKA
Nichtnɪçt
dochdɔx
;
deinenˈdaɪ̯nən
Willenˈvɪlən
vollbringtfɔlˈbʁɪŋt
sieziː
alleinaˈlaɪ̯n
:
verbietefɛɐ̯ˈbiːtə
ihriːɐ̯
Siegmundsˈziːk.mʊnt
Siegziːk
!
in heftigen inneren Kampf ausbrechend
WOTAN
Ichɪç
kannkan
ihniːn
nichtnɪçt
fällenˈfɛlən
:
ereːɐ̯
fandfant
meinmaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
!
FRICKA
Entzieh'
demdeːm
dendeːn
Zauberˈt͡saʊ̯bɐ
,
zerknick'
eseːs
demdeːm
Knechtknɛçt
!
Schutzlosˈʃʊt͡sˌloːs
schau'
ihniːn
derdeːɐ̯
Feindfaɪ̯nt
!
noch unsichtbar von der Höhe her
BRÜNNHILDE
Heiaha
!
Heiaha
!
Hojotoho
!
FRICKA
Dortdɔʁt
kommtkɔmt
deineˈdaɪ̯nə
kühneˈkyːnə
Maidmaɪ̯t
;
jauchzendˈjaʊ̯xt͡sn̩t
jagtjaːkt
sieziː
daherdaˈheːɐ̯
.
wie oben
BRÜNNHILDE
Heiaha
!
Heiaha
!
Heiohotojo
!
Hotojoha
!
dumpf für sich
WOTAN
Ichɪç
riefʁiːf
sieziː
fürfyːɐ̯
Siegmundˈziːkmʊnt
zut͡suː
Rossʁɔs
!
Brünnhilde erscheint mit ihrem Ross auf dem Felsenpfade rechts. Als sie Fricka gewahrt, bricht sie schnell ab und geleitet ihr Ross still und langsam während des Folgenden den Felsweg herab: dort birgt sie es dann in einer Höhle
FRICKA
Deinerˈdaɪ̯nɐ
ew'gen
Gattinˈɡatɪn
heiligeˈhaɪ̯lɪɡə
Ehreˈeːʁə
beschirmebəˈʃɪʁmə
heut'
ihriːɐ̯
Schildʃɪlt
!
Vonfɔn
Menschenˈmɛnʃn̩
verlachtfɛɐ̯ˈlaxt
,
verlustigfɛɐ̯ˈlʊstɪk
derdeːɐ̯
Machtmaxt
,
gingenˈɡɪŋən
wirviːɐ̯
Götterˈɡœtɐ
zugrund
:
würdeˈvʏʁdə
heut'
nichtnɪçt
hehrheːɐ̯
undʊnt
herrlichˈhɛʁlɪç
meinmaɪ̯n
Rechtʁɛçt
gerächtɡəˈʁɛçt
vonfɔn
derdeːɐ̯
mutigenˈmuːtɪɡn̩
Maidmaɪ̯t
.
Derdeːɐ̯
Wälsung
fälltfɛlt
meinerˈmaɪ̯nɐ
Ehreˈeːʁə
:
Empfah'
ichɪç
vonfɔn
Wotanˈvoːtaːn
dendeːn
Eidaɪ̯t
?
in furchtbarem Unmut und innerem Grimm auf einen Felsensitz sich werfend
WOTAN
Nimmnɪm
dendeːn
Eidaɪ̯t
!
Fricka schreitet dem Hintergrunde zu: dort begegnet sie Brünnhilde und hält einen Augenblick vor ihr an
zu Brünnhilde
FRICKA
Heervater
harretˈhaʁət
deindaɪ̯n
:
lass'
ihniːn
dirdiːɐ̯
kündenˈkʏndn̩
,
wieviː
dasdas
Losloːs
ereːɐ̯
gekiestɡəˈkiːst
!
Sie besteigt den Wagen und fährt schnell davon, Brünnhilde tritt mit besorgter Miene verwundert vor Wotan, der, auf dem Felssitz zurückgelehnt, das Haupt auf die Hand gestützt, in finstres Brüten versunken ist
Brünnhilde, Wotan
BRÜNNHILDE
Schlimmʃlɪm
,
fürcht'
ichɪç
,
schlossʃlɔs
derdeːɐ̯
Streitʃtʁaɪ̯t
,
lachteˈlaxtə
Fricka
demdeːm
Loseˈloːzə
.
Vaterˈfaːtɐ
,
wasvas
sollzɔl
deindaɪ̯n
Kindkɪnt
erfahrenɛɐ̯ˈfaːʁən
?
Trübeˈtʁyːbə
scheinstʃaɪ̯nst
duduː
undʊnt
traurigˈtʁaʊ̯ʁɪk
!
lässt den Arm machtlos sinken und den Kopf in den Nacken fallen
WOTAN
Iniˈʔɛn
eignerˈaɪ̯ɡnɐ
Fesselˈfɛsl̩
fingfɪŋ
ichɪç
michmɪç
:
ichɪç
Unfreiesterˈʊnˌfʁaɪ̯əstɐ
allerˈalɐ
!
BRÜNNHILDE
Sozoː
sahzaː
ichɪç
dichdɪç
nieniː
!
Wasvas
nagtnaːkt
dirdiːɐ̯
dasdas
Herzhɛʁt͡s
?
von hier an steigert sich Wotans Ausdruck und Gebärde bis zum furchtbarsten Ausbruch
WOTAN
O
heiligeˈhaɪ̯lɪɡə
Schmachʃmaːx
!
O
schmählicherˈʃmɛːlɪçɐ
Harmhaʁm
!
Götternot
!
Götternot
!
Endloserˈɛntˌloːzɐ
Grimmɡʁɪm
!
Ewigerˈeːvɪɡɐ
Gramɡʁaːm
!
Derdeːɐ̯
Traurigsteˈtʁaʊ̯ʁɪkstə
binbɪn
ichɪç
vonfɔn
allenˈælən
!
wirft erschrocken Schild, Speer und Helm von sich und lässt sich mit besorgter Zutraulichkeit zu Wotans Füssen nieder
BRÜNNHILDE
Vaterˈfaːtɐ
!
Vaterˈfaːtɐ
!
Sageˈzaːɡə
,
wasvas
istɪst
dirdiːɐ̯
?
Wieviː
erschreckstɛɐ̯ˈʃʁɛkst
duduː
mitmɪt
Sorgeˈzɔʁɡə
deindaɪ̯n
Kindkɪnt
?
Vertrauefɛɐ̯ˈtʁaʊ̯ə
mirmiːɐ̯
!
Ichɪç
binbɪn
dirdiːɐ̯
treutʁɔɪ̯
:
siehziː
,
Brünnhilde
bittetˈbɪtət
!
Sie legt traulich und ängstlich Haupt und Hände ihm auf Knie und Schoss
blickt ihr lange ins Auge; dann streichelt er ihr mit unwillkürlicher Zärtlichkeit die Locken. Wie aus tiefem Sinnen zu sich kommend, beginnt er endlich sehr leise
WOTAN
Lass'
ich's
verlautenfɛɐ̯ˈlaʊ̯tn̩
,
lös'
ichɪç
danndan
nichtnɪçt
meinesˈmaɪ̯nəs
Willensˈvɪləns
haltendenˈhaltn̩dən
Hafthaft
?
ihm ebenso erwidernd
BRÜNNHILDE
Zut͡suː
Wotansˈvoːtaːns
Willenˈvɪlən
sprichstʃpʁɪçst
duduː
,
sagstzaːkst
duduː
mirmiːɐ̯
,
wasvas
duduː
willstvɪlst
;
werveːɐ̯
binbɪn
ichɪç
,
wär'
ichɪç
deindaɪ̯n
Willeˈvɪlə
nichtnɪçt
?
sehr leise
WOTAN
Wasvas
keinemkaɪ̯nəm
iniˈʔɛn
Wortenˈvɔʁtn̩
ichɪç
kündeˈkʏndə
,
unausgesprochen
bleib'
eseːs
denndɛn
ewigˈeːvɪk
:
mitmɪt
mirmiːɐ̯
nurnuːɐ̯
rat'
ichɪç
,
red'
ichɪç
zut͡suː
dirdiːɐ̯
.
-
mit noch gedämpfterer, schauerlicher Stimme, während er Brünnhilde unverwandt in das Auge blickt
WOTAN
Alsals
jungerˈjʊŋɐ
Liebeˈliːbə
Lustluːst
mirmiːɐ̯
verblichfɛɐ̯ˈblɪç
,
verlangtefɛɐ̯ˈlaŋtə
nachnaːx
Machtmaxt
meinmaɪ̯n
Mutmuːt
:
vonfɔn
jäherˈjɛːɐ
Wünscheˈvʏnʃə
Wütenˈvyːtn̩
gejagtɡəˈjaːkt
,
gewannɡəˈvan
ichɪç
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Weltvɛlt
.
Unwissendˈʊnˌvɪsn̩t
trugvoll
,
Untreueˈʊnˌtʁɔɪ̯ə
übt'
ichɪç
,
bandbant
durchdʊʁç
Verträgefɛɐ̯ˈtʁɛːɡə
,
wasvas
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
bargbaʁk
:
listigˈlɪstɪk
verlocktefɛɐ̯ˈlɔktə
michmɪç
Logeˈloːʒə
,
derdeːɐ̯
schweifendˈʃvaɪ̯fn̩t
nunnuːn
verschwandfɛɐ̯ˈʃvant
.
Vonfɔn
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
dochdɔx
mocht'
ichɪç
nichtnɪçt
lassenˈlasn̩
,
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Machtmaxt
verlangt'
ichɪç
nachnaːx
Minneˈmɪnə
.
Dendeːn
Nachtnaxt
gebarɡəˈbaːɐ̯
,
derdeːɐ̯
bangeˈbaŋə
Nibelungnibəˈlʊŋ
,
Alberichˈalbəʁɪç
,
brachbʁaːx
ihrenˈiːʁən
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
;
ereːɐ̯
fluchteˈfluːxtə
derdeːɐ̯
Lieb'
undʊnt
gewannɡəˈvan
durchdʊʁç
dendeːn
Fluchfluːx
desdɛs
Rheinesˈʁaɪ̯nəs
glänzendesˈɡlɛnt͡sn̩dəs
Goldɡɔlt
undʊnt
mitmɪt
ihmiːm
masslose
Machtmaxt
.
Dendeːn
Ringʁɪŋ
,
dendeːn
ereːɐ̯
schufʃuːf
,
entrissɛntˈʁɪs
ichɪç
ihmiːm
listigˈlɪstɪk
;
dochdɔx
nichtnɪçt
demdeːm
Rheinʁaɪ̯n
gabɡaːp
ichɪç
ihniːn
zurückt͡suˈʁʏk
:
mitmɪt
ihmiːm
bezahlt'
ichɪç
Walhallsˈvalhals
Zinnenˈt͡sɪnən
,
derdeːɐ̯
Burgbʊʁk
,
diedaɪ
Riesenˈʁiːzn̩
mirmiːɐ̯
bautenˈbaʊ̯tn̩
,
ausaʊ̯s
derdeːɐ̯
ichɪç
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
nunnuːn
gebotɡəˈboːt
.
Diedaɪ
allesˈaləs
weissvaɪ̯s
,
wasvas
einstensˈaɪ̯nstn̩s
warvaːɐ̯
,
Erda
,
diedaɪ
weihlich
weisesteˈvaɪ̯zəstə
Wala
,
rietʁiːt
mirmiːɐ̯
abaːbeː
vonfɔn
demdeːm
Ringʁɪŋ
,
warnteˈvaʁntə
vorfoːɐ̯
ewigemˈeːvɪɡəm
Endeˈɛndə
.
Vonfɔn
demdeːm
Endeˈɛndə
wollt'
ichɪç
mehrmeːɐ̯
nochnɔx
wissenˈvɪsn̩
;
dochdɔx
schweigendˈʃvaɪ̯ɡn̩t
entschwandɛntˈʃvant
mirmiːɐ̯
dasdas
Weibvaɪ̯p
...
Dadaː
verlorfɛɐ̯ˈloːɐ̯
ichɪç
dendeːn
leichtenˈlaɪ̯çtn̩
Mutmuːt
,
zut͡suː
wissenˈvɪsn̩
begehrt'
eseːs
dendeːn
Gottɡɔt
:
iniˈʔɛn
dendeːn
Schossʃɔs
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
schwangʃvaŋ
ichɪç
michmɪç
hinabhɪˈnap
,
mitmɪt
Liebeszauberˈliːbəsˌt͡saʊ̯bɐ
zwangt͡svaŋ
ichɪç
diedaɪ
Wala
,
stört'
ihresˈiːʁəs
Wissensˈvɪsn̩s
Stolzʃtɔlt͡s
,
dassdas
sieziː
Redeˈʁeːdə
nunnuːn
mirmiːɐ̯
standʃtant
.
Kundeˈkʊndə
empfingɛmˈp͡fɪŋ
ichɪç
vonfɔn
ihriːɐ̯
;
vonfɔn
mirmiːɐ̯
dochdɔx
bargbaʁk
sieziː
einaɪ̯n
Pfandp͡fant
:
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
weisestesˈvaɪ̯zəstəs
Weibvaɪ̯p
gebarɡəˈbaːɐ̯
mirmiːɐ̯
,
Brünnhilde
,
dichdɪç
.
Mitmɪt
achtaxt
Schwesternˈʃvɛstɐn
zogt͡soːk
ichɪç
dichdɪç
aufaʊ̯f
;
durchdʊʁç
euchɔɪ̯ç
Walkürenvalˈkyːʁən
wollt'
ichɪç
wendenˈvɛndn̩
,
wasvas
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Wala
zut͡suː
fürchtenˈfʏʁçtn̩
schufʃuːf
:
einaɪ̯n
schmählichesˈʃmɛːlɪçəs
Endeˈɛndə
derdeːɐ̯
Ew'gen
.
Dassdas
starkʃtaʁk
zumt͡sʊm
Streitʃtʁaɪ̯t
unsʊns
fändeˈfɛndə
derdeːɐ̯
Feindfaɪ̯nt
,
hiess
ichɪç
euchɔɪ̯ç
Heldenˈhɛldn̩
mirmiːɐ̯
schaffenˈʃafn̩
:
diedaɪ
herrischˈhɛʁɪʃ
wirviːɐ̯
sonstzɔnst
iniˈʔɛn
Gesetzenɡəˈzɛt͡sn̩
hieltenˈhiːltn̩
,
diedaɪ
Männerˈmɛnɐ
,
denenˈdeːnən
dendeːn
Mutmuːt
wirviːɐ̯
gewehrtɡəˈveːɐ̯t
,
diedaɪ
durchdʊʁç
trüberˈtʁyːbɐ
Verträgefɛɐ̯ˈtʁɛːɡə
trügendeˈtʁyːɡn̩də
Bandeˈbandə
zut͡suː
blindemˈblɪndəm
Gehorsamɡeˈhoːɐ̯zaːm
wirviːɐ̯
unsʊns
gebundenɡəˈbʊndn̩
,
diedaɪ
solltetˈzɔltət
zut͡suː
Sturmʃtʊʁm
undʊnt
Streitʃtʁaɪ̯t
ihriːɐ̯
nunnuːn
stachelnˈʃtaxl̩n
,
ihreˈiːʁə
Kraftkʁaft
reizenˈʁaɪ̯t͡sn̩
zut͡suː
rauhem[ʁaʊ̯x]
Kriegkʁiːk
,
dassdas
kühnerˈkyːnɐ
Kämpferˈkɛmp͡fɐ
Scharenˈʃaːʁən
ichɪç
sammleˈzamlə
iniˈʔɛn
Walhallsˈvalhals
Saalzaːl
!
BRÜNNHILDE
Deinenˈdaɪ̯nən
Saalzaːl
fülltenˈfʏltn̩
wirviːɐ̯
weidlichˈvaɪ̯tlɪç
:
vieleˈfiːlə
schonʃoːn
führt'
ichɪç
dirdiːɐ̯
zut͡suː
.
Wasvas
machtmaxt
dirdiːɐ̯
nunnuːn
Sorgeˈzɔʁɡə
,
dadaː
nieniː
wirviːɐ̯
gesäumtɡəˈzɔɪ̯mt
?
wieder gedämpfter
WOTAN
Einaɪ̯n
andres[ˈʔandʁəs]
ist's
:
achteˈaxtə
eseːs
wohlvoːl
,
wesvɛs
michmɪç
diedaɪ
Wala
gewarntɡəˈvaʁnt
!
Durchdʊʁç
Alberichsˈalbəʁɪçs
Heerheːɐ̯
drohtdʁoːt
unsʊns
dasdas
Endeˈɛndə
:
mitmɪt
neidischemˈnaɪ̯dɪʃm̩
Grimmɡʁɪm
grolltɡʁɔlt
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Niblung
:
dochdɔx
scheu'
ichɪç
nunnuːn
nichtnɪçt
seineˈzaɪ̯nə
nächtigenˈnɛçtɪɡn̩
Scharenˈʃaːʁən
,
meineˈmaɪ̯nə
Heldenˈhɛldn̩
schüfenˈʃyːfn̩
mirmiːɐ̯
Siegziːk
.
Nurnuːɐ̯
wennvɛn
jejeː
dendeːn
Ringʁɪŋ
zurückt͡suˈʁʏk
ereːɐ̯
gewänneɡəˈvɛnə
,
danndan
wäreˈvɛːʁə
Walhallˈvalhal
verlorenfɛɐ̯ˈloːʁən
:
derdeːɐ̯
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
fluchteˈfluːxtə
,
ereːɐ̯
alleinaˈlaɪ̯n
nützteˈnʏt͡stə
neidischˈnaɪ̯dɪʃ
desdɛs
Ringesˈʁɪŋəs
Runenˈʁuːnən
zut͡suː
allerˈalɐ
Edlenˈeːdlən
endloserˈɛntˌloːzɐ
Schmachʃmaːx
:
derdeːɐ̯
Heldenˈhɛldn̩
Mutmuːt
entwendet'
ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
;
diedaɪ
Kühnenˈkyːnən
selberˈzɛlbɐ
zwäng'
ereːɐ̯
zumt͡sʊm
Kampfkamp͡f
;
mitmɪt
ihrerˈiːʁɐ
Kraftkʁaft
bekriegtebəˈkʁiːktə
ereːɐ̯
michmɪç
.
Sorgendˈzɔʁɡn̩t
sannzan
ichɪç
nunnuːn
selbstzɛlpst
,
dendeːn
Ringʁɪŋ
demdeːm
Feindfaɪ̯nt
zut͡suː
entreissenɛntˈʁaɪ̯sən
.
Derdeːɐ̯
Riesenˈʁiːzn̩
einerˈaɪ̯nɐ
,
denenˈdeːnən
ichɪç
einstaɪ̯nst
mitmɪt
verfluchtemfɛɐ̯ˈfluːxtəm
Goldɡɔlt
dendeːn
Fleissflaɪ̯s
vergaltfɛɐ̯ˈɡalt
:
Fafner
hütetˈhyːtət
dendeːn
Horthɔʁt
,
umʊm
dendeːn
ereːɐ̯
dendeːn
Bruderˈbʁuːdɐ
gefälltɡəˈfɛlt
.
Ihmiːm
müsst'
ichɪç
dendeːn
Reifʁaɪ̯f
entringenɛntˈʁɪŋən
,
dendeːn
selbstzɛlpst
alsals
Zollt͡sɔl
ichɪç
ihmiːm
zahlteˈt͡saːltə
.
Dochdɔx
mitmɪt
demdeːm
ichɪç
vertrugfɛɐ̯ˈtʁuːk
,
ihniːn
darfdaʁf
ichɪç
nichtnɪçt
treffenˈtʁɛfn̩
;
machtlosˈmaxtloːs
vorfoːɐ̯
ihmiːm
erlägeɛɐ̯ˈlɛːɡə
meinmaɪ̯n
Mutmuːt
:
-
dasdas
sindzɪnt
diedaɪ
Bandeˈbandə
,
diedaɪ
michmɪç
bindenˈbɪndn̩
:
derdeːɐ̯
durchdʊʁç
Verträgefɛɐ̯ˈtʁɛːɡə
ichɪç
Herrhɛʁ
,
dendeːn
Verträgenfɛɐ̯ˈtʁɛːɡn̩
binbɪn
ichɪç
nunnuːn
Knechtknɛçt
.
Nurnuːɐ̯
einerˈaɪ̯nɐ
könnteˈkœntə
,
wasvas
ichɪç
nichtnɪçt
darfdaʁf
:
einaɪ̯n
Heldhɛlt
,
demdeːm
helfendˈhɛlfənt
nieniː
ichɪç
michmɪç
neigteˈnaɪ̯ktə
;
derdeːɐ̯
fremdfʁɛmt
demdeːm
Gotteˈɡɔtə
,
freifʁaɪ̯
seinerˈzaɪ̯nɐ
Gunstɡʊnst
,
unbewusstˈʊnbəˌvʊst
,
ohneˈoːnə
Geheissɡəˈhaɪ̯s
,
ausaʊ̯s
eignerˈaɪ̯ɡnɐ
Notnoːt
,
mitmɪt
derdeːɐ̯
eignenˈaɪ̯ɡnən
Wehrveːɐ̯
schüfeˈʃyːfə
diedaɪ
Tattaːt
,
diedaɪ
ichɪç
scheuenˈʃɔɪ̯ən
mussmʊs
,
diedaɪ
nieniː
meinmaɪ̯n
Ratʁaːt
ihmiːm
rietʁiːt
,
wünschtvʏnʃt
sieziː
auchaʊ̯x
einzigˈaɪ̯nt͡sɪk
meinmaɪ̯n
Wunschvʊnʃ
!
Derdeːɐ̯
,
entgegenɛntˈɡeːɡn̩
demdeːm
Gottɡɔt
,
fürfyːɐ̯
michmɪç
föchteˈfœçtə
,
dendeːn
freundlichenˈfʁɔɪ̯ntlɪçn̩
Feindfaɪ̯nt
,
wieviː
fändeˈfɛndə
ichɪç
ihniːn
?
Wieviː
schüf'
ichɪç
dendeːn
Freienˈfʁaɪ̯ən
,
dendeːn
nieniː
ichɪç
schirmteˈʃɪʁmtə
,
derdeːɐ̯
imiˈʔɛm
eignenˈaɪ̯ɡnən
Trotzeˈtʁɔt͡sə
derdeːɐ̯
Trautesteˈtʁaʊ̯təstə
mirmiːɐ̯
?
Wieviː
macht'
ichɪç
dendeːn
andren[ˈʔandəʁən]
,
derdeːɐ̯
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
ichɪç
,
undʊnt
ausaʊ̯s
sichzɪç
wirkteˈvɪʁktə
,
wasvas
ichɪç
nurnuːɐ̯
willvɪl
?
O
göttlicheˈɡœtlɪçə
Notnoːt
!
Grässlicheˈɡʁɛslɪçə
Schmachʃmaːx
!
Zumt͡sʊm
Ekelˈeːkl̩
find'
ichɪç
ewigˈeːvɪk
nurnuːɐ̯
michmɪç
iniˈʔɛn
allemˈaləm
,
wasvas
ichɪç
erwirkeɛɐ̯ˈvɪʁkə
!
Dasdas
andreˈʔandəʁə
,
dasdas
ichɪç
ersehneɛɐ̯ˈzeːnə
,
dasdas
andreˈʔandəʁə
erseh'
ichɪç
nieniː
:
denndɛn
selbstzɛlpst
mussmʊs
derdeːɐ̯
Freieˈfʁaɪ̯ə
sichzɪç
schaffenˈʃafn̩
:
Knechteˈknɛçtə
erknet'
ichɪç
mirmiːɐ̯
nurnuːɐ̯
!
BRÜNNHILDE
Dochdɔx
derdeːɐ̯
Wälsung
,
Siegmundˈziːkmʊnt
,
wirktvɪʁkt
ereːɐ̯
nichtnɪçt
selbstzɛlpst
?
WOTAN
Wildvɪlt
durchschweift'
ichɪç
mitmɪt
ihmiːm
diedaɪ
Wälderˈvɛldɐ
;
gegenˈɡeːɡn̩
derdeːɐ̯
Götterˈɡœtɐ
Ratʁaːt
reizteˈʁaɪ̯t͡stə
kühnkyːn
ichɪç
ihniːn
aufaʊ̯f
:
gegenˈɡeːɡn̩
derdeːɐ̯
Götterˈɡœtɐ
Racheˈʁaxə
schütztʃʏt͡st
ihniːn
nunnuːn
einzigˈaɪ̯nt͡sɪk
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
,
gedehnt und bitter
WOTAN
dasdas
einesˈaɪ̯nəs
Gottesˈɡɔtəs
Gunstɡʊnst
ihmiːm
beschiedbəˈʃiːt
.
Wieviː
wollt'
ichɪç
listigˈlɪstɪk
selbstzɛlpst
michmɪç
belügenbəˈlyːɡn̩
?
Sozoː
leichtlaɪ̯çt
jajaː
entfrug
mirmiːɐ̯
Fricka
dendeːn
Trugtʁuːk
:
zut͡suː
tiefsterˈtiːfstɐ
Schamʃaːm
durchschautedʊʁçˈʃaʊ̯tə
sieziː
michmɪç
!
Ihremˈiːʁəm
Willenˈvɪlən
mussmʊs
ichɪç
gewährenɡəˈvɛːʁən
.
BRÜNNHILDE
Sozoː
nimmstnɪmst
duduː
vonfɔn
Siegmundˈziːkmʊnt
dendeːn
Siegziːk
?
WOTAN
Ichɪç
berührtebəˈʁyːɐ̯tə
Alberichsˈalbəʁɪçs
Ringʁɪŋ
,
gierigˈɡiːʁɪk
hielthiːlt
ichɪç
dasdas
Goldɡɔlt
!
Derdeːɐ̯
Fluchfluːx
,
dendeːn
ichɪç
flohfloː
,
nichtnɪçt
fliehtfliːt
ereːɐ̯
nunnuːn
michmɪç
:
Wasvas
ichɪç
liebeˈliːbə
,
mussmʊs
ichɪç
verlassenfɛɐ̯ˈlasn̩
,
mordenˈmɔʁdn̩
,
wenveːn
jejeː
ichɪç
minneˈmɪnə
,
trügendˈtʁyːɡn̩t
verratenfɛɐ̯ˈʁaːtn̩
,
werveːɐ̯
mirmiːɐ̯
trauttʁaʊ̯t
!
Wotans Gebärde geht aus dem Ausdruck des furchtbarsten Schmerzes zu dem der Verzweiflung über
WOTAN
Fahreˈfaːʁə
denndɛn
hinhɪn
,
herrischeˈhɛʁɪʃə
Prachtpʁaxt
,
göttlichenˈɡœtlɪçn̩
Prunkesˈpʁʊŋkəs
prahlendeˈpʁaːləndə
Schmachʃmaːx
!
Zusammenbrechet͡suˈzamənˌbʁɛçə
,
wasvas
ichɪç
gebautɡəˈbaʊ̯t
!
Aufaʊ̯f
geb'
ichɪç
meinmaɪ̯n
Werkvɛʁk
;
nurnuːɐ̯
einesˈaɪ̯nəs
willvɪl
ichɪç
nochnɔx
:
dasdas
Endeˈɛndə
,
dasdas
Endeˈɛndə
!
-
Er hält sinnend ein
WOTAN
Undʊnt
fürfyːɐ̯
dasdas
Endeˈɛndə
sorgtzɔʁkt
Alberichˈalbəʁɪç
!
Jetztjɛt͡st
versteh'
ichɪç
dendeːn
stummenˈʃtʊmən
Sinnzɪn
desdɛs
wildenˈvɪldn̩
Wortesˈvɔʁtəs
derdeːɐ̯
Wala
:
"
Wennvɛn
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
finstrerˈfɪnstʁɐ
Feindfaɪ̯nt
zürnendˈt͡sʏʁnənt
zeugtt͡sɔɪ̯kt
einenˈaɪ̯nən
Sohnzoːn
,
derdeːɐ̯
Sel'gen
Endeˈɛndə
säumtzɔɪ̯mt
danndan
nichtnɪçt
!"
Vomfɔm
Niblung
jüngstjʏŋst
vernahmfɛɐ̯ˈnaːm
ichɪç
diedaɪ
Mär'
,
dassdas
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
derdeːɐ̯
Zwergt͡svɛʁk
bewältigtbəˈvɛltɪkt
,
des'
Gunstɡʊnst
Goldɡɔlt
ihmiːm
erzwangɛɐ̯ˈt͡svaŋ
:
Desdɛs
Hassesˈhasəs
Fruchtfʁʊxt
hegtheːkt
eineˈaɪ̯nə
Fraufʁaʊ̯
,
desdɛs
Neidesˈnaɪ̯dəs
Kraftkʁaft
kreisst
ihriːɐ̯
imiˈʔɛm
Schossʃɔs
:
dasdas
Wunderˈvʊndɐ
gelangɡəˈlaŋ
demdeːm
Liebelosen
;
dochdɔx
derdeːɐ̯
iniˈʔɛn
Lieb'
ichɪç
freiteˈfʁaɪ̯tə
,
dendeːn
Freienˈfʁaɪ̯ən
erlang'
ichɪç
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
.
mit bitterem Grimm sich aufrichtend
WOTAN
Sozoː
nimmnɪm
meinenˈmaɪ̯nn̩
Segenˈzeːɡn̩
,
Niblungen-Sohn
!
Wasvas
tieftiːf
michmɪç
ekeltˈeːkl̩t
,
dirdiːɐ̯
geb'
ich's
zumt͡sʊm
Erbeˈɛʁbə
,
derdeːɐ̯
Gottheitˈɡɔthaɪ̯t
nichtigenˈnɪçtɪɡn̩
Glanzɡlant͡s
:
zernaget͡sɛɐ̯ˈnaːɡə
ihniːn
gierigˈɡiːʁɪk
deindaɪ̯n
Neidnaɪ̯t
!
erschrocken
BRÜNNHILDE
O
sag'
,
kündeˈkʏndə
,
wasvas
sollzɔl
nunnuːn
deindaɪ̯n
Kindkɪnt
?
bitter
WOTAN
Frommfʁɔm
streiteˈʃtʁaɪ̯tə
fürfyːɐ̯
Fricka
;
hüteˈhyːtə
ihriːɐ̯
Eh'
undʊnt
Eidaɪ̯t
!
trocken
WOTAN
Wasvas
sieziː
erkorɛɐ̯ˈkoːɐ̯
,
dasdas
kieseˈkiːzə
auchaʊ̯x
ichɪç
:
wasvas
frommteˈfʁɔmtə
mirmiːɐ̯
eignerˈaɪ̯ɡnɐ
Willeˈvɪlə
?
Einenˈaɪ̯nən
Freienˈfʁaɪ̯ən
kannkan
ichɪç
nichtnɪçt
wollenˈvɔlən
:
fürfyːɐ̯
Frickas
Knechteˈknɛçtə
kämpfeˈkɛmp͡fə
nunnuːn
duduː
!
BRÜNNHILDE
Weh'
!
Nimmnɪm
reuigˈʁɔɪ̯ɪk
zurückt͡suˈʁʏk
dasdas
Wortvɔʁt
!
Duduː
liebstliːpst
Siegmundˈziːkmʊnt
;
dirdiːɐ̯
zulieb'
,
ichɪç
weissvaɪ̯s
eseːs
,
schütz'
ichɪç
dendeːn
Wälsung
.
WOTAN
Fällenˈfɛlən
sollstzɔlst
duduː
Siegmundˈziːkmʊnt
,
fürfyːɐ̯
Hunding
erfechtenɛɐ̯ˈfɛçtn̩
dendeːn
Siegziːk
!
Hüteˈhyːtə
dichdɪç
wohlvoːl
undʊnt
halteˈhaltə
dichdɪç
starkʃtaʁk
,
allaːʔɛlˈʔɛl
deinerˈdaɪ̯nɐ
Kühnheitˈkyːnhaɪ̯t
entbieteɛntˈbiːtə
imiˈʔɛm
Kampfkamp͡f
:
einaɪ̯n
Siegschwert
schwingtʃvɪŋt
Siegmundˈziːkmʊnt
;
-
schwerlichˈʃveːɐ̯lɪç
fälltfɛlt
ereːɐ̯
dirdiːɐ̯
feigfaɪ̯k
!
BRÜNNHILDE
Dendeːn
duduː
zut͡suː
liebenˈliːbn̩
stetsʃteːt͡s
michmɪç
gelehrtɡəˈleːɐ̯t
,
sehr warm
BRÜNNHILDE
derdeːɐ̯
iniˈʔɛn
hehrerˈheːʁɐ
Tugendˈtuːɡn̩t
demdeːm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
dirdiːɐ̯
teuerˈtɔɪ̯ɐ
,
gegenˈɡeːɡn̩
ihniːn
zwingtt͡svɪŋt
michmɪç
nimmerˈnɪmɐ
deindaɪ̯n
zwiespältigˈt͡sviːˌʃpɛltɪk
Wortvɔʁt
!
WOTAN
Haha
,
Frecheˈfʁɛçə
duduː
!
Frevelstˈfʁeːfl̩st
duduː
mirmiːɐ̯
?
Werveːɐ̯
bistbɪst
duduː
,
alsals
meinesˈmaɪ̯nəs
Willensˈvɪləns
blindblɪnt
wählendeˈvɛːləndə
Kürkyːɐ̯
?
Dadaː
mitmɪt
dirdiːɐ̯
ichɪç
tagteˈtaːktə
,
sankzaŋk
ichɪç
sozoː
tieftiːf
,
dassdas
zumt͡sʊm
Schimpfʃɪmp͡f
derdeːɐ̯
eignenˈaɪ̯ɡnən
Geschöpfeɡəˈʃœp͡fə
ichɪç
wardvaʁt
?
Kennstkɛnst
duduː
,
Kindkɪnt
,
meinenˈmaɪ̯nn̩
Zornt͡sɔʁn
?
Verzagefɛɐ̯ˈt͡saːɡə
deindaɪ̯n
Mutmuːt
,
wennvɛn
jejeː
zermalmendt͡sɛɐ̯ˈmalmənt
aufaʊ̯f
dichdɪç
stürzteˈʃtʏʁt͡stə
seinzaɪ̯n
Strahlʃtʁaːl
!
Iniˈʔɛn
meinemˈmaɪ̯nəm
Busenˈbuːzn̩
berg'
ichɪç
dendeːn
Grimmɡʁɪm
,
der in Grau'n und Wust wirft eine Welt,
WOTAN
diedaɪ
einstaɪ̯nst
zurt͡suːɐ̯
Lustluːst
mirmiːɐ̯
gelachtɡəˈlaxt
:
weheˈveːə
demdeːm
,
dendeːn
ereːɐ̯
triffttʁɪft
!
Trauerˈtʁaʊ̯ɐ
schüf'
ihmiːm
seinzaɪ̯n
Trotztʁɔt͡s
!
Drumdʁʊm
rat'
ichɪç
dirdiːɐ̯
,
reizeˈʁaɪ̯t͡sə
michmɪç
nichtnɪçt
!
Besorgebəˈzɔʁɡə
,
wasvas
ichɪç
befahlbəˈfaːl
:
Siegmundˈziːkmʊnt
falleˈfalə
-
Diesdaɪs
seizaɪ̯
derdeːɐ̯
Walkürevalˈkyːʁə
Werkvɛʁk
!
er stürmt fort und verschwindet schnell links in Gebirge
steht lange erschrocken und betäubt
BRÜNNHILDE
Sozoː
sahzaː
ichɪç
Siegvater
nieniː
,
sie starrt wild vor sich hin
BRÜNNHILDE
erzürnt'
ihniːn
sonstzɔnst
wohlvoːl
auchaʊ̯x
einaɪ̯n
Zankt͡saŋk
!
Sie neigt sich betrübt und nimmt ihre Waffen auf, mit denen sie sich wieder rüstet
BRÜNNHILDE
Schwerʃveːɐ̯
wiegtviːkt
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Waffenˈvafn̩
Wuchtvʊxt
:
-
wennvɛn
nachnaːx
Lustluːst
ichɪç
fochtfɔxt
,
wieviː
warenˈvaːʁən
sieziː
leichtlaɪ̯çt
!
Zut͡suː
böserˈbøːzɐ
Schlachtʃlaxt
schleich'
ichɪç
heut'
sozoː
bangbaŋ
.
Sie sinnt vor sich hin und seufzt dann auf
BRÜNNHILDE
Weh'
,
meinmaɪ̯n
Wälsung
!
Imiˈʔɛm
höchstenˈhøːçstn̩
Leidlaɪ̯t
mussmʊs
dichdɪç
treulos[tʁɔʏloːs]
diedaɪ
Treueˈtʁɔɪ̯ə
verlassenfɛɐ̯ˈlasn̩
!
Sie wendet sich langsam dem Hintergrunde zu
Sieglinde, Siegmund
Auf dem Bergjoch angelangt, gewahrt Brünnhilde, in die Schlucht hinabblickend, Siegmund und Sieglinde; sie betrachtet die Nahenden einen Augenblick und wendet sich dann in die Höhle zu ihrem Ross, so dass sie dem Zuschauer gänzlich verschwindet. - Siegmund und Sieglinde erscheinen auf dem Bergjoche. Sieglinde schreitet hastig voraus; Siegmund sucht sie aufzuhalten
SIEGMUND
Rasteˈʁastə
nunnuːn
hierhiːɐ̯
;
gönneˈɡœnə
dirdiːɐ̯
Ruh'
!
SIEGLINDE
Weiterˈvaɪ̯tɐ
!
Weiterˈvaɪ̯tɐ
!
umfasst sie mit sanfter Gewalt
SIEGMUND
Nichtnɪçt
weiterˈvaɪ̯tɐ
nunnuːn
!
Er schliesst sie fest an sich
SIEGMUND
Verweilefɛɐ̯ˈvaɪ̯lə
,
süssestes
Weibvaɪ̯p
!
Ausaʊ̯s
Wonne-Entzücken
zucktestˈt͡sʊktəst
duduː
aufaʊ̯f
,
mitmɪt
jäherˈjɛːɐ
Hasthast
jagtestˈjaːktəst
duduː
fortfoːɐ̯
:
kaumkaʊ̯m
folgt'
ichɪç
derdeːɐ̯
wildenˈvɪldn̩
Fluchtfluːxt
;
durchdʊʁç
Waldvalt
undʊnt
Flurfluːɐ̯
,
überˈyːbɐ
Felsfɛls
undʊnt
Steinʃtaɪ̯n
,
sprachlosˈʃpʁaːxloːs
,
schweigendˈʃvaɪ̯ɡn̩t
sprangstʃpʁaŋst
duduː
dahindaˈhɪn
,
keinkaɪ̯n
Rufʁuːf
hielthiːlt
dichdɪç
zurt͡suːɐ̯
Rastʁast
!
Ruheˈʁuːə
nunnuːn
ausaʊ̯s
:
redeˈʁeːdə
zut͡suː
mirmiːɐ̯
!
Endeˈɛndə
desdɛs
Schweigensˈʃvaɪ̯ɡəns
Angstaŋst
!
Siehziː
,
deindaɪ̯n
Bruderˈbʁuːdɐ
hälthɛlt
seineˈzaɪ̯nə
Brautbʁaʊ̯t
:
Siegmundˈziːkmʊnt
istɪst
dirdiːɐ̯
Gesell'
!
Er hat sie unvermerkt nach dem Steinsitze geleitet
blickt Siegmund mit wachsendem Entzücken in die Augen, dann umschlingt sie leidenschaftlich seinen Hals und verweilt so; dann fährt sie mit jähem Schreck auf
SIEGLINDE
Hinwegˈhɪnˌveːk
!
Hinwegˈhɪnˌveːk
!
Flieh'
diedaɪ
Entweihteɛntˈvaɪ̯tə
!
Unheiligˈʊnˌhaɪ̯lɪk
umfängtʊmˈfɛŋt
dichdɪç
ihriːɐ̯
Armaʁm
;
entehrtɛntˈʔeːɐ̯t
,
geschändetɡəˈʃɛndət
schwandʃvant
dieserˈdiːzɐ
Leiblaɪ̯p
:
flieh'
diedaɪ
Leicheˈlaɪ̯çə
,
lasseˈlasə
sieziː
losloːs
!
Derdeːɐ̯
Windvɪnt
magmaːk
sieziː
verwehn
,
diedaɪ
ehrlosˈeːɐ̯loːs
demdeːm
Edlenˈeːdlən
sichzɪç
gabɡaːp
!
Dadaː
ereːɐ̯
sieziː
liebendˈliːbn̩t
umfingʊmˈfɪŋ
,
dadaː
seligsteˈzeːˌlɪkstə
Lustluːst
sieziː
fandfant
,
dadaː
ganzɡant͡s
sieziː
minnteˈmɪnən
derdeːɐ̯
Mannman
,
derdeːɐ̯
ganzɡant͡s
ihreˈiːʁə
Minneˈmɪnə
gewecktɡəˈvɛkt
:
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
süssesten
Wonneˈvɔnə
heiligsterˈhaɪ̯lɪkstɐ
Weiheˈvaɪ̯ə
,
diedaɪ
ganzɡant͡s
ihriːɐ̯
Sinnzɪn
undʊnt
Seeleˈzeːlə
durchdrangˈdʊʁçˌdʁaŋ
,
Grauenˈɡʁaʊ̯ən
undʊnt
Schauderˈʃaʊ̯dɐ
oboːˈbeː
grässlichsterˈɡʁɛslɪçstɐ
Schandeˈʃandə
mussteˈmʊstə
mitmɪt
Schreckʃʁɛk
diedaɪ
Schmählicheˈʃmɛːlɪçə
fassenˈfasn̩
,
diedaɪ
jejeː
demdeːm
Manneˈmanə
gehorchtɡəˈhɔʁçt
,
derdeːɐ̯
ohneˈoːnə
Minneˈmɪnə
sieziː
hielthiːlt
!
Lasslas
diedaɪ
Verfluchtefɛɐ̯ˈfluːxtə
,
lasslas
sieziː
dichdɪç
fliehn
!
Verworfenfɛɐ̯ˈvɔʁfn̩
binbɪn
ichɪç
,
derdeːɐ̯
Würdeˈvʏʁdə
barbaːɐ̯
!
Dirdiːɐ̯
reinstemˈʁaɪ̯nstəm
Manneˈmanə
mussmʊs
ichɪç
entrinnenɛntˈʁɪnən
,
dirdiːɐ̯
Herrlichemˈhɛʁlɪçm̩
darfdaʁf
ichɪç
nimmerˈnɪmɐ
gehörenɡəˈhøːʁən
.
Schandeˈʃandə
bring'
ichɪç
demdeːm
Bruderˈbʁuːdɐ
,
Schmachʃmaːx
demdeːm
freiendenˈfʁaɪ̯əndn̩
Freundfʁɔɪ̯nt
!
SIEGMUND
Wasvas
jejeː
Schandeˈʃandə
dirdiːɐ̯
schufʃuːf
,
dasdas
büsst
nunnuːn
desdɛs
Frevlersˈfʁeːflɐs
Blutbluːt
!
Drumdʁʊm
flieheˈfliːə
nichtnɪçt
weiterˈvaɪ̯tɐ
;
harreˈhaʁə
desdɛs
Feindesˈfaɪ̯ndəs
;
hierhiːɐ̯
sollzɔl
ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
fallenˈfalən
:
wennvɛn
Notung
ihmiːm
dasdas
Herzhɛʁt͡s
zernagtt͡sɛɐ̯ˈnaːkt
,
Racheˈʁaxə
danndan
hasthast
duduː
erreichtɛɐ̯ˈʁaɪ̯çt
!
schrickt auf und lauscht
SIEGLINDE
Horchhɔʁç
!
Diedaɪ
Hörnerˈhœʁnɐ
,
hörsthøːɐ̯st
duduː
dendeːn
Rufʁuːf
?
Ringsher
tönttøːnt
wütendˈvyːtn̩t
Getös'
:
ausaʊ̯s
Waldvalt
undʊnt
Gauɡaʊ̯
gelltɡɛlt
eseːs
heraufhɛˈʁaʊ̯f
.
Hunding
erwachteɛɐ̯ˈvaxtə
ausaʊ̯s
hartemˈhaʁtəm
Schlafʃlaːf
!
Sippenˈzɪpn̩
undʊnt
Hundeˈhʊndə
ruftʁuːft
ereːɐ̯
zusamment͡suˈzamən
;
mutigˈmuːtɪk
gehetztɡəˈhɛt͡st
heulthɔɪ̯lt
diedaɪ
Meuteˈmɔɪ̯tə
,
wildvɪlt
belltbɛlt
sieziː
zumt͡sʊm
Himmelˈhɪml̩
umʊm
derdeːɐ̯
Eheˈeːə
gebrochenenɡəˈbʁɔxənən
Eidaɪ̯t
!
Sieglinde starrt wie wahnsinnig vor sich hin
SIEGLINDE
Wovoː
bistbɪst
duduː
,
Siegmundˈziːkmʊnt
?
Seh'
ichɪç
dichdɪç
nochnɔx
,
brünstigˈbʁʏnstɪk
geliebterɡəˈliːptɐ
,
leuchtenderˈlɔɪ̯çtn̩dɐ
Bruderˈbʁuːdɐ
?
Deinesˈdaɪ̯nəs
Augesˈaʊ̯ɡəs
Sternʃtɛʁn
lasslas
nochnɔx
einmalˈaɪ̯nmaːl
mirmiːɐ̯
strahlenˈʃtʁaːlən
:
wehreˈveːʁə
demdeːm
Kusskʊs
desdɛs
verworfnen
Weibesˈvaɪ̯bəs
nichtnɪçt
!
-
Sie hat sich ihm schluchzend an die Brust geworfen: dann schrickt sie ängstlich wieder auf
SIEGLINDE
Horchhɔʁç
!
O
horchhɔʁç
!
Dasdas
istɪst
Hundings
Hornhɔʁn
!
Seineˈzaɪ̯nə
Meuteˈmɔɪ̯tə
nahtnaːt
mitmɪt
mächt'ger
Wehrveːɐ̯
:
keinkaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
frommtfʁɔmt
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
Hundeˈhʊndə
Schwallʃval
:
wirfvɪʁf
eseːs
fortfoːɐ̯
,
Siegmundˈziːkmʊnt
!
Siegmundˈziːkmʊnt
-
wovoː
bistbɪst
duduː
?
Haha
dortdɔʁt
!
Ichɪç
seheˈzeːə
dichdɪç
!
Schrecklichˈʃʁɛklɪç
Gesichtɡəˈzɪçt
!
Rüdenˈʁyːdn̩
fletschenˈflɛt͡ʃn̩
diedaɪ
Zähneˈt͡sɛːnə
nachnaːx
Fleischflaɪ̯ʃ
;
sieziː
achtenˈaxtn̩
nichtnɪçt
deinesˈdaɪ̯nəs
edlenˈeːdlən
Blicksblɪks
;
beibaɪ̯
dendeːn
Füssenˈfʏsn̩
packtpakt
dichdɪç
dasdas
festeˈfɛstə
Gebissɡəˈbɪs
-
duduː
fällstfɛlst
-
iniˈʔɛn
Stückenˈʃtʏkn̩
zerstaucht
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
:
diedaɪ
Escheˈɛʃə
stürztʃtʏʁt͡st
,
eseːs
brichtbʁɪçt
derdeːɐ̯
Stammʃtam
!
Bruderˈbʁuːdɐ
!
Meinmaɪ̯n
Bruderˈbʁuːdɐ
!
Siegmundˈziːkmʊnt
-
haha
!
-
Sie sinkt ohnmächtig in Siegmunds Arme
SIEGMUND
Schwesterˈʃvɛstɐ
!
Geliebteɡəˈliːptə
!
Er lauscht ihrem Atem und überzeugt sich, dass sie noch lebe. Er lässt sie an sich herabgleiten, so dass sie, als er sich selbst zum Sitze niederlässt, mit ihrem Haupt auf seinem Schoss zu ruhen kommt. In dieser Stellung verbleiben beide bis zum Schlusse des folgenden Auftrittes. Langes Schweigen, währenddessen Siegmund mit zärtlicher Sorge über Sieglinde sich hinneigt und mit einem langen Kusse ihr die Stirne küsst
Brünnhilde, Siegmund
Brünnhilde, ihr Ross am Zaume geleitend, tritt aus der Höhle und schreitet langsam und feierlich nach vorne. Sie hält an und betrachtet Siegmund von fern. Sie schreitet wieder langsam vor. Sie hält in grösserer Nähe an. Sie trägt Schild und Speer in der einen Hand, lehnt sich mit der andern an den Hals des Rosses und betrachtet so mit ernster Miene Siegmund
BRÜNNHILDE
Siegmundˈziːkmʊnt
!
Siehziː
aufaʊ̯f
michmɪç
!
Ichɪç
bin's
,
derdeːɐ̯
baldbalt
duduː
folgstfɔlkst
.
richtet den Blick zu ihr auf
SIEGMUND
Werveːɐ̯
bistbɪst
duduː
,
sag'
,
diedaɪ
sozoː
schönʃøːn
undʊnt
ernstɛʁnst
mirmiːɐ̯
erscheintɛɐ̯ˈʃaɪ̯nt
?
BRÜNNHILDE
Nurnuːɐ̯
Todgeweihtenˈtoːtɡəvaɪ̯tn̩
taugttaʊ̯kt
meinmaɪ̯n
Anblickˈanˌblɪk
;
werveːɐ̯
michmɪç
erschautɛɐ̯ˈʃaʊ̯t
,
derdeːɐ̯
scheidetˈʃaɪ̯dət
vomfɔm
Lebenslicht
.
Aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Walstattˈvalˌʃtat
alleinaˈlaɪ̯n
erschein'
ichɪç
Edlenˈeːdlən
:
werveːɐ̯
michmɪç
gewahrtɡəˈvaːɐ̯t
,
zurt͡suːɐ̯
Walvaːl
korkoːɐ̯
ichɪç
ihniːn
mirmiːɐ̯
!
blickt ihr lange forschend und fest in das Auge, senkt dann sinnend das Haupt und wendet sich endlich mit feierlichem Ernste wieder zu ihr
SIEGMUND
Derdeːɐ̯
dirdiːɐ̯
nunnuːn
folgtfɔlkt
,
wohinvoˈhɪn
führstfyːɐ̯st
duduː
dendeːn
Heldenˈhɛldn̩
?
BRÜNNHILDE
Zut͡suː
Walvaterˈvalˌfaːtɐ
,
derdeːɐ̯
dichdɪç
gewähltɡəˈvɛːlt
,
führ'
ichɪç
dichdɪç
:
nachnaːx
Walhallˈvalhal
folgstfɔlkst
duduː
mirmiːɐ̯
.
SIEGMUND
Iniˈʔɛn
Walhallsˈvalhals
Saalzaːl
Walvaterˈvalˌfaːtɐ
find'
ichɪç
alleinaˈlaɪ̯n
?
BRÜNNHILDE
Gefallner
Heldenˈhɛldn̩
hehreˈheːʁə
Scharʃaːɐ̯
umfängtʊmˈfɛŋt
dichdɪç
holdhɔlt
mitmɪt
hoch-heiligem
Grussɡʁuːs
.
SIEGMUND
Fänd'
ichɪç
iniˈʔɛn
Walhallˈvalhal
Wälse
,
dendeːn
eignenˈaɪ̯ɡnən
Vaterˈfaːtɐ
?
BRÜNNHILDE
Dendeːn
Vaterˈfaːtɐ
findetˈfɪndət
derdeːɐ̯
Wälsung
dortdɔʁt
.
SIEGMUND
Grüsst
michmɪç
iniˈʔɛn
Walhallˈvalhal
frohfʁoː
eineˈaɪ̯nə
Fraufʁaʊ̯
?
BRÜNNHILDE
Wunschmädchen
waltenˈvaltn̩
dortdɔʁt
hehrheːɐ̯
:
Wotansˈvoːtaːns
Tochterˈtɔxtɐ
reichtʁaɪ̯çt
dirdiːɐ̯
traulichˈtʁaʊ̯lɪç
dendeːn
Tranktʁaŋk
!
SIEGMUND
Hehrheːɐ̯
bistbɪst
duduː
,
undʊnt
heiligˈhaɪ̯lɪk
gewahr'
ichɪç
dasdas
Wotanskind
:
dochdɔx
einesˈaɪ̯nəs
sag'
mirmiːɐ̯
,
duduː
Ew'ge
!
Begleitetbəˈɡlaɪ̯tət
dendeːn
Bruderˈbʁuːdɐ
diedaɪ
bräutliche
Schwesterˈʃvɛstɐ
?
Umfängtʊmˈfɛŋt
Siegmundˈziːkmʊnt
Sieglindeˌziːkˈlɪndə
dortdɔʁt
?
BRÜNNHILDE
Erdenluft
mussmʊs
sieziː
nochnɔx
atmenˈaːtmən
:
Sieglindeˌziːkˈlɪndə
siehtziːt
Siegmundˈziːkmʊnt
dortdɔʁt
nichtnɪçt
!
neigt sich sanft über Sieglinde, küsst sie leise auf die Stirn und wendet sich ruhig wieder zu Brünnhilde
SIEGMUND
Sozoː
grüsse
mirmiːɐ̯
Walhallˈvalhal
,
grüsse
mirmiːɐ̯
Wotanˈvoːtaːn
,
grüsse
mirmiːɐ̯
Wälse
undʊnt
alleˈalə
Heldenˈhɛldn̩
,
grüss'
auchaʊ̯x
diedaɪ
holdenˈhɔldn̩
Wunschesmädchen
:
-
sehrzeːɐ̯
bestimmtbəˈʃtɪmt
zut͡suː
ihnenˈiːnən
folg'
ichɪç
dirdiːɐ̯
nichtnɪçt
.
BRÜNNHILDE
Duduː
sahest
derdeːɐ̯
Walkürevalˈkyːʁə
sehrenden
Blickblɪk
:
mitmɪt
ihriːɐ̯
musstmʊst
duduː
nunnuːn
ziehn
!
SIEGMUND
Wovoː
Sieglindeˌziːkˈlɪndə
lebtleːpt
iniˈʔɛn
Lustluːst
undʊnt
Leidlaɪ̯t
,
dadaː
willvɪl
Siegmundˈziːkmʊnt
auchaʊ̯x
säumenˈzɔɪ̯mən
:
nochnɔx
machteˈmaxtə
deindaɪ̯n
Blickblɪk
nichtnɪçt
michmɪç
erbleichenɛɐ̯ˈblaɪ̯çn̩
:
vomfɔm
Bleibenˈblaɪ̯bm̩
zwingtt͡svɪŋt
ereːɐ̯
michmɪç
nieniː
.
BRÜNNHILDE
Solangzoˈlaŋ
duduː
lebstleːpst
,
zwäng'
dichdɪç
wohlvoːl
nichtsnɪçt͡s
:
dochdɔx
zwingtt͡svɪŋt
dichdɪç
Torenˈtoːʁən
derdeːɐ̯
Todtoːt
:
ihniːn
dirdiːɐ̯
zut͡suː
kündenˈkʏndn̩
kamkaːm
ichɪç
herheːɐ̯
.
SIEGMUND
Wovoː
wäreˈvɛːʁə
derdeːɐ̯
Heldhɛlt
,
demdeːm
heut'
ichɪç
fielfiːl
?
BRÜNNHILDE
Hunding
fälltfɛlt
dichdɪç
imiˈʔɛm
Streitʃtʁaɪ̯t
.
SIEGMUND
Mitmɪt
Stärkrem
droheˈdʁoːə
,
alsals
Hundings
Streichenˈʃtʁaɪ̯çn̩
!
Lauerstˈlaʊ̯ɐst
duduː
hierhiːɐ̯
lüsternˈlʏstɐn
aufaʊ̯f
Walvaːl
,
jenenˈjeːnən
kieseˈkiːzə
zumt͡sʊm
Fangfaŋ
:
ichɪç
denkdɛŋk
ihniːn
zut͡suː
fällenˈfɛlən
imiˈʔɛm
Kampfkamp͡f
!
den Kopf schüttelnd
BRÜNNHILDE
Dirdiːɐ̯
,
Wälsung
-
höreˈhøːʁə
michmɪç
wohlvoːl
:
dirdiːɐ̯
wardvaʁt
dasdas
Losloːs
gekiestɡəˈkiːst
.
SIEGMUND
Kennstkɛnst
duduː
diesdaɪs
Schwertʃveːɐ̯t
?
Derdeːɐ̯
mirmiːɐ̯
eseːs
schufʃuːf
,
beschiedbəˈʃiːt
mirmiːɐ̯
Siegziːk
:
deinemˈdaɪ̯nəm
Drohenˈdʁoːən
trotz'
ichɪç
mitmɪt
ihmiːm
!
mit stark erhobener Stimme
BRÜNNHILDE
Derdeːɐ̯
dirdiːɐ̯
eseːs
schufʃuːf
,
beschiedbəˈʃiːt
dirdiːɐ̯
jetztjɛt͡st
Todtoːt
:
seineˈzaɪ̯nə
Tugendˈtuːɡn̩t
nimmtnɪmt
ereːɐ̯
demdeːm
Schwertʃveːɐ̯t
!
heftig
SIEGMUND
Schweigʃvaɪ̯k
,
undʊnt
schreckeˈʃʁɛkə
diedaɪ
Schlummerndeˈʃlʊmɐndə
nichtnɪçt
!
Er beugt sich mit hervorbrechendem Schmerze zärtlich über Sieglinde
SIEGMUND
Wehveː
!
Wehveː
!
Süssestes
Weibvaɪ̯p
!
Duduː
traurigsteˈtʁaʊ̯ʁɪkstə
allerˈalɐ
Getreuenɡəˈtʁɔɪ̯ən
!
Gegenˈɡeːɡn̩
dichdɪç
wütetˈvyːtət
iniˈʔɛn
Waffenˈvafn̩
diedaɪ
Weltvɛlt
:
undʊnt
ichɪç
,
demdeːm
duduː
einzigˈaɪ̯nt͡sɪk
vertrautfɛɐ̯ˈtʁaʊ̯t
,
fürfyːɐ̯
dendeːn
duduː
ihriːɐ̯
einzigˈaɪ̯nt͡sɪk
getrotztɡəˈtʁɔt͡st
,
mitmɪt
meinemˈmaɪ̯nəm
Schutzʃʊt͡s
nichtnɪçt
sollzɔl
ichɪç
dichdɪç
schirmenˈʃɪʁmən
,
diedaɪ
Kühneˈkyːnə
verratenfɛɐ̯ˈʁaːtn̩
imiˈʔɛm
Kampfkamp͡f
?
Haha
,
Schandeˈʃandə
ihmiːm
,
derdeːɐ̯
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
mirmiːɐ̯
schufʃuːf
,
beschiedbəˈʃiːt
ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
Schimpfʃɪmp͡f
fürfyːɐ̯
Siegziːk
!
Mussmʊs
ichɪç
denndɛn
fallenˈfalən
,
nichtnɪçt
fahr'
ichɪç
nachnaːx
Walhallˈvalhal
:
Hella
halteˈhaltə
michmɪç
festfɛst
!
Er neigt sich tief zu Sieglinde
erschüttert
BRÜNNHILDE
Sozoː
wenigˈveːnɪk
achtestˈaxtəst
duduː
ewigeˈeːvɪɡə
Wonneˈvɔnə
?
zögernd und zurückhaltend
BRÜNNHILDE
Allesˈaləs
wär'
dirdiːɐ̯
dasdas
armeˈaʁmə
Weibvaɪ̯p
,
dasdas
müd'
undʊnt
harmvoll
mattmat
vonfɔn
demdeːm
Schosseˈʃɔsə
dirdiːɐ̯
hängthɛŋt
?
Nichtsnɪçt͡s
sonstzɔnst
hieltestˈhiːltəst
duduː
hehrheːɐ̯
?
bitter zu ihr aufblickend
SIEGMUND
Sozoː
jungjʊŋ
undʊnt
schönʃøːn
erschimmerstɛɐ̯ˈʃɪmɐst
duduː
mirmiːɐ̯
:
dochdɔx
wieviː
kaltkalt
undʊnt
harthaʁt
erkenntɛɐ̯ˈkɛnt
dichdɪç
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
!
Kannstkanst
duduː
nurnuːɐ̯
höhnenˈhøːnən
,
sozoː
hebeˈheːbə
dichdɪç
fortfoːɐ̯
,
duduː
argeˈaʁɡə
,
fühllose
Maidmaɪ̯t
!
Dochdɔx
musstmʊst
duduː
dichdɪç
weidenˈvaɪ̯dn̩
anaːˈʔɛn
meinemˈmaɪ̯nəm
Weh'
,
meinmaɪ̯n
Leidenˈlaɪ̯dn̩
letzeˈlɛt͡sə
dichdɪç
denndɛn
;
meineˈmaɪ̯nə
Notnoːt
labeˈlaːbə
deindaɪ̯n
neidvollesˈnaɪ̯tfɔləs
Herzhɛʁt͡s
:
nurnuːɐ̯
vonfɔn
Walhallsˈvalhals
sprödenˈʃpʁøːdn̩
Wonnenˈvɔnən
sprichʃpʁɪç
duduː
wahrlichˈvaːɐ̯lɪç
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
!
BRÜNNHILDE
Ichɪç
seheˈzeːə
diedaɪ
Notnoːt
,
diedaɪ
dasdas
Herzhɛʁt͡s
dirdiːɐ̯
zernagtt͡sɛɐ̯ˈnaːkt
,
ichɪç
fühleˈfyːlə
desdɛs
Heldenˈhɛldn̩
heiligenˈhaɪ̯lɪɡn̩
Harmhaʁm
-
Siegmundˈziːkmʊnt
,
befiehlbəˈfiːl
mirmiːɐ̯
deindaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
:
meinmaɪ̯n
Schutzʃʊt͡s
umfangeˈʊmfaŋə
sieziː
festfɛst
!
SIEGMUND
Keinkaɪ̯n
andrerˈandərər
alsals
ichɪç
sollzɔl
diedaɪ
Reineˈʁaɪ̯nə
lebendˈleːbm̩t
berührenbəˈʁyːʁən
:
verfielfɛɐ̯ˈfiːl
ichɪç
demdeːm
Todtoːt
,
diedaɪ
Betäubtebəˈtɔɪ̯ptə
töt'
ichɪç
zuvort͡suˈfoːɐ̯
!
in wachsender Ergriffenheit
BRÜNNHILDE
Wälsung
!
Rasenderˈʁaːzn̩dɐ
!
Hör'
meinenˈmaɪ̯nn̩
Ratʁaːt
:
befiehlbəˈfiːl
mirmiːɐ̯
deindaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
umʊm
desdɛs
Pfandesˈp͡fandəs
willenˈvɪlən
,
dasdas
wonnig
vonfɔn
dirdiːɐ̯
eseːs
empfingɛmˈp͡fɪŋ
!
sein Schwert ziehend
SIEGMUND
Diesdaɪs
Schwertʃveːɐ̯t
,
dasdas
demdeːm
Treuenˈtʁɔɪ̯ən
einaɪ̯n
Trugvoller
schufʃuːf
;
diesdaɪs
Schwertʃveːɐ̯t
,
dasdas
feigfaɪ̯k
vorfoːɐ̯
demdeːm
Feindfaɪ̯nt
michmɪç
verrätfɛɐ̯ˈʁɛːt
:
frommtfʁɔmt
eseːs
nichtnɪçt
gegenˈɡeːɡn̩
dendeːn
Feindfaɪ̯nt
,
sozoː
fromm'
eseːs
denndɛn
widerˈviːdɐ
dendeːn
Freundfʁɔɪ̯nt
!
-
Er zückt das Schwert auf Sieglinde
SIEGMUND
Zweit͡svaɪ̯
Lebenˈleːbm̩
lachenˈlaxn̩
dirdiːɐ̯
hierhiːɐ̯
:
nimmnɪm
sieziː
,
Notung
,
neidischerˈnaɪ̯dɪʃɐ
Stahlʃtaːl
!
Nimmnɪm
sieziː
mitmɪt
einemˈaɪ̯nəm
Streichʃtʁaɪ̯ç
!
im heftigsten Sturme des Mitgefühls
BRÜNNHILDE
Halt'
einaɪ̯n
Wälsung
!
Höreˈhøːʁə
meinmaɪ̯n
Wortvɔʁt
!
Sieglindeˌziːkˈlɪndə
lebeˈleːbə
-
undʊnt
Siegmundˈziːkmʊnt
lebeˈleːbə
mitmɪt
ihriːɐ̯
!
Beschlossenbəˈʃlɔsn̩
ist's
;
dasdas
Schlachtlos
wend'
ichɪç
:
dirdiːɐ̯
,
Siegmundˈziːkmʊnt
,
schaff'
ichɪç
Segenˈzeːɡn̩
undʊnt
Siegziːk
!
Man hört aus dem fernen Hintergrunde Hornrufe erschallen
BRÜNNHILDE
Hörsthøːɐ̯st
duduː
dendeːn
Rufʁuːf
?
Nunnuːn
rüsteˈʁʏstə
dichdɪç
,
Heldhɛlt
!
Traueˈtʁaʊ̯ə
demdeːm
Schwertʃveːɐ̯t
undʊnt
schwing'
eseːs
getrostɡəˈtʁoːst
:
treutʁɔɪ̯
hälthɛlt
dirdiːɐ̯
diedaɪ
Wehrveːɐ̯
,
wieviː
diedaɪ
Walkürevalˈkyːʁə
treutʁɔɪ̯
dichdɪç
schütztʃʏt͡st
!
Leb'
wohlvoːl
,
Siegmundˈziːkmʊnt
,
seligsterˈzeːˌlɪkstɐ
Heldhɛlt
!
Aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Walstattˈvalˌʃtat
seh'
ichɪç
dichdɪç
wiederˈviːdɐ
!
Sie stürmt fort und verschwindet mit dem Rosse rechts in einer Seitenschlucht. Siegmund blickt ihr freudig und erhoben nach. Die Bühne hat sich allmählich verfinstert; schwere Gewitterwolken senken sich auf den Hintergrund herab und hüllen die Gebirgswände, die Schlucht und das erhöhte Bergjoch nach und nach gänzlich ein
Siegmund, Sieglinde, Hunding, Brünnhilde, Wotan
neigt sich wieder über Sieglinde, dem Atem lauschend
SIEGMUND
Zauberfest
bezähmtbəˈt͡sɛːmt
einaɪ̯n
Schlafʃlaːf
derdeːɐ̯
Holdenˈhɔldn̩
Schmerzʃmɛʁt͡s
undʊnt
Harmhaʁm
.
Dadaː
diedaɪ
Walkürevalˈkyːʁə
zut͡suː
mirmiːɐ̯
trattʁaːt
,
schufʃuːf
sieziː
ihriːɐ̯
dendeːn
wonnigen
Trosttʁoːst
?
Sollteˈzɔltə
diedaɪ
grimmigeˈɡʁɪmɪɡə
Walvaːl
nichtnɪçt
schreckenˈʃʁɛkn̩
einaɪ̯n
gramvolles[ˈɡʁaːmfɔl]
Weibvaɪ̯p
?
Leblosˈleːploːs
scheintʃaɪ̯nt
sieziː
,
diedaɪ
dennochˈdɛnɔx
lebtleːpt
:
derdeːɐ̯
Traurigenˈtʁaʊ̯ʁɪɡn̩
kostkoːst
einaɪ̯n
lächelnderˈlɛçl̩ndɐ
Traumtʁaʊ̯m
.
-
Neue Hornrufe
SIEGMUND
Sozoː
schlummreˈʃlʊmʁə
nunnuːn
fortfoːɐ̯
,
bisbɪs
diedaɪ
Schlachtʃlaxt
gekämpftɡəˈkɛmp͡ft
,
undʊnt
Friedeˈfʁiːdə
dichdɪç
erfreu'
!
Er legt sie sanft auf den Steinsitz und küsst ihr zum Abschied die Stirne. Siegmund vernimmt Hundings Hornruf und bricht entschlossen auf
SIEGMUND
Derdeːɐ̯
dortdɔʁt
michmɪç
ruftʁuːft
,
rüsteˈʁʏstə
sichzɪç
nunnuːn
;
wasvas
ihmiːm
gebührtɡəˈbyːɐ̯t
,
biet'
ichɪç
ihmiːm
:
Notung
zahl'
ihmiːm
dendeːn
Zollt͡sɔl
!
Er zieht das Schwert, eilt dem Hintergrunde zu und verschwindet, auf dem Joche angekommen, sogleich in finstrem Gewittergewölk, aus welchem alsbald Wetterleuchten aufblitzt
beginnt sich träumend unruhiger zu bewegen
SIEGLINDE
Kehrteˈkeːɐ̯tə
derdeːɐ̯
Vaterˈfaːtɐ
nurnuːɐ̯
heimhaɪ̯m
!
Mitmɪt
demdeːm
Knabenˈknaːbn̩
nochnɔx
weiltvaɪ̯lt
ereːɐ̯
imiˈʔɛm
Waldvalt
.
Mutterˈmʊtɐ
!
Mutterˈmʊtɐ
!
Mirmiːɐ̯
bangtbaŋt
derdeːɐ̯
Mutmuːt
:
nichtnɪçt
freundfʁɔɪ̯nt
undʊnt
friedlichˈfʁiːtlɪç
scheinenˈʃaɪ̯nən
diedaɪ
Fremdenˈfʁɛmdn̩
!
Schwarzeˈʃvaʁt͡sə
Dämpfeˈdɛmp͡fə
-
schwülesˈʃvyːləs
Gedünst
-
feurigeˈfɔɪ̯ʁɪɡə
Loheˈloːə
lecktlɛkt
schonʃoːn
nachnaːx
unsʊns
-
eseːs
brenntbʁɛnt
dasdas
Haushaʊ̯s
-
zut͡suː
Hilfeˈhɪlfə
,
Bruderˈbʁuːdɐ
!
Siegmundˈziːkmʊnt
!
Siegmundˈziːkmʊnt
!
Sie springt auf. Starker Blitz und Donner
SIEGLINDE
Siegmundˈziːkmʊnt
-
Haha
!
Sie starrt in Angst um sich her: fast die ganze Bühne ist in schwarze Gewitterwolken gehüllt, fortwährender Blitz und Donner. Der Hornruf Hundings ertönt in der Nähe
im Hintergrunde vom Bergjoche her
HUNDING
Wehwalt
!
Wehwalt
!
Steh'
mirmiːɐ̯
zumt͡sʊm
Streitʃtʁaɪ̯t
,
sollenˈzɔlən
dichdɪç
Hundeˈhʊndə
nichtnɪçt
haltenˈhaltn̩
!
von weiter hinten her aus der Schlucht
SIEGMUND
Wovoː
birgstbɪʁkst
duduː
dichdɪç
,
dassdas
ichɪç
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
dirdiːɐ̯
schossʃɔs
?
Steh'
,
dassdas
ichɪç
dichdɪç
stelleˈʃtɛlə
!
in furchtbarer Aufregung lauschend
SIEGLINDE
Hunding
!
Siegmundˈziːkmʊnt
!
Könnt'
ichɪç
sieziː
sehenˈzeːən
!
HUNDING
Hieher
,
duduː
frevelnderˈfʁeːfl̩ndɐ
Freierˈfʁaɪ̯ɐ
!
Fricka
fälleˈfɛlə
dichdɪç
hierhiːɐ̯
!
nun ebenfalls vom Joche her
SIEGMUND
Nochnɔx
wähnstvɛːnst
duduː
michmɪç
waffenlosˈvafn̩ˌloːs
,
feigerˈfaɪ̯ɡɐ
Wichtvɪçt
?
Drohstdʁoːst
duduː
mitmɪt
Frauenˈfʁaʊ̯ən
,
sozoː
fichtfɪçt
nunnuːn
selberˈzɛlbɐ
,
sonstzɔnst
lässtlɛst
dichdɪç
Fricka
imiˈʔɛm
Stichʃtɪç
!
Denndɛn
siehziː
:
deinesˈdaɪ̯nəs
Hausesˈhaʊ̯zəs
heimischemˈhaɪ̯mɪʃm̩
Stammʃtam
entzogɛntˈt͡soːk
ichɪç
zaglos
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
;
seineˈzaɪ̯nə
Schneideˈʃnaɪ̯də
schmeckeˈʃmɛkə
jetztjɛt͡st
duduː
!
Ein Blitz erhellt für einen Augenblick das Bergjoch, auf welchem jetzt Hunding und Siegmund kämpfend gewahrt werden
mit höchster Kraft
SIEGLINDE
Haltetˈhaltət
einaɪ̯n
,
ihriːɐ̯
Männerˈmɛnɐ
!
Mordetˈmɔʁdət
ersteːɐ̯st
michmɪç
!
Sie stürzt auf das Bergjoch zu, ein von rechts her über den Kämpfern ausbrechender, heller Schein blendet sie aber plötzlich so heftig, dass sie, wie erblindet, zur Seite schwankt. In dem Lichtglanze erscheint Brünnhilde über Siegmund schwebend und diesen mit dem Schilde deckend
BRÜNNHILDE
Trifftʁɪf
ihniːn
,
Siegmundˈziːkmʊnt
!
traueˈtʁaʊ̯ə
demdeːm
Schwertʃveːɐ̯t
!
Als Siegmund soeben zu einem tödlichen Streiche gegen Hunding ausholt, bricht von links her ein glühend rötlicher Schein durch das Gewölk aus, in welchem Wotan erscheint, über Hunding stehend und seinen Speer Siegmund quer entgegenhaltend
WOTAN
Zurückt͡suˈʁʏk
vorfoːɐ̯
demdeːm
Speerʃpeːɐ̯
!
Iniˈʔɛn
Stückenˈʃtʏkn̩
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
!
Brünnhilde weicht erschrocken vor Wotan mit dem Schilde zurück; Siegmunds Schwert zerspringt an dem vorgehaltenen Speere. Dem Unbewehrten stösst Hunding seinen Speer in die Brust. Siegmund stürzt tot zu Boden.
Sieglinde, die seinen Todesseufzer gehört, sinkt mit einem Schrei wie leblos zusammen. Mit Siegmunds Fall ist zugleich von beiden Seiten der glänzende Schein verschwunden; dichte Finsternis ruht im Gewölk bis nach vorn: in ihm wird Brünnhilde undeutlich sichtbar, wie sie in jäher Hast sich Sieglinden zuwendet
BRÜNNHILDE
Zut͡suː
Rossʁɔs
,
dassdas
ichɪç
dichdɪç
retteˈʁɛtə
!
Sie hebt Sieglinde schnell zu sich auf ihr der Seitenschlucht nahestehendes Ross und verschwindet sogleich mit ihr. - Alsbald zerteilt sich das Gewölk in der Mitte, so dass man deutlich Hunding gewahrt, der soeben seinen Speer dem gefallenen Siegmund aus der Brust zieht. - Wotan, von Gewölk umgeben, steht dahinter auf einem Felsen, an seinen Speer gelehnt und schmerzlich auf Siegmunds Leiche blickend
zu Hunding
WOTAN
Geh'
hinhɪn
,
Knechtknɛçt
!
Knieeˈkniːə
vorfoːɐ̯
Fricka
:
meld'
ihriːɐ̯
,
dassdas
Wotansˈvoːtaːns
Speerʃpeːɐ̯
gerächtɡəˈʁɛçt
,
wasvas
Spottʃpɔt
ihriːɐ̯
schufʃuːf
.
Geh'
!
-
Geh'
!
Vor seinem verächtlichen Handwink sinkt Hunding tot zu Boden
plötzlich in furchtbarer Wut auffahrend
WOTAN
Dochdɔx
Brünnhilde
!
Weh'
derdeːɐ̯
Verbrecherinfɛɐ̯ˈbʁɛçəʁɪn
!
Furchtbarˈfʊʁçtbaːɐ̯
seizaɪ̯
diedaɪ
Frecheˈfʁɛçə
gestraftɡəˈʃtʁaːft
,
erreichtɛɐ̯ˈʁaɪ̯çt
meinmaɪ̯n
Rossʁɔs
ihreˈiːʁə
Fluchtfluːxt
!
Er verschwindet mit Blitz und Donner. - Der Vorhang fällt schnell
DRITTER AUFZUG
Auf dem Gipfel eines Felsenberges. Rechts begrenzt ein Tannenwald die Szene. Links der Eingang einer Felshöhle, die einen natürlichen Saal bildet: darüber steigt der Fels zu seiner höchsten Spitze auf. Nach hinten ist die Aussicht gänzlich frei; höhere und niedere Felssteine bilden den Rand vor dem Abhange, der - wie anzunehmen ist - nach dem Hintergrund zu steil hinabführt. Einzelne Wolkenzüge jagen, wie vom Sturm getrieben, am Felsensaume vorbei
VORSPIEL UND ERSTE SZENE
Gerhilde, Ortlinde, Waltraute und Schwertleite, später Helmwige, Siegrune, Grimgerde, Rossweisse, Brünnhilde, Sieglinde, Gerhilde, Ortlinde, Waltraute und Schwertleite haben sich auf der Felsspitze, an und über der Höhle, gelagert, sie sind in voller Waffenrüstung
zuhöchst gelagert und dem Hintergrunde zurufend, wo ein starkes Gewölk herzieht
GERHILDE
Hojotoho
!
Hojotoho
!
Heiaha
!
Heiaha
!
Helmwige
!
Hierhiːɐ̯
!
Hieher
mitmɪt
demdeːm
Rossʁɔs
!
im Hintergrunde
HELMWIGE
Hojotoho
!
Hojotoho
!
Heiaha
!
In dem Gewölk bricht Blitzesglanz aus; eine Walküre zu Ross wird in ihm sichtbar: über ihrem Sattel hängt ein erschlagener Krieger. Die Erscheinung zieht, immer näher, am Felsensaume von links nach rechts vorbei
der Ankommenden entgegenrufend
SCHWERTLEITE
Heiaha
!
Heiaha
!
Die Wolke mit der Erscheinung ist rechts hinter dem Tann verschwunden
in den Tann hineinrufend
ORTLINDE
Zut͡suː
Ortlindes
Stuteˈʃtuːtə
stellʃtɛl
deinenˈdaɪ̯nən
Hengsthɛŋst
:
mitmɪt
meinerˈmaɪ̯nɐ
Grauenˈɡʁaʊ̯ən
grastɡʁaːst
gernɡɛʁn
deindaɪ̯n
Braunerˈbʁaʊ̯nɐ
!
hineinrufend
WALTRAUTE
Werveːɐ̯
hängthɛŋt
dirdiːɐ̯
imiˈʔɛm
Sattelˈzatl̩
?
aus dem Tann auftretend
HELMWIGE
Sintolt
,
derdeːɐ̯
Hegeling
!
SCHWERTLEITE
Führ'
deinenˈdaɪ̯nən
Brauenˈbʁaʊ̯ən
fortfoːɐ̯
vonfɔn
derdeːɐ̯
Grauenˈɡʁaʊ̯ən
:
Ortlindes
Mähreˈmɛːʁə
trägttʁɛːkt
Wittig
,
dendeːn
Irming
!
ist etwas näher herabgestiegen
GERHILDE
Alsals
Feindeˈfaɪ̯ndə
nurnuːɐ̯
sahzaː
ichɪç
Sintolt
undʊnt
Wittig
!
springt auf
ORTLINDE
Heiaha
!
Diedaɪ
Stuteˈʃtuːtə
stösst[ˈʃtoːsn̩]
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Hengsthɛŋst
!
Sie läuft in den Tann
Schwertleite, Gerhilde und Helmwige lachen laut auf
GERHILDE
Derdeːɐ̯
Reckenˈʁɛkn̩
Zwistt͡svɪst
entzweitɛntˈt͡svaɪ̯t
nochnɔx
diedaɪ
Rosseˈʁɔsə
!
in den Tann zurückrufend
HELMWIGE
Ruhigˈʁuːɪk
,
Braunerˈbʁaʊ̯nɐ
!
Brichbʁɪç
nichtnɪçt
dendeːn
Friedenˈfʁiːdn̩
!
auf der Höhe, wo sie für Gerhilde die Wacht übernommen, nach rechts in den Hintergrund rufend
WALTRAUTE
Hoioho
!
Hoioho
!
Siegrune
,
hierhiːɐ̯
!
Wovoː
säumstzɔɪ̯mst
duduː
sozoː
langlaŋ
?
Sie lauscht nach rechts
von der rechten Seite des Hintergrundes her
SIEGRUNE
Arbeitˈaʁbaɪ̯t
gab's
!
Sindzɪnt
diedaɪ
andren[ˈʔandəʁən]
schonʃoːn
dadaː
?
nach rechts in den Hintergrund rufend
SCHWERTLEITE
Hojotoho
!
Hojotoho
!
Heiaha
!
GERHILDE
Heiaha
!
Ihre Gebärden sowie ein heller Glanz hinter dem Tann zeigen an, dass soeben Siegrune dort angelangt ist. Aus der Tiefe hört man zwei Stimmen zugleich
links im Hintergrunde
ROSSWEISSE
Hojotoho
!
Hojotoho
!
Heiaha
!
nach links
WALTRAUTE
Grimgerd'
undʊnt
Rossweisse
!
ebenso
GERHILDE
Sieziː
reitenˈʁaɪ̯tn̩
zut͡suː
zweit͡svaɪ̯
.
In einem blitzerglänzenden Wolkenzuge, der von links her vorbeizieht, erscheinen Grimgerde und Rossweisse, ebenfalls auf Rossen, jede einen Erschlagenen im Sattel führend. Helmwige, Ortlinde und Siegrune sind aus dem Tann getreten und winken vom Felsensaume den Ankommenden zu
SIEGRUNE
Gegrüsst
,
ihriːɐ̯
Reisigeˈʁaɪ̯zɪɡə
!
Rossweiss'
undʊnt
Grimgerde
!
ROSSWEISSE
Hojotoho
!
Hojotoho
!
Heiaha
!
Die Erscheinung verschwindet hinter dem Tann
DIE SECHS ANDEREN WALKÜREN
Hojotoho
!
Hojotoho
!
Heiaha
!
Heiaha
!
in den Tann rufend
GERHILDE
Iniˈʔɛn
Waldvalt
mitmɪt
dendeːn
Rossenˈʁɔsn̩
zut͡suː
Weid'
undʊnt
Rastʁast
!
ebenfalls in den Tann rufend
ORTLINDE
Führetˈfyːʁət
diedaɪ
Mährenˈmɛːʁən
fernfɛʁn
vonfɔn
einanderaɪ̯ˈnandɐ
,
bisbɪs
unsrerˈʔʊnzɐ
Heldenˈhɛldn̩
Hasshas
sichzɪç
gelegtɡəˈleːkt
!
Die Walküren lachen
während die anderen lachen
HELMWIGE
Derdeːɐ̯
Heldenˈhɛldn̩
Grimmɡʁɪm
büsste
schonʃoːn
diedaɪ
Graueˈɡʁaʊ̯ə
!
Die Walküren lachen
aus dem Tann tretend
ROSSWEISSE
Hojotoho
!
Hojotoho
!
DIE SECHS ANDEREN WALKÜREN
Willkommenvɪlˈkɔmən
!
Willkommenvɪlˈkɔmən
!
SCHWERTLEITE
Wartvaʁt
ihriːɐ̯
Kühnenˈkyːnən
zut͡suː
zweit͡svaɪ̯
?
GRIMGERDE
Getrenntɡəˈtʁɛnt
rittenˈʁɪtn̩
wirviːɐ̯
undʊnt
trafenˈtʁaːfn̩
unsʊns
heut'
.
ROSSWEISSE
Sindzɪnt
wirviːɐ̯
alleˈalə
versammeltfɛɐ̯ˈzaml̩t
,
sozoː
säumtzɔɪ̯mt
nichtnɪçt
langeˈlaŋə
:
nachnaːx
Walhallˈvalhal
brechenˈbʁɛçn̩
wirviːɐ̯
aufaʊ̯f
,
Wotanˈvoːtaːn
zut͡suː
bringenˈbʁɪŋən
diedaɪ
Walvaːl
.
HELMWIGE
Achtaxt
sindzɪnt
wirviːɐ̯
ersteːɐ̯st
:
eineˈaɪ̯nə
nochnɔx
fehltfeːlt
.
GERHILDE
Beibaɪ̯
demdeːm
braunenˈbʁaʊ̯nən
Wälsung
weiltvaɪ̯lt
wohlvoːl
nochnɔx
Brünnhilde
.
WALTRAUTE
Aufaʊ̯f
sieziː
nochnɔx
harrenˈhaʁən
müssenˈmʏsn̩
wirviːɐ̯
hierhiːɐ̯
:
Walvaterˈvalˌfaːtɐ
gäb'
unsʊns
grimmigenˈɡʁɪmɪɡn̩
Grussɡʁuːs
,
säh'
ohneˈoːnə
sieziː
ereːɐ̯
unsʊns
nahn
!
auf der Felswarte, von wo sie hinausspäht
SIEGRUNE
Hojotoho
!
Hojotoho
!
in den Hintergrund rufend
SIEGRUNE
Hieher
!
Hieher
!
zu den anderen
SIEGRUNE
Iniˈʔɛn
brünstigemˈbʁʏnstɪɡəm
Rittʁɪt
jagtjaːkt
Brünnhilde
herheːɐ̯
.
alle eilen auf die Warte
DIE ACHT WALKÜREN
Hojotoho
!
Hojotoho
!
Brünnhilde
!
Heihaɪ̯
!
Sie spähen mit wachsender Verwunderung
WALTRAUTE
Nachnaːx
demdeːm
Tanntan
lenktlɛŋkt
sieziː
dasdas
taumelndeˈtaʊ̯ml̩ndə
Rossʁɔs
.
GRIMGERDE
Wieviː
schnaubtʃnaʊ̯pt
Graneˈɡʁaːnə
vomfɔm
schnellenˈʃnɛlən
Rittʁɪt
!
ROSSWEISSE
Sozoː
jachjax
sahzaː
ichɪç
nieniː
Walkürenvalˈkyːʁən
jagenˈjaːɡn̩
!
ORTLINDE
Wasvas
hälthɛlt
sieziː
imiˈʔɛm
Sattelˈzatl̩
?
HELMWIGE
Dasdas
istɪst
keinkaɪ̯n
Heldhɛlt
!
SIEGRUNE
Eineˈaɪ̯nə
Fraufʁaʊ̯
führtfyːɐ̯t
sieziː
!
GERHILDE
Wieviː
fandfant
sieziː
diedaɪ
Fraufʁaʊ̯
?
SCHWERTLEITE
Mitmɪt
keinemkaɪ̯nəm
Grussɡʁuːs
grüsst
sieziː
diedaɪ
Schwesternˈʃvɛstɐn
!
hinabrufend
WALTRAUTE
Heiaha
!
Brünnhilde
!
Hörsthøːɐ̯st
duduː
unsʊns
nichtnɪçt
?
ORTLINDE
Helfthɛlft
derdeːɐ̯
Schwesterˈʃvɛstɐ
vomfɔm
Rossʁɔs
sichzɪç
schwingenˈʃvɪŋən
!
Gerhilde und Helmwige stürzen in den Tann. Siegrune und Rossweisse laufen ihnen nach
HELMWIGE, GERHILDE, SIEGRUNE, ROSSWEISSE
ORTLINDE
Hojotoho
!
Hojotoho
!
ORTLINDE, WALTRAUTE, GRIMGERDE, SCHWERTLEITE
ORTLINDE
Heiaha
!
in den Tann blickend
WALTRAUTE
Zut͡suː
Grundeˈɡʁʊndə
stürztʃtʏʁt͡st
Graneˈɡʁaːnə
,
derdeːɐ̯
Starkeˈʃtaʁkə
!
GRIMGERDE
Ausaʊ̯s
demdeːm
Sattelˈzatl̩
hebtheːpt
sieziː
hastigˈhastɪk
dasdas
Weibvaɪ̯p
!
ORTLINDE, WALTRAUTE, GRIMGERDE, SCHWERTLEITE
alle in den Tann laufend
GRIMGERDE
Schwesterˈʃvɛstɐ
!
Schwesterˈʃvɛstɐ
!
Wasvas
istɪst
geschehn
?
Alle Walküren kehren auf die Bühne zurück; mit ihnen kommt Brünnhilde, Sieglinde unterstützend und hereingeleitend
atemlos
BRÜNNHILDE
Schütztʃʏt͡st
michmɪç
undʊnt
helfthɛlft
iniˈʔɛn
höchsterˈhøːçstɐ
Notnoːt
!
DIE ACHT WALKÜREN
Wovoː
rittestˈʁɪtəst
duduː
herheːɐ̯
iniˈʔɛn
rasenderˈʁaːzn̩dɐ
Hasthast
?
Sozoː
fliegtfliːkt
nurnuːɐ̯
,
werveːɐ̯
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Fluchtfluːxt
!
BRÜNNHILDE
Zumt͡sʊm
erstenmal
flieh'
ichɪç
undʊnt
binbɪn
verfolgtfɛɐ̯ˈfɔlkt
:
Heervater
hetzthɛt͡st
mirmiːɐ̯
nachnaːx
!
heftig erschreckend
DIE ACHT WALKÜREN
Bistbɪst
duduː
vonfɔn
Sinnenˈzɪnən
?
Sprichʃpʁɪç
!
Sageˈzaːɡə
unsʊns
!
Wieviː
?
Verfolgtfɛɐ̯ˈfɔlkt
dichdɪç
Heervater
?
Fliehstfliːst
duduː
vorfoːɐ̯
ihmiːm
?
wendet sich ängstlich, um zu spähen, und kehrt wieder zurück
BRÜNNHILDE
O
Schwesternˈʃvɛstɐn
,
spähtʃpɛːt
vonfɔn
desdɛs
Felsensˈfɛlzn̩s
Spitzeˈʃpɪt͡sə
!
Schautʃaʊ̯t
nachnaːx
Nordenˈnɔʁdn̩
,
oboːˈbeː
Walvaterˈvalˌfaːtɐ
nahtnaːt
!
Ortlinde und Waltraute springen auf die Felsenspitze zur Warte
BRÜNNHILDE
Schnellʃnɛl
!
Sehtzeːt
ihriːɐ̯
ihniːn
schonʃoːn
?
ORTLINDE
Gewittersturmɡəˈvɪtɐˌʃtʊʁm
nahtnaːt
vonfɔn
Nordenˈnɔʁdn̩
.
WALTRAUTE
Starkesˈʃtaʁkəs
Gewölkɡəˈvœlk
stautʃtaʊ̯t
sichzɪç
dortdɔʁt
aufaʊ̯f
!
DIE WEITEREN SECHS WALKÜREN
Heervater
reitetˈʁaɪ̯tət
seinzaɪ̯n
heiligesˈhaɪ̯lɪɡəs
Rossʁɔs
!
BRÜNNHILDE
Derdeːɐ̯
wildeˈvɪldə
Jägerˈjɛːɡɐ
,
derdeːɐ̯
wütendˈvyːtn̩t
michmɪç
jagtjaːkt
,
ereːɐ̯
nahtnaːt
,
ereːɐ̯
nahtnaːt
vonfɔn
Nordenˈnɔʁdn̩
!
Schütztʃʏt͡st
michmɪç
,
Schwesternˈʃvɛstɐn
!
Wahretˈvaːʁət
diesdaɪs
Weibvaɪ̯p
!
SECHS WALKÜREN
Wasvas
istɪst
mitmɪt
demdeːm
Weibeˈvaɪ̯bə
?
BRÜNNHILDE
Hörthøːɐ̯t
michmɪç
iniˈʔɛn
Eileˈaɪ̯lə
:
Sieglindeˌziːkˈlɪndə
istɪst
eseːs
,
Siegmundsˈziːk.mʊnt
Schwesterˈʃvɛstɐ
undʊnt
Brautbʁaʊ̯t
:
gegenˈɡeːɡn̩
diedaɪ
Wälsungen
wütetˈvyːtət
Wotanˈvoːtaːn
iniˈʔɛn
Grimmɡʁɪm
;
demdeːm
Bruderˈbʁuːdɐ
sollteˈzɔltə
Brünnhilde
heut'
entziehenɛntˈt͡siːən
dendeːn
Siegziːk
;
dochdɔx
Siegmundˈziːkmʊnt
schützt'
ichɪç
mitmɪt
meinemˈmaɪ̯nəm
Schildʃɪlt
,
trotzendˈtʁɔt͡sn̩t
demdeːm
Gottɡɔt
!
Derdeːɐ̯
traftʁaːf
ihniːn
dadaː
selbstzɛlpst
mitmɪt
demdeːm
Speerʃpeːɐ̯
:
Siegmundˈziːkmʊnt
fielfiːl
;
dochdɔx
ichɪç
flohfloː
fernfɛʁn
mitmɪt
derdeːɐ̯
Fraufʁaʊ̯
;
sieziː
zut͡suː
rettenˈʁɛtn̩
,
eilt'
ichɪç
zut͡suː
euchɔɪ̯ç
-
oboːˈbeː
michmɪç
Bangeˈbaŋə
auchaʊ̯x
kleinmütig
BRÜNNHILDE
ihriːɐ̯
bergetˈbɛɐ̯ɡət
vorfoːɐ̯
demdeːm
strafendenˈʃtʁaːfn̩dən
Streichʃtʁaɪ̯ç
!
in grösster Bestürzung
SECHS WALKÜREN
Betörtebəˈtøːɐ̯tə
Schwesterˈʃvɛstɐ
,
wasvas
tatestˈtaːtəst
duduː
?
Weheˈveːə
!
Brünnhilde
,
weheˈveːə
!
Brachbʁaːx
ungehorsamˈʊnɡəˌhoːɐ̯zaːm
Brünnhilde
Heervaters
heiligˈhaɪ̯lɪk
Gebotɡəˈboːt
?
von der Warte
WALTRAUTE
Nächtigˈnɛçtɪk
ziehtt͡siːt
eseːs
vonfɔn
Nordenˈnɔʁdn̩
heranhɛˈʁan
.
ebenso
ORTLINDE
Wütendˈvyːtn̩t
steuertˈʃtɔɪ̯ɐt
hieher
derdeːɐ̯
Sturmʃtʊʁm
.
SCHWERTLEITE
demdeːm
Hintergrundeˈhɪntɐˌɡʁʊndə
zugewendetˈt͡suːɡəˌvɛndət
Wildvɪlt
wiehertˈviːɐt
Walvatersˈvalˌfaːtɐs
Rossʁɔs
.
Schrecklichˈʃʁɛklɪç
schnaubtʃnaʊ̯pt
eseːs
daherdaˈheːɐ̯
!
BRÜNNHILDE
Weheˈveːə
derdeːɐ̯
Armenˈaʁmən
,
wennvɛn
Wotanˈvoːtaːn
sieziː
triffttʁɪft
:
dendeːn
Wälsungen
allenˈælən
drohtdʁoːt
ereːɐ̯
Verderbenfɛɐ̯ˈdɛʁbn̩
!
-
Werveːɐ̯
leihtlaɪ̯t
mirmiːɐ̯
vonfɔn
euchɔɪ̯ç
dasdas
leichtesteˈlaɪ̯çtəstə
Rossʁɔs
,
dasdas
flinkflɪŋk
diedaɪ
Fraufʁaʊ̯
ihmiːm
entführ'
?
SIEGRUNE
Auchaʊ̯x
unsʊns
rätstʁɛːt͡st
duduː
rasendenˈʁaːzn̩dən
Trotztʁɔt͡s
?
BRÜNNHILDE
Rossweisse
,
Schwesterˈʃvɛstɐ
,
leih'
mirmiːɐ̯
deinenˈdaɪ̯nən
Rennerˈʁɛnɐ
!
ROSSWEISSE
Vorfoːɐ̯
Walvaterˈvalˌfaːtɐ
flohfloː
derdeːɐ̯
fliegendeˈfliːɡn̩də
nieniː
.
BRÜNNHILDE
Helmwige
,
höreˈhøːʁə
!
HELMWIGE
Demdeːm
Vaterˈfaːtɐ
gehorch'
ichɪç
.
BRÜNNHILDE
Grimgerde
!
Gerhilde
!
Gönntɡœnt
mirmiːɐ̯
eu'r
Rossʁɔs
!
Schwertleiteˈʃveːɐ̯tˌlaɪ̯tə
!
Siegrune
!
Sehtzeːt
meineˈmaɪ̯nə
Angstaŋst
!
Seidzaɪ̯t
mirmiːɐ̯
treutʁɔɪ̯
,
wieviː
trauttʁaʊ̯t
ichɪç
euchɔɪ̯ç
warvaːɐ̯
:
rettetˈʁɛtət
diesdaɪs
traurigeˈtʁaʊ̯ʁɪɡə
Weibvaɪ̯p
!
die bisher finster und kalt vor sich hingestarrt, fährt, als Brünnhilde sie lebhaft - wie zum Schutze - umfasst, mit einer abwehrenden Gebärde auf
SIEGLINDE
Nichtnɪçt
sehre
dichdɪç
Sorgeˈzɔʁɡə
umʊm
michmɪç
:
einzigˈaɪ̯nt͡sɪk
taugttaʊ̯kt
mirmiːɐ̯
derdeːɐ̯
Todtoːt
!
Werveːɐ̯
hiess
dichdɪç
Maidmaɪ̯t
,
demdeːm
Harsthaʁst
michmɪç
entführenɛntˈfyːʁən
?
Imiˈʔɛm
Sturmʃtʊʁm
dortdɔʁt
hätt'
ichɪç
dendeːn
Streichʃtʁaɪ̯ç
empfah'n
vonfɔn
derselbendeːɐ̯ˈzɛlbn̩
Waffeˈvafə
,
derdeːɐ̯
Siegmundˈziːkmʊnt
fielfiːl
:
dasdas
Endeˈɛndə
fandfant
ichɪç
vereintfɛɐ̯ˈʔaɪ̯nt
mitmɪt
ihmiːm
!
Fernfɛʁn
vonfɔn
Siegmundˈziːkmʊnt
-
Siegmundˈziːkmʊnt
,
vonfɔn
dirdiːɐ̯
!
-
O
deckteˈdɛktə
michmɪç
Todtoːt
,
dassdas
ich's
denkeˈdɛŋkə
!
Sollzɔl
umʊm
diedaɪ
Fluchtfluːxt
dirdiːɐ̯
,
Maidmaɪ̯t
,
ichɪç
nichtnɪçt
fluchenˈfluːxn̩
,
sozoː
erhöreɛɐ̯ˈhøːʁə
heiligˈhaɪ̯lɪk
meinmaɪ̯n
Flehenˈfleːən
:
stosse[ˈʃtoːsn̩]
deindaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
mirmiːɐ̯
insɪns
Herzhɛʁt͡s
!
BRÜNNHILDE
Lebeˈleːbə
,
o
Weibvaɪ̯p
,
umʊm
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
willenˈvɪlən
!
Retteˈʁɛtə
dasdas
Pfandp͡fant
,
dasdas
vonfɔn
ihmiːm
duduː
empfingstɛmˈp͡fɪŋst
:
stark und drängend
BRÜNNHILDE
einaɪ̯n
Wälsung
wächstvɛkst
dirdiːɐ̯
imiˈʔɛm
Schossʃɔs
!
erschrickt zunächst heftig; sogleich strahlt aber ihr Gesicht in erhabener Freude auf
SIEGLINDE
Retteˈʁɛtə
michmɪç
,
Kühneˈkyːnə
!
Retteˈʁɛtə
meinmaɪ̯n
Kindkɪnt
!
Schirmtʃɪʁmt
michmɪç
,
ihriːɐ̯
Mädchenˈmeːtçən
,
mitmɪt
mächtigstemˈmɛçtɪkstəm
Schutzʃʊt͡s
!
Immer finstereres Gewitter steigt im Hintergrunde auf: nahender Donner
auf der Warte
WALTRAUTE
Derdeːɐ̯
Sturmʃtʊʁm
kommtkɔmt
heranhɛˈʁan
.
ebenso
ORTLINDE
Flieh'
,
werveːɐ̯
ihniːn
fürchtetˈfʏʁçtət
!
DIE SECHS ANDEREN WALKÜREN
Fortfoːɐ̯
mitmɪt
demdeːm
Weibeˈvaɪ̯bə
,
drohtdʁoːt
ihmiːm
Gefahrɡəˈfaːɐ̯
:
derdeːɐ̯
Walkürenvalˈkyːʁən
keineˈkaɪ̯nə
wag'
ihrenˈiːʁən
Schutzʃʊt͡s
!
auf den Knien vor Brünnhilde
SIEGLINDE
Retteˈʁɛtə
michmɪç
,
Maidmaɪ̯t
!
Retteˈʁɛtə
diedaɪ
Mutterˈmʊtɐ
!
mit lebhaftem Entschluss hebt sie Sieglinde auf
BRÜNNHILDE
Sozoː
flieheˈfliːə
denndɛn
eiligˈaɪ̯lɪk
-
undʊnt
flieheˈfliːə
alleinaˈlaɪ̯n
!
Ichɪç
bleibeˈblaɪ̯bə
zurückt͡suˈʁʏk
,
bieteˈbiːtə
michmɪç
Wotansˈvoːtaːns
Racheˈʁaxə
:
anaːˈʔɛn
mirmiːɐ̯
zögr'
ichɪç
dendeːn
Zürnendenˈt͡sʏʁnəndn̩
hierhiːɐ̯
,
währendˈvɛːʁənt
duduː
seinemˈzaɪ̯nəm
Rasenˈʁaːzn̩
entrinnstɛntˈʁɪnst
.
SIEGLINDE
Wohinvoˈhɪn
sollzɔl
ichɪç
michmɪç
wendenˈvɛndn̩
?
BRÜNNHILDE
Werveːɐ̯
vonfɔn
euchɔɪ̯ç
Schwesternˈʃvɛstɐn
schweifteˈʃvaɪ̯ftə
nachnaːx
Ostenˈɔstn̩
?
SIEGRUNE
Nachnaːx
Ostenˈɔstn̩
weithinˈvaɪ̯thɪn
dehntdeːnt
sichzɪç
einaɪ̯n
Waldvalt
:
derdeːɐ̯
Niblungen
Horthɔʁt
entführteɛntˈfyːɐ̯tə
Fafner
dorthinˈdɔʁthɪn
.
SCHWERTLEITE
Wurmesgestalt
schufʃuːf
sichzɪç
derdeːɐ̯
Wildeˈvɪldə
:
iniˈʔɛn
einerˈaɪ̯nɐ
Höhleˈhøːlə
hütetˈhyːtət
ereːɐ̯
Alberichsˈalbəʁɪçs
Reifʁaɪ̯f
!
GRIMGERDE
Nichtnɪçt
geheu'r
ist's
dortdɔʁt
fürfyːɐ̯
einaɪ̯n
hilflos'
Weibvaɪ̯p
.
BRÜNNHILDE
Undʊnt
dochdɔx
vorfoːɐ̯
Wotansˈvoːtaːns
Wutvuːt
schütztʃʏt͡st
sieziː
sicherˈzɪçɐ
derdeːɐ̯
Waldvalt
:
ihniːn
scheutʃɔɪ̯t
derdeːɐ̯
Mächt'ge
undʊnt
meidetˈmaɪ̯dət
dendeːn
Ortɔʁt
.
auf der Warte
WALTRAUTE
Furchtbarˈfʊʁçtbaːɐ̯
fährtfɛːɐ̯t
dortdɔʁt
Wotanˈvoːtaːn
zumt͡sʊm
Felsfɛls
.
SECHS WALKÜREN
Brünnhilde
,
hör'
seinesˈzaɪ̯nəs
Nahens
Gebraus'
!
Sieglinde die Richtung weisend
BRÜNNHILDE
Fortfoːɐ̯
denndɛn
eileˈaɪ̯lə
,
nachnaːx
Ostenˈɔstn̩
gewandtɡəˈvant
!
Mutigenˈmuːtɪɡn̩
Trotzesˈtʁɔt͡səs
ertrag'
alleˈalə
Müh'n
,
-
Hungerˈhʊŋɐ
undʊnt
Durstdʊʁst
,
Dorndɔʁn
undʊnt
Gesteinɡəˈʃtaɪ̯n
;
lacheˈlaxə
,
oboːˈbeː
Notnoːt
,
oboːˈbeː
Leidenˈlaɪ̯dn̩
dichdɪç
nagtnaːkt
!
Denndɛn
einesˈaɪ̯nəs
wiss'
undʊnt
wahr'
eseːs
immerˈɪmɐ
:
dendeːn
hehrstenˈheːɐ̯stn̩
Heldenˈhɛldn̩
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
hegstheːkst
duduː
,
o
Weibvaɪ̯p
,
imiˈʔɛm
schirmendenˈʃɪʁməndn̩
Schossʃɔs
!
-
Sie zieht die Stücken von Siegmunds Schwert unter ihrem Panzer hervor und überreicht sie Sieglinde
BRÜNNHILDE
Verwahr'
ihmiːm
diedaɪ
starkenˈʃtaʁkn̩
Schwertesstücken
;
seinesˈzaɪ̯nəs
Vatersˈfaːtɐs
Walstattˈvalˌʃtat
entführt'
ichɪç
sieziː
glücklichˈɡlʏklɪç
:
derdeːɐ̯
neugefügt
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
einstaɪ̯nst
schwingtʃvɪŋt
,
dendeːn
Namenˈnaːmən
nehm'
ereːɐ̯
vonfɔn
mirmiːɐ̯
-
"
Siegfriedˈziːkfʁiːt
"
erfreu'
sichzɪç
desdɛs
Siegsziːks
!
in grösster Rührung
SIEGLINDE
O
hehrstesˈheːɐ̯stəs
Wunderˈvʊndɐ
!
Herrlichsteˈhɛʁlɪçstə
Maidmaɪ̯t
!
Dirdiːɐ̯
Treuenˈtʁɔɪ̯ən
dank'
ichɪç
heiligenˈhaɪ̯lɪɡn̩
Trosttʁoːst
!
Fürfyːɐ̯
ihniːn
,
dendeːn
wirviːɐ̯
liebtenˈliːptn̩
,
rett'
ichɪç
dasdas
Liebsteˈliːpstə
:
meinesˈmaɪ̯nəs
Dankesˈdaŋkəs
Lohnloːn
lacheˈlaxə
dirdiːɐ̯
einstaɪ̯nst
!
Lebeˈleːbə
wohlvoːl
!
Dichdɪç
segnetˈzeːɡnət
Sieglindes
Weh'
!
Sie eilt rechts im Vordergrunde von dannen. - Die Felsenhöhe ist von schwarzen Gewitterwolken umlagert; furchtbarer Sturm braust aus dem Hintergrunde daher, wachsender Feuerschein rechts daselbst
WOTAN
Steh'
!
Brünnhild'
!
Brünnhilde, nachdem sie eine Weile Sieglinde nachgesehen, wendet sich in den Hintergrund, blickt in den Tann und kommt angstvoll wieder vor
von der Warte herabsteigend
WALTRAUTE
Dendeːn
Felsfɛls
erreichtenɛɐ̯ˈʁaɪ̯çtn̩
Rossʁɔs
undʊnt
Reiterˈʁaɪ̯tɐ
!
DIE ACHT WALKÜREN
Weh'
,
Brünnhild'
!
Racheˈʁaxə
entbrenntɛntˈbʁɛnt
!
BRÜNNHILDE
Achax
,
Schwesternˈʃvɛstɐn
,
helfthɛlft
!
Mirmiːɐ̯
schwanktʃvaŋkt
dasdas
Herzhɛʁt͡s
!
Seinzaɪ̯n
Zornt͡sɔʁn
zerschelltt͡sɛɐ̯ˈʃɛlt
michmɪç
,
wennvɛn
euerˈɔɪ̯ɐ
Schutzʃʊt͡s
ihniːn
nichtnɪçt
zähmtt͡sɛːmt
.
flüchten ängstlich nach der Felsenspitze hinauf; Brünnhilde lässt sich von ihnen nachziehen
DIE ACHT WALKÜREN
Hieher
,
Verlor'ne
!
Lasslas
dichdɪç
nichtnɪçt
sehnzeːn
!
Schmiegeˈʃmiːɡə
dichdɪç
anaːˈʔɛn
unsʊns
undʊnt
schweigeˈʃvaɪ̯ɡə
demdeːm
Rufʁuːf
!
Sie verbergen Brünnhilde unter sich und blicken ängstlich nach dem Tann, der jetzt von grellem Feuerschein erhellt wird, während der Hintergrund ganz finster geworden ist
DIE ACHT WALKÜREN
Weh'
!
Wütendˈvyːtn̩t
schwingtʃvɪŋt
sichzɪç
Wotanˈvoːtaːn
vomfɔm
Rossʁɔs
!
-
Hieher
rastʁast
seinzaɪ̯n
rächenderˈʁɛçn̩dɐ
Schrittʃʁɪt
!
Die Vorigen, Wotan
ZWEITE SZENE
Wotanˈvoːtaːn
tritttʁɪt
iniˈʔɛn
höchsterˈhøːçstɐ
zornigerˈt͡sɔʁnɪɡɐ
Aufgeregtheit
ausaʊ̯s
demdeːm
Tanntan
aufaʊ̯f
undʊnt
schreitetˈʃʁaɪ̯tət
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
Gruppeˈɡʁʊpə
derdeːɐ̯
Walkürenvalˈkyːʁən
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Höheˈhøːə
,
nachnaːx
Brünnhilde
spähendˈʃpɛːənt
,
heftigˈhɛftɪk
einheraɪ̯nˈheːɐ̯
.
WOTAN
Wovoː
istɪst
Brünnhild'
,
wovoː
diedaɪ
Verbrecherinfɛɐ̯ˈbʁɛçəʁɪn
?
Wagtvaːkt
ihriːɐ̯
,
diedaɪ
Böseˈbøːzə
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
zut͡suː
bergenˈbɛʁɡn̩
?
DIE ACHT WALKÜREN
Schrecklichˈʃʁɛklɪç
ertost
deindaɪ̯n
Tobenˈtoːbn̩
!
Wasvas
tatenˈtaːtn̩
,
Vaterˈfaːtɐ
,
diedaɪ
Töchterˈtœçtɐ
,
dassdas
sieziː
dichdɪç
reiztenˈʁaɪ̯t͡stn̩
zut͡suː
rasenderˈʁaːzn̩dɐ
Wutvuːt
?
WOTAN
Wolltvɔlt
ihriːɐ̯
michmɪç
höhnenˈhøːnən
?
Hütetˈhyːtət
euchɔɪ̯ç
,
Frecheˈfʁɛçə
!
Ichɪç
weissvaɪ̯s
:
Brünnhilde
bergtbɛʁkt
ihriːɐ̯
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
.
Weichetˈvaɪ̯çət
vonfɔn
ihriːɐ̯
,
derdeːɐ̯
ewigˈeːvɪk
Verworfnen
,
wieviː
ihrenˈiːʁən
Wertveːɐ̯t
vonfɔn
sichzɪç
sieziː
warfvaʁf
!
ROSSWEISSE
Zut͡suː
unsʊns
flohfloː
diedaɪ
Verfolgtefɛɐ̯ˈfɔlktə
.
DIE ACHT WALKÜREN
Unsernˈʔʊnzɐ
Schutzʃʊt͡s
flehteˈfleːtə
sieziː
anaːˈʔɛn
!
Mitmɪt
Furchtfʊʁçt
undʊnt
Zagenˈt͡saːɡn̩
fasstfast
sieziː
deindaɪ̯n
Zornt͡sɔʁn
:
fürfyːɐ̯
diedaɪ
bangeˈbaŋə
Schwesterˈʃvɛstɐ
bittenˈbɪtən
wirviːɐ̯
nunnuːn
,
dassdas
dendeːn
erstenˈeːɐ̯stn̩
Zornt͡sɔʁn
duduː
bezähmstbəˈt͡sɛːmst
.
Lasslas
dichdɪç
erweichenɛɐ̯ˈvaɪ̯çn̩
fürfyːɐ̯
sieziː
,
zähmt͡sɛːm
deinenˈdaɪ̯nən
Zornt͡sɔʁn
!
WOTAN
Weichherzigesˈvaɪ̯çˌhɛʁt͡sɪɡəs
Weibergezücht
!
Sozoː
mattenˈmatn̩
Mutmuːt
gewanntɡəˈvant
ihriːɐ̯
vonfɔn
mirmiːɐ̯
?
Erzogɛɐ̯ˈt͡soːk
ichɪç
euchɔɪ̯ç
,
kühnkyːn
zumt͡sʊm
Kampfeˈkamp͡fə
zut͡suː
zieh'n
,
schufʃuːf
ichɪç
diedaɪ
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
euchɔɪ̯ç
harthaʁt
undʊnt
scharfʃaʁf
,
dass ihr Wilden nun weint und greint,
WOTAN
wennvɛn
meinmaɪ̯n
Grimmɡʁɪm
eineˈaɪ̯nə
Treulose[tʁɔʏloːs]
straftʃtʁaːft
?
Sozoː
wisstvɪst
denndɛn
,
Winselndeˈvɪnzl̩ndə
,
wasvas
sieziː
verbrachfɛɐ̯ˈbʁaːx
,
umʊm
diedaɪ
euchɔɪ̯ç
Zagenˈt͡saːɡn̩
diedaɪ
Zähreˈt͡sɛːʁə
entbrenntɛntˈbʁɛnt
:
Keineˈkaɪ̯nə
wieviː
sieziː
kannteˈkantə
meinmaɪ̯n
innerstesˈɪnɐstəs
Sinnenˈzɪnən
;
keineˈkaɪ̯nə
wieviː
sieziː
wussteˈvʊstə
dendeːn
Quellkvɛl
meinesˈmaɪ̯nəs
Willensˈvɪləns
!
Sieziː
selbstzɛlpst
warvaːɐ̯
meinesˈmaɪ̯nəs
Wunschesˈvʊnʃəs
schaffenderˈʃafn̩dɐ
Schossʃɔs
:
-
undʊnt
sozoː
nunnuːn
brachbʁaːx
sieziː
dendeːn
seligenˈzeːˌlɪɡn̩
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
,
dassdas
treulos[tʁɔʏloːs]
sieziː
meinemˈmaɪ̯nəm
Willenˈvɪlən
getrotztɡəˈtʁɔt͡st
,
meinmaɪ̯n
herrschendˈhɛʁʃn̩t
Gebotɡəˈboːt
offenˈɔfn̩
verhöhntfɛɐ̯ˈhøːnt
,
gegenˈɡeːɡn̩
michmɪç
diedaɪ
Waffeˈvafə
gewandtɡəˈvant
,
diedaɪ
meinmaɪ̯n
Wunschvʊnʃ
alleinaˈlaɪ̯n
ihriːɐ̯
schufʃuːf
!
-
Hörsthøːɐ̯st
du's
,
Brünnhilde
?
Duduː
,
derdeːɐ̯
ichɪç
Brünneˈbʁʏnə
,
Helmhɛlm
undʊnt
Wehrveːɐ̯
,
Wonneˈvɔnə
undʊnt
Huldhʊlt
,
Namenˈnaːmən
undʊnt
Lebenˈleːbm̩
verliehfɛɐ̯ˈliː
?
Hörsthøːɐ̯st
duduː
michmɪç
Klageˈklaːɡə
erhebenɛɐ̯ˈheːbm̩
,
undʊnt
birgstbɪʁkst
dichdɪç
bangbaŋ
demdeːm
Klägerˈklɛːɡɐ
,
dassdas
feigfaɪ̯k
duduː
derdeːɐ̯
Straf'
entflöhstɛntˈfløːst
?
tritt aus der Schar der Walküren hervor, schreitet demütigen, doch festen Schrittes von der Felsenspitze herab und tritt so in geringer Entfernung vor Wotan
BRÜNNHILDE
Hierhiːɐ̯
binbɪn
ichɪç
,
Vaterˈfaːtɐ
:
gebieteɡəˈbiːtə
diedaɪ
Strafeˈʃtʁaːfə
!
WOTAN
Nichtnɪçt
straf'
ichɪç
dichdɪç
ersteːɐ̯st
:
deineˈdaɪ̯nə
Strafeˈʃtʁaːfə
schufstʃuːfst
duduː
dirdiːɐ̯
selbstzɛlpst
.
Durchdʊʁç
meinenˈmaɪ̯nn̩
Willenˈvɪlən
warstvaːɐ̯st
duduː
alleinaˈlaɪ̯n
:
gegenˈɡeːɡn̩
ihniːn
dochdɔx
hasthast
duduː
gewolltɡəˈvɔlt
;
meinenˈmaɪ̯nn̩
Befehlbəˈfeːl
nurnuːɐ̯
führtestˈfyːɐ̯təst
duduː
ausaʊ̯s
:
gegenˈɡeːɡn̩
ihniːn
dochdɔx
hasthast
duduː
befohlenbəˈfoːlən
;
Wunschmaid
warstvaːɐ̯st
duduː
mirmiːɐ̯
:
gegenˈɡeːɡn̩
michmɪç
dochdɔx
hasthast
duduː
gewünschtɡəˈvʏnʃt
;
Schildmaidˈʃɪltˌmaɪ̯t
warstvaːɐ̯st
duduː
mirmiːɐ̯
:
gegenˈɡeːɡn̩
michmɪç
dochdɔx
hobsthoːpst
duduː
dendeːn
Schildʃɪlt
;
Loskieserin
warstvaːɐ̯st
duduː
mirmiːɐ̯
:
gegenˈɡeːɡn̩
michmɪç
dochdɔx
kiestestˈkiːstəst
duduː
Loseˈloːzə
;
Heldenreizerin
warstvaːɐ̯st
duduː
mirmiːɐ̯
:
gegenˈɡeːɡn̩
michmɪç
dochdɔx
reiztestˈʁaɪ̯t͡stəst
duduː
Heldenˈhɛldn̩
.
Wasvas
sonstzɔnst
duduː
warstvaːɐ̯st
,
sagteˈzaːktə
dirdiːɐ̯
Wotanˈvoːtaːn
:
wasvas
jetztjɛt͡st
duduː
bistbɪst
,
dasdas
sageˈzaːɡə
dirdiːɐ̯
selbstzɛlpst
!
Wunschmaid
bistbɪst
duduː
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
;
Walkürevalˈkyːʁə
bistbɪst
duduː
gewesenɡəˈveːzn̩
:
nunnuːn
seizaɪ̯
fortanfɔʁtˈʔan
,
wasvas
sozoː
duduː
nochnɔx
bistbɪst
!
heftig erschreckend
BRÜNNHILDE
Duduː
verstössest
michmɪç
?
Versteh'
ichɪç
dendeːn
Sinnzɪn
?
WOTAN
Nichtnɪçt
send'
ichɪç
dichdɪç
mehrmeːɐ̯
ausaʊ̯s
Walhallˈvalhal
;
nichtnɪçt
weis'
ichɪç
dirdiːɐ̯
mehrmeːɐ̯
Heldenˈhɛldn̩
zurt͡suːɐ̯
Walvaːl
;
nichtnɪçt
führstfyːɐ̯st
duduː
mehrmeːɐ̯
Siegerˈziːɡɐ
iniˈʔɛn
meinenˈmaɪ̯nn̩
Saalzaːl
:
beibaɪ̯
derdeːɐ̯
Götterˈɡœtɐ
trautemˈtʁaʊ̯təm
Mahleˈmaːlə
dasdas
Trinkhornˈtʁɪŋkˌhɔʁn
nichtnɪçt
reichstʁaɪ̯çst
duduː
traulichˈtʁaʊ̯lɪç
mirmiːɐ̯
mehrmeːɐ̯
;
nichtnɪçt
kos'
ichɪç
dirdiːɐ̯
mehrmeːɐ̯
dendeːn
kindischenˈkɪndɪʃn̩
Mundmʊnt
;
vonfɔn
göttlicherˈɡœtlɪçɐ
Scharʃaːɐ̯
bistbɪst
duduː
geschiedenɡəˈʃiːdn̩
,
ausgestossen[ˈaʊ̯sˌʃtoːsn̩]
ausaʊ̯s
derdeːɐ̯
Ewigenˈeːvɪɡn̩
Stammʃtam
;
gebrochenɡəˈbʁɔxn̩
istɪst
unserˈʊnzɐ
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
;
ausaʊ̯s
meinemˈmaɪ̯nəm
Angesichtˈanɡəˌzɪçt
bistbɪst
duduː
verbanntfɛɐ̯ˈbant
.
verlassen, in aufgeregter Bewegung, ihre Stellung, indem sie sich etwas tiefer herabziehen
DIE ACHT WALKÜREN
Weheˈveːə
!
Weh'
!
Schwesterˈʃvɛstɐ
,
achax
Schwesterˈʃvɛstɐ
!
BRÜNNHILDE
Nimmstnɪmst
duduː
mirmiːɐ̯
allesˈaləs
,
wasvas
einstaɪ̯nst
duduː
gabstɡaːpst
?
WOTAN
Derdeːɐ̯
dichdɪç
zwingtt͡svɪŋt
,
wirdvɪʁt
dir's
entziehn
!
Hieher
aufaʊ̯f
dendeːn
Bergbɛʁk
banneˈbanə
ichɪç
dichdɪç
;
iniˈʔɛn
wehrlosenˈveːɐ̯loːzn̩
Schlafʃlaːf
schliess'
ichɪç
dichdɪç
festfɛst
:
derdeːɐ̯
Mannman
danndan
fangeˈfaŋə
diedaɪ
Maidmaɪ̯t
,
derdeːɐ̯
amaːm
Wegeˈveːɡə
sieziː
findetˈfɪndət
undʊnt
wecktvɛkt
.
kommen in höchster Aufregung von der Felsenspitze ganz herab und umgeben in ängstlichen Gruppen Brünnhilde, welche halb kniend vor Wotan liegt
DIE ACHT WALKÜREN
Halt'
einaɪ̯n
,
o
Vaterˈfaːtɐ
!
Halt'
einaɪ̯n
dendeːn
Fluchfluːx
!
Sollzɔl
diedaɪ
Maidmaɪ̯t
verblühn
undʊnt
verbleichenfɛɐ̯ˈblaɪ̯çn̩
demdeːm
Mannman
?
Hörhøːɐ̯
unserˈʊnzɐ
Fleh'n
!
Schrecklicherˈʃʁɛklɪçɐ
Gottɡɔt
,
wendeˈvɛndə
vonfɔn
ihriːɐ̯
diedaɪ
schreiendeˈʃʁaɪ̯əndə
Schmachʃmaːx
!
Wieviː
diedaɪ
Schwesterˈʃvɛstɐ
träfeˈtʁɛːfə
unsʊns
selberˈzɛlbɐ
derdeːɐ̯
Schimpfʃɪmp͡f
!
WOTAN
Hörtetˈhøːɐ̯tət
ihriːɐ̯
nichtnɪçt
,
wasvas
ichɪç
verhängtfɛɐ̯ˈhɛŋt
?
Ausaʊ̯s
eurerˈɔʏ̯ɐ
Scharʃaːɐ̯
istɪst
diedaɪ
treulose[tʁɔʏloːs]
Schwesterˈʃvɛstɐ
geschiedenɡəˈʃiːdn̩
;
mitmɪt
euchɔɪ̯ç
zut͡suː
Rossʁɔs
durchdʊʁç
diedaɪ
Lüfteˈlʏftə
nichtnɪçt
reitetˈʁaɪ̯tət
sieziː
längerˈlɛŋɐ
;
diedaɪ
magdliche
Blumeˈbluːmə
verblühtfɛɐ̯ˈblyːt
derdeːɐ̯
Maidmaɪ̯t
;
einaɪ̯n
Gatteˈɡatə
gewinntɡəˈvɪnt
ihreˈiːʁə
weiblicheˈvaɪ̯plɪçə
Gunstɡʊnst
;
demdeːm
herrischenˈhɛʁɪʃn̩
Manneˈmanə
gehorchtɡəˈhɔʁçt
sieziː
fortanfɔʁtˈʔan
;
amaːm
Herdeˈheːɐ̯də
sitztzɪt͡st
sieziː
undʊnt
spinntʃpɪnt
,
allerˈalɐ
Spottendenˈʃpɔtn̩dən
Zielt͡siːl
undʊnt
Spielʃpiːl
.
Brünnhilde sinkt mit einem Schrei zu Boden; die Walküren weichen entsetzt mit heftigem Geräusch von ihrer Seite
WOTAN
Schrecktʃʁɛkt
euchɔɪ̯ç
ihriːɐ̯
Losloːs
?
Sozoː
fliehtfliːt
diedaɪ
Verlorne
!
Weichetˈvaɪ̯çət
vonfɔn
ihriːɐ̯
undʊnt
haltetˈhaltət
euchɔɪ̯ç
fernfɛʁn
!
Werveːɐ̯
vonfɔn
euchɔɪ̯ç
wagteˈvaːktə
beibaɪ̯
ihriːɐ̯
zut͡suː
weilenˈvaɪ̯lən
,
werveːɐ̯
mirmiːɐ̯
zumt͡sʊm
Trotztʁɔt͡s
zut͡suː
derdeːɐ̯
Traurigenˈtʁaʊ̯ʁɪɡn̩
hielt'
-
diedaɪ
Törinˈtøːʁɪn
teilteˈtaɪ̯ltə
ihriːɐ̯
Losloːs
:
dasdas
künd'
ichɪç
derdeːɐ̯
Kühnenˈkyːnən
anaːˈʔɛn
!
Fortfoːɐ̯
jetztjɛt͡st
vonfɔn
hierhiːɐ̯
;
meidetˈmaɪ̯dət
dendeːn
Felsenˈfɛlzn̩
!
Hurtigˈhʊʁtɪk
jagtjaːkt
mirmiːɐ̯
vonfɔn
hinnenˈhɪnən
,
sonstzɔnst
erharrtɛɐ̯ˈhaʁt
Jammerˈjamɐ
euchɔɪ̯ç
hierhiːɐ̯
!
DIE ACHT WALKÜREN
Wehveː
!
Wehveː
!
Die Walküren fahren mit wildem Wehschrei auseinander und stürzen in hastiger Flucht in den Tann. Schwarzes Gewölk lagert sich dicht am Felsenrande: man hört wildes Geräusch im Tann. Ein greller Blitzesglanz bricht in dem Gewölk aus; in ihm erblickt man die Walküren mit verhängtem Zügel, in eine Schar zusammengedrängt, wild davonjagen. Bald legt sich der Sturm; die Gewitterwolken verziehen sich allmählich. In der folgenden Szene bricht, bei endlich ruhigem Wetter, Abenddämmerung ein, der am Schlusse Nacht folgt
Wotan, Brünnhilde
Wotan und Brünnhilde, die noch zu seinen Füssen hingestreckt liegt, sind allein zurückgeblieben. Langes, feierliches Schweigen: unveränderte Stellung
beginnt das Haupt langsam ein wenig zu erheben. Schüchtern beginnend und steigernd
BRÜNNHILDE
Warvaːɐ̯
eseːs
sozoː
schmählichˈʃmɛːlɪç
,
wasvas
ichɪç
verbrachfɛɐ̯ˈbʁaːx
,
dassdas
meinmaɪ̯n
Verbrechenfɛɐ̯ˈbʁɛçn̩
sozoː
schmählichˈʃmɛːlɪç
duduː
bestrafstbəˈʃtʁaːfst
?
Warvaːɐ̯
eseːs
sozoː
niedrigˈniːdʁɪk
,
wasvas
ichɪç
dirdiːɐ̯
tattaːt
,
dassdas
duduː
sozoː
tieftiːf
mirmiːɐ̯
Erniedrigungɛɐ̯ˈniːdʁɪɡʊŋ
schaffstʃafst
?
Warvaːɐ̯
eseːs
sozoː
ehrlosˈeːɐ̯loːs
,
wasvas
ichɪç
begingbəˈɡɪŋ
,
dassdas
meinmaɪ̯n
Vergehn
nunnuːn
diedaɪ
Ehreˈeːʁə
mirmiːɐ̯
raubtʁaʊ̯pt
?
Sie erhebt sich allmählich bis zur knienden Stellung
BRÜNNHILDE
O
sag'
,
Vaterˈfaːtɐ
!
Siehziː
mirmiːɐ̯
insɪns
Augeˈaʊ̯ɡə
:
schweigeˈʃvaɪ̯ɡə
dendeːn
Zornt͡sɔʁn
,
zähmeˈt͡sɛːmə
diedaɪ
Wutvuːt
,
undʊnt
deuteˈdɔɪ̯tə
mirmiːɐ̯
hellhɛl
diedaɪ
dunkleˈdʊŋklə
Schuldʃʊlt
,
diedaɪ
mitmɪt
starremˈʃtaʁəm
Trotzeˈtʁɔt͡sə
dichdɪç
zwingtt͡svɪŋt
,
zut͡suː
verstossen[fɛɐ̯ˈʃtoːsn̩]
deindaɪ̯n
trautestesˈtʁaʊ̯təstəs
Kindkɪnt
!
in unveränderter Stellung, ernst und düster
WOTAN
Frag'
deineˈdaɪ̯nə
Tattaːt
,
sieziː
deutetˈdɔɪ̯tət
dirdiːɐ̯
deineˈdaɪ̯nə
Schuldʃʊlt
!
BRÜNNHILDE
Deinenˈdaɪ̯nən
Befehlbəˈfeːl
führteˈfyːɐ̯tə
ichɪç
ausaʊ̯s
.
WOTAN
Befahlbəˈfaːl
ichɪç
dirdiːɐ̯
,
fürfyːɐ̯
dendeːn
Wälsung
zut͡suː
fechtenˈfɛçtn̩
?
BRÜNNHILDE
Sozoː
hiessest
duduː
michmɪç
alsals
Herrscherˈhɛʁʃɐ
derdeːɐ̯
Walvaːl
!
WOTAN
Dochdɔx
meineˈmaɪ̯nə
Weisungˈvaɪ̯zʊŋ
nahmnaːm
ichɪç
wiederˈviːdɐ
zurückt͡suˈʁʏk
!
BRÜNNHILDE
Alsals
Fricka
dendeːn
eignenˈaɪ̯ɡnən
Sinnzɪn
dirdiːɐ̯
entfremdetɛntˈfʁɛmdət
;
dadaː
ihremˈiːʁəm
Sinnzɪn
duduː
dichdɪç
fügtestˈfyːktəst
,
warstvaːɐ̯st
duduː
selberˈzɛlbɐ
dirdiːɐ̯
Feindfaɪ̯nt
.
leise und bitter
WOTAN
Dassdas
duduː
michmɪç
verstandenfɛɐ̯ˈʃtandn̩
,
wähnt'
ichɪç
,
undʊnt
strafteˈʃtʁaːftə
dendeːn
wissendenˈvɪsn̩dən
Trotztʁɔt͡s
:
dochdɔx
feigfaɪ̯k
undʊnt
dummdʊm
dachtestˈdaxtəst
duduː
michmɪç
!
Sozoː
hätt'
ichɪç
Verratfɛɐ̯ˈʁaːt
nichtnɪçt
zut͡suː
rächenˈʁɛçn̩
;
zut͡suː
geringɡəˈʁɪŋ
wärstvɛːɐ̯st
duduː
meinemˈmaɪ̯nəm
Grimmɡʁɪm
?
BRÜNNHILDE
Nichtnɪçt
weiseˈvaɪ̯zə
binbɪn
ichɪç
,
dochdɔx
wusst'
ichɪç
dasdas
eineˈaɪ̯nə
,
dassdas
dendeːn
Wälsung
duduː
liebtestˈliːptəst
.
Ichɪç
wussteˈvʊstə
dendeːn
Zwiespaltˈt͡sviːˌʃpalt
,
derdeːɐ̯
dichdɪç
zwangt͡svaŋ
,
diesdaɪs
eineˈaɪ̯nə
ganzɡant͡s
zut͡suː
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
.
Dasdas
andreˈʔandəʁə
musstestˈmʊstəst
einzigˈaɪ̯nt͡sɪk
duduː
sehnzeːn
,
wasvas
zut͡suː
schaun
sozoː
herbhɛʁp
schmerzteˈʃmɛʁt͡stə
deindaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
:
dassdas
Siegmundˈziːkmʊnt
Schutzʃʊt͡s
duduː
versagtestfɛɐ̯ˈzaːktəst
.
WOTAN
Duduː
wusstestˈvʊstəst
eseːs
sozoː
,
undʊnt
wagtestˈvaːktəst
dennochˈdɛnɔx
dendeːn
Schutzʃʊt͡s
?
leise beginnend
BRÜNNHILDE
Weilvaɪ̯l
fürfyːɐ̯
dichdɪç
imiˈʔɛm
Augeˈaʊ̯ɡə
dasdas
eineˈaɪ̯nə
ichɪç
hielthiːlt
,
demdeːm
,
imiˈʔɛm
Zwangeˈt͡svaŋə
desdɛs
andren[ˈʔandəʁən]
schmerzlichˈʃmɛʁt͡slɪç
entzweitɛntˈt͡svaɪ̯t
,
ratlosˈʁaːtloːs
dendeːn
Rückenˈʁʏkn̩
duduː
wandtestˈvantəst
!
Diedaɪ
imiˈʔɛm
Kampfeˈkamp͡fə
Wotanˈvoːtaːn
dendeːn
Rückenˈʁʏkn̩
bewachtbəˈvaxt
,
diedaɪ
sahzaː
nunnuːn
dasdas
nurnuːɐ̯
,
wasvas
duduː
nichtnɪçt
sahstzaːst
:
-
Siegmundˈziːkmʊnt
musst'
ichɪç
sehnzeːn
.
Todtoːt
kündendˈkʏndn̩t
trattʁaːt
ichɪç
vorfoːɐ̯
ihniːn
,
gewahrteɡəˈvaːɐ̯tə
seinzaɪ̯n
Augeˈaʊ̯ɡə
,
hörteˈhøːɐ̯tə
seinzaɪ̯n
Wortvɔʁt
;
ichɪç
vernahmfɛɐ̯ˈnaːm
desdɛs
Heldenˈhɛldn̩
heiligeˈhaɪ̯lɪɡə
Notnoːt
;
tönendˈtøːnənt
erklangɛɐ̯ˈklaŋ
mirmiːɐ̯
desdɛs
Tapferstenˈtap͡fɐstn̩
Klageˈklaːɡə
:
freiesterˈfʁaɪ̯əstɐ
Liebeˈliːbə
furchtbaresˈfʊʁçtbaːʁəs
Leidlaɪ̯t
,
traurigstenˈtʁaʊ̯ʁɪkstn̩
Mutesˈmuːtəs
mächtigsterˈmɛçtɪkstɐ
Trotztʁɔt͡s
!
Meinemˈmaɪ̯nəm
Ohroːɐ̯
erschollˌɛɐ̯ˈʃɔl
,
meinmaɪ̯n
Aug'
erschauteɛɐ̯ˈʃaʊ̯tə
,
wasvas
tieftiːf
imiˈʔɛm
Busenˈbuːzn̩
dasdas
Herzhɛʁt͡s
zut͡suː
heilgem
Bebenˈbeːbn̩
mirmiːɐ̯
traftʁaːf
.
Scheuʃɔɪ̯
undʊnt
staunendˈʃtaʊ̯nənt
standʃtant
ichɪç
iniˈʔɛn
Schamʃaːm
.
Ihmiːm
nurnuːɐ̯
zut͡suː
dienenˈdiːnən
konnt'
ichɪç
nochnɔx
denkenˈdɛŋkn̩
:
Siegziːk
oderˈoːdɐ
Todtoːt
mitmɪt
Siegmundˈziːkmʊnt
zut͡suː
teilenˈtaɪ̯lən
:
diesdaɪs
nurnuːɐ̯
erkannt'
ichɪç
zut͡suː
kiesenˈkiːzn̩
alsals
Losloːs
!
-
Derdeːɐ̯
dieseˈdiːzə
Liebeˈliːbə
mirmiːɐ̯
insɪns
Herzhɛʁt͡s
gehauchtɡəˈhaʊ̯xt
,
demdeːm
Willenˈvɪlən
,
derdeːɐ̯
demdeːm
Wälsung
michmɪç
geselltɡəˈzɛlt
,
ihmiːm
innigˈɪnɪk
vertrautfɛɐ̯ˈtʁaʊ̯t
,
trotzt'
ichɪç
deinemˈdaɪ̯nəm
Gebotɡəˈboːt
.
WOTAN
Sozoː
tatestˈtaːtəst
duduː
,
wasvas
sozoː
gernɡɛʁn
zut͡suː
tuntjuːn
ichɪç
begehrtbəˈɡeːɐ̯t
,
dochdɔx
wasvas
nichtnɪçt
zut͡suː
tuntjuːn
diedaɪ
Notnoːt
zwiefachˈt͡sviːfax
michmɪç
zwangt͡svaŋ
?
Sozoː
leichtlaɪ̯çt
wähntestˈvɛːntəst
duduː
Wonneˈvɔnə
desdɛs
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
erworbenɛɐ̯ˈvɔʁbn̩
,
wovoː
brennendˈbʁɛnənt
Weh'
iniˈʔɛn
dasdas
Herzhɛʁt͡s
mirmiːɐ̯
brachbʁaːx
,
wovoː
grässlicheˈɡʁɛslɪçə
Notnoːt
dendeːn
Grimmɡʁɪm
mirmiːɐ̯
schufʃuːf
,
einerˈaɪ̯nɐ
Weltvɛlt
zuliebet͡suˈliːbə
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
Quellkvɛl
imiˈʔɛm
gequältenɡəˈkvɛːltn̩
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
zut͡suː
hemmenˈhɛmən
?
Wovoː
gegenˈɡeːɡn̩
michmɪç
selberˈzɛlbɐ
ichɪç
sehrend
michmɪç
wandteˈvantə
,
ausaʊ̯s
Ohnmachtschmerzen
schäumendˈʃɔɪ̯mənt
ichɪç
aufschossˈaʊ̯fˌʃɔs
,
wütenderˈvyːtn̩dɐ
Sehnsuchtˈzeːnˌzʊxt
sengenderˈzɛŋəndɐ
Wunschvʊnʃ
dendeːn
schrecklichenˈʃʁɛklɪçn̩
Willenˈvɪlən
mirmiːɐ̯
schufʃuːf
,
iniˈʔɛn
dendeːn
Trümmernˈtʁʏmɐn
derdeːɐ̯
eignenˈaɪ̯ɡnən
Weltvɛlt
meineˈmaɪ̯nə
ew'ge
Trauerˈtʁaʊ̯ɐ
zut͡suː
endenˈɛndn̩
:
-
dadaː
labteˈlaːptə
süsszyːs
dichdɪç
seligeˈzeːˌlɪɡə
Lustluːst
;
wonniger
Rührungˈʁyːʁʊŋ
üppigenˈʏpɪɡn̩
Rauschʁaʊ̯ʃ
enttrankst
duduː
lachendlaxn̩t
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
Tranktʁaŋk
,
alsals
mirmiːɐ̯
göttlicherˈɡœtlɪçɐ
Notnoːt
nagendeˈnaːɡn̩də
Galleˈɡalə
gemischtɡəˈmɪʃt
?
Deinenˈdaɪ̯nən
leichtenˈlaɪ̯çtn̩
Sinnzɪn
lasslas
dichdɪç
denndɛn
leitenˈlaɪ̯tn̩
:
vonfɔn
mirmiːɐ̯
sagtestˈzaːktəst
duduː
dichdɪç
losloːs
.
Dichdɪç
mussmʊs
ichɪç
meidenˈmaɪ̯dn̩
,
gemeinsamɡəˈmaɪ̯nzaːm
mitmɪt
dirdiːɐ̯
nichtnɪçt
darfdaʁf
ichɪç
Ratʁaːt
mehrmeːɐ̯
raunenˈʁaʊ̯nən
;
getrenntɡəˈtʁɛnt
,
nichtnɪçt
dürfenˈdʏʁfn̩
trauttʁaʊ̯t
wirviːɐ̯
mehrmeːɐ̯
schaffenˈʃafn̩
:
sozoː
weitvaɪ̯t
Lebenˈleːbm̩
undʊnt
Luftlʊft
darfdaʁf
derdeːɐ̯
Gottɡɔt
dirdiːɐ̯
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
begegnenbəˈɡeːɡnən
!
BRÜNNHILDE
Wohlvoːl
taugteˈtaʊ̯ktə
dirdiːɐ̯
nichtnɪçt
diedaɪ
tör'ge
Maidmaɪ̯t
,
diedaɪ
staunendˈʃtaʊ̯nənt
imiˈʔɛm
Rateˈʁaːtə
nichtnɪçt
dichdɪç
verstandfɛɐ̯ˈʃtant
,
wieviː
meinmaɪ̯n
eignerˈaɪ̯ɡnɐ
Ratʁaːt
nurnuːɐ̯
dasdas
eineˈaɪ̯nə
mirmiːɐ̯
rietʁiːt
:
zut͡suː
liebenˈliːbn̩
,
wasvas
duduː
geliebtɡəˈliːpt
.
-
Mussmʊs
ichɪç
denndɛn
scheidenˈʃaɪ̯dn̩
undʊnt
scheuʃɔɪ̯
dichdɪç
meidenˈmaɪ̯dn̩
,
musstmʊst
duduː
spaltenˈʃpaltn̩
,
wasvas
einstaɪ̯nst
sichzɪç
umspanntʊmˈʃpant
,
diedaɪ
eigneˈaɪ̯ɡnə
Hälfteˈhɛlftə
fernfɛʁn
vonfɔn
dirdiːɐ̯
haltenˈhaltn̩
,
dassdas
sonstzɔnst
sieziː
ganzɡant͡s
dirdiːɐ̯
gehörteɡəˈhøːɐ̯tə
,
duduː
Gottɡɔt
,
vergissfɛɐ̯ˈɡɪs
dasdas
nichtnɪçt
!
Deindaɪ̯n
ewigˈeːvɪk
Teiltaɪ̯l
nichtnɪçt
wirstvɪʁst
duduː
entehrenɛntˈʔeːʁən
,
Schandeˈʃandə
nichtnɪçt
wollenˈvɔlən
,
diedaɪ
dichdɪç
beschimpftbəˈʃɪmp͡ft
:
dichdɪç
selbstzɛlpst
liessest
duduː
sinkenˈzɪŋkn̩
,
sähstzɛːst
duduː
demdeːm
Spottʃpɔt
michmɪç
zumt͡sʊm
Spielʃpiːl
!
WOTAN
Duduː
folgtestˈfɔlktəst
seligˈzeːlɪk
derdeːɐ̯
Liebeˈliːbə
Machtmaxt
:
folgeˈfɔlɡə
nunnuːn
demdeːm
,
dendeːn
duduː
liebenˈliːbn̩
musstmʊst
!
BRÜNNHILDE
Sollzɔl
ichɪç
ausaʊ̯s
Walhallˈvalhal
scheidenˈʃaɪ̯dn̩
,
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
mitmɪt
dirdiːɐ̯
schaffenˈʃafn̩
undʊnt
waltenˈvaltn̩
,
demdeːm
herrischenˈhɛʁɪʃn̩
Manneˈmanə
gehorchenɡəˈhɔʁçn̩
fortanfɔʁtˈʔan
:
demdeːm
feigenˈfaɪ̯ɡn̩
Prahlerˈpʁaːlɐ
gibɡiːp
michmɪç
nichtnɪçt
preispʁaɪ̯s
!
Nichtnɪçt
wertlosˈveːɐ̯tˌloːs
seizaɪ̯
ereːɐ̯
,
derdeːɐ̯
michmɪç
gewinntɡəˈvɪnt
.
WOTAN
Vonfɔn
Walvaterˈvalˌfaːtɐ
schiedestˈʃiːdəst
duduː
-
nichtnɪçt
wählenˈvɛːlən
darfdaʁf
ereːɐ̯
fürfyːɐ̯
dichdɪç
.
BRÜNNHILDE
leiseˈlaɪ̯zə
mitmɪt
vertraulicherfɛɐ̯ˈtʁaʊ̯lɪçɐ
Heimlichkeitˈhaɪ̯mlɪçkaɪ̯t
Duduː
zeugtestˈt͡sɔɪ̯ktəst
einaɪ̯n
edlesˈeːdləs
Geschlechtɡəˈʃlɛçt
;
keinkaɪ̯n
Zager
kannkan
jejeː
ihmiːm
entschlagenɛntˈʃlaːɡn̩
:
derdeːɐ̯
weihlichste
Heldhɛlt
-
ichɪç
weissvaɪ̯s
eseːs
-
entblüht
demdeːm
Wälsungenstamm
.
WOTAN
Schweig'
vonfɔn
demdeːm
Wälsungenstamm
!
Vonfɔn
dirdiːɐ̯
geschiedenɡəˈʃiːdn̩
,
schiedʃiːt
ichɪç
vonfɔn
ihmiːm
:
vernichtenfɛɐ̯ˈnɪçtn̩
musst'
ihniːn
derdeːɐ̯
Neidnaɪ̯t
!
BRÜNNHILDE
Diedaɪ
vonfɔn
dirdiːɐ̯
sichzɪç
rissʁɪs
,
retteteˈʁɛtətə
ihniːn
.
heimlich
BRÜNNHILDE
Sieglindeˌziːkˈlɪndə
hegtheːkt
diedaɪ
heiligsteˈhaɪ̯lɪkstə
Fruchtfʁʊxt
;
iniˈʔɛn
Schmerzʃmɛʁt͡s
undʊnt
Leidlaɪ̯t
,
wieviː
keinkaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
sieziː
gelittenɡəˈlɪtn̩
,
wirdvɪʁt
sieziː
gebärenɡəˈbɛːʁən
,
wasvas
bangbaŋ
sieziː
birgtbɪʁkt
.
WOTAN
Nieniː
sucheˈzuːxə
beibaɪ̯
mirmiːɐ̯
Schutzʃʊt͡s
fürfyːɐ̯
diedaɪ
Fraufʁaʊ̯
,
nochnɔx
fürfyːɐ̯
ihresˈiːʁəs
Schossesˈʃɔsəs
Fruchtfʁʊxt
!
heimlich
BRÜNNHILDE
Sieziː
wahretˈvaːʁət
dasdas
Schwertʃveːɐ̯t
,
dasdas
duduː
Siegmundˈziːkmʊnt
schufest
.
heftig
WOTAN
Undʊnt
dasdas
ichɪç
ihmiːm
iniˈʔɛn
Stückenˈʃtʏkn̩
schlugʃluːk
!
Nichtnɪçt
streb'
,
o
Maidmaɪ̯t
,
dendeːn
Mutmuːt
mirmiːɐ̯
zut͡suː
störenˈʃtøːʁən
;
erwarte dein Los, wie sich's dir wirft;
WOTAN
nichtnɪçt
kiesenˈkiːzn̩
kannkan
ichɪç
eseːs
dirdiːɐ̯
!
Dochdɔx
fortfoːɐ̯
mussmʊs
ichɪç
jetztjɛt͡st
,
fernfɛʁn
michmɪç
verziehn
;
zuviel
schonʃoːn
zögert'
ichɪç
hierhiːɐ̯
;
vonfɔn
derdeːɐ̯
Abwendigenˈapvɛndɪç
wend'
ichɪç
michmɪç
abaːbeː
;
nichtnɪçt
wissenˈvɪsn̩
darfdaʁf
ichɪç
,
wasvas
sieziː
sichzɪç
wünschtvʏnʃt
:
diedaɪ
Strafeˈʃtʁaːfə
nurnuːɐ̯
mussmʊs
vollstrecktfɔlˈʃtʁɛkt
ichɪç
sehnzeːn
!
BRÜNNHILDE
Wasvas
hasthast
duduː
erdachtɛɐ̯ˈdaxt
,
dassdas
ichɪç
erduldeɛɐ̯ˈdʊldə
?
WOTAN
Iniˈʔɛn
festenˈfɛstn̩
Schlafʃlaːf
verschliess'
ichɪç
dichdɪç
:
werveːɐ̯
sozoː
diedaɪ
Wehrloseˈveːɐ̯loːzə
wecktvɛkt
,
demdeːm
wardvaʁt
,
erwachtɛɐ̯ˈvaxt
,
sieziː
zumt͡sʊm
Weibvaɪ̯p
!
stürzt auf ihre Knie
BRÜNNHILDE
Sollzɔl
fesselnderˈfɛsl̩ndɐ
Schlafʃlaːf
festfɛst
michmɪç
bindenˈbɪndn̩
,
demdeːm
feigstenˈfaɪ̯kstn̩
Manneˈmanə
zurt͡suːɐ̯
leichtenˈlaɪ̯çtn̩
Beuteˈbɔɪ̯tə
:
diesdaɪs
eineˈaɪ̯nə
mussmʊs
duduː
erhörenɛɐ̯ˈhøːʁən
,
wasvas
heil'ge
Angstaŋst
zut͡suː
dirdiːɐ̯
flehtfleːt
!
Diedaɪ
Schlafendeˈʃlaːfn̩də
schützeˈʃʏt͡sə
mitmɪt
scheuchendenˈʃɔɪ̯çn̩dən
Schreckenˈʃʁɛkn̩
,
dassdas
nurnuːɐ̯
einaɪ̯n
furchtlosˈfʊʁçtˌloːs
freiesterˈfʁaɪ̯əstɐ
Heldhɛlt
hierhiːɐ̯
aufaʊ̯f
demdeːm
Felsenˈfɛlzn̩
einstaɪ̯nst
michmɪç
fänd'
!
WOTAN
Zut͡suː
vielfiːl
begehrstbəˈɡeːɐ̯st
duduː
,
zut͡suː
vielfiːl
derdeːɐ̯
Gunstɡʊnst
!
seine Knie umfassend
BRÜNNHILDE
Diesdaɪs
eineˈaɪ̯nə
musstmʊst
duduː
erhörenɛɐ̯ˈhøːʁən
!
Zerknicket͡sɛɐ̯ˈknɪkə
deindaɪ̯n
Kindkɪnt
,
dasdas
deindaɪ̯n
Kniekniː
umfasstˌʊmˈfast
;
zertrittt͡sɛɐ̯ˈtʁɪt
diedaɪ
Trauteˈtʁaʊ̯tə
,
zertrümmret͡sɛɐ̯ˈtʁʏmʁə
diedaɪ
Maidmaɪ̯t
,
ihresˈiːʁəs
Leibesˈlaɪ̯bəs
Spurʃpuːɐ̯
zerstöret͡sɛɐ̯ˈʃtøːʁə
deindaɪ̯n
Speerʃpeːɐ̯
:
dochdɔx
gibɡiːp
,
Grausamerˈɡʁaʊ̯ˌzaːmɐ
,
nichtnɪçt
derdeːɐ̯
grässlichstenˈɡʁɛslɪçstn̩
Schmachʃmaːx
sieziː
preispʁaɪ̯s
!
mit wilder Begeisterung
BRÜNNHILDE
Aufaʊ̯f
deindaɪ̯n
Gebotɡəˈboːt
entbrenneɛntˈbʁɛnə
einaɪ̯n
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
;
dendeːn
Felsenˈfɛlzn̩
umglühe
loderndeˈloːdɐndə
Glutɡluːt
;
eseːs
leck'
ihreˈiːʁə
Zung'
,
eseːs
fresseˈfʁɛsə
ihriːɐ̯
Zahnt͡saːn
dendeːn
Zagenˈt͡saːɡn̩
,
derdeːɐ̯
frechfʁɛç
sichzɪç
wagteˈvaːktə
,
demdeːm
freislichen
Felsenˈfɛlzn̩
zut͡suː
nahn
!
überwältigt und tief ergriffen, wendet sich lebhhaft zu Brünnhilde, erhebt sie von den Knien und blickt ihr gerührt in das Auge
WOTAN
Leb'
wohlvoːl
,
duduː
kühnesˈkyːnəs
,
herrlichesˈhɛʁlɪçəs
Kindkɪnt
!
Duduː
meinesˈmaɪ̯nəs
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
heiligsterˈhaɪ̯lɪkstɐ
Stolzʃtɔlt͡s
!
Leb'
wohlvoːl
!
Leb'
wohlvoːl
!
Leb'
wohlvoːl
!
sehr leidenschaftlich
WOTAN
Mussmʊs
ichɪç
dichdɪç
meidenˈmaɪ̯dn̩
,
undʊnt
darfdaʁf
nichtnɪçt
minnigˈmɪnɪk
meinmaɪ̯n
Grussɡʁuːs
dichdɪç
mehrmeːɐ̯
grüssen
;
sollstzɔlst
duduː
nunnuːn
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
nebenˈneːbm̩
mirmiːɐ̯
reitenˈʁaɪ̯tn̩
,
nochnɔx
Metmeːt
beimbaɪ̯m
Mahlmaːl
mirmiːɐ̯
reichenˈʁaɪ̯çn̩
;
mussmʊs
ichɪç
verlierenfɛɐ̯ˈliːʁən
dichdɪç
,
diedaɪ
ichɪç
liebeˈliːbə
,
duduː
lachendeˈlaxn̩də
Lustluːst
meinesˈmaɪ̯nəs
Augesˈaʊ̯ɡəs
:
einaɪ̯n
bräutliches
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
sollzɔl
dirdiːɐ̯
nunnuːn
brennenˈbʁɛnən
,
wieviː
nieniː
einerˈaɪ̯nɐ
Brautbʁaʊ̯t
eseːs
gebranntɡəˈbʁant
!
Flammendeˈflaməndə
Glutɡluːt
umglühe
dendeːn
Felsfɛls
;
mitmɪt
zehrendenˈt͡seːʁəndn̩
Schreckenˈʃʁɛkn̩
scheuch'
eseːs
dendeːn
Zagenˈt͡saːɡn̩
;
derdeːɐ̯
Feigeˈfaɪ̯ɡə
flieheˈfliːə
Brünnhildes
Felsfɛls
!
-
Denndɛn
einerˈaɪ̯nɐ
nurnuːɐ̯
freieˈfʁaɪ̯ə
diedaɪ
Brautbʁaʊ̯t
,
derdeːɐ̯
freierˈfʁaɪ̯ɐ
alsals
ichɪç
,
derdeːɐ̯
Gottɡɔt
!
Brünnhilde sinkt, gerührt und begeistert, an Wotans Brust; er hält sie lange umfangen. Sie schlägt das Haupt wieder zurück und blickt, immer noch ihn umfassend, feierlich ergriffen Wotan in das Auge
WOTAN
Derdeːɐ̯
Augenˈaʊ̯ɡn̩
leuchtendesˈlɔɪ̯çtn̩dəs
Paarpaːɐ̯
,
dasdas
oftɔft
ichɪç
lächelndˈlɛçl̩nt
gekostɡəˈkoːst
,
wennvɛn
Kampfeslustˈkamp͡fəsˌlʊst
einaɪ̯n
Kusskʊs
dirdiːɐ̯
lohnteˈloːntə
,
wennvɛn
kindischˈkɪndɪʃ
lallendˈlalənt
derdeːɐ̯
Heldenˈhɛldn̩
Lobloːp
vonfɔn
holdenˈhɔldn̩
Lippenˈlɪpm̩
dirdiːɐ̯
flossflɔs
:
dieserˈdiːzɐ
Augenˈaʊ̯ɡn̩
strahlendesˈʃtʁaːləndəs
Paarpaːɐ̯
,
dasdas
oftɔft
imiˈʔɛm
Sturmʃtʊʁm
mirmiːɐ̯
geglänztɡəˈɡlɛnt͡st
,
wennvɛn
Hoffnungssehnen
dasdas
Herzhɛʁt͡s
mirmiːɐ̯
sengteˈzɛŋtə
,
nachnaːx
Weltenwonne
meinmaɪ̯n
Wunschvʊnʃ
verlangtefɛɐ̯ˈlaŋtə
ausaʊ̯s
wildvɪlt
webendemˈveːbm̩dəm
Bangenˈbaŋən
:
zumt͡sʊm
letztenmal
letz'
eseːs
michmɪç
heut'
mitmɪt
desdɛs
Lebewohles[ˌleːbəˈvoːl]
letztemˈlɛt͡stəm
Kusskʊs
!
Demdeːm
glücklichenˈɡlʏklɪçn̩
Manneˈmanə
glänzeˈɡlɛnt͡sə
seinzaɪ̯n
Sternʃtɛʁn
:
demdeːm
unseligenˈʊnˌzeːlɪɡn̩
Ew'gen
mussmʊs
eseːs
scheidendˈʃaɪ̯dn̩t
sichzɪç
schliessen[ˈʃliːsən]
.
Ereːɐ̯
fasstfast
ihriːɐ̯
Haupthaʊ̯pt
iniˈʔɛn
beideˈbaɪ̯də
Händeˈhɛndə
Denndɛn
sozoː
kehrtkeːɐ̯t
derdeːɐ̯
Gottɡɔt
sichzɪç
dirdiːɐ̯
abaːbeː
,
sozoː
küsstkʏst
ereːɐ̯
diedaɪ
Gottheitˈɡɔthaɪ̯t
vonfɔn
dirdiːɐ̯
!
Er küsst sie lange auf die Augen. Sie sinkt mit geschlossenen Augen, sanft ermattend, in seinen Armen zurück. Er geleitet sie zart auf einen niedrigen Mooshügel zu liegen, über den sich eine breitästige Tanne ausstreckt. Er betrachtet sie und schliesst ihr den Helm: sein Auge weilt dann auf der Gestalt der Schlafenden, die er mit dem grossen Stahlschilde der Walküre ganz zudeckt. Langsam kehrt er sich ab, mit einem schmerzlichen Blicke wendet er sich noch einmal um. Dann schreitet er mit feierlichem Entschlusse in die Mitte der Bühne und kehrt seines Speeres Spitze gegen einen mächtigen Felsstein
WOTAN
Logeˈloːʒə
,
hör'
!
Lauscheˈlaʊ̯ʃə
hieher
!
Wieviː
zuerstt͡suˈʔeːɐ̯st
ichɪç
dichdɪç
fandfant
,
alsals
feurigeˈfɔɪ̯ʁɪɡə
Glutɡluːt
,
wieviː
danndan
einstaɪ̯nst
duduː
mirmiːɐ̯
schwandestˈʃvandəst
,
alsals
schweifendeˈʃvaɪ̯fn̩də
Loheˈloːə
;
wieviː
ichɪç
dichdɪç
bandbant
,
bannban
ichɪç
dichdɪç
heut'
!
Heraufhɛˈʁaʊ̯f
,
waberndeˈvaːbɐndə
Loheˈloːə
,
umlodre
mirmiːɐ̯
feurigˈfɔɪ̯ʁɪk
dendeːn
Felsfɛls
!
Er stösst mit dem Folgenden dreimal mit dem Speer auf den Stein
WOTAN
Logeˈloːʒə
!
Logeˈloːʒə
!
Hieher
!
Dem Stein entfährt ein Feuerstrahl, der zur allmählich immer helleren Flammenglut anschwillt. Lichte Flackerlohe bricht aus. Lichte Brunst umgibt Wotan mit wildem Flackern. Er weist mit dem Speere gebieterisch dem Feuermeere den Umkreis des Felsenrandes zur Strömung an; alsbald zieht es sich nach dem Hintergrunde, wo es nun fortwährend den Bergsaum umlodert
WOTAN
Werveːɐ̯
meinesˈmaɪ̯nəs
Speeresˈʃpeːʁəs
Spitzeˈʃpɪt͡sə
fürchtetˈfʏʁçtət
,
durchschreitedʊʁçˈʃʁaɪ̯tə
dasdas
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
nieniː
!
Er streckt den Speer wie zum Banne aus, dann blickt er schmerzlich auf Brünnhilde zurück, wendet sich langsam zum Gehen und blickt noch einmal zurück, ehe er durch das Feuer verschwindet. Der Vorhang fällt