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Strauss, Richard · opera

Der Frau ohne Schatten

Der Frau ohne Schatten Strauss, Richard · opera
Strauss, Richard

Der Frau ohne Schatten

Full Libretto
Source
ERSTER AUFZUG
kauernd im Dunkel
AMME
Lichtlɪçt
übermˈyːbɐm
Seezeː
einaɪ̯n
fliessender
Glanzɡlant͡s
schnellʃnɛl
wieviː
einaɪ̯n
Vogelˈfoːɡl̩
!
Diedaɪ
Wipfelˈvɪp͡fl̩
derdeːɐ̯
Nachtnaxt
vonfɔn
obenˈoːbm̩
erhelltɛɐ̯ˈhɛlt
eineˈaɪ̯nə
Feuerhand
willvɪl
fassenˈfasn̩
nachnaːx
mirmiːɐ̯
bistbɪst
duduː
eseːs
,
Herrhɛʁ
?
Sieheˈziːə
,
ichɪç
wacheˈvaxə
beibaɪ̯
deinemˈdaɪ̯nəm
Kindeˈkɪndə
,
nächtlichˈnɛçtlɪç
iniˈʔɛn
Sorgeˈzɔʁɡə
undʊnt
Peinpaɪ̯n
!
tritt aus der Finsternis hervor, geharnischt, von blauem Licht umflossen
BOTE
Nichtnɪçt
derdeːɐ̯
Gebieterɡəˈbiːtɐ
,
Keikobad
nichtnɪçt
,
aberˈaːbɐ
seinzaɪ̯n
Boteˈboːtə
!
Ihrerˈiːʁɐ
elfɛlf
habenˈhaːbm̩
dichdɪç
heimgesuchtˈhaɪ̯mɡəˌzuːxt
,
einaɪ̯n
neuerˈnɔɪ̯ɐ
mitmɪt
jedemˈjeːdəm
schwindendenˈʃvɪndn̩dən
Mondmoːnt
.
Derdeːɐ̯
zwölfteˈt͡svœlftə
Mondmoːnt
istɪst
hinabhɪˈnap
:
derdeːɐ̯
zwölfteˈt͡svœlftə
Boteˈboːtə
stehtʃteːt
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
.
beklommen
AMME
Dichdɪç
hab'
ichɪç
nieniː
gesehn
.
streng
BOTE
Genugɡəˈnuːk
:
ichɪç
kamkaːm
undʊnt
frageˈfʁaːɡə
dichdɪç
:
wirftvɪʁft
sieziː
einenˈaɪ̯nən
Schattenˈʃatn̩
?
Danndan
weheˈveːə
dirdiːɐ̯
!
Wehveː
unsʊns
allenˈælən
!
triumphierend, aber gedämpft
AMME
Keinenˈkaɪ̯nən
!
Beibaɪ̯
dendeːn
gewalt'gen
Namenˈnaːmən
!
Keinenˈkaɪ̯nən
!
Keinenˈkaɪ̯nən
!
Durchdʊʁç
ihrenˈiːʁən
Leiblaɪ̯p
wandeltˈvandl̩t
dasdas
Lichtlɪçt
,
alsals
wäreˈvɛːʁə
sieziː
gläsernˈɡlɛːzɐn
.
finster
BOTE
Einsamkeitˈaɪ̯nzaːmkaɪ̯t
umʊm
dichdɪç
,
dasdas
Kindkɪnt
zut͡suː
schützenˈʃʏt͡sn̩
.
Vomfɔm
schwarzenˈʃvaʁt͡sn̩
Wasserˈvasɐ
diedaɪ
Inselˈɪnzl̩
umflossenʊmˈflɔsn̩
,
Mondberge
siebenˈziːbm̩
gelagertɡəˈlaːɡɐt
umʊm
dendeːn
Seezeː
undʊnt
duduː
liessest
,
duduː
Hündinˈhʏndɪn
,
dasdas
Kleinodˈklaɪ̯nʔoːt
dirdiːɐ̯
stehlenˈʃteːlən
!
AMME
Vonfɔn
derdeːɐ̯
Mutterˈmʊtɐ
herheːɐ̯
warvaːɐ̯
ihriːɐ̯
einaɪ̯n
Triebtʁiːp
übermächtigˈyːbɐˌmɛçtɪk
zut͡suː
Menschenˈmɛnʃn̩
hinhɪn
!
Weheˈveːə
,
dassdas
derdeːɐ̯
Vaterˈfaːtɐ
demdeːm
Kindeˈkɪndə
diedaɪ
Kraftkʁaft
gabɡaːp
,
sichzɪç
zut͡suː
verwandelnfɛɐ̯ˈvandl̩n
!
Konnt'
ichɪç
einemˈaɪ̯nəm
Vogelˈfoːɡl̩
nachnaːx
iniˈʔɛn
diedaɪ
Luftlʊft
?
Sollt'
ichɪç
diedaɪ
Gazelleɡaˈt͡sɛlə
mitmɪt
Händenˈhɛndn̩
haltenˈhaltn̩
?
BOTE
Lasslas
michmɪç
sieziː
sehnzeːn
!
leise
AMME
Sieziː
istɪst
nichtnɪçt
alleinaˈlaɪ̯n
:
Ereːɐ̯
istɪst
beibaɪ̯
ihriːɐ̯
.
Diedaɪ
Nachtnaxt
warvaːɐ̯
nichtnɪçt
iniˈʔɛn
zwölft͡svœlf
Mondenˈmoːndn̩
,
dassdas
ereːɐ̯
ihrerˈiːʁɐ
nichtnɪçt
hätteˈhɛtə
begehrtbəˈɡeːɐ̯t
!
Ereːɐ̯
istɪst
einaɪ̯n
Jägerˈjɛːɡɐ
undʊnt
einaɪ̯n
Verliebterfɛɐ̯ˈliːptɐ
,
sonstzɔnst
istɪst
ereːɐ̯
nichtsnɪçt͡s
!
Imiˈʔɛm
erstenˈeːɐ̯stn̩
Dämmerˈdɛmɐ
schleichtʃlaɪ̯çt
ereːɐ̯
vonfɔn
ihriːɐ̯
,
wennvɛn
Sterneˈʃtɛʁnə
einfallenˈaɪ̯nˌfalən
,
istɪst
ereːɐ̯
wiederˈviːdɐ
dadaː
!
Seineˈzaɪ̯nə
Nächteˈnɛçtə
sindzɪnt
ihriːɐ̯
Tagtaːk
,
seineˈzaɪ̯nə
Tageˈtaːɡə
sindzɪnt
ihreˈiːʁə
Nachtnaxt
.
sehr bestimmt
BOTE
Zwölft͡svœlf
langeˈlaŋə
Mondeˈmoːndə
warvaːɐ̯
sieziː
seinzaɪ̯n
!
Jetztjɛt͡st
hathat
ereːɐ̯
sieziː
nochnɔx
dreidʁaɪ̯
kurzeˈkʊʁt͡sə
Tageˈtaːɡə
!
Sindzɪnt
diedaɪ
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
:
sieziː
kehrtkeːɐ̯t
zurückt͡suˈʁʏk
iniˈʔɛn
Vatersˈfaːtɐs
Armaʁm
.
mit gedämpftem Jubel
AMME
Undʊnt
ichɪç
mitmɪt
ihriːɐ̯
!
O
gesegneterɡəˈzeːɡnətɐ
Tagtaːk
!
Dochdɔx
ereːɐ̯
?
BOTE
Ereːɐ̯
wirdvɪʁt
zut͡suː
Steinʃtaɪ̯n
!
AMME
Ereːɐ̯
wirdvɪʁt
zut͡suː
Steinʃtaɪ̯n
!
Darandaˈʁan
erkenn'
ichɪç
Keikobad
undʊnt
neigeˈnaɪ̯ɡə
michmɪç
!
verschwindend
BOTE
Wahreˈvaːʁə
sieziː
duduː
!
Dreidʁaɪ̯
Tageˈtaːɡə
!
Gedenkɡəˈdɛŋk
!
tritt in die Tür des Gemaches
KAISER
Ammeˈamə
!
Wachstvakst
duduː
?
AMME
Wacheˈvaxə
undʊnt
liegeˈliːɡə
derdeːɐ̯
Hündinˈhʏndɪn
gleichɡlaɪ̯ç
aufaʊ̯f
deinerˈdaɪ̯nɐ
Schwelleˈʃvɛlə
!
tritt hervor, schön, jung, im Jagdharnisch.
Es dämmert schwach.
KAISER
Bleibblaɪ̯p
undʊnt
wacheˈvaxə
,
bisbɪs
sieziː
dichdɪç
ruftʁuːft
!
Diedaɪ
Herrinˈhɛʁɪn
schläftʃlɛːft
.
Ichɪç
geh'
zurt͡suːɐ̯
Jagdjaːkt
.
Heuteˈhɔɪ̯tə
streif'
ichɪç
bisbɪs
anaːˈʔɛn
diedaɪ
Mondberge
undʊnt
schickeˈʃɪkə
meineˈmaɪ̯nə
Hundeˈhʊndə
überˈyːbɐ
dasdas
schwarzeˈʃvaʁt͡sə
Wasserˈvasɐ
,
wovoː
ichɪç
meineˈmaɪ̯nə
Herrinˈhɛʁɪn
fandfant
,
undʊnt
sieziː
hatteˈhatə
dendeːn
Leiblaɪ̯p
einerˈaɪ̯nɐ
weissen
Gazelleɡaˈt͡sɛlə
undʊnt
warfvaʁf
keinenˈkaɪ̯nən
Schattenˈʃatn̩
undʊnt
entzündeteɛntˈt͡sʏndətə
mirmiːɐ̯
dasdas
Herzhɛʁt͡s
.
Wollteˈvɔltə
Gottɡɔt
,
dassdas
ichɪç
heuteˈhɔɪ̯tə
meinenˈmaɪ̯nn̩
rotenˈʁoːtn̩
Falkenˈfalkn̩
wiederfändeˈviːdɐˌfɛndə
,
derdeːɐ̯
mirmiːɐ̯
damalsˈdaːmaːls
meineˈmaɪ̯nə
Liebsteˈliːpstə
fingfɪŋ
!
Denndɛn
alsals
sieziː
mirmiːɐ̯
flohfloː
undʊnt
warvaːɐ̯
wieviː
derdeːɐ̯
Windvɪnt
undʊnt
höhnteˈhøːntə
meinerˈmaɪ̯nɐ
undʊnt
zusammenbrechent͡suˈzamənˌbʁɛçn̩
wollteˈvɔltə
meinmaɪ̯n
Rossʁɔs
–,
dadaː
flogfloːk
ereːɐ̯
derdeːɐ̯
weissen
Gazelleɡaˈt͡sɛlə
zwischenˈt͡svɪʃn̩
diedaɪ
Lichterˈlɪçtɐ
undʊnt
schlugʃluːk
mitmɪt
dendeːn
Schwingenˈʃvɪŋən
ihreˈiːʁə
süssen
Augenˈaʊ̯ɡn̩
!
Dadaː
stürzteˈʃtʏʁt͡stə
sieziː
hinhɪn
undʊnt
ichɪç
aufaʊ̯f
sieziː
mitmɪt
gezücktemɡəˈt͡sʏktəm
Speerʃpeːɐ̯
dadaː
rissʁɪs
sich's
iniˈʔɛn
Ängsten
ausaʊ̯s
demdeːm
Tierleibˈtiːɐ̯ˌlaɪ̯p
,
undʊnt
iniˈʔɛn
meinenˈmaɪ̯nn̩
Armenˈaʁmən
rankteˈʁaŋktə
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
!
O
dassdas
ichɪç
ihniːn
wiederfändeˈviːdɐˌfɛndə
!
Wieviː
wollt'
ichɪç
ihniːn
ehrenˈeːʁən
!
Dendeːn
rotenˈʁoːtn̩
Falkenˈfalkn̩
!
Denndɛn
ichɪç
habeˈhaːbə
michmɪç
versündigtfɛɐ̯ˈzʏndɪkt
gegenˈɡeːɡn̩
ihniːn
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Trunkenheitˈtʁʊŋkn̩haɪ̯t
derdeːɐ̯
erstenˈeːɐ̯stn̩
Stundeˈʃtʊndə
:
denndɛn
alsals
sieziː
meinmaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
gewordenɡəˈvɔʁdn̩
warvaːɐ̯
,
dadaː
stiegʃtiːk
Zornt͡sɔʁn
iniˈʔɛn
mirmiːɐ̯
aufaʊ̯f
gegenˈɡeːɡn̩
dendeːn
Falkenˈfalkn̩
,
dassdas
ereːɐ̯
eseːs
gewagtɡəˈvaːkt
hatteˈhatə
,
aufaʊ̯f
ihrerˈiːʁɐ
Stirnʃtɪʁn
zut͡suː
sitzenˈzɪt͡sn̩
undʊnt
zut͡suː
schlagenˈʃlaːɡn̩
ihreˈiːʁə
süssen
Lichterˈlɪçtɐ
!
Undʊnt
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Wutvuːt
warfvaʁf
ichɪç
dendeːn
Dolchdɔlç
gegenˈɡeːɡn̩
dendeːn
Vogelˈfoːɡl̩
undʊnt
streifteˈʃtʁaɪ̯ftə
ihniːn
,
undʊnt
seinzaɪ̯n
Blutbluːt
tropfteˈtʁɔp͡ftə
niederˈniːdɐ
.
lauernd
AMME
Herrhɛʁ
,
wennvɛn
duduː
anstellstˈanˌʃtɛlst
einaɪ̯n
solchesˈzɔlçəs
Jagenˈjaːɡn̩
leichtlaɪ̯çt
bleibstblaɪ̯pst
duduː
danndan
fernfɛʁn
überˈyːbɐ
Nachtnaxt
?
KAISER
Kannkan
seinzaɪ̯n
,
dreidʁaɪ̯
Tageˈtaːɡə
komm'
ichɪç
nichtnɪçt
heimhaɪ̯m
!
Hüteˈhyːtə
duduː
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Herrinˈhɛʁɪn
undʊnt
sagzaːk
ihriːɐ̯
:
wennvɛn
ichɪç
jageˈjaːɡə
eseːs
istɪst
umʊm
sieziː
undʊnt
aberˈaːbɐ
umʊm
sieziː
!
Undʊnt
wasvas
ichɪç
erjageɛɐ̯ˈjaɡə
,
mitmɪt
Falkeˈfalkə
undʊnt
Hundhʊnt
,
undʊnt
wasvas
mirmiːɐ̯
fälltfɛlt
vonfɔn
Pfeilp͡faɪ̯l
undʊnt
Speerʃpeːɐ̯
:
eseːs
istɪst
anstattanˈʃtat
ihrerˈiːʁɐ
!
Denndɛn
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seeleˈzeːlə
undʊnt
meinenˈmaɪ̯nn̩
Augenˈaʊ̯ɡn̩
undʊnt
meinenˈmaɪ̯nn̩
Händenˈhɛndn̩
undʊnt
meinemˈmaɪ̯nəm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
istɪst
sieziː
diedaɪ
Beuteˈbɔɪ̯tə
allerˈalɐ
Beutenˈbɔɪ̯tn̩
ohn'
Endeˈɛndə
!
schnell ab
Morgendämmerung stärker, man hört Vogelstimmen
zu einigen Dienern, die sich allmählich um den Kaiser versammelt hatten
AMME
Fortfoːɐ̯
mitmɪt
euchɔɪ̯ç
!
Ichɪç
höreˈhøːʁə
diedaɪ
Herrinˈhɛʁɪn
!
ihriːɐ̯
Blickblɪk
darfdaʁf
euchɔɪ̯ç
nichtnɪçt
sehnzeːn
!
die Diener auf und hinab, lautlos
tritt aus dem Gemach
KAISERIN
Istɪst
meinmaɪ̯n
Liebsterˈliːpstɐ
dahindaˈhɪn
,
wasvas
weckstvɛkst
duduː
michmɪç
frühfʁyː
?
Lasslas
michmɪç
nochnɔx
liegenˈliːɡn̩
!
Vielleichtfiˈlaɪ̯çt
träum'
ichɪç
michmɪç
zurückt͡suˈʁʏk
iniˈʔɛn
einesˈaɪ̯nəs
Vogelsˈfoːɡl̩s
leichtenˈlaɪ̯çtn̩
Leiblaɪ̯p
oderˈoːdɐ
einerˈaɪ̯nɐ
jungenˈjʊŋən
,
weissen
Gazelleɡaˈt͡sɛlə
!
O
dassdas
ichɪç
michmɪç
nimmerˈnɪmɐ
verwandelnfɛɐ̯ˈvandl̩n
kannkan
!
O
dassdas
ichɪç
dendeːn
Talismanˈtaːlɪsman
verlierenfɛɐ̯ˈliːʁən
mussteˈmʊstə
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Trunkenheitˈtʁʊŋkn̩haɪ̯t
derdeːɐ̯
erstenˈeːɐ̯stn̩
Stundeˈʃtʊndə
!
Undʊnt
wäreˈvɛːʁə
sozoː
gernɡɛʁn
dasdas
flüchtigeˈflʏçtɪɡə
Wildvɪlt
,
dasdas
seineˈzaɪ̯nə
Falkenˈfalkn̩
schlagenˈʃlaːɡn̩
siehziː
!
Dadaː
drobenˈdʁoːbn̩
,
siehziː
!
Dadaː
hathat
sichzɪç
einerˈaɪ̯nɐ
vonfɔn
seinenˈzaɪ̯nən
Falkenˈfalkn̩
siehziː
verflogenfɛɐ̯ˈfloːɡn̩
!
Oh
,
siehziː
dochdɔx
hinhɪn
,
derdeːɐ̯
roteˈʁoːtə
Falkeˈfalkə
,
derdeːɐ̯
einstaɪ̯nst
michmɪç
mitmɪt
seinenˈzaɪ̯nən
Schwingenˈʃvɪŋən
jajaː
,
ereːɐ̯
ist's
!
O
Tagtaːk
derdeːɐ̯
Freudeˈfʁɔɪ̯də
fürfyːɐ̯
meinenˈmaɪ̯nn̩
Liebstenˈliːpstn̩
undʊnt
fürfyːɐ̯
michmɪç
!
Unserˈʊnzɐ
Falkeˈfalkə
,
unserˈʊnzɐ
Freundfʁɔɪ̯nt
!
Seizaɪ̯
mirmiːɐ̯
gegrüsst
,
schönerˈʃøːnɐ
Vogelˈfoːɡl̩
,
kühnerˈkyːnɐ
Jägerˈjɛːɡɐ
!
Ereːɐ̯
hathat
unsʊns
vergebenfɛɐ̯ˈɡeːbn̩
,
ereːɐ̯
kehrtkeːɐ̯t
unsʊns
zurückt͡suˈʁʏk
.
Oh
,
siehziː
hinhɪn
,
ereːɐ̯
bäumtbɔɪ̯mt
aufaʊ̯f
!
Dortdɔʁt
aufaʊ̯f
demdeːm
Zweigeˈt͡svaɪ̯ɡə
wieviː
ereːɐ̯
michmɪç
ansiehtˈanˌziːt
vonfɔn
seinemˈzaɪ̯nəm
Fittichˈfɪtɪç
tropfttʁɔp͡ft
jajaː
Blutbluːt
,
ausaʊ̯s
seinenˈzaɪ̯nən
Augenˈaʊ̯ɡn̩
rinnenˈʁɪnən
jajaː
Tränenˈtʁɛːnən
!
Falkeˈfalkə
!
Falkeˈfalkə
!
Warumvaˈʁʊm
weinstvaɪ̯nst
duduː
?
klagend
STIMME DES FALKEN
Wieviː
sollzɔl
ichɪç
denndɛn
nichtnɪçt
weinenˈvaɪ̯nən
?
Die Frau wirft keinen Schatten,
STIMME DES FALKEN
derdeːɐ̯
Kaiserˈkaɪ̯zɐ
mussmʊs
versteinenfɛɐ̯ˈʃtaɪ̯nən
!
KAISERIN
Demdeːm
Talismanˈtaːlɪsman
,
dendeːn
ichɪç
verlorfɛɐ̯ˈloːɐ̯
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Trunkenheitˈtʁʊŋkn̩haɪ̯t
derdeːɐ̯
erstenˈeːɐ̯stn̩
Stundeˈʃtʊndə
,
ihmiːm
warvaːɐ̯
einaɪ̯n
Fluchfluːx
eingegrabenˈaɪ̯nɡəˌɡʁaːbn̩
gelesenɡəˈleːzn̩
einstaɪ̯nst
,
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
,
achax
!
Nunnuːn
kamkaːm
eseːs
wiederˈviːdɐ
:
Die Frau wirft keinen Schatten,
STIMME DES FALKEN
derdeːɐ̯
Kaiserˈkaɪ̯zɐ
mussmʊs
versteinenfɛɐ̯ˈʃtaɪ̯nən
!
Wieviː
sollzɔl
ichɪç
dadaː
nichtnɪçt
weinenˈvaɪ̯nən
?
dumpf wiederholend
AMME
Diedaɪ
Fraufʁaʊ̯
wirftvɪʁft
keinenˈkaɪ̯nən
Schattenˈʃatn̩
!
KAISERIN
Derdeːɐ̯
Kaiserˈkaɪ̯zɐ
mussmʊs
versteinenfɛɐ̯ˈʃtaɪ̯nən
!
ausbrechend
KAISERIN
Ammeˈamə
,
umʊm
allesˈaləs
,
wovoː
find'
ichɪç
dendeːn
Schattenˈʃatn̩
?
dumpf
AMME
Ereːɐ̯
hathat
sichzɪç
vermessenfɛɐ̯ˈmɛsn̩
,
dassdas
ereːɐ̯
dichdɪç
macheˈmaxə
zut͡suː
seinesgleichenˈzaɪ̯nəsˌɡlaɪ̯çn̩
eineˈaɪ̯nə
Fristfʁɪst
wardvaʁt
gesetztɡəˈzɛt͡st
,
dassdas
ereːɐ̯
eseːs
vollbringefɔlˈbʁɪŋə
.
Deinesˈdaɪ̯nəs
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
Knotenˈknoːtn̩
hathat
ereːɐ̯
dirdiːɐ̯
nichtnɪçt
gelöstɡəˈløːst
,
einaɪ̯n
Ungebornes
trägsttʁɛːkst
duduː
nichtnɪçt
imiˈʔɛm
Schossʃɔs
,
Schattenˈʃatn̩
wirfstvɪʁfst
duduː
keinenˈkaɪ̯nən
.
Desdɛs
zahltt͡saːlt
ereːɐ̯
dendeːn
Preispʁaɪ̯s
!
KAISERIN
Wehveː
,
meinmaɪ̯n
Vaterˈfaːtɐ
!
Schwerʃveːɐ̯
liegtliːkt
deineˈdaɪ̯nə
Handhant
aufaʊ̯f
deinemˈdaɪ̯nəm
Kindkɪnt
.
Dochdɔx
stärkerˈʃtɛʁkɐ
alsals
andreˈʔandəʁə
nochnɔx
binbɪn
ichɪç
!
Ammeˈamə
,
umʊm
allesˈaləs
,
duduː
weisstvaɪ̯st
diedaɪ
Wegeˈveːɡə
,
duduː
kennstkɛnst
diedaɪ
Künsteˈkʏnstə
,
nichtsnɪçt͡s
istɪst
dirdiːɐ̯
verborgenfɛɐ̯ˈbɔʁɡn̩
undʊnt
nichtsnɪçt͡s
zut͡suː
schwerʃveːɐ̯
.
Schaffʃaf
mirmiːɐ̯
dendeːn
Schattenˈʃatn̩
!
Hilfhɪlf
deinemˈdaɪ̯nəm
Kindkɪnt
!
Sie fällt vor ihr nieder
streng
AMME
Einaɪ̯n
Spruchʃpʁʊx
istɪst
getanɡəˈtaːn
undʊnt
einaɪ̯n
Vertragfɛɐ̯ˈtʁaːk
!
eseːs
sindzɪnt
angerufenˈanɡəˌʁuːfn̩
gewaltigeɡəˈvaltɪɡə
Namenˈnaːmən
,
undʊnt
eseːs
istɪst
anaːˈʔɛn
dirdiːɐ̯
,
dassdas
duduː
dichdɪç
fügestˈfyːɡəst
!
unter der Gewalt ihres Blickes, stockend
AMME
Dendeːn
Schattenˈʃatn̩
zut͡suː
schaffenˈʃafn̩
wüsst'
ichɪç
vielleichtfiˈlaɪ̯çt
,
dochdɔx
dassdas
ereːɐ̯
dirdiːɐ̯
haftetˈhaftət
,
müsstestˈmʏstəst
duduː
selberˈzɛlbɐ
ihniːn
dirdiːɐ̯
holenˈhoːlən
.
Undʊnt
weisstvaɪ̯st
duduː
auchaʊ̯x
wovoː
?
KAISERIN
Seizaɪ̯
eseːs
wovoː
immerˈɪmɐ
,
zeigt͡saɪ̯k
mirmiːɐ̯
dendeːn
Wegveːk
,
undʊnt
gehɡeː
ihniːn
mitmɪt
mirmiːɐ̯
!
leise und schauerlich
AMME
Beibaɪ̯
dendeːn
Menschenˈmɛnʃn̩
!
Graust's
dichdɪç
nichtnɪçt
?
Menschendunst
istɪst
unsʊns
Todesluft
.
Diesdaɪs
Haushaʊ̯s
,
getürmtɡəˈtʏʁmt
dendeːn
Sternenˈʃtɛʁnən
entgegenɛntˈɡeːɡn̩
,
emporgetrieben
spielendeˈʃpiːləndə
Wasserˈvasɐ
buhlendˈbuːlənt
umʊm
Reinheitˈʁaɪ̯nhaɪ̯t
derdeːɐ̯
himmlischenˈhɪmlɪʃn̩
Reicheˈʁaɪ̯çə
!
Unsʊns
riechtʁiːçt
ihreˈiːʁə
Reinheitˈʁaɪ̯nhaɪ̯t
nachnaːx
rostigemˈʁɔstɪɡəm
Eisenˈaɪ̯zn̩
undʊnt
gestocktemɡəˈʃtɔktəm
Blutbluːt
undʊnt
nachnaːx
altenˈaltn̩
Leichenˈlaɪ̯çn̩
!
Undʊnt
nunnuːn
vonfɔn
hierhiːɐ̯
nochnɔx
tieferˈtiːfɐ
hinabhɪˈnap
!
Dichdɪç
ihnenˈiːnən
vermischenfɛɐ̯ˈmɪʃn̩
,
hausenˈhaʊ̯zn̩
mitmɪt
ihnenˈiːnən
,
handelnˈhandl̩n
mitmɪt
ihnenˈiːnən
,
Redeˈʁeːdə
umʊm
Redeˈʁeːdə
,
Atemˈaːtəm
umʊm
Atemˈaːtəm
,
erspähn
ihriːɐ̯
Beliebenbəˈliːbn̩
,
ihrerˈiːʁɐ
Bosheitˈboːshaɪ̯t
dichdɪç
schmiegenˈʃmiːɡn̩
,
ihrerˈiːʁɐ
Dummheitˈdʊmhaɪ̯t
dichdɪç
bückenˈbʏkn̩
,
ihnenˈiːnən
dienenˈdiːnən
!
Graust's
dichdɪç
nichtnɪçt
?
sehr bestimmt und gross
KAISERIN
Ichɪç
willvɪl
dendeːn
Schattenˈʃatn̩
!
mit grossem Schwung
KAISERIN
Einaɪ̯n
Tagtaːk
brichtbʁɪçt
anaːˈʔɛn
!
Führfyːɐ̯
michmɪç
zut͡suː
ihnenˈiːnən
:
ichɪç
willvɪl
!
fahles Morgenlicht
AMME
Einaɪ̯n
Tagtaːk
brichtbʁɪçt
anaːˈʔɛn
,
einaɪ̯n
Menschentag
.
Witterstˈvɪtɐst
duduː
ihniːn
?
Schaudert's
dichdɪç
schonʃoːn
?
Dasdas
istɪst
ihreˈiːʁə
Sonneˈzɔnə
:
derdeːɐ̯
werfenˈvɛʁfn̩
sieziː
Schattenˈʃatn̩
!
Einaɪ̯n
Verräterfɛɐ̯ˈʁɛːtɐ
Windvɪnt
schleichtʃlaɪ̯çt
sichzɪç
heranhɛˈʁan
,
anaːˈʔɛn
ihrenˈiːʁən
Häusernˈhɔɪ̯zɐn
hauchthaʊ̯xt
ereːɐ̯
hinhɪn
,
anaːˈʔɛn
ihrenˈiːʁən
Haarenˈhaːʁən
reisst
ereːɐ̯
sieziː
aufaʊ̯f
!
allmählich Morgenrot
voll Hohn und Geringschätzung
AMME
Derdeːɐ̯
Tagtaːk
istɪst
dadaː
,
derdeːɐ̯
Menschentag
einaɪ̯n
wildesˈvɪldəs
Getümmelɡəˈtʏml̩
,
gierigˈɡiːʁɪk
sinnlosˈzɪnloːs
,
einaɪ̯n
ewigesˈeːvɪɡəs
Trachtenˈtʁaxtn̩
ohneˈoːnə
Freudeˈfʁɔɪ̯də
!
wild und hasserfüllt
AMME
Tausendˈtaʊ̯zn̩də
Gesichterɡəˈzɪçtɐ
,
keineˈkaɪ̯nə
Mienenˈmiːnən
Augenˈaʊ̯ɡn̩
,
diedaɪ
schauenˈʃaʊ̯ən
,
ohneˈoːnə
zut͡suː
blickenˈblɪkn̩
Kielkröpfe
,
diedaɪ
gaffenˈɡafn̩
,
Lurcheˈlʊʁçə
undʊnt
Spinnenˈʃpɪnən
unsʊns
sindzɪnt
sieziː
zut͡suː
schauenˈʃaʊ̯ən
sozoː
lustigˈlʊstɪk
wieviː
sieziː
!
Sieziː
zut͡suː
fassenˈfasn̩
verstündefɛɐ̯ˈʃtʏndə
ichɪç
schonʃoːn
michmɪç
einzunistenˈaɪ̯nt͡suˌnɪstn̩
ihnenˈiːnən
Streicheˈʃtʁaɪ̯çə
zut͡suː
spielenˈʃpiːlən
imiˈʔɛm
eigenenˈaɪ̯ɡənən
Haushaʊ̯s
istɪst
meinmaɪ̯n
Elementeləˈmɛnt
!
Diebesseelen
sindzɪnt
ihreˈiːʁə
Seelenˈzeːlən
sozoː
verkauf'
ichɪç
einenˈaɪ̯nən
demdeːm
andernˈandɐn
!
Eineˈaɪ̯nə
Gaunerinˈɡaʊ̯nəʁɪn
binbɪn
ichɪç
unterˈʊntɐ
Gaunernˈɡaʊ̯nɐn
,
Muhmeˈmuːmə
nennenˈnɛnən
sieziː
michmɪç
undʊnt
Mutterˈmʊtɐ
garɡaːɐ̯
!
Ziehsöhneˈt͡siːˌzøːnə
hab'
ichɪç
undʊnt
Ziehtöchterˈt͡siːˌtœçtɐ
vielfiːl
,
hockenˈhɔkn̩
wieviː
Ungezieferˈʊnɡəˌt͡siːfɐ
aufaʊ̯f
mirmiːɐ̯
!
Warteˈvaʁtə
,
duduː
sollstzɔlst
wasvas
sehnzeːn
!
ohne auf die Amme zu achten
KAISERIN
Wehveː
,
wasvas
fasstfast
michmɪç
grässlichˈɡʁɛslɪç
anaːˈʔɛn
!
Zut͡suː
welchemˈvɛlçəm
Geschickɡəˈʃɪk
reisst's
michmɪç
hinabhɪˈnap
?
dicht an ihr
AMME
Zitterstˈt͡sɪtɐst
duduː
?
Reutʁɔɪ̯t
dichdɪç
deindaɪ̯n
Wünschenˈvʏnʃn̩
?
Heissest
unsʊns
bleibenˈblaɪ̯bm̩
?
Lässest
dendeːn
Schattenˈʃatn̩
dahindaˈhɪn
?
KAISERIN
Michmɪç
schaudertˈʃaʊ̯dɐt
freilichˈfʁaɪ̯lɪç
,
aberˈaːbɐ
einaɪ̯n
Mutmuːt
istɪst
iniˈʔɛn
mirmiːɐ̯
,
derdeːɐ̯
heisst
michmɪç
tuntjuːn
,
wovorvoːˈfoːɐ̯
michmɪç
schaudertˈʃaʊ̯dɐt
!
Undʊnt
keinkaɪ̯n
Geschäfteɡəˈʃɛftə
ausserˈaʊ̯sɐ
diesemˈdiːzm̩
,
dasdas
wertveːɐ̯t
mirmiːɐ̯
schieneˈʃiːnə
besorgtbəˈzɔʁkt
zut͡suː
werdenˈveːɐ̯dn̩
!
Hinabhɪˈnap
mitmɪt
unsʊns
!
Das Morgenrot flammt voll auf
AMME
Hinabhɪˈnap
denndɛn
mitmɪt
unsʊns
!
Diedaɪ
Geleiterinɡəˈlaɪ̯təʁɪn
hasthast
duduː
dirdiːɐ̯
gutɡuːt
gewähltɡəˈvɛːlt
,
Töchterchenˈtœçtɐçən
,
liebesˈliːbəs
,
warteˈvaʁtə
nurnuːɐ̯
,
warteˈvaʁtə
!
Umʊm
ihreˈiːʁə
Dächerˈdɛçɐ
versteh'
ichɪç
zut͡suː
flatternˈflatɐn
,
durchdʊʁç
dendeːn
Rauchfangˈʁaʊ̯xˌfaŋ
weissvaɪ̯s
ichɪç
dendeːn
Wegveːk
,
undʊnt
ihrerˈiːʁɐ
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
verschlungenefɛɐ̯ˈʃlʊŋənə
Pfadeˈp͡faːdə
,
Krümmenˈkʁʏmən
undʊnt
Schlüfte
,
diedaɪ
kenneˈkɛnə
ichɪç
gutɡuːt
.
Sie tauchen hinab in den Abgrund der Menschenwelt, das Orchester nimmt ihren Erdenflug auf.
Der Zwischenvorhang schliesst sich rasch.
Im Hause des Färbers. Ein kahler Raum, Werkstatt und Wohnung in einem. Hinten links das Bett, hinten rechts die einzige Ein- und Ausgangstür. Vorne die Feuerstätte, alles orientalisch-dürftig. Gefärbte Tücher an Stangen zum Trocknen aufgehängt da und dort; Tröge, Eimer Zuber, an Ketten hängende Kessel, grosse Schöpflöffel, Rührstangen, Stampfmörser, Handmühlen; Büschel getrockneter Blumen und Kräuter aufgehängt, anderes dergleichen an den Mauern aufgeschichtet, Farbmassen in Pfützen auf dem Lehmboden; dunkelblaue, dunkelgelbe Flecke da und dort.
Beim Aufgehen des Vorhanges liegt der Einäugige auf dem Einarmigen, würgt ihn. Der Junge, Verwachsene sucht den Einäugigen wegzureissen. Die Färbersfrau kommt von rückwärts herzu, sucht nach einem Zuber, die Streitenden mit Wasser zu beschütten.
schlägt auf den unter ihm Liegenden
EINÄUGIGER
Diebdiːp
!
Dadaː
nimmnɪm
!
Unersättlicherʊnʔɛɐ̯ˈzɛtlɪçɐ
Nehmerˈneːmɐ
!
unten, röchelnd
EINARMIGER
Reiss
ihniːn
nachnaːx
hintenˈhɪntn̩
!
Hundhʊnt
dendeːn
!
Mörderˈmœʁdɐ
!
BUCKLIGER
Zut͡suː
Hilfeˈhɪlfə
,
Bruderˈbʁuːdɐ
!
Sieziː
würgenˈvʏʁɡn̩
einanderaɪ̯ˈnandɐ
!
beschüttet sie
FRAU
Schamloseˈʃaːmloːzə
ihriːɐ̯
!
Einesˈaɪ̯nəs
Hundesˈhʊndəs
Geschickɡəˈʃɪk
überˈyːbɐ
euchɔɪ̯ç
!
Die drei Brüder, auf das Tun der Frau, auf und auseinander; fauchen, an der Erde hockend, gegen die Frau.
EINÄUGIGER
Willstvɪlst
duduː
unsʊns
schmähenˈʃmɛːən
,
Hergelaufeneˈheːɐ̯ɡəˌlaʊ̯fənə
!
Duduː
Tochterˈtɔxtɐ
vonfɔn
Bettlernˈbɛtlɐn
,
werveːɐ̯
bistbɪst
denndɛn
duduː
?
Unserˈʊnzɐ
warenˈvaːʁən
dreizehnˈdʁaɪ̯t͡seːn
Kinderˈkɪndɐ
,
aberˈaːbɐ
fürfyːɐ̯
jedenˈjeːdn̩
Armenˈaʁmən
,
derdeːɐ̯
kamkaːm
,
standenˈʃtandn̩
diedaɪ
Schüsselnˈʃʏsl̩n
undʊnt
dampftenˈdamp͡ftn̩
vonfɔn
Fettfɛt
!
BUCKLIGER
Wasvas
hebstheːpst
duduː
diedaɪ
Handhant
gegenˈɡeːɡn̩
unsʊns
,
duduː
Schöneˈʃøːnə
,
bistbɪst
dochdɔx
unsermˈʔʊnzɐ
Bruderˈbʁuːdɐ
mitmɪt
Lustluːst
zut͡suː
Willenˈvɪlən
!
EINARMIGER
Lasslas
sieziː
,
Bruderˈbʁuːdɐ
,
wasvas
istɪst
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
!
Barak, der Färber tritt eben in die Tür.
FRAU
Ausaʊ̯s
demdeːm
Haushaʊ̯s
mirmiːɐ̯
mitmɪt
diesenˈdiːzn̩
!
Duduː
,
schaffʃaf
sieziː
mirmiːɐ̯
fortfoːɐ̯
!
Oderˈoːdɐ
eseːs
istɪst
meinesˈmaɪ̯nəs
Bleibens
nichtnɪçt
längerˈlɛŋɐ
beibaɪ̯
dirdiːɐ̯
!
gelassen
BARAK
Hinaushɪˈnaʊ̯s
mitmɪt
euchɔɪ̯ç
!
Istɪst
Zeugt͡sɔɪ̯k
zumt͡sʊm
Schwemmenˈʃvɛmən
zehnt͡seːn
Körbeˈkœʁbə
vollfɔl
,
wasvas
lungertˈlʊŋɐt
ihriːɐ̯
hierhiːɐ̯
?
Die drei Brüder gehen ab.
Barak schichtet gefärbte Tierhäute übereinander zu einem mächtigen Haufen.
FRAU
Sieziː
ausaʊ̯s
demdeːm
Hauseˈhaʊ̯zə
,
undʊnt
dasdas
fürfyːɐ̯
immerˈɪmɐ
,
oderˈoːdɐ
ichɪç
.
Darandaˈʁan
willvɪl
ichɪç
erkennenɛɐ̯ˈkɛnən
,
wasvas
ichɪç
dirdiːɐ̯
wertveːɐ̯t
binbɪn
.
weiter schaffend
BARAK
Hierhiːɐ̯
stehtʃteːt
diedaɪ
Schüsselˈʃʏsl̩
,
ausaʊ̯s
derdeːɐ̯
sieziː
sichzɪç
stillenˈʃtɪlən
.
Wovoː
solltenˈzɔltn̩
sieziː
herbergenˈhɛʁbɛʁɡn̩
,
wennvɛn
nichtnɪçt
iniˈʔɛn
Vatersˈfaːtɐs
Haushaʊ̯s
?
Frau schweigt böse.
Barak wie vorher ohne aufzusehen
BARAK
Kinderˈkɪndɐ
warenˈvaːʁən
sieziː
einmalˈaɪ̯nmaːl
,
hattenˈhatn̩
blankeˈblaŋkə
Augenˈaʊ̯ɡn̩
,
geradeɡəˈʁaːdə
Armeˈaʁmə
,
einenˈaɪ̯nən
glattenˈɡlatn̩
Rückenˈʁʏkn̩
.
Aufwachsenˈaʊ̯fˌvaksn̩
hab'
ichɪç
sieziː
sehnzeːn
iniˈʔɛn
Vatersˈfaːtɐs
Haushaʊ̯s
.
ihn höhnend
FRAU
Fürfyːɐ̯
dreizehnˈdʁaɪ̯t͡seːn
Kinderˈkɪndɐ
standenˈʃtandn̩
diedaɪ
Schüsselnˈʃʏsl̩n
dampfendˈdamp͡fn̩t
vorfoːɐ̯
Fettfɛt
kamkaːm
nochnɔx
einaɪ̯n
Bettlerˈbɛtlɐ
,
Platzplat͡s
warvaːɐ̯
fürfyːɐ̯
jedenˈjeːdn̩
!
Sie hält sich die Ohren zu.
holt ein Tau, den Pack zu schnüren; hält inne, sieht sie an
BARAK
Speiseˈʃpaɪ̯zə
fürfyːɐ̯
dreizehnˈdʁaɪ̯t͡seːn
,
wennvɛn
eseːs
notnoːt
tuttuːt
,
schaff'
ichɪç
auchaʊ̯x
mitmɪt
diesenˈdiːzn̩
zweit͡svaɪ̯
Händenˈhɛndn̩
!
hat sich aufgerichtet, steht dicht bei ihr
BARAK
Gibɡiːp
duduː
mirmiːɐ̯
Kinderˈkɪndɐ
,
dassdas
sieziː
mirmiːɐ̯
hockenˈhɔkn̩
umʊm
diedaɪ
Schüsselnˈʃʏsl̩n
zut͡suː
Abendˈaːbm̩t
,
eseːs
sollzɔl
mirmiːɐ̯
keinesˈkaɪ̯nəs
hungrigˈhʊŋʁɪç
aufstehn
.
Undʊnt
ichɪç
willvɪl
preisenˈpʁaɪ̯zn̩
ihreˈiːʁə
Begierdebəˈɡiːɐ̯də
undʊnt
danksagenˈdaŋkˌzaːɡn̩
imiˈʔɛm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
,
dassdas
ichɪç
bestelltbəˈʃtɛlt
wardvaʁt
,
damitdaˈmɪt
ichɪç
sieziː
stilleˈʃtɪlə
.
Er tritt näher rührt sie leise an.
BARAK
Wannvan
gibstɡiːpst
duduː
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Kinderˈkɪndɐ
dazudaˈt͡suː
?
Die Frau hat sich abgekehrt; wie er sie anrührt, schüttelt sie's.
arglos, behaglich
BARAK
Eiaɪ̯
duduː
,
's
istɪst
deindaɪ̯n
Mannman
,
derdeːɐ̯
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
stehtʃteːt
sollzɔl
dichdɪç
derdeːɐ̯
nichtnɪçt
anrührenˈanˌʁyːʁən
dürfenˈdʏʁfn̩
?
ohne ihn anzusehen
FRAU
Meinmaɪ̯n
Mannman
stehtʃteːt
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
!
Eiaɪ̯
jajaː
,
meinmaɪ̯n
Mannman
,
ichɪç
weissvaɪ̯s
,
eiaɪ̯
jajaː
,
ichɪç
weissvaɪ̯s
,
wasvas
dasdas
heisst
!
Binbɪn
bezahltbəˈt͡saːlt
undʊnt
gekauftɡəˈkaʊ̯ft
,
eseːs
zut͡suː
wissenˈvɪsn̩
,
undʊnt
gehaltenɡəˈhaltn̩
imiˈʔɛm
Haushaʊ̯s
undʊnt
gehegtɡəˈheːkt
undʊnt
gefüttertɡəˈfʏtɐt
,
damitdaˈmɪt
ichɪç
eseːs
weissvaɪ̯s
,
undʊnt
willvɪl
eseːs
vonfɔn
heuthɔɪ̯t
abaːbeː
nichtnɪçt
wissenˈvɪsn̩
,
verschwörefɛɐ̯ˈʃvøːʁə
dasdas
Wortvɔʁt
undʊnt
dasdas
Dingdɪŋ
!
BARAK
Heiaˈhaɪ̯a
!
Diedaɪ
gutenˈɡuːtn̩
Gevatterinnenɡəˈfatəʁɪnən
,
habenˈhaːbm̩
sieziː
nichtnɪçt
diedaɪ
schönenˈʃøːnən
Sprücheˈʃpʁʏçə
gesprochenɡəˈʃpʁɔxn̩
überˈyːbɐ
deinenˈdaɪ̯nən
Leiblaɪ̯p
,
undʊnt
ichɪç
hab'
siebenmalˈziːbn̩maːl
gegessenɡəˈɡɛsn̩
vonfɔn
demdeːm
,
wasvas
sieziː
gesegnetɡəˈzeːɡnət
hattenˈhatn̩
,
undʊnt
wennvɛn
duduː
seltsamˈzɛltzaːm
bistbɪst
undʊnt
andersˈandɐs
alsals
sonstzɔnst
ichɪç
preiseˈpʁaɪ̯zə
diedaɪ
Seltsamkeitˈzɛltzaːmkaɪ̯t
undʊnt
neigeˈnaɪ̯ɡə
michmɪç
zurt͡suːɐ̯
Erdeˈeːɐ̯də
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
Verwandlungfɛɐ̯ˈvandlʊŋ
!
O
Glückɡlʏk
überˈyːbɐ
mirmiːɐ̯
undʊnt
Erwartungɛɐ̯ˈvaʁtʊŋ
undʊnt
Freudeˈfʁɔɪ̯də
imiˈʔɛm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
!
Er kniet nieder zur Arbeit.
FRAU
Triefäugige
Weiberˈvaɪ̯bɐ
,
diedaɪ
Sprücheˈʃpʁʏçə
murmelnˈmʊʁml̩n
,
habenˈhaːbm̩
nichtsnɪçt͡s
zut͡suː
schaffenˈʃafn̩
mitmɪt
meinemˈmaɪ̯nəm
Leiblaɪ̯p
,
undʊnt
wasvas
duduː
gegessenɡəˈɡɛsn̩
hasthast
vorfoːɐ̯
Nachtnaxt
,
hathat
keineˈkaɪ̯nə
Gewaltɡəˈvalt
überˈyːbɐ
meineˈmaɪ̯nə
Seeleˈzeːlə
.
leise
FRAU
Dritthalb
Jahrjaːɐ̯
binbɪn
ichɪç
deindaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
undʊnt
duduː
hasthast
keineˈkaɪ̯nə
Fruchtfʁʊxt
gewonnenɡəˈvɔnən
ausaʊ̯s
mirmiːɐ̯
undʊnt
michmɪç
nichtnɪçt
gemachtɡəˈmaxt
zut͡suː
einerˈaɪ̯nɐ
Mutterˈmʊtɐ
.
Gelüstenɡəˈlʏstn̩
danachdaˈnaːx
hab'
ichɪç
abtunˈapˌtuːn
müssenˈmʏsn̩
vonfɔn
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seeleˈzeːlə
:
Nunnuːn
istɪst
eseːs
anaːˈʔɛn
dirdiːɐ̯
,
abzutunˈapt͡suˌtuːn
Gelüsteɡəˈlʏstə
,
diedaɪ
dirdiːɐ̯
liebliːp
sindzɪnt
.
mit ungezwungener Feierlichkeit und Frömmigkeit des Herzens
BARAK
Ausaʊ̯s
einemˈaɪ̯nəm
jungenˈjʊŋən
Mundmʊnt
gehenˈɡeːən
harteˈhaʁtə
Worteˈvɔʁtə
undʊnt
trotzigeˈtʁɔt͡sɪɡə
Redenˈʁeːdn̩
,
aberˈaːbɐ
sieziː
sindzɪnt
gesegnetɡəˈzeːɡnət
mitmɪt
demdeːm
Segenˈzeːɡn̩
derdeːɐ̯
Widerruflichkeit
.
Ichɪç
zürneˈt͡sʏʁnə
dirdiːɐ̯
nichtnɪçt
undʊnt
binbɪn
freudigenˈfʁɔɪ̯dɪɡn̩
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
,
undʊnt
ichɪç
harreˈhaʁə
undʊnt
erwarteɛɐ̯ˈvaʁtə
diedaɪ
Gepriesenenɡəˈpʁiːzənən
,
diedaɪ
dadaː
kommenˈkɔmən
.
Barak hat den gewaltigen Pack zusammengeschnürt, hebt ihn auf den Herd und lädt ihn von da, indem er sich bückt und das Ende des Strickes vornüberzieht, auf seinen Rücken, beladen richtet er sich auf.
finster vor sich
FRAU
Eseːs
kommenˈkɔmən
keineˈkaɪ̯nə
iniˈʔɛn
diesesˈdiːzəs
Haushaʊ̯s
,
vielfiːl
eherˈeːɐ
werdenˈveːɐ̯dn̩
welcheˈvɛlçə
hinausgehn
undʊnt
schüttelnˈʃʏtl̩n
dendeːn
Staubʃtaʊ̯p
vonfɔn
ihrenˈiːʁən
Sohlenˈzoːlən
.
fast tonlos
FRAU
Alsoˈalzo
gescheheɡəˈʃeːə
eseːs
,
lieberˈliːbɐ
heuteˈhɔɪ̯tə
alsals
morgenˈmɔʁɡn̩
.
nickt ihr gutmütig zu, ohne auf ihre letzten Worte zu hören; indem er unter der gewaltigen Last schwer gehend, den Weg zur Tür nimmt, für sich
BARAK
Trag'
ichɪç
diedaɪ
Wareˈvaːʁə
mirmiːɐ̯
selberˈzɛlbɐ
zut͡suː
Marktmaʁkt
,
spar'
ichɪç
dendeːn
Eselˈeːzl̩
,
derdeːɐ̯
sieziː
mirmiːɐ̯
schlepptʃlɛpt
!
er geht.
Die Frau, allein, hat sich auf ein Bündel oder einen Sack gesetzt, der vorne liegt.
Ein Heranschweben, ein Dämmern, ein Aufblitzen in der Luft.
Die Amme, in einem Gewand aus schwarzen und weissen Flicken, die Kaiserin, wie eine Magd gekleidet, stehen da, ohne dass sie zur Tür hereingekommen wären.
ist jäh auf den Füssen
FRAU
Wasvas
wolltvɔlt
ihriːɐ̯
hierhiːɐ̯
?
Wovoː
kommtkɔmt
ihriːɐ̯
herheːɐ̯
?
nähert sich demütig, ihr den Fuss zu küssen
AMME
Achax
!
Schönheitˈʃøːnhaɪ̯t
ohnegleichenˈoːnəˈɡlaɪ̯çn̩
!
Einaɪ̯n
blitzendesˈblɪt͡sn̩dəs
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
!
Oh
!
Oh
!
Meineˈmaɪ̯nə
Tochterˈtɔxtɐ
,
vorfoːɐ̯
wemveːm
stehenˈʃteːən
wirviːɐ̯
?
Werveːɐ̯
istɪst
dieseˈdiːzə
Fürstinˈfʏʁstɪn
,
wovoː
bleibtblaɪ̯pt
ihriːɐ̯
Gefolgeɡəˈfɔlɡə
?
Wieviː
kommtkɔmt
sieziː
alleinaˈlaɪ̯n
iniˈʔɛn
dieseˈdiːzə
Spelunkeʃpeˈlʊŋkə
?
Sie hebt sich furchtsam aus der fussfälligen Lage.
AMME
Verstattestfɛɐ̯ˈʃtatəst
duduː
diedaɪ
Frageˈfʁaːɡə
,
meineˈmaɪ̯nə
Herrinˈhɛʁɪn
?
Warvaːɐ̯
dieserˈdiːzɐ
einerˈaɪ̯nɐ
vonfɔn
deinenˈdaɪ̯nən
Bedientenbəˈdiːntn̩
oderˈoːdɐ
vonfɔn
deinenˈdaɪ̯nən
Botengängern
,
derdeːɐ̯
Grosseˈɡʁɔsə
mitmɪt
einemˈaɪ̯nəm
Packpak
aufaʊ̯f
demdeːm
Rückenˈʁʏkn̩
,
solchzɔlç
einaɪ̯n
Vierschrötigerˈfiːɐ̯ˌʃʁøːtɪɡɐ
,
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
Jungerˈjʊŋɐ
,
mitmɪt
gespaltenemɡəˈʃpaltənəm
Maulmaʊ̯l
undʊnt
niedrigerˈniːdʁɪɡɐ
Stirneˈʃtɪʁnə
?
FRAU
Duduː
Zwinkerndeˈt͡svɪŋkɐndə
,
diedaɪ
ichɪç
nieniː
gesehn
undʊnt
weissvaɪ̯s
nichtnɪçt
,
wovoː
duduː
hereingeschlüpft
bistbɪst
dichdɪç
durchschaueˈdʊʁçˌʃaʊ̯ə
ichɪç
sozoː
weitvaɪ̯t
:
Duduː
weisstvaɪ̯st
ganzɡant͡s
wohlvoːl
,
dassdas
dieserˈdiːzɐ
derdeːɐ̯
Färberˈfɛʁbɐ
undʊnt
meinmaɪ̯n
Mannman
istɪst
,
undʊnt
dassdas
ichɪç
hierhiːɐ̯
imiˈʔɛm
Hauseˈhaʊ̯zə
wohneˈvoːnə
.
springt auf die Füsse, wie in masslosem Erstaunen
AMME
O
meineˈmaɪ̯nə
Tochterˈtɔxtɐ
,
starreˈʃtaʁə
undʊnt
stauneˈʃtaʊ̯nə
!
Diedaɪ
wäreˈvɛːʁə
dasdas
Weibvaɪ̯p
desdɛs
Färbersˈfɛʁbɐs
Barak
?
Heranhɛˈʁan
,
meineˈmaɪ̯nə
Tochterˈtɔxtɐ
,
eseːs
wirdvɪʁt
dirdiːɐ̯
verstattetfɛɐ̯ˈʃtatət
:
betrachtebəˈtʁaxtə
dirdiːɐ̯
dieseˈdiːzə
Wimpernˈvɪmpɐn
undʊnt
Wangenˈvaŋən
,
betrachtebəˈtʁaxtə
dirdiːɐ̯
diesenˈdiːzn̩
Leiblaɪ̯p
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Schlankheit
desdɛs
ganzɡant͡s
jungenˈjʊŋən
Palmbaumsˈpalmˌbaʊ̯ms
undʊnt
schreieˈʃʁaɪ̯ə
:
Weheˈveːə
!
KAISERIN
Ichɪç
willvɪl
dendeːn
Schattenˈʃatn̩
küssenˈkʏsn̩
,
dendeːn
sieziː
wirftvɪʁft
!
AMME
Weheˈveːə
!
Undʊnt
dasdas
sollzɔl
ihmiːm
Kinderˈkɪndɐ
gebärenɡəˈbɛːʁən
!
Undʊnt
dasdas
sollzɔl
einsamˈaɪ̯nzaːm
hierhiːɐ̯
verkümmernfɛɐ̯ˈkʏmɐn
!
O
desdɛs
blindenˈblɪndn̩
Geschicksɡəˈʃɪks
undʊnt
derdeːɐ̯
Tückeˈtʏkə
desdɛs
Zufallsˈt͡suːˌfals
!
geht ängstlich vor ihr zurück
FRAU
Wehveː
,
dassdas
duduː
gekommenɡəˈkɔmən
bistbɪst
,
meinerˈmaɪ̯nɐ
zut͡suː
höhnenˈhøːnən
!
Wasvas
redestˈʁeːdəst
duduː
dadaː
undʊnt
wasvas
starrstʃtaʁst
duduː
aufaʊ̯f
michmɪç
undʊnt
willstvɪlst
michmɪç
zut͡suː
einerˈaɪ̯nɐ
Närrinˈnɛʁɪn
machenˈmaxn̩
vorfoːɐ̯
Gottɡɔt
undʊnt
dendeːn
Menschenˈmɛnʃn̩
.
sie weint
mit gespieltem Erstaunen, indem sie die Kaiserin fortzieht
AMME
Weheˈveːə
,
meinmaɪ̯n
Kindkɪnt
,
undʊnt
fortfoːɐ̯
mitmɪt
unsʊns
!
Dieseˈdiːzə
weistvaɪ̯st
unsʊns
vonfɔn
sichzɪç
undʊnt
willvɪl
nichtnɪçt
unsereˈʊnzəʁə
Diensteˈdiːnstə
.
Sieziː
kenntkɛnt
dasdas
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
undʊnt
willvɪl
unserˈʊnzɐ
spottenˈʃpɔtn̩
,
fortfoːɐ̯
mitmɪt
unsʊns
!
steht jäh auf
FRAU
Welchesˈvɛlçəs
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
,
duduː
Unsagbareʊnˈzaːkbaːʁə
duduː
!
Beibaɪ̯
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seeleˈzeːlə
undʊnt
deinerˈdaɪ̯nɐ
,
welchesˈvɛlçəs
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
?
neigt sich tief
AMME
Dasdas
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
desdɛs
Kaufskaʊ̯fs
undʊnt
dasdas
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
desdɛs
Preisesˈpʁaɪ̯zəs
,
umʊm
dendeːn
duduː
dirdiːɐ̯
allesˈaləs
erkaufstɛɐ̯ˈkaʊ̯fst
.
FRAU
Beibaɪ̯
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seeleˈzeːlə
undʊnt
demdeːm
Jüngstenˈjʏŋstn̩
Tagtaːk
,
ichɪç
weissvaɪ̯s
vonfɔn
keinemkaɪ̯nəm
Kaufkaʊ̯f
,
ichɪç
weissvaɪ̯s
vonfɔn
keinemkaɪ̯nəm
Preispʁaɪ̯s
!
AMME
O
meineˈmaɪ̯nə
Herrinˈhɛʁɪn
,
sollzɔl
ichɪç
dirdiːɐ̯
glaubenˈɡlaʊ̯bn̩
,
dassdas
duduː
deinenˈdaɪ̯nən
Schattenˈʃatn̩
,
diesdaɪs
schwarzeˈʃvaʁt͡sə
Nichtsnɪçt͡s
hinterˈhɪntɐ
dirdiːɐ̯
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Erdeˈeːɐ̯də
,
dassdas
dirdiːɐ̯
diesdaɪs
Dingdɪŋ
ohneˈoːnə
Namenˈnaːmən
nichtnɪçt
feilfaɪ̯l
istɪst
auchaʊ̯x
nichtnɪçt
umʊm
unvergänglichen
Reizʁaɪ̯t͡s
undʊnt
umʊm
Machtmaxt
ohneˈoːnə
Schrankenˈʃʁaŋkn̩
überˈyːbɐ
diedaɪ
Männerˈmɛnɐ
?
dreht sich nach ihrem Schatten um
FRAU
Derdeːɐ̯
gekrümmteɡəˈkʁʏmtə
Schattenˈʃatn̩
einesˈaɪ̯nəs
Weibesˈvaɪ̯bəs
,
wieviː
ichɪç
binbɪn
!
Werveːɐ̯
gäbeˈɡɛːbə
dafürdaˈfyːɐ̯
auchaʊ̯x
nurnuːɐ̯
dendeːn
schmählichstenˈʃmɛːlɪçstn̩
Preispʁaɪ̯s
?
AMME
Allesˈaləs
,
duduː
Benedeiteˌbenəˈdaɪ̯tə
,
allesˈaləs
zahlenˈt͡saːlən
begierigebəˈɡiːʁɪɡə
Käuferˈkɔɪ̯fɐ
,
duduː
Herrinˈhɛʁɪn
,
wennvɛn
eineˈaɪ̯nə
Unnennbareʊnˈnɛnbaːʁə
deinesgleichenˈdaɪ̯nəsˌɡlaɪ̯çn̩
abtutˈapˌtuːt
ihrenˈiːʁən
Schattenˈʃatn̩
undʊnt
gibtɡiːpt
ihniːn
dahindaˈhɪn
!
Eiaɪ̯
!
Diedaɪ
Sklavinnenˈsklaːfɪnən
undʊnt
diedaɪ
Sklavenˈsklaːfn̩
,
sozoː
vieleˈfiːlə
ihrerˈiːʁɐ
duduː
verlangestfɛɐ̯ˈlaŋəst
,
undʊnt
diedaɪ
Brokatebʁoˈkaːtə
undʊnt
Seidengewänderˈzaɪ̯dn̩ɡəˌvɛndɐ
,
iniˈʔɛn
denenˈdeːnən
duduː
stündlichˈʃtʏntlɪç
wechselndˈvɛksl̩nt
prangestˈpʁaŋəst
,
undʊnt
diedaɪ
Maultiereˈmaʊ̯lˌtiːʁə
undʊnt
diedaɪ
Häuserˈhɔɪ̯zɐ
undʊnt
diedaɪ
Springbrunnenˈʃpʁɪŋˌbʁʊnən
undʊnt
diedaɪ
Gärtenˈɡɛːɐ̯tn̩
undʊnt
deinerˈdaɪ̯nɐ
Liebendenˈliːbn̩dən
nächtlichˈnɛçtlɪç
Gedrängeɡəˈdʁɛŋə
undʊnt
dauerndeˈdaʊ̯ɐndə
Jugendherrlichkeit
fürfyːɐ̯
ungemessene
Zeitt͡saɪ̯t
diesdaɪs
allesˈaləs
istɪst
deindaɪ̯n
,
duduː
Herrscherinˈhɛʁʃəʁɪn
,
gibstɡiːpst
duduː
dendeːn
Schattenˈʃatn̩
dahindaˈhɪn
!
Sie greift in die aufblitzende Luft und reicht der Frau ein köstliches Haarband aus Perlen und Edelsteinen.
FRAU
Diesdaɪs
iniˈʔɛn
meinmaɪ̯n
Haarhaːɐ̯
?
Duduː
Liebeˈliːbə
,
duduː
!
Dochdɔx
ichɪç
armesˈaʁməs
Weibvaɪ̯p
,
ichɪç
habhaːp
keinenˈkaɪ̯nən
Spiegelˈʃpiːɡl̩
!
Dortdɔʁt
übermˈyːbɐm
Trogtʁoːk
mach'
ichɪç
meinmaɪ̯n
Haarhaːɐ̯
!
AMME
Verstattestfɛɐ̯ˈʃtatəst
duduː
,
ichɪç
schmückeˈʃmʏkə
dichdɪç
!
Sie legt ihr die Hand auf die Augen; sogleich ist sie selbst samt der Frau verschwunden. An Stelle des Färbergemaches steht ein herrlicher Pavillon da, in dessen Inneres wir blicken: es ist das Wohngemach einer Fürstin. Der Boden scheint mit einem Teppich in den schönsten Farben bedeckt, doch sind es Sklavinnen in bunten Gewändern. Sie heben sich nun von der Erde, lauschen kniend nach rückwärts, rufen mit süssen, wie ein Glockenspiel ineinanderklingenden Stimmen:
DIENERINNEN
Achax
,
Herrinˈhɛʁɪn
,
süsseˈzyːsə
Herrinˈhɛʁɪn
!
Aah
!
Durch eine kleine Tür rückwärts, links, tritt die Frau, geführt von der Amme, in das Gemach. Sie ist fast nackt, in einen Mantel gehüllt, gleichsam aus dem Bade kommend, sie trägt das Perlenband ins Haar gewunden. Sie geht mit der Amme durch die knienden Sklavinnen quer durch, an einen grossen, ovalen Metallspiegel, der rechts vorne steht Dort setzt sie sich und sieht sich mit Staunen.
STIMME DER KAISERIN
Willstvɪlst
duduː
umʊm
diesdaɪs
Spiegelbildˈʃpiːɡl̩ˌbɪlt
nichtnɪçt
dendeːn
hohlenˈhoːlən
Schattenˈʃatn̩
gebenˈɡeːbm̩
?
gleichsam antwortend
STIMME DES JÜNGLINGS
Gäb
ichɪç
umʊm
diesdaɪs
Spiegelbildˈʃpiːɡl̩ˌbɪlt
dochdɔx
diedaɪ
Seeleˈzeːlə
undʊnt
meinmaɪ̯n
Lebenˈleːbm̩
!
FRAU
O
Weltvɛlt
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
!
O
Traumtʁaʊ̯m
imiˈʔɛm
Wachenˈvaxn̩
!
Wie die Frau den Mund auftut, verbleicht alles und beginnt zu entschwinden.
DIENERINNEN
Wehveː
!
Zut͡suː
frühfʁyː
!
Herrinˈhɛʁɪn
!
Achax
Herrinˈhɛʁɪn
!
Das Färberhaus steht wieder da, die Amme wie früher, die Kaiserin seitlich; die Färberin in ihrem ärmlichen Gewand – der Schmuck ist verschwunden – klammert sich taumelnd an die Amme.
Die Amme und die Kaiserin wechseln einen Blick.
sehr aufgeregt
FRAU
Undʊnt
hätt'
ichɪç
gleichɡlaɪ̯ç
dendeːn
Willenˈvɪlən
dazudaˈt͡suː
wieviː
tät'
ichɪç
ihniːn
abaːbeː
undʊnt
gäb'
ihniːn
dahindaˈhɪn
dendeːn
anaːˈʔɛn
derdeːɐ̯
Erdeˈeːɐ̯də
,
ihniːn
,
meinenˈmaɪ̯nn̩
Schattenˈʃatn̩
?
Neinnaɪ̯n
,
sagzaːk
dochdɔx
schnellʃnɛl
!
Neinnaɪ̯n
,
schnellʃnɛl
dochdɔx
,
schnellʃnɛl
,
duduː
Klugeˈkluːɡə
,
duduː
Guteˈɡuːtə
!
Jetztjɛt͡st
sagzaːk
eseːs
,
schnellʃnɛl
!
Die Amme sieht sich um, winkt die Kaiserin heran, gleichsam als Zeugin.
Die Frau kann ihre Ungeduld kaum bemeistern.
AMME
Hathat
eseːs
dichdɪç
blutigeˈbluːtɪɡə
Tränenˈtʁɛːnən
gekostetɡəˈkɔstət
,
dassdas
duduː
demdeːm
Breitspurigen
keineˈkaɪ̯nə
Kinderˈkɪndɐ
geborenɡəˈboːʁən
hasthast
?
Undʊnt
lechztlɛçt͡st
deindaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
darnachdaʁˈnaːx
beibaɪ̯
Tagtaːk
undʊnt
Nachtnaxt
,
dassdas
vieleˈfiːlə
kleineˈklaɪ̯nə
Färberˈfɛʁbɐ
durchdʊʁç
dichdɪç
eingehenˈaɪ̯nˌɡeːən
sollenˈzɔlən
iniˈʔɛn
dieseˈdiːzə
Weltvɛlt
?
Sollzɔl
deindaɪ̯n
Leiblaɪ̯p
eineˈaɪ̯nə
Heerstrasse
werdenˈveːɐ̯dn̩
undʊnt
deineˈdaɪ̯nə
Schlankheit
einaɪ̯n
zerstampftert͡sɛɐ̯ˈʃtamp͡ftɐ
Wegveːk
?
Undʊnt
sollenˈzɔlən
deineˈdaɪ̯nə
Brüsteˈbʁʏstə
welkenˈvɛlkn̩
undʊnt
ihreˈiːʁə
Herrlichkeitˈhɛʁlɪçkaɪ̯t
schnellʃnɛl
dahindaˈhɪn
seinzaɪ̯n
?
leise
FRAU
Meineˈmaɪ̯nə
Seeleˈzeːlə
istɪst
sattzat
wordenˈvɔʁdn̩
derdeːɐ̯
Mutterschaftˈmʊtɐˌʃaft
,
eh'
sieziː
davondaˈfɔn
verkostetfɛɐ̯ˈkɔstət
hathat
.
Ichɪç
lebeˈleːbə
hierhiːɐ̯
imiˈʔɛm
Haushaʊ̯s
,
undʊnt
derdeːɐ̯
Mannman
kommtkɔmt
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
nahnaː
!
Sozoː
istɪst
eseːs
gesprochenɡəˈʃpʁɔxn̩
undʊnt
geschworenɡəˈʃvoːʁən
iniˈʔɛn
meinemˈmaɪ̯nəm
Innernˈɪnɐn
.
AMME
Abzutunˈapt͡suˌtuːn
Mutterschaftˈmʊtɐˌʃaft
aufaʊ̯f
ewigeˈeːvɪɡə
Zeitenˈt͡saɪ̯tn̩
vonfɔn
deinemˈdaɪ̯nəm
Leibeˈlaɪ̯bə
!
Dahinzugeben
mitmɪt
derdeːɐ̯
Gebärdeɡəˈbɛːɐ̯də
derdeːɐ̯
Verachtungfɛɐ̯ˈʔaxtʊŋ
diedaɪ
Lästigenˈlɛstɪɡn̩
,
diedaɪ
dadaː
nichtnɪçt
geborenɡəˈboːʁən
sindzɪnt
!
Sozoː
istɪst
eseːs
gesprochenɡəˈʃpʁɔxn̩
undʊnt
sozoː
geschworenɡəˈʃvoːʁən
!
Duduː
Selteneˈzɛltənə
duduː
!
Duduː
erhobeneɛɐ̯ˈhoːbənə
Fackelˈfakl̩
!
O
duduː
Herrscherinˈhɛʁʃəʁɪn
,
o
duduː
Geprieseneɡəˈpʁiːzənə
unterˈʊntɐ
dendeːn
Frauenˈfʁaʊ̯ən
,
nunnuːn
sollstzɔlst
duduː
eseːs
sehnzeːn
undʊnt
eseːs
erlebenɛɐ̯ˈleːbm̩
:
angerufenˈanɡəˌʁuːfn̩
werdenˈveːɐ̯dn̩
gewaltigeɡəˈvaltɪɡə
Namenˈnaːmən
undʊnt
einaɪ̯n
Bundbeːʔuːʔɛnˈdeː
geschlossenɡəˈʃlɔsn̩
undʊnt
gesetztɡəˈzɛt͡st
einaɪ̯n
Bannban
!
Tageˈtaːɡə
dreidʁaɪ̯
dienenˈdiːnən
wirviːɐ̯
dirdiːɐ̯
hierhiːɐ̯
imiˈʔɛm
Haushaʊ̯s
,
dieseˈdiːzə
undʊnt
ichɪç
,
diesdaɪs
istɪst
gesetztɡəˈzɛt͡st
!
Sindzɪnt
diedaɪ
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
,
demdeːm
Dienstdiːnst
zumt͡sʊm
Lohnloːn
vonfɔn
Mundmʊnt
zut͡suː
Mundmʊnt
,
vonfɔn
Handhant
zut͡suː
Handhant
mitmɪt
wissenderˈvɪsn̩dɐ
Handhant
undʊnt
willigemˈvɪlɪɡəm
Mundmʊnt
gibstɡiːpst
duduː
dendeːn
Schattenˈʃatn̩
unsʊns
dahindaˈhɪn
undʊnt
gehestˈɡeːəst
einaɪ̯n
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Freudenˈfʁɔɪ̯dn̩
Beginnbəˈɡɪn
!
Undʊnt
diedaɪ
Sklavinnenˈsklaːfɪnən
undʊnt
diedaɪ
Sklavenˈsklaːfn̩
undʊnt
diedaɪ
Springbrunnenˈʃpʁɪŋˌbʁʊnən
undʊnt
diedaɪ
Gärtenˈɡɛːɐ̯tn̩
undʊnt
Gewölbeɡəˈvœlbə
vollfɔl
Tonnenˈtɔnən
Goldesˈɡɔldəs
unterbricht sie jäh
FRAU
Stillʃtɪl
undʊnt
verschwiegenfɛɐ̯ˈʃviːɡn̩
:
ichɪç
höreˈhøːʁə
meinenˈmaɪ̯nn̩
Mannman
,
derdeːɐ̯
wiederkommtˈviːdɐˌkɔmt
!
finster
FRAU
Nunnuːn
wirdvɪʁt
ereːɐ̯
verlangenfɛɐ̯ˈlaŋən
nachnaːx
seinemˈzaɪ̯nəm
Nachtmahlˈnaxtˌmaːl
,
dasdas
nichtnɪçt
bereitbəˈʁaɪ̯t
istɪst
,
undʊnt
nachnaːx
seinemˈzaɪ̯nəm
Lagerˈlaːɡɐ
,
fast tonlos
FRAU
dasdas
ichɪç
ihmiːm
nichtnɪçt
gewährenɡəˈvɛːʁən
willvɪl
.
hastig
AMME
Duduː
bistbɪst
nichtnɪçt
alleinaˈlaɪ̯n
:
Dienerinnenˈdiːnəʁɪnən
hasthast
duduː
,
dieseˈdiːzə
undʊnt
michmɪç
.
Morgenˈmɔʁɡn̩
zut͡suː
Mittagˈmɪtaːk
stehnʃteːn
wirviːɐ̯
dirdiːɐ̯
iniˈʔɛn
Dienstdiːnst
:
alsals
armeˈaʁmə
Muhmenˈmuːmən
musstmʊst
duduː
unsʊns
grüssen
,
nachnaːx
Mitternachtˈmɪtɐˌnaxt
nurnuːɐ̯
,
indessenɪnˈdɛsn̩
duduː
ruhestˈʁuːəst
,
entlässest
duduː
unsʊns
fürfyːɐ̯
kurzeˈkʊʁt͡sə
Fristfʁɪst
,
dasdas
brauchtbʁaʊ̯xt
niemandˈniːmant
zut͡suː
wissenˈvɪsn̩
!
jetztjɛt͡st
schnellʃnɛl
,
wasvas
nottutˈnoːttuːt
!
Ein Windstoss durchfährt plötzlich den Raum, den die allmählich einsetzende Dämmerung in Halbdunkel getaucht hat.
befehlend
AMME
Fischleinˈfɪʃlaɪ̯n
fünffʏnf
ausaʊ̯s
Fischersˈfɪʃɐs
Zuberˈt͡suːbɐ
,
wandertˈvandɐt
insɪns
Öløːl
,
undʊnt
Pfanneˈp͡fanə
empfang'
sieziː
!
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
,
rührʁyːɐ̯
dichdɪç
!
Hierherˈhiːɐ̯ˈheːɐ̯
,
duduː
Betteˈbɛtə
desdɛs
Färbersˈfɛʁbɐs
Barak
!
Undʊnt
fortfoːɐ̯
mitmɪt
dendeːn
Gästenˈɡɛstn̩
,
vonfɔn
wovoː
sieziː
kamenˈkaːmən
!
Die Amme hat befehlend in die Hände geschlagen, lautlos.
– Die Fischlein fliegen blinkend durch die Luft herein und landen in der Pfanne, das Feuer unteren Herd flammt auf, die Hälfte des ehelichen Lagers hat sich abgetrennt, und es ist ganz im Vordergrund eine schmälere Lagerstatt für einen einzelnen erschienen, indessen hinten das Lager der Frau durch einen Vorhang verhängt erscheint – und indes dies alles geschah, sind die Amme selbst und die Kaiserin lautlos durch die Luft verschwunden. Der Feuerschein flackert durch den dämmernden Raum. Die Frau steht allein und starr vor Staunen. Plötzlich ertönen aus der Luft, als wären es die Fischlein in der Pfanne, ängstlich fünf Kinderstimmen.
KINDERSTIMMEN
Mutterˈmʊtɐ
,
Mutterˈmʊtɐ
,
lasslas
unsʊns
nachnaːx
Hauseˈhaʊ̯zə
!
Diedaɪ
Türtyːɐ̯
istɪst
verriegeltfɛɐ̯ˈʁiːɡl̩t
,
wirviːɐ̯
findenˈfɪndn̩
nichtnɪçt
einaɪ̯n
,
wirviːɐ̯
sindzɪnt
imiˈʔɛm
Dunkelˈdʊŋkl̩
undʊnt
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Furchtfʊʁçt
!
Mutterˈmʊtɐ
,
o
wehveː
!
in höchster Angst über das Unbegreifliche, ratlos um sich blickend
FRAU
Wasvas
winseltˈvɪnzl̩t
sozoː
grässlichˈɡʁɛslɪç
ausaʊ̯s
diesemˈdiːzm̩
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
?
dringender
KINDERSTIMMEN
Wirviːɐ̯
sindzɪnt
imiˈʔɛm
Dunkelˈdʊŋkl̩
undʊnt
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Furchtfʊʁçt
!
Mutterˈmʊtɐ
,
Mutterˈmʊtɐ
,
lasslas
unsʊns
einaɪ̯n
!
Oderˈoːdɐ
rufʁuːf
dendeːn
liebenˈliːbn̩
Vaterˈfaːtɐ
,
dassdas
ereːɐ̯
unsʊns
diedaɪ
Türtyːɐ̯
auftu'
!
in grosser Angst
FRAU
O
fänd'
ichɪç
Wasserˈvasɐ
,
diesdaɪs
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
zut͡suː
schweigenˈʃvaɪ̯ɡn̩
!
Die Flamme unteren Herd wird zusehends schwächer.
verhauchend
KINDERSTIMMEN
Mutterˈmʊtɐ
,
o
wehveː
!
Deindaɪ̯n
hartesˈhaʁtəs
Herzhɛʁt͡s
!
Die Frau sinkt vorne auf ein Bündel, wischt sich den Angstschweiss von der Stirne.
erscheint in der Tür mit einem vollgepackten Korb beladen; für sich, behaglich
BARAK
Trag'
ichɪç
diedaɪ
Wareˈvaːʁə
mirmiːɐ̯
selberˈzɛlbɐ
zut͡suː
Marktmaʁkt
,
spar'
ichɪç
dendeːn
Eselˈeːzl̩
,
derdeːɐ̯
sieziː
mirmiːɐ̯
schlepptʃlɛpt
.
Die Frau hebt sich mühsam, geht nach hinten an ihr Lager, hebt den Vorhang und sagt nichts.
kommt nach vorne
BARAK
Einaɪ̯n
gepriesenerɡəˈpʁiːzənɐ
Duftdʊft
vonfɔn
Fischenˈfɪʃn̩
undʊnt
Öløːl
.
Wasvas
kommstkɔmst
duduː
nichtnɪçt
essenˈɛsn̩
?
von rückwärts
FRAU
Hierhiːɐ̯
istɪst
deindaɪ̯n
Essenˈɛsn̩
.
Ichɪç
geh'
zurt͡suːɐ̯
Ruh'
.
Hierhiːɐ̯
istɪst
jetztjɛt͡st
deindaɪ̯n
Lagerˈlaːɡɐ
.
wird's gewahr, gemässigt unwillig
BARAK
Meinmaɪ̯n
Betteˈbɛtə
hierhiːɐ̯
?
Werveːɐ̯
hathat
dasdas
getanɡəˈtaːn
?
von ihrer Stelle
FRAU
Vonfɔn
morgenˈmɔʁɡn̩
abaːbeː
schlafenˈʃlaːfn̩
zweit͡svaɪ̯
Muhmenˈmuːmən
hierhiːɐ̯
,
denenˈdeːnən
richt'
ichɪç
dasdas
Lagerˈlaːɡɐ
zut͡suː
meinenˈmaɪ̯nn̩
Füssenˈfʏsn̩
alsals
meinenˈmaɪ̯nn̩
Mägdenˈmɛːkdn̩
.
Sozoː
istɪst
eseːs
gesprochenɡəˈʃpʁɔxn̩
,
undʊnt
sozoː
geschiehtɡəˈʃiːt
eseːs
.
Sie zieht den Vorhang vor.
indem er resigniert ein Stück Brot aus dem Gewand zieht, und, dieses essend, sich auf die Erde setzt
BARAK
Sieziː
habenˈhaːbm̩
mirmiːɐ̯
gesagtɡəˈzaːkt
,
dassdas
ihreˈiːʁə
Redeˈʁeːdə
seltsamˈzɛltzaːm
seinzaɪ̯n
wirdvɪʁt
undʊnt
ihriːɐ̯
Tuntjuːn
befremdlichbəˈfʁɛmtlɪç
diedaɪ
ersteˈeːɐ̯stə
Zeitt͡saɪ̯t
.
Aberˈaːbɐ
ichɪç
trageˈtʁaːɡə
eseːs
harthaʁt
,
undʊnt
dasdas
Essenˈɛsn̩
willvɪl
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
schmeckenˈʃmɛkn̩
.
STIMMEN DER WÄCHTER
Ihriːɐ̯
Gattenˈɡatn̩
iniˈʔɛn
dendeːn
Häusernˈhɔɪ̯zɐn
dieserˈdiːzɐ
Stadtʃtat
,
liebetˈliːbət
einanderaɪ̯ˈnandɐ
mehrmeːɐ̯
alsals
euerˈɔɪ̯ɐ
Lebenˈleːbm̩
undʊnt
wissetˈvɪsət
:
nichtnɪçt
umʊm
euresˈɔɪ̯ʁəs
Lebensˈleːbn̩s
willenˈvɪlən
istɪst
euchɔɪ̯ç
diedaɪ
Saatzaːt
desdɛs
Lebensˈleːbn̩s
anvertrautˈanfɛɐ̯ˌtʁaʊ̯t
,
sondernˈzɔndɐn
alleinaˈlaɪ̯n
umʊm
eurerˈɔʏ̯ɐ
Liebeˈliːbə
willenˈvɪlən
!
indem er sich umwendet
BARAK
Hörsthøːɐ̯st
duduː
diedaɪ
Wächterˈvɛçtɐ
,
Kindkɪnt
,
undʊnt
ihrenˈiːʁən
Rufʁuːf
?
Keine Antwort
STIMMEN DER WÄCHTER
Ihriːɐ̯
Gattenˈɡatn̩
,
diedaɪ
ihriːɐ̯
liebendˈliːbn̩t
euchɔɪ̯ç
iniˈʔɛn
Armenˈaʁmən
liegtliːkt
,
ihriːɐ̯
seidzaɪ̯t
diedaɪ
Brückeˈbʁʏkə
,
übermˈyːbɐm
Abgrundˈapˌɡʁʊnt
ausgespanntˈaʊ̯sɡəˌʃpant
,
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
diedaɪ
Totenˈtoːtn̩
wiederumˈviːdəʁʊm
insɪns
Lebenˈleːbm̩
gehnɡeːn
!
Geheiligtɡəˈhaɪ̯lɪkt
seizaɪ̯
eurerˈɔʏ̯ɐ
Liebeˈliːbə
Werkvɛʁk
!
horcht abermals, nach rückwärts gewendet, vergeblich; er seufzt tief auf und streckt sich zum Schlaf hin
BARAK
Sei's
denndɛn
!
ZWEITER AUFZUG
Des Färbers Wohnung. – Die Brüder blicken zur Tür herein, bepackt. Der Färber belädt sich, die Kaiserin, als Magd, hilft ihm dabei.
läuft an die Tür neigt sich bis zur Erde vor dem Färber
AMME
Kommkɔm
baldbalt
wiederˈviːdɐ
nachnaːx
Haushaʊ̯s
,
meinmaɪ̯n
Gebieterɡəˈbiːtɐ
,
denndɛn
meineˈmaɪ̯nə
Herrinˈhɛʁɪn
verzehrtˌfɛɐ̯ˈt͡seːɐ̯t
sichzɪç
vorfoːɐ̯
Sehnsuchtˈzeːnˌzʊxt
,
wennvɛn
duduː
nichtnɪçt
dadaː
bistbɪst
!
Barak geht. Die Amme läuft zur Frau hinüber
leise
AMME
Diedaɪ
Luftlʊft
istɪst
reinʁaɪ̯n
undʊnt
kostbarˈkɔstbaːɐ̯
diedaɪ
Zeitt͡saɪ̯t
!
Wieviː
ruf'
ichɪç
dendeːn
,
derdeːɐ̯
nunnuːn
hereinhɛˈʁaɪ̯n
sollzɔl
?
Die Frau hat sich gesetzt und das Tuch, mit dem ihr Kopf umwunden war, gelöst, ihr Haar ist mit Perlschnüren durchflochten. Die Kaiserin kniet vor ihr, hält ihr den Spiegel.
AMME
Oh
,
duduː
meineˈmaɪ̯nə
Herrinˈhɛʁɪn
seitzaɪ̯t
diesemˈdiːzm̩
Tageˈtaːɡə
,
gibɡiːp
mirmiːɐ̯
dochdɔx
Antwortˈantvɔʁt
!
Wieviː
sindzɪnt
deineˈdaɪ̯nə
Bräucheˈbʁɔɪ̯çə
?
Sollzɔl
dieseˈdiːzə
laufenˈlaʊ̯fm̩
?
Oderˈoːdɐ
ruf'
ichɪç
ihniːn
?
Mitmɪt
einemˈaɪ̯nəm
sehnsüchtigenˈzeːnˌzʏçtɪɡn̩
Rufʁuːf
?
Oderˈoːdɐ
einemˈaɪ̯nəm
fröhlichenˈfʁøːlɪçn̩
?
scharf
FRAU
Aufaʊ̯f
wenveːn
gehtɡeːt
diedaɪ
Redeˈʁeːdə
?
leise
AMME
Aufaʊ̯f
dendeːn
,
derdeːɐ̯
thronetˈtʁoːnət
iniˈʔɛn
deinemˈdaɪ̯nəm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
,
undʊnt
fürfyːɐ̯
dendeːn
duduː
dichdɪç
schmückestˈʃmʏkəst
!
ruhig
FRAU
Imiˈʔɛm
leerenˈleːʁən
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
wohnetˈvoːnət
keinerˈkaɪ̯nɐ
,
undʊnt
geschmücktɡəˈʃmʏkt
hab'
ichɪç
michmɪç
fürfyːɐ̯
dendeːn
Spiegelˈʃpiːɡl̩
.
verschlagen
AMME
Hörenˈhøːʁən
istɪst
Verstehenfɛɐ̯ˈʃteːən
,
o
meineˈmaɪ̯nə
Herrinˈhɛʁɪn
!
Sozoː
sprech'
ichɪç
vonfɔn
demdeːm
Sehnsuchtsverzehrten
,
demdeːm
deinesˈdaɪ̯nəs
offenenˈɔfənən
Haaresˈhaːʁəs
Wehenˈveːən
iniˈʔɛn
Träumenˈtʁɔɪ̯mən
geahntɡəˈʔaːnt
,
dochdɔx
niemalsˈniːmaːls
gesehenɡəˈzeːən
diedaɪ
Kniekniː
löstløːst
vorfoːɐ̯
Furchtfʊʁçt
undʊnt
Bangenˈbaŋən
:
verstattefɛɐ̯ˈʃtatə
,
dassdas
ichɪç
diesenˈdiːzn̩
rufeˈʁuːfə
zurt͡suːɐ̯
Schwelleˈʃvɛlə
derdeːɐ̯
Sehnsuchtˈzeːnˌzʊxt
undʊnt
derdeːɐ̯
Erhörung
!
steht auf
FRAU
Ichɪç
weissvaɪ̯s
vonfɔn
keinemkaɪ̯nəm
Manneˈmanə
ausserˈaʊ̯sɐ
ihmiːm
,
derdeːɐ̯
ausaʊ̯s
demdeːm
Hauseˈhaʊ̯zə
gingɡɪŋ
.
dicht an ihr
AMME
O
duduː
Augapfelˈaʊ̯kˌʔap͡fl̩
meinerˈmaɪ̯nɐ
Träumeˈtʁɔɪ̯mə
!
Dendeːn
flüchtigˈflʏçtɪk
Begegnetenbəˈɡeːɡnətn̩
,
heimlichˈhaɪ̯mlɪç
Ersehntenɛɐ̯ˈzeːntn̩
,
dendeːn
duduː
mitmɪt
niedergeschlagenenˈniːdɐɡəˌʃlaːɡənən
Augenˈaʊ̯ɡn̩
dennochˈdɛnɔx
ansahest
undʊnt
warstvaːɐ̯st
ihmiːm
zut͡suː
Willenˈvɪlən
iniˈʔɛn
deinenˈdaɪ̯nən
Gedankenɡəˈdaŋkn̩
erbarmeɛɐ̯ˈbaʁmə
dichdɪç
seinerˈzaɪ̯nɐ
!
errötend, verwirrt
FRAU
Werveːɐ̯
bistbɪst
denndɛn
duduː
?
Wieviː
nimmstnɪmst
duduː
michmɪç
denndɛn
?
schnell, triumphierend
AMME
Wirviːɐ̯
bringenˈbʁɪŋən
ihniːn
dirdiːɐ̯
,
zut͡suː
demdeːm
duduː
jetztjɛt͡st
ebenˈeːbn̩
mitmɪt
süssem
Errötenɛɐ̯ˈʁøːtn̩
deindaɪ̯n
Denkenˈdɛŋkn̩
geschicktɡəˈʃɪkt
!
FRAU
Lachenˈlaxn̩
mussmʊs
ichɪç
überˈyːbɐ
dichdɪç
!
Wennvɛn
ichɪç
dirdiːɐ̯
sageˈzaːɡə
:
ichɪç
weissvaɪ̯s
kaumkaʊ̯m
diedaɪ
Gasseˈɡasə
,
wovoː
ichɪç
ihniːn
traftʁaːf
,
nichtnɪçt
dasdas
Viertelˈfiːɐ̯tl̩
derdeːɐ̯
Stadtʃtat
nochnɔx
seinenˈzaɪ̯nən
Namenˈnaːmən
!
AMME
Nunnuːn
schliess[ˈʃliːsən]
deineˈdaɪ̯nə
Augenˈaʊ̯ɡn̩
undʊnt
rufʁuːf
ihniːn
dirdiːɐ̯
!
Undʊnt
schlägstʃlɛːkst
duduː
sieziː
aufaʊ̯f
,
stehtʃteːt
ereːɐ̯
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
!
ihren Gedanken nachhängend
FRAU
Nurnuːɐ̯
,
dassdas
ichɪç
aufaʊ̯f
einerˈaɪ̯nɐ
Brückeˈbʁʏkə
gingɡɪŋ
unterˈʊntɐ
vielenˈfiːlən
Menschenˈmɛnʃn̩
,
alsals
einerˈaɪ̯nɐ
mirmiːɐ̯
entgegenkamɛntˈɡeːɡn̩ˌkaːm
,
einaɪ̯n
Knabeˈknaːbə
fastfast
,
derdeːɐ̯
meinerˈmaɪ̯nɐ
nichtnɪçt
achteteˈaxtətə
nimmt verstohlen einen Strohwisch vom Boden
AMME
Duduː
Besenˈbeːzn̩
,
leihlaɪ̯
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Gestaltɡəˈʃtalt
!
Undʊnt
Kesselˈkɛsl̩
duduː
,
leihlaɪ̯
mirmiːɐ̯
deineˈdaɪ̯nə
Stimmeˈʃtɪmə
!
zur Amme
KAISERIN
Wehveː
!
Mussmʊs
diesdaɪs
geschehenɡəˈʃeːən
vorfoːɐ̯
meinenˈmaɪ̯nn̩
Augenˈaʊ̯ɡn̩
?
leise
AMME
Zut͡suː
gutemˈɡuːtəm
Handelˈhandl̩
undʊnt
dirdiːɐ̯
zut͡suː
Gewinnɡəˈvɪn
.
Sie gleitet zur Frau hin, birgt den Strohwisch hinterm Rücken.
AMME
Geschlossenɡəˈʃlɔsn̩
deindaɪ̯n
Aug'
undʊnt
geöffnetɡəˈʔœfnət
deindaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
,
duduː
Lieblicheˈliːplɪçə
,
duduː
!
Sie wirft den Strohwisch über die Frau. Es blitzt auf und nachher bleibt das Licht verändert.
vor sich, flüsternd, währenddem die Frau laut denkt
KAISERIN
Sindzɪnt
sozoː
diedaɪ
Menschenˈmɛnʃn̩
?
Sozoː
feilfaɪ̯l
ihriːɐ̯
Herzhɛʁt͡s
?
AMME
Kielkröpfe
undʊnt
Molcheˈmɔlçə
sindzɪnt
zut͡suː
schauenˈʃaʊ̯ən
sozoː
lustigˈlʊstɪk
alsals
sieziː
!
mit geschlossenen Augen, monologisch fortlaufend
FRAU
Derdeːɐ̯
meinerˈmaɪ̯nɐ
nichtnɪçt
achteteˈaxtətə
mitmɪt
hochmütigemˈhoːxˌmyːtɪɡəm
Blickblɪk
undʊnt
desdɛs
ichɪç
gedachteɡəˈdaxtə
heimlichˈhaɪ̯mlɪç
,
zuweilent͡suˈvaɪ̯lən
,
umʊm
Träumensˈtʁɔɪ̯mən
willenˈvɪlən
!
entschieden
AMME
Eseːs
istɪst
anaːˈʔɛn
derdeːɐ̯
Zeitt͡saɪ̯t
,
herbeihɛɐ̯ˈbaɪ̯
,
meinmaɪ̯n
Gebieterɡəˈbiːtɐ
!
Sie klatscht in die Hände. Es steht ein Jüngling da, wie entseelt.
Zwei kleine dunkle Gestalten stützen ihn, die sogleich verschwinden.
mit offenen Augen
FRAU
Ereːɐ̯
undʊnt
derdeːɐ̯
gleicheˈɡlaɪ̯çə
!
Undʊnt
dochdɔx
nichtnɪçt
!
dicht bei dem Jüngling, der allmählich sich belebt
AMME
Umʊm
ihretwillenˈiːʁətˌvɪlən
bistbɪst
duduː
hierhiːɐ̯
,
duduː
Vielersehnter
!
läuft zur Frau hinüber
AMME
Wieviː
istɪst
dirdiːɐ̯
umʊm
jedeˈjeːdə
Stundeˈʃtʊndə
,
dadaː
duduː
diesenˈdiːzn̩
nichtnɪçt
gekanntɡəˈkant
hasthast
?
FRAU
Ichɪç
willvɪl
hinwegˈhɪnˌveːk
undʊnt
michmɪç
verbergenfɛɐ̯ˈbɛʁɡn̩
!
Der Jüngling steht gesenkten Kopfes.
Die Frau hebt unwillkürlich die Hände gegen ihn.
zwischen beiden
AMME
Seizaɪ̯
schnellʃnɛl
,
meinmaɪ̯n
Gebieterɡəˈbiːtɐ
!
Undʊnt
kühnkyːn
,
duduː
Herrinˈhɛʁɪn
!
Unsagbarʊnˈzaːkbaːɐ̯
fliehendˈfliːənt
istɪst
solchesˈzɔlçəs
Glückɡlʏk
!
aus der Luft
CHOR
Seizaɪ̯
schnellʃnɛl
,
meinmaɪ̯n
Gebieterɡəˈbiːtɐ
!
Undʊnt
kühnkyːn
,
duduː
Herrinˈhɛʁɪn
!
Unsagbarʊnˈzaːkbaːɐ̯
fliehendˈfliːənt
istɪst
dasdas
Glückɡlʏk
!
Die Amme läuft zur Kaiserin hin, zieht sie nach rückwärts.
macht sich jäh los, horcht hinaus
KAISERIN
Achax
!
Weheˈveːə
!
Dassdas
sieziː
sichzɪç
treffenˈtʁɛfn̩
müssenˈmʏsn̩
,
derdeːɐ̯
Diebdiːp
undʊnt
derdeːɐ̯
,
demdeːm
dasdas
Haushaʊ̯s
gehörtɡəˈhøːɐ̯t
,
derdeːɐ̯
mitmɪt
demdeːm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
undʊnt
derdeːɐ̯
ohneˈoːnə
Herzhɛʁt͡s
!
läuft nach vorne
AMME
Voneinanderfɔnʔaɪ̯ˈnandɐ
!
Ihriːɐ̯
istɪst
gegebenɡəˈɡeːbm̩
,
zut͡suː
hörenˈhøːʁən
,
wasvas
fernfɛʁn
istɪst
,
sieziː
meldetˈmɛldət
:
derdeːɐ̯
Färberˈfɛʁbɐ
kehrtkeːɐ̯t
nachnaːx
Hauseˈhaʊ̯zə
!
Sie wirft ihren Mantel über den Jüngling, der Raum verdunkelt sich jäh, und als es wieder hell wird, ist der Knabe verschwunden. Zu der Amme Füssen liegt der Strohwisch, den sie aufnimmt und in einer Mauernische verbirgt.
Die Tür geht auf, Barak tritt ein, eine riesengrosse kupferne Schüssel auf den Armen tragend, ihm voraus der Einäugige, den Dudelsack spielend, der Bucklige, bekränzt und ein grosses Weingefäss schleppend, der Einarmige, mit noch einer kleineren Schüssel, Bettelkinder drängen sich ihnen nach zur Tür herein.
stolz und glücklich auf die Frau zu
BARAK
Wasvas
istɪst
nunnuːn
deineˈdaɪ̯nə
Redeˈʁeːdə
,
duduː
Prinzessinpʁɪnˈt͡sɛsɪn
,
vorfoːɐ̯
dieserˈdiːzɐ
Mahlzeitˈmaːlˌt͡saɪ̯t
,
duduː
Wählerischeˈvɛːləʁɪʃə
?
Die Frau kehrt ihm den Rücken.
haben sich rechts in eine Reihe gestellt
DIE BRÜDER
O
Tagtaːk
desdɛs
Glücksɡlʏks
,
o
Abendˈaːbm̩t
derdeːɐ̯
Gnadeˈɡnaːdə
!
Dasdas
warvaːɐ̯
einaɪ̯n
Einkaufˈaɪ̯nˌkaʊ̯f
!
Schlagʃlaːk
abaːbeː
,
duduː
Schlachterˈʃlaxtɐ
,
abaːbeː
vomfɔm
Kalbeˈkalbə
undʊnt
abaːbeː
vomfɔm
Hammelˈhaml̩
!
Undʊnt
herheːɐ̯
mitmɪt
demdeːm
Hahnhaːn
!
Duduː
Bratenbrater
,
heraushɛˈʁaʊ̯s
mitmɪt
demdeːm
Spiessʃpiːs
!
Heranhɛˈʁan
,
duduː
Bäckerˈbɛkɐ
,
mitmɪt
demdeːm
Gebackenenɡəˈbakənən
undʊnt
duduː
,
Verdächtigerfɛɐ̯ˈdɛçtɪɡɐ
,
herheːɐ̯
mitmɪt
demdeːm
Weinvaɪ̯n
!
Wennvɛn
wirviːɐ̯
einkaufenˈaɪ̯nˌkaʊ̯fn̩
,
dasdas
istɪst
einaɪ̯n
Einkaufˈaɪ̯nˌkaʊ̯f
!
O
Tagtaːk
desdɛs
Glücksɡlʏks
,
o
Abendˈaːbm̩t
derdeːɐ̯
Gnadeˈɡnaːdə
!
fallen ein
BETTELKINDER
O
Tagtaːk
desdɛs
Glücksɡlʏks
,
o
Abendˈaːbm̩t
derdeːɐ̯
Gnadeˈɡnaːdə
!
ohne Barak voll anzusehen
FRAU
Wahrlichˈvaːɐ̯lɪç
,
eseːs
istɪst
angelegtˈanɡəˌleːkt
aufsaʊ̯fs
Zertretent͡sɛɐ̯ˈtʁeːtn̩
desdɛs
Zartenˈt͡saːɐ̯tn̩
,
undʊnt
eseːs
siegtziːkt
dasdas
Plumpeˈplʊmpə
,
undʊnt
demdeːm
,
derdeːɐ̯
Brotbʁoːt
willvɪl
,
wirdvɪʁt
einaɪ̯n
Steinʃtaɪ̯n
gegebenɡəˈɡeːbm̩
!
Undʊnt
werveːɐ̯
vonfɔn
derdeːɐ̯
Schüsselˈʃʏsl̩
derdeːɐ̯
Träumeˈtʁɔɪ̯mə
kosteteˈkɔstətə
,
zut͡suː
demdeːm
tretenˈtʁeːtn̩
Tiereˈtiːʁə
undʊnt
haltenˈhaltn̩
ihmiːm
dendeːn
Wegwurf
hinhɪn
vomfɔm
Tischtɪʃ
desdɛs
Glücklichenˈɡlʏklɪçn̩
,
undʊnt
ereːɐ̯
hathat
nichtsnɪçt͡s
,
wohinvoˈhɪn
ereːɐ̯
sichzɪç
flüchteˈflʏçtə
,
alsals
iniˈʔɛn
seineˈzaɪ̯nə
Tränenˈtʁɛːnən
!
Dasdas
istɪst
meineˈmaɪ̯nə
Redeˈʁeːdə
,
duduː
glückseligerˈɡlʏkˌzeːlɪɡɐ
Barak
!
Die Tränen überwältigen sie, sie setzt sich abseits und verbirgt ihr Gesicht in den Händen.
hat seine Schüssel auf die Erde gestellt, nach einer Pause der Resignation
BARAK
Essetˈɛsət
,
ihriːɐ̯
Brüderˈbʁyːdɐ
,
undʊnt
lassetˈlasət
euchɔɪ̯ç
wohlvoːl
seinzaɪ̯n
!
Ihreˈiːʁə
Zungeˈt͡sʊŋə
istɪst
spitzʃpɪt͡s
,
undʊnt
ihriːɐ̯
Sinnzɪn
istɪst
launischˈlaʊ̯nɪʃ
,
aberˈaːbɐ
nichtnɪçt
schlimmʃlɪm
undʊnt
ihreˈiːʁə
Redenˈʁeːdn̩
sindzɪnt
gesegnetɡəˈzeːɡnət
mitmɪt
demdeːm
Segenˈzeːɡn̩
derdeːɐ̯
Widerruflichkeit
umʊm
ihresˈiːʁəs
reinenˈʁaɪ̯nən
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
willenˈvɪlən
undʊnt
ihrerˈiːʁɐ
Jugendˈjuːɡn̩t
.
Die Brüder lagern auf der Erde und haben sich über die Schüsseln hergemacht, die Bettelkinder um sie; Barak stopft den Kindern gute Bissen in den Mund. In der Tür sammeln sich Nachbarn, alte Weiber Krüppel, noch mehr Kinder an, auch Hunde.
Barak winkt die Magd heran.
BARAK
Kommkɔm
herheːɐ̯
,
duduː
stillgehende
Muhmeˈmuːmə
,
dadaː
istɪst
fürfyːɐ̯
dichdɪç
!
Undʊnt
gehɡeː
hinhɪn
zut͡suː
derdeːɐ̯
Fraufʁaʊ̯
:
oboːˈbeː
sieziː
nichtnɪçt
willvɪl
vomfɔm
Zuckerwerkˈt͡sʊkɐˌvɛʁk
oderˈoːdɐ
vomfɔm
Eingemachtenˈaɪ̯nɡəˌmaxtn̩
mitmɪt
Zimmetˈt͡sɪmət
.
Die Kaiserin schickt sich an, zu der Frau hinüberzugehen.
fährt auf
FRAU
Meinenˈmaɪ̯nn̩
Pantoffelpanˈtɔfl̩
iniˈʔɛn
deindaɪ̯n
Gesichtɡəˈzɪçt
,
duduː
Schleichendeˈʃlaɪ̯çn̩də
!
Bitternisˈbɪtɐnɪs
willvɪl
ichɪç
tragenˈtʁaːɡn̩
imiˈʔɛm
Mundmʊnt
undʊnt
nichtnɪçt
sieziː
verzuckern
!
Wasvas
brauch'
ichɪç
Gewürzeɡəˈvʏʁt͡sə
,
derdeːɐ̯
Gramɡʁaːm
verbrenntfɛɐ̯ˈbʁɛnt
michmɪç
!
Umʊm
derdeːɐ̯
grausamenˈɡʁaʊ̯ˌzaːmən
Tückeˈtʏkə
willenˈvɪlən
undʊnt
desdɛs
erbärmlichenˌɛɐ̯ˈbɛʁmlɪçn̩
Geschickesɡəˈʃɪkəs
!
unter dem Essen durcheinander
DIE BRÜDER
Werveːɐ̯
achtetˈaxtət
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
undʊnt
Geschreiɡəˈʃʁaɪ̯
einesˈaɪ̯nəs
Weibesˈvaɪ̯bəs
?
Aberˈaːbɐ
derdeːɐ̯
Langmütigeˈlaŋˌmyːtɪç
,
derdeːɐ̯
bistbɪst
duduː
vonfɔn
jejeː
!
Undʊnt
derdeːɐ̯
Grossmütige
vomfɔm
Mutterleibˈmʊtɐˌlaɪ̯p
!
Undʊnt
derdeːɐ̯
Wohltätigeˈvoːlˌtɛːtɪɡə
!
Undʊnt
derdeːɐ̯
Freigebigeˈfʁaɪ̯ˌɡeːbɪɡə
!
Dasdas
bistbɪst
duduː
!
Oh
,
unserˈʊnzɐ
allerˈalɐ
Vaterˈfaːtɐ
!
O
Tagtaːk
desdɛs
Glücksɡlʏks
,
o
Abendˈaːbm̩t
derdeːɐ̯
Gnadeˈɡnaːdə
!
neigen sich, halbtrunken, küssen die Erde vor Barak
zugleich mit ihr und ihnen; fromm, mit ungesuchter Feierlichkeit
BARAK
Hierhiːɐ̯
istɪst
vomfɔm
Gutenˈɡuːtn̩
,
lassetˈlasət
euchɔɪ̯ç
wohlvoːl
seinzaɪ̯n
,
meineˈmaɪ̯nə
Brüderˈbʁyːdɐ
,
undʊnt
freuetˈfʁɔɪ̯ət
euchɔɪ̯ç
,
dassdas
ihriːɐ̯
lebtleːpt
!
Eseːs
istɪst
euchɔɪ̯ç
gegönntɡəˈɡœnt
,
undʊnt
ihriːɐ̯
seidzaɪ̯t
mirmiːɐ̯
anstattanˈʃtat
derdeːɐ̯
Kinderˈkɪndɐ
!
neigen sich vor Barak
BETTELKINDER
Oh
,
duduː
Färberˈfɛʁbɐ
unterˈʊntɐ
dendeːn
Färbernˈfɛʁbɐn
undʊnt
unserˈʊnzɐ
allerˈalɐ
Vaterˈfaːtɐ
!
O
Tagtaːk
desdɛs
Glücksɡlʏks
,
o
Abendˈaːbm̩t
derdeːɐ̯
Gnadeˈɡnaːdə
!
Das kaiserliche Falknerhaus, einsam im Walde. Mondlicht zwischen den Bäumen. Der Kaiser kommt geritten, steigt leise vom Pferde, nähert sich lautlos, bleibt hinter einem Baum verborgen, von wo er den Eingang und das eine Fenster des kleinen Hauses vor Augen hat. Die Tür ist geschlossen.
KAISER
Falkeˈfalkə
,
Falkeˈfalkə
,
duduː
wiedergefundenerˈviːdɐɡəˌfʊndənɐ
wovoː
führstfyːɐ̯st
duduː
michmɪç
hinhɪn
,
klugerˈkluːɡɐ
Vogelˈfoːɡl̩
?
»
Dasdas
Falknerhaus
,
einsamˈaɪ̯nzaːm
imiˈʔɛm
Waldeˈvaldə
,
sollzɔl
diedaɪ
dreidʁaɪ̯
Tageˈtaːɡə
mirmiːɐ̯
Wohnungˈvoːnʊŋ
seinzaɪ̯n
niemandˈniːmant
umʊm
michmɪç
alsals
diedaɪ
Ammeˈamə
alleinaˈlaɪ̯n
,
ferneˈfɛʁnə
dendeːn
Menschenˈmɛnʃn̩
,
verborgenfɛɐ̯ˈbɔʁɡn̩
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
–«
Sozoː
schriebʃʁiːp
meineˈmaɪ̯nə
Fraufʁaʊ̯
sieziː
gab's
demdeːm
Botenˈboːtn̩
,
künstlichˈkʏnstlɪç
ihriːɐ̯
Haarband
umflochtʊmˈflɔxt
dendeːn
Briefbʁiːf
.
Nunnuːn
führstfyːɐ̯st
duduː
michmɪç
überˈyːbɐ
Bergbɛʁk
undʊnt
Flussflʊs
hierherˈhiːɐ̯ˈheːɐ̯
dendeːn
Wegveːk
,
Seltsamerˈzɛltzaːmɐ
duduː
Sollzɔl
ichɪç
michmɪç
bergenˈbɛʁɡn̩
hierhiːɐ̯
imiˈʔɛm
Schattenˈʃatn̩
alsals
ihriːɐ̯
Jägerˈjɛːɡɐ
immerdarɪmɐˈdaːɐ̯
?
Hasthast
duduː
darumˈdaːʁʊm
michmɪç
hergeführtˈheːɐ̯ɡəˌfyːɐ̯t
?
Schläftʃlɛːft
sieziː
?
Michmɪç
dünktdʏŋkt
,
dasdas
Haushaʊ̯s
istɪst
leerleːɐ̯
!
Falkeˈfalkə
,
meinmaɪ̯n
Falkeˈfalkə
,
wasvas
istɪst
mirmiːɐ̯
dasdas
?
Wovoː
istɪst
deineˈdaɪ̯nə
Herrinˈhɛʁɪn
zut͡suː
nächtiger
Zeitt͡saɪ̯t
?
Falkeˈfalkə
,
mirmiːɐ̯
istɪst
:
zurt͡suːɐ̯
unrechtenˈʊnˌʁɛçtn̩
Stundeˈʃtʊndə
hasthast
duduː
michmɪç
hierhergeführt
.
er lauscht
KAISER
Stillʃtɪl
,
meinmaɪ̯n
Falkeˈfalkə
,
undʊnt
horchhɔʁç
mitmɪt
mirmiːɐ̯
!
Eseːs
kommtkɔmt
gegangenɡəˈɡaŋən
,
eseːs
kommtkɔmt
geschwebtɡəˈʃveːpt
istɪst
dasdas
diedaɪ
Beuteˈbɔɪ̯tə
,
diedaɪ
duduː
mirmiːɐ̯
schlägstʃlɛːkst
?
Stilleˈʃtɪlə
Die Amme, hinter ihr die Kaiserin, kommen zwischen den Bäumen herangeschwebt und stehen zwischen den Bäumen; sie sind mit wenigen lautlosen Schritten auf der Schwelle, die Amme öffnet, sie schlüpfen ins Haus, das sich von innen erleuchtet.
KAISER
O
wehveː
,
Falkeˈfalkə
,
o
wehveː
!
Wovoː
kommtkɔmt
sieziː
herheːɐ̯
!
Weheˈveːə
,
o
wehveː
!
Menschendunst
hängthɛŋt
anaːˈʔɛn
ihriːɐ̯
,
Menschenatem
folgtfɔlkt
ihriːɐ̯
nachnaːx
,
weheˈveːə
,
dassdas
sieziː
mirmiːɐ̯
lügenˈlyːɡn̩
kannkan
weheˈveːə
,
dassdas
sieziː
nunnuːn
sterbenˈʃtɛʁbn̩
mussmʊs
!
Er zieht einen Pfeil aus dem Köcher
KAISER
Pfeilp͡faɪ̯l
,
meinmaɪ̯n
Pfeilp͡faɪ̯l
,
duduː
musstmʊst
sieziː
tötenˈtøːtn̩
,
diedaɪ
meineˈmaɪ̯nə
weisse
Gazelleɡaˈt͡sɛlə
warvaːɐ̯
!
Wehveː
!
Dadaː
duduː
sieziː
ritztestˈʁɪt͡stəst
,
wardvaʁt
sieziː
einaɪ̯n
Weibvaɪ̯p
!
Duduː
bistbɪst
nichtnɪçt
,
derdeːɐ̯
sieziː
tötenˈtøːtn̩
darfdaʁf
.
Er stösst den Pfeil wieder in den Köcher, zieht das Schwert halb aus der Scheide.
KAISER
Schwertʃveːɐ̯t
,
meinmaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
,
duduː
musstmʊst
aufaʊ̯f
sieziː
!
Wehveː
,
ihrenˈiːʁən
Gürtelˈɡʏʁtl̩
hasthast
duduː
gelöstɡəˈløːst
duduː
bistbɪst
nichtnɪçt
,
derdeːɐ̯
sieziː
tötenˈtøːtn̩
darfdaʁf
!
Er stösst das Schwert wieder in die Scheide.
KAISER
Undʊnt
meineˈmaɪ̯nə
nacktenˈnaktn̩
Händeˈhɛndə
!
Wehveː
!
Meineˈmaɪ̯nə
Händeˈhɛndə
vermögenfɛɐ̯ˈmøːɡn̩
eseːs
nichtnɪçt
!
Weheˈveːə
,
o
wehveː
!
Aufaʊ̯f
,
meinmaɪ̯n
Pferdp͡feːɐ̯t
,
undʊnt
duduː
,
Falkeˈfalkə
,
voranfoˈʁan
!
Undʊnt
führfyːɐ̯
michmɪç
hinwegˈhɪnˌveːk
vonfɔn
diesemˈdiːzm̩
Ortɔʁt
,
wohinvoˈhɪn
deindaɪ̯n
tückischesˈtʏkɪʃəs
Herzhɛʁt͡s
dichdɪç
heisst
,
führfyːɐ̯
michmɪç
insɪns
ödeˈøːdə
Felsengeklüft
,
wovoː
keinkaɪ̯n
Menschmɛnʃ
undʊnt
keinkaɪ̯n
Tiertiːɐ̯
meineˈmaɪ̯nə
Klagenˈklaːɡn̩
hörthøːɐ̯t
!
Weheˈveːə
,
o
wehveː
!
Des Färbers Wohnung. – Barak schafft. – Die Frau und die Amme tauschen ungeduldige Blicke.
halblaut vor sich hin
FRAU
Eseːs
gibtɡiːpt
derenˈdeːʁən
,
diedaɪ
habenˈhaːbm̩
immerˈɪmɐ
Zeitt͡saɪ̯t
,
undʊnt
istɪst
derdeːɐ̯
Marktmaʁkt
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
,
sozoː
kommenˈkɔmən
sieziː
auchaʊ̯x
nochnɔx
zurechtt͡suːˈʁɛçt
.
wendet den Kopf nach ihr
BARAK
Schonʃoːn
geh'
ichɪç
.
Eseːs
istɪst
heisshaɪ̯s
.
Ichɪç
habeˈhaːbə
schwerʃveːɐ̯
geschafftɡəˈʃaft
seitzaɪ̯t
diesemˈdiːzm̩
Morgenˈmɔʁɡn̩
,
undʊnt
nichtnɪçt
vielfiːl
vorfoːɐ̯
michmɪç
gebrachtɡəˈbʁaxt
.
Gibɡiːp
mirmiːɐ̯
zut͡suː
trinkenˈtʁɪŋkn̩
,
Fraufʁaʊ̯
!
ohne sich zu wenden
FRAU
Sindzɪnt
Mägdeˈmɛːkdə
dadaː
.
Die Amme giesst ein, tut verstohlen einen Saft in den Trunk.
ohne hinzusehen
BARAK
Gibstɡiːpst
duduː
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
?
Die Amme gibt der Kaiserin das Gefäss. Die Frau, mit ausgestrecktem Arm, heisst sie, es dem Herrn zu bringen.
Die Kaiserin bringt es hin.
trinkt
BARAK
Michmɪç
schläfertˈʃlɛːfɐt
.
Eseːs
istɪst
heisshaɪ̯s
.
vor Ungeduld, singt höhnisch vor sich hin
FRAU
Sagzaːk
:
ichɪç
geh'
undʊnt
bleibeˈblaɪ̯bə
sitzenˈzɪt͡sn̩
!
Sagzaːk
:
ichɪç
tu'
undʊnt
lasslas
eseːs
seinzaɪ̯n
!
Binbɪn
ichɪç
dochdɔx
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
imiˈʔɛm
Haushaʊ̯s
!
Hab'
eseːs
halthalt
,
sozoː
istɪst
eseːs
meinmaɪ̯n
,
Haushaʊ̯s
undʊnt
Herdheːɐ̯t
undʊnt
Bettbɛt
undʊnt
Weibvaɪ̯p
!
ohne Zorn
BARAK
Michmɪç
schläfertˈʃlɛːfɐt
sehrzeːɐ̯
.
Ichɪç
mussmʊs
hierhiːɐ̯
liegenˈliːɡn̩
,
Fraufʁaʊ̯
.
Zut͡suː
Abendˈaːbm̩t
danndan
trag'
ichɪç
diedaɪ
Wareˈvaːʁə
zut͡suː
Marktmaʁkt
.
schläft auf einem Sack Kräuter ein
höhnisch wild singend
FRAU
Undʊnt
sparstʃpaːɐ̯st
dendeːn
Eselˈeːzl̩
,
derdeːɐ̯
sieziː
dirdiːɐ̯
schlepptʃlɛpt
!
Sparstʃpaːɐ̯st
dendeːn
Eselˈeːzl̩
,
derdeːɐ̯
dirdiːɐ̯
sieziː
schlepptʃlɛpt
!
läuft zu ihr leise
AMME
Herrinˈhɛʁɪn
,
halthalt
inneɪnə
mitmɪt
Schreienˈʃʁaɪ̯ən
undʊnt
Zürnenˈt͡sʏʁnən
!
Ichɪç
hab'
ihmiːm
einenˈaɪ̯nən
Schlaftrunkˈʃlaːfˌtʁʊŋk
eingeschüttetˈaɪ̯nɡəˌʃʏtət
!
FRAU
Werveːɐ̯
hiess
dichdɪç
dasdas
tuntjuːn
?
ängstlich
FRAU
Barak
!
Barak
!
Sie geht hinüber sieht den Schlafenden an.
zieht sie weg
AMME
Ereːɐ̯
schläftʃlɛːft
bisbɪs
anaːˈʔɛn
dendeːn
Morgenˈmɔʁɡn̩
.
Ihmiːm
istɪst
wohlvoːl
.
Vielfiːl
schöneˈʃøːnə
Stundenˈʃtʊndn̩
,
Herrinˈhɛʁɪn
,
sindzɪnt
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
.
FRAU
Werveːɐ̯
hathat
dichdɪç
gelehrtɡəˈleːɐ̯t
,
welcheˈvɛlçə
Stundeˈʃtʊndə
mirmiːɐ̯
schönʃøːn
heisst
?
Ichɪç
willvɪl
ausgehenˈaʊ̯sˌɡeːən
!
Duduː
bleibblaɪ̯p
dahintendaˈhɪntn̩
.
Ichɪç
willvɪl
nichtnɪçt
iniˈʔɛn
deinenˈdaɪ̯nən
Händenˈhɛndn̩
seinzaɪ̯n
,
undʊnt
dassdas
duduː
ausspähestˈaʊ̯sˌʃpɛːəst
allaːʔɛlˈʔɛl
meinmaɪ̯n
Verborgenesfɛɐ̯ˈbɔʁɡənəs
,
duduː
alteˈaltə
weissvaɪ̯s
undʊnt
schwarzʃvaʁt͡s
gefleckteɡəˈflɛktə
Schlangeˈʃlaŋə
!
AMME
Willstvɪlst
duduː
dendeːn
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Ferneˈfɛʁnə
suchenˈzuːxn̩
,
Herrinˈhɛʁɪn
,
derdeːɐ̯
deinerˈdaɪ̯nɐ
harretˈhaʁət
undʊnt
deinesˈdaɪ̯nəs
Winkesˈvɪŋkəs
?
Gewähreɡəˈvɛːʁə
:
ichɪç
breit'
ihniːn
vorfoːɐ̯
deineˈdaɪ̯nə
Füsseˈfyːsə
undʊnt
sprichʃpʁɪç
eseːs
ausaʊ̯s
:
ereːɐ̯
darfdaʁf
heranhɛˈʁan
!
spitz und scharf
FRAU
Spräch'
ichɪç
eseːs
ausaʊ̯s
undʊnt
sprächeˈʃpʁɛːçə
einerleiˈaɪ̯nɐˈlaɪ̯
Redeˈʁeːdə
mitmɪt
dirdiːɐ̯
,
eseːs
wäreˈvɛːʁə
einerleiˈaɪ̯nɐˈlaɪ̯
Redeˈʁeːdə
nichtnɪçt
.
Derdeːɐ̯
darfdaʁf
wohlvoːl
heranhɛˈʁan
,
derdeːɐ̯
,
dendeːn
ichɪç
meineˈmaɪ̯nə
dochdɔx
ebenˈeːbn̩
vonfɔn
dirdiːɐ̯
darfdaʁf
nichtsnɪçt͡s
heranhɛˈʁan
:
darumˈdaːʁʊm
auchaʊ̯x
ereːɐ̯
nichtnɪçt
.
allmählich in verändertem Ton
FRAU
Vonfɔn
ihmiːm
darfdaʁf
heranhɛˈʁan
,
wasvas
duduː
nieniː
wahrnimmstˈvaːɐ̯ˌnɪmst
:
wasvas
nieniː
anaːˈʔɛn
deinerˈdaɪ̯nɐ
Handhant
sichzɪç
mirmiːɐ̯
nahtnaːt
.
träumerisch, sehnsüchtig
FRAU
Vonfɔn
wovoː
derdeːɐ̯
Strandʃtʁant
nieniː
betretenbəˈtʁeːtn̩
wurdeˈvʊʁdə
,
beträtebəˈtʁɛːtə
ihniːn
einerˈaɪ̯nɐ
vonfɔn
dortdɔʁt
herheːɐ̯
,
demdeːm
wehrteˈveːɐ̯tə
keineˈkaɪ̯nə
Mauerˈmaʊ̯ɐ
undʊnt
keinkaɪ̯n
Riegelˈʁiːɡl̩
.
schnell
AMME
Ichɪç
ruf'
ihniːn
!
Ein Dunkelwerden, ein Blitz. Die Amme führt an ihrer Hand die Erscheinung des Jünglings heran.
FRAU
Schlangeˈʃlaŋə
,
wasvas
hab'
ichɪç
mitmɪt
dirdiːɐ̯
zut͡suː
schaffenˈʃafn̩
!
undʊnt
solchenˈzɔlçn̩
,
diedaɪ
duduː
bringestˈbʁɪŋəst
!
mit geisterhafter hoher Stimme
JÜNGLING
Werveːɐ̯
tuttuːt
mirmiːɐ̯
dasdas
,
dassdas
ichɪç
jähjɛː
mussmʊs
stehenˈʃteːən
vorfoːɐ̯
meinerˈmaɪ̯nɐ
Herrinˈhɛʁɪn
!
Derdeːɐ̯
Machtmaxt
istɪst
zut͡suː
vielfiːl
!
Zut͡suː
jähjɛː
diedaɪ
Gewaltɡəˈvalt
!
kniet nieder verhüllt sich
mit verstellter Härte, ohne den Jüngling eines Blickes zu würdigen
FRAU
Werveːɐ̯
heisst
eineˈaɪ̯nə
alteˈaltə
Vettelˈfɛtəl
wissenˈvɪsn̩
,
wasvas
ihriːɐ̯
zut͡suː
wissenˈvɪsn̩
nichtnɪçt
getanɡəˈtaːn
istɪst
?
mit gespielter Verachtung, indem sie den Jüngling mit einem koketten Blick streift
FRAU
Meineˈmaɪ̯nə
Tücherˈtyːçɐ
herheːɐ̯
!
Ichɪç
warvaːɐ̯
gewilltɡəˈvɪlt
,
insɪns
Freieˈfʁaɪ̯ə
undʊnt
aufaʊ̯f
demdeːm
Flussflʊs
zut͡suː
fahrenˈfaːʁən
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Kühleˈkyːlə
.
als wollte sie fort
zu ihr, umschlingt ihre Füsse; dringend, feurig
AMME
Peinvoll
süsseˈzyːsə
Unruh'
treibttʁaɪ̯pt
dichdɪç
umherʊmˈheːɐ̯
.
Gewilltɡəˈvɪlt
bistbɪst
duduː
zut͡suː
nichtsnɪçt͡s
,
alsals
zut͡suː
Süssem
gewilltɡəˈvɪlt
zut͡suː
seinzaɪ̯n
jetztjɛt͡st
undʊnt
hierhiːɐ̯
!
gleichsam ins Feuer blasend, nicht ohne kupplerisch-dämonische Grösse
AMME
Werveːɐ̯
teilhaftigˈtaɪ̯lhaftɪk
istɪst
derdeːɐ̯
Wonneˈvɔnə
,
derdeːɐ̯
fürchtetˈfʏʁçtət
auchaʊ̯x
dendeːn
Todtoːt
nichtnɪçt
,
denndɛn
ereːɐ̯
hathat
gekostetɡəˈkɔstət
vonfɔn
derdeːɐ̯
Ewigkeitˈeːvɪkkaɪ̯t
,
aberˈaːbɐ
wieviː
ereːɐ̯
dahindaˈhɪn
gelangtɡəˈlaŋt
istɪst
,
dasdas
istɪst
ihmiːm
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
!
JÜNGLING
Binbɪn
ichɪç
dirdiːɐ̯
ferneˈfɛʁnə
,
sozoː
ist's
deineˈdaɪ̯nə
Näheˈnɛːə
,
diedaɪ
michmɪç
zerbrichtt͡sɛɐ̯ˈbʁɪçt
,
binbɪn
ichɪç
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
,
sozoː
wirstvɪʁst
duduː
unnahbarʊnˈnaːbaːɐ̯
,
undʊnt
deineˈdaɪ̯nə
Ferneˈfɛʁnə
ist's
,
diedaɪ
michmɪç
tötetˈtøːtət
!
Er fällt nach rückwärts wie ein Ohnmächtiger.
wie unbewusst
FRAU
Ichɪç
habeˈhaːbə
geträumtɡəˈtʁɔɪ̯mt
,
dassdas
ichɪç
zut͡suː
dirdiːɐ̯
fliegeˈfliːɡə
mitmɪt
unablässigenˈʊnʔapˌlɛsɪɡn̩
Küssenˈkʏsn̩
wieviː
eineˈaɪ̯nə
Taubeˈtaʊ̯bə
,
diedaɪ
ihriːɐ̯
Jungesˈjʊŋəs
füttertˈfʏtɐt
undʊnt
meinmaɪ̯n
Traumtʁaʊ̯m
hathat
dichdɪç
getötetɡəˈtøːtət
!
Sie beugt sich über ihn, will sanft die Hände von seinem Gesicht lösen; sein Blick trifft sie, seine Hand zuckt, die ihrig festzuhalten. Sie fährt mit einem Schrei zurück.
Die Amme will die Kaiserin mit sich ziehen, zur Türe hinaus.
jäh verwandelt
FRAU
Wehveː
mirmiːɐ̯
,
wohinvoˈhɪn
!
Verräterinnenfɛɐ̯ˈʁɛːtəʁɪnən
!
Hierherˈhiːɐ̯ˈheːɐ̯
!
Zut͡suː
mirmiːɐ̯
!
Sindzɪnt
diedaɪ
Totenˈtoːtn̩
lebendigleˈbɛndɪk
,
sozoː
sindzɪnt
wohlvoːl
diedaɪ
Schlafendenˈʃlaːfn̩dən
tottoːt
!
Wachvax
aufaʊ̯f
,
meinmaɪ̯n
Mannman
!
Einaɪ̯n
Mannman
istɪst
imiˈʔɛm
Haushaʊ̯s
!
Ichɪç
willvɪl
!
Wachvax
aufaʊ̯f
!
Zut͡suː
mirmiːɐ̯
!
Sie eilt zu Barak hin, rüttelt ihn, bespritzt ihn mit Wasser, die Kaiserin ist bei ihr, hilft ihr
wirft ihren Mantel über den Jüngling
AMME
Gottɡɔt
schütz'
unsʊns
vorfoːɐ̯
einerˈaɪ̯nɐ
jungenˈjʊŋən
Närrinˈnɛʁɪn
!
Seizaɪ̯
duduː
getrostɡəˈtʁoːst
!
Schnellʃnɛl
drehtdʁeːt
sichzɪç
derdeːɐ̯
Windvɪnt
,
undʊnt
wirviːɐ̯
rufenˈʁuːfn̩
dichdɪç
wiederˈviːdɐ
!
erwacht aus der Betäubung, richtet sich auf
BARAK
Wasvas
schliefʃliːf
ichɪç
sozoː
schwerʃveːɐ̯
?
Werveːɐ̯
rütteltˈʁʏtl̩t
michmɪç
aufaʊ̯f
?
FRAU
Duduː
sollstzɔlst
nichtnɪçt
schlafenˈʃlaːfn̩
amaːm
hellenˈhɛlən
Tagtaːk
!
Sollstzɔlst
wahrenˈvaːʁən
deindaɪ̯n
Haushaʊ̯s
vorfoːɐ̯
Diebenˈdiːbm̩
undʊnt
Räubernˈʁɔɪ̯bɐn
undʊnt
meinerˈmaɪ̯nɐ
achtenˈaxtn̩
!
Geschiehtɡəˈʃiːt
mirmiːɐ̯
dergleichendeːɐ̯ˈɡlaɪ̯çn̩
vorfoːɐ̯
dirdiːɐ̯
nochnɔx
einmalˈaɪ̯nmaːl
,
sozoː
istɪst
meinesˈmaɪ̯nəs
Bleibens
hierhiːɐ̯
nichtnɪçt
längerˈlɛŋɐ
!
Verstehstfɛɐ̯ˈʃteːst
duduː
michmɪç
?
steht aufrecht, blickt wild um sich
BARAK
Sindzɪnt
Räuberˈʁɔɪ̯bɐ
hierhiːɐ̯
?
Dendeːn
Hammerˈhamɐ
dortdɔʁt
!
Ihriːɐ̯
Brüderˈbʁyːdɐ
herheːɐ̯
!
Zumt͡sʊm
Bruderˈbʁuːdɐ
herheːɐ̯
!
windet ihm den Hammer aus der Hand
FRAU
Lasslas
duduː
deindaɪ̯n
Schreienˈʃʁaɪ̯ən
undʊnt
tölpisch
Gehabenɡəˈhaːbn̩
!
Unterˈʊntɐ
derdeːɐ̯
Arbeitˈaʁbaɪ̯t
schlägstʃlɛːkst
duduː
mirmiːɐ̯
hinhɪn
,
kommstkɔmst
mirmiːɐ̯
vonfɔn
Sinnenˈzɪnən
,
redestˈʁeːdəst
fremdfʁɛmt
.
Hasthast
duduː
diedaɪ
Suchtzuːxt
,
oderˈoːdɐ
schiert's
dichdɪç
sozoː
wenigˈveːnɪk
,
michmɪç
zut͡suː
erschreckenɛɐ̯ˈʃʁɛkn̩
täppischˈtɛpɪʃ
undʊnt
rohʁoː
!
beiseite
AMME
Wieviː
sieziː
ihniːn
sichzɪç
hernimmtˈheːɐ̯ˌnɪmt
undʊnt
satteltˈzatl̩t
undʊnt
aufzäumtˈaʊ̯fˌt͡sɔɪ̯mt
,
diedaɪ
Prächtigeˈpʁɛçtɪɡə
diedaɪ
!
langsam
BARAK
Warvaːɐ̯
dirdiːɐ̯
bangeˈbaŋə
umʊm
michmɪç
,
duduː
Guteˈɡuːtə
!
Binbɪn
jajaː
wiederˈviːdɐ
beibaɪ̯
dirdiːɐ̯
!
spöttisch
FRAU
Wiederˈviːdɐ
beibaɪ̯
mirmiːɐ̯
!
Dasdas
istɪst
jajaː
rechtʁɛçt
vielfiːl
!
Ereːɐ̯
istɪst
wiederˈviːdɐ
beibaɪ̯
mirmiːɐ̯
!
Eiaɪ̯
,
grosseˈɡʁɔsə
Freudeˈfʁɔɪ̯də
!
Wiederˈviːdɐ
beibaɪ̯
mirmiːɐ̯
!
sucht sein Arbeitszeug zusammen
BARAK
Eseːs
widerfährtˌvidɐˈfɛːɐ̯t
mirmiːɐ̯
,
wasvas
ichɪç
nichtnɪçt
kenneˈkɛnə
,
undʊnt
istɪst
eineˈaɪ̯nə
Gewaltɡəˈvalt
überˈyːbɐ
mirmiːɐ̯
imiˈʔɛm
Dunkelnˈdʊŋkl̩n
starrt vor sich hin
BARAK
Meinmaɪ̯n
besterˈbɛstɐ
Mörserˈmœʁzɐ
istɪst
mirmiːɐ̯
zersprungent͡sɛɐ̯ˈʃpʁʊŋən
Versteh'
ichɪç
meinmaɪ̯n
Handwerkˈhantˌvɛʁk
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
?
sieht ihn starr an
FRAU
Einaɪ̯n
Handwerkˈhantˌvɛʁk
verstehstfɛɐ̯ˈʃteːst
duduː
sicherˈzɪçɐ
nichtnɪçt
,
wieviː
du's
vonfɔn
Anfangˈanˌfaŋ
nichtnɪçt
verstandenfɛɐ̯ˈʃtandn̩
,
sonstzɔnst
sprächestˈʃpʁɛːçəst
duduː
jetztjɛt͡st
nichtnɪçt
vonfɔn
dirdiːɐ̯
undʊnt
diesemˈdiːzm̩
Mörserˈmœʁzɐ
.
Geschahɡəˈʃaː
dirdiːɐ̯
dasdas
,
wasvas
dirdiːɐ̯
ebenˈeːbn̩
geschahɡəˈʃaː
,
deindaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
müssteˈmʏstə
schwellenˈʃvɛlən
vorfoːɐ̯
Zartheitˈt͡saːɐ̯thaɪ̯t
,
undʊnt
eseːs
müssteˈmʏstə
dirdiːɐ̯
bangenˈbaŋən
,
diedaɪ
Handhant
zut͡suː
hebenˈheːbm̩
undʊnt
deinenˈdaɪ̯nən
Fussfuːs
vorfoːɐ̯
dichdɪç
zut͡suː
setzenˈzɛt͡sn̩
,
umʊm
desdɛs
Köstlichenˈkœstlɪçn̩
willenˈvɪlən
,
dasdas
duduː
zerstörent͡sɛɐ̯ˈʃtøːʁən
könntestˈkœntəst
.
fast mit Ekel
FRAU
Aberˈaːbɐ
eseːs
gehtɡeːt
einaɪ̯n
Mauleselˈmaʊ̯lˌʔeːzl̩
amaːm
Abgrundˈapˌɡʁʊnt
hinhɪn
,
undʊnt
eseːs
fichtfɪçt
ihniːn
nichtnɪçt
anaːˈʔɛn
diedaɪ
Tiefeˈtiːfə
undʊnt
dasdas
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
!
halb zu der Magd, die bei ihm ist, ihm hilft, sein Handwerkszeug vom Boden aufzunehmen
BARAK
Ichɪç
höreˈhøːʁə
undʊnt
weissvaɪ̯s
nichtnɪçt
,
wasvas
einesˈaɪ̯nəs
redetˈʁeːdət
,
undʊnt
habeˈhaːbə
vergossenfɛɐ̯ˈɡɔsn̩
dendeːn
Leimlaɪ̯m
,
dadaː
ichɪç
hinfielˈhɪnˌfiːl
undʊnt
mirmiːɐ̯
istɪst
bangeˈbaŋə
umʊm
meinmaɪ̯n
Handwerkˈhantˌvɛʁk
,
undʊnt
dassdas
ichɪç
nichtnɪçt
werdeˈveːɐ̯də
nährenˈnɛːʁən
könnenˈkœnən
,
diedaɪ
meinenˈmaɪ̯nn̩
Händenˈhɛndn̩
anvertrautˈanfɛɐ̯ˌtʁaʊ̯t
sindzɪnt
.
FRAU
Umʊm
Nahrungˈnaːʁʊŋ
fürfyːɐ̯
michmɪç
grämeˈɡʁɛːmə
dichdɪç
nichtnɪçt
!
Undʊnt
wennvɛn
duduː
michmɪç
siehstziːst
meineˈmaɪ̯nə
Tücherˈtyːçɐ
nehmenˈneːmən
,
sie tut's, die beiden Mägde sind ihr behilflich
FRAU
vielleichtfiˈlaɪ̯çt
zut͡suː
fahrenˈfaːʁən
aufaʊ̯f
demdeːm
Flusseˈflʊsə
,
vielleichtfiˈlaɪ̯çt
zut͡suː
wandelnˈvandl̩n
nebenˈneːbm̩
dendeːn
Gärtenˈɡɛːɐ̯tn̩
oderˈoːdɐ
wasvas
immerˈɪmɐ
diedaɪ
Lustluːst
michmɪç
wirdvɪʁt
heissenˈhaɪ̯sən
kannkan
seinzaɪ̯n
,
danndan
kommeˈkɔmə
ichɪç
einesˈaɪ̯nəs
Abendsˈaːbm̩t͡s
nichtnɪçt
wiederˈviːdɐ
heimhaɪ̯m
zut͡suː
dirdiːɐ̯
.
Denndɛn
eseːs
istɪst
nichtnɪçt
vonfɔn
heuteˈhɔɪ̯tə
,
dassdas
duduː
meineˈmaɪ̯nə
Stimmeˈʃtɪmə
hörestˈhøːʁəst
undʊnt
fassestˈfasəst
sieziː
nichtnɪçt
iniˈʔɛn
deinemˈdaɪ̯nəm
Sinnzɪn
,
undʊnt
istɪst
dirdiːɐ̯
ferneˈfɛʁnə
,
diedaɪ
duduː
naheˈnaːə
glaubstɡlaʊ̯pst
,
undʊnt
wähnestˈvɛːnəst
,
duduː
hättestˈhɛtəst
sieziː
imiˈʔɛm
Gehäuseɡəˈhɔɪ̯zə
wieviː
einenˈaɪ̯nən
gefangenenɡəˈfaŋənən
Vogelˈfoːɡl̩
,
derdeːɐ̯
deindaɪ̯n
istɪst
,
umʊm
wenigˈveːnɪk
Münzeˈmʏnt͡sə
gekauftɡəˈkaʊ̯ft
aufaʊ̯f
demdeːm
Marktmaʁkt
:
diedaɪ
dochdɔx
anderswoˈandɐsˌvoː
,
andersˈandɐs
daheimdaˈhaɪ̯m
.
Die Frau schickt sich an, zu gehen, winkt der Amme, sie zu begleiten, der Kaiserin, zurückzubleiben. Barak sieht bestürzt und trübe vor sich hin.
Die Frau und die Amme sind zur Tür hinaus. Die Kaiserin, auf den Knien in Baraks Nähe, sucht auf der Erde verstreutes Handwerkszeug zusammen.
wird erst jetzt gewahr dass er nicht allein ist
BARAK
Werveːɐ̯
dadaː
?
sieht zu ihm auf
KAISERIN
Ichɪç
,
meinmaɪ̯n
Gebieterɡəˈbiːtɐ
,
deineˈdaɪ̯nə
Dienerinˈdiːnəʁɪn
!
Der Kaiserin Schlafgemach im Falknerhaus. Die Kaiserin liegt auf dem Bett in unruhigem Schlaf. Die Amme schlummert, in ihren Mantel gewickelt, zu Füssen des Bettes.
aus dem Schlaf, ohne die Augen aufzutun
KAISERIN
Siehziː
Ammeˈamə
siehziː
desdɛs
Mannesˈmanəs
Aug'
,
wieviː
eseːs
sichzɪç
quältkvɛːlt
!
traumhaft, feierlich
KAISERIN
Vorfoːɐ̯
solchenˈzɔlçn̩
Blickenˈblɪkn̩
liegenˈliːɡn̩
Cherubimˈkeːʁubiːm
aufaʊ̯f
ihremˈiːʁəm
Angesichtˈanɡəˌzɪçt
!
nach einer Stille, jäh auffahrend, mit ausgebreiteten Armen
KAISERIN
Dirdiːɐ̯
Barak
binbɪn
ichɪç
michmɪç
schuldigˈʃʊldɪk
!
Sie sinkt hin und scheint nun fester einzuschlafen. Die Wand des Gemaches schwindet, und man sieht in eine gewaltige Höhle, die durch einen Spalt ins Freie mündet.
Düstere Lampen, da und dort, erleuchten matt uralte, in den Basalt gehauene Grabstätten. Zur Rechten gewahrt man eine eherne Tür, ins Innere des Berges führend. Des Falken Ruf wird hörbar. Dann dringt der Kaiser, als folge er dem Falken nach, mit den Händen sich vorwärts tastend, durch den Spalt in die Höhle.
Die Kaiserin bewegt sich im Schlaf stöhnt einmal leise auf.
Der Kaiser nimmt eine der Grablampen; in seiner Hand leuchtet sie hell auf, er wird die eherne Tür gewahr. Ein Rauschen dringt durch diese wie von fallendem Wasser.
aus dem Innern des Berges, lockend
CHOR
Zumt͡sʊm
Lebenswasserˈleːbn̩sˌvasɐ
!
drohend
CHOR
Zurt͡suːɐ̯
Schwelleˈʃvɛlə
desdɛs
Todesˈtoːdəs
!
lockend
CHOR
Naheˈnaːə
!
Wageˈvaːɡə
!
drohend
CHOR
Weheˈveːə
!
Zageˈt͡saːɡə
!
Der Kaiser geht gegen die Tür. Der Falke umschwirrt ihn, stösst klägliche, abmahnende Rufe aus. Der Kaiser pocht an die Tür, die sich öffnet und ihn einlässt, dann wieder schliesst.
Die Frau wirft keinen Schatten,
STIMME DES FALKEN
derdeːɐ̯
Kaiserˈkaɪ̯zɐ
mussmʊs
versteinenfɛɐ̯ˈʃtaɪ̯nən
!
Die Höhle verschwindet, die Lampen im Schlafgemach leuchten stärker auf.
fährt mit einem Schrei aus dem Schlummer empor
KAISERIN
Weheˈveːə
,
meinmaɪ̯n
Mannman
!
Welchenˈvɛlçn̩
Wegveːk
!
Wohinvoˈhɪn
?
Durchdʊʁç
meineˈmaɪ̯nə
Schuldʃʊlt
!
Diedaɪ
Türtyːɐ̯
fielfiːl
zut͡suː
,
alsals
wär's
einaɪ̯n
Grabɡʁaːp
.
Ereːɐ̯
willvɪl
heraushɛˈʁaʊ̯s
undʊnt
kannkan
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
.
Ihmiːm
stocktʃtɔkt
derdeːɐ̯
Fussfuːs
,
seinzaɪ̯n
Leiblaɪ̯p
erstarrtɛɐ̯ˈʃtaʁt
.
Diedaɪ
Stimmeˈʃtɪmə
ersticktɛɐ̯ˈʃtɪkt
.
Seinzaɪ̯n
Augeˈaʊ̯ɡə
nurnuːɐ̯
schreitʃʁaɪ̯t
umʊm
Hilfeˈhɪlfə
!
Wehveː
,
Ammeˈamə
,
kannstkanst
duduː
schlafenˈʃlaːfn̩
!
Dadaː
undʊnt
dortdɔʁt
allesˈaləs
istɪst
meineˈmaɪ̯nə
Schuldʃʊlt
Ihmiːm
keineˈkaɪ̯nə
Hilfeˈhɪlfə
,
demdeːm
andernˈandɐn
Verderbenfɛɐ̯ˈdɛʁbn̩
Barak
,
weheˈveːə
!
Wasvas
ichɪç
berührebəˈʁyːʁə
,
töteˈtøːtə
ichɪç
!
Wehveː
mirmiːɐ̯
!
Würdeˈvʏʁdə
ichɪç
lieberˈliːbɐ
selberˈzɛlbɐ
zut͡suː
Steinʃtaɪ̯n
!
Des Färbers Wohnung. Es dämmert in dem Raum, wird allmählich dunkler und dunkler
sitzt an der Erde
BARAK
Eseːs
dunkeltˈdʊŋkl̩t
,
dassdas
ichɪç
nichtnɪçt
seheˈzeːə
zurt͡suːɐ̯
Arbeitˈaʁbaɪ̯t
mittenˈmɪtn̩
amaːm
Tageˈtaːɡə
.
Die drei Brüder kommen zur Tür herein mit gesenkten Köpfen. Auch draussen ist es dunkel.
DIE BRÜDER
Eseːs
istɪst
etwasˈɛtvas
,
undʊnt
wirviːɐ̯
wissenˈvɪsn̩
nichtnɪçt
,
wasvas
eseːs
istɪst
,
o
meinmaɪ̯n
Bruderˈbʁuːdɐ
!
Diedaɪ
Sonneˈzɔnə
gehtɡeːt
ausaʊ̯s
mittenˈmɪtn̩
amaːm
Tageˈtaːɡə
,
undʊnt
derdeːɐ̯
Flussflʊs
bleibtblaɪ̯pt
stehenˈʃteːən
undʊnt
willvɪl
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
fliessenˈfliːsn̩
,
o
meinmaɪ̯n
Bruderˈbʁuːdɐ
!
Eseːs
widerfährtˌvidɐˈfɛːɐ̯t
unsʊns
,
undʊnt
wirviːɐ̯
wissenˈvɪsn̩
nichtnɪçt
,
wasvas
unsʊns
widerfährtˌvidɐˈfɛːɐ̯t
!
Sie brechen in ein langgezogenes Geheul aus.
mit der Kaiserin seitwärts
AMME
Eseːs
sindzɪnt
Übermächte
imiˈʔɛm
Spielʃpiːl
,
o
meineˈmaɪ̯nə
Herrinˈhɛʁɪn
,
undʊnt
einaɪ̯n
Etwasˈɛtvas
bedrohtbəˈdʁoːt
unsʊns
,
aberˈaːbɐ
wirviːɐ̯
werdenˈveːɐ̯dn̩
anrufenˈanˌʁuːfn̩
gewaltigeɡəˈvaltɪɡə
Namenˈnaːmən
,
undʊnt
dirdiːɐ̯
wirdvɪʁt
werdenˈveːɐ̯dn̩
,
woraufvoˈʁaʊ̯f
duduː
deinenˈdaɪ̯nən
Sinnzɪn
gesetztɡəˈzɛt͡st
hasthast
!
für sich
KAISERIN
Weheˈveːə
,
womitˈvoːmɪt
istɪst
diedaɪ
Weitvaɪ̯t
derdeːɐ̯
Söhneˈzøːnə
Adamsˈaːdams
erfülltɛɐ̯ˈfʏlt
!
Undʊnt
weheˈveːə
,
dassdas
ichɪç
hereinkamhɛˈʁaɪ̯nˌkaːm
,
ihrenˈiːʁən
Gramɡʁaːm
zut͡suː
vermehrenfɛɐ̯ˈmeːʁən
undʊnt
ihreˈiːʁə
Freudeˈfʁɔɪ̯də
zut͡suː
versehrenfɛɐ̯ˈzeːʁən
!
Gepriesenɡəˈpʁiːzn̩
seizaɪ̯
,
derdeːɐ̯
michmɪç
diesenˈdiːzn̩
Mannman
findenˈfɪndn̩
liess
unterˈʊntɐ
dendeːn
Männernˈmɛnɐn
,
denn er zeigt mir, was ein Mensch ist,
KAISERIN
undʊnt
umʊm
seinetwillenˈzaɪ̯nətˌvɪlən
willvɪl
ichɪç
bleibenˈblaɪ̯bm̩
unterˈʊntɐ
dendeːn
Menschenˈmɛnʃn̩
undʊnt
atmenˈaːtmən
ihrenˈiːʁən
Atemˈaːtəm
undʊnt
tragenˈtʁaːɡn̩
ihreˈiːʁə
Beschwerdenbəˈʃveːɐ̯dn̩
!
für sich
BARAK
Meineˈmaɪ̯nə
Händeˈhɛndə
sindzɪnt
,
alsals
oboːˈbeː
sieziː
gebundenɡəˈbʊndn̩
wärenˈvɛːʁən
,
undʊnt
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
,
alsals
lägeˈlɛːɡə
einaɪ̯n
Steinʃtaɪ̯n
daraufdaˈʁaʊ̯f
,
undʊnt
aufaʊ̯f
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seeleˈzeːlə
einaɪ̯n
Stückʃtʏk
derdeːɐ̯
ewigenˈeːvɪɡn̩
Nachtnaxt
.
Gepriesenɡəˈpʁiːzn̩
,
derdeːɐ̯
diedaɪ
Finsternisˈfɪnstɐnɪs
nichtnɪçt
kenntkɛnt
undʊnt
dessenˈdɛsn̩
Augeˈaʊ̯ɡə
niemalsˈniːmaːls
zufälltˈt͡suːfɛlt
.
Einerˈaɪ̯nɐ
unterˈʊntɐ
allenˈælən
!
für sich, an der Erde seitwärts
FRAU
Wieviː
ertrag'
ichɪç
diesdaɪs
Haushaʊ̯s
undʊnt
macheˈmaxə
keinkaɪ̯n
Endeˈɛndə
wovoː
eseːs
finsterˈfɪnstɐ
istɪst
mittenˈmɪtn̩
amaːm
Tageˈtaːɡə
,
undʊnt
diedaɪ
Hundeˈhʊndə
heulenˈhɔɪ̯lən
vorfoːɐ̯
Furchtfʊʁçt
,
undʊnt
niemandˈniːmant
weistvaɪ̯st
sieziː
hinaushɪˈnaʊ̯s
!
ist jäh aufgestanden; sie heftet einen bösen Blick auf Barak, dann geht sie auf und nieder ohne ihn anzusehen
FRAU
Eseːs
gibtɡiːpt
dererˈdeːʁɐ
,
diedaɪ
bleibenˈblaɪ̯bm̩
immerˈɪmɐ
gelassenɡəˈlasn̩
,
undʊnt
geschäheɡəˈʃɛːə
,
wasvas
willvɪl
,
eseːs
wirdvɪʁt
keinerˈkaɪ̯nɐ
jemalsˈjeːmals
ihriːɐ̯
Gesichtɡəˈzɪçt
verändertfɛɐ̯ˈʔɛndɐt
sehenˈzeːən
.
Tagaus
,
tagein
gehenˈɡeːən
sieziː
wieviː
dasdas
Viehfiː
vonfɔn
Lagerˈlaːɡɐ
zut͡suː
Frassfʁaːs
,
vonfɔn
Frassfʁaːs
zut͡suː
Lagerˈlaːɡɐ
undʊnt
wissenˈvɪsn̩
nichtnɪçt
,
wasvas
geschehenɡəˈʃeːən
istɪst
,
undʊnt
nichtnɪçt
,
wieviː
eseːs
gemeintɡəˈmaɪ̯nt
warvaːɐ̯
.
Ein greller Blitz, die Brüder heulen auf. Die Frau stampft zornig auf.
fährt fort
FRAU
Darüberdaˈʁyːbɐ
müssenˈmʏsn̩
sieziː
verachtetfɛɐ̯ˈʔaxtət
werdenˈveːɐ̯dn̩
undʊnt
verlachtfɛɐ̯ˈlaxt
,
werveːɐ̯
zut͡suː
ihnenˈiːnən
gehörtɡəˈhøːɐ̯t
undʊnt
istɪst
iniˈʔɛn
diedaɪ
Handhant
einesˈaɪ̯nəs
solchenˈzɔlçn̩
gegebenɡəˈɡeːbm̩
.
Aberˈaːbɐ
ichɪç
binbɪn
nichtnɪçt
iniˈʔɛn
deinerˈdaɪ̯nɐ
Handhant
,
hörsthøːɐ̯st
duduː
michmɪç
,
Barak
?
Undʊnt
wennvɛn
duduː
ausgegangenˈaʊ̯sɡəˌɡaŋən
warstvaːɐ̯st
undʊnt
trugest
dirdiːɐ̯
selberˈzɛlbɐ
diedaɪ
Wareˈvaːʁə
zut͡suː
Marktmaʁkt
,
sozoː
habeˈhaːbə
ichɪç
meinenˈmaɪ̯nn̩
Freundfʁɔɪ̯nt
empfangenɛmˈp͡faŋən
,
einenˈaɪ̯nən
Fremdlingˈfʁɛmtlɪŋ
unterˈʊntɐ
dendeːn
Fremdlingenˈfʁɛmtlɪŋən
,
undʊnt
wennvɛn
ichɪç
dichdɪç
weckteˈvɛktə
ausaʊ̯s
deinemˈdaɪ̯nəm
Schlafʃlaːf
,
sozoː
kamkaːm
ichɪç
ausaʊ̯s
seinerˈzaɪ̯nɐ
Umarmungʊmˈʔaʁmʊŋ
!
Blitz, die Brüder heulen auf.
FRAU
Hörsthøːɐ̯st
duduː
michmɪç
,
Barak
?
Schweigeˈʃvaɪ̯ɡə
dochdɔx
dieseˈdiːzə
,
damitdaˈmɪt
duduː
michmɪç
verstehenfɛɐ̯ˈʃteːən
kannstkanst
!
Ichɪç
willvɪl
nichtnɪçt
,
dassdas
duduː
einaɪ̯n
Gelächterɡəˈlɛçtɐ
seinzaɪ̯n
müssestˈmʏsəst
unterˈʊntɐ
dendeːn
Deinenˈdaɪ̯nən
,
sondernˈzɔndɐn
duduː
sollstzɔlst
wissenˈvɪsn̩
!
Diesdaɪs
allesˈaləs
tattaːt
ichɪç
hierhiːɐ̯
imiˈʔɛm
Hauseˈhaʊ̯zə
dreidʁaɪ̯
Tageˈtaːɡə
langlaŋ
:
aberˈaːbɐ
diedaɪ
Freudeˈfʁɔɪ̯də
warvaːɐ̯
mirmiːɐ̯
vergälltfɛɐ̯ˈɡɛlt
,
denndɛn
ichɪç
mussteˈmʊstə
dichdɪç
denkenˈdɛŋkn̩
,
wovoː
ichɪç
dichdɪç
hätteˈhɛtə
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
wollenˈvɔlən
,
undʊnt
deindaɪ̯n
Gesichtɡəˈzɪçt
kamkaːm
hinhɪn
,
wovoː
eseːs
nichtsnɪçt͡s
zut͡suː
suchenˈzuːxn̩
hatteˈhatə
!
Aberˈaːbɐ
eseːs
istɪst
mirmiːɐ̯
zugekommenˈt͡suːɡəˌkɔmən
,
wieviː
ichɪç
dirdiːɐ̯
entgeheɛntˈɡeːə
undʊnt
dichdɪç
ausreisse
ausaʊ̯s
mirmiːɐ̯
,
undʊnt
jetztjɛt͡st
weissvaɪ̯s
ichɪç
dendeːn
Wegveːk
!
Barak steht jäh auf, die Brüder taumeln zur Seite.
Frau ohne Furcht.
FRAU
Abtu'
ichɪç
vonfɔn
meinemˈmaɪ̯nəm
Leibeˈlaɪ̯bə
diedaɪ
Kinderˈkɪndɐ
,
diedaɪ
nichtnɪçt
gebornen
,
undʊnt
meinmaɪ̯n
Schossʃɔs
wirdvɪʁt
dirdiːɐ̯
nichtnɪçt
fruchtbarˈfʁʊxtbaːɐ̯
undʊnt
keinemkaɪ̯nəm
andernˈandɐn
,
sondernˈzɔndɐn
ichɪç
habeˈhaːbə
michmɪç
gegebenɡəˈɡeːbm̩
dendeːn
Windenˈvɪndn̩
undʊnt
derdeːɐ̯
Nachtluftˈnaxtˌlʊft
undʊnt
binbɪn
hierhiːɐ̯
daheimdaˈhaɪ̯m
undʊnt
wovoː
andersˈandɐs
,
undʊnt
desdɛs
zumt͡sʊm
Zeichenˈt͡saɪ̯çn̩
habeˈhaːbə
ichɪç
meinenˈmaɪ̯nn̩
Schattenˈʃatn̩
verhandeltfɛɐ̯ˈhandl̩t
:
undʊnt
eseːs
sindzɪnt
diedaɪ
Käuferˈkɔɪ̯fɐ
willigˈvɪlɪk
,
undʊnt
derdeːɐ̯
Kaufpreisˈkaʊ̯fˌpʁaɪ̯s
istɪst
herrlichˈhɛʁlɪç
undʊnt
ohnegleichenˈoːnəˈɡlaɪ̯çn̩
!
in höchster Erregung
BARAK
Dasdas
Weibvaɪ̯p
istɪst
irreˈɪʁə
,
zündetˈt͡sʏndət
einaɪ̯n
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
anaːˈʔɛn
,
damitdaˈmɪt
ichɪç
ihriːɐ̯
Gesichtɡəˈzɪçt
seheˈzeːə
!
Das Feuer flammt auf.
Sie wirft keinen Schatten.
DIE BRÜDER
Eseːs
istɪst
,
wieviː
sieziː
redetˈʁeːdət
!
Sieziː
hathat
ihniːn
verkauftfɛɐ̯ˈkaʊ̯ft
undʊnt
abgehaltenˈapɡəˌhaltn̩
diedaɪ
Ungeborenenˈʊnɡəˌboːʁənən
vonfɔn
ihremˈiːʁəm
Leibeˈlaɪ̯bə
!
Derdeːɐ̯
Schattenˈʃatn̩
istɪst
abgefallenˈapɡəˌfalən
vonfɔn
ihriːɐ̯
,
undʊnt
sieziː
istɪst
ohneˈoːnə
,
diedaɪ
Verfluchtefɛɐ̯ˈfluːxtə
!
zur Kaiserin
AMME
Aufaʊ̯f
undʊnt
hinhɪn
,
nimmnɪm
dendeːn
Schattenˈʃatn̩
,
reiss
ihniːn
anaːˈʔɛn
dichdɪç
!
Sieziː
hathat
eseːs
gesprochenɡəˈʃpʁɔxn̩
mitmɪt
wissendemˈvɪsn̩dəm
Mundmʊnt
,
sozoː
istɪst
eseːs
getanɡəˈtaːn
!
Undʊnt
nichtnɪçt
derdeːɐ̯
Sterneˈʃtɛʁnə
Gerichtɡəˈʁɪçt
machtmaxt
diesenˈdiːzn̩
Handelˈhandl̩
zunicht
!
furchtbar losbrechend
BARAK
Hathat
sieziː
solchzɔlç
eineˈaɪ̯nə
Hurenstirn
undʊnt
siehtziːt
lieblichˈliːplɪç
dareindaˈʁaɪ̯n
undʊnt
schämtʃɛːmt
sichzɪç
nichtnɪçt
?
Heranhɛˈʁan
,
ihriːɐ̯
Brüderˈbʁyːdɐ
,
einenˈaɪ̯nən
Sackzak
herbeihɛɐ̯ˈbaɪ̯
undʊnt
hineinhɪˈnaɪ̯n
vonfɔn
dendeːn
Steinenˈʃtaɪ̯nən
,
dassdas
ichɪç
diesdaɪs
Weibvaɪ̯p
ertränkeɛɐ̯ˈtʁɛŋkə
imiˈʔɛm
Flussflʊs
mitmɪt
meinenˈmaɪ̯nn̩
Händenˈhɛndn̩
!
will auf die Frau los
hängen sich an Barak
DIE BRÜDER
Keinkaɪ̯n
Blutbluːt
aufaʊ̯f
deineˈdaɪ̯nə
Händeˈhɛndə
,
meinmaɪ̯n
Bruderˈbʁuːdɐ
!
Aufaʊ̯f
undʊnt
jageˈjaːɡə
sieziː
ausaʊ̯s
demdeːm
Hauseˈhaʊ̯zə
,
einerˈaɪ̯nɐ
Hündinˈhʏndɪn
Geschickɡəˈʃɪk
überˈyːbɐ
sieziː
iniˈʔɛn
Gosseˈɡɔsə
undʊnt
Grabenˈɡʁaːbn̩
!
will auf die Frau los; zugleich
BARAK
Meinmaɪ̯n
Aug'
istɪst
verdunkeltfɛɐ̯ˈdʊŋkl̩t
,
helfthɛlft
mirmiːɐ̯
,
ihriːɐ̯
Brüderˈbʁyːdɐ
!
Herbeihɛɐ̯ˈbaɪ̯
einenˈaɪ̯nən
Sackzak
undʊnt
Steineˈʃtaɪ̯nə
hineinhɪˈnaɪ̯n
,
dassdas
ichɪç
sieziː
ertränkeɛɐ̯ˈtʁɛŋkə
mitmɪt
meinenˈmaɪ̯nn̩
Händenˈhɛndn̩
!
hängen sich an ihn; zugleich
DIE BRÜDER
Keinkaɪ̯n
Blutbluːt
aufaʊ̯f
deineˈdaɪ̯nə
Händeˈhɛndə
,
meinmaɪ̯n
Bruderˈbʁuːdɐ
,
halteˈhaltə
dichdɪç
reinʁaɪ̯n
,
o
unserˈʊnzɐ
Vaterˈfaːtɐ
!
zugleich
BARAK
Helfthɛlft
ihriːɐ̯
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
,
tret'
ichɪç
euchɔɪ̯ç
niederˈniːdɐ
!
Ichɪç
hab'
eseːs
verhängtfɛɐ̯ˈhɛŋt
iniˈʔɛn
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seeleˈzeːlə
undʊnt
willvɪl
eseːs
vollziehenfɔlˈt͡siːən
mitmɪt
meinenˈmaɪ̯nn̩
Händenˈhɛndn̩
!
Wie er gleichsam zum Schwur die Rechte nach oben reckt, stürzt ihm aus der Luft ein blitzendes Schwert in die Hand. Die Brüder haben vereint kaum die Kraft, ihn zu halten. –
rückwärts mit der Kaiserin, ihr Auge unverwandt mit dämonischer Lust auf den Vorgang geheftet, zugleich mit Barak und den Brüdern
AMME
Werveːɐ̯
schreitʃʁaɪ̯t
nachnaːx
Blutbluːt
undʊnt
hathat
keinkaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
,
demdeːm
wirdvɪʁt
vonfɔn
unsʊns
diedaɪ
Handhant
bewehrtbəˈveːɐ̯t
!
Undʊnt
fliesst
nurnuːɐ̯
schnellʃnɛl
dasdas
dunkleˈdʊŋklə
Blutbluːt
,
wirviːɐ̯
habenˈhaːbm̩
dendeːn
Schattenˈʃatn̩
,
undʊnt
unsʊns
istɪst
gutɡuːt
!
reisst sich von ihr los, wendet den Blick nach oben, für sich, aber zugleich mit den andern
KAISERIN
Ichɪç
willvɪl
nichtnɪçt
dendeːn
Schattenˈʃatn̩
:
aufaʊ̯f
ihmiːm
istɪst
Blutbluːt
,
ichɪç
fass'
ihniːn
nichtnɪçt
anaːˈʔɛn
.
Meineˈmaɪ̯nə
Händeˈhɛndə
reck'
ichɪç
iniˈʔɛn
diedaɪ
Luftlʊft
,
reinʁaɪ̯n
zut͡suː
bleibenˈblaɪ̯bm̩
vonfɔn
Menschenblutˈmɛnʃn̩ˌbluːt
!
Sternennamen
ruf'
ichɪç
anaːˈʔɛn
gegenˈɡeːɡn̩
michmɪç
,
dieseˈdiːzə
zut͡suː
rettenˈʁɛtn̩
,
gescheheɡəˈʃeːə
,
wasvas
willvɪl
!
ist in sprachlosem Schreck über die Wirkung ihrer frevelhaften Rede nach links hinübergeflüchtet, allmählich geht in ihr eine ungeheure Veränderung vor; leichenbleich, aber verklärt, mit einem Ausdruck, wie sie ihn nie zuvor gehabt hat, trägt sie sich Barak und dem tödlichen Schwertstreich entgegen; zugleich, stellenweise dominierend
FRAU
Barak
,
ichɪç
hab'
eseːs
nichtnɪçt
getanɡəˈtaːn
!
Nochnɔx
nichtnɪçt
getanɡəˈtaːn
!
Höreˈhøːʁə
michmɪç
,
Barak
!
Verräterfɛɐ̯ˈʁɛːtɐ
wardvaʁt
meinmaɪ̯n
Mundmʊnt
anaːˈʔɛn
mirmiːɐ̯
,
zuvort͡suˈfoːɐ̯
diedaɪ
Seeleˈzeːlə
diedaɪ
Tattaːt
getanɡəˈtaːn
!
Mussmʊs
ichɪç
sterbenˈʃtɛʁbn̩
vorfoːɐ̯
deinemˈdaɪ̯nəm
Angesichtˈanɡəˌzɪçt
,
mussmʊs
ichɪç
sterbenˈʃtɛʁbn̩
,
umʊm
wasvas
nichtnɪçt
geschahɡəˈʃaː
,
o
duduː
,
dendeːn
zuvort͡suˈfoːɐ̯
ichɪç
niemalsˈniːmaːls
sahzaː
,
mächtigerˈmɛçtɪɡɐ
Barak
,
strengerˈʃtʁɛŋɐ
Richterˈʁɪçtɐ
,
hoherˈhoːɐ
Gatteˈɡatə
Barak
,
sozoː
töteˈtøːtə
michmɪç
,
schnellʃnɛl
!
Barak hebt das Schwert, das in seinen Händen funkelt und von dem Blitze ausgehen, die den dunklen Raum – denn das Feuer ist zusammengesunken – zuckend erleuchten.
hängen sich mit letzter Kraft an ihn; zugleich
DIE BRÜDER
Sieziː
werdenˈveːɐ̯dn̩
dichdɪç
behängenbəˈhɛŋən
mitmɪt
Kettenˈkɛtn̩
undʊnt
dichdɪç
erschlagenɛɐ̯ˈʃlaːɡn̩
mitmɪt
derdeːɐ̯
Schärfeˈʃɛʁfə
desdɛs
Schwertesˈʃveːɐ̯təs
,
erbarmeɛɐ̯ˈbaʁmə
dichdɪç
unserˈʊnzɐ
,
o
unserˈʊnzɐ
Vaterˈfaːtɐ
!
Indem Barak zum Streich ausholt, erlischt das funkelnde Schwert plötzlich und scheint ihm aus der Hand gewunden – ein dumpfes Dröhnen macht das Gewölbe erzittern, die Erde öffnet sich, und durch die geborstene Seitenmauer tritt der Fluss herein. Indes die Brüder, ihr Leben zu retten, zur Tür hinausflüchten, sieht man Barak und die willenlos vor ihm liegende Frau, aber jedes für sich, versinken.
Die Amme hat die Kaiserin mit sich auf einen erhöhten Platz an der Mauer des Gewölbes emporgerissen und deckt sie mit ihrem Mantel. Man hört aus dem Dunkel, das alles verhüllt, ihre Stimme.
AMME
Übermächte
sindzɪnt
imiˈʔɛm
Spielʃpiːl
!
Herzuhɛɐ̯ˈt͡suː
mirmiːɐ̯
!
DRITTER AUFZUG
Unterirdische Gewölbe, durch eine querlaufende dicke Mauer in zwei Kammern geteilt. In der rechten wird Barak sichtbar in düsterem Brüten auf dem harten Stein sitzend, zur Linken die Frau, in Tränen, mit aufgelöstem Haar. Sie wissen nicht voneinander, hören einander nicht. Die Frau zuckt zusammen.
Im Orchester ertönen die Stimmen der ungeborenen Kinder wie im ersten Aufzug.
FRAU
Schweigetˈʃvaɪ̯ɡət
dochdɔx
,
ihriːɐ̯
Stimmenˈʃtɪmən
!
Ichɪç
hab'
eseːs
nichtnɪçt
getanɡəˈtaːn
!
Barak
,
meinmaɪ̯n
Mannman
,
oh
,
dassdas
duduː
michmɪç
hörtestˈhøːɐ̯təst
,
dassdas
duduː
mirmiːɐ̯
glaubtestˈɡlaʊ̯ptəst
vorfoːɐ̯
meinemˈmaɪ̯nəm
Todeˈtoːdə
!
Dichdɪç
wollt'
ichɪç
verlassenfɛɐ̯ˈlasn̩
,
o
duduː
,
dendeːn
zuvort͡suˈfoːɐ̯
niemalsˈniːmaːls
ichɪç
sahzaː
!
Dichdɪç
wollt'
ichɪç
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
undʊnt
meinteˈmaɪ̯ntə
zut͡suː
fliehenˈfliːən
deindaɪ̯n
Angesichtˈanɡəˌzɪçt
:
deindaɪ̯n
Angesichtˈanɡəˌzɪçt
,
eseːs
kamkaːm
zut͡suː
mirmiːɐ̯
O
dassdas
duduː
michmɪç
hörtestˈhøːɐ̯təst
,
o
dassdas
duduː
mirmiːɐ̯
glaubtestˈɡlaʊ̯ptəst
.
Dichdɪç
wollt'
ichɪç
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
dadaː
mussteˈmʊstə
ichɪç
dichdɪç
denkenˈdɛŋkn̩
:
undʊnt
wovoː
ichɪç
gingɡɪŋ
verbotenefɛɐ̯ˈboːtənə
Wegeˈveːɡə
,
deindaɪ̯n
Angesichtˈanɡəˌzɪçt
...
eseːs
kamkaːm
zut͡suː
mirmiːɐ̯
undʊnt
suchteˈzuːxtə
michmɪç
zuvort͡suˈfoːɐ̯
diedaɪ
Seeleˈzeːlə
diedaɪ
Tattaːt
getanɡəˈtaːn
!
Einaɪ̯n
fremderˈfʁɛmdɐ
Mannman
,
ichɪç
zogt͡soːk
ihniːn
herheːɐ̯
,
ereːɐ̯
warvaːɐ̯
mirmiːɐ̯
nahnaː
aberˈaːbɐ
nichtnɪçt
völligˈfœlɪk
Barak
,
Barak
,
dichdɪç
weckt'
ichɪç
dochdɔx
,
weisstvaɪ̯st
duduː
eseːs
nichtnɪçt
?
für sich
BARAK
Mirmiːɐ̯
anvertrautˈanfɛɐ̯ˌtʁaʊ̯t
,
dassdas
ichɪç
sieziː
hegeˈheːɡə
,
dassdas
ichɪç
sieziː
trageˈtʁaːɡə
aufaʊ̯f
diesenˈdiːzn̩
Händenˈhɛndn̩
undʊnt
ihrerˈiːʁɐ
achteˈaxtə
undʊnt
ihrerˈiːʁɐ
schoneˈʃoːnə
umʊm
ihresˈiːʁəs
jungenˈjʊŋən
Herzensˈhɛʁt͡sn̩s
willenˈvɪlən
!
teilweise zusammen mit ihm
FRAU
Dienendˈdiːnənt
,
liebendˈliːbn̩t
dirdiːɐ̯
michmɪç
bückenˈbʏkn̩
:
dichdɪç
zut͡suː
sehenˈzeːən
!
atmenˈaːtmən
,
lebenˈleːbm̩
!
Kinderˈkɪndɐ
,
Guterˈɡuːtɐ
,
dirdiːɐ̯
zut͡suː
gebenˈɡeːbm̩
!
BARAK
Mirmiːɐ̯
anvertrautˈanfɛɐ̯ˌtʁaʊ̯t
undʊnt
taumeltˈtaʊ̯ml̩t
zurt͡suːɐ̯
Erdeˈeːɐ̯də
iniˈʔɛn
Todesangstˈtoːdəsˌʔaŋst
vorfoːɐ̯
meinerˈmaɪ̯nɐ
Handhant
!
Wehveː
mirmiːɐ̯
!
Dassdas
ichɪç
sieziː
einmalˈaɪ̯nmaːl
nochnɔx
säheˈzɛːə
undʊnt
zut͡suː
ihriːɐ̯
sprächeˈʃpʁɛːçə
:
Fürchteˈfʏʁçtə
dichdɪç
nichtnɪçt
.
Stille.
von oben, auf Baraks Seite
EINE STIMME
Aufaʊ̯f
,
gehɡeː
nachnaːx
obenˈoːbm̩
,
Mannman
,
derdeːɐ̯
Wegveːk
istɪst
freifʁaɪ̯
!
Es fällt zugleich mit der Stimme ein Lichtstrahl von oben in Baraks Verlies; die Stufen einer Wendeltreppe, in den Fels gehauen, werden sichtbar.
Barak richtet sich auf und beginnt hinaufzusteigen.
FRAU
Barak
,
meinmaɪ̯n
Mannman
!
Strengerˈʃtʁɛŋɐ
Richterˈʁɪçtɐ
,
hoherˈhoːɐ
Gatteˈɡatə
!
Schwängestˈʃvɛŋəst
duduː
auchaʊ̯x
deindaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
überˈyːbɐ
mirmiːɐ̯
,
iniˈʔɛn
seinemˈzaɪ̯nəm
Blitzenˈblɪt͡sn̩
sterbendˈʃtɛʁbm̩t
nochnɔx
säheˈzɛːə
ichɪç
dichdɪç
!
Ein Lichtstrahl fällt von oben in ihr Verlies, der Schein in Baraks leerer Kammer ist erloschen.
auf der Linken
EINE STIMME
Fraufʁaʊ̯
,
gehɡeː
nachnaːx
obenˈoːbm̩
,
denndɛn
derdeːɐ̯
Wegveːk
istɪst
freifʁaɪ̯
.
Die Frau eilt nach oben.
Das Gewölbe versinkt. Wolken treten vor, teilen sich, enthüllen eine Felsterrasse, jener gleich, die während des Schlafes der Kaiserin sichtbar wurde. Steinerne Stufen führen vom Wasser aufwärts zu einem mächtigen tempelartigen Eingang ins Berginnere. Ein dunkles Wasser, in den Felsgrund eingeschnitten, fliessend gegenüber.
Die Tür zum mittleren Eingang offen. Auf der obersten Stufe der Bote, wartend. Dienende Geister rechts und links.
Ein Kahn kommt auf dem Wasser geschwommen, ohne Lenker. Die Kaiserin liegt darin, schlummernd, die Amme kniet neben ihr hält sie umschlungen, bewegt um sich schauend, wohin der Kahn treibe.
Der Bote hat das Herankommen des Kahnes abgewartet. Der Kahn hält an.
DIENENDE GEISTER
Sieziː
kommenˈkɔmən
!
BOTE
Hinwegˈhɪnˌveːk
!
Er tritt ins Innere zurück, die Geister zugleich, die eherne Tür schliesst sich hinter ihnen.
Die Kaiserin erwacht.
Die Amme sucht sie zurückzuhalten, mit dem freien Arm den Kahn vom Ufer wegzustossen, vergeblich.
Die Gegend erhellt sich.
Die Kaiserin erhebt sich, blickt um sich, will ans Land.
drückt sie nieder hastig, aufgeregt
AMME
Fortfoːɐ̯
vonfɔn
hierhiːɐ̯
!
Hilfhɪlf
mirmiːɐ̯
vomfɔm
Felsfɛls
lösenˈløːzn̩
dendeːn
Kahnkaːn
!
leise
AMME
Übermächte
spielenˈʃpiːlən
mitmɪt
unsʊns
!
Zumt͡sʊm
greulichsten
Ortɔʁt
eigenwilligˈaɪ̯ɡn̩ˌvɪlɪk
strebtʃtʁeːpt
dasdas
Gemächteɡəˈmɛçtə
ausaʊ̯s
bösemˈbøːzm̩
Holzhɔlt͡s
!
Wär'
ichɪç
nichtnɪçt
gewitzigtɡəˈvɪt͡sɪkt
,
wasvas
würdeˈvʏʁdə
ausaʊ̯s
dirdiːɐ̯
!
KAISERIN
Derdeːɐ̯
Kahnkaːn
willvɪl
bleibenˈblaɪ̯bm̩
siehstziːst
duduː
denndɛn
nichtnɪçt
?
Diedaɪ
Treppeˈtʁɛpə
,
schauʃaʊ̯
!
gibt's auf den Kahn vom Ufer zu stossen, treibend, mit fieberhafter Ungeduld
AMME
Sozoː
lasslas
dendeːn
Kahnkaːn
!
Nunnuːn
fortfoːɐ̯
vonfɔn
hierhiːɐ̯
!
Ichɪç
weissvaɪ̯s
dendeːn
Wegveːk
,
Mondberge
siebenˈziːbm̩
sindzɪnt
gelagertɡəˈlaːɡɐt
,
diesdaɪs
istɪst
derdeːɐ̯
höchsteˈhøːçstə
:
einaɪ̯n
böserˈbøːzɐ
Bereichbəˈʁaɪ̯ç
!
Geschürztɡəˈʃʏʁt͡st
deindaɪ̯n
Kleidklaɪ̯t
undʊnt
hurtigˈhʊʁtɪk
diedaɪ
Füsseˈfyːsə
:
ichɪç
führ'
dichdɪç
hinunterhɪˈnʊntɐ
,
ichɪç
findeˈfɪndə
hinaushɪˈnaʊ̯s
!
ist auf die Treppe hinausgetreten
KAISERIN
Hierhiːɐ̯
istɪst
einaɪ̯n
Tortoːɐ̯
!
sinnend, suchend
KAISERIN
Einmalˈaɪ̯nmaːl
vordemfoːɐ̯ˈdeːm
sahzaː
ichɪç
diesdaɪs
Tortoːɐ̯
!
Posaunenruf wie aus dem Innern des Berges
KAISERIN
Hörsthøːɐ̯st
duduː
dendeːn
Tontoːn
?
Derdeːɐ̯
läd't
zut͡suː
Gerichtɡəˈʁɪçt
!
leise, etwas beklommen
KAISERIN
Meinmaɪ̯n
Vaterˈfaːtɐ
,
jajaː
?
Keikobad
?
Sagzaːk
?
Langlaŋ
sahzaː
ichɪç
ihniːn
nichtnɪçt
,
dochdɔx
weissvaɪ̯s
ichɪç
wohlvoːl
:
ereːɐ̯
liebtliːpt
eseːs
zut͡suː
thronenˈtʁoːnən
wieviː
Salomoˈzaːlomoː
undʊnt
aufzulösenˈaʊ̯ft͡suˌløːzn̩
,
wasvas
dunkelˈdʊŋkl̩
istɪst
.
Hochhoːx
istɪst
seinzaɪ̯n
Stuhlʃtuːl
undʊnt
abgründigˈʔapɡʁʏndɪç
seinzaɪ̯n
Sinnzɪn
rein und mutig
KAISERIN
dochdɔx
,
ichɪç
binbɪn
seinzaɪ̯n
Kindkɪnt
:
ichɪç
fürchteˈfʏʁçtə
michmɪç
nichtnɪçt
.
Amme ängstlich, späht nach der Seite, ob sich ein Ausweg finden liesse.
Die Posaune ruft abermals, stärker.
die Hände erhoben, angstvoll
KAISERIN
Meinmaɪ̯n
Herrhɛʁ
undʊnt
Geliebterɡəˈliːptɐ
!
Sieziː
haltenˈhaltn̩
Gerichtɡəˈʁɪçt
überˈyːbɐ
ihniːn
umʊm
meinetwillenˈmaɪ̯nətˌvɪlən
!
Wasvas
ihniːn
bindetˈbɪndət
,
bindetˈbɪndət
michmɪç
.
Wasvas
ereːɐ̯
leidetˈlaɪ̯dət
,
willvɪl
ichɪç
leidenˈlaɪ̯dn̩
,
ichɪç
binbɪn
iniˈʔɛn
ihmiːm
,
ereːɐ̯
istɪst
iniˈʔɛn
mirmiːɐ̯
!
Wirviːɐ̯
sindzɪnt
einsaɪ̯ns
.
Ichɪç
willvɪl
zut͡suː
ihmiːm
.
wendet sich, hinaufzuschreiten
angstvoll
AMME
Fortfoːɐ̯
mitmɪt
unsʊns
!
Ichɪç
schaff'
dirdiːɐ̯
dendeːn
Schattenˈʃatn̩
!
Sozoː
istɪst
eseːs
gesetztɡəˈzɛt͡st
undʊnt
sozoː
beschworenbəˈʃvoːʁən
!
Duduː
bleibstblaɪ̯pst
diedaɪ
gleicheˈɡlaɪ̯çə
,
Töchterchenˈtœçtɐçən
,
liebesˈliːbəs
,
undʊnt
durchdʊʁç
deinenˈdaɪ̯nən
Leiblaɪ̯p
gleitetˈɡlaɪ̯tət
dasdas
Lichtlɪçt
alleinaˈlaɪ̯n
desdɛs
Weibesˈvaɪ̯bəs
traurigerˈtʁaʊ̯ʁɪɡɐ
Schattenˈʃatn̩
,
dirdiːɐ̯
verfallenfɛɐ̯ˈfalən
,
haftetˈhaftət
derdeːɐ̯
Ferseˈfɛʁzə
!
Ihresgleichenˈiːʁəsˌɡlaɪ̯çn̩
scheinstʃaɪ̯nst
duduː
danndan
undʊnt
bistbɪst
eseːs
nichtnɪçt
:
dochdɔx
duduː
erfüllstɛɐ̯ˈfʏlst
,
wasvas
bedungenbəˈdʊŋən
warvaːɐ̯
!
schmeichelnd
AMME
Sozoː
hab'
deinenˈdaɪ̯nən
Liebstenˈliːpstn̩
undʊnt
herzeˈhɛʁt͡sə
ihniːn
!
Ichɪç
helf'
dirdiːɐ̯
ihniːn
findenˈfɪndn̩
,
ichɪç
willvɪl
eseːs
tragenˈtʁaːɡn̩
,
dassdas
ichɪç
ihniːn
seheˈzeːə
iniˈʔɛn
deinenˈdaɪ̯nən
Armenˈaʁmən
aufaʊ̯f
Jahrjaːɐ̯
undʊnt
Tagtaːk
undʊnt
bleibeˈblaɪ̯bə
diedaɪ
Hündinˈhʏndɪn
iniˈʔɛn
seinemˈzaɪ̯nəm
Hauseˈhaʊ̯zə
!
resigniert seufzend, nicht heftig
AMME
Weheˈveːə
mirmiːɐ̯
!
sehr stark
AMME
Nurnuːɐ̯
fortfoːɐ̯
vonfɔn
hierhiːɐ̯
!
Fortfoːɐ̯
vonfɔn
derdeːɐ̯
Schwelleˈʃvɛlə
,
sieziː
zut͡suː
betretenbəˈtʁeːtn̩
,
istɪst
mehrmeːɐ̯
alsals
Todtoːt
!
KAISERIN
Sozoː
kennstkɛnst
duduː
diedaɪ
Schwelleˈʃvɛlə
?
Sozoː
weisstvaɪ̯st
duduː
,
wohinvoˈhɪn
diesdaɪs
Tortoːɐ̯
sichzɪç
öffnetˈœfnət
?
Antworteˈantˌvɔʁtə
mirmiːɐ̯
!
dumpf
AMME
Zumt͡sʊm
Wasserˈvasɐ
desdɛs
Lebensˈleːbn̩s
.
KAISERIN
Antworteˈantˌvɔʁtə
mirmiːɐ̯
!
plötzlich erleuchtet
KAISERIN
Zurt͡suːɐ̯
Schwelleˈʃvɛlə
desdɛs
Todesˈtoːdəs
!
Sozoː
schollʃɔl
derdeːɐ̯
Rufʁuːf
.
Stehʃteː
mirmiːɐ̯
Redeˈʁeːdə
!
Duduː
weisstvaɪ̯st
dasdas
Geheimeɡəˈhaɪ̯mə
undʊnt
kennstkɛnst
diedaɪ
Bewandtnisbəˈvantnɪs
.
Antworteˈantˌvɔʁtə
mirmiːɐ̯
!
Die Amme schweigt.
KAISERIN
Schweigstʃvaɪ̯kst
duduː
tückischˈtʏkɪʃ
?
Willstvɪlst
duduː
mitmɪt
Fleissflaɪ̯s
dendeːn
Sinnzɪn
mirmiːɐ̯
verdunkelnfɛɐ̯ˈdʊŋkl̩n
?
Hellhɛl
istɪst
iniˈʔɛn
mirmiːɐ̯
!
Hellhɛl
istɪst
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
!
leidenschaftlich
KAISERIN
Ichɪç
mussmʊs
zut͡suː
ihmiːm
!
Wasserˈvasɐ
desdɛs
Lebensˈleːbn̩s
,
ichɪç
mussmʊs
eseːs
erspürenɛɐ̯ˈʃpyːʁən
,
ihniːn
besprengenbəˈʃpʁɛŋən
Wasserˈvasɐ
desdɛs
Lebensˈleːbn̩s
istɪst
eseːs
dasdas
Blutbluːt
ausaʊ̯s
diesenˈdiːzn̩
Adernˈaːdɐn
?
Fliesse
eseːs
hinhɪn
,
dassdas
ichɪç
ihniːn
weckeˈvɛkə
!
Sie wendet sich entschieden dem Eingang zu.
wirft sich vor sie hin, fasst sie am Gewand
AMME
Hab'
Erbarmenɛɐ̯ˈbaʁmən
!
Duduː
verfängstfɛɐ̯ˈfɛŋst
dichdɪç
:
tausendˈtaʊ̯zn̩də
Netzeˈnɛt͡sə
,
Gaukelspielˈɡaʊ̯kl̩ˌʃpiːl
,
greulicher
Trugtʁuːk
!
Wasserˈvasɐ
desdɛs
Lebensˈleːbn̩s
,
greuliches
Blendwerkˈblɛntˌvɛʁk
müsst'
ichɪç
darüberdaˈʁyːbɐ
meinmaɪ̯n
Blutbluːt
hingebenˈhɪnˌɡeːbn̩
–,
halteˈhaltə
ichɪç
abaːbeː
vonfɔn
deinerˈdaɪ̯nɐ
Seeleˈzeːlə
undʊnt
deinemˈdaɪ̯nəm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
!
Einaɪ̯n
Wasserˈvasɐ
springtʃpʁɪŋt
wirklichˈvɪʁklɪç
imiˈʔɛm
Bergeˈbɛʁɡə
.
Leuchtendˈlɔɪ̯çtn̩t
steigtʃtaɪ̯kt
eseːs
,
goldeneˈɡɔldənə
Säuleˈzɔɪ̯lə
,
ausaʊ̯s
demdeːm
Grundɡʁʊnt
:
Wasserˈvasɐ
desdɛs
Lebensˈleːbn̩s
!
Werveːɐ̯
darandaˈʁan
diedaɪ
Lippenˈlɪpm̩
legteˈleːktə
einerˈaɪ̯nɐ
derdeːɐ̯
unsernˈʔʊnzɐ
,
vonfɔn
Geisternˈɡaɪ̯stɐn
stammendˈʃtamənt
mehrmeːɐ̯
alsals
Todtoːt
,
greulichˈɡʁɔʏ̯lɪç
unsagbarʊnˈzaːkbaːɐ̯
teuflischesˈtɔɪ̯flɪʃəs
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
schlürftʃlʏʁft
ereːɐ̯
iniˈʔɛn
sichzɪç
rettungslos
.
Die Kaiserin ist auf die oberste Stufe getreten.
in höchster Angst
AMME
Hörsthøːɐ̯st
duduː
michmɪç
nichtnɪçt
?
Fürchterlichˈfʏʁçtɐlɪç
istɪst
Keikobad
!
Wasvas
weisstvaɪ̯st
duduː
vonfɔn
ihmiːm
!
Duduː
bistbɪst
seinzaɪ̯n
Kindkɪnt
undʊnt
hasthast
dichdɪç
gegebenɡəˈɡeːbm̩
iniˈʔɛn
Menschenhandˈmɛnʃn̩ˌhant
undʊnt
deindaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
vergeudetfɛɐ̯ˈɡɔɪ̯dət
anaːˈʔɛn
einenˈaɪ̯nən
vonfɔn
dendeːn
Verwesendenfɛɐ̯ˈveːzn̩dən
!
Fürchterlichˈfʏʁçtɐlɪç
straftʃtʁaːft
ereːɐ̯
dichdɪç
,
wennvɛn
duduː
fällstfɛlst
iniˈʔɛn
seineˈzaɪ̯nə
Handhant
.
Denndɛn
ereːɐ̯
kenntkɛnt
keinkaɪ̯n
Greuelˈɡʁɔʏ̯əl
überˈyːbɐ
diesemˈdiːzm̩
,
dassdas
einesˈaɪ̯nəs
spieleˈʃpiːlə
mitmɪt
dendeːn
Verhasstenfɛɐ̯ˈhastn̩
undʊnt
sichzɪç
mischeˈmɪʃə
mitmɪt
dendeːn
Verfluchtenfɛɐ̯ˈfluːxtn̩
!
Wehveː
überˈyːbɐ
sieziː
,
diedaɪ
dichdɪç
gebarɡəˈbaːɐ̯
,
undʊnt
Menschensehnsucht
dirdiːɐ̯
flösste
insɪns
Blutbluːt
!
Wehveː
überˈyːbɐ
dichdɪç
!
verklärt, entschlossen
KAISERIN
Ausaʊ̯s
unsernˈʔʊnzɐ
Tatenˈtaːtn̩
steigtʃtaɪ̯kt
einaɪ̯n
Gerichtɡəˈʁɪçt
!
Ausaʊ̯s
unsermˈʔʊnzɐ
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
ruftʁuːft
diedaɪ
Posaunepoˈzaʊ̯nə
,
diedaɪ
unsʊns
lädtlɛːt
.
entschieden, die Hand gegen sie ausstreckend, gebietend
KAISERIN
Ammeˈamə
,
aufaʊ̯f
immerˈɪmɐ
scheid'
ichɪç
michmɪç
vonfɔn
dirdiːɐ̯
.
Wasvas
Menschenˈmɛnʃn̩
bedürfenbəˈdʏʁfn̩
,
duduː
weisstvaɪ̯st
eseːs
zut͡suː
wenigˈveːnɪk
,
woraufvoˈʁaʊ̯f
ihrerˈiːʁɐ
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
zieletˈt͡siːlət
,
dirdiːɐ̯
istɪst
eseːs
verborgenfɛɐ̯ˈbɔʁɡn̩
.
sehr feierlich und gross
KAISERIN
Mitmɪt
welchemˈvɛlçəm
Preispʁaɪ̯s
sieziː
allesˈaləs
zahlenˈt͡saːlən
,
ausaʊ̯s
schwererˈʃveːʁɐ
Schuldʃʊlt
sichzɪç
wiederˈviːdɐ
erneuernɛɐ̯ˈnɔɪ̯ɐn
,
demdeːm
Phönixˈføːnɪks
gleichɡlaɪ̯ç
,
ausaʊ̯s
ewigemˈeːvɪɡəm
Todeˈtoːdə
zut͡suː
ewigemˈeːvɪɡəm
Lebenˈleːbm̩
sichzɪç
immerˈɪmɐ
erhöhenɛɐ̯ˈhøːən
kaumkaʊ̯m
ahnenˈaːnən
sie's
selberˈzɛlbɐ
dirdiːɐ̯
kommtkɔmt
eseːs
nichtnɪçt
nahnaː
.
Ichɪç
gehöreɡəˈhøːʁə
zut͡suː
ihnenˈiːnən
,
mächtig
KAISERIN
duduː
taugsttaʊ̯kst
nichtnɪçt
zut͡suː
mirmiːɐ̯
!
Sie tritt ans Tor das sich lautlos öffnet, sie tritt hinein, das Tor schliesst sich.
will ihr nach, wagt sich nicht in den Bereich, verzweifelnd auf der Treppe
AMME
Wasvas
Menschenˈmɛnʃn̩
bedürfenbəˈdʏʁfn̩
?
Betrugbəˈtʁuːk
istɪst
diedaɪ
Speiseˈʃpaɪ̯zə
,
nachnaːx
derdeːɐ̯
sieziː
gierenˈɡiːʁən
.
Betrügerbəˈtʁyːɡɐ
sieziː
selberˈzɛlbɐ
!
Fluchfluːx
überˈyːbɐ
sieziː
!
Dasdas
ewigeˈeːvɪɡə
Trachtenˈtʁaxtn̩
,
Vorwärtsˈfoːɐ̯vɛʁt͡s
insɪns
Leereˈleːʁə
,
derdeːɐ̯
angstvermischte
gierigeˈɡiːʁɪɡə
Wahnsinnˈvaːnzɪn
hinübergeträufelt
iniˈʔɛn
meinesˈmaɪ̯nəs
Kindesˈkɪndəs
kristallenekʁɪsˈtalənə
Seeleˈzeːlə
!
Fluchfluːx
überˈyːbɐ
sieziː
!
Es dunkelt, rötlicher Nebel tritt herein.
im Wind
DIE STIMME BARAKS
Ah
!
von der anderen Seite
DIE STIMME DER FRAU
Ah
!
DIE STIMME BARAKS
Dassdas
ichɪç
dichdɪç
fändeˈfɛndə
!
klagend
DIE STIMME DER FRAU
O
meinmaɪ̯n
Geliebterɡəˈliːptɐ
!
DIE STIMME BARAKS
Fürchteˈfʏʁçtə
nichtsnɪçt͡s
!
Siehziː
,
o
siehziː
!
zugleich
DIE STIMME DER FRAU
Findeˈfɪndə
michmɪç
,
töteˈtøːtə
michmɪç
!
BEIDE
Wehveː
,
wehveː
,
o
wehveː
!
AMME
Menschenˈmɛnʃn̩
!
Menschenˈmɛnʃn̩
!
Wieviː
ichɪç
sieziː
hasseˈhasə
!
Wimmelndˈvɪml̩nt
wieviː
Aaleˈaːlə
,
schreiendˈʃʁaɪ̯ənt
wieviː
Adlerˈaːdlɐ
,
schindendˈʃɪndn̩t
diedaɪ
Erdeˈeːɐ̯də
!
Todtoːt
überˈyːbɐ
sieziː
!
im Nebel herein, von rechts
BARAK
Ichɪç
sucheˈzuːxə
meineˈmaɪ̯nə
Fraufʁaʊ̯
,
diedaɪ
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
fliehtfliːt
.
erkennt die Amme, angstvoll, gepresst, fast stöhnend
BARAK
Hasthast
duduː
sieziː
nichtnɪçt
gesehn
O
meineˈmaɪ̯nə
Muhmeˈmuːmə
?
zeigt nach links aufwärts
AMME
Dortdɔʁt
hinüberhɪˈnyːbɐ
!
Dortdɔʁt
hinaufhɪˈnaʊ̯f
!
Sieziː
verfluchtfɛɐ̯ˈfluːxt
dichdɪç
iniˈʔɛn
dendeːn
Todtoːt
!
Strafeˈʃtʁaːfə
sieziː
rächeˈʁɛçə
dichdɪç
schnellʃnɛl
!
ab nach links aufwärts
BARAK
Zut͡suː
ihriːɐ̯
!
Zut͡suː
ihriːɐ̯
!
erscheint von links weiter unten
FRAU
O
duduː
o
duduː
wovoː
istɪst
meinmaɪ̯n
Mannman
?
O
duduː
ichɪç
willvɪl
zut͡suː
ihmiːm
!
zeigt nach rechts
AMME
Dortdɔʁt
hinüberhɪˈnyːbɐ
!
Dichdɪç
zut͡suː
tötenˈtøːtn̩
mitmɪt
seinenˈzaɪ̯nən
Händenˈhɛndn̩
.
Retteˈʁɛtə
dichdɪç
,
fliehfliː
!
eilt nach rechts in den Wind und Nebel, wild entschlossen
FRAU
Barak
!
Hierhiːɐ̯
!
Schwingeˈʃvɪŋə
deindaɪ̯n
Schwertʃveːɐ̯t
.
Töteˈtøːtə
michmɪç
schnellʃnɛl
!
verschwindet rechts; es dunkelt
AMME
Weheˈveːə
,
meinmaɪ̯n
Kindkɪnt
,
ausgeliefertˈaʊ̯sɡəˌliːfɐt
,
Gaukelspielˈɡaʊ̯kl̩ˌʃpiːl
vorfoːɐ̯
ihrenˈiːʁən
Augenˈaʊ̯ɡn̩
,
Fallenˈfalən
undʊnt
Strickeˈʃtʁɪkə
vorfoːɐ̯
ihremˈiːʁəm
Fussfuːs
!
Sieziː
istɪst
hineinhɪˈnaɪ̯n
!
Sieziː
trinkttʁɪŋkt
!
Dasdas
goldne
,
flüssigeˈflʏsɪɡə
Unheilˈʊnˌhaɪ̯l
springtʃpʁɪŋt
aufaʊ̯f
diedaɪ
Lippenˈlɪpm̩
,
wühltvyːlt
sichzɪç
hinabhɪˈnap
!
Ihriːɐ̯
Gesichtɡəˈzɪçt
greulichˈɡʁɔʏ̯lɪç
zucktt͡sʊkt
,
einaɪ̯n
menschlicherˈmɛnʃlɪçɐ
Schreiʃʁaɪ̯
ringtʁɪŋt
sichzɪç
ausaʊ̯s
derdeːɐ̯
wundenˈvʊndn̩
Kehleˈkeːlə
!
Ihriːɐ̯
zut͡suː
Hilfeˈhɪlfə
!
Müssteˈmʏstə
ichɪç
sterbenˈʃtɛʁbn̩
!
Keikobad
!
Sie will ans Tor
tritt aus dem Tor, ehern
BOTE
Dendeːn
Namenˈnaːmən
desdɛs
Herrnhɛʁn
?
Hündinˈhʏndɪn
,
zut͡suː
wemveːm
hebstheːpst
duduː
diedaɪ
Stimmeˈʃtɪmə
?
Fortfoːɐ̯
mitmɪt
dirdiːɐ̯
vonfɔn
derdeːɐ̯
Schwelleˈʃvɛlə
!
Packpak
dichdɪç
,
fürfyːɐ̯
immerˈɪmɐ
!
wie wahnsinnig vor Erregung
AMME
Mirmiːɐ̯
anvertrautˈanfɛɐ̯ˌtʁaʊ̯t
duduː
selberˈzɛlbɐ
,
Boteˈboːtə
!
Dreidʁaɪ̯
Tageˈtaːɡə
langlaŋ
!
Ichɪç
hab'
sieziː
gehütetɡəˈhyːtət
,
ichɪç
rangʁaŋ
mitmɪt
ihriːɐ̯
sieziː
stiess[ˈʃtoːsn̩]
michmɪç
vonfɔn
sichzɪç
sieziː
kenntkɛnt
michmɪç
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
Keikobad
!
Ereːɐ̯
mussmʊs
michmɪç
hörenˈhøːʁən
!
will an ihm vorbei
vertritt ihr den Weg; ehern
BOTE
Sieziː
istɪst
vorfoːɐ̯
ihmiːm
!
Werveːɐ̯
bedarfbəˈdaʁf
deinerˈdaɪ̯nɐ
?
Niemandˈniːmant
.
Suchzuːx
dirdiːɐ̯
dendeːn
Wegveːk
!
AMME
Keikobad
!
Deineˈdaɪ̯nə
Dienerinˈdiːnəʁɪn
schreitʃʁaɪ̯t
zut͡suː
dirdiːɐ̯
Strafeˈʃtʁaːfə
sieziː
,
aberˈaːbɐ
verwirffɛɐ̯ˈvɪʁf
sieziː
nichtnɪçt
ungehört
!
Mirmiːɐ̯
übergebenyːbɐˈɡeːbm̩
,
ichɪç
steh'
dirdiːɐ̯
Redeˈʁeːdə
!
Keikobad
!
Der Nebel tritt herein, wird immer dichter Gewitter und Sturm nehmen zu an Heftigkeit. Es dunkelt mehr und mehr. Im Sturm tönen die Stimmen der Färbersleute, die einander vergeblich rufen und suchen. Zugleich.
gewaltig, mit einem Anflug von Hohn
BOTE
Werveːɐ̯
bistbɪst
duduː
,
dassdas
duduː
ihniːn
rufestˈʁuːfəst
?
Wasvas
weisstvaɪ̯st
duduː
vonfɔn
seinemˈzaɪ̯nəm
Willenˈvɪlən
undʊnt
wieviː
ereːɐ̯
verhängtfɛɐ̯ˈhɛŋt
hathat
ihriːɐ̯
diedaɪ
Prüfungˈpʁyːfʊŋ
?
Wennvɛn
ereːɐ̯
dichdɪç
hiess
desdɛs
Kindesˈkɪndəs
hütenˈhyːtn̩
,
werveːɐ̯
heisst
dichdɪç
ratenˈʁaːtən
,
oboːˈbeː
ereːɐ̯
nichtnɪçt
wollteˈvɔltə
,
dassdas
sieziː
dirdiːɐ̯
entliefeɛntˈliːfə
?
immer schrecklicher
BOTE
Undʊnt
trotzdemtʁɔt͡sˈdeːm
dichdɪç
verwirftfɛɐ̯ˈvɪʁft
aufaʊ̯f
ewigˈeːvɪk
:
dassdas
duduː
nichtnɪçt
vermochtestfɛɐ̯ˈmɔxtəst
,
ihrerˈiːʁɐ
zut͡suː
hütenˈhyːtn̩
!
unsichtbar
BARAK
O
duduː
!
unsichtbar
FRAU
O
duduː
!
BARAK
Wovoː
bistbɪst
duduː
?
FRAU
Wovoː
bistbɪst
duduː
?
BARAK
Flieheˈfliːə
nichtnɪçt
!
FRAU
Findeˈfɪndə
michmɪç
!
BARAK
Kommkɔm
zut͡suː
mirmiːɐ̯
!
FRAU
Kommkɔm
zut͡suː
mirmiːɐ̯
!
BARAK
Dichdɪç
zut͡suː
sehenˈzeːən
atmenˈaːtmən
,
lebenˈleːbm̩
!
FRAU
Kinderˈkɪndɐ
,
Guterˈɡuːtɐ
,
dirdiːɐ̯
zut͡suː
gebenˈɡeːbm̩
!
BARAK
Wehveː
,
verlorenfɛɐ̯ˈloːʁən
!
FRAU
Wehveː
,
vertanfɛɐ̯ˈtaːn
!
BARAK
Dieseˈdiːzə
Händeˈhɛndə
–!
FRAU
Wehveː
,
sozoː
jungjʊŋ
!
BARAK
Dirdiːɐ̯
vergebenfɛɐ̯ˈɡeːbn̩
,
dichdɪç
erquickenɛɐ̯ˈkvɪkn̩
!
FRAU
Liebendˈliːbn̩t
,
dienendˈdiːnənt
dirdiːɐ̯
michmɪç
bückenˈbʏkn̩
!
BARAK
Wehveː
,
verlorenfɛɐ̯ˈloːʁən
!
FRAU
Hab'
Erbarmenɛɐ̯ˈbaʁmən
!
BARAK
Sterbenˈʃtɛʁbn̩
!
Sterbenˈʃtɛʁbn̩
!
FRAU
Wehveː
,
unsʊns
Armenˈaʁmən
!
BARAK
Mirmiːɐ̯
anvertrautˈanfɛɐ̯ˌtʁaʊ̯t
,
dassdas
ichɪç
dichdɪç
hegeˈheːɡə
undʊnt
dichdɪç
trageˈtʁaːɡə
aufaʊ̯f
diesenˈdiːzn̩
Händenˈhɛndn̩
.
AMME
Schlageˈʃlaːɡə
ereːɐ̯
michmɪç
mitmɪt
seinemˈzaɪ̯nəm
Zornt͡sɔʁn
!
Ichɪç
willvɪl
zut͡suː
ihriːɐ̯
!
BOTE
Mitmɪt
seinemˈzaɪ̯nəm
Zornt͡sɔʁn
schlägtʃlɛːkt
ereːɐ̯
dichdɪç
,
dassdas
duduː
ihriːɐ̯
Antlitzˈantˌlɪt͡s
nichtnɪçt
wiedersiehstˈviːdɐˌziːst
!
AMME
Wehveː
,
meinmaɪ̯n
Kindkɪnt
!
Mirmiːɐ̯
verlorenfɛɐ̯ˈloːʁən
!
Fluchfluːx
undʊnt
Verderbenfɛɐ̯ˈdɛʁbn̩
überˈyːbɐ
diedaɪ
Menschenˈmɛnʃn̩
fressendesˈfʁɛsn̩dəs
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
iniˈʔɛn
ihriːɐ̯
Gebeinɡəˈbaɪ̯n
!
mit Hohn
BOTE
Unterˈʊntɐ
dendeːn
Menschenˈmɛnʃn̩
umherzuirrenʊmˈheːɐ̯t͡suˌʔɪʁən
,
istɪst
deindaɪ̯n
Losloːs
!
Diedaɪ
duduː
hassestˈhasəst
,
mitmɪt
ihnenˈiːnən
zut͡suː
hausenˈhaʊ̯zn̩
,
ihremˈiːʁəm
Atemˈaːtəm
dichdɪç
zut͡suː
vermischenfɛɐ̯ˈmɪʃn̩
immerˈɪmɐ
aufsaʊ̯fs
neu'
!
wie von Sinnen
AMME
Diedaɪ
ichɪç
hasseˈhasə
,
mitmɪt
ihnenˈiːnən
zut͡suː
hausenˈhaʊ̯zn̩
,
ihremˈiːʁəm
Atemˈaːtəm
michmɪç
zut͡suː
vermischenfɛɐ̯ˈmɪʃn̩
immerˈɪmɐ
aufsaʊ̯fs
neu'
!
Sie drängt sich dicht an den Boten, will an ihm vorbei.
fasst sie gewaltig und stösst sie die Treppe hinab
BOTE
Aufaʊ̯f
,
duduː
Kahnkaːn
,
trageˈtʁaːɡə
diesdaɪs
Weibvaɪ̯p
Mondberge
hinabhɪˈnap
dendeːn
Menschenˈmɛnʃn̩
zut͡suː
!
AMME
Fressendesˈfʁɛsn̩dəs
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
iniˈʔɛn
ihriːɐ̯
Gebeinɡəˈbaɪ̯n
!
Die Amme stürzt im Kahn zusammen, der Kahn löst sich und treibt jäh hinab. Ihr Schrei, durchdringend, verhallt.
ehern
BOTE
Verzehrefɛɐ̯ˈt͡seːʁə
dichdɪç
!
Dirdiːɐ̯
widerfährtˌvidɐˈfɛːɐ̯t
nachnaːx
demdeːm
Gesetzɡəˈzɛt͡s
!
Blitz, Donner, Posaune
DIE STIMMEN DER FÄRBERSLEUTE
Sterbenˈʃtɛʁbn̩
,
sterbenˈʃtɛʁbn̩
!
Wehveː
unsʊns
Armenˈaʁmən
!
Offene Verwandlung. Allmählich erhellt sich, aber noch nicht zu völliger Klarheit, das Innere eines tempelartigen Raumes. – Eine Nische, die mittelste, ist verhängt. Die Kaiserin, allein, steigt von unten empor. Dienende Geister, fackeltragend, ihr entgegen, noch im Dunkel.
ERSTER GEIST
Hab'
Ehrfurchtˈeːɐ̯ˌfʊʁçt
!
ZWEITER GEIST
Mutmuːt
!
DRITTER GEIST
Erfülleɛɐ̯ˈfʏlə
deindaɪ̯n
Geschickɡəˈʃɪk
!
sie verschwinden
tönen von draussen herein, doch schwächer und schwächer, als wären Türen zugefallen
MENSCHENSTIMMEN
Wehveː
,
verlorenfɛɐ̯ˈloːʁən
!
Hab'
Erbarmenɛɐ̯ˈbaʁmən
!
Sterbenˈʃtɛʁbn̩
!
Sterbenˈʃtɛʁbn̩
!
Wehveː
unsʊns
Armenˈaʁmən
!
geht auf die verhängte Nische zu
KAISERIN
Vaterˈfaːtɐ
,
bistbɪst
du's
?
Drohestˈdʁoːəst
duduː
mirmiːɐ̯
ausaʊ̯s
demdeːm
Dunkelˈdʊŋkl̩
herheːɐ̯
?
Hierhiːɐ̯
sieheˈziːə
deindaɪ̯n
Kindkɪnt
!
Michmɪç
hinzugebenˈhɪnt͡suˌɡeːbn̩
,
hab'
ichɪç
gelerntɡəˈlɛʁnt
,
aberˈaːbɐ
Schattenˈʃatn̩
hab'
ichɪç
keinenˈkaɪ̯nən
mirmiːɐ̯
erhandeltɛɐ̯ˈhandl̩t
.
Nunnuːn
zeigt͡saɪ̯k
mirmiːɐ̯
dendeːn
Platzplat͡s
,
derdeːɐ̯
mirmiːɐ̯
gebührtɡəˈbyːɐ̯t
inmittenɪnˈmɪtn̩
dererˈdeːʁɐ
,
diedaɪ
Schattenˈʃatn̩
werfenˈvɛʁfn̩
.
Ein Springquell goldenen Wassers steigt leuchtend aus dem Boden auf.
einen Schritt zurückgehend
KAISERIN
Goldenenˈɡɔldənən
Tranktʁaŋk
,
Wasserˈvasɐ
desdɛs
Lebensˈleːbn̩s
,
michmɪç
zut͡suː
stärkenˈʃtɛʁkn̩
,
bedarfbəˈdaʁf
ichɪç
nichtnɪçt
!
Liebeˈliːbə
istɪst
iniˈʔɛn
mirmiːɐ̯
,
diedaɪ
istɪst
mehrmeːɐ̯
.
von oben
EINE STIMME
Sozoː
trinktʁɪŋk
,
duduː
Liebendeˈliːbn̩də
,
vonfɔn
diesemˈdiːzm̩
Wasserˈvasɐ
!
Trinktʁɪŋk
,
undʊnt
derdeːɐ̯
Schattenˈʃatn̩
,
derdeːɐ̯
desdɛs
Weibesˈvaɪ̯bəs
warvaːɐ̯
,
wirdvɪʁt
deinerˈdaɪ̯nɐ
seinzaɪ̯n
,
undʊnt
duduː
wirstvɪʁst
seinzaɪ̯n
wieviː
sieziː
.
KAISERIN
Jedochjeˈdɔx
wasvas
wirdvɪʁt
ausaʊ̯s
ihriːɐ̯
?
DIE STIMME DER FRAU
Barak
!
DIE STIMME BARAKS
Wovoː
bistbɪst
duduː
?
DIE STIMME DER FRAU
Weheˈveːə
,
wovoː
?
DIE STIMME BARAKS
Herzuhɛɐ̯ˈt͡suː
mirmiːɐ̯
!
DIE STIMME DER FRAU
Achax
,
vergebensfɛɐ̯ˈɡeːbn̩s
!
DIE STIMME BARAKS
Wehveː
!
Verlorenfɛɐ̯ˈloːʁən
!
KAISERIN
Baraks
Stimmeˈʃtɪmə
!
Baraks
Blickblɪk
!
Meineˈmaɪ̯nə
Schuldʃʊlt
hierhiːɐ̯
wieviː
dortdɔʁt
,
dortdɔʁt
wieviː
hierhiːɐ̯
!
Das Wasser fällt langsam.
schaudernd
KAISERIN
Sternennamen
riefʁiːf
ichɪç
anaːˈʔɛn
,
reinʁaɪ̯n
zut͡suː
bleibenˈblaɪ̯bm̩
vonfɔn
Menschenschuld
!
Blutbluːt
istɪst
iniˈʔɛn
demdeːm
Wasserˈvasɐ
,
ichɪç
trinkeˈtʁɪŋkə
nichtnɪçt
!
Das Wasser versinkt gänzlich.
KAISERIN
Dochdɔx
weich'
ichɪç
nichtnɪçt
!
Meinmaɪ̯n
Platzplat͡s
istɪst
hierhiːɐ̯
iniˈʔɛn
dieserˈdiːzɐ
Weltvɛlt
.
Hierhiːɐ̯
wardvaʁt
ichɪç
schuldigˈʃʊldɪk
,
hierherˈhiːɐ̯ˈheːɐ̯
gehör'
ichɪç
.
Wovoː
immerˈɪmɐ
duduː
dichdɪç
birgstbɪʁkst
imiˈʔɛm
Dunkelˈdʊŋkl̩
iniˈʔɛn
meinemˈmaɪ̯nəm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
istɪst
einaɪ̯n
Lichtlɪçt
,
dichdɪç
zut͡suː
enthüllenɛntˈhʏlən
!
Ichɪç
willvɪl
meinmaɪ̯n
Gerichtɡəˈʁɪçt
!
Zeigeˈt͡saɪ̯ɡə
dichdɪç
,
Vaterˈfaːtɐ
!
Meinmaɪ̯n
Richterˈʁɪçtɐ
,
hervorhɛɐ̯ˈfoːɐ̯
!
Das Licht hinter dem Vorhang wird stärker und stärker, endlich ist seine Kraft so gross, dass der Vorhang zum durchsichtigen Schleier wird. In der strahlend erhellen Nische sitzt auf steinernem Thron der Kaiser. Er ist starr und steinern, nur seine Augen scheinen zu leben.
gesprochen
KAISERIN
Achax
!
Wehveː
mirmiːɐ̯
!
Meinmaɪ̯n
Liebsterˈliːpstɐ
starrʃtaʁ
!
Lebendigleˈbɛndɪk
begrabenbəˈɡʁaːbn̩
imiˈʔɛm
eigenenˈaɪ̯ɡənən
Leiblaɪ̯p
!
Erfülltɛɐ̯ˈfʏlt
derdeːɐ̯
Fluchfluːx
!
Meinesˈmaɪ̯nəs
Wesensˈveːzn̩s
unschuldigeˈʊnˌʃʊldɪɡə
Schuldʃʊlt
anaːˈʔɛn
ihmiːm
gestraftɡəˈʃtʁaːft
,
weilvaɪ̯l
ereːɐ̯
zut͡suː
sehrzeːɐ̯
meinmaɪ̯n
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
geliebtɡəˈliːpt
,
umʊm
dasdas
ereːɐ̯
michmɪç
wählteˈvɛːltə
erbarmungslosɛɐ̯ˈbaʁmʊŋsloːs
,
dahingeopfert
,
meinemˈmaɪ̯nəm
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
seinzaɪ̯n
liebendesˈliːbn̩dəs
Herzhɛʁt͡s
!
Ungelöstˈʊnɡəˌløːst
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seeleˈzeːlə
Knotenˈknoːtn̩
vonfɔn
Menschenhandˈmɛnʃn̩ˌhant
Starrʃtaʁ
nunnuːn
diedaɪ
Handhant
,
diedaɪ
ihniːn
nichtnɪçt
lösteˈløːstə
Versteinertfɛɐ̯ˈʃtaɪ̯nɐt
seinzaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
vonfɔn
meinerˈmaɪ̯nɐ
Härteˈhɛʁtə
!
Meinmaɪ̯n
Geschickɡəˈʃɪk
seineˈzaɪ̯nə
Schuldʃʊlt
!
Meineˈmaɪ̯nə
Schuldʃʊlt
seinzaɪ̯n
Geschickɡəˈʃɪk
!
Wehveː
,
ihriːɐ̯
Sterneˈʃtɛʁnə
,
alsoˈalzo
tuttuːt
ihriːɐ̯
anaːˈʔɛn
dendeːn
Menschenˈmɛnʃn̩
!
Sie nähert sich in Verzweiflung dem Versteinerten.
KAISERIN
Mitmɪt
dirdiːɐ̯
sterbenˈʃtɛʁbn̩
,
aufaʊ̯f
,
wachvax
aufaʊ̯f
!
Aug'
iniˈʔɛn
Aug'
,
Mundmʊnt
anaːˈʔɛn
Mundmʊnt
mitmɪt
dirdiːɐ̯
vereintfɛɐ̯ˈʔaɪ̯nt
,
lasslas
michmɪç
sterbenˈʃtɛʁbn̩
!
Sie will hervor, den Versteinerten zu umschlingen, und wagt es nicht. Wie sie in Angst vor dem auf sie gerichteten Blick nach der Seite zurückgeht, folgen ihr die Augen des Kaisers nach.
in höchster Qual
KAISERIN
Nichtnɪçt
diesenˈdiːzn̩
Blickblɪk
!
Ichɪç
kannkan
nichtnɪçt
helfenˈhɛlfn̩
,
ichɪç
kannkan
nichtnɪçt
!
Sie fällt zusammen, bedeckt die Augen mit den Händen.
Die Statue glüht im stärksten Licht, die Augen mit stummer Bitte auf die Kaiserin gerichtet.
dumpfdröhnend wie aus Abgründen
Die Frau wirft keinen Schatten,
UNIRDISCHE STIMMEN
derdeːɐ̯
Kaiserˈkaɪ̯zɐ
mussmʊs
versteinenfɛɐ̯ˈʃtaɪ̯nən
!
Die Statue verdunkelt sich wie Blei. Vor ihren Füssen hebt sich wie früher das goldene Wasser leuchtend empor.
von oben
EINE STIMME
Sprichʃpʁɪç
ausaʊ̯s
:
Ichɪç
willvɪl
!
Undʊnt
jenesˈjeːnəs
Weibesˈvaɪ̯bəs
Schattenˈʃatn̩
wirdvɪʁt
deindaɪ̯n
!
Undʊnt
dieserˈdiːzɐ
stehetˈʃteːət
aufaʊ̯f
undʊnt
wirdvɪʁt
lebendigleˈbɛndɪk
undʊnt
gehtɡeːt
mitmɪt
dirdiːɐ̯
!
Undʊnt
desdɛs
zumt͡sʊm
Zeichenˈt͡saɪ̯çn̩
neigeˈnaɪ̯ɡə
dichdɪç
undʊnt
trinktʁɪŋk
!
in furchtbarem Kampfe auf dem Boden liegend, gesprochen
KAISERIN
Versuchfɛɐ̯ˈzuːx
michmɪç
nichtnɪçt
,
Keikobad
!
Ichɪç
binbɪn
deindaɪ̯n
Kindkɪnt
!
Lasslas
michmɪç
sterbenˈʃtɛʁbn̩
,
eh'
ichɪç
erliegeɛɐ̯ˈliːɡə
!
DIE STIMME BARAKS
Nirgendˈnɪʁɡn̩t
Hilfeˈhɪlfə
!
DIE STIMME DER FRAU
Weheˈveːə
,
sterbenˈʃtɛʁbn̩
!
erhebt sich auf die Knie, ihren Lippen entringt sich ein qualvoller, stöhnender Schrei, in dessen Intervallen die Worte –
KAISERIN
Ichɪç
willvɪl
nichtnɪçt
!
hörbar sind. – Sogleich, wie diese Worte hörbar werden, sinkt das Wasser hinab, der Raum, nach einer kurzen Dunkelheit, erhellt sich von oben. – Von der Kaiserin, die sich wie unbewusst vom Boden erhoben hat, fällt ein scharfer Schatten quer über den Boden des Raumes. – Der Kaiser erhebt sich von seinem Thron und schickt sich an, die Stufen hinabzusteigen.
KAISER
»
Wennvɛn
dasdas
Herzhɛʁt͡s
ausaʊ̯s
Kristallkʁɪsˈtal
zerbrichtt͡sɛɐ̯ˈbʁɪçt
iniˈʔɛn
einemˈaɪ̯nəm
Schreiʃʁaɪ̯
,
diedaɪ
Ungebornen
eilenˈaɪ̯lən
wieviː
Sternenglanz
herbeihɛɐ̯ˈbaɪ̯
.
Die Gattin blickt zum Gatten,
KAISER
ihriːɐ̯
fälltfɛlt
einaɪ̯n
irdischerˈɪʁdɪʃɐ
Schattenˈʃatn̩
vonfɔn
Hüfteˈhʏftə
,
Haupthaʊ̯pt
undʊnt
Haarhaːɐ̯
.
Derdeːɐ̯
Toteˈtoːtə
darfdaʁf
sichzɪç
hebenˈheːbm̩
ausaʊ̯s
eignenˈaɪ̯ɡnən
Leibesˈlaɪ̯bəs
Gruftɡʁʊft
diedaɪ
Himmelsbotenˈhɪml̩sˌboːtn̩
eilenˈaɪ̯lən
herniederhɛɐ̯ˈniːdɐ
ausaʊ̯s
derdeːɐ̯
Luftlʊft
Sozoː
wardvaʁt
mirmiːɐ̯
zugesungen
,
dadaː
ichɪç
imiˈʔɛm
Sterbenˈʃtɛʁbn̩
warvaːɐ̯
.
Nunnuːn
darfdaʁf
ichɪç
wiederˈviːdɐ
lebenˈleːbm̩
!
Schonʃoːn
kommtkɔmt
diedaɪ
heil'ge
Scharʃaːɐ̯
mitmɪt
Singenˈzɪŋən
undʊnt
mitmɪt
Schwebenˈʃveːbn̩
Das Licht von der Kuppel herab ist stärker und stärker geworden. Nun dringen, von oben her die Stimmen der Ungeborenen hernieder.
(EINZELNE)
Hörthøːɐ̯t
,
wirviːɐ̯
wollenˈvɔlən
sagenˈzaːɡn̩
:
Vaterˈfaːtɐ
!
(ANDERE)
Hörthøːɐ̯t
,
wirviːɐ̯
wollenˈvɔlən
Mutterˈmʊtɐ
rufenˈʁuːfn̩
!
(EINIGE)
Steigetˈʃtaɪ̯ɡət
aufaʊ̯f
!
(ANDERE)
Neinnaɪ̯n
,
kommtkɔmt
herunterhɛˈʁʊntɐ
!
Zut͡suː
unsʊns
führenˈfyːʁən
alleˈalə
Stufenˈʃtuːfn̩
!
deutet nach oben
KAISERIN
Sindzɪnt
dasdas
diedaɪ
Cherubimˈkeːʁubiːm
,
diedaɪ
ihreˈiːʁə
Stimmenˈʃtɪmən
hebenˈheːbm̩
?
von der untersten Stufe
KAISER
Dasdas
sindzɪnt
diedaɪ
Nichtgeborenen
,
nunnuːn
stürzenˈʃtʏʁt͡sn̩
sieziː
insɪns
Lebenˈleːbm̩
mitmɪt
morgenroten
Flügelnˈflyːɡl̩n
zut͡suː
unsʊns
,
dendeːn
fastfast
Verlorenenfɛɐ̯ˈloːʁənən
;
unsʊns
eilenˈaɪ̯lən
dieseˈdiːzə
Starkenˈʃtaʁkn̩
wieviː
Sternenglanz
herbeihɛɐ̯ˈbaɪ̯
.
Duduː
hasthast
dichdɪç
überwundenyːbɐˈvʊndn̩
.
Nunnuːn
gebenˈɡeːbm̩
Himmelsbotenˈhɪml̩sˌboːtn̩
dendeːn
Vaterˈfaːtɐ
undʊnt
diedaɪ
Kinderˈkɪndɐ
:
diedaɪ
Ungebornen
freifʁaɪ̯
!
Sieziː
habenˈhaːbm̩
unsʊns
gefundenɡəˈfʊndn̩
,
nunnuːn
eilenˈaɪ̯lən
sieziː
herbeihɛɐ̯ˈbaɪ̯
!
Er ist von der untersten Stufe herabgestiegen. Die Kaiserin will ihm entgegen, deutet nach oben, von wo ein immer hellerer Schein herabdringt, ein silbernes Klingen dem Gesang der Ungeborenen präludiert, sie sinkt in die Knie. Der Kaiser, der Kaiserin gegenüber fällt gleichfalls auf die Knie. Die Ungeborenen fangen an zu singen. Die Kaiserin und der Kaiser bergen jedes ihr Gesicht in den Händen.
von oben
DIE STIMMEN DER UNGEBORENEN
Hörthøːɐ̯t
,
wirviːɐ̯
gebietenɡəˈbiːtn̩
euchɔɪ̯ç
:
ringetˈʁɪŋət
undʊnt
tragetˈtʁaːɡət
,
dassdas
unserˈʊnzɐ
Lebenstagˈleːbn̩sˌtaːk
herrlichˈhɛʁlɪç
unsʊns
tagetˈtaːɡət
!
Wasvas
ihriːɐ̯
anaːˈʔɛn
Prüfungenˈpʁyːfʊŋŋ̍
standhaftˈʃtanthaft
durchleidetdʊʁçˈlaɪ̯dət
,
unsʊns
ist's
zut͡suː
strahlendenˈʃtʁaːləndn̩
Kronenˈkʁoːnən
geschmeidet
!
Der Kaiser und die Kaiserin haben sich, mit Entzücken aufwärtsblickend, erhoben.
indem ihre und des Kaisers Hände sich berühren
KAISERIN
Engelˈɛŋl̩
sind's
,
diedaɪ
vonfɔn
sichzɪç
sagenˈzaːɡn̩
!
Ihreˈiːʁə
Stärkeˈʃtɛʁkə
willvɪl
unsʊns
tragenˈtʁaːɡn̩
!
Ungeborenˈʊnɡəˌboːʁən
,
preisgegebenˈpʁaɪ̯sɡəˌɡeːbn̩
,
ohneˈoːnə
Ankerˈaŋkɐ
,
ohneˈoːnə
Zielt͡siːl
!
Wieviː
sieziː
rufendˈʁuːfn̩t
unsʊns
umschwebenʊmˈʃveːbn̩
,
binbɪn
ichɪç
,
binbɪn
ichɪç
dirdiːɐ̯
gegebenɡəˈɡeːbm̩
!
KAISER
Nirgendˈnɪʁɡn̩t
Ruheˈʁuːə
,
stillʃtɪl
zut͡suː
liegenˈliːɡn̩
,
nirgendˈnɪʁɡn̩t
Ankerˈaŋkɐ
,
nirgendˈnɪʁɡn̩t
Portpɔʁt
,
nichtsnɪçt͡s
istɪst
dadaː
nurnuːɐ̯
aufzufliegenˈaʊ̯ft͡suˌfliːɡn̩
istɪst
einaɪ̯n
Ortɔʁt
anaːˈʔɛn
jedemˈjeːdəm
Ortɔʁt
,
wieviː
sieziː
rufendˈʁuːfn̩t
unsʊns
umschwebenʊmˈʃveːbn̩
bistbɪst
duduː
,
bistbɪst
duduː
mirmiːɐ̯
gegebenɡəˈɡeːbm̩
!
Sie halten einander umschlungen. Helles Gewölk umschliesst sie.
Eine schöne Landschaft, steil aufsteigend, hebt sich heraus. Inmitten ein goldener Wasserfall, durch eine Kluft abstürzend. Kaiser und Kaiserin werden über dem Wasserfall sichtbar von der Höhe herabsteigend.
von links auf schmalem Fusspfad
FRAU
Triffttʁɪft
michmɪç
seinzaɪ̯n
Liebenˈliːbn̩
nichtnɪçt
,
treffeˈtʁɛfə
michmɪç
dasdas
Gerichtɡəˈʁɪçt
,
ereːɐ̯
mitmɪt
demdeːm
Schwerteʃveːrt
!
eilt vor bis an den Abgrund
auf der gegenüberliegenden Seite
BARAK
Stehʃteː
nurnuːɐ̯
,
ichɪç
findeˈfɪndə
dichdɪç
.
Schützendˈʃʏt͡sn̩t
umwindeʊmˈvɪndə
dichdɪç
,
ewigˈeːvɪk
Gefährteɡəˈfɛːɐ̯tə
!
Indem sie ihn gewahr wird, ihm die Arme entgegenstreckt, fällt ihr Schatten quer über den Abgrund.
jubelt
BARAK
Schattenˈʃatn̩
,
deindaɪ̯n
Schattenˈʃatn̩
,
ereːɐ̯
trägttʁɛːkt
michmɪç
zut͡suː
dirdiːɐ̯
!
FRAU
Gattinˈɡatɪn
zumt͡sʊm
Gattenˈɡatn̩
!
Einzigerˈaɪ̯nt͡sɪɡɐ
mirmiːɐ̯
!
DIE STIMMEN DER UNGEBORENEN
Mutterˈmʊtɐ
,
deindaɪ̯n
Schattenˈʃatn̩
!
Siehziː
,
wieviː
schönʃøːn
!
Siehziː
deinenˈdaɪ̯nən
Gattenˈɡatn̩
zut͡suː
dirdiːɐ̯
gehnɡeːn
!
Im Augenblick fällt an Stelle des Schattens eine goldene Brücke quer über dem Abgrund.
Barak und die Frau betreten die Brücke, liegen einander in den Armen.
Der Kaiser und die Kaiserin sind oben dicht an den Rand des Absturzes herausgetreten. Sie wenden sich nach abwärts, die beiden anderen blicken zu ihnen empor.
BARAK
Nunnuːn
willvɪl
ichɪç
jubelnˈjuːbl̩n
,
wieviː
keinerˈkaɪ̯nɐ
gejubeltɡəˈjuːbl̩t
,
nunnuːn
willvɪl
ichɪç
schaffenˈʃafn̩
,
wieviː
keinerˈkaɪ̯nɐ
geschafftɡəˈʃaft
,
denndɛn
durchdʊʁç
michmɪç
hinhɪn
streckenˈʃtʁɛkn̩
sichzɪç
Händeˈhɛndə
,
blitzendeˈblɪt͡sn̩də
Augenˈaʊ̯ɡn̩
,
kindischeˈkɪndɪʃə
Münderˈmʏndɐ
,
undʊnt
ichɪç
zerschwelle
vorfoːɐ̯
heiligerˈhaɪ̯lɪɡɐ
Kraftkʁaft
!
weist hinunter auf die beiden, weiter hinunter auf die Menschenwelt
KAISER
Nurnuːɐ̯
ausaʊ̯s
derdeːɐ̯
Ferneˈfɛʁnə
warvaːɐ̯
eseːs
verworrenfɛɐ̯ˈvɔʁən
bangbaŋ
,
hörhøːɐ̯
eseːs
nunnuːn
ganzɡant͡s
genauɡəˈnaʊ̯
,
menschlichˈmɛnʃlɪç
istɪst
dieserˈdiːzɐ
Klangklaŋ
!
Rührendeˈʁyːʁəndə
Lauteˈlaʊ̯tə
nimmstnɪmst
duduː
sieziː
ganzɡant͡s
iniˈʔɛn
dichdɪç
,
Brüderˈbʁyːdɐ
,
Vertrautefɛɐ̯ˈtʁaʊ̯tə
!
unsichtbar, hineinjauchzend
CHOR
Brüderˈbʁyːdɐ
!
Vertrautefɛɐ̯ˈtʁaʊ̯tə
!
KAISERINˈkaɪ̯zəʁɪn
undʊnt
FRAUfʁaʊ̯
Schattenˈʃatn̩
zut͡suː
werfenˈvɛʁfn̩
,
beideˈbaɪ̯də
erwähltɛɐ̯ˈvɛːlt
,
beideˈbaɪ̯də
iniˈʔɛn
prüfendenˈpʁyːfn̩dən
Flammenˈflamən
gestähltɡəˈʃtɛːlt
.
Schwelleˈʃvɛlə
desdɛs
Todesˈtoːdəs
nahnaː
,
gemordetɡəˈmɔʁdət
zut͡suː
mordenˈmɔʁdn̩
,
seligenˈzeːˌlɪɡn̩
Kindernˈkɪndɐn
Mütterˈmʏtɐ
gewordenɡəˈvɔʁdn̩
!
Schleier vorfallend, die Gestalten und die Landschaft einhüllend
im Orchester
DIE STIMMEN DER UNGEBORENEN
Vaterˈfaːtɐ
,
dirdiːɐ̯
drohetˈdʁoːət
nichtsnɪçt͡s
,
sieheˈziːə
,
eseːs
schwindetˈʃvɪndət
schonʃoːn
,
Mutterˈmʊtɐ
,
dasdas
Ängstlicheˈɛŋstlɪçə
,
dasdas
euchɔɪ̯ç
beirrtebəˈʔɪʁtə
.
Wäreˈvɛːʁə
denndɛn
jejeː
einaɪ̯n
Festfɛst
,
wärenˈvɛːʁən
nichtnɪçt
insgeheimɪnsɡəˈhaɪ̯m
wirviːɐ̯
diedaɪ
Geladenenɡəˈlaːdənən
,
wirviːɐ̯
auchaʊ̯x
diedaɪ
Wirteˈvɪʁtə
!
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