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Strauss, Richard · opera

Der Rosenkavalier

Der Rosenkavalier Strauss, Richard · opera
Strauss, Richard

Der Rosenkavalier

Full Libretto
Source
ERSTER AUFZUG
schwärmerisch
OCTAVIAN
Wieviː
duduː
warstvaːɐ̯st
!
Wieviː
duduː
bistbɪst
!
Dasdas
weissvaɪ̯s
niemandˈniːmant
,
dasdas
ahntaːnt
keinerˈkaɪ̯nɐ
!
richtet sich in den Kissen auf
MARSCHALLIN
Beklagtbəˈklaːkt
Ereːɐ̯
sichzɪç
überˈyːbɐ
dasdas
,
Quinquin
?
Möcht'
Ereːɐ̯
,
dassdas
vieleˈfiːlə
dasdas
wüsstenˈvʏstn̩
?
feurig
OCTAVIAN
Engelˈɛŋl̩
!
Neinnaɪ̯n
!
Seligˈzeːlɪk
binbɪn
ichɪç
,
dassdas
ichɪç
derdeːɐ̯
Einzigeˈaɪ̯nt͡sɪɡə
binbɪn
,
derdeːɐ̯
weissvaɪ̯s
,
wieviː
duduː
bistbɪst
!
Keinerˈkaɪ̯nɐ
ahntaːnt
eseːs
!
Niemandˈniːmant
weissvaɪ̯s
eseːs
!
Duduː
,
duduː
,
duduː
!
-
Wasvas
heisst
dasdas
»
Duduː
«?
Wasvas
»
duduː
undʊnt
ichɪç
«?
Hathat
denndɛn
dasdas
einenˈaɪ̯nən
Sinnzɪn
?
Dasdas
sindzɪnt
Worteˈvɔʁtə
,
blosse
Worteˈvɔʁtə
,
nichtnɪçt
?
Duduː
,
sag'
!
Aberˈaːbɐ
dennochˈdɛnɔx
:
Eseːs
istɪst
etwasˈɛtvas
iniˈʔɛn
ihnenˈiːnən
;
einaɪ̯n
Schwindelnˈʃvɪndl̩n
,
einaɪ̯n
Ziehenˈt͡siːən
,
einaɪ̯n
Sehnenˈzeːnən
undʊnt
Drängenˈdʁɛŋən
,
einaɪ̯n
Schmachtenˈʃmaxtn̩
undʊnt
Brennenˈbʁɛnən
:
Wieviː
jetztjɛt͡st
meineˈmaɪ̯nə
Handhant
zut͡suː
deinerˈdaɪ̯nɐ
Handhant
kommtkɔmt
,
dasdas
Zudirwollen
,
dasdas
Dichumklammern
,
dasdas
binbɪn
ichɪç
,
dasdas
willvɪl
zut͡suː
dirdiːɐ̯
;
aberˈaːbɐ
dasdas
Ichɪç
vergehtfɛɐ̯ˈɡeːt
iniˈʔɛn
demdeːm
Duduː
...
Ichɪç
binbɪn
deindaɪ̯n
Bub'
,
aberˈaːbɐ
wennvɛn
mirmiːɐ̯
danndan
Hörenˈhøːʁən
undʊnt
Sehenˈzeːən
vergehtfɛɐ̯ˈɡeːt
-
wovoː
istɪst
danndan
deindaɪ̯n
Bubbuːp
?
leise
MARSCHALLIN
Duduː
bistbɪst
meinmaɪ̯n
Bub'
,
duduː
bistbɪst
meinmaɪ̯n
Schatzʃat͡s
!
sehr innig
MARSCHALLIN
Ichɪç
hab'
dichdɪç
liebliːp
!
fährt auf
OCTAVIAN
Warumvaˈʁʊm
istɪst
Tagtaːk
?
Ichɪç
willvɪl
nichtnɪçt
dendeːn
Tagtaːk
!
Fürfyːɐ̯
wasvas
istɪst
derdeːɐ̯
Tagtaːk
!
Dadaː
habenˈhaːbm̩
dichdɪç
alleˈalə
!
Finsterˈfɪnstɐ
sollzɔl
seinzaɪ̯n
!
Er stürzt ans Fenster, schliesst es und zieht die Vorhänge zu. Man hört von fern ein leises Klingeln. Die Marschallin lacht leise.
OCTAVIAN
Lachstlaxst
duduː
michmɪç
ausaʊ̯s
?
zärtlich
MARSCHALLIN
Lach'
ichɪç
dichdɪç
ausaʊ̯s
?
OCTAVIAN
Engelˈɛŋl̩
!
MARSCHALLIN
Schatzʃat͡s
duduː
,
meinmaɪ̯n
jungerˈjʊŋɐ
Schatzʃat͡s
.
wieder ein feines Klingeln
MARSCHALLIN
Horchhɔʁç
!
OCTAVIAN
Ichɪç
willvɪl
nichtnɪçt
.
MARSCHALLIN
Stillʃtɪl
,
passpas
aufaʊ̯f
!
OCTAVIAN
Ichɪç
willvɪl
nichtsnɪçt͡s
hörenˈhøːʁən
!
Wasvas
wird's
denndɛn
seinzaɪ̯n
?
das Klingeln näher
OCTAVIAN
Sind's
leichtlaɪ̯çt
Lauferˈlaʊ̯fɐ
mitmɪt
Briefenˈbʁiːfn̩
undʊnt
Komplimentenˌkɔmpliˈmɛntn̩
?
Vomfɔm
Saurau
,
vomfɔm
Hartig
,
vomfɔm
portugieserˌpɔʁtuˈɡiːzɐ
Envoyé
?
Hierhiːɐ̯
kommtkɔmt
mirmiːɐ̯
keinerˈkaɪ̯nɐ
hereinhɛˈʁaɪ̯n
!
Hierhiːɐ̯
binbɪn
ichɪç
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
!
Die kleine Tür in der Mitte geht auf und ein kleiner Neger in Gelb, behängt mit silbernen Schellen, ein Präsentierbrett mit der Schokolade tragend, trippelt über die Schwelle. Die Tür hinter dem Neger wird von unsichtbaren Händen geschlossen.
MARSCHALLIN
Schnellʃnɛl
,
dadaː
versteck'
Ereːɐ̯
sichzɪç
!
Dasdas
Frühstückˈfʁyːˌʃtʏk
ist's
.
gleitet hinter den Schirm
MARSCHALLIN
Schmeiss'
Ereːɐ̯
dochdɔx
dendeːn
Degenˈdeːɡn̩
hintersˈhɪntɐs
Bettbɛt
.
fährt nach dem Degen und versteckt ihn
legt sich zurück, nachdem sie die Vorhänge zugezogen hat
stellt das Servierbrett auf das kleine Tischchen, schiebt dieses nach vorne, rückt das Sofa hinzu, verneigt sich dann tief gegen das Bett, die kleinen Arme über die Brust gekreuzt. Dann tanzt er zierlich nach rückwärts, immer das Gesicht dem Bette zugewandt. An der Tür verneigt er sich nochmals und verschwindet.
tritt zwischen den Bettvorhängen hervor. Sie hat einen leichten mit Pelz verbrämten Mantel umgeschlagen.
kommt zwischen der Mauer und dem Wandschirm heraus
MARSCHALLIN
Ereːɐ̯
Katzenkopf
,
Ereːɐ̯
Unvorsichtigerˈʊnfoːɐ̯ˌzɪçtɪɡɐ
!
Lässtlɛst
manman
iniˈʔɛn
einerˈaɪ̯nɐ
Dameˈdaːmə
Schlafzimmerˈʃlaːfˌt͡sɪmɐ
seinenˈzaɪ̯nən
Degenˈdeːɡn̩
herumliegen
?
Hathat
Ereːɐ̯
keineˈkaɪ̯nə
besserenˈbɛsəʁən
Gepflogenheitenɡəˈp͡floːɡn̩haɪ̯tn̩
?
OCTAVIAN
Wennvɛn
Ihriːɐ̯
zut͡suː
dummdʊm
istɪst
,
wieviː
ichɪç
michmɪç
benehm'
,
undʊnt
wennvɛn
Ihriːɐ̯
abgehtˈapˌɡeːt
,
dassdas
ichɪç
keinkaɪ̯n
Geübterɡəˈʔyːptɐ
iniˈʔɛn
solchenˈzɔlçn̩
Sachenˈzaxn̩
binbɪn
,
danndan
weissvaɪ̯s
ichɪç
überhauptˌyːbɐˈhaʊ̯pt
nichtnɪçt
,
wasvas
Sieziː
anaːˈʔɛn
mirmiːɐ̯
hathat
!
zärtlich, auf dem Sofa
MARSCHALLIN
Philosophier'
Ereːɐ̯
nichtnɪçt
,
Herrhɛʁ
Schatzʃat͡s
,
undʊnt
kommkɔm
Ereːɐ̯
herheːɐ̯
.
jetztjɛt͡st
wirdvɪʁt
gefrühstücktɡəˈfʁyːˌʃtʏkt
.
Jedesˈjeːdəs
Dingdɪŋ
hathat
seineˈzaɪ̯nə
Zeitt͡saɪ̯t
.
setzt sich dicht neben sie. Sie frühstücken sehr zärtlich. Octavian legt sein Gesicht auf ihr Knie. Sie streichelt sein Haar. Er blickt zu ihr auf. Leise.
OCTAVIAN
Mariemaˈʁiː
Theres'
!
MARSCHALLIN
Octavian
!
OCTAVIAN
Bichette
!
MARSCHALLIN
Quinquin
!
OCTAVIAN
Meinmaɪ̯n
Schatzʃat͡s
!
MARSCHALLIN
Meinmaɪ̯n
Bub'
!
Sie frühstücken weiter.
lustig
OCTAVIAN
Derdeːɐ̯
Feldmarschallˈfɛltˌmaʁʃal
sitztzɪt͡st
imiˈʔɛm
krowatischen
Waldvalt
undʊnt
jagtjaːkt
aufaʊ̯f
Bärenˈbɛːʁən
undʊnt
Luchsenˈlʊksn̩
.
Undʊnt
ichɪç
,
ichɪç
sitz'
hierhiːɐ̯
,
ichɪç
jungesˈjʊŋəs
Blutbluːt
,
undʊnt
jag'
aufaʊ̯f
wasvas
?
ausbrechend
OCTAVIAN
Ichɪç
hab'
einaɪ̯n
Glückɡlʏk
,
ichɪç
hab'
einaɪ̯n
Glückɡlʏk
!
indem ein Schatten über ihr Gesicht fliegt
MARSCHALLIN
Lasslas
Ereːɐ̯
dendeːn
Feldmarschallˈfɛltˌmaʁʃal
iniˈʔɛn
Ruh'
!.
Mirmiːɐ̯
hathat
vonfɔn
ihmiːm
geträumtɡəˈtʁɔɪ̯mt
.
OCTAVIAN
Heuthɔɪ̯t
nachtnaxt
hathat
dirdiːɐ̯
vonfɔn
ihmiːm
geträumtɡəˈtʁɔɪ̯mt
?
Heuthɔɪ̯t
nachtnaxt
?
MARSCHALLIN
Ichɪç
schaff'
mirmiːɐ̯
meineˈmaɪ̯nə
Träumeˈtʁɔɪ̯mə
nichtnɪçt
anaːˈʔɛn
.
OCTAVIAN
Heuteˈhɔɪ̯tə
nachtnaxt
hathat
dirdiːɐ̯
vonfɔn
deinemˈdaɪ̯nəm
Mannman
geträumtɡəˈtʁɔɪ̯mt
?
Heuteˈhɔɪ̯tə
nachtnaxt
?
MARSCHALLIN
Mach'
Ereːɐ̯
nichtnɪçt
solcheˈzɔlçə
Augenˈaʊ̯ɡn̩
.
Ichɪç
kannkan
nichtsnɪçt͡s
dafürdaˈfyːɐ̯
.
Ereːɐ̯
warvaːɐ̯
einmalˈaɪ̯nmaːl
wiederˈviːdɐ
zut͡suː
Haushaʊ̯s
.
leise
OCTAVIAN
Derdeːɐ̯
Feldmarschallˈfɛltˌmaʁʃal
?
MARSCHALLIN
Eseːs
warvaːɐ̯
einaɪ̯n
Lärmlɛʁm
imiˈʔɛm
Hofhoːf
vonfɔn
Pferd'
undʊnt
Leut'
undʊnt
ereːɐ̯
warvaːɐ̯
dadaː
,
vorfoːɐ̯
Schreckʃʁɛk
warvaːɐ̯
ichɪç
aufaʊ̯f
einmalˈaɪ̯nmaːl
wachvax
,
neinnaɪ̯n
,
schau'
nurnuːɐ̯
,
schau'
nurnuːɐ̯
,
wieviː
ichɪç
kindischˈkɪndɪʃ
binbɪn
:
ichɪç
hör'
nochnɔx
immerˈɪmɐ
dendeːn
Rumorʁuˈmoːɐ̯
imiˈʔɛm
Hofhoːf
.
Ichɪç
bring's
nichtnɪçt
ausaʊ̯s
demdeːm
Ohroːɐ̯
.
Hörsthøːɐ̯st
duduː
leichtlaɪ̯çt
auchaʊ̯x
wasvas
?
OCTAVIAN
Jajaː
freilichˈfʁaɪ̯lɪç
hör'
ichɪç
wasvas
,
aberˈaːbɐ
mussmʊs
eseːs
denndɛn
deindaɪ̯n
Mannman
seinzaɪ̯n
!?
Denk'
dirdiːɐ̯
dochdɔx
,
wovoː
derdeːɐ̯
istɪst
:
imiˈʔɛm
Raitzenland
,
nochnɔx
hinterwärtsˈhɪntɐˌvɛʁt͡s
vonfɔn
Esseg
.
MARSCHALLIN
Istɪst
dasdas
sicherˈzɪçɐ
sehrzeːɐ̯
weitvaɪ̯t
?
Nana
,
danndan
wird's
halthalt
wasvas
andersˈandɐs
seinzaɪ̯n
.
Danndan
isiːs
jajaː
gutɡuːt
.
OCTAVIAN
Duduː
schaustʃaʊ̯st
sozoː
ängstlichˈɛŋstlɪç
dreindʁaɪ̯n
,
Theres'
.
MARSCHALLIN
Weissvaɪ̯s
Ereːɐ̯
,
Quinquin
-
wennvɛn
eseːs
auchaʊ̯x
weitvaɪ̯t
istɪst
-
derdeːɐ̯
Feldmarschallˈfɛltˌmaʁʃal
istɪst
halthalt
sehrzeːɐ̯
geschwindɡəˈʃvɪnt
.
Einmalˈaɪ̯nmaːl
-
sie stockt
OCTAVIAN
Wasvas
warvaːɐ̯
einmalˈaɪ̯nmaːl
?
zerstreut, horcht
eifersüchtig
OCTAVIAN
Wasvas
warvaːɐ̯
einmalˈaɪ̯nmaːl
?
Wasvas
warvaːɐ̯
einmalˈaɪ̯nmaːl
?
Bichette
!
Bichette
!
Wasvas
warvaːɐ̯
einmalˈaɪ̯nmaːl
?
MARSCHALLIN
Achax
seizaɪ̯
Ereːɐ̯
gutɡuːt
,
Ereːɐ̯
mussmʊs
nichtnɪçt
allesˈaləs
wissenˈvɪsn̩
.
OCTAVIAN
Sozoː
spieltʃpiːlt
Sieziː
sichzɪç
mitmɪt
mirmiːɐ̯
!
wirft sich verzweifelt aufs Sofa
OCTAVIAN
Ichɪç
binbɪn
einaɪ̯n
unglücklicherˈʊnˌɡlʏklɪçɐ
Menschmɛnʃ
!
MARSCHALLIN
Jetztjɛt͡st
trotz'
Ereːɐ̯
nichtnɪçt
.
Jetztjɛt͡st
gilt's
:
horcht
MARSCHALLIN
eseːs
istɪst
derdeːɐ̯
Feldmarschallˈfɛltˌmaʁʃal
.
Wennvɛn
eseːs
einaɪ̯n
Fremderˈfʁɛmdɐ
wär'
,
sozoː
wär'
derdeːɐ̯
Lärmlɛʁm
dadaː
draussenˈdraʊ̯sən
iniˈʔɛn
meinemˈmaɪ̯nəm
Vorzimmerˈfoːɐ̯ˌt͡sɪmɐ
.
Eseːs
mussmʊs
meinmaɪ̯n
Mannman
seinzaɪ̯n
,
derdeːɐ̯
durchdʊʁç
diedaɪ
Garderob'
hereinhɛˈʁaɪ̯n
willvɪl
undʊnt
mitmɪt
dendeːn
Lakaienlaˈkaɪ̯ən
disputiertdɪspuˈtiːɐ̯t
.
Quinquin
,
eseːs
istɪst
meinmaɪ̯n
Mannman
!
fährt nach seinem Degen und läuft gegen rechts
MARSCHALLIN
Nichtnɪçt
dortdɔʁt
,
dortdɔʁt
istɪst
dasdas
Vorzimmerˈfoːɐ̯ˌt͡sɪmɐ
.
Dadaː
sitzenˈzɪt͡sn̩
meineˈmaɪ̯nə
Lieferantenliːfəˈʁantn̩
undʊnt
einaɪ̯n
halbesˈhalbəs
Dutzendˈdʊt͡sn̩t
Lakaienlaˈkaɪ̯ən
.
Dadaː
!
läuft hinüber zur kleinen Türe
MARSCHALLIN
Zut͡suː
spätʃpɛːt
!
Sieziː
sindzɪnt
schonʃoːn
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Garderob'
!
jetztjɛt͡st
bleibtblaɪ̯pt
nurnuːɐ̯
einsaɪ̯ns
!
Versteck'
Ereːɐ̯
sichzɪç
!
nach einer kurzen Pause der Ratlosigkeit
MARSCHALLIN
Dortdɔʁt
!
OCTAVIAN
Ichɪç
spring'
ihmiːm
iniˈʔɛn
dendeːn
Wegveːk
!
Ichɪç
bleib'
beibaɪ̯
dirdiːɐ̯
.
MARSCHALLIN
Dortdɔʁt
hintersˈhɪntɐs
Bettbɛt
!
Dortdɔʁt
iniˈʔɛn
diedaɪ
Vorhäng'
.
Undʊnt
rühr'
dichdɪç
nichtnɪçt
.
zögernd
OCTAVIAN
Wennvɛn
ereːɐ̯
michmɪç
dortdɔʁt
erwischtɛɐ̯ˈvɪʃt
,
wasvas
wirdvɪʁt
ausaʊ̯s
dirdiːɐ̯
,
Theres'
?
flehend
MARSCHALLIN
Versteck'
Ereːɐ̯
sichzɪç
,
meinmaɪ̯n
Schatzʃat͡s
.
beim Wandschirm
OCTAVIAN
Theres
!
ungeduldig aufstampfend
MARSCHALLIN
Seizaɪ̯
Ereːɐ̯
ganzɡant͡s
stillʃtɪl
!
mit blitzenden Augen
MARSCHALLIN
Dasdas
möcht'
ichɪç
sehnzeːn
,
oboːˈbeː
einerˈaɪ̯nɐ
sichzɪç
dortdɔʁt
hinübertraut
,
wennvɛn
ichɪç
hierhiːɐ̯
steh'
.
Ichɪç
binbɪn
keinkaɪ̯n
napolitanscher
Generalɡenəˈʁaːl
:
wovoː
ichɪç
steh'
,
steh'
ichɪç
.
sie geht energisch gegen die kleine Tür los und horcht
MARSCHALLIN
Sindzɪnt
bravebʁaːvə
Kerl'n
,
meineˈmaɪ̯nə
Lakaienlaˈkaɪ̯ən
,
wollenˈvɔlən
ihniːn
nichtnɪçt
hereinhɛˈʁaɪ̯n
lassenˈlasn̩
,
sagenˈzaːɡn̩
,
dassdas
ichɪç
schlaf'
.
Sehrzeːɐ̯
bravebʁaːvə
Kerl'n
!
der Lärm in der Garderobe wird immer grösser, aufhorchend
MARSCHALLIN
Diedaɪ
Stimm'
!
Dasdas
istɪst
jajaː
garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
diedaɪ
Stimm'
vomfɔm
Feldmarschallˈfɛltˌmaʁʃal
!
Sieziː
sagenˈzaːɡn̩
»
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
«
zut͡suː
ihmiːm
!
Dasdas
istɪst
einaɪ̯n
Fremderˈfʁɛmdɐ
.
ustig
MARSCHALLIN
Quinquin
,
eseːs
istɪst
einaɪ̯n
Besuchbəˈzuːx
.
sie lacht
MARSCHALLIN
Fahr'
Ereːɐ̯
schnellʃnɛl
iniˈʔɛn
Seineˈzaɪ̯nə
Kleiderˈklaɪ̯dɐ
,
aberˈaːbɐ
bleib'
Ereːɐ̯
verstecktfɛɐ̯ˈʃtɛkt
,
dassdas
diedaɪ
Lakaienlaˈkaɪ̯ən
Ihniːn
nichtnɪçt
seh'n
.
Diedaɪ
blödeˈbløːdə
,
grosseˈɡʁɔsə
Stimm'
müssteˈmʏstə
ichɪç
dochdɔx
kennenˈkɛnən
.
Werveːɐ̯
istɪst
denndɛn
dasdas
?
Herrgottˈhɛʁɡɔt
,
dasdas
istɪst
jajaː
derdeːɐ̯
Ochsɔks
.
Dasdas
istɪst
meinmaɪ̯n
Vetterˈfɛtɐ
,
derdeːɐ̯
Lerchenau
,
derdeːɐ̯
Ochsɔks
ausaʊ̯s
Lerchenau
.
Wasvas
willvɪl
denndɛn
derdeːɐ̯
?
Jesusˈjeːzʊs
Mariamaˈʁiːa
!
sie muss lachen
MARSCHALLIN
Quinquin
,
hörthøːɐ̯t
Ereːɐ̯
,
Quinquin
,
erinnertɛɐ̯ˈʔɪnɐt
Ereːɐ̯
sichzɪç
nichtnɪçt
?
Vorfoːɐ̯
fünffʏnf
oderˈoːdɐ
sechszɛks
Tagenˈtaːɡn̩
-
dendeːn
Briefbʁiːf
.
Wirviːɐ̯
sindzɪnt
imiˈʔɛm
Wagenˈvaːɡn̩
gesessenɡəˈzɛsn̩
undʊnt
einenˈaɪ̯nən
Briefbʁiːf
habenˈhaːbm̩
sieziː
mirmiːɐ̯
anaːˈʔɛn
dendeːn
Wagenschlagˈvaːɡn̩ˌʃlaːk
gebrachtɡəˈbʁaxt
.
Dasdas
warvaːɐ̯
derdeːɐ̯
Briefbʁiːf
vomfɔm
Ochsɔks
.
Undʊnt
ichɪç
hab'
keineˈkaɪ̯nə
Ahnungˈaːnʊŋ
,
wasvas
drindʁɪn
gestandenɡəˈʃtandn̩
istɪst
.
lacht
MARSCHALLIN
Darandaˈʁan
istɪst
Ereːɐ̯
alleinaˈlaɪ̯n
schuldigˈʃʊldɪk
,
Quinquin
!
draussen gesprochen
HAUSHOFMEISTER
Beliebenbəˈliːbn̩
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Galerieɡaləˈʁiː
zut͡suː
wartenˈvaʁtən
!
draussen gesprochen
BARONS
Wovoː
hathat
Ereːɐ̯
Seineˈzaɪ̯nə
Manierenmaˈniːɐ̯n̩
gelerntɡəˈlɛʁnt
?
Derdeːɐ̯
Baronbaˈʁoːn
Lerchenau
antichambriertantiʃamˈbʁiːɐ̯t
nichtnɪçt
.
MARSCHALLIN
Quinquin
,
wasvas
treibttʁaɪ̯pt
Ereːɐ̯
denndɛn
?
Wovoː
stecktʃtɛkt
Ereːɐ̯
denndɛn
?
in einem Frauenrock und Jäckchen, das Haar mit einem Schnupftuch und einem Bande wie in einem Häubchen, tritt hervor und knickst
OCTAVIAN
Befehl'n
fürstli'
Gnad'n
,
i
binbɪn
halthalt
nochnɔx
nitnɪçt
rechtʁɛçt
langlaŋ
iniˈʔɛn
fürstli'n
Dienstdiːnst
.
MARSCHALLIN
Duduː
,
Schatzʃat͡s
!
Undʊnt
nichtnɪçt
einmalˈaɪ̯nmaːl
mehrmeːɐ̯
alsals
einaɪ̯n
Busserlˈbʊsɐl
kannkan
ichɪç
dirdiːɐ̯
gebenˈɡeːbm̩
.
Küsst ihn schnell. Neuer Lärm draussen.
MARSCHALLIN
Ereːɐ̯
brichtbʁɪçt
mirmiːɐ̯
j
a
diedaɪ
Türtyːɐ̯
einaɪ̯n
,
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
Vetterˈfɛtɐ
.
Mach'
Ereːɐ̯
,
dassdas
Ereːɐ̯
hinauskomm'
.
Schlichʃlɪç
Ereːɐ̯
frechfʁɛç
durchdʊʁç
diedaɪ
Lakaienlaˈkaɪ̯ən
durchdʊʁç
.
Ereːɐ̯
istɪst
einaɪ̯n
blitzgescheiterˌblɪt͡sɡəˈʃaɪ̯tɐ
Lumplʊmp
!
Undʊnt
komm'
Ereːɐ̯
wiederˈviːdɐ
,
Schatzʃat͡s
,
aberˈaːbɐ
iniˈʔɛn
Mannskleidern
undʊnt
durchdʊʁç
diedaɪ
vordre
Türtyːɐ̯
,
wenn's
Ihmiːm
beliebtbəˈliːpt
.
Setzt sich mit dem Rücken gegen die Tür und beginnt ihre Schokolade zu trinken. Octavian geht schnell gegen die kleine Tür und will hinaus. Im gleichen Augenblick wird die Tür aufgerissen, und Baron Ochs, den die Lakaien vergeblich abzuhalten suchen, tritt ein. Octavian, der mit gesenktem Kopf rasch entwischen wollte, stösst mit ihm zusammen. Dann drückt er sich verlegen an die Wand links von der Tür. Drei Lakaien sind gleichzeitig mit dem Baron eingetreten, stehen ratlos.
mit Grandezza zu den Lakaien
BARON
Selbstverständlichˈzɛlpstfɛɐ̯ˌʃtɛntlɪç
empfängtɛmˈp͡fɛŋt
michmɪç
Ihro
Gnadenˈɡnaːdn̩
.
Er geht nach vorn, die Lakaien zu seiner Linken suchen ihm den Weg zu vertreten. Zu Octavian mit Interesse.
BARON
Pardonpaʁˈdɔŋ
,
meinmaɪ̯n
hübschesˈhʏpʃəs
Kindkɪnt
!
dreht sich verlegen gegen die Wand
mit Grazie und Herablassung
BARON
Ichɪç
sag'
:
Pardonpaʁˈdɔŋ
,
meinmaɪ̯n
hübschesˈhʏpʃəs
Kindkɪnt
.
sieht über die Schulter, steht dann auf und kommt dem Baron entgegen
galant zu Octavian
BARON
Ichɪç
hab'
Ihriːɐ̯
dochdɔx
nichtnɪçt
ernstlichˈɛʁnstlɪç
wehgetanˈveːɡəˌtaːn
?
zupfen den Baron, leise
LAKAIEN
Ihreˈiːʁə
fürstlichenˈfʏʁstlɪçn̩
Gnadenˈɡnaːdn̩
!
macht die französische Reverenz mit zwei Wiederholungen
MARSCHALLIN
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
sehenˈzeːən
vortrefflichfoːɐ̯ˈtʁɛflɪç
ausaʊ̯s
.
verneigt sich nochmals, dann zu den Lakaien
BARON
Siehtziːt
Ereːɐ̯
jetztjɛt͡st
wohlvoːl
,
dassdas
Ihreˈiːʁə
Gnadenˈɡnaːdn̩
entzücktɛntˈt͡sʏkt
istɪst
,
michmɪç
zut͡suː
sehnzeːn
.
Auf die Marschallin zu, mit weltmännischer Leichtigkeit, indem er ihr die Hand reicht und sie vorführt.
BARON
Undʊnt
wieviː
solltenˈzɔltn̩
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
nichtnɪçt
!
Wasvas
tuttuːt
diedaɪ
früheˈfʁyːə
Stundeˈʃtʊndə
unterˈʊntɐ
Personenpɛʁˈzoːnən
vonfɔn
Standʃtant
?
Hab'
ichɪç
nichtnɪçt
seinerzeitˈzaɪ̯nɐˌt͡saɪ̯t
wahrhaftigvaːɐ̯ˈhaftɪk
Tagtaːk
fürfyːɐ̯
Tagtaːk
unsrerˈʔʊnzɐ
Fürstinˈfʏʁstɪn
Briochebʁiˈɔʃ
meineˈmaɪ̯nə
Aufwartungˈaʊ̯fˌvaʁtʊŋ
gemachtɡəˈmaxt
,
dadaː
sieziː
imiˈʔɛm
Badbaːt
gesessenɡəˈzɛsn̩
istɪst
,
mitmɪt
nichtsnɪçt͡s
alsals
einemˈaɪ̯nəm
kleinenˈklaɪ̯nən
Wandschirmˈvantˌʃɪʁm
zwischenˈt͡svɪʃn̩
ihriːɐ̯
undʊnt
mirmiːɐ̯
.
Ichɪç
mussmʊs
michmɪç
wundernˈvʊndɐn
,
zornig umschauend
BARON
wennvɛn
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
Livreeliˈvʁeː
-
ist an der Wand gegen den Alkoven hin geschlichen, macht sich möglichst unsichtbar beim Bett zu schaffen
MARSCHALLIN
Verzeihenfɛɐ̯ˈt͡saɪ̯ən
Sieziː
!
Manman
hathat
sichzɪç
betragenbəˈtʁaːɡn̩
,
wieviː
eseːs
befohlenbəˈfoːlən
warvaːɐ̯
.
Ichɪç
hatteˈhatə
diesenˈdiːzn̩
Morgenˈmɔʁɡn̩
diedaɪ
Migränemiˈɡʁɛːnə
.
Auf einen Wink der Marschallin haben die Lakaien ein kleines Sofa und einen Armstuhl mehr nach vorn gebracht und sind abgegangen.
sieht öfters nach rückwärts
setzt sich auf das Sofa, nachdem sie dem Baron den Platz auf dem Armstuhl angeboten hat
versucht sich zu setzen, äusserst okkupiert von der Anwesenheit der hübschen Kammerzofe. Für sich.
BARON
Einaɪ̯n
hübschesˈhʏpʃəs
Dingdɪŋ
!
Einaɪ̯n
gutesˈɡuːtəs
saub'res
Kinderl
!
aufstehend, ihm zeremoniös aufs neue seinen Platz anbietend
setzt sich zögernd und bemüht sich, der hübschen Zofe nicht völlig den Rücken zu kehren
MARSCHALLIN
Ichɪç
binbɪn
auchaʊ̯x
jetztjɛt͡st
nochnɔx
nichtnɪçt
ganzɡant͡s
wohlvoːl
.
Derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
Vetterˈfɛtɐ
wirdvɪʁt
darumˈdaːʁʊm
vielleichtfiˈlaɪ̯çt
diedaɪ
Gnadeˈɡnaːdə
habenˈhaːbm̩
-
BARON
Natürlichnaˈtyːɐ̯lɪç
.
Er dreht sich um, um Octavian zu sehen
MARSCHALLIN
Meineˈmaɪ̯nə
Kammerzofeˈkamɐˌt͡soːfə
,
einaɪ̯n
jungesˈjʊŋəs
Dingdɪŋ
vomfɔm
Landeˈlandə
.
Ichɪç
mussmʊs
fürchtenˈfʏʁçtn̩
,
sieziː
inkommodiertɪnkɔmoˈdiːɐ̯t
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
.
BARON
Ganzɡant͡s
allerliebstˈalɐˌliːpst
!
Wieviː
?
Nichtnɪçt
imiˈʔɛm
geringstenɡəˈʁɪŋstn̩
!
Michmɪç
?
Imiˈʔɛm
Gegenteilˈɡeːɡn̩taɪ̯l
!
er winkt Octavian mit der Hand, dann zur Marschallin
BARON
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
werdenˈveːɐ̯dn̩
vielleichtfiˈlaɪ̯çt
verwundertfɛɐ̯ˈvʊndɐt
seinzaɪ̯n
,
dassdas
ichɪç
alsals
Bräutigamˈbʁɔɪ̯tɪɡam
sieht sich um
BARON
indesɪnˈdɛs
-
inzwischenɪnˈt͡svɪʃn̩
-
MARSCHALLIN
Alsals
Bräutigamˈbʁɔɪ̯tɪɡam
?
BARON
Jajaː
,
wieviː
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
denndɛn
dochdɔx
ausaʊ̯s
meinemˈmaɪ̯nəm
Briefbʁiːf
genugsam[ɡəˈnuːkzaːm]
-
für sich
BARON
Einaɪ̯n
Grasaff'
appetitlichapeˈtiːtlɪç
,
keineˈkaɪ̯nə
fünfzehnˈfʏmpft͡seːn
Jahrjaːɐ̯
!
erleichtert
MARSCHALLIN
Derdeːɐ̯
Briefbʁiːf
,
natürlichnaˈtyːɐ̯lɪç
,
jajaː
,
derdeːɐ̯
Briefbʁiːf
,
werveːɐ̯
istɪst
denndɛn
nurnuːɐ̯
diedaɪ
Glücklicheˈɡlʏklɪçə
?
Ichɪç
habhaːp
dendeːn
Namenˈnaːmən
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Zungeˈt͡sʊŋə
.
BARON
Wieviː
?
nach rückwärts
BARON
Pudeljung
!
Gesundɡəˈzʊnt
!
Gewaschenɡəˈvaʃn̩
!
Allerliebstˈalɐˌliːpst
!
MARSCHALLIN
Werveːɐ̯
istɪst
nurnuːɐ̯
schnellʃnɛl
diedaɪ
Brautbʁaʊ̯t
?
BARON
Dasdas
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
Faninal
.
Habeˈhaːbə
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
dendeːn
Namenˈnaːmən
nichtnɪçt
verheimlichtfɛɐ̯ˈhaɪ̯mlɪçt
.
MARSCHALLIN
Natürlichnaˈtyːɐ̯lɪç
!
Wovoː
hab'
ichɪç
meinenˈmaɪ̯nn̩
Kopfkɔp͡f
?!
Blossbloːs
diedaɪ
Familiefaˈmiːli̯ə
.
Sind's
keineˈkaɪ̯nə
Hiesigenˈhiːzɪɡn̩
?
macht sich mit dem Servierbrett zu tun, wodurch er mehr hinter den Rücken des Barons kommt
mit Nachdruck
BARON
Jawohljaˈvoːl
,
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
,
eseːs
sindzɪnt
Hiesigeˈhiːzɪɡə
.
Einaɪ̯n
durchdʊʁç
diedaɪ
Gnadeˈɡnaːdə
Ihrerˈiːʁɐ
Majestätmajɛsˈtɛːt
Geadelterɡəˈʔaːdl̩tɐ
.
Ereːɐ̯
hathat
diedaɪ
Lieferungˈliːfəʁʊŋ
fürfyːɐ̯
diedaɪ
Armeeaʁˈmeː
,
diedaɪ
iniˈʔɛn
dendeːn
Niederlandenˈniːdɐˌlandn̩
stehtʃteːt
.
bedeutet Octavian ungeduldig mit den Augen, er soll sich fortmachen
missversteht der Marschallin Miene vollständig
BARON
Ichɪç
seh'
,
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
runzelnˈʁʊnt͡sl̩n
Deroˈdeːʁo
schöneˈʃøːnə
Stirnʃtɪʁn
oboːˈbeː
derdeːɐ̯
Mesalliancemezaˈli̯ɑ̃ːs
.
Alleinaˈlaɪ̯n
dassdas
ichɪç
eseːs
sageˈzaːɡə
,
dasdas
Mädchenˈmeːtçən
istɪst
fürfyːɐ̯
einenˈaɪ̯nən
Engelˈɛŋl̩
hübschhʏpʃ
genugɡəˈnuːk
.
Kommtkɔmt
frischweg
ausaʊ̯s
demdeːm
Klosterˈkloːstɐ
.
Istɪst
dasdas
einzigeˈaɪ̯nt͡sɪɡə
Kindkɪnt
.
stärker
BARON
Demdeːm
Mannman
gehörenɡəˈhøːʁən
zwölft͡svœlf
Häuserˈhɔɪ̯zɐ
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Wied'n
nebstneːpst
demdeːm
Palaispaˈlɛː
amaːm
Hofhoːf
.
Undʊnt
seineˈzaɪ̯nə
Gesundheitɡəˈzʊnthaɪ̯t
schmunzelnd
BARON
sollzɔl
nichtnɪçt
diedaɪ
besteˈbɛstə
seinzaɪ̯n
.
MARSCHALLIN
Meinmaɪ̯n
lieberˈliːbɐ
Vetterˈfɛtɐ
,
ichɪç
kapier'
schonʃoːn
,
wieviel's
geschlagenɡəˈʃlaːɡn̩
hathat
.
winkt Octavian, den Rückzug zu nehmen
BARON
Undʊnt
mitmɪt
Verlaubfɛɐ̯ˈlaʊ̯p
,
fürstlicheˈfʏʁstlɪçə
Gnadenˈɡnaːdn̩
,
ichɪç
dünkeˈdʏŋkə
mirmiːɐ̯
,
gut's
adeligesˈaːdəlɪɡəs
Blutbluːt
genugɡəˈnuːk
imiˈʔɛm
Leiblaɪ̯p
zut͡suː
habenˈhaːbm̩
fürfyːɐ̯
ihrerˈiːʁɐ
zweit͡svaɪ̯
:
manman
bleibtblaɪ̯pt
dochdɔx
schliesslich
,
wasvas
manman
istɪst
,
corpo
di
Bacco
!
Dendeːn
Vortrittˈfoːɐ̯ˌtʁɪt
,
wovoː
ereːɐ̯
ihriːɐ̯
gebührtɡəˈbyːɐ̯t
,
wirdvɪʁt
manman
derdeːɐ̯
Fraufʁaʊ̯
Gemahlinɡəˈmaːlɪn
nochnɔx
zut͡suː
verschaffenfɛɐ̯ˈʃafn̩
wissenˈvɪsn̩
,
undʊnt
wasvas
diedaɪ
Kinderˈkɪndɐ
anlangtˈanˌlaŋt
,
wennvɛn
sieziː
denenˈdeːnən
dendeːn
goldnen
Schlüsselˈʃlʏsl̩
nichtnɪçt
konzedierenkɔnt͡seˈdiːʁən
werdenˈveːɐ̯dn̩
-
Vafaʊ̯ˈʔaː
beneˈbeːnə
!
Sieziː
werdenˈveːɐ̯dn̩
sichzɪç
mitmɪt
dendeːn
zwölft͡svœlf
eisernenˈaɪ̯zɐnən
Schlüsselnˈʃlʏsl̩n
zut͡suː
dendeːn
zwölft͡svœlf
Häusernˈhɔɪ̯zɐn
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Wied'n
zut͡suː
getrösten
wissenˈvɪsn̩
.
MARSCHALLIN
Gewissɡəˈvɪs
!
O
sicherlichˈzɪçɐˌlɪç
,
demdeːm
Vetterˈfɛtɐ
seineˈzaɪ̯nə
Kinderˈkɪndɐ
,
diedaɪ
werdenˈveːɐ̯dn̩
keineˈkaɪ̯nə
Dondɔn
Quichotten
.
will mit dem Servierbrett rückwärts zur Tür hin
BARON
Warumvaˈʁʊm
hinaushɪˈnaʊ̯s
diedaɪ
Schokoladeʃokoˈlaːdə
!
Geruhenɡəˈʁuːən
nurnuːɐ̯
!
Dadaː
!
Pstps̩t
,
pstps̩t
,
wiesoviˈzoː
denndɛn
!
steht unschlüssig, das Gesicht abgewendet
MARSCHALLIN
Fortfoːɐ̯
,
geh'
Sieziː
nurnuːɐ̯
!
BARON
Wennvɛn
ichɪç
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
gesteh'
,
dassdas
ichɪç
sozoː
gutɡuːt
wieviː
nüchternˈnʏçtɐn
binbɪn
.
resigniert
MARSCHALLIN
Mariandel
,
komm'
Sieziː
herheːɐ̯
.
Servier'
Sieziː
Seinerˈzaɪ̯nɐ
Liebden
.
kommt, serviert
nimmt eine Tasse, bedient sich
BARON
Sozoː
gutɡuːt
wieviː
nüchternˈnʏçtɐn
,
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
.
Sitz'
imiˈʔɛm
Reisewagenˈʁaɪ̯zəˌvaːɡn̩
seitzaɪ̯t
fünffʏnf
Uhruːɐ̯
frühfʁyː
.
Rechtʁɛçt
einaɪ̯n
gestelltesɡəˈʃtɛltəs
Dingdɪŋ
!
zu Octavian
BARON
Bleib'
Sieziː
hierhiːɐ̯
,
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
.
Ichɪç
hab'
Ihriːɐ̯
wasvas
zut͡suː
sagenˈzaːɡn̩
.
zur Marschallin, laut
BARON
Meineˈmaɪ̯nə
ganzeˈɡant͡sə
Livreeliˈvʁeː
,
Stallpagen
,
Jägerˈjɛːɡɐ
,
allesˈaləs
-
er frisst
BARON
Allesˈaləs
untenˈʊntn̩
imiˈʔɛm
Hofhoːf
zusammt
meinemˈmaɪ̯nəm
Altmosenier
.
zu Octavian
MARSCHALLIN
Geh'
Sieziː
nurnuːɐ̯
.
zu Octavian
BARON
Hathat
Sieziː
nochnɔx
einaɪ̯n
Biskoterl
?
Bleib'
Sieziː
dochdɔx
!
leise
BARON
Sieziː
istɪst
einaɪ̯n
süsser
Engelˈɛŋl̩
,
Schatzʃat͡s
,
einaɪ̯n
saubererˈzaʊ̯bəʁɐ
.
zur Marschallin
BARON
Sindzɪnt
aufaʊ̯f
demdeːm
Wegeˈveːɡə
zumt͡sʊm
»
Weissen
Rosseˈʁɔsə
«,
wovoː
wirviːɐ̯
logierenloˈʒiːʁən
,
heisst
bisbɪs
übermorgenˈyːbɐˌmɔʁɡn̩
-
halblaut zu Octavian
BARON
Ichɪç
gäb'
wasvas
Schönesˈʃøːnəs
drumdʁʊm
,
mitmɪt
Ihriːɐ̯
-
zur Marschallin, sehr laut
BARON
bisbɪs
übermorgenˈyːbɐˌmɔʁɡn̩
-
schnell zu Octavian
BARON
unterˈʊntɐ
vierfiːɐ̯
Augenˈaʊ̯ɡn̩
zut͡suː
scharmutzieren
!
Wieviː
?
muss lachen über Octavians freches Komödienspiel
zur Marschallin
BARON
Danndan
ziehenˈt͡siːən
wirviːɐ̯
insɪns
Palaispaˈlɛː
vonfɔn
Faninal
.
Natürlichnaˈtyːɐ̯lɪç
mussmʊs
ichɪç
vorherˈfoːɐ̯heːɐ̯
dendeːn
Bräutigamsaufführer
-
wütend zu Octavian
BARON
willvɪl
Sieziː
denndɛn
nichtnɪçt
wartenˈvaʁtən
?
-
anaːˈʔɛn
diedaɪ
wohlgeborne
Jungferˈjʊŋfɐ
Brautbʁaʊ̯t
deputierendepuˈtiːʁən
,
derdeːɐ̯
diedaɪ
Silberrosen
überbringtˌyːbɐˈbʁɪŋt
nachnaːx
derdeːɐ̯
hochadeligen
Gepflogenheitɡəˈp͡floːɡn̩haɪ̯t
.
MARSCHALLIN
Undʊnt
wenveːn
vonfɔn
derdeːɐ̯
Verwandtschaftfɛɐ̯ˈvantʃaft
habenˈhaːbm̩
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
fürfyːɐ̯
diesesˈdiːzəs
Ehrenamtˈeːɐ̯nˌʔamt
ausersehn
?
BARON
Diedaɪ
Begierdebəˈɡiːɐ̯də
,
darüberdaˈʁyːbɐ
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
Ratschlagˈʁaːtˌʃlaːk
einzuholenˈaɪ̯nt͡suˌhoːlən
,
hathat
michmɪç
sozoː
kühnkyːn
gemachtɡəˈmaxt
,
iniˈʔɛn
Reisekleidernˈʁaɪ̯zəˌklaɪ̯dɐn
beibaɪ̯
Deroˈdeːʁo
heutigemˈhɔɪ̯tɪɡəm
Lever
-
MARSCHALLIN
Vonfɔn
mirmiːɐ̯
?
BARON
Gemässɡəˈmɛːs
brieflichˈbʁiːflɪç
iniˈʔɛn
allerˈalɐ
Devotiondevoˈt͡si̯oːn
getanerɡəˈtaːnɐ
Bitteˈbɪtə
.
Ichɪç
binbɪn
dochdɔx
nichtnɪçt
sozoː
unglücklichˈʊnˌɡlʏklɪç
,
mitmɪt
dieserˈdiːzɐ
devotestendeˈvoːtəstn̩
Supplikzʊˈpliːk
Deroˈdeːʁo
Missfallenˈmɪsˌfalən
...
lehnt sich zurück zu Octavian
BARON
Sieziː
könnteˈkœntə
mitmɪt
mirmiːɐ̯
machenˈmaxn̩
,
wasvas
Sieziː
wollteˈvɔltə
.
Sieziː
hathat
dasdas
Zeugt͡sɔɪ̯k
dazudaˈt͡suː
!
MARSCHALLIN
Wieviː
denndɛn
,
natürlichnaˈtyːɐ̯lɪç
!
Einenˈaɪ̯nən
Aufführer
fürfyːɐ̯
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
erstenˈeːɐ̯stn̩
Bräutigamsbesuch
ausaʊ̯s
derdeːɐ̯
Verwandtschaftfɛɐ̯ˈvantʃaft
-
wenveːn
denndɛn
nurnuːɐ̯
?
dendeːn
Vetterˈfɛtɐ
Preysing
?
Wieviː
?
Dendeːn
Vetterˈfɛtɐ
Lambert
?
Ichɪç
werdeˈveːɐ̯də
-
BARON
Diesdaɪs
liegtliːkt
iniˈʔɛn
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
allerschönsten
Händenˈhɛndn̩
.
MARSCHALLIN
Ganzɡant͡s
gutɡuːt
.
Willvɪl
Ereːɐ̯
mitmɪt
mirmiːɐ̯
zut͡suː
Abendˈaːbm̩t
essenˈɛsn̩
,
Vetterˈfɛtɐ
?
Sagenˈzaːɡn̩
wirviːɐ̯
morgenˈmɔʁɡn̩
,
willvɪl
Ereːɐ̯
?
Danndan
proponier'
ichɪç
Ihmiːm
einenˈaɪ̯nən
.
BARON
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
sindzɪnt
diedaɪ
Herablassunghɛˈʁapˌlasʊŋ
selberˈzɛlbɐ
.
will aufstehen
MARSCHALLIN
Indesɪnˈdɛs
-
halblaut zu Octavian
BARON
Dassdas
Sieziː
mirmiːɐ̯
wiederkommtˈviːdɐˌkɔmt
!
Ichɪç
geh'
nichtnɪçt
eherˈeːɐ
fortfoːɐ̯
!
für sich
MARSCHALLIN
Ohooˈhoː
!
laut
MARSCHALLIN
Bleib'
Sieziː
nurnuːɐ̯
dadaː
!
Kannkan
ichɪç
demdeːm
Vetterˈfɛtɐ
fürfyːɐ̯
jetztjɛt͡st
nochnɔx
dienlichˈdiːnlɪç
seinzaɪ̯n
?
BARON
Ichɪç
schämeˈʃɛːmə
michmɪç
bereitsbəˈʁaɪ̯t͡s
:
Anaːˈʔɛn
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
Notari
eineˈaɪ̯nə
Rekommandation
.
wäreˈvɛːʁə
mirmiːɐ̯
liebliːp
.
Eseːs
handeltˈhandl̩t
sichzɪç
umʊm
dendeːn
Ehvertrag
.
MARSCHALLIN
Meinmaɪ̯n
Notari
kommtkɔmt
öftersˈœftɐs
desdɛs
Morgensˈmɔʁɡn̩s
.
Schau'
Sieziː
dochdɔx
,
Mariandel
,
oboːˈbeː
ereːɐ̯
nichtnɪçt
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Antichambreɑ̃tiˈʃɑ̃ːbʁə
istɪst
undʊnt
wartetˈvaʁtət
.
BARON
Wozuvoˈt͡suː
dasdas
Kammerzofel
?
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
beraubtbəˈʁaʊ̯pt
sichzɪç
derdeːɐ̯
Bedienungbəˈdiːnʊŋ
umʊm
meinetwillenˈmaɪ̯nətˌvɪlən
.
hält sie auf
MARSCHALLIN
Lasslas
Ereːɐ̯
dochdɔx
,
Vetterˈfɛtɐ
,
Sieziː
magmaːk
ruhigˈʁuːɪk
gehnɡeːn
.
lebhaft
BARON
Dasdas
geb'
ichɪç
nichtnɪçt
zut͡suː
,
bleib'
Sieziː
hierhiːɐ̯
zut͡suː
Ihrerˈiːʁɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
Winkvɪŋk
.
Eseːs
kommtkɔmt
gleichɡlaɪ̯ç
werveːɐ̯
vonfɔn
derdeːɐ̯
Livreeliˈvʁeː
hereinhɛˈʁaɪ̯n
.
Ichɪç
liess
einaɪ̯n
solchesˈzɔlçəs
Goldkind
,
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seel'
,
nichtnɪçt
unterˈʊntɐ
dasdas
infameɪnˈfaːmə
Lakaienvolk
.
streichelt sie
MARSCHALLIN
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
sindzɪnt
allzuˈalt͡suː
besorgtbəˈzɔʁkt
.
tritt ein
BARON
Dadaː
,
hab'
ich's
nichtnɪçt
gesagtɡəˈzaːkt
?
Ereːɐ̯
wirdvɪʁt
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
zut͡suː
meldenˈmɛldn̩
habenˈhaːbm̩
.
zum Haushofmeister
MARSCHALLIN
Struhan
,
hab'
ichɪç
meinenˈmaɪ̯nn̩
Notari
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Vorkammerˈfoːɐ̯ˌkamɐ
wartenˈvaʁtən
?
HAUSHOFMEISTER
Fürstlicheˈfʏʁstlɪçə
Gnadenˈɡnaːdn̩
habenˈhaːbm̩
dendeːn
Notari
,
danndan
dendeːn
Verwalterfɛɐ̯ˈvaltɐ
,
danndan
dendeːn
Kuchelchef
,
danndan
vonfɔn
Exzellenzɛkst͡sɛˈlɛnt͡s
Silva
hergeschickt
einaɪ̯n
Sängerˈzɛŋɐ
mitmɪt
einemˈaɪ̯nəm
Flötistenfløˈtɪstn̩
.
trocken
HAUSHOFMEISTER
Ansonstenanˈzɔnstn̩
dasdas
gewöhnlicheɡəˈvøːnlɪçə
Bagagi
.
hat seinen Stuhl hinter den breiten Rücken des Haushofmeisters geschoben, ergreift zärtlich die Hand der vermeintlichen Zofe
BARON
Hathat
Sieziː
schonʃoːn
einmalˈaɪ̯nmaːl
mitmɪt
einemˈaɪ̯nəm
Kavalierkavaˈliːɐ̯
imiˈʔɛm
tête-à-têteˌtɛtaˈtɛːt
zut͡suː
Abendˈaːbm̩t
gegessenɡəˈɡɛsn̩
?
tut sehr verlegen
BARON
Neinnaɪ̯n
?
Dadaː
wirdvɪʁt
Sieziː
Augenˈaʊ̯ɡn̩
machenˈmaxn̩
.
Willvɪl
Sieziː
?
leise, verschämt
OCTAVIAN
I
weissvaɪ̯s
halthalt
nitnɪçt
,
oboːˈbeː
i
dösdøːs
derf
.
dem Haushofmeister unaufmerksam zuhörend, beobachtet die beiden, muss leise lachen
verneigt sich, tritt zurück, wodurch die Gruppe für den Blick der Marschallin frei wird
lachend zum Haushofmeister
MARSCHALLIN
Wartenˈvaʁtən
lassenˈlasn̩
.
Haushofmeister ab
setzt sich möglichst unbefangen zurecht
lachend
MARSCHALLIN
Derdeːɐ̯
Vetterˈfɛtɐ
istɪst
,
ichɪç
sehzeː
eseːs
,
keinkaɪ̯n
Kostverächterˈkɔstfɛɐ̯ˌʔɛçtɐ
.
erleichtert
BARON
Mitmɪt
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
aufatmend
BARON
istɪst
manman
freifʁaɪ̯
darandaˈʁan
.
Dadaː
gibt's
keineˈkaɪ̯nə
Flausenˈflaʊ̯zn̩
undʊnt
keineˈkaɪ̯nə
Etiketteetiˈkɛtə
undʊnt
keineˈkaɪ̯nə
spanischeˈʃpaːnɪʃə
Tuerei
!
Er küsst der Marschallin die Hand.
amüsiert
MARSCHALLIN
Aberˈaːbɐ
wovoː
Ereːɐ̯
dochdɔx
einaɪ̯n
Bräut'gam
istɪst
?
halb aufstehend, ihr genähert
BARON
Machtmaxt
dasdas
einenˈaɪ̯nən
lahmenˈlaːmən
Eselˈeːzl̩
ausaʊ̯s
mirmiːɐ̯
?
Binbɪn
ichɪç
dadaː
nichtnɪçt
wieviː
einaɪ̯n
guterˈɡuːtɐ
Hundhʊnt
aufaʊ̯f
einerˈaɪ̯nɐ
gutenˈɡuːtn̩
Fährteˈfɛːɐ̯tə
?
Undʊnt
doppeltˈdɔpl̩t
scharfʃaʁf
aufaʊ̯f
jedesˈjeːdəs
Wildvɪlt
:
nachnaːx
linkslɪŋks
,
nachnaːx
rechtsʁɛçt͡s
?
MARSCHALLIN
Ichɪç
sehzeː
,
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
betreibenbəˈtʁaɪ̯bn̩
eseːs
alsals
Professionpʁofɛˈsi̯oːn
.
ganz aufstehend
BARON
Dasdas
willvɪl
ichɪç
meinenˈmaɪ̯nn̩
.
Wüssteˈvʏstə
nichtnɪçt
,
welcheˈvɛlçə
mirmiːɐ̯
besserˈbɛsɐ
behagenbəˈhaːɡn̩
könnteˈkœntə
.
Ichɪç
mussmʊs
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
sehrzeːɐ̯
bedauernbəˈdaʊ̯ɐn
,
dassdas
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
nurnuːɐ̯
-
wieviː
drück'
ichɪç
michmɪç
ausaʊ̯s
-
diedaɪ
verteidigendenfɛɐ̯ˈtaɪ̯dɪɡn̩dən
Erfahrungenɛɐ̯ˈfaːʁʊŋən
besitzenbəˈzɪt͡sn̩
.
Parolepaˈʁoːlə
d'honneur
!
Eseːs
gehtɡeːt
nichtsnɪçt͡s
überˈyːbɐ
diedaɪ
vonfɔn
derdeːɐ̯
anderenˈandəʁən
Seitenˈzaɪ̯tn̩
!
lacht
MARSCHALLIN
Ichɪç
glaubeˈɡlaʊ̯bə
Ihmiːm
,
dassdas
diedaɪ
sehrzeːɐ̯
mannigfaltigˈmanɪçˌfaltɪk
sindzɪnt
.
BARON
Sovielzoˈfiːl
Zeitenˈt͡saɪ̯tn̩
dasdas
Jahrjaːɐ̯
,
sovielzoˈfiːl
Stundenˈʃtʊndn̩
derdeːɐ̯
Tagtaːk
,
dadaː
istɪst
keineˈkaɪ̯nə
-
MARSCHALLIN
Keineˈkaɪ̯nə
?
BARON
Wovoː
nichtnɪçt
-
MARSCHALLIN
Wovoː
nichtnɪçt
?
-
BARON
Wovoː
nichtnɪçt
demdeːm
Knabenˈknaːbn̩
Cupidokuˈpiːdo
einaɪ̯n
Geschenkerl
abzulisten
wär'
!
Dafürdaˈfyːɐ̯
istɪst
manman
keinkaɪ̯n
Auerhahnˈaʊ̯ɐˌhaːn
undʊnt
keinkaɪ̯n
Hirschhɪʁʃ
,
sondernˈzɔndɐn
istɪst
manman
Herrhɛʁ
derdeːɐ̯
Schöpfungˈʃœp͡fʊŋ
,
dassdas
manman
nichtnɪçt
nachnaːx
demdeːm
Kalenderkaˈlɛndɐ
forciertfɔʁˈsiːɐ̯t
istɪst
,
haltenˈhaltn̩
zut͡suː
Gnadenˈɡnaːdn̩
!
Zumt͡sʊm
Exempelɛˈksɛmpl̩
,
derdeːɐ̯
Maimaɪ̯
istɪst
rechtʁɛçt
liebliːp
für's
verliebtefɛɐ̯ˈliːptə
Geschäftɡəˈʃɛft
,
dasdas
weissvaɪ̯s
jedesˈjeːdəs
Kindkɪnt
,
aberˈaːbɐ
ichɪç
sageˈzaːɡə
:
Schönerˈʃøːnɐ
istɪst
Juniˈjuːni
,
Juliˈjuːli
,
Augustaʊ̯ˈɡʊst
.
Dadaː
hat's
Nächteˈnɛçtə
!
Dadaː
istɪst
beibaɪ̯
unsʊns
dadaː
drobenˈdʁoːbn̩
sozoː
einaɪ̯n
Zuzugˈt͡suːˌt͡suːk
vonfɔn
jungenˈjʊŋən
Mägdenˈmɛːkdn̩
ausaʊ̯s
demdeːm
Böhmischenˈbøːmɪʃn̩
herüberhɛˈʁyːbɐ
,
ihrerˈiːʁɐ
zweieˈt͡svaɪ̯ə
,
dreieˈdʁaɪ̯ə
halt'
ichɪç
oftɔft
bisbɪs
imiˈʔɛm
Novembernoˈvɛmbɐ
mirmiːɐ̯
imiˈʔɛm
Haushaʊ̯s
.
Danndan
ersteːɐ̯st
schick'
ichɪç
sieziː
heimhaɪ̯m
!
Zurt͡suːɐ̯
Ernteˈɛʁntə
kommenˈkɔmən
sieziː
undʊnt
sindzɪnt
auchaʊ̯x
ansonstenanˈzɔnstn̩
anstelligˈanʃtɛlɪk
undʊnt
gutɡuːt
-
danndan
ersteːɐ̯st
schick'
ichɪç
sieziː
heimhaɪ̯m
.
-
schmunzelnd
BARON
Undʊnt
wieviː
sichzɪç
dasdas
mischtmɪʃt
,
dasdas
jungeˈjʊŋə
,
rundeˈʁʊndə
böhmischeˈbøːmɪʃə
Völkel
,
schwerʃveːɐ̯
undʊnt
süsszyːs
,
mitmɪt
denenˈdeːnən
imiˈʔɛm
Waldvalt
undʊnt
denenˈdeːnən
imiˈʔɛm
Stallʃtal
,
demdeːm
deutschenˈdɔɪ̯t͡ʃn̩
Schlagʃlaːk
scharfʃaʁf
undʊnt
herbhɛʁp
wieviː
einaɪ̯n
Retzer
Weinvaɪ̯n
-
wieviː
sichzɪç
dasdas
mischenˈmɪʃn̩
tuttuːt
!
Undʊnt
überallyːbɐˈʔal
stehtʃteːt
wasvas
undʊnt
lauertˈlaʊ̯ɐt
undʊnt
schieltʃiːlt
durchdʊʁç
dendeːn
Gatternˈɡatɐn
,
undʊnt
schleichtʃlaɪ̯çt
zueinandert͡suʔaɪ̯ˈnandɐ
undʊnt
liegtliːkt
beieinanderˌbaɪ̯ʔaɪ̯ˈnandɐ
,
undʊnt
überallyːbɐˈʔal
singtzɪŋt
wasvas
undʊnt
schupftʃʊp͡ft
sichzɪç
iniˈʔɛn
dendeːn
Hüftenˈhʏftn̩
undʊnt
melktmɛlkt
wasvas
undʊnt
mähtmɛːt
wasvas
undʊnt
plantschtplant͡ʃt
undʊnt
plätschertˈplɛt͡ʃɐt
wasvas
imiˈʔɛm
Bachbax
undʊnt
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Pferdeschwemm'
.
sehr amüsiert
MARSCHALLIN
Undʊnt
Ereːɐ̯
istɪst
überallyːbɐˈʔal
dahinterdaˈhɪntɐ
herheːɐ̯
?
BARON
Wollt'
,
ichɪç
könnt'
seinzaɪ̯n
wieviː
Jupiterˈjuːpitɐ
seligˈzeːlɪk
iniˈʔɛn
tausendˈtaʊ̯zn̩də
Gestaltenɡəˈʃtaltn̩
!
Wär'
Verwendungfɛɐ̯ˈvɛndʊŋ
fürfyːɐ̯
jedeˈjeːdə
!
MARSCHALLIN
Wieviː
,
auchaʊ̯x
fürfyːɐ̯
dendeːn
Stierʃtiːɐ̯
?
Sozoː
grobɡʁoːp
willvɪl
Ereːɐ̯
seinzaɪ̯n
?
Oderˈoːdɐ
möchteˈmœçtə
Ereːɐ̯
diedaɪ
Wolkenˈvɔlkn̩
spielenˈʃpiːlən
undʊnt
daherdaˈheːɐ̯
gesäuseltɡəˈzɔɪ̯zl̩t
kommenˈkɔmən
alsals
einaɪ̯n
Streiferl
nasseˈnasə
Luftlʊft
?
sehr munter
BARON
Jejeː
nachdemnaːxˈdeːm
,
all's
jejeː
nachdemnaːxˈdeːm
.
Dasdas
Frauenzimmerˈfʁaʊ̯ənˌt͡sɪmɐ
hathat
garɡaːɐ̯
vielerleiˈfiːlɐlaɪ̯
Artenˈaːɐ̯tn̩
,
wieviː
eseːs
willvɪl
genommenɡəˈnɔmən
seinzaɪ̯n
.
Dadaː
istɪst
diedaɪ
demütigeˈdeːˌmyːtɪɡə
Magdmaːkt
..
Undʊnt
dadaː
diedaɪ
trotzigeˈtʁɔt͡sɪɡə
Teufelskreatur
,
hauthaʊ̯t
dirdiːɐ̯
diedaɪ
schwereˈʃveːʁə
Stalltürˈʃtalˌtyːɐ̯
anaːˈʔɛn
dendeːn
Schädelˈʃɛːdl̩
-
undʊnt
dadaː
istɪst
,
diedaɪ
kicherndˈkɪçɐnt
undʊnt
schluchzendˈʃlʊxt͡sn̩t
dendeːn
Kopfkɔp͡f
verliertfɛɐ̯ˈliːɐ̯t
,
diedaɪ
hab'
ichɪç
gernɡɛʁn
,
undʊnt
jenerˈjeːnɐ
wiederˈviːdɐ
,
derdeːɐ̯
sitztzɪt͡st
imiˈʔɛm
Augeˈaʊ̯ɡə
einaɪ̯n
kalterˈkaltɐ
,
rechnenderˈʁɛçnəndɐ
Satanˈzaːtan
.
Aberˈaːbɐ
eseːs
kommtkɔmt
eineˈaɪ̯nə
Stundeˈʃtʊndə
,
dadaː
flackertˈflakɐt
diesesˈdiːzəs
lauerndeˈlaʊ̯ɐndə
Augeˈaʊ̯ɡə
,
undʊnt
derdeːɐ̯
Satanˈzaːtan
,
indemɪnˈdeːm
ereːɐ̯
ersterbendeɛɐ̯ˈʃtɛʁbm̩də
Blickeˈblɪkə
dazwischendaˈt͡svɪʃn̩
schiesstˈʃiːsn̩
,
mit Gusto
BARON
derdeːɐ̯
würztvʏʁt͡st
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Mahlzeitˈmaːlˌt͡saɪ̯t
unvergleichlich
.
MARSCHALLIN
Ereːɐ̯
selberˈzɛlbɐ
istɪst
einerˈaɪ̯nɐ
,
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seel'
!
BARON
Undʊnt
wär'
eineˈaɪ̯nə
-
habenˈhaːbm̩
diedaɪ
Gnad'
-
diedaɪ
keinerˈkaɪ̯nɐ
anschautˈanˌʃaʊ̯t
:
Imiˈʔɛm
schmutzigenˈʃmʊt͡sɪɡn̩
Kittelˈkɪtl̩
schlumpt
sieziː
herheːɐ̯
,
hockthɔkt
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Ascheˈaʃə
hintermˈhɪntɐm
Herdheːɐ̯t
-
diedaɪ
,
wovoː
duduː
sieziː
angehstˈanˌɡeːst
zumt͡sʊm
richtigenˈʁɪçtɪɡn̩
Stündl
-
diedaɪ
hat's
iniˈʔɛn
sichzɪç
!
Einaɪ̯n
solchesˈzɔlçəs
Staunenˈʃtaʊ̯nən
garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
begreifenbəˈɡʁaɪ̯fn̩
könnenˈkœnən
undʊnt
Angstaŋst
undʊnt
Schamʃaːm
;
undʊnt
aufaʊ̯f
diedaɪ
letzt'
sozoː
eineˈaɪ̯nə
rasendeˈʁaːzn̩də
Seligkeitˈzeːlɪkkaɪ̯t
,
dassdas
sichzɪç
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
,
derdeːɐ̯
gnädigeˈɡnɛːdɪɡə
Herrhɛʁ
herabgelassenhɛˈʁapɡəˌlasn̩
garɡaːɐ̯
zut͡suː
ihrerˈiːʁɐ
Niedrigkeitˈniːdʁɪkkaɪ̯t
!
MARSCHALLIN
Ereːɐ̯
weissvaɪ̯s
mehrmeːɐ̯
alsals
dasdas
Abcaːbeːˈt͡seː
.
BARON
Dadaː
gibtɡiːpt
eseːs
welcheˈvɛlçə
,
diedaɪ
wollenˈvɔlən
beschlichenbəˈʃlɪçn̩
seinzaɪ̯n
,
sanftzanft
,
wieviː
derdeːɐ̯
Windvɪnt
dasdas
frischgemähte
Heuhɔɪ̯
beschleichtbəˈʃlaɪ̯çt
.
Undʊnt
welcheˈvɛlçə
-
dadaː
gilt's
wieviː
einaɪ̯n
Luchsluːxs
hintermˈhɪntɐm
Rückenˈʁʏkn̩
heranhɛˈʁan
undʊnt
dendeːn
Melkstuhl
gepacktɡəˈpakt
,
dassdas
sieziː
taumeltˈtaʊ̯ml̩t
undʊnt
hinschlägt
!
behäbig schmunzelnd
BARON
Mussmʊs
halthalt
einaɪ̯n
Heuhɔɪ̯
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Näheˈnɛːə
dabeidaˈbaɪ̯
seinzaɪ̯n
.
platzt lachend heraus
MARSCHALLIN
Neinnaɪ̯n
,
Ereːɐ̯
agiertaˈɡiːɐ̯t
mirmiːɐ̯
garɡaːɐ̯
zut͡suː
gutɡuːt
!
Lasslas
Ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
dochdɔx
dasdas
Kindkɪnt
!
sehr ungeniert zu Octavian
BARON
Weissvaɪ̯s
michmɪç
insɪns
engsteˈɛŋstə
Versteckfɛɐ̯ˈʃtɛk
zut͡suː
bequemenbəˈkveːmən
,
weissvaɪ̯s
imiˈʔɛm
Alkovenalˈkoːvn̩
galantɡaˈlant
michmɪç
zut͡suː
benehmenbəˈneːmən
.
Hätteˈhɛtə
Verwendungfɛɐ̯ˈvɛndʊŋ
fürfyːɐ̯
tausendˈtaʊ̯zn̩də
Gestaltenɡəˈʃtaltn̩
,
tausendˈtaʊ̯zn̩də
Jungfernˈjʊŋfɐn
festzuhaltenˈfɛstt͡suˌhaltn̩
.
Wäreˈvɛːʁə
mirmiːɐ̯
keineˈkaɪ̯nə
zut͡suː
jungeˈjʊŋə
,
zut͡suː
herbeˈhɛʁbə
,
keineˈkaɪ̯nə
zut͡suː
niedrigeˈniːdʁɪɡə
,
keineˈkaɪ̯nə
zut͡suː
derbeˈdɛʁbə
!
Tät'
michmɪç
fürfyːɐ̯
keinemkaɪ̯nəm
Versteckfɛɐ̯ˈʃtɛk
nichtnɪçt
schämenˈʃɛːmən
,
seh'
ichɪç
wasvas
Liebs
:
ichɪç
mussmʊs
mir's
nehmenˈneːmən
.
sofort wieder in seiner Rolle
OCTAVIAN
Nana
,
zut͡suː
demdeːm
Herrnhɛʁn
,
dadaː
ging'
i
netneːt
,
dadaː
hätt'
i
anaːˈʔɛn
Respektʁeˈspɛkt
,
nana
,
wasvas
mirmiːɐ̯
dadaː
passierenpaˈsiːʁən
könnt'
,
dadaː
wär'
i
garɡaːɐ̯
zut͡suː
g'schreckt
.
I
wass
netneːt
,
wasvas
ereːɐ̯
meintmaɪ̯nt
,
i
wass
netneːt
,
wasvas
ereːɐ̯
willvɪl
.
Aberˈaːbɐ
wasvas
z'viel
isiːs
,
dasdas
isiːs
z'viel
.
Nana
,
wasvas
mirmiːɐ̯
dadaː
passierenpaˈsiːʁən
könnt'
.
Dasdas
isiːs
jajaː
netneːt
zumt͡sʊm
Sagenˈzaːɡn̩
,
zut͡suː
sozoː
anaːˈʔɛn
Herrnhɛʁn
dadaː
ging'
i
netneːt
,
mirmiːɐ̯
tat's
diedaɪ
Red'
verschlagenfɛɐ̯ˈʃlaːɡn̩
.
Dadaː
tät'
sichzɪç
unsereinsˈʊnzɐˌʔaɪ̯ns
mutwilligˈmuːtˌvɪlɪk
schadenˈʃaːdn̩
:
zur Marschallin
OCTAVIAN
Ichɪç
hab'
solcheˈzɔlçə
Angstaŋst
vorfoːɐ̯
ihmiːm
,
fürstlicheˈfʏʁstlɪçə
Gnadenˈɡnaːdn̩
.
MARSCHALLIN
Neinnaɪ̯n
,
Ereːɐ̯
agiertaˈɡiːɐ̯t
mirmiːɐ̯
garɡaːɐ̯
zut͡suː
gutɡuːt
!
Ereːɐ̯
istɪst
einaɪ̯n
Rechterˈʁɛçtɐ
!
Ereːɐ̯
istɪst
derdeːɐ̯
Wahreˈvaːʁə
!
Lasslas
Ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
dochdɔx
dasdas
Kindkɪnt
!
Ereːɐ̯
istɪst
ganzɡant͡s
,
wieviː
diedaɪ
andernˈandɐn
dreivierteldʁaɪ̯ˈfiːɐ̯tl̩
sindzɪnt
.
Wieviː
ichɪç
Ihniːn
sozoː
seh'
,
sozoː
seh'
ichɪç
hübschhʏpʃ
vieleˈfiːlə
.
Dasdas
sindzɪnt
halthalt
diedaɪ
Spieleˈʃpiːlə
,
diedaɪ
Euchɔɪ̯ç
konvenierenkɔnveˈniːʁən
!
Undʊnt
wirviːɐ̯
,
Herrhɛʁ
Gottɡɔt
!
Wirviːɐ̯
leidenˈlaɪ̯dn̩
dendeːn
Schadenˈʃaːdn̩
,
wirviːɐ̯
leidenˈlaɪ̯dn̩
dendeːn
Spottʃpɔt
,
undʊnt
wirviːɐ̯
haben's
halthalt
auchaʊ̯x
netneːt
andersˈandɐs
verdientfɛɐ̯ˈdiːnt
.
mit gespielter Strenge
MARSCHALLIN
Undʊnt
jetztjɛt͡st
sackerlotzakɐˈloːt
,
jetztjɛt͡st
lasslas
Ereːɐ̯
dasdas
Kindkɪnt
!
lässt von Octavian ab und nimmt wieder würdevolle Haltung an
BARON
Gebenˈɡeːbm̩
mirmiːɐ̯
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
dendeːn
Grasaff'
dadaː
zut͡suː
meinerˈmaɪ̯nɐ
künftgen
Fraufʁaʊ̯
Gemahlinɡəˈmaːlɪn
Bedienungbəˈdiːnʊŋ
.
MARSCHALLIN
Wieviː
,
meineˈmaɪ̯nə
Kleineˈklaɪ̯nə
dadaː
?
Wasvas
sollteˈzɔltə
diedaɪ
?
Diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
Brautbʁaʊ̯t
wirdvɪʁt
schonʃoːn
versehenfɛɐ̯ˈzeːən
seinzaɪ̯n
undʊnt
nichtnɪçt
ansteh'n
aufaʊ̯f
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
Auswahlˈaʊ̯svaːl
.
BARON
Dasdas
istɪst
einaɪ̯n
feinesˈfaɪ̯nəs
Dingdɪŋ
!
Kreuzsackerlot
!
Dadaː
istɪst
einaɪ̯n
Tropfenˈtʁɔp͡fn̩
gutenˈɡuːtn̩
Blut's
dabeidaˈbaɪ̯
!
für sich
OCTAVIAN
Einaɪ̯n
Tropftʁɔp͡f
gutesˈɡuːtəs
Blutbluːt
!
MARSCHALLIN
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
habenˈhaːbm̩
einaɪ̯n
scharfesˈʃaʁfəs
Augeˈaʊ̯ɡə
!
BARON
Geziemtɡəˈt͡siːmt
sichzɪç
.
vertraulich
BARON
Find'in
derdeːɐ̯
Ordnungˈɔʁdnʊŋ
,
dassdas
Personenpɛʁˈzoːnən
vonfɔn
Standʃtant
iniˈʔɛn
solcherˈzɔlçɐ
Weiseˈvaɪ̯zə
vonfɔn
adeligemˈaːdəlɪɡəm
Blutbluːt
bedientbəˈdiːnt
werdenˈveːɐ̯dn̩
.
Führ'
selbstzɛlpst
einaɪ̯n
Kindkɪnt
meinerˈmaɪ̯nɐ
Launeˈlaʊ̯nə
mitmɪt
mirmiːɐ̯
.
stets sehr belustigt zuhörend, für sich
OCTAVIAN
Einaɪ̯n
Kindkɪnt
seinerˈzaɪ̯nɐ
Launeˈlaʊ̯nə
?
MARSCHALLIN
Wieviː
?
Garɡaːɐ̯
einaɪ̯n
Mädelˈmɛːdl̩
?
Dasdas
willvɪl
ichɪç
nichtnɪçt
hoffenˈhɔfn̩
.
BARON
Neinnaɪ̯n
,
einenˈaɪ̯nən
Sohnzoːn
.
Trägttʁɛːkt
lerchenauisches
Geprägeɡəˈpʁɛːɡə
imiˈʔɛm
Gesichtɡəˈzɪçt
.
Halt'
ihniːn
alsals
Leiblakai
.
Wennvɛn
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
danndan
werdenˈveːɐ̯dn̩
befehlenbəˈfeːlən
,
dassdas
ichɪç
diedaɪ
silberneˈzɪlbɐnə
Rosenˈʁoːzn̩
darfdaʁf
Deroˈdeːʁo
Händenˈhɛndn̩
übergebenyːbɐˈɡeːbm̩
,
wirdvɪʁt
ereːɐ̯
eseːs
seinzaɪ̯n
,
derdeːɐ̯
sieziː
heraufbringt
.
MARSCHALLIN
Sollzɔl
michmɪç
rechtʁɛçt
freuenˈfʁɔɪ̯ən
.
Aberˈaːbɐ
wart'
Ereːɐ̯
einmalˈaɪ̯nmaːl
.
Octavian winkend
MARSCHALLIN
Mariandel
!
BARON
Gebenˈɡeːbm̩
mirmiːɐ̯
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
dasdas
Zofel
!
Ichɪç
lasslas
nichtnɪçt
lockerˈlɔkɐ
.
MARSCHALLIN
Eiaɪ̯
!
Geh'
Sieziː
nurnuːɐ̯
undʊnt
bring'
Sieziː
dasdas
Medaillonmedalˈjõː
herheːɐ̯
.
leise
OCTAVIAN
Theres
!
Theres
,
gibɡiːp
achtaxt
!
ebenso
MARSCHALLIN
Bring's
nurnuːɐ̯
schnellʃnɛl
!
Ichɪç
weissvaɪ̯s
schonʃoːn
,
wasvas
ichɪç
tuteːˈʔuː
.
Octavian nachsehend
BARON
Könnt'
eineˈaɪ̯nə
jungeˈjʊŋə
Fürstinˈfʏʁstɪn
seinzaɪ̯n
.
dann, im Konversationston
BARON
Hab'
vorfoːɐ̯
,
meinerˈmaɪ̯nɐ
Brautbʁaʊ̯t
eineˈaɪ̯nə
getreueɡəˈtʁɔɪ̯ə
Kopiekoˈpiː
meinesˈmaɪ̯nəs
Stammbaumsˈʃtamˌbaʊ̯ms
zut͡suː
spendierenʃpɛnˈdiːʁən
-
nebstneːpst
einerˈaɪ̯nɐ
Lockeˈlɔkə
vomfɔm
Ahnherrnˈaːnˌhɛʁn
Lerchenau
,
derdeːɐ̯
einaɪ̯n
grosserɡʁoːs
Klosterstifter
warvaːɐ̯
undʊnt
Oberst-Erblandhofmeister
iniˈʔɛn
Kärntenˈkɛʁntn̩
undʊnt
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
windischenˈvɪndɪʃ
Markmaʁk
.
bringt das Medaillon
MARSCHALLIN
Wollenˈvɔlən
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
leichtlaɪ̯çt
dendeːn
jungenˈjʊŋən
Herrenˈhɛʁən
dadaː
alsals
Bräutigamsaufführer
habenˈhaːbm̩
?
BARON
Binbɪn
ungeschauterˈʊnɡeˈʃaʊ̯t
einverstandenˈaɪ̯nfɛɐ̯ˌʃtandn̩
!
etwas zögernd
MARSCHALLIN
Meinmaɪ̯n
jungerˈjʊŋɐ
Vetterˈfɛtɐ
,
derdeːɐ̯
Grafɡʁaːf
Octavian
.
stets sehr verbindlich
BARON
Wüssteˈvʏstə
keinenˈkaɪ̯nən
vornehmerenˈfoːɐ̯ˌneːməʁən
zut͡suː
wünschenˈvʏnʃn̩
!
Wär'in
Devotiondevoˈt͡si̯oːn
demdeːm
jungenˈjʊŋən
Herrnhɛʁn
sehrzeːɐ̯
verbundenfɛɐ̯ˈbʊndn̩
!
schnell
MARSCHALLIN
Seh'
Ereːɐ̯
ihniːn
anaːˈʔɛn
!
hält ihm das Medaillon hin
sieht bald auf das Medaillon, bald auf die Zofe
BARON
Diedaɪ
Ähnlichkeit
!
MARSCHALLIN
Jajaː
,
jajaː
.
BARON
Wieviː
ausaʊ̯s
demdeːm
Gesichtɡəˈzɪçt
geschnittenɡəˈʃnɪtn̩
!
MARSCHALLIN
Hathat
mirmiːɐ̯
auchaʊ̯x
schonʃoːn
Gedankenɡəˈdaŋkn̩
gemachtɡəˈmaxt
.
auf das Medaillon deutend
MARSCHALLIN
Rofrano
,
desdɛs
Herrnhɛʁn
Marchesemaʁˈkeːzə
zweiterˈt͡svaɪ̯tɐ
Bruderˈbʁuːdɐ
.
BARON
Octavian
Rofrano
!
Dadaː
istɪst
manman
werveːɐ̯
,
wennvɛn
manman
ausaʊ̯s
solchemˈzɔlçm̩
Haushaʊ̯s
,
mit Beziehung auf die Zofe
BARON
undʊnt
wär's
auchaʊ̯x
beibaɪ̯
derdeːɐ̯
Domestikentür
!
MARSCHALLIN
Darumˈdaːʁʊm
halt'
ichɪç
sieziː
auchaʊ̯x
wieviː
wasvas
Besonderesbəˈzɔndəʁəs
.
BARON
Geziemtɡəˈt͡siːmt
sichzɪç
.
MARSCHALLIN
Immerˈɪmɐ
umʊm
meineˈmaɪ̯nə
Personpɛʁˈzoːn
.
BARON
Sehrzeːɐ̯
wohlvoːl
.
MARSCHALLIN
Jetztjɛt͡st
aberˈaːbɐ
geh'
Sieziː
,
Mariandel
,
mach'
Sieziː
fortfoːɐ̯
.
BARON
Wieviː
denndɛn
?
Sieziː
kommtkɔmt
dochdɔx
wiederˈviːdɐ
.
überhört den Baron absichtlich
MARSCHALLIN
Undʊnt
lasslas
Sieziː
diedaɪ
Antichambreɑ̃tiˈʃɑ̃ːbʁə
hereinhɛˈʁaɪ̯n
.
geht gegen die Flügeltür rechts
ihm nach
BARON
Meinmaɪ̯n
schönstesˈʃøːnstəs
Kindkɪnt
!
an der Tür rechts
OCTAVIAN
Derft's
einaˈɛɪ̯na
geh'
!
läuft nach der andern Tür
ihm nach
BARON
Ichɪç
binbɪn
Ihriːɐ̯
Serviteur
!
Geb'
Sieziː
dochdɔx
einenˈaɪ̯nən
Augenblickˈaʊ̯ɡŋ̍ˌblɪk
Audienzaʊ̯ˈdi̯ɛnt͡s
!
schlägt ihm die kleine Tür vor der Nase zu
OCTAVIAN
I
komm'
glei
.
In diesem Augenblick tritt eine alte Kammerfrau durch die gleiche Türe ein. Der Baron zieht sich enttäuscht zurück. Zwei Lakaien kommen von rechts herein, bringen einen Wandschirm aus dem Alkoven. Die Marschallin tritt hinter den Wandschirm, die Kammerfrau mit ihr. Der Frisiertisch wird vorgeschoben in die Mitte. Lakaien öffnen die Flügeltüren rechts. Es treten ein der Notar, der Küchenchef, hinter diesem ein Küchenjunge, der das Menübuch trägt. Dann die Modistin, ein Gelehrter mit einem Folianten und der Tierhändler mit winzig kleinen Hunden und einem Äffchen. Valzacchi und Annina, hinter diesen rasch gleitend, nehmen den vordersten Platz links ein, die adelige Mutter mit ihren drei Töchtern, alle in Trauer, stellen sich in den rechten Flügel. Der Haushofmeister führt den Tenor und den Flötisten nach vorne. Baron rückwärts winkt einen Lakaien zu sich, gibt ihm den Auftrag, zeigt: "Hier durch die Hintertür«.
schreiend
DREI WAISEN
Dreidʁaɪ̯
armeˈaʁmə
adellge
Waisenˈvaɪ̯zn̩
-
bedeutet ihnen, nicht so zu schreien und niederzuknien
niederkniend
DREI WAISEN
Dreidʁaɪ̯
armeˈaʁmə
adeligeˈaːdəlɪɡə
Waisenˈvaɪ̯zn̩
erflehenɛɐ̯ˈfleːən
Deroˈdeːʁo
hohenˈhoːən
Schutzʃʊt͡s
!
laut
MODISTIN
Le
chapeauʃaˈpoː
Paméla
!
Lalaː
poudre
à
lalaː
reineˈʁaɪ̯nə
de
Golconde
!
TIERHÄNDLER
Schöneˈʃøːnə
Affenˈafn̩
,
wennvɛn
Durchlauchtˈdʊʁçˌlaʊ̯xt
schaffenˈʃafn̩
,
auchaʊ̯x
Vögelˈføːɡl̩
hab'
ichɪç
dadaː
ausaʊ̯s
Afrikaˈafʁika
.
DREI WAISEN
Derdeːɐ̯
Vaterˈfaːtɐ
istɪst
jungjʊŋ
aufaʊ̯f
demdeːm
Feldeˈfɛldə
derdeːɐ̯
Ehreˈeːʁə
gefallenɡəˈfalən
,
ihmiːm
diesesˈdiːzəs
nachzutun
,
istɪst
unserˈʊnzɐ
Herzensziel
.
MODISTIN
Le
chapeauʃaˈpoː
Paméla
!
C'est
lalaː
merveille
duduː
mondeˈmoːndə
!
TIERHÄNDLER
Papageienpapaˈɡaɪ̯ən
hätt'
ichɪç
dadaː
,
ausaʊ̯s
Indienˈɪndi̯ən
undʊnt
Afrikaˈafʁika
.
Hunderln
,
sozoː
kleinklaɪ̯n
undʊnt
schonʃoːn
zimmerrein
.
Marschallin tritt hervor, alles verneigt sich. Baron ist links vorgekommen.
zum Baron
MARSCHALLIN
Ichɪç
präsentierepʁɛzɛnˈtiːʁə
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
hierhiːɐ̯
dendeːn
Notarnoˈtaːɐ̯
.
Notar tritt mit Verneigung gegen den Frisiertisch, wo sich die Marschallin niedergelassen, zum Baron links. Marschallin winkt die jüngste der drei Waisen zu sich, lässt sich vom Haushofmeister einen Geldbeutel reichen ' gibt ihn dem Mädchen, indem sie es auf die Stirn küsst. Gelehrter will vortreten, seine Folianten überreichen, Valzacchi springt vor, drängt ihn zur Seite.
ein schwarzgerändertes Zeitungsblatt hervorziehend
VALZACCHI
Diedaɪ
swarze
Seitungt
Fürstlike
Gnadel
Allesˈaləs
'ier
ge'eim
gesrieben
!
Nurnuːɐ̯
fürfyːɐ̯
'ohe
Persönlikeite
.
Diedaɪ
swarze
Seitung
!
Eineˈaɪ̯nə
Leikname
iniˈʔɛn
'Interkammer
vonfɔn
eineˈaɪ̯nə
gräflike
Palaispaˈlɛː
!
Eineˈaɪ̯nə
Bürgersfrau
mitmɪt
derdeːɐ̯
amante
vergiftenfɛɐ̯ˈɡɪftn̩
derdeːɐ̯
Hehemann
dieseˈdiːzə
Nacktnakt
umʊm
dreieˈdʁaɪ̯ə
Huhr
!
MARSCHALLIN
Lasslas
Ereːɐ̯
michmɪç
mitmɪt
demdeːm
Tratschtʁaːt͡ʃ
iniˈʔɛn
Ruh'
!
VALZACCHI
Iniˈʔɛn
Gnadenˈɡnaːdn̩
!
Tutteˈtʊtə
quante
Vertraulikeite
ausaʊ̯s
diedaɪ
grosseˈɡʁɔsə
Weltvɛlt
!
MARSCHALLIN
Ichɪç
willvɪl
nixnɪks
wissenˈvɪsn̩
!
Lasslas
Ereːɐ̯
michmɪç
mitmɪt
demdeːm
Tratschtʁaːt͡ʃ
iniˈʔɛn
Ruh'
!
mit bedauernder Verbeugung, springt
zuletzt auch die Mutter, haben der Marschallin die Hand geküsst, zum Abgehen bereit, etwas plärrend
DREI WAISEN
Glückɡlʏk
undʊnt
Segenˈzeːɡn̩
allerwegen
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
hohemˈhoːəm
Sinnzɪn
!
Eingegrabenˈaɪ̯nɡəˌɡʁaːbn̩
stehtʃteːt
erhabenˌɛɐ̯ˈhaːbn̩
ereːɐ̯
iniˈʔɛn
unseremˈʊnzəʁəm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
drindʁɪn
.
gehen ab samt der Mutter
Der Friseur tritt hastig auf, der Gehilfe stürzt ihm mit fliegenden Rockschössen nach. Der Friseur fasst die Marschallin ins Auge, verdüstert sich, tritt zurück, er studiert ihr heutiges Aussehen. Der Gehilfe packt indessen aus am Frisiertisch. Der Friseur schiebt einige Personen zurück, sich Spielraum zu schaffen. Der Flötist ist inzwischen vorgetreten und beginnt seine Kadenz. Nach einer kurzen Überlegung hat der Friseur sein en Plan gef asst, er eilt mit Entschlossenheit auf die Marschallin zu, beginnt zu frisieren. Ein Lauffer in Rosa, Schwarz und Silber tritt auf, überbringt ein Billet. Haushofmeister mit Silbertablett ist schnell zur Hand, präsentiert es der Marschallin. Friseur hält inne, sie lesen zu lassen. Gehilfe reicht ihm ein neues Eisen. Friseur schwenkt es: ist zu heiss. Gehilfe reicht ihm nach fragendem Blick auf die Marschallin das Billett, die nickt, worauf er es lächelnd verwendet, um das Eisen zu kühlen. Der Sänger hat sich in Position gestellt, hält das Notenblatt. Die Lakaien haben rechts ganz vorne Stellung genommen, andere stehen im Hintergrund.
TENOR
Dírigori
armato
il
seno
contro
amorˈaːmoːɐ̯
mimiː
ribellai
,
maɛmˈʔaː
fui
vinto
iniˈʔɛn
unuːˈʔɛn
baleno
iniˈʔɛn
mirar
due
gaghi
rai
.
Maɛmˈʔaː
fui
vinto
iniˈʔɛn
unuːˈʔɛn
baleno
ahí
!
iniˈʔɛn
mirar
due
vaghi
rai
.
Ahi
!
che
resiste
puoco
a
stralʃtʁaːl
di
fuoco
Cor
di
gelo
di
fuoco
a
stralʃtʁaːl
.
Der Friseur übergibt dem Gehilfen das Eisen und applaudiert dem Sänger. Dann fährt er im Arrangement des Lockenbaues fort. Ein Bedienter hat indessen bei der kleinen Tür den Kammerdiener des Barons, den Almosenier und den Jäger eingelassen. Es sind drei bedenkliche Gestalten. Der Kammerdiener ist ein junger grosser Lümmel, der dumm und frech aussieht. Er trägt unterm Arm ein Futteral aus rotem Saffian. Der Almosenier ist ein verwilderter Dorfkooperator, ein drei Schuh hoher, aber stark und verwegen aussehender Gnom. Der Leibjäger mag, bevor er in die schlechtsitzende Livree gesteckt wurde, Mist geführt haben. Der Almosenier und der Kammerdiener scheinen sich um den Vortritt zu streiten und steigen einander auf die Füsse. Sie steuern längs der linken Seite auf ihren Herrn zu, in dessen Nähe sie haltmachen.
sitzend zum Notar, der vor ihm steht, seine Weisungen entgegennimmt. Halblaut
BARON
Alsals
Morgengabeˈmɔʁɡn̩ˌɡaːbə
-ganz
separatim
jedochjeˈdɔx
-
undʊnt
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
Mitgiftˈmɪtˌɡɪft
-
binbɪn
ichɪç
verstandenfɛɐ̯ˈʃtandn̩
,
Herrhɛʁ
Notarnoˈtaːɐ̯
?
-
kehrtkeːɐ̯t
Schlossʃlɔs
undʊnt
Herrschaftˈhɛʁʃaft
Gaunersdorf
anaːˈʔɛn
michmɪç
zurückt͡suˈʁʏk
!
Vonfɔn
Lastenˈlastn̩
freifʁaɪ̯
undʊnt
ungemindert
anaːˈʔɛn
Privilegienˌpʁiviˈleːɡi̯ən
,
sozoː
wieviː
meinmaɪ̯n
Vaterˈfaːtɐ
seligˈzeːlɪk
sieziː
besessenbəˈzɛsn̩
hathat
.
kurzatmig
NOTAR
Gestattenɡəˈʃtatn̩
hochfreiherrliche
Gnadenˈɡnaːdn̩
diedaɪ
submissestesʊpˈmɪsəstə
Belehrungbəˈleːʁʊŋ
,
dassdas
eineˈaɪ̯nə
Morgengabeˈmɔʁɡn̩ˌɡaːbə
wohlvoːl
vomfɔm
Gattenˈɡatn̩
anaːˈʔɛn
diedaɪ
Gattinˈɡatɪn
,
nichtnɪçt
aberˈaːbɐ
vonfɔn
derdeːɐ̯
Gattinˈɡatɪn
anaːˈʔɛn
dendeːn
Gattenˈɡatn̩
tief aufatmend
NOTAR
bestelletbəˈʃtɛlət
undʊnt
stipuliertstipuˈliːɐ̯t
zut͡suː
werdenˈveːɐ̯dn̩
,
fähigˈfɛːɪk
istɪst
.
BARON
Dasdas
magmaːk
wohlvoːl
seinzaɪ̯n
.
NOTAR
Dasdas
istɪst
sozoː
-
Aber im besondern Fall -
NOTAR
Diedaɪ
Formenˈfɔʁmən
undʊnt
diedaɪ
Präskriptionenpʁɛskʁɪpˈt͡si̯oːnən
kennenˈkɛnən
keinenˈkaɪ̯nən
Unterschiedˈʊntɐˌʃiːt
.
schreit
BARON
Habenˈhaːbm̩
ihniːn
aberˈaːbɐ
zut͡suː
kennenˈkɛnən
!
erschrocken
NOTAR
Iniˈʔɛn
Gnadenˈɡnaːdn̩
!
BARON
Wennvɛn
einesˈaɪ̯nəs
hochadeligen
Blutesˈbluːtəs
blühenderˈblyːəndɐ
Sprossʃpʁɔs
sichzɪç
herablässthɛˈʁapˌlɛst
imiˈʔɛm
Ehebetteˈeːəˌbɛtə
einerˈaɪ̯nɐ
sozoː
gutɡuːt
alsals
bürgerlichenˈbʏʁɡɐlɪçn̩
Mamsellmamˈzɛl
Faninal
-
binbɪn
ichɪç
verstandenfɛɐ̯ˈʃtandn̩
?
-
acte
de
présence
zut͡suː
machenˈmaxn̩
vorfoːɐ̯
Gottɡɔt
undʊnt
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
undʊnt
sozusagenˌzoːt͡suˈzaːɡŋ̩
angesichtsˈanɡəˌzɪçt͡s
kaiserlicherˈkaɪ̯zɐˌlɪçɐ
Majestätmajɛsˈtɛːt
-
beginnt wieder zu präludieren
BARON
Dadaː
wirdvɪʁt
,
corpo
di
Bacco
!
vonfɔn
Morgengabeˈmɔʁɡn̩ˌɡaːbə
alsals
geziemendemɡəˈt͡siːməndəm
Geschenkɡəˈʃɛŋk
dankbarerˈdaŋkbaːʁɐ
Devotiondevoˈt͡si̯oːn
fürfyːɐ̯
diedaɪ
Hingab'
sozoː
hohenˈhoːən
Blutesˈbluːtəs
sehrzeːɐ̯
wohlvoːl
diedaɪ
Redeˈʁeːdə
seinzaɪ̯n
!
Sänger macht Miene wieder anzufangen, wartet noch, bis der Baron still wird.
zum Baron, leise
NOTAR
Vielleichtfiˈlaɪ̯çt
,
dassdas
manman
diedaɪ
Sacheˈzaxə
separatim
-
leise
BARON
Ereːɐ̯
istɪst
einaɪ̯n
schmählicherˈʃmɛːlɪçɐ
Pedantpeˈdant
:
alsals
Morgengabeˈmɔʁɡn̩ˌɡaːbə
willvɪl
ichɪç
dasdas
Gütel
!
ebenso
NOTAR
Alsals
einenˈaɪ̯nən
wohlvoːl
verklausuliertenfɛɐ̯ˌklaʊ̯zuˈliːɐ̯tn̩
Teiltaɪ̯l
derdeːɐ̯
Mitgiftˈmɪtˌɡɪft
-
halblaut
BARON
Alsals
Morgengab
e
!
Gehtɡeːt
dasdas
nichtnɪçt
iniˈʔɛn
Seinenˈzaɪ̯nən
Schädelˈʃɛːdl̩
-
?
ebenso
NOTAR
Alsals
eineˈaɪ̯nə
Schenkungˈʃɛŋkʊŋ
inter
vivos
oderˈoːdɐ
-
schlägt wütend auf den Tisch, schreiend
BARON
Alsals
Morgengabeˈmɔʁɡn̩ˌɡaːbə
!
während des Gesprächs der beiden
SÄNGER
Maɛmˈʔaː
sisiː
caro
è'1
miomɪˈli̯oːn
tormento
doleo
é
sisiː
lalaː
piága
miaˈmiːa
,
eh'
il
penare
é
miomɪˈli̯oːn
contento
e'1
sanarmi
è
tirannia
.
Ahi
!
Che
resiste
puoco
cor
.....
bricht jäh ab
zieht sich erschrocken in die Ecke zurück
winkt den Sänger zu sich, reicht ihm die Hand zum Kuss
ziehen sich unter tiefen Verbeugungen zurück
tut, als ob nichts geschehen wäre, winkt dem Sänger leutselig zu, tritt dann zu seiner Dienerschaft, streicht dem Leiblakai die bäurisch in die Stirn gekämmten Haare hinaus; geht dann, als suchte er jemand, zur kleinen Tür, öffnet sie, spioniert hinaus, ärgert sich, schnüffelt gegen's Bett, schüttelt den Kopf, kommt dann wieder vor
sieht sich in dem Handspiegel, halblaut
MARSCHALLIN
Meinmaɪ̯n
lieberˈliːbɐ
Hippolyte
,
heuthɔɪ̯t
habenˈhaːbm̩
Sieziː
einaɪ̯n
altesˈaltəs
Weibvaɪ̯p
ausaʊ̯s
mirmiːɐ̯
gemachtɡəˈmaxt
!
Der Friseur mit Bestürzung wirft sich fieberhaft auf den Lockenbau der Marschallin und verändert ihn aufs neue.
Das Gesicht der Maschallin bleibt traurig.
über die Schulter zum Haushofmeister
MARSCHALLIN
Abtretenˈapˌtʁeːtn̩
diedaɪ
Leut'
!
Die Lakaien, eine Kette bildend, schieben die aufwartenden Personen zur Tür hinaus, die sie dann verschliessen. Nur der Gelehrte, vom Haushofmeister ihr zugeführt, bleibt noch im Gespräch mit der Marschallin, bis zum Schluss des Intermezzos zwischen Valzacchi, Annina und dem Baron. Valzacchi, hinter ihm Annina, haben sich im Rücken aller rings um die Bühne zum Baron hinübergeschlichen und präsentieren sich ihm mit übertriebener Devotion.
zum Baron
VALZACCHI
Ihreˈiːʁə
Gnadeˈɡnaːdə
sukt
etwasˈɛtvas
.
Ikɪk
sehzeː
,
Ihreˈiːʁə
Gnadeˈɡnaːdə
ataːˈteː
eineˈaɪ̯nə
Bedürfnisbəˈdʏʁfnɪs
.
lk
kannkan
dienenˈdiːnən
.
Ikɪk
kannkan
besorgenbəˈzɔʁɡn̩
.
tritt zurück
BARON
Werveːɐ̯
istɪst
Ereːɐ̯
,
wasvas
weissvaɪ̯s
Ereːɐ̯
?
VALZACCHI
Ihreˈiːʁə
Gnadeˈɡnaːdə
Gesikt
sprikt
ohneˈoːnə
Sunge
.
Wieviː
einaɪ̯n
Hantike
:
come
statua
di
Giove
.
BARON
Dasdas
istɪst
einaɪ̯n
bessererˈbɛsəʁɐ
Menschmɛnʃ
.
VALZACCHI
Erlaukte
Gnadeˈɡnaːdə
,
attachieren
unsʊns
anaːˈʔɛn
Seinzaɪ̯n
Gefolgeɡəˈfɔlɡə
.
fällt auf die Knie, desgleichen Annina, die Valzacchi immer nachspricht
BARON
Euchɔɪ̯ç
?
VALZACCHI
Onkelˈɔŋkl̩
undʊnt
Nikte
.
Su
sweien
maken
allesˈaləs
besserˈbɛsɐ
.
Perpeːɐ̯
esemplo
:
Ihreˈiːʁə
Gnadeˈɡnaːdə
ataːˈteː
eineˈaɪ̯nə
jungeˈjʊŋə
Fraufʁaʊ̯
-
BARON
Wohervoˈheːɐ̯
weissvaɪ̯s
Ereːɐ̯
denndɛn
dasdas
,
Ereːɐ̯
Teufelˈtɔɪ̯fl̩
Ereːɐ̯
?
eifrig
VALZACCHI
Ihreˈiːʁə
Gnadeˈɡnaːdə
istɪst
iniˈʔɛn
Eifersukt
;
dico
perpeːɐ̯
dire
eut
oderˈoːdɐ
morgenˈmɔʁɡn̩
könnteˈkœntə
seinzaɪ̯n
.
Affare
nostro
!
jedeˈjeːdə
Sritt
diedaɪ
Dameˈdaːmə
sieziː
tuttuːt
,
jedeˈjeːdə
Wagenˈvaːɡn̩
diedaɪ
Dameˈdaːmə
steigtʃtaɪ̯kt
,
jedeˈjeːdə
Briefbʁiːf
diedaɪ
Dameˈdaːmə
bekommtbəˈkɔmt
-
wirviːɐ̯
sindzɪnt
dadaː
!
Anaːˈʔɛn
diedaɪ
Eckeˈɛkə
,
iniˈʔɛn
diedaɪ
Kaminkaˈmiːn
,
'inter
diedaɪ
Betteˈbɛtə
-
iniˈʔɛn
eineˈaɪ̯nə
Schrankeˈʃʁaŋkə
,
unterˈʊntɐ
diedaɪ
Dacheˈdaxə
,
wirviːɐ̯
sindzɪnt
dadaː
!
ANNINA
Ihreˈiːʁə
Gnadeˈɡnaːdə
wirdvɪʁt
nichtnɪçt
bedauernbəˈdaʊ̯ɐn
!
halten ihm die Hände hin, Geld heischend, er tut, als bemerke er es nicht
halblaut
BARON
Hmhm̩
!
Wasvas
eseːs
allesˈaləs
gibtɡiːpt
iniˈʔɛn
diesemˈdiːzm̩
Wienviːn
?
Zurt͡suːɐ̯
Probeˈpʁoːbə
nurnuːɐ̯
:
kenntkɛnt
Sieziː
diedaɪ
Jungferˈjʊŋfɐ
Mariandel
?
ebenso
ANNINA
Mariandel
?
ebenso
BARON
Dasdas
Zofel
hierhiːɐ̯
imiˈʔɛm
Haushaʊ̯s
beibaɪ̯
Ihrerˈiːʁɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
?
leise zu Annina
VALZACCHI
Sai
tuteːˈʔuː
,
cosa
vuole
?
ebenso
ANNINA
Niente
.
zum Baron
VALZACCHI
Sickerˈzɪkɐ
!
Sickerˈzɪkɐ
!
Meinmaɪ̯n
Nickteˈnɪktə
wirdvɪʁt
besorgenbəˈzɔʁɡn̩
.
Seienˈzaɪ̯ən
sickerˈzɪkɐ
,
Ihreˈiːʁə
Gnadeˈɡnaːdə
?
Wirviːɐ̯
sindzɪnt
dadaː
!
Marschallin ist aufgestanden. Friseur nach tiefer Verbeugung eilt ab. Gehilfe hinter ihm.
die beiden Italiener stehenlassend, zur Marschallin
BARON
Darfdaʁf
ichɪç
dasdas
Gegenstückˈɡeːɡn̩ˌʃtʏk
zut͡suː
Deroˈdeːʁo
sauberm
Kammerzoferl
präsentierenpʁɛzɛnˈtiːʁən
?
selbstgefällig
BARON
Diedaɪ
Ähnlichkeit
sollzɔl
,
hör'
ichɪç
,
unverkennbarˈʊnfɛɐ̯ˌkɛnbaːɐ̯
seinzaɪ̯n
.
nickt
BARON
Leopoldˈleːopɔlt
,
dasdas
Futteralfʊtəˈʁaːl
.
Der junge Kammerlakai präsentiert linkisch das Futteral.
ein bisschen lachend
MARSCHALLIN
Ichɪç
gratuliereɡʁatuˈliːʁə
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
sehrzeːɐ̯
.
nimmt dem Burschen das Futteral aus der Hand und winkt ihm zurückzutreten
BARON
Undʊnt
dadaː
istɪst
nunnuːn
diedaɪ
silberneˈzɪlbɐnə
Roseˈʁoːzə
.
will's aufmachen
MARSCHALLIN
Lassenˈlasn̩
nurnuːɐ̯
drinnenˈdʁɪnən
.
Habenˈhaːbm̩
diedaɪ
Gnad'
undʊnt
stellens'
dortdɔʁt
hinhɪn
.
BARON
Vielleichtfiˈlaɪ̯çt
dasdas
Zofel
soll's
übernehmenyːbɐˈneːmən
?
Ruftʁuːft
manman
ihriːɐ̯
?
MARSCHALLIN
Neinnaɪ̯n
,
lassenˈlasn̩
nurnuːɐ̯
.
Diedaɪ
hathat
jetztjɛt͡st
keineˈkaɪ̯nə
Zeitt͡saɪ̯t
.
Dochdɔx
seizaɪ̯
Ereːɐ̯
sicherˈzɪçɐ
:
dendeːn
Grafenˈɡʁaːfn̩
Octavian
bitt'
ichɪç
Ihmiːm
aufaʊ̯f
,
ereːɐ̯
wird's
mirmiːɐ̯
zulieb
schonʃoːn
tuntjuːn
undʊnt
alsals
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
Kavalierkavaˈliːɐ̯
vorfahrenˈfoːɐ̯ˌfaːʁən
mitmɪt
derdeːɐ̯
Rosenˈʁoːzn̩
zut͡suː
derdeːɐ̯
Jungferˈjʊŋfɐ
Brautbʁaʊ̯t
.
Stellenˈʃtɛlən
indesɪnˈdɛs
nurnuːɐ̯
hinhɪn
.
Undʊnt
jetztjɛt͡st
,
Herrhɛʁ
Vetterˈfɛtɐ
,
sag'
ichɪç
Ihmiːm
Adieuaˈdjøː
.
Manman
retiriertʁetiˈʁiːɐ̯t
sichzɪç
jetztjɛt͡st
vonfɔn
hierhiːɐ̯
:
Ichɪç
werd'
jetztjɛt͡st
iniˈʔɛn
diedaɪ
Kirchenˈkɪʁçn̩
gehnɡeːn
.
Lakaien öffnen die Flügeltür.
BARON
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
habenˈhaːbm̩
heuthɔɪ̯t
durchdʊʁç
unversiegte
Huldhʊlt
michmɪç
tiefst
beschämtbəˈʃɛːmt
.
Macht die Reverenz; entfernt sich unter Zeremoniell. Der Notar hinter ihm, auf seinen Wink. Seine drei Leute hinter diesem, in mangelhafter Haltung. Die beiden Italiener lautlos und geschmeidig, schliessen sich unbemerkt an. Lakaien schliessen die Tür. Haushofmeister tritt ab. Marschallin allein.
allein
MARSCHALLIN
Dadaː
gehtɡeːt
ereːɐ̯
hinhɪn
,
derdeːɐ̯
aufgeblasne
schlechteˈʃlɛçtə
Kerlkɛʁl
,
undʊnt
kriegtkʁiːkt
dasdas
hübscheˈhʏpʃə
jungeˈjʊŋə
Dingdɪŋ
undʊnt
einenˈaɪ̯nən
Pinkelˈpɪŋkl̩
Geldɡɛlt
dazudaˈt͡suː
.
seufzend
MARSCHALLIN
Alsals
müsst's
sozoː
seinzaɪ̯n
.
Undʊnt
bildetˈbɪldət
sichzɪç
nochnɔx
einaɪ̯n
,
dassdas
ereːɐ̯
eseːs
istɪst
,
derdeːɐ̯
sichzɪç
wasvas
vergibtfɛɐ̯ˈɡiːpt
.
Wasvas
erzürn'ich
michmɪç
denndɛn
?'
s
istɪst
dochdɔx
derdeːɐ̯
Lauflaʊ̯f
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
.
Kannkan
michmɪç
auchaʊ̯x
anaːˈʔɛn
einaɪ̯n
Mädelˈmɛːdl̩
erinnernɛɐ̯ˈʔɪnɐn
,
diedaɪ
frischfʁɪʃ
ausaʊ̯s
demdeːm
Klosterˈkloːstɐ
istɪst
iniˈʔɛn
dendeːn
heiligenˈhaɪ̯lɪɡn̩
Ehstand
kommandiertkɔmanˈdiːɐ̯t
word'n
.
nimmt den Handspiegel
MARSCHALLIN
Wovoː
istɪst
diedaɪ
jetztjɛt͡st
?
Jajaː
,
seufzend
MARSCHALLIN
such'
dirdiːɐ̯
dendeːn
Schneeʃneː
vomfɔm
vergangenenfɛɐ̯ˈɡaŋənən
Jahrjaːɐ̯
!
Dasdas
sag'ich
sozoː
:
ruhig
MARSCHALLIN
Aberˈaːbɐ
wieviː
kannkan
dasdas
wirklichˈvɪʁklɪç
seinzaɪ̯n
,
dassdas
ichɪç
diedaɪ
kleineˈklaɪ̯nə
Resi
warvaːɐ̯
undʊnt
dassdas
ichɪç
auchaʊ̯x
einmalˈaɪ̯nmaːl
diedaɪ
alteˈaltə
Fraufʁaʊ̯
seinzaɪ̯n
werdveːɐ̯t
?
Diedaɪ
alteˈaltə
Fraufʁaʊ̯
,
diedaɪ
alteˈaltə
Marschallinˈmaʁˌʃalɪn
!
»
Siegstziːkst
eseːs
,
dadaː
gehtɡeːt
diedaɪ
alteˈaltə
Fürstinˈfʏʁstɪn
Resi
Wieviː
kannkan
denndɛn
dasdas
geschehn
?
Wieviː
machtmaxt
denndɛn
dasdas
derdeːɐ̯
liebeˈliːbə
Gottɡɔt
?
Wovoː
ichɪç
dochdɔx
immerˈɪmɐ
diedaɪ
gleicheˈɡlaɪ̯çə
binbɪn
.
Undʊnt
wennvɛn
er's
schonʃoːn
sozoː
machenˈmaxn̩
mussmʊs
,
warumvaˈʁʊm
lasstlast
ereːɐ̯
michmɪç
zuschaun
dabeidaˈbaɪ̯
mitmɪt
garɡaːɐ̯
sozoː
klaremˈklaːʁəm
Sinnzɪn
!
Warumvaˈʁʊm
verstecktfɛɐ̯ˈʃtɛkt
er's
nichtnɪçt
vorfoːɐ̯
mirmiːɐ̯
?
Dasdas
allesˈaləs
istɪst
geheimɡəˈhaɪ̯m
,
sozoː
vielfiːl
geheimɡəˈhaɪ̯m
.
Undʊnt
manman
istɪst
dazudaˈt͡suː
dadaː
,
dassdas
man's
ertragtɛɐ̯ˈtʁaːkt
.
Undʊnt
iniˈʔɛn
demdeːm
»
Wieviː
«
sehr ruhig
MARSCHALLIN
dadaː
liegtliːkt
derdeːɐ̯
ganzeˈɡant͡sə
Unterschiedˈʊntɐˌʃiːt
.
tritt von rechts ein, in einem Morgenanzug mit Reitstiefeln
ruhig, mit halbem Lächeln
MARSCHALLIN
Ah
,
duduː
bistbɪst
wiederˈviːdɐ
dadaː
!
zärtlich
OCTAVIAN
Undʊnt
duduː
bistbɪst
traurigˈtʁaʊ̯ʁɪk
!
MARSCHALLIN
Eseːs
istɪst
jajaː
schonʃoːn
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
.
Duduː
weisstvaɪ̯st
jajaː
,
wieviː
ichɪç
binbɪn
.
Einaɪ̯n
halbhalp
Malmaːl
lustigˈlʊstɪk
,
einaɪ̯n
halbhalp
Malmaːl
traurigˈtʁaʊ̯ʁɪk
.
Ichɪç
kannkan
halthalt
meinenˈmaɪ̯nn̩
Gedankenɡəˈdaŋkn̩
nichtnɪçt
kommandier'n
.
OCTAVIAN
Ichɪç
weissvaɪ̯s
,
warumvaˈʁʊm
duduː
traurigˈtʁaʊ̯ʁɪk
bistbɪst
,
meinmaɪ̯n
Schatzʃat͡s
.
Weilvaɪ̯l
duduː
erschrockenɛɐ̯ˈʃʁɔkn̩
bistbɪst
undʊnt
Angstaŋst
gehabtɡəˈhapt
hasthast
.
Hab'
ichɪç
nichtnɪçt
rechtʁɛçt
?
Gesteh'
mirmiːɐ̯
nurnuːɐ̯
:
duduː
hasthast
Angstaŋst
gehabtɡəˈhapt
,
duduː
Süsseˈzyːsə
,
duduː
Liebeˈliːbə
,
umʊm
michmɪç
,
umʊm
michmɪç
!
MARSCHALLIN
Einaɪ̯n
bisselˈbɪsl̩
vielleichtfiˈlaɪ̯çt
,
aberˈaːbɐ
ichɪç
hab'
michmɪç
erfangenɛɐ̯ˈfaŋən
undʊnt
hab'
mirmiːɐ̯
vorgesagtˈfoːɐ̯ɡəˌzaːkt
:
Eseːs
wirdvɪʁt
schonʃoːn
nichtnɪçt
dafürdaˈfyːɐ̯
stehnʃteːn
.
Undʊnt
wär's
dafürdaˈfyːɐ̯
gestandenɡəˈʃtandn̩
?
heiter
OCTAVIAN
Undʊnt
eseːs
warvaːɐ̯
keinkaɪ̯n
Feldmarschallˈfɛltˌmaʁʃal
,
nurnuːɐ̯
einaɪ̯n
spassigerˈʃpasɪɡɐ
Herrhɛʁ
Vetterˈfɛtɐ
,
undʊnt
duduː
gehörstɡəˈhøːɐ̯st
mirmiːɐ̯
,
duduː
gehörstɡəˈhøːɐ̯st
mirmiːɐ̯
!
ihn abwehrend
Taverl, umarm' Er nicht zu viel. Wer allzuviel umarmt, der hält nichts fest..
leidenschaftlich
OCTAVIAN
Sag'
,
dassdas
duduː
mirmiːɐ̯
gehörstɡəˈhøːɐ̯st
!
Mirmiːɐ̯
!
MARSCHALLIN
Oh
,
seizaɪ̯
Ereːɐ̯
j
etzt
sanftzanft
,
seizaɪ̯
Ereːɐ̯
gescheitɡəˈʃaɪ̯t
undʊnt
sanftzanft
undʊnt
gutɡuːt
.
will lebhaft erwidern
MARSCHALLIN
Neinnaɪ̯n
,
bitt'
schönʃøːn
,
seizaɪ̯
Ereːɐ̯
nurnuːɐ̯
nichtnɪçt
,
wieviː
alleˈalə
Männerˈmɛnɐ
sindzɪnt
!
misstrauisch auffahrend
OCTAVIAN
Wieviː
alleˈalə
Männerˈmɛnɐ
?
schnell gefasst
MARSCHALLIN
Wieviː
derdeːɐ̯
Feldmarschallˈfɛltˌmaʁʃal
undʊnt
derdeːɐ̯
Vetterˈfɛtɐ
Ochsɔks
.
nicht dabei beruhigt
OCTAVIAN
Bichette
!
mit Nachdruck
MARSCHALLIN
Seizaɪ̯
-
Ereːɐ̯
nurnuːɐ̯
nichtnɪçt
,
wieviː
alleˈalə
Männerˈmɛnɐ
sindzɪnt
.
zornig
OCTAVIAN
Ichɪç
weissvaɪ̯s
nichtnɪçt
,
wieviː
alleˈalə
Männerˈmɛnɐ
sindzɪnt
.
plötzlich sanft
OCTAVIAN
Weissvaɪ̯s
nurnuːɐ̯
,
dassdas
ichɪç
dichdɪç
liebliːp
hab'
,
Bichette
,
sieziː
habenˈhaːbm̩
dichdɪç
mirmiːɐ̯
ausgetauschtˈaʊ̯sɡəˌtaʊ̯ʃt
,
Bichette
,
wovoː
istɪst
Sieziː
denndɛn
!
ruhig
MARSCHALLIN
Sieziː
istɪst
wohlvoːl
dadaː
,
Herrhɛʁ
Schatzʃat͡s
.
OCTAVIAN
Jajaː
,
istɪst
Sieziː
dadaː
?
Danndan
willvɪl
ichɪç
Sieziː
haltenˈhaltn̩
,
dassdas
Sieziː
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
wiederˈviːdɐ
entkommtɛntˈkɔmt
!
leidenschaftlich
OCTAVIAN
Packenˈpakn̩
willvɪl
ichɪç
Sieziː
,
packenˈpakn̩
,
dassdas
Sieziː
eseːs
spürtʃpyːɐ̯t
,
zut͡suː
wemveːm
Sieziː
gehörtɡəˈhøːɐ̯t
zut͡suː
mirmiːɐ̯
!
Denndɛn
ichɪç
binbɪn
Ihriːɐ̯
undʊnt
Sieziː
istɪst
meinmaɪ̯n
!
sich ihm entwindend
MARSCHALLIN
Oh
,
seizaɪ̯
Ereːɐ̯
gutɡuːt
,
Quinquin
.
Mirmiːɐ̯
istɪst
zumut
,
dassdas
ichɪç
diedaɪ
Schwächeˈʃvɛçə
vonfɔn
allemˈaləm
Zeitlichenˈt͡saɪ̯tlɪçn̩
rechtʁɛçt
spürenˈʃpyːʁən
mussmʊs
,
bisbɪs
iniˈʔɛn
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
hineinhɪˈnaɪ̯n
,
wieviː
manman
nichtsnɪçt͡s
haltenˈhaltn̩
sollzɔl
,
wieviː
manman
nichtsnɪçt͡s
packenˈpakn̩
kannkan
,
wieviː
allesˈaləs
zerläuftt͡sɛɐ̯ˈlɔɪ̯ft
zwischenˈt͡svɪʃn̩
dendeːn
Fingernˈfɪŋɐn
,
wieviː
allesˈaləs
,
sichzɪç
auflöstˈaʊ̯fˌløːst
,
wonachvoˈnaːx
wirviːɐ̯
greifenˈɡʁaɪ̯fn̩
,
allesˈaləs
zergehtt͡sɛɐ̯ˈɡeːt
wieviː
Dunstdʊnst
undʊnt
Traumtʁaʊ̯m
.
OCTAVIAN
Meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
,
wieviː
Sieziː
dasdas
sagtzaːkt
.
Sieziː
willvɪl
mirmiːɐ̯
dochdɔx
nurnuːɐ̯
zeigenˈt͡saɪ̯ɡn̩
,
dassdas
Sieziː
nichtnɪçt
anaːˈʔɛn
mirmiːɐ̯
hängthɛŋt
.
Er weint.
MARSCHALLIN
Seizaɪ̯
Ereːɐ̯
dochdɔx
gutɡuːt
,
Quinquin
!
weint stärker
MARSCHALLIN
Jetztjɛt͡st
mussmʊs
ichɪç
nochnɔx
dendeːn
Bubenˈbuːbn̩
dafürdaˈfyːɐ̯
tröstenˈtʁøːstn̩
,
dassdas
ereːɐ̯
michmɪç
überˈyːbɐ
kurzkʊʁt͡s
oderˈoːdɐ
langlaŋ
wirdvɪʁt
sitzenˈzɪt͡sn̩
lassenˈlasn̩
.
Sie streichelt ihn.
OCTAVIAN
Überˈyːbɐ
kurzkʊʁt͡s
oderˈoːdɐ
langlaŋ
?
heftig
OCTAVIAN
Werveːɐ̯
legtleːkt
dirdiːɐ̯
heuteˈhɔɪ̯tə
diedaɪ
Wörterˈvœʁtɐ
iniˈʔɛn
dendeːn
Mundmʊnt
,
Bichette
?
MARSCHALLIN
Dassdas
Ihniːn
dasdas
Wortvɔʁt
sozoː
kränktkʁɛŋkt
!
hält sich die Ohren zu
MARSCHALLIN
Diedaɪ
Zeitt͡saɪ̯t
imiˈʔɛm
Grundeˈɡʁʊndə
,
Quinquin
,
diedaɪ
Zeitt͡saɪ̯t
,
diedaɪ
ändertˈɛndɐt
dochdɔx
nichtsnɪçt͡s
anaːˈʔɛn
dendeːn
Sachenˈzaxn̩
.
Diedaɪ
Zeitt͡saɪ̯t
,
diedaɪ
istɪst
einaɪ̯n
sonderbarˈzɔndɐˌbaːɐ̯
Dingdɪŋ
.
Wennvɛn
manman
sozoː
hinlebt
,
istɪst
sieziː
reinʁaɪ̯n
garɡaːɐ̯
nichtsnɪçt͡s
.
Aberˈaːbɐ
danndan
aufaʊ̯f
einmalˈaɪ̯nmaːl
,
dadaː
spürtʃpyːɐ̯t
manman
nichtsnɪçt͡s
alsals
sieziː
.
Sieziː
istɪst
umʊm
unsʊns
herumhɛˈʁʊm
,
sieziː
istɪst
auchaʊ̯x
iniˈʔɛn
unsʊns
drinnenˈdʁɪnən
.
Iniˈʔɛn
dendeːn
Gesichternɡəˈzɪçtɐn
rieseltˈʁiːzl̩t
sieziː
,
imiˈʔɛm
Spiegelˈʃpiːɡl̩
dadaː
rieseltˈʁiːzl̩t
sieziː
,
iniˈʔɛn
meinenˈmaɪ̯nn̩
Schläfenˈʃlɛːfn̩
fliesst
sieziː
.
Undʊnt
zwischenˈt͡svɪʃn̩
mirmiːɐ̯
undʊnt
dirdiːɐ̯
dadaː
fliesst
sieziː
wiederˈviːdɐ
,
lautlosˈlaʊ̯tloːs
,
wieviː
eineˈaɪ̯nə
Sanduhrˈzantˌʔuːɐ̯
.
warm
MARSCHALLIN
Oh
,
Quinquin
!
Manchmalˈmançmaːl
hör'
ichɪç
sieziː
fliessenˈfliːsn̩
-
unaufhaltsamʊnʔaʊ̯fˈhaltzaːm
.
leise
MARSCHALLIN
Manchmalˈmançmaːl
steh'
ichɪç
aufaʊ̯f
mittenˈmɪtn̩
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Nachtnaxt
undʊnt
lasslas
diedaɪ
Uhrenˈuːʁən
alleˈalə
,
alleˈalə
stehnʃteːn
.
Alleinaˈlaɪ̯n
manman
mussmʊs
sichzɪç
auchaʊ̯x
vorfoːɐ̯
ihriːɐ̯
nichtnɪçt
fürchtenˈfʏʁçtn̩
.
Auchaʊ̯x
sieziː
istɪst
einaɪ̯n
Geschöpfɡəˈʃœp͡f
desdɛs
Vatersˈfaːtɐs
,
derdeːɐ̯
unsʊns
alleˈalə
erschaffenɛɐ̯ˈʃafn̩
hathat
.
mit ruhiger Zärtlichkeit
OCTAVIAN
Meinmaɪ̯n
schönerˈʃøːnɐ
Schatzʃat͡s
,
willvɪl
Sieziː
sichzɪç
traurigˈtʁaʊ̯ʁɪk
machenˈmaxn̩
mitmɪt
Gewaltɡəˈvalt
?
Wovoː
Sieziː
michmɪç
dadaː
hathat
,
wovoː
ichɪç
meineˈmaɪ̯nə
Fingerˈfɪŋɐ
iniˈʔɛn
Ihreˈiːʁə
Fingerˈfɪŋɐ
schlingeˈʃlɪŋə
,
wovoː
ichɪç
mitmɪt
meinenˈmaɪ̯nn̩
Augenˈaʊ̯ɡn̩
Ihreˈiːʁə
Augenˈaʊ̯ɡn̩
sucheˈzuːxə
.
Wovoː
Sieziː
michmɪç
dadaː
hathat
-
geradeɡəˈʁaːdə
dadaː
istɪst
Ihriːɐ̯
sozoː
zumut
?
sehr ernst
MARSCHALLIN
Quinquin
,
heuthɔɪ̯t
oderˈoːdɐ
morgenˈmɔʁɡn̩
gehtɡeːt
Ereːɐ̯
hinhɪn
,
undʊnt
gibtɡiːpt
michmɪç
aufaʊ̯f
umʊm
einerˈaɪ̯nɐ
andernˈandɐn
willenˈvɪlən
,
etwas zögernd
MARSCHALLIN
diedaɪ
jüngerˈjʏŋɐ
undʊnt
schönerˈʃøːnɐ
istɪst
alsals
ichɪç
.
OCTAVIAN
Willstvɪlst
duduː
mitmɪt
Wortenˈvɔʁtn̩
michmɪç
vonfɔn
dirdiːɐ̯
stossen[ˈʃtoːsn̩]
,
weilvaɪ̯l
dirdiːɐ̯
diedaɪ
Händeˈhɛndə
dendeːn
Dienstdiːnst
nichtnɪçt
tuntjuːn
?
ruhig
MARSCHALLIN
Derdeːɐ̯
Tagtaːk
kommtkɔmt
ganzɡant͡s
vonfɔn
selberˈzɛlbɐ
.
Heuthɔɪ̯t
oderˈoːdɐ
morgenˈmɔʁɡn̩
kommtkɔmt
derdeːɐ̯
Tagtaːk
,
Octavian
.
OCTAVIAN
Nichtnɪçt
heuthɔɪ̯t
,
nichtnɪçt
morgenˈmɔʁɡn̩
!
ichɪç
hab'
dichdɪç
liebliːp
.
Nichtnɪçt
heuthɔɪ̯t
,
nichtnɪçt
morgenˈmɔʁɡn̩
!
Wenn's
sozoː
einenˈaɪ̯nən
Tagtaːk
gebenˈɡeːbm̩
mussmʊs
,
ichɪç
denk'
ihniːn
nichtnɪçt
!
Sozoː
einenˈaɪ̯nən
schrecklichenˈʃʁɛklɪçn̩
Tagtaːk
!
Ichɪç
willvɪl
dendeːn
Tagtaːk
nichtnɪçt
sehnzeːn
.
Ichɪç
willvɪl
dendeːn
Tagtaːk
nichtnɪçt
denkenˈdɛŋkn̩
.
Wasvas
quälstkvɛːlst
duduː
dichdɪç
undʊnt
michmɪç
,
Theres'
?
MARSCHALLIN
Heuthɔɪ̯t
oderˈoːdɐ
morgenˈmɔʁɡn̩
oderˈoːdɐ
dendeːn
übernächsten
Tagtaːk
.
Nichtnɪçt
quälenˈkvɛːlən
willvɪl
ichɪç
dichdɪç
,
meinmaɪ̯n
Schatzʃat͡s
.
Ichɪç
sag'
wasvas
wahrvaːɐ̯
istɪst
,
sag's
zut͡suː
mirmiːɐ̯
sozoː
gutɡuːt
alsals
wieviː
zut͡suː
dirdiːɐ̯
.
Leichtlaɪ̯çt
willvɪl
ich's
machenˈmaxn̩
dirdiːɐ̯
undʊnt
mirmiːɐ̯
.
Leichtlaɪ̯çt
mussmʊs
manman
seinzaɪ̯n
,
mitmɪt
leichtemˈlaɪ̯çtəm
Herzhɛʁt͡s
undʊnt
leichtenˈlaɪ̯çtn̩
Händenˈhɛndn̩
haltenˈhaltn̩
undʊnt
nehmenˈneːmən
,
haltenˈhaltn̩
undʊnt
lassenˈlasn̩
.
.
.
Diedaɪ
nichtnɪçt
sozoː
sindzɪnt
,
diedaɪ
straftʃtʁaːft
dasdas
Lebenˈleːbm̩
,
undʊnt
Gottɡɔt
erbarmtɛɐ̯ˈbaʁmt
sichzɪç
ihrerˈiːʁɐ
nichtnɪçt
.
OCTAVIAN
Sieziː
sprichtʃpʁɪçt
jajaː
heuteˈhɔɪ̯tə
wieviː
einaɪ̯n
Paterˈpaːtɐ
.
Sollzɔl
dasdas
heissenˈhaɪ̯sən
,
dassdas
ichɪç
Sieziː
nieniː
mehrmeːɐ̯
werdeˈveːɐ̯də
küssenˈkʏsn̩
dürfenˈdʏʁfn̩
,
bisbɪs
Ihriːɐ̯
derdeːɐ̯
Atemˈaːtəm
ausgehtˈaʊ̯sˌɡeːt
?
sanft
MARSCHALLIN
Quinquin
,
Ereːɐ̯
sollzɔl
jetztjɛt͡st
gehnɡeːn
,
Ereːɐ̯
sollzɔl
michmɪç
lassenˈlasn̩
.
Ichɪç
werd'
jetztjɛt͡st
iniˈʔɛn
diedaɪ
Kirchenˈkɪʁçn̩
gehnɡeːn
,
undʊnt
späterˈʃpɛːtɐ
fahr'
ichɪç
zumt͡sʊm
Onkelˈɔŋkl̩
Greifenklau
,
derdeːɐ̯
altalt
undʊnt
gelähmtɡəˈlɛːmt
istɪst
,
undʊnt
ess'
mitmɪt
ihmiːm
:
dasdas
f
reutʁɔɪ̯t
dendeːn
altenˈaltn̩
Mannman
.
Undʊnt
Nachmittagˈnaːxmɪˌtaːk
werd'
ichɪç
Ihmiːm
einenˈaɪ̯nən
Lauffer
schickenˈʃɪkn̩
,
Quinquin
,
undʊnt
sagenˈzaːɡn̩
lassenˈlasn̩
,
oboːˈbeː
ichɪç
iniˈʔɛn
dendeːn
Praterˈpʁaːtɐ
fahr'
.
Undʊnt
wennvɛn
ichɪç
fahr'
undʊnt
Ereːɐ̯
hathat
Lustluːst
,
sozoː
wirdvɪʁt
Ereːɐ̯
auchaʊ̯x
iniˈʔɛn
dendeːn
Praterˈpʁaːtɐ
kommenˈkɔmən
undʊnt
nebenˈneːbm̩
meinemˈmaɪ̯nəm
Wagenˈvaːɡn̩
reitenˈʁaɪ̯tn̩
.
jetztjɛt͡st
seizaɪ̯
Ereːɐ̯
gutɡuːt
undʊnt
folg'
Ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
.
leise
OCTAVIAN
Wieviː
Sieziː
befiehltbəˈfiːlt
,
Bichette
.
Er geht ab.
allein, fährt leidenschaftlich auf
MARSCHALLIN
Ichɪç
hab'
ihniːn
nichtnɪçt
einmalˈaɪ̯nmaːl
geküsstɡəˈkʏst
.
Sie klingelt heftig. Lakaien kommen von rechts.
MARSCHALLIN
Lauft's
demdeːm
Herrnhɛʁn
Grafenˈɡʁaːfn̩
nachnaːx
undʊnt
bittet's
ihniːn
nochnɔx
aufaʊ̯f
einaɪ̯n
Wortvɔʁt
heraufhɛˈʁaʊ̯f
.
schnell ab
MARSCHALLIN
Ichɪç
hab'
ihniːn
fortgehn
lassenˈlasn̩
undʊnt
ihniːn
nichtnɪçt
einmalˈaɪ̯nmaːl
geküsstɡəˈkʏst
!
Die Lakaien kommen zurück ausser Atem.
ERSTER LAKAI
Derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
Grafɡʁaːf
sindzɪnt
aufaʊ̯f
undʊnt
davondaˈfɔn
.
ZWE ITE R LAKAI
Gleichɡlaɪ̯ç
beimbaɪ̯m
Tortoːɐ̯
sindzɪnt
aufgesessenˈaʊ̯fɡəˌzɛsn̩
.
DRITTER LAKAI
Reitknechtˈʁaɪ̯tˌknɛçt
hathat
gewartetɡəˈvaʁtət
.
VIERTER LAKAI
Gleichɡlaɪ̯ç
beimbaɪ̯m
Tortoːɐ̯
sindzɪnt
aufgesessenˈaʊ̯fɡəˌzɛsn̩
wieviː
derdeːɐ̯
Windvɪnt
.
ERSTER LAKAI
Warenˈvaːʁən
umʊm
diedaɪ
Eckenˈɛkn̩
wieviː
derdeːɐ̯
Windvɪnt
.
ZWEITER LAKAI
Sindzɪnt
nachgelaufenˈnaːxɡəˌlaʊ̯fm̩
.
DRITTER LAKAI
Wirviːɐ̯
habenˈhaːbm̩
geschrienɡəˈʃʁiːn
.
VIERTER LAKAI
Warvaːɐ̯
umsonstʊmˈzɔnst
.
ERSTER LAKAI
Warenˈvaːʁən
umʊm
diedaɪ
Eckenˈɛkn̩
wieviː
derdeːɐ̯
Windvɪnt
.
MARSCHALLIN
Eseːs
istɪst
gutɡuːt
,
gehtɡeːt
nurnuːɐ̯
wiederˈviːdɐ
.
Die Lakaien ziehen sich zurück.
ruft nach
MARSCHALLIN
Dendeːn
Mohammedˈmoːhamɛt
!
der kleine Neger herein, klingelnd, verneigt sich
MARSCHALLIN
Dasdas
dadaː
trag'
.
nimmt eifrig das Saffianfutteral
MARSCHALLIN
Weisstvaɪ̯st
jajaː
nichtnɪçt
wohinvoˈhɪn
.
Zumt͡sʊm
Grafenˈɡʁaːfn̩
Octavian
.
Gib's
abaːbeː
undʊnt
sag'
:
Dadaː
drindʁɪn
istɪst
diedaɪ
silberneˈzɪlbɐnə
Ros'n
.
Derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
Grafɡʁaːf
weissvaɪ̯s
ohnehinˈoːnəhɪn
.
Der Neger läuft ab.
stützt den Kopf in die Hand und bleibt so in träumerischer Haltung bis zum Schluss
ZWEITER AUFZUG
Saal bei Herrn von Faninal. Mitteltüre nach dem Vorsaal. Türen links und rechts. Rechts auch ein grosses Fenster. Zu beiden Seiten der Mitteltüre Stühle an der Wand. In den abgerundeten Ecken jederseits eine kleine unsichtbare Türe.
Faninal, Sophie, Marianne Leitmetzerin, die Duenna, der Haushofmeister, Lakaien.
im Begriff, von Sophie Abschied zu nehmen
FANINAL
Einaɪ̯n
ernsterˈɛʁnstɐ
Tagtaːk
,
einaɪ̯n
grosserɡʁoːs
Tagtaːk
!
Einaɪ̯n
Ehrentagˈeːʁənˌtaːk
,
einaɪ̯n
heilger
Tagtaːk
!
küsst ihm die Hand
am Fenster
MARIANNE
Derdeːɐ̯
Josefˈjoːzɛf
fahrtfaːɐ̯t
vorfoːɐ̯
mitmɪt
derdeːɐ̯
neuenˈnɔɪ̯ən
Kaross'
,
hathat
himmelblaueˈhɪml̩blaʊ̯ə
Vorhäng
,
vierfiːɐ̯
Apfelschimmelˈap͡fl̩ˌʃɪml̩
sindzɪnt
drandʁan
.
nicht ohne Vertraulichkeit zu Faninal
HAUSHOFMEISTER
Istɪst
höchsteˈhøːçstə
Zeitt͡saɪ̯t
,
dassdas
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
fahrenˈfaːʁən
.
Derdeːɐ̯
hochadelige
Bräutigamsvater
,
sagtzaːkt
diedaɪ
Schicklichkeitˈʃɪklɪçkaɪ̯t
,
mussmʊs
ausgefahrenˈaʊ̯sɡəˌfaːʁən
seinzaɪ̯n
,
bevorbəˈfoːɐ̯
derdeːɐ̯
silberneˈzɪlbɐnə
Rosenkavalier
vorfahrtˈfoːɐ̯ˌfaːɐ̯t
.
Wär'
nichtnɪçt
geziemendɡəˈt͡siːmənt
,
dassdas
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
Türtyːɐ̯
sieziː
sichzɪç
begegnetenbəˈɡeːɡnətn̩
.
Lakaien öffnen die Tür.
FANINAL
Iniˈʔɛn
Gottesˈɡɔtəs
Namenˈnaːmən
.
Wennvɛn
ichɪç
wiederkomm'
,
sozoː
führ'
ichɪç
deinenˈdaɪ̯nən
Herrnhɛʁn
Zukünftigenˈt͡suːˌkʏnftɪɡn̩
beibaɪ̯
derdeːɐ̯
Handhant
.
MARIANNE
Dendeːn
edlenˈeːdlən
undʊnt
gestrengenɡəˈʃtʁɛŋən
Herrnhɛʁn
vonfɔn
Lerchenau
!
geht
vorgehend, allein
am Fenster
MARIANNE
Jetztjɛt͡st
steigtʃtaɪ̯kt
ereːɐ̯
einaɪ̯n
.
Derdeːɐ̯
Xaverˈksaːvɐ
undʊnt
derdeːɐ̯
Antonˈantoːn
springenˈʃpʁɪŋən
hintenˈhɪntn̩
aufaʊ̯f
.
Derdeːɐ̯
Stallpag'
reichtʁaɪ̯çt
demdeːm
Josefˈjoːzɛf
seineˈzaɪ̯nə
Peitsch'n
.
Alleˈalə
Fensterˈfɛnstɐ
sindzɪnt
vollerˈfɔlɐ
Leut'
.
SOPHIE
Iniˈʔɛn
dieserˈdiːzɐ
feierlichenˈfaɪ̯ɐˌlɪçn̩
Stundeˈʃtʊndə
derdeːɐ̯
Prüfungˈpʁyːfʊŋ
,
dadaː
duduː
michmɪç
,
o
meinmaɪ̯n
Schöpferˈʃœp͡fɐ
,
überˈyːbɐ
meinmaɪ̯n
Verdienstfɛɐ̯ˈdiːnst
erhöhenɛɐ̯ˈhøːən
undʊnt
iniˈʔɛn
dendeːn
heiligenˈhaɪ̯lɪɡn̩
Ehestandˈeːəˌʃtant
führenˈfyːʁən
willstvɪlst
,
(
sieziː
hathat
grosseˈɡʁɔsə
Müheˈmyːə
,
gesammeltɡəˈzaml̩t
zut͡suː
bleibenˈblaɪ̯bm̩
)
opfr'
ichɪç
dirdiːɐ̯
iniˈʔɛn
Demutˈdeːmuːt
,
meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
iniˈʔɛn
Demutˈdeːmuːt
aufaʊ̯f
.
Diedaɪ
Demutˈdeːmuːt
iniˈʔɛn
mirmiːɐ̯
zut͡suː
erweckenɛɐ̯ˈvɛkn̩
,
mussmʊs
ichɪç
michmɪç
demütigenˈdeːˌmyːtɪɡn̩
.
sehr aufgeregt
MARIANNE
Diedaɪ
halbeˈhalbə
Stadtʃtat
istɪst
aufaʊ̯f
diedaɪ
Füss'
.
Ausaʊ̯s
demdeːm
Seminari
schaun
diedaɪ
Hochwürdigen
vonfɔn
diedaɪ
Balkoner
.
Einaɪ̯n
alterˈaltɐ
Mannman
sitztzɪt͡st
obenˈoːbm̩
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Latern'
.
sammelt sich mühsam
SOPHIE
Demütigenˈdeːˌmyːtɪɡn̩
undʊnt
rechtʁɛçt
bedenkenbəˈdɛŋkn̩
:
diedaɪ
Sündeˈzʏndə
,
diedaɪ
Schuldʃʊlt
,
diedaɪ
Niedrigkeitˈniːdʁɪkkaɪ̯t
,
diedaɪ
Verlassenheitfɛɐ̯ˈlasn̩ˌhaɪ̯t
,
diedaɪ
Anfechtungˈanˌfɛçtʊŋ
!
Diedaɪ
Mutterˈmʊtɐ
istɪst
tottoːt
undʊnt
ichɪç
binbɪn
ganzɡant͡s
alleinaˈlaɪ̯n
.
Fürfyːɐ̯
michmɪç
selberˈzɛlbɐ
steh'
ichɪç
einaɪ̯n
.
Aberˈaːbɐ
diedaɪ
Eheˈeːə
istɪst
einaɪ̯n
heiligerˈhaɪ̯lɪɡɐ
Standʃtant
.
entzückt ausrufend
MARIANNE
Ereːɐ̯
kommtkɔmt
,
ereːɐ̯
kommtkɔmt
iniˈʔɛn
zweit͡svaɪ̯
Karossenkaˈʁɔsn̩
.
Diedaɪ
ersteˈeːɐ̯stə
istɪst
vierspännig
,
diedaɪ
istɪst
leerleːɐ̯
.
Iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
zweitenˈt͡svaɪ̯tn̩
,
sechsspännigen
,
sitztzɪt͡st
ereːɐ̯
selberˈzɛlbɐ
,
derdeːɐ̯
Rosenkavalier
.
ziemlich fassungslos
SOPHIE
Ichɪç
willvɪl
michmɪç
niemalsˈniːmaːls
meinesˈmaɪ̯nəs
neuenˈnɔɪ̯ən
Standesˈʃtandəs
überheben[ʔybɐˈheːbn̩]
-
die Stimmen der Lauffer vor Octavians Wagen unten auf der Gasse: Rofrano, Rofrano!
SOPHIE
-
michmɪç
überheben[ʔybɐˈheːbn̩]
.
sie hält es nicht aus
SOPHIE
Wasvas
rufenˈʁuːfn̩
denndɛn
diedaɪ
?
MARIANNE
Dendeːn
Namenˈnaːmən
vomfɔm
Rosenkavalier
undʊnt
alleˈalə
Namenˈnaːmən
vonfɔn
deinerˈdaɪ̯nɐ
neuenˈnɔɪ̯ən
fürstlichn
Verwandschaft
rufen's
ausaʊ̯s
.
jetztjɛt͡st
rangier'n
sichzɪç
diedaɪ
Bedientenbəˈdiːntn̩
.
Diedaɪ
Lakaienlaˈkaɪ̯ən
springenˈʃpʁɪŋən
rückwärtsˈʁʏkˌvɛʁt͡s
abaːbeː
!
Die Stimmen der Lauffer zu dreien näher: Rofrano! Rofrano!
SOPHIE
Werdenˈveːɐ̯dn̩
sieziː
mein'
Bräutigamˈbʁɔɪ̯tɪɡam
sein'
Namenˈnaːmən
auchaʊ̯x
sozoː
ausrufenˈaʊ̯sˌʁuːfən
,
wennvɛn
ereːɐ̯
angefahrenˈanɡəˌfaːʁən
kommtkɔmt
!?
Die Stimmen der Lauffer dicht unter dem Fenster: Rofrano! Rofrano!
ganz begeistert
MARIANNE
Sieziː
reissenˈʁaɪ̯sn̩
dendeːn
Schlagʃlaːk
aufaʊ̯f
!
Ereːɐ̯
steigtʃtaɪ̯kt
ausaʊ̯s
!
Ganzɡant͡s
iniˈʔɛn
Silberstück'
istɪst
ereːɐ̯
angelegtˈanɡəˌleːkt
,
vonfɔn
Kopfkɔp͡f
zut͡suː
Fussfuːs
.
Wieviː
einaɪ̯n
heil'ger
Engelˈɛŋl̩
schautʃaʊ̯t
ereːɐ̯
ausaʊ̯s
.
Zwei Faninalsche Lakaien haben schnell die Mitteltür aufgetan.
SOPHIE
Herrgottˈhɛʁɡɔt
imiˈʔɛm
Himmelˈhɪml̩
!
Ichɪç
weissvaɪ̯s
,
derdeːɐ̯
Stolzʃtɔlt͡s
istɪst
eineˈaɪ̯nə
schwereˈʃveːʁə
Sünd'
.
Aberˈaːbɐ
jetztjɛt͡st
kannkan
ichɪç
michmɪç
nichtnɪçt
demütigenˈdeːˌmyːtɪɡn̩
.
Jetztjɛt͡st
geht's
halthalt
nichtnɪçt
!
Denndɛn
dasdas
istɪst
jajaː
sozoː
schönʃøːn
,
sozoː
schönʃøːn
!
Währenddem ist Octavians Dienerschaft in seinen Farben: Weiss mit Blassgrün rasch eingetreten. Die Lakaien, die Haiducken mit krummen ungarischen Säbeln an der Seite, die Lauff er in weissem sämischem Leder mit grünen Straussenfedern. Dicht hinter diesem ein Neger, der Octavians Hut, und ein anderer Lakai, der das Safflanfutteral für die silberne Rose in beiden Händen trägt. Dann Octavian, die Rose in der Rechten. Er geht mit adeligem Anstand auf Sophie zu, aber sein Knabengesicht ist von seiner Schüchternheit gespannt und gerötet. Sophie ist vor Aufregung über seine Erscheinung und die Zeremonie leichenblass. Sie stehen einander gegenüber und machen sich wechselweise durch ihre Verlegenheit und Schönheit noch verwirrter.
etwas stockend
OCTAVIAN
Mirmiːɐ̯
istɪst
diedaɪ
Ehreˈeːʁə
widerfahrenˌvidɐˈfaːʁən
,
dassdas
ichɪç
derdeːɐ̯
hoch-hoːx
undʊnt
wohlgeborenenˈvoːlɡəˌboːʁənən
Jungferˈjʊŋfɐ
Brautbʁaʊ̯t
,
iniˈʔɛn
meinesˈmaɪ̯nəs
Herrnhɛʁn
Vettersˈfɛtɐs
Namenˈnaːmən
,
dessenˈdɛsn̩
zut͡suː
Lerchenau
Namenˈnaːmən
,
diedaɪ
Roseˈʁoːzə
seinerˈzaɪ̯nɐ
Liebeˈliːbə
überreichenˌyːbɐˈʁaɪ̯çn̩
darfdaʁf
.
nimmt die Rose
SOPHIE
Ichɪç
binbɪn
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
sehrzeːɐ̯
verbundenfɛɐ̯ˈbʊndn̩
.
-
Ichɪç
binbɪn
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
iniˈʔɛn
allerˈalɐ
Ewigkeitˈeːvɪkkaɪ̯t
verbundenfɛɐ̯ˈbʊndn̩
.
-
eine Pause der Verwirrung
indem sie an der Rose riecht
SOPHIE
Hathat
einenˈaɪ̯nən
starkenˈʃtaʁkn̩
Geruchɡəˈʁuːx
.
Wieviː
Rosenˈʁoːzn̩
,
wieviː
lebendigeleˈbɛndɪɡə
.
OCTAVIAN
Jajaː
,
istɪst
einaɪ̯n
Tropfenˈtʁɔp͡fn̩
persischenˈpɛʁzɪʃn̩
Rosenölsˈʁoːzn̩ˌʔøːls
dareindaˈʁaɪ̯n
getanɡəˈtaːn
.
SOPHIE
Wieviː
himmlischeˈhɪmlɪʃə
,
nichtnɪçt
irdischeˈɪʁdɪʃə
,
wieviː
Rosenˈʁoːzn̩
vomfɔm
hochheiligenhoːxˈhaɪ̯lɪɡn̩
Paradiespaʁaˈdiːs
.
Istɪst
Ihmiːm
nichtnɪçt
auchaʊ̯x
?
neigt sich über die Rose, die sie ihm hinhält; dann richtet er sich auf und sieht auf ihren Mund
SOPHIE
Istɪst
wieviː
einaɪ̯n
Grussɡʁuːs
vomfɔm
Himmelˈhɪml̩
.
Istɪst
bereitsbəˈʁaɪ̯t͡s
zut͡suː
starkʃtaʁk
,
alsals
dassdas
mans
ertragenɛɐ̯ˈtʁaːɡn̩
kannkan
.
Ziehtt͡siːt
einenˈaɪ̯nən
nachnaːx
,
alsals
lägenˈlɛːɡn̩
Strickeˈʃtʁɪkə
umʊm
dasdas
Herzhɛʁt͡s
.
leise
SOPHIE
Wovoː
warvaːɐ̯
ichɪç
schonʃoːn
einmalˈaɪ̯nmaːl
undʊnt
warvaːɐ̯
sozoː
seligˈzeːlɪk
?
zugleich mit ihr wie unbewusst und noch leiser
OCTAVIAN
Wovoː
warvaːɐ̯
ichɪç
schonʃoːn
einmalˈaɪ̯nmaːl
undʊnt
warvaːɐ̯
sozoː
seligˈzeːlɪk
?
mit Ausdruck
SOPHIE
Dahindaˈhɪn
mussmʊs
ichɪç
zurückt͡suˈʁʏk
!
undʊnt
müsst'
ichɪç
völligˈfœlɪk
sterbenˈʃtɛʁbn̩
aufaʊ̯f
demdeːm
Wegveːk
!
Alleinaˈlaɪ̯n
ichɪç
sterb'
jajaː
nichtnɪçt
.
Dasdas
istɪst
jajaː
weitvaɪ̯t
.
Istɪst
Zeitt͡saɪ̯t
undʊnt
Ewigkeitˈeːvɪkkaɪ̯t
iniˈʔɛn
einemˈaɪ̯nəm
sel'gen
Augenblickˈaʊ̯ɡŋ̍ˌblɪk
,
dendeːn
willvɪl
ichɪç
nieniː
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
bisbɪs
anaːˈʔɛn
meinenˈmaɪ̯nn̩
Todtoːt
.
zugleich mit ihr
OCTAVIAN
Ichɪç
warvaːɐ̯
einaɪ̯n
Bub'
,
dadaː
hab'
ichɪç
diedaɪ
nochnɔx
nichtnɪçt
gekanntɡəˈkant
.
Werveːɐ̯
binbɪn
denndɛn
ichɪç
?
Wieviː
komm'
denndɛn
ichɪç
zut͡suː
ihriːɐ̯
?
Wieviː
kommtkɔmt
denndɛn
sieziː
zut͡suː
mirmiːɐ̯
?
Wär'
ichɪç
keinkaɪ̯n
Mannman
,
diedaɪ
Sinneˈzɪnə
möchtenˈmœçtn̩
mirmiːɐ̯
vergehn
.
Dasdas
istɪst
einaɪ̯n
seligerˈzeːˌlɪɡɐ
Augenblickˈaʊ̯ɡŋ̍ˌblɪk
,
dendeːn
willvɪl
ichɪç
nieniː
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
bisbɪs
anaːˈʔɛn
meinenˈmaɪ̯nn̩
Todtoːt
.
Indessen stand die Livree Octavians rückwärts regungslos. Ebenso die Faninalschen Bedienten mit dem Haushofmeister. Der Lakai Octavians übergibt jetzt das Futteral an Marianne. Sophie schüttelt ihre Versunkenheit ab und reicht die Rose der Marianne, die sie ins Futteral schliesst. Der Lakai mit dem Hut tritt von rückwärts an Octavian heran und reicht ihm den Hut. Die Livree Octavians tritt ab, während gleichzeitig die Faninalschen Bedienten drei Stühle in die Mitte tragen, zwei für Octavian und Sophie, einen rück- und seitwärts für die Duenna. Zugleich trägt der Faninalsche Haushofmeister das Futteral mit der Rose durch die Tür rechts ab. Sofort treten auch die Faninalschen Bedienten durch die Mitteltür ab. Sophie und Octavian stehen einander gegenüber, einigermassen zur gemeinen Welt zurückgekehrt, aber befangen. Auf eine Handbewegung Sophies nehmen sie beide Platz, desgleichen die Duenna, im gleichen Augenblick, wo der Haushofmeister unsichtbar die Tür rechts von aussen zuschliesst.
SOPHIE
Ichɪç
kenn'
Ihniːn
schonʃoːn
rechtʁɛçt
wohlvoːl
,
mon
Cousinkuˈzɛ̃ː
!
OCTAVIAN
Sieziː
kenntkɛnt
michmɪç
,
maɛmˈʔaː
Cousinekuˈziːnə
?
SOPHIE
Jajaː
,
ausaʊ̯s
demdeːm
Buchbuːx
,
wovoː
diedaɪ
Stammbäumer
drindʁɪn
sindzɪnt
,
demdeːm
Ehrenspiegel
Osterreichs
.
Dasdas
nehm'
Ichɪç
immerˈɪmɐ
abendsˈaːbm̩t͡s
mitmɪt
insɪns
Bettbɛt
undʊnt
such'
mirmiːɐ̯
meineˈmaɪ̯nə
zukünft'ge
,
gräflich'
undʊnt
fürstlich'
Verwandtschaftfɛɐ̯ˈvantʃaft
drindʁɪn
zusamment͡suˈzamən
.
OCTAVIAN
Tuttuːt
Sieziː
dasdas
,
maɛmˈʔaː
Cousinekuˈziːnə
?
SOPHIE
Ichɪç
weissvaɪ̯s
,
wieviː
altalt
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
sindzɪnt
:
Siebzehnˈziːpt͡seːn
Jahr'
undʊnt
zweit͡svaɪ̯
Monatˈmoːnat
.
Ichɪç
weissvaɪ̯s
allaːʔɛlˈʔɛl
Ihreˈiːʁə
Taufnamenˈtaʊ̯fˌnaːmən
:
Octavian
,
Mariamaˈʁiːa
,
Ehrenreich
,
Bonaventura
,
Fernand
,
Hyacinth
.
OCTAVIAN
Sozoː
gutɡuːt
weissvaɪ̯s
ichɪç
sieziː
selberˈzɛlbɐ
nichtnɪçt
einmalˈaɪ̯nmaːl
.
SOPHIE
Ichɪç
weissvaɪ̯s
nochnɔx
wasvas
.
errötet
OCTAVIAN
Wasvas
weissvaɪ̯s
Sieziː
nochnɔx
,
sag'
Sieziː
mir's
,
maɛmˈʔaː
Cousinekuˈziːnə
.
ohne ihn anzusehen
SOPHIE
Quinquin
.
lacht
OCTAVIAN
Weissvaɪ̯s
Sieziː
dendeːn
Namenˈnaːmən
auchaʊ̯x
?
SOPHIE
Sozoː
nennenˈnɛnən
Ihniːn
halthalt
seineˈzaɪ̯nə
gutenˈɡuːtn̩
Freundeˈfʁɔɪ̯ndə
undʊnt
schöneˈʃøːnə
Damenˈdaːmən
,
denk'
ichɪç
mirmiːɐ̯
,
mitmɪt
denenˈdeːnən
Ereːɐ̯
rechtʁɛçt
gutɡuːt
istɪst
.
kleine Pause, mit Naivität
SOPHIE
Ichɪç
freu'
michmɪç
aufsaʊ̯fs
Heiratenˈhaɪ̯ʁaːtən
!
Freutfʁɔɪ̯t
Ereːɐ̯
sichzɪç
auchaʊ̯x
daraufdaˈʁaʊ̯f
?
Oderˈoːdɐ
hathat
Ereːɐ̯
leichtlaɪ̯çt
nochnɔx
garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
drandʁan
gedachtɡəˈdaxt
,
mon
Cousinkuˈzɛ̃ː
?
Denk'
Ereːɐ̯
:
Istɪst
dochdɔx
wasvas
andres[ˈʔandʁəs]
alsals
derdeːɐ̯
ledigeˈleːdɪɡə
Standʃtant
.
leise, während sie spricht!
OCTAVIAN
Wieviː
schönʃøːn
sieziː
istɪst
!
SOPHIE
Freilichˈfʁaɪ̯lɪç
,
Ereːɐ̯
istɪst
einaɪ̯n
Mannman
,
dadaː
istɪst
Ereːɐ̯
,
wasvas
Ereːɐ̯
bleibtblaɪ̯pt
.
Ichɪç
aberˈaːbɐ
brauch'
ersteːɐ̯st
einenˈaɪ̯nən
Mannman
,
dassdas
ichɪç
wasvas
binbɪn
.
Dafürdaˈfyːɐ̯
binbɪn
ichɪç
demdeːm
Mannman
danndan
auchaʊ̯x
garɡaːɐ̯
sehrzeːɐ̯
verschuldetfɛɐ̯ˈʃʊldət
.
wie oben
OCTAVIAN
Meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
,
wieviː
schönʃøːn
undʊnt
gutɡuːt
sieziː
istɪst
.
Sieziː
machtmaxt
michmɪç
ganzɡant͡s
verwirrtfɛɐ̯ˈvɪʁt
.
SOPHIE
Ichɪç
werd'
ihmiːm
keineˈkaɪ̯nə
Schand'
nichtnɪçt
machenˈmaxn̩
undʊnt
meinemˈmaɪ̯nəm
Rangʁaŋ
undʊnt
Vortrittˈfoːɐ̯ˌtʁɪt
.
Täteˈtɛːtə
eineˈaɪ̯nə
,
diedaɪ
sichzɪç
besserˈbɛsɐ
dünktdʏŋkt
alsals
ichɪç
,
ihniːn
mirmiːɐ̯
bestreitenbəˈʃtʁaɪ̯tn̩
beibaɪ̯
einerˈaɪ̯nɐ
Kindstauf'
oderˈoːdɐ
Leich'
,
sozoː
willvɪl
ichɪç
,
wennvɛn
eseːs
seinzaɪ̯n
mussmʊs
,
mitmɪt
Ohrfeigenˈoːɐ̯ˌfaɪ̯ɡn̩
ihriːɐ̯
beweisenbəˈvaɪ̯zn̩
,
dassdas
ichɪç
diedaɪ
Vornehmereˈfoːɐ̯ˌneːməʁə
binbɪn
undʊnt
lieberˈliːbɐ
allesˈaləs
hinnehmeˈhɪnˌneːmə
wieviː
Kränkungˈkʁɛŋkʊŋ
oderˈoːdɐ
Ungebührˈʊnɡəˌbyːɐ̯
.
lebhaft
OCTAVIAN
Wieviː
kannkan
Sieziː
denndɛn
nurnuːɐ̯
denkenˈdɛŋkn̩
,
dassdas
manman
Ihriːɐ̯
mitmɪt
Ungebührˈʊnɡəˌbyːɐ̯
begegnenbəˈɡeːɡnən
wirdvɪʁt
,
dadaː
Sieziː
dochdɔx
immerˈɪmɐ
diedaɪ
Schönsteˈʃøːnstə
,
diedaɪ
Allerschönste
seinzaɪ̯n
wirdvɪʁt
.
SOPHIE
Lachtlaxt
Ereːɐ̯
michmɪç
ausaʊ̯s
,
mon
cousinkuˈzɛ̃ː
?
OCTAVIAN
Wieviː
,
glaubtɡlaʊ̯pt
Sieziː
dasdas
vonfɔn
mirmiːɐ̯
?
SOPHIE
Ereːɐ̯
darfdaʁf
michmɪç
auslachenˈaʊ̯sˌlaxn̩
,
wennvɛn
Ereːɐ̯
willvɪl
.
Vonfɔn
Ihmiːm
lasslas
ichɪç
allesˈaləs
mirmiːɐ̯
gerneˈɡɛʁnə
geschehn
,
weilvaɪ̯l
mirmiːɐ̯
nieniː
nochnɔx
einaɪ̯n
jungerˈjʊŋɐ
Kavalierkavaˈliːɐ̯
vonfɔn
Näheˈnɛːə
oderˈoːdɐ
Weitemˈvaɪ̯təm
alsoˈalzo
wohlgefallenˈvoːlɡəˌfalən
hathat
wieviː
Ereːɐ̯
.
Jetztjɛt͡st
aberˈaːbɐ
kommtkɔmt
meinmaɪ̯n
Herrhɛʁ
Zukünftigerˈt͡suːˌkʏnftɪɡɐ
.
Die Tür rückwärts geht auf. Alle drei erheben sich. Sophie und Marianne treten nach rechts. Octavian nach links vorne. Faninal führt den Baron zeremoniös über die Schwelle und auf Sophie zu, indem er ihm den Vortritt lässt. Die Lerchenausche Livree folgt auf Schritt und Tritt: zuerst der Almosenier mit dem Sohn und Leibkammerdiener. Dann folgt der Leibjäger mit einem ähnlichen Lümmel, der ein Pflaster über der eingeschlagenen Nase trägt, und noch zwei von der gleichen Sorte, vom Rübenacker her in die Livree gesteckt. Alle tragen wie ihr Herr Myrtensträusschen. Die zwei Faninalschen Boten bleiben im Hintergrunde.
FANINAL
Ichɪç
präsentierepʁɛzɛnˈtiːʁə
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
Deroˈdeːʁo
Zukünf
tige
.
macht die Reverenz, dann zu Faninal
BARON
Deliziösdeliˈt͡si̯øːs
!
Mach'
Ihmiːm
meinmaɪ̯n
Komplimentˌkɔmpliˈmɛnt
.
er küsst Sophie die Hand, gleichsam prüfend
BARON
Einaɪ̯n
feinesˈfaɪ̯nəs
Handgelenkˈhantɡəˌlɛŋk
.
Daraufdaˈʁaʊ̯f
halt'
ichɪç
garɡaːɐ̯
vielfiːl
.
Istɪst
unterˈʊntɐ
Bürgerlichenˈbʏʁɡɐlɪçn̩
eineˈaɪ̯nə
seltneˈzɛltən
Distinktiondɪstɪŋkˈt͡si̯oːn
.
halblaut
OCTAVIAN
Eseːs
wirdvɪʁt
mirmiːɐ̯
heisshaɪ̯s
undʊnt
kaltkalt
.
FANINAL
Gestattenɡəˈʃtatn̩
,
dassdas
ichɪç
diedaɪ
getreueɡəˈtʁɔɪ̯ə
Jungferˈjʊŋfɐ
Mariannemaˈʁi̯an
Leitmetzerin
-
Marianne präsentierend, die dreimal tief knickst
indem er unwillig abwinkt
BARON
Lasslas
Ereːɐ̯
dasdas
wegveːk
.
Begrüss'
Ereːɐ̯
jetztjɛt͡st
mitmɪt
mirmiːɐ̯
meinenˈmaɪ̯nn̩
Herrnhɛʁn
Rosenkavalier
.
Er tritt mit Faninal auf Octavian zu, unter Reverenz, die Octavian erwidert. Das Lerchenausche Gefolge kommt endlich zum Stillstand, nachdem es Sophie fast umgestossen, und retiriert sich um ein paar Schritte nach rechts rückwärts.
mit Marianne rechtsstehend, halblaut
SOPHIE
Wasvas
sindzɪnt
dasdas
fürfyːɐ̯
Manierenmaˈniːɐ̯n̩
?
Istɪst
dadaː
leichtlaɪ̯çt
einaɪ̯n
Rosstauscher
undʊnt
kommtkɔmt
ihmiːm
vorfoːɐ̯
,
ereːɐ̯
hätt'
michmɪç
eingekauftˈaɪ̯nɡəˌkaʊ̯ft
?
ebenso
MARIANNE
Einaɪ̯n
Kavalierkavaˈliːɐ̯
hathat
halthalt
einaɪ̯n
ungezwungenesˈʊnɡəˌˈt͡svʊŋənəs
,
leutseligesˈlɔɪ̯tˌzeːlɪɡəs
Benehmenbəˈneːmən
.
Sag'
dirdiːɐ̯
vorfoːɐ̯
,
werveːɐ̯
ereːɐ̯
istɪst
undʊnt
zut͡suː
wasvas
ereːɐ̯
dichdɪç
machtmaxt
,
sozoː
werdenˈveːɐ̯dn̩
dirdiːɐ̯
diedaɪ
Faxenˈfaksn̩
gleichɡlaɪ̯ç
vergehn
.
während des Aufführens zu Faninal
BARON
Istɪst
garɡaːɐ̯
zumt͡sʊm
Staunenˈʃtaʊ̯nən
,
wieviː
derdeːɐ̯
jungeˈjʊŋə
Herrhɛʁ
jemandˈjeːmant
Gewissemɡəˈvɪsəm
ähnlichˈɛːnlɪç
siehtziːt
.
Hathat
einaɪ̯n
Bastardl
,
rechtʁɛçt
einaɪ̯n
saubres
,
zurt͡suːɐ̯
Schwesterˈʃvɛstɐ
.
Plump vertraulich
BARON
Istɪst
keinkaɪ̯n
Geheimnisɡəˈhaɪ̯mnɪs
unterˈʊntɐ
Personenpɛʁˈzoːnən
vonfɔn
Standʃtant
.
Hab's
ausaʊ̯s
derdeːɐ̯
Fürstinˈfʏʁstɪn
eignemˈaɪ̯ɡən
Mundmʊnt
,
undʊnt
weilvaɪ̯l
derdeːɐ̯
Faninal
sozusagenˌzoːt͡suˈzaːɡŋ̩
jetzojɛtst
zut͡suː
derdeːɐ̯
Verwandtschaftfɛɐ̯ˈvantʃaft
gehörtɡəˈhøːɐ̯t
!
Mach'
dirdiːɐ̯
keineˈkaɪ̯nə
Depit
darumˈdaːʁʊm
,
Rofrano
,
dassdas
deindaɪ̯n
Vaterˈfaːtɐ
einaɪ̯n
Streichmacher
warvaːɐ̯
,
befindetbəˈfɪndət
sichzɪç
dabeidaˈbaɪ̯
iniˈʔɛn
guterˈɡuːtɐ
Kompaniekɔmpaˈniː
,
derdeːɐ̯
selge
Marchesemaʁˈkeːzə
.
Ichɪç
selberˈzɛlbɐ
exkludier'
michmɪç
nichtnɪçt
.
Seh'
,
Liebden
,
schau'
dirdiːɐ̯
dortdɔʁt
dendeːn
Langenˈlaŋən
anaːˈʔɛn
,
dendeːn
Blondenˈblɔndn̩
,
hintenˈhɪntn̩
dortdɔʁt
.
Ichɪç
willvɪl
ihniːn
nichtnɪçt
mitmɪt
Fingernˈfɪŋɐn
weisenˈvaɪ̯zn̩
,
aberˈaːbɐ
ereːɐ̯
stichtʃtɪçt
wohlvoːl
hervorhɛɐ̯ˈfoːɐ̯
durchdʊʁç
eineˈaɪ̯nə
adeligeˈaːdəlɪɡə
Kontenancekõtəˈnɑ̃ːs
.
Istɪst
aberˈaːbɐ
einaɪ̯n
ganzɡant͡s
besondererbəˈzɔndəʁɐ
Kerlkɛʁl
.
Sagtzaːkt
nichtsnɪçt͡s
,
weilvaɪ̯l
ichɪç
derdeːɐ̯
Vaterˈfaːtɐ
binbɪn
,
hat's
aberˈaːbɐ
faustdickˌfaʊ̯stˈdɪk
hinterˈhɪntɐ
dendeːn
Ohrenˈoːʁən
.
während dessen
SOPHIE
Jetztjɛt͡st
lässtlɛst
ereːɐ̯
michmɪç
sozoː
stehnʃteːn
,
derdeːɐ̯
grobeˈɡʁoːbə
Dingdɪŋ
.
Undʊnt
dasdas
istɪst
meinmaɪ̯n
Zukünftigerˈt͡suːˌkʏnftɪɡɐ
.
Undʊnt
blattersteppig
istɪst
ereːɐ̯
auchaʊ̯x
,
o
meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
!
MARIANNE
Nana
,
wennvɛn
ereːɐ̯
dirdiːɐ̯
vonfɔn
vornfoːɐ̯n
nichtnɪçt
gefalltɡəˈfalt
,
duduː
Jungferˈjʊŋfɐ
Hochmutˈhoːxˌmuːt
,
sozoː
schau'
ihniːn
dirdiːɐ̯
vonfɔn
rückwärtsˈʁʏkˌvɛʁt͡s
anaːˈʔɛn
,
dadaː
wirstvɪʁst
wasvas
sehnzeːn
,
wasvas
dirdiːɐ̯
schonʃoːn
gefallenɡəˈfalən
wirdvɪʁt
.
SOPHIE
Möcht'
wissenˈvɪsn̩
,
wasvas
ichɪç
dadaː
schonʃoːn
sehenˈzeːən
werd'
.
ihr nachspottend
MARIANNE
Möcht'
wissenˈvɪsn̩
,
wasvas
ichɪç
dadaː
schonʃoːn
sehenˈzeːən
werdveːɐ̯t
.
Dassdas
eseːs
einaɪ̯n
kaiserlicherˈkaɪ̯zɐˌlɪçɐ
Kämmererˈkɛməʁɐ
istɪst
,
dendeːn
dirdiːɐ̯
deindaɪ̯n
Schutzpatronˈʃʊt͡spaˌtʁoːn
alsals
Herrnhɛʁn
Gemahlɡəˈmaːl
spendiertʃpɛnˈdiːɐ̯t
hathat
.
Dasdas
kannstkanst
sehnzeːn
mitmɪt
einemˈaɪ̯nəm
Blickblɪk
.
Der Haushofmeister tritt verbindlich auf die Lerchenauschen Leute zu und führt sie ab. Desgleichen tritt die Faninalsche Livree ab bis auf zwei, welche Wein und Süssigkeiten servieren.
zum Baron
FANINAL
Beliebenbəˈliːbn̩
jetztjɛt͡st
vielleichtfiˈlaɪ̯çt
?
-
istɪst
einaɪ̯n
alterˈaltɐ
Tokaier
.
Octavian und Baron bedienen sich.
BARON
Bravbʁaːf
,
Faninal
,
Ereːɐ̯
weissvaɪ̯s
,
wasvas
sichzɪç
gehörtɡəˈhøːɐ̯t
.
Serviertzɛʁˈviːɐ̯t
einenˈaɪ̯nən
altenˈaltn̩
Tokaier
zut͡suː
einemˈaɪ̯nəm
jungenˈjʊŋən
Mädelˈmɛːdl̩
.
Ichɪç
binbɪn
mitmɪt
Ihmiːm
zufriedent͡suˈfʁiːdn̩
.
zu Octavian
BARON
Musstmʊst
denenˈdeːnən
Bagatelladeligen
immerˈɪmɐ
zeigenˈt͡saɪ̯ɡn̩
,
dassdas
nichtnɪçt
fürfyːɐ̯
unsresgleichen
sichzɪç
ansehenˈanˌzeːən
dürfenˈdʏʁfn̩
,
mussmʊs
immerˈɪmɐ
wasvas
vonfɔn
Herablassunghɛˈʁapˌlasʊŋ
dabeidaˈbaɪ̯
seinzaɪ̯n
.
spitzig
OCTAVIAN
Ichɪç
mussmʊs
deineˈdaɪ̯nə
Liebden
sehrzeːɐ̯
bewundernbəˈvʊndɐn
.
Hasthast
wahrhaftˈvaːɐ̯ˌhaft
grosseˈɡʁɔsə
Weltmanieren
.
Könntst
einenˈaɪ̯nən
Ambassadeurambasaˈdøːɐ̯
vorstellenˈfoːɐ̯ˌʃtɛlən
heuthɔɪ̯t
oderˈoːdɐ
morgenˈmɔʁɡn̩
.
derb
BARON
Ichɪç
hol'mir
jetztjɛt͡st
dasdas
Mädelˈmɛːdl̩
herheːɐ̯
.
Sollzɔl
unsʊns
jetztjɛt͡st
Konversationkɔnvɛʁzaˈt͡si̯oːn
vormachenˈfoːɐ̯ˌmaxn̩
,
damitdaˈmɪt
ichɪç
seh'
,
wieviː
sieziː
beschlagenbəˈʃlaːɡn̩
istɪst
.
geht hinüber, nimmt Sophie bei der Hand, führt sie mit sich
BARON
Eh
bienbiːn
!
Nunnuːn
plauder'
Sieziː
unsʊns
einsaɪ̯ns
,
mirmiːɐ̯
undʊnt
demdeːm
Vetterˈfɛtɐ
Taverl
.
Sag'
Sieziː
heraushɛˈʁaʊ̯s
,
aufaʊ̯f
wasvas
Sieziː
sichzɪç
halthalt
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Eh'
amaːm
meistenˈmaɪ̯stn̩
freutfʁɔɪ̯t
.
setzt sich, will sie halb auf seinen Schoss ziehen
entzieht sich ihm
SOPHIE
Wovoː
denktdɛŋkt
Ereːɐ̯
hinhɪn
?
behaglich
BARON
Pahpaː
!
Wovoː
ichɪç
hindenk'
!
Komm'
Sieziː
dadaː
ganzɡant͡s
nahnaː
zut͡suː
mirmiːɐ̯
,
danndan
willvɪl
ichɪç
Ihriːɐ̯
erzählenˌɛɐ̯ˈt͡sɛːlən
,
wovoː
ichɪç
hindenk'
.
gleiches Spiel, Sophie entzieht sich ihm heftiger
behaglich
BARON
Wär'
Ihriːɐ̯
leichtlaɪ̯çt
präferabelpʁɛfeˈʁaːbl̩
,
dassdas
manman
gegenˈɡeːɡn̩
Ihrerˈiːʁɐ
dendeːn
Zeromonienmeister
sollt'
hervortunhɛɐ̯ˈfoːɐ̯ˌtuːn
?
Mitmɪt
»
milleˈmɪlə
pardonspaʁˈdɔŋs
«
undʊnt
»
devotiondevoˈt͡si̯oːn
«
undʊnt
»
Gehɡeː
dadaː
wegveːk
«
undʊnt
»
habhaːp
Respektʁeˈspɛkt
«?
SOPHIE
Wahrhaftigvaːɐ̯ˈhaftɪk
undʊnt
jajaː
gefieleɡəˈfiːlə
mirmiːɐ̯
dasdas
besserˈbɛsɐ
!
lachend
BARON
Mirmiːɐ̯
auchaʊ̯x
nichtnɪçt
!
Dadaː
siehtziːt
Sieziː
!
Mirmiːɐ̯
auchaʊ̯x
ganzɡant͡s
undʊnt
garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
!
Binbɪn
einerˈaɪ̯nɐ
biedern
offenherzigenˈɔfn̩ˌhɛʁt͡sɪɡn̩
Galanterieɡalantəˈʁiː
rechtʁɛçt
zugetanˈt͡suːɡəˌtaːn
.
nachdem er Octavian den zweiten Stuhl angeboten hat, den dieser ablehnt, für sich
FANINAL
Wieviː
istɪst
mirmiːɐ̯
denndɛn
!
Dadaː
sitztzɪt͡st
einaɪ̯n
Lerchenau
undʊnt
karessiertkaʁɛˈsiːɐ̯t
iniˈʔɛn
Ehrbarkeitˈeːɐ̯baːɐ̯kaɪ̯t
meinmaɪ̯n
Sopherl
,
alsals
wär'
sieziː
ihmiːm
schonʃoːn
angetraut
.
Undʊnt
dadaː
stehtʃteːt
einaɪ̯n
Rofrano
,
grad'
alsals
müsst's
sozoː
seinzaɪ̯n
-
einaɪ̯n
Grafɡʁaːf
Rofrano
,
sonsten
nixnɪks
-
derdeːɐ̯
Bruderˈbʁuːdɐ
vomfɔm
Marchesemaʁˈkeːzə
Obersttruchsess
.
zornig für sich
OCTAVIAN
Dasdas
istɪst
einaɪ̯n
Kerlkɛʁl
,
demdeːm
möcht'
ichɪç
wovoː
begegnenbəˈɡeːɡnən
mitmɪt
meinemˈmaɪ̯nəm
Degenˈdeːɡn̩
dadaː
,
wovoː
ihniːn
keinkaɪ̯n
Wächterˈvɛçtɐ
schreienˈʃʁaɪ̯ən
hörthøːɐ̯t
.
jajaː
,
dasdas
istɪst
allesˈaləs
,
wasvas
ichɪç
möcht'
.
zum Baron
SOPHIE
Eiaɪ̯
,
lasslas
Ereːɐ̯
dochdɔx
,
wirviːɐ̯
sindzɪnt
nichtnɪçt
sozoː
vertrautfɛɐ̯ˈtʁaʊ̯t
!
zu Sophie
BARON
Geniertʒeˈniːɐ̯t
Sieziː
sichzɪç
leichtlaɪ̯çt
vorfoːɐ̯
demdeːm
Vetterˈfɛtɐ
Taverl
?
Dadaː
hathat
Sieziː
unrechtˈʊnˌʁɛçt
.
Hörhøːɐ̯
Sieziː
,
iniˈʔɛn
Parispaˈʁiːs
,
wovoː
dochdɔx
diedaɪ
hoheˈhoːə
Schul'
istɪst
fürfyːɐ̯
Manierenmaˈniːɐ̯n̩
,
gibts
freifʁaɪ̯
nichtsnɪçt͡s
,
wasvas
unterˈʊntɐ
jungenˈjʊŋən
Eheleutenˈeːəˌlɔɪ̯tn̩
geschiehtɡəˈʃiːt
,
wozuvoˈt͡suː
manman
nichtnɪçt
Einladungenˈaɪ̯nˌlaːdʊŋən
liess
ergehenɛɐ̯ˈɡeːən
zumt͡sʊm
Zuschauenˈt͡suːˌʃaʊ̯ən
,
jajaː
anaːˈʔɛn
dendeːn
Königˈkøːnɪk
selberˈzɛlbɐ
.
Er wird immer zärtlicher, sie weiss sich kaum zu helfen.
für sich
FANINAL
Wär'
nurnuːɐ̯
diedaɪ
Mauerˈmaʊ̯ɐ
dadaː
vonfɔn
Glasɡlaːs
,
dassdas
alleˈalə
bürgerlichenˈbʏʁɡɐlɪçn̩
Neidhammelˈnaɪ̯tˌhaml̩
vonfɔn
Wienviːn
unsʊns
könntenˈkœntn̩
sozoː
en[ˈʔamtsˌhandl̩n]
famille
beisammenbaɪ̯ˈzamən
sozoː
sitzenˈzɪt͡sn̩
sehnzeːn
!
Dafürdaˈfyːɐ̯
wollt'
ichɪç
meinmaɪ̯n
Lerchenfelder
Eckhausˈɛkˌhaʊ̯s
gebenˈɡeːbm̩
,
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seelzeːl
!
wütend
OCTAVIAN
Dassdas
ichɪç
dasdas
Mannsbildˈmansˌbɪlt
sehenˈzeːən
mussmʊs
,
sozoː
frechfʁɛç
,
sozoː
unverschämtˈʊnfɛɐ̯ˌʃɛːmt
mitmɪt
ihriːɐ̯
.
Könnt'
ichɪç
hinaushɪˈnaʊ̯s
undʊnt
fortfoːɐ̯
vonfɔn
hierhiːɐ̯
!
zu Sophie
BARON
Lasslas
Sieziː
diedaɪ
Flausenˈflaʊ̯zn̩
nurnuːɐ̯
!
Gehörtɡəˈhøːɐ̯t
dochdɔx
jetzojɛtst
mirmiːɐ̯
!
Gehtɡeːt
all's
rechtʁɛçt
!
Seizaɪ̯
Sieziː
gutɡuːt
!
Gehtɡeːt
allesˈaləs
sozoː
wieviː
amaːm
Schnürl
!
halb für sich, sie kajolierend
BARON
Ganzɡant͡s
meineˈmaɪ̯nə
Massenˈmasn̩
!
Schulternˈʃʊltɐn
wieviː
einaɪ̯n
Henderl
!
Hundsmager
nochnɔx
-
dasdas
machtmaxt
nichtsnɪçt͡s
,
aberˈaːbɐ
weissvaɪ̯s
mitmɪt
einemˈaɪ̯nəm
Glanzɡlant͡s
daraufdaˈʁaʊ̯f
,
wieviː
ichɪç
ihniːn
ästimier'
!
Ichɪç
hab'
halthalt
jajaː
einaɪ̯n
lerchenauisch
Glückɡlʏk
!
reisst sich los und stampft auf
vergnügt
BARON
Istɪst
Sieziː
einaɪ̯n
rechterˈʁɛçtɐ
Kapricenschädel
.
auf und ihr nach
BARON
Steigtʃtaɪ̯kt
Ihriːɐ̯
dasdas
Blutbluːt
garɡaːɐ̯
iniˈʔɛn
diedaɪ
Wangenˈvaŋən
,
dassdas
manman
sichzɪç
diedaɪ
Handhant
verbrenntfɛɐ̯ˈbʁɛnt
?
rot und blass vor Zorn
SOPHIE
Lasslas
Ereːɐ̯
diedaɪ
Handhant
davondaˈfɔn
!
in stummer Wut, zerdrückt das Glas, das er in der Hand hält, und schmeisst die Scherben zu Boden
läuft mit Grazie zu Octavian hinüber, hebt die Scherben auf und raunt ihm mit Entzücken zu
MARIANNE
Istɪst
rechtʁɛçt
einaɪ̯n
familiärerˌfamiˈli̯ɛːʁɐ
Mannman
,
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
!
Manman
delektiertdelɛkˈtiːɐ̯t
sichzɪç
,
wasvas
ereːɐ̯
all's
fürfyːɐ̯
Einfälleˈaɪ̯nˌfɛlə
hathat
,
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
!
dicht bei Sophie
BARON
Gehtɡeːt
mirmiːɐ̯
nichtsnɪçt͡s
darüberdaˈʁyːbɐ
!
Könnt'
michmɪç
mitmɪt
Schmachterei
undʊnt
Zärtlichkeitˈt͡sɛːɐ̯tlɪçkaɪ̯t
nichtnɪçt
halbhalp
sozoː
glücklichˈɡlʏklɪç
machenˈmaxn̩
,
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seel'
!
scharf, ihm ins Gesicht
SOPHIE
Ichɪç
denk'
nichtnɪçt
drandʁan
,
dassdas
ichɪç
Ihniːn
glücklichˈɡlʏklɪç
mach'
!
gemütlich
BARON
Sieziː
wirdvɪʁt
eseːs
tuntjuːn
,
oboːˈbeː
Sieziː
darandaˈʁan
wirdvɪʁt
denkenˈdɛŋkn̩
oderˈoːdɐ
nichtnɪçt
.
für sich, blass vor Zorn
OCTAVIAN
Hinaushɪˈnaʊ̯s
!
Hinaushɪˈnaʊ̯s
!
undʊnt
keinkaɪ̯n
Adieuaˈdjøː
!
Sonstzɔnst
steh'
ichɪç
nichtnɪçt
dafürdaˈfyːɐ̯
,
dassdas
ichɪç
nichtnɪçt
wasvas
Verwirrtesfɛɐ̯ˈvɪʁtəs
tu'
!
Hinaushɪˈnaʊ̯s
ausaʊ̯s
diesenˈdiːzn̩
Stubenˈʃtuːbn̩
!
Nurnuːɐ̯
hinaushɪˈnaʊ̯s
!
Indessen ist der Notar mit dem Schreiber eingetreten, eingeführt durch Faninals Haushofmeister. Dieser meldet ihn dem Herrn von Faninal leise,- Faninal geht zum Notar nach rückwärts hin, spricht mit ihm und sieht einen vom Schreiber vorgehaltenen Aktenfaszikel durch.
zwischen den Zähnen
SOPHIE
Hathat
nieniː
keinkaɪ̯n
Mannman
dergleichendeːɐ̯ˈɡlaɪ̯çn̩
Redenˈʁeːdn̩
nichtnɪçt
zut͡suː
mirmiːɐ̯
geführtɡəˈfyːɐ̯t
!
Möcht'
wissenˈvɪsn̩
,
wasvas
Ihmiːm
dünktdʏŋkt
vonfɔn
mirmiːɐ̯
undʊnt
Ihmiːm
?
Wasvas
istɪst
Ereːɐ̯
denndɛn
zut͡suː
mirmiːɐ̯
?
gemütlich
BARON
Wirdvɪʁt
kommenˈkɔmən
überˈyːbɐ
Nachtnaxt
,
dassdas
Sieziː
ganzɡant͡s
sanftzanft
wirdvɪʁt
wissenˈvɪsn̩
,
wasvas
ichɪç
binbɪn
zut͡suː
Ihriːɐ̯
.
Ganzɡant͡s
wie's
imiˈʔɛm
Liedel
heisst
-
kenntkɛnt
Sieziː
dasdas
Liedel
?
Lalalalala
-
recht gefühlvoll
BARON
Wieviː
ichɪç
deindaɪ̯n
allesˈaləs
werdeˈveːɐ̯də
seinzaɪ̯n
!
Mitmɪt
mirmiːɐ̯
,
mitmɪt
mirmiːɐ̯
keineˈkaɪ̯nə
Kammerˈkamɐ
dirdiːɐ̯
zut͡suː
kleinklaɪ̯n
,
ohneˈoːnə
michmɪç
,
ohneˈoːnə
michmɪç
j
ederˈeːdɐ
Tagtaːk
dirdiːɐ̯
sozoː
bangbaŋ
,
frech und plump
BARON
mitmɪt
mirmiːɐ̯
,
mitmɪt
mirmiːɐ̯
keineˈkaɪ̯nə
Nachtnaxt
dirdiːɐ̯
zut͡suː
langlaŋ
?
da er sie fester an sich drückt, reisst sich los und stösst ihn heftig zurück
zu ihr eilend
MARIANNE
Istɪst
rechtʁɛçt
einaɪ̯n
familiärerˌfamiˈli̯ɛːʁɐ
Mannman
,
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
!
Manman
delektiertdelɛkˈtiːɐ̯t
sichzɪç
,
wasvas
ereːɐ̯
all's
fürfyːɐ̯
Einfäll'
hathat
!
krampfhaft in Sophie hineinredend
MARIANNE
Wasvas
ereːɐ̯
all's
fürfyːɐ̯
Einfäll'
hathat
,
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
!
ohne hinzusehen, und doch sieht er alles, was vorgeht
OCTAVIAN
Ichɪç
steh'
aufaʊ̯f
glüh'nden
Kohlenˈkoːlən
!
Ichɪç
fahr'
ausaʊ̯s
meinerˈmaɪ̯nɐ
Hauthaʊ̯t
!
Ichɪç
büss'
iniˈʔɛn
dieserˈdiːzɐ
einenˈaɪ̯nən
Stund'
allaːʔɛlˈʔɛl
meineˈmaɪ̯nə
Sündenˈzʏndn̩
abaːbeː
!
für sich, sehr vergnügt
BARON
Wahrhaftigvaːɐ̯ˈhaftɪk
undʊnt
jajaː
,
ichɪç
hab'
halthalt
einaɪ̯n
lerchenauisch
Glückɡlʏk
!
Gibtɡiːpt
garɡaːɐ̯
nichtsnɪçt͡s
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
,
wasvas
michmɪç
sozoː
enflammiert
undʊnt
alsoˈalzo
vehementveheˈmɛnt
verjüngtfɛɐ̯ˈjʏŋt
alsals
wieviː
einaɪ̯n
rechterˈʁɛçtɐ
Trotztʁɔt͡s
!
sowie er den Notar erblickt, eifrig zu Sophie, ohne zu ahnen, was in ihr vorgeht
BARON
Dortdɔʁt
gibt's
Geschäfteɡəˈʃɛftə
jetztjɛt͡st
,
mussmʊs
michmɪç
dispensierendɪspɛnˈziːʁən
:
binbɪn
dortdɔʁt
vonfɔn
Wichtigkeitˈvɪçtɪçˌkaɪ̯t
.
Indessenɪnˈdɛsn̩
derdeːɐ̯
Vetterˈfɛtɐ
Taverl
leistetˈlaɪ̯stət
Ihriːɐ̯
Gesellschaftɡəˈzɛlʃaft
!
FANINAL
Wennvɛn
eseːs
jetztjɛt͡st
beliebenbəˈliːbn̩
tät'
,
Herrhɛʁ
Schwiegersohnˈʃviːɡɐˌzoːn
!
eifrig
BARON
Natürlichnaˈtyːɐ̯lɪç
wird's
beliebenbəˈliːbn̩
.
im Vorbeigehen zu Octavian, den er vertraulich anfasst
BARON
Hab'
nichtsnɪçt͡s
dawiderdaˈviːdɐ
,
wennvɛn
duduː
ihriːɐ̯
möchtestˈmœçtəst
Äugerl
machenˈmaxn̩
,
Vetterˈfɛtɐ
,
jetztjɛt͡st
oderˈoːdɐ
künftighin
.
Istɪst
nochnɔx
einaɪ̯n
rechterˈʁɛçtɐ
Rühr-nicht-an
.
Betracht's
alsals
förderlichˈfœʁdɐlɪç
,
jejeː
mehrmeːɐ̯
sieziː
degourdiert
wirdvɪʁt
.
Istɪst
wieviː
beibaɪ̯
einemˈaɪ̯nəm
jungenˈjʊŋən
ungerittenen
Pferdp͡feːɐ̯t
.
Kommtkɔmt
all's
demdeːm
Angetrautenˈanɡəˌtʁaʊ̯tn̩
letzterdings
zugut'
,
wofernvoˈfɛʁn
ereːɐ̯
seinzaɪ̯n
eh'lich
Privilegium
zunutz
zut͡suː
machenˈmaxn̩
weissvaɪ̯s
.
Er geht nach links. Der Diener, der den Notar einliess, hat indessen die Türe links geöffnet. Faninal und der Notar schicken sich an, hineinzugehen. Der Baron misst Faninal mit dem Blick und bedeutet ihm, drei Schritte Distanz zu nehmen. Faninal tritt devot zurück. Der Baron nimmt den Vortritt, vergewissert sich, dass Faninal drei Schritte Abstand hat und geht gravitätisch durch die Tür links ab. Faninal hinter ihm, dann der Notar, dann der Schreiber. Der Bediente schliesst die Tür links und geht ab, lässt aber die Flügeltüre nach dem Vorsaal offen. Der servierende Diener ist schon früher abgegangen.
rechts, steht verwirrt und beschämt
neben ihr, knickst nach der Türe hin, bis sie sich schliesst
mit einem Blick hinter sich, gewiss zu sein, dass die anderen abgegangen sind, tritt schnell zu Sophie hinüber, bebend vor Aufregung
OCTAVIAN
Wirdvɪʁt
Sieziː
dasdas
Mannsbildˈmansˌbɪlt
dadaː
heiratenˈhaɪ̯ʁaːtən
,
maɛmˈʔaː
cousinekuˈziːnə
?
einen Schritt auf ihn zu, leise
SOPHIE
Nichtnɪçt
umʊm
diedaɪ
Weltvɛlt
!
mit einem Blick auf die Duenna
SOPHIE
Meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
,
wär'
ichɪç
alleinaˈlaɪ̯n
mitmɪt
Ihmiːm
,
dassdas
ichɪç
Ihniːn
bittenˈbɪtən
könnt'
!
dassdas
ichɪç
Ihniːn
bittenˈbɪtən
könnt'
!
halblaut, schnell
OCTAVIAN
Wasvas
ist's
,
dasdas
Sieziː
michmɪç
bittenˈbɪtən
möcht'
?
Sagzaːk
Sieziː
mir's
schnellʃnɛl
!
noch einen Schritt näher zu ihm
SOPHIE
O
meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
,
dassdas
Ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
halthalt
hilfthɪlft
!
Undʊnt
Ereːɐ̯
wirdvɪʁt
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
helfenˈhɛlfn̩
wollenˈvɔlən
,
weilvaɪ̯l
eseːs
halthalt
seinzaɪ̯n
Vetterˈfɛtɐ
istɪst
.
heftig
OCTAVIAN
Nennnɛn
ihniːn
Vetterˈfɛtɐ
ausaʊ̯s
Höflichkeitˈhøːflɪçkaɪ̯t
;
Gottɡɔt
seizaɪ̯
Lobloːp
undʊnt
Dankdaŋk
,
hab'
ihniːn
imiˈʔɛm
Lebenˈleːbm̩
vorfoːɐ̯
demdeːm
gestrigenˈɡɛstʁɪɡn̩
Tageˈtaːɡə
nieniː
gesehenɡəˈzeːən
!
Quer durch den Vorsaal flüchten einige von den Mägden des Hauses, denen die Lerchenauschen Bedienten auf den Fersen sind. Der Leiblakai und der mit dem Pflaster auf der Nase jagen einem hübschen jungen Mädchen nach und bringen sie fast an der Schwelle zum Salon bedenklich in die Enge.
kommt verstört hereingelaufen
HAUSHOFMEISTER
Diedaɪ
Lerchenauischen
sindzɪnt
vollerˈfɔlɐ
Branntweinˈbʁantˌvaɪ̯n
gesoffenɡəˈzɔfn̩
undʊnt
gehnɡeːn
aufsaʊ̯fs
Gesindeɡəˈzɪndə
losloːs
zwanzigmalˈt͡svant͡sɪkmaːl
ärgerˈɛʁɡɐ
alsals
Türkenˈtʏʁkn̩
undʊnt
Kroatenkʁoˈaːtn̩
!
MARIANNE
Hol'
Ereːɐ̯
vonfɔn
unserenˈʊnzəʁən
Leutenˈlɔɪ̯tn̩
,
wovoː
sindzɪnt
denndɛn
diedaɪ
?
Läuft ab mit dem Haushofmeister, sie entreissen den beiden Zudringlichen ihre Beute und führen das Mädchen ab; alles verliert sich, der Vorsaal bleibt leer.
nun, da sie unbeobachtet ist, mit freier Stimme
SOPHIE
Zut͡suː
Ihmiːm
hätt'
ichɪç
einaɪ̯n
Zutrau'n
,
mon
cousinkuˈzɛ̃ː
,
sozoː
wieviː
zut͡suː
niemandˈniːmant
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
,
dassdas
Ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
könnteˈkœntə
helfenˈhɛlfn̩
,
wennvɛn
Ereːɐ̯
nurnuːɐ̯
dendeːn
gutenˈɡuːtn̩
Willenˈvɪlən
hätt
!
OCTAVIAN
Ersteːɐ̯st
mussmʊs
Sieziː
sichzɪç
selberˈzɛlbɐ
helfenˈhɛlfn̩
,
danndan
hilfhɪlf
ichɪç
Ihriːɐ̯
auchaʊ̯x
.
Tu'
Sieziː
dasdas
ersteːɐ̯st
fürfyːɐ̯
sichzɪç
,
danndan
tu'
ichɪç
wasvas
fürfyːɐ̯
Sieziː
!
zutraulich, fast zärtlich
SOPHIE
Wasvas
istɪst
denndɛn
dasdas
,
wasvas
ichɪç
zuerstt͡suˈʔeːɐ̯st
mussmʊs
tuntjuːn
?
leise
OCTAVIAN
Dasdas
wirdvɪʁt
Sieziː
wohlvoːl
wissenˈvɪsn̩
!
den Blick unverwandt auf ihn
SOPHIE
Undʊnt
wasvas
istɪst
dasdas
,
wasvas
Ereːɐ̯
fürfyːɐ̯
michmɪç
willvɪl
tuntjuːn
?
Nunnuːn
sag'
Ereːɐ̯
mir's
!
entschlossen
OCTAVIAN
Nunnuːn
mussmʊs
Sieziː
ganzɡant͡s
alleinaˈlaɪ̯n
fürfyːɐ̯
unsʊns
zweit͡svaɪ̯
einstehn
!
SOPHIE
Wieviː
?
Fürfyːɐ̯
unsʊns
zweit͡svaɪ̯
?
O
sagzaːk
Er's
nochnɔx
einmalˈaɪ̯nmaːl
.
leise
OCTAVIAN
Fürfyːɐ̯
unsʊns
zweit͡svaɪ̯
!
mit hingegebenem Entzücken
SOPHIE
Ichɪç
hab'
imiˈʔɛm
Lebenˈleːbm̩
sozoː
wasvas
Schönesˈʃøːnəs
nichtnɪçt
gehörtɡəˈhøːɐ̯t
!
stärker
OCTAVIAN
Fürfyːɐ̯
sichzɪç
undʊnt
michmɪç
mussmʊs
Sieziː
sichzɪç
wehrenˈveːʁən
undʊnt
bleibenˈblaɪ̯bm̩
-
SOPHIE
Bleibenˈblaɪ̯bm̩
?
OCTAVIAN
Wasvas
Sieziː
istɪst
.
nimmt seine Hand, beugt sich darüber, küsst sie schnell, eh er sie ihr entziehen kann, er küsst sie auf den Mund
indem er sie, die sich an ihn schmiegt, in den Armen hält, zärtlich
OCTAVIAN
Mitmɪt
Ihrenˈiːʁən
Augenˈaʊ̯ɡn̩
vollfɔl
Tränenˈtʁɛːnən
kommtkɔmt
Sieziː
zut͡suː
mirmiːɐ̯
,
damitdaˈmɪt
Sieziː
sichzɪç
beklagtbəˈklaːkt
.
Vorfoːɐ̯
Angstaŋst
mussmʊs
Sieziː
anaːˈʔɛn
michmɪç
sichzɪç
lehnenˈleːnən
,
Ihriːɐ̯
armesˈaʁməs
Herzhɛʁt͡s
istɪst
ganzɡant͡s
verzagtfɛɐ̯ˈt͡saːkt
.
Undʊnt
ichɪç
mussmʊs
jetztjɛt͡st
alsals
Ihrenˈiːʁən
Freundfʁɔɪ̯nt
michmɪç
zeigenˈt͡saɪ̯ɡn̩
undʊnt
weissvaɪ̯s
nochnɔx
garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
,
wieviː
!
Mirmiːɐ̯
istɪst
sozoː
seligˈzeːlɪk
,
sozoː
eigenˈaɪ̯ɡn̩
,
dassdas
ichɪç
dichdɪç
haltenˈhaltn̩
darfdaʁf
;
Gibɡiːp
Antwortˈantvɔʁt
,
aberˈaːbɐ
gibɡiːp
sieziː
mitmɪt
Schweigenˈʃvaɪ̯ɡn̩
:
Bistbɪst
duduː
vonfɔn
selberˈzɛlbɐ
sozoː
zut͡suː
mirmiːɐ̯
gekommenɡəˈkɔmən
?
jajaː
oderˈoːdɐ
neinnaɪ̯n
?
jajaː
oderˈoːdɐ
neinnaɪ̯n
?
Duduː
musstmʊst
eseːs
nichtnɪçt
mitmɪt
Wortenˈvɔʁtn̩
sagenˈzaːɡn̩
-
Hasthast
duduː
eseːs
gernɡɛʁn
getanɡəˈtaːn
?
Sagzaːk
,
oderˈoːdɐ
nurnuːɐ̯
ausaʊ̯s
Notnoːt
?
Nurnuːɐ̯
ausaʊ̯s
Notnoːt
sozoː
allesˈaləs
zut͡suː
mirmiːɐ̯
hergetragen
,
deindaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
,
deindaɪ̯n
lieblichesˈliːplɪçəs
Gesichtɡəˈzɪçt
?
Sag'
,
istɪst
dirdiːɐ̯
nichtnɪçt
,
dassdas
irgendwoˈɪʁɡn̩tˈvoː
iniˈʔɛn
irgendeinemˈɪʁɡn̩tˈʔaɪ̯nəm
schönenˈʃøːnən
Traumtʁaʊ̯m
dasdas
einmalˈaɪ̯nmaːl
schonʃoːn
sozoː
warvaːɐ̯
?
Spürstʃpyːɐ̯st
du's
wieviː
ichɪç
?
Sag'
;
spürstʃpyːɐ̯st
du's
sozoː
wieviː
ichɪç
?
Meinmaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
undʊnt
Seel'
wirdvɪʁt
beibaɪ̯
Ihriːɐ̯
bleibenˈblaɪ̯bm̩
,
wovoː
Sieziː
gehtɡeːt
undʊnt
stehtʃteːt
,
bisbɪs
iniˈʔɛn
alleˈalə
Ewigkeitˈeːvɪkkaɪ̯t
.
gleichzeitig zu ihm
SOPHIE
Ichɪç
möchteˈmœçtə
michmɪç
beibaɪ̯
Ihmiːm
versteckenfɛɐ̯ˈʃtɛkn̩
undʊnt
nichtsnɪçt͡s
mehrmeːɐ̯
wissenˈvɪsn̩
vonfɔn
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
.
Wennvɛn
Ereːɐ̯
michmɪç
sozoː
iniˈʔɛn
Seinenˈzaɪ̯nən
Armenˈaʁmən
hälthɛlt
,
kannkan
michmɪç
nichtsnɪçt͡s
Hässlichesˈhɛslɪçəs
erschreckenɛɐ̯ˈʃʁɛkn̩
.
Dadaː
bleibenˈblaɪ̯bm̩
möcht'
ichɪç
,
dadaː
!
Undʊnt
schweigenˈʃvaɪ̯ɡn̩
,
undʊnt
wasvas
mirmiːɐ̯
auchaʊ̯x
gescheh'
,
geborgenɡəˈbɔʁɡn̩
wieviː
derdeːɐ̯
Vogelˈfoːɡl̩
iniˈʔɛn
dendeːn
Zweigenˈt͡svaɪ̯ɡn̩
,
stillstehn
undʊnt
spürenˈʃpyːʁən
:
Ereːɐ̯
istɪst
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Näh'
!
Mirmiːɐ̯
müssteˈmʏstə
angstaŋst
undʊnt
bangbaŋ
imiˈʔɛm
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
seinzaɪ̯n
,
stattʃtat
dessenˈdɛsn̩
fühl'
ichɪç
nurnuːɐ̯
Freud'
undʊnt
Seligkeitˈzeːlɪkkaɪ̯t
undʊnt
keineˈkaɪ̯nə
Peinpaɪ̯n
,
ichɪç
könnt'
eseːs
nichtnɪçt
mitmɪt
Wortenˈvɔʁtn̩
sagenˈzaːɡn̩
!
Hab'
ichɪç
wasvas
Unrechtesˈʊnˌʁɛçtəs
getanɡəˈtaːn
?
Ichɪç
warvaːɐ̯
halthalt
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Notnoːt
!
Dadaː
warvaːɐ̯
Ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
nahnaː
!
Dadaː
warvaːɐ̯
eseːs
Seinzaɪ̯n
Gesichtɡəˈzɪçt
,
Sein'
Augenˈaʊ̯ɡn̩
jungjʊŋ
undʊnt
lichtlɪçt
,
aufaʊ̯f
dasdas
ichɪç
michmɪç
gerichtɡəˈʁɪçt
,
Seinzaɪ̯n
liebesˈliːbəs
Gesichtɡəˈzɪçt
,
undʊnt
seitdemzaɪ̯tˈdeːm
weissvaɪ̯s
ichɪç
halthalt
nichtsnɪçt͡s
mehrmeːɐ̯
vonfɔn
mirmiːɐ̯
.
Bleibblaɪ̯p
duduː
nurnuːɐ̯
beibaɪ̯
mirmiːɐ̯
,
o
bleibblaɪ̯p
beibaɪ̯
mirmiːɐ̯
.
-
Ereːɐ̯
mussmʊs
mirmiːɐ̯
Seinenˈzaɪ̯nən
Schutzʃʊt͡s
vergönnenfɛɐ̯ˈɡœnən
,
wasvas
Ereːɐ̯
willvɪl
,
werd'
ichɪç
könnenˈkœnən
;
bleib'
Ereːɐ̯
nurnuːɐ̯
beibaɪ̯
mirmiːɐ̯
.
Ereːɐ̯
mussmʊs
mirmiːɐ̯
Seinenˈzaɪ̯nən
Schutzʃʊt͡s
vergönnenfɛɐ̯ˈɡœnən
-
Aus den Türen in den rückwärtigen Ecken sind links Valzacchi, rechts Annina lautlos spähend herausgeglitten. Lautlos schleichen sie, langsam, auf den Zehen näher. Octavian zieht Sophie an sich, küsst sie auf den Mund; in diesem Augenblick sind die Italiener dicht hinter ihnen, ducken sich hinter den Lehnsesseln; jetzt springen sie vor, Annina packt Sophie, Valzacchi fasst Octavian.
zu zweien schreiend
ANNINA
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
vonfɔn
Lerchenau
!
-
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
vonfɔn
Lerchenau
!
-
springt zur Seite nach links
der Mühe hat ' ihn zu halten, atemlos zu Annina
VALZACCHI
Lauflaʊ̯f
undʊnt
'ole
Seineˈzaɪ̯nə
Gnadeˈɡnaːdə
!
Snell
,
nurnuːɐ̯
snell
,
ikɪk
mussmʊs
'alten
dieseˈdiːzə
'err
!
ANNINA
Lasslas
ichɪç
diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
ausaʊ̯s
,
lauftlaʊ̯ft
sieziː
mirmiːɐ̯
wegveːk
!
ZU ZWEIEN
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
vonfɔn
Lerchenau
,
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
vonfɔn
Lerchenau
!
Komm'
zut͡suː
sehnzeːn
diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
Brautbʁaʊ̯t
!
MiteinejungeKavalier
!
Kommenˈkɔmən
eiligˈaɪ̯lɪk
,
kommenˈkɔmən
hierhiːɐ̯
!
Ecco
!
Baron tritt aus der Tür links. Die Italiener lassen ihre Opfer los, springen zur Seite, verneigen sich vor dem Baron mit vielsagender Gebärde.
schmiegt sich ängstlich an Octavian
die Arme über die Brust gekreuzt, betrachtet sich die Gruppe. Unheilschwangere Pause
BARON
Eh
bienbiːn
,
Mamsellmamˈzɛl
,
wasvas
hathat
Sieziː
mirmiːɐ̯
zut͡suː
sagenˈzaːɡn̩
?
schweigt
der durchaus nicht ausser Fassung ist
BARON
Nunnuːn
,
resolvier'
Sieziː
sichzɪç
!
SOPHIE
Meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
,
wasvas
sollzɔl
ichɪç
sagenˈzaːɡn̩
,
Ereːɐ̯
wirdvɪʁt
michmɪç
nichtnɪçt
verstehn
!
gemütlich
BARON
Dasdas
werdenˈveːɐ̯dn̩
wirviːɐ̯
jajaː
sehnzeːn
!
einen Schritt auf den Baron zu
OCTAVIAN
Eu'r
Liebden
mussmʊs
ichɪç
halthalt
vermeldenfɛɐ̯ˈmɛldn̩
,
dassdas
sichzɪç
iniˈʔɛn
Seinerˈzaɪ̯nɐ
Angelegenheitˈanɡəˌleːɡn̩haɪ̯t
wasvas
Wichtigesˈvɪçtɪɡəs
verändertfɛɐ̯ˈʔɛndɐt
hathat
!
gemütlich
BARON
Verändertfɛɐ̯ˈʔɛndɐt
?
Eiaɪ̯
,
nichtnɪçt
dassdas
ichɪç
wüsst't
OCTAVIAN
Darumˈdaːʁʊm
sollzɔl
Ereːɐ̯
eseːs
jetztjɛt͡st
erfahrenɛɐ̯ˈfaːʁən
!
Diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
-
BARON
Eiaɪ̯
,
Ereːɐ̯
istɪst
nichtnɪçt
faulfaʊ̯l
!
Ereːɐ̯
weissvaɪ̯s
zut͡suː
profitierenpʁofiˈtiːʁən
,
mitmɪt
Seineˈzaɪ̯nə
siebzehnˈziːpt͡seːn
Jahr'
!
Ichɪç
mussmʊs
Ihmiːm
gratulierenɡʁatuˈliːʁən
!
OCTAVIAN
Diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
-
halb zu sich
BARON
Istɪst
mirmiːɐ̯
ordentlichˈɔʁdn̩tlɪç
,
ichɪç
seh'
michmɪç
selberˈzɛlbɐ
!
Mussmʊs
lachenˈlaxn̩
überˈyːbɐ
dendeːn
Filoufiˈluː
,
dendeːn
pudeljungen
.
OCTAVIAN
Diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
-
BARON
Eiaɪ̯
!
Sieziː
istɪst
wohlvoːl
stummʃtʊm
undʊnt
hathat
Ihniːn
angestelltˈanɡəˌʃtɛlt
fürfyːɐ̯
ihrenˈiːʁən
Advokatenatvoˈkaːtn̩
!
OCTAVIAN
Diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
-
Er hält abermals inne, wie um Sophie sprechen zu lassen.
angstvoll
SOPHIE
Neinnaɪ̯n
!
Neinnaɪ̯n
!
Ichɪç
bring'
dendeːn
Mundmʊnt
nichtnɪçt
aufaʊ̯f
.
Sprech'
Ereːɐ̯
fürfyːɐ̯
michmɪç
!
entschlossen
OCTAVIAN
Diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
-
ihm nachspottend
BARON
Diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
,
diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
!
Diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
!
Diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
!
Istɪst
eineˈaɪ̯nə
Kreuzerkomödi
wahrhaftigvaːɐ̯ˈhaftɪk
!
jetztjɛt͡st
echappier'
Ereːɐ̯
sichzɪç
,
sonstzɔnst
reisst
mirmiːɐ̯
diedaɪ
Geduldɡəˈdʊlt
.
sehr bestimmt
OCTAVIAN
Diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
,
kurzkʊʁt͡s
undʊnt
gutɡuːt
,
diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
magmaːk
Ihniːn
nichtnɪçt
.
gemütlich
BARON
Seizaɪ̯
Ereːɐ̯
dadaː
ausserˈaʊ̯sɐ
Sorg'
.
Wirdvɪʁt
schonʃoːn
lernenˈlɛʁnən
michmɪç
mögenˈmøːɡn̩
.
auf Sophie zu
BARON
Komm'
Sieziː
dadaː
jetztjɛt͡st
hineinhɪˈnaɪ̯n
:
wirdvɪʁt
gleichɡlaɪ̯ç
anaːˈʔɛn
Ihrerˈiːʁɐ
seinzaɪ̯n
,
diedaɪ
Unterschriftˈʊntɐˌʃʁɪft
zut͡suː
gebenˈɡeːbm̩
.
zurücktretend
SOPHIE
Umʊm
keinenˈkaɪ̯nən
Preispʁaɪ̯s
geh'
ichɪç
anaːˈʔɛn
Seinerˈzaɪ̯nɐ
Handhant
hineinhɪˈnaɪ̯n
!
Wieviː
kannkan
einaɪ̯n
Kavalierkavaˈliːɐ̯
sozoː
ohneˈoːnə
Zartheitˈt͡saːɐ̯thaɪ̯t
seinzaɪ̯n
!
jetzt zwischen den beiden anderen und der Tür links sehr scharf
OCTAVIAN
Verstehtfɛɐ̯ˈʃteːt
Ereːɐ̯
deutschdɔɪ̯t͡ʃ
:
dasdas
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
hathat
sichzɪç
resolviert
.
Sieziː
willvɪl
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
ungeheirat'
lassenˈlasn̩
iniˈʔɛn
Zeitt͡saɪ̯t
undʊnt
Ewigkeitl
mit der Miene eines Mannes, der es eilig hat
BARON
Mancari
!
Jungfernred'
istɪst
nichtnɪçt
gehaun
undʊnt
nichtnɪçt
gestochenɡəˈʃtɔxn̩
!
Verlaub'
Sieziː
jetztjɛt͡st
!
nimmt sie bei der Hand
sich breit vor die Tür stellend
OCTAVIAN
Wennvɛn
nurnuːɐ̯
sozoː
vielfiːl
iniˈʔɛn
Ihmiːm
istɪst
vonfɔn
einemˈaɪ̯nəm
Kavalierkavaˈliːɐ̯
,
sozoː
wirdvɪʁt
Ihmiːm
wohlvoːl
genügenɡəˈnyːɡn̩
,
wasvas
Ereːɐ̯
g'hört
hathat
vonfɔn
mirmiːɐ̯
!
tut, als hörte er ihn nicht, zu Sophie
BARON
Gratulier'
Sieziː
sichzɪç
nurnuːɐ̯
,
dassdas
ichɪç
einaɪ̯n
Aug'
zudrück'
!
Darandaˈʁan
magmaːk
Sieziː
erkennenɛɐ̯ˈkɛnən
,
wasvas
einaɪ̯n
Kavalierkavaˈliːɐ̯
istɪst
!
Er macht Miene, mit ihr an Octavian vorbeizukommen.
schlägt an seinen Degen
OCTAVIAN
Wirdvɪʁt
dochdɔx
wohlvoːl
einaɪ̯n
Mittelˈmɪtl̩
gebenˈɡeːbm̩
,
Seinesgleichenˈzaɪ̯nəsˌɡlaɪ̯çn̩
zut͡suː
bedeutenbəˈdɔɪ̯tn̩
!
der Sophie nicht loslässt, sie jetzt vorschiebt gegen die Tür
BARON
Eiaɪ̯
schwerlichˈʃveːɐ̯lɪç
,
wüssteˈvʏstə
nichtnɪçt
!
losbrechend
OCTAVIAN
Ichɪç
acht'
Ihniːn
mitmɪt
nichtenˈnɪçtn̩
fürfyːɐ̯
einenˈaɪ̯nən
Kavalierkavaˈliːɐ̯
!
mit Grandezza
BARON
Wahrhaftigvaːɐ̯ˈhaftɪk
wüsst'ich
nichtnɪçt
,
dassdas
Ereːɐ̯
michmɪç
respektiertʁespɛkˈtiːɐ̯t
,
undʊnt
wär'Er
nichtnɪçt
verwandtfɛɐ̯ˈvant
,
eseːs
wär'
mirmiːɐ̯
jetzojɛtst
schwerʃveːɐ̯
,
dassdas
ichɪç
mitmɪt
Ihmiːm
nichtnɪçt
übereinanderˌyːbɐʔaɪ̯ˈnandɐ
käm'
!
Er macht Miene, Sophie mit scheinbarer Unbef angenheit gegen die Mitteltür zu führen, nachdem ihm die Italiener lebhafte Zeichen gegeben haben, diesen Weg zu nehmen.
BARON
Komm'
Sieziː
!
Gehnɡeːn
zumt͡sʊm
Herrnhɛʁn
Vaterˈfaːtɐ
dortdɔʁt
hinüberhɪˈnyːbɐ
!
Istɪst
bereitsbəˈʁaɪ̯t͡s
derdeːɐ̯
nähereˈnɛːəʁə
Wegveːk
!
OCTAVIAN
Ichɪç
hoff'
,
Ereːɐ̯
kommtkɔmt
vielmehrˈfiːlmeːɐ̯
jetztjɛt͡st
mitmɪt
mirmiːɐ̯
hintersˈhɪntɐs
Haushaʊ̯s
,
istɪst
dortdɔʁt
einaɪ̯n
rechtʁɛçt
bequemerbəˈkveːmɐ
Gartenˈɡaːɐ̯tn̩
.
setzt seinen Weg fort, mit gespielter Unbefangenheit Sophie an der Hand nach jener Richtung zu führen bestrebt, über die Schulter zurück
BARON
Bewahrebəˈvaːʁə
.
Wär'
mirmiːɐ̯
jetzojɛtst
nichtnɪçt
genehmɡəˈneːm
.
Lasslas
umʊm
all's
dendeːn
Notari
nichtnɪçt
wartenˈvaʁtən
.
Wär'
garɡaːɐ̯
einaɪ̯n
Affrontaˈfʁɔ̃ː
fürfyːɐ̯
diedaɪ
Jungferˈjʊŋfɐ
Brautbʁaʊ̯t
!
fasst ihn am Ärmel
OCTAVIAN
Beimbaɪ̯m
Satanˈzaːtan
,
Ereːɐ̯
hathat
eineˈaɪ̯nə
dickeˈdɪkə
Hauthaʊ̯t
!
Auchaʊ̯x
dortdɔʁt
diedaɪ
Türtyːɐ̯
passiertpaˈsiːɐ̯t
Ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
nichtnɪçt
!
Ichɪç
schrei's
Ihmiːm
jetztjɛt͡st
iniˈʔɛn
.
Seinzaɪ̯n
Gesichtɡəˈzɪçt
:
ichɪç
acht'
Ihniːn
fürfyːɐ̯
einenˈaɪ̯nən
Filoufiˈluː
,
einenˈaɪ̯nən
Mitgiftjägerˈmɪtɡɪftˌjɛːɡɐ
,
einenˈaɪ̯nən
durchtriebenenˌdʊʁçˈtʁiːbənən
Lügnerˈlyːɡnɐ
undʊnt
schmutzigenˈʃmʊt͡sɪɡn̩
Bauerˈbaʊ̯ɐ
,
einenˈaɪ̯nən
Kerlkɛʁl
ohneˈoːnə
Anstandˈanˌʃtant
undʊnt
Ehr'
!
Undʊnt
wenn's
seinzaɪ̯n
mussmʊs
,
geb'
ichɪç
Ihmiːm
aufaʊ̯f
demdeːm
Fleckflɛk
diedaɪ
Lehr'
!
hat sich vom Baron losgerissen und ist hinter Octavian zurückgesprungen. Sie stehen links, ziemlich vor der Tür.
steckt zwei Finger in den Mund und tut einen gellenden Pfiff. Dann:
BARON
Wasvas
sozoː
einaɪ̯n
Bub'
iniˈʔɛn
Wienviːn
mitmɪt
siebzehnˈziːpt͡seːn
Jahrjaːɐ̯
schonʃoːn
fürfyːɐ̯
einaɪ̯n
vorlautˈfoːɐ̯ˌlaʊ̯t
Mundwerkˈmʊntˌvɛʁk
hathat
!
Er sieht sich nach der Mitteltür um.
BARON
Dochdɔx
Gottɡɔt
seizaɪ̯
Lobloːp
,
manman
kenntkɛnt
iniˈʔɛn
hiesigerˈhiːzɪɡɐ
Stadtʃtat
dendeːn
Mannman
,
derdeːɐ̯
vorfoːɐ̯
Ihmiːm
stehtʃteːt
,
halthalt
bisbɪs
hinaufhɪˈnaʊ̯f
zut͡suː
kaiserlicherˈkaɪ̯zɐˌlɪçɐ
Majestätmajɛsˈtɛːt
!
Manman
istɪst
halthalt
,
wasvas
manman
istɪst
,
undʊnt
braucht's
nichtnɪçt
zut͡suː
beweisenbəˈvaɪ̯zn̩
.
Dasdas
lasslas
Ereːɐ̯
sichzɪç
gesagtɡəˈzaːkt
seinzaɪ̯n
undʊnt
geb'
mirmiːɐ̯
dendeːn
Wegveːk
dadaː
freifʁaɪ̯
.
Die Lerchenausche Livree ist vollzählig in der Mitteltür aufmarschiert; er vergewissert sich dessen durch einen Blick nach rückwärts. Er rückt jetzt gegen die beiden vor, entschlossen, sich Sophiens und des Ausgangs zu bemächtigen.
BARON
Wär'
mirmiːɐ̯
wahrhaftigvaːɐ̯ˈhaftɪk
leidlaɪ̯t
,
wennvɛn
meineˈmaɪ̯nə
Leut'
dadaː
hintenˈhɪntn̩
-
wütend
OCTAVIAN
Ah
,
untersteh'
Ereːɐ̯
sichzɪç
,
Seineˈzaɪ̯nə
Bedientenbəˈdiːntn̩
hineinzumischenhɪˈnaɪnmɪʃən
iniˈʔɛn
.
unsernˈʔʊnzɐ
Streitʃtʁaɪ̯t
!
Jetztjɛt͡st
zieh'
Ereːɐ̯
oderˈoːdɐ
gnad'
Ihmiːm
Gottɡɔt
!
er zieht
Die Lerchenauschen, die schon einige Schritte vorgerückt waren, werden durch diesen Anblick einigermassen unschlüssig und stellen ihren Vormarsch ein.
tut einen Schritt, sich Sophiens zu bemächtigen
schreit ihn an
OCTAVIAN
Zumt͡sʊm
Satanˈzaːtan
,
zieh'
Ereːɐ̯
oderˈoːdɐ
ichɪç
stech'
Ihniːn
niederˈniːdɐ
!
SOPHIE
Achax
Gottɡɔt
,
wasvas
wirdvɪʁt
denndɛn
jetztjɛt͡st
geschehn
?
retiriert etwas
BARON
Vorfoːɐ̯
einerˈaɪ̯nɐ
Dameˈdaːmə
,
pfuip͡fʊɪ̯
!
Sozoː
seizaɪ̯
Ereːɐ̯
dochdɔx
gescheitɡəˈʃaɪ̯t
!
fährt wütend auf ihn los
zieht, fällt ungeschickt aus und hat schon die Spitze von Octavians Degen im Oberarm. Die Lerchenauschen stürzen vor.
indem er den Degen fallen lässt
BARON
Mordmɔʁt
!
Mordmɔʁt
!
Meinmaɪ̯n
Blutbluːt
!
Zut͡suː
Hilfeˈhɪlfə
!
Mörderˈmœʁdɐ
!
Mörderˈmœʁdɐ
!
Mörderˈmœʁdɐ
!
Die Diener stürzen alle zugleich auf Octavian los. Dieser springt nach rechts hinüber und hält sie sich vom Leib, indem er seinen Degen blitzschnell um sich kreisen lässt. Der Almosenier, Valzacchi und Annina eilen auf den Baron zu, den sie stützen und auf einen der Stühle in der Mitte niederlassen.
von ihnen umgeben und dem Publikum verstellt
BARON
Ichɪç
hab'
einaɪ̯n
hitzig'
Blutbluːt
!
Umʊm
Ärzt'
,
umʊm
Leinwandˈlaɪ̯nˌvant
!
Verbandfɛɐ̯ˈbant
herheːɐ̯
!
Umʊm
Polizeiˌpoliˈt͡saɪ̯
!
Ichɪç
verblut'
michmɪç
aufaʊ̯f
einsaɪ̯ns
,
zweit͡svaɪ̯
,
dreidʁaɪ̯
!
Aufhaltenˈaʊ̯fˌhaltn̩
dendeːn
!
Umʊm
Polizeiˌpoliˈt͡saɪ̯
!
Umʊm
Polizeiˌpoliˈt͡saɪ̯
!
indem sie mit mehr Ostentation als Entschlossenheit auf Octavian eindringen
LERCHENAUSCHEN
Dendeːn
haut's
z'samm
!
dendeːn
haut's
z'samml
Spinnweb'her
!
Feuerschwamm
!
Reisst's
ihmiːm
dendeːn
Spadi
wegveːk
!
Schlagt's
ihniːn
tottoːt
auf'm
Fleckflɛk
!
Die sämtliche Faninalsche Dienerschaft, auch das weibliche Hausgesinde, Küchenpersonal, Stallpagen sind zur Mitteltür hereingeströmt.
auf sie zu, haranguierend
ANNINA
Derdeːɐ̯
jungeˈjʊŋə
Kavalierkavaˈliːɐ̯
undʊnt
diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
Brautbʁaʊ̯t
,
versteht's
?
warenˈvaːʁən
imiˈʔɛm
Geheimenɡəˈhaɪ̯mən
schonʃoːn
rechtʁɛçt
vertrautfɛɐ̯ˈtʁaʊ̯t
,
versteht's
?
Valzacchi und der Almosenier ziehen dem Baron, der fortwährend stöhnt, seinen Rock aus.
FANINALSCHE DIENERSCHAFT
G'stochen
isiːs
einerˈaɪ̯nɐ
?
Werveːɐ̯
?
Derdeːɐ̯
dortdɔʁt
?
Derdeːɐ̯
fremdeˈfʁɛmdə
Herrhɛʁ
?
Welcherˈvɛlçɐ
?
derdeːɐ̯
Bräutigamˈbʁɔɪ̯tɪɡam
?
Packt's
dendeːn
Duellantduɛˈlant
z'samm
!
Welcherˈvɛlçɐ
isiːs
derdeːɐ̯
Duellantduɛˈlant
?
Derdeːɐ̯
dortdɔʁt
imiˈʔɛm
weissen
G'wand
!
Werveːɐ̯
?
Derdeːɐ̯
Rosenkavalier
?
Wegenˈveːɡn̩
wasvas
denndɛn
?
Wegenˈveːɡn̩
ihriːɐ̯
!
Angepacktˈanɡəˌpakt
!
Ni
.
ederg'haut
!
Wegenˈveːɡn̩
derdeːɐ̯
Brautbʁaʊ̯t
?
Wegenˈveːɡn̩
derdeːɐ̯
Liebschaftˈliːpʃaft
!
Wütenderˈvyːtn̩dɐ
Hasshas
isiːs
!
Schaufs
nurnuːɐ̯
diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
anaːˈʔɛn
,
Schaut's
,
wieviː
sieziː
blassblas
is'
!
bahnt sich den Weg, auf den Baron zu; alle umgeben den Baron in dichten Gruppen
MARIANNE
Sozoː
einaɪ̯n
fescherˈfɛʃɐ
Herrhɛʁ
!
Sozoː
einaɪ̯n
grossɡroːs
Malheurmaˈløːɐ̯
!
Sozoː
einaɪ̯n
schwererˈʃveːʁɐ
Schlagʃlaːk
!
Sozoː
einaɪ̯n
Unglückstagˈʊnɡlʏksˌtaːk
!
indem er sich seine Angreifer vom Leibe hält
OCTAVIAN
Werveːɐ̯
mirmiːɐ̯
zut͡suː
nahnaː
kommtkɔmt
,
derdeːɐ̯
lerntlɛʁnt
betenˈbeːtn̩
!
Wasvas
dadaː
passiertpaˈsiːɐ̯t
istɪst
,
kannkan
ichɪç
vertretenfɛɐ̯ˈtʁeːtn̩
!
links vorn
SOPHIE
Allesˈaləs
gehtɡeːt
durcheinand'
!
Furchtbarˈfʊʁçtbaːɐ̯
war's
,
wieviː
einaɪ̯n
Blitzblɪt͡s
,
wieviː
er's
erzwungenɛɐ̯ˈt͡svʊŋən
hathat
!
Ichɪç
spür'
nurnuːɐ̯
seineˈzaɪ̯nə
Handhant
,
diedaɪ
michmɪç
umschlungenʊmˈʃlʊŋən
hathat
!
Ichɪç
verspür'
nichtsnɪçt͡s
vonfɔn
Angstaŋst
,
ichɪç
verspürfɛɐ̯ˈʃpyːɐ̯
nichtsnɪçt͡s
vonfɔn
Schmerzʃmɛʁt͡s
,
nurnuːɐ̯
dasdas
Feuerˈfɔɪ̯ɐ
,
seinenˈzaɪ̯nən
Blickblɪk
durchdʊʁç
undʊnt
durchdʊʁç
,
bisbɪs
insɪns
Herzhɛʁt͡s
!
haben von Octavian abgelassen und gehen auf die ihnen zunächst stehenden Mägde handgreiflich los
LERCHENAUSCHEN
Leinwandˈlaɪ̯nˌvant
herheːɐ̯
!
Verbandfɛɐ̯ˈbant
machenˈmaxn̩
!
Fetzenˈfɛt͡sn̩
aus'm
Gewandɡəˈvant
machenˈmaxn̩
!
Vorwärtsˈfoːɐ̯vɛʁt͡s
,
keineˈkaɪ̯nə
Spanponaden
!
Leinwandˈlaɪ̯nˌvant
herheːɐ̯
fürfyːɐ̯
Seineˈzaɪ̯nə
Gnadenˈɡnaːdn̩
!
Octavian verzweifelt zurufend
SOPHIE
Liebsterˈliːpstɐ
!
Sophie verzweifelt zurufend
OCTAVIAN
Liebsteˈliːpstə
!
Die Lerchenauschen machen Miene, sich zu diesem Zweck der Hemden der jüngeren und hübscheren Mägde zu bemächtigen. Handgemenge, bis Faninal beginnt. In diesem Augenblick kommt die Duenna, die fortgestürzt war, zurück, atemlos, beladen mit Leinwand; hinter ihr zwei Mägde mit Schwamm und Wasserbecken. Sie umgeben den Baron mit eifriger Hilfeleistung. Faninal kommt zur Türe links hereingestürzt, hinter ihm der Notar und der Schreiber, die in der Tür ängstlich stehenbleiben.
man hört seine Stimme, ohne viel von ihm zu sehen
BARON
Ichɪç
kannkan
einaɪ̯n
jedesˈjeːdəs
Blutbluːt
mitmɪt
Ruheˈʁuːə
fliessenˈfliːsn̩
sehenˈzeːən
,
nurnuːɐ̯
blossbloːs
dasdas
meinig'
nichtnɪçt
!
Oh
!
Oh
!
die Duenna anschreiend
BARON
Sozoː
tu'
Sieziː
dochdɔx
wasvas
G'scheit's
,
sozoː
rett'
Sieziː
dochdɔx
meinmaɪ̯n
Lebenˈleːbm̩
!
Oh
!
Oh
!
Sophie ist, wie sie ihres Vaters ansichtig wird, nach rechts vorne hingelaufen, steht neben Octavian, der nun seinen Degen einsteckt.
knicksend und eifrig zu Faninal links vorne
ANNINA
Derdeːɐ̯
jungeˈjʊŋə
Kavalierkavaˈliːɐ̯
undʊnt
diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
Brautbʁaʊ̯t
,
Gnadenˈɡnaːdn̩
,
warenˈvaːʁən
imiˈʔɛm
Geheimenɡəˈhaɪ̯mən
schonʃoːn
rechtʁɛçt
vertrautfɛɐ̯ˈtʁaʊ̯t
,
Gnadenˈɡnaːdn̩
!
Wirviːɐ̯
vollerˈfɔlɐ
Eiferˈaɪ̯fɐ
für'n
Herrnhɛʁn
Baronbaˈʁoːn
,
Gnadenˈɡnaːdn̩
,
habenˈhaːbm̩
sieziː
betretenbəˈtʁeːtn̩
iniˈʔɛn
allerˈalɐ
Devotiondevoˈt͡si̯oːn
,
Gnadenˈɡnaːdn̩
!
um den Baron beschäftigt
MARIANNE
Sozoː
einaɪ̯n
fescherˈfɛʃɐ
Herrhɛʁ
!
Sozoː
einaɪ̯n
gross'
Malheurmaˈløːɐ̯
,
sozoː
einaɪ̯n
schwererˈʃveːʁɐ
Schlagʃlaːk
,
sozoː
einaɪ̯n
Unglückstagˈʊnɡlʏksˌtaːk
!
anfangs sprachlos, schlägt nun die Hände überm Kopf zusammen und bricht aus
FANINAL
Herrhɛʁ
Schwiegersohnˈʃviːɡɐˌzoːn
!
Wieviː
istɪst
Ihmiːm
denndɛn
?
meinmaɪ̯n
Herrhɛʁ
undʊnt
Heilandˈhaɪ̯ˌlant
!
Dassdas
Ihmiːm
iniˈʔɛn
mein'
Palaispaˈlɛː
dasdas
hathat
passierenpaˈsiːʁən
müssenˈmʏsn̩
!
Gelaufenɡəˈlaʊ̯fn̩
umʊm
dendeːn
Medikusˈmeːdikʊs
!
Geflogenɡəˈfloːɡn̩
!
Meineˈmaɪ̯nə
zehnt͡seːn
teurenˈtɔɪ̯ʁən
Pferd'
zut͡suː
Todtoːt
gehetztɡəˈhɛt͡st
!
jajaː
hathat
denndɛn
niemandˈniːmant
vonfɔn
meinerˈmaɪ̯nɐ
Livreeliˈvʁeː
dazwischenfahrendaˈt͡svɪʃn̩ˌfaːʁən
mögenˈmøːɡn̩
!
Füttr'
ichɪç
dafürdaˈfyːɐ̯
einaɪ̯n
Schockʃɔk
baumlangeˈbaʊ̯mlaŋə
Lackelnˈlakl̩n
,
dassdas
mirmiːɐ̯
solcheˈzɔlçə
Schand'
passierenpaˈsiːʁən
mussmʊs
iniˈʔɛn
meinemˈmaɪ̯nəm
neuchen
Stadtpalais
!
gegen Octavian hin
FANINAL
Hätt'
wohlvoːl
vonfɔn
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
einesˈaɪ̯nəs
andernˈandɐn
Anstandsˈanʃtant͡s
michmɪç
versehn
!
stöhnend
BARON
Oh
!
Ohl
abermals zu ihm hin
FANINAL
Oh
!
umʊm
dasdas
schöneˈʃøːnə
freiherrliche
Blutbluːt
,
wasvas
aufaʊ̯f
dendeːn
Bodenˈboːdn̩
rinntʁɪnt
!
O
pfuip͡fʊɪ̯
!
Sozoː
eineˈaɪ̯nə
ordinäreɔʁdiˈnɛːʁə
Metzgereimɛt͡sɡəˈʁaɪ̯
!
BARON
Hab'
halthalt
sozoː
einaɪ̯n
jungjʊŋ
undʊnt
hitzigˈhɪt͡sɪk
Blutbluːt
,
istɪst
nichtnɪçt
zumt͡sʊm
Stillenˈʃtɪlən
!
Oh
!
auf Octavian losgehend, verbissen
FANINAL
Warvaːɐ̯
mirmiːɐ̯
vonfɔn
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
hochgräflichen
Gegenwartˈɡeːɡn̩ˌvaʁt
allhieralˈhiːɐ̯
wahrhaftigvaːɐ̯ˈhaftɪk
einerˈaɪ̯nɐ
andernˈandɐn
Freud'
gewärtigɡəˈvɛʁtɪk
!
höflich
OCTAVIAN
Ereːɐ̯
mussmʊs
michmɪç
pardonnieren
.
Binbɪn
ausserˈaʊ̯sɐ
Massenˈmasn̩
sehrzeːɐ̯
betrübtbəˈtʁyːpt
überˈyːbɐ
dendeːn
Vorfallˈfoːɐ̯ˌfal
.
Binbɪn
aberˈaːbɐ
ausserˈaʊ̯sɐ
Schuldʃʊlt
.
Zut͡suː
einerˈaɪ̯nɐ
mehrmeːɐ̯
gelegenenɡəˈleːɡənən
Zeitt͡saɪ̯t
erfahrenɛɐ̯ˈfaːʁən
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
wohlvoːl
dendeːn
Hergangˈheːɐ̯ˌɡaŋ
ausaʊ̯s
Ihrerˈiːʁɐ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
Tochterˈtɔxtɐ
Mundmʊnt
.
sich mühsam beherrschend
FANINAL
Dadaː
möcht'
ichɪç
rechtʁɛçt
sehrzeːɐ̯
bittenˈbɪtən
!
entschlossen
SOPHIE
Wieviː
Sieziː
befehlenbəˈfeːlən
,
Vaterˈfaːtɐ
.
Werd'
Ihnenˈiːnən
allesˈaləs
sagenˈzaːɡn̩
.
Derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
dortdɔʁt
hathat
sichzɪç
nichtnɪçt
sozoː
,
wieviː
ereːɐ̯
sollt'
,
betragenbəˈtʁaːɡn̩
.
zornig
FANINAL
Eiaɪ̯
,
vonfɔn
wemveːm
red't
Sieziː
dadaː
?
Vonfɔn
Ihremˈiːʁəm
Herrnhɛʁn
Zukünft'gen
?
Ichɪç
willvɪl
nichtnɪçt
hoffenˈhɔfn̩
,
wär'
mirmiːɐ̯
keineˈkaɪ̯nə
Maniermaˈniːɐ̯
.
ruhig
Ist nicht der Fall. Seh' ihn mit nichten an dafür.
Der Arzt kommt, wird sogleich zum Baron geführt.
immer zorniger
FANINAL
Siehtziːt
ihniːn
nichtnɪçt
anaːˈʔɛn
?
SOPHIE
Nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
.
Bitt'
Sieziː
dafürdaˈfyːɐ̯
umʊm
gnädigenˈɡnɛːdɪɡn̩
Pardonpaʁˈdɔŋ
.
zuerst dumpf vor sich hin
FANINAL
Siehtziːt
ihniːn
nichtnɪçt
anaːˈʔɛn
.
Nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
.
Michmɪç
umʊm
Pardonpaʁˈdɔŋ
.
Liegtliːkt
dortdɔʁt
gestochenɡəˈʃtɔxn̩
höhnisch
FANINAL
Stehtʃteːt
beibaɪ̯
ihriːɐ̯
.
Derdeːɐ̯
Jungeˈjʊŋə
.
ausbrechend
FANINAL
Blamageblaˈmaːʒə
.
Mirmiːɐ̯
auseinanderˌaʊ̯sʔaɪ̯ˈnandɐ
meineˈmaɪ̯nə
Eh'
,
alleˈalə
Neidhammelnˈnaɪ̯tˌhaml̩n
vonfɔn
derdeːɐ̯
Wiedenˈviːdn̩
undʊnt
derdeːɐ̯
Leimgrub'n
aufaʊ̯f
!
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Höhhøː
!
Derdeːɐ̯
Medikusˈmeːdikʊs
!
Stirbtʃtɪʁpt
mirmiːɐ̯
womöglichvoːˈmøːklɪç
.
auf Sophie zu in höchster Wut
FANINAL
Sieziː
heirat'
ihniːn
!
auf Octavian, indem der Respekt vor dem Grafen Rofrano seine Grobheit zu einer knirschenden Höflichkeit herabdämpft
FANINAL
Möcht
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
rechtʁɛçt
iniˈʔɛn
allerˈalɐ
Devotiondevoˈt͡si̯oːn
gebetenɡəˈbeːtn̩
habenˈhaːbm̩
,
schleunigˈʃlɔɪ̯nɪk
sichzɪç
vonfɔn
hierhiːɐ̯
zut͡suː
retirierenʁetiˈʁiːʁən
undʊnt
nimmerˈnɪmɐ
wiederˈviːdɐ
zut͡suː
erscheinenɛɐ̯ˈʃaɪ̯nən
!
zu Sophie
FANINAL
Hör'
Sieziː
michmɪç
!
Sieziː
heirat'
ihniːn
!
Undʊnt
wennvɛn
ereːɐ̯
sichzɪç
verblutenfɛɐ̯ˈbluːtn̩
tät'
,
sozoː
heirat'
Sieziː
ihniːn
alsals
Toterˈtoːtɐ
!
Der Arzt zeigt durch eine beruhigende Gebärde, dass der Verwundete sich in keiner Gefahr befindet. Octavian sucht nach seinem Hut, der unter die Füsse der Dienerschaft geraten war. Eine Magd überreicht ihm knicksend den Hut. Faninal macht Octavian eine Verbeugung, übertrieben höflich, aber unzweideutig. Octavian muss wohl gehen, möchte aber gar züi gerne Sophie noch ein Wort sagen. Er erwidert zunächst Faninals Verbeugung durch ein gleich tiefes Kompliment.
beeilt sich das Folgende noch zu sagen, so lange Octavian es hören kann. Mit einer Reverenz
SOPHIE
Heirat'
dendeːn
Herrnhɛʁn
dortdɔʁt
nichtnɪçt
lebendigleˈbɛndɪk
undʊnt
nichtnɪçt
tottoːt
!
Sperr'
michmɪç
zuvort͡suˈfoːɐ̯
iniˈʔɛn
meineˈmaɪ̯nə
Kammerˈkamɐ
einaɪ̯n
!
in Wut, und nachdem er abermals eine wütende Verbeugung gegen Octavian gemacht hat, die Octavian prompt erwidert
FANINAL
Ah
!
Sperrstʃpɛʁst
dichdɪç
einaɪ̯n
.
Sindzɪnt
Leut'
genugɡəˈnuːk
imiˈʔɛm
Haushaʊ̯s
,
diedaɪ
dichdɪç
iniˈʔɛn
Wagenˈvaːɡn̩
tragenˈtʁaːɡn̩
werdenˈveːɐ̯dn̩
.
SOPHIE
Spring'
ausaʊ̯s
demdeːm
Wagenˈvaːɡn̩
nochnɔx
,
derdeːɐ̯
michmɪç
zurt͡suːɐ̯
Kircheˈkɪʁçə
führtfyːɐ̯t
!
mit dem gleichen Spiel zwischen ihr und Octavian, der immer einen Schritt gegen den Ausgang tut, aber von Sophie in diesem Augenblick nicht los kann
FANINAL
Ah
!
Springstʃpʁɪŋst
nochnɔx
ausaʊ̯s
demdeːm
Wagenˈvaːɡn̩
!
Nana
,
ichɪç
sitz'
nebenˈneːbm̩
dirdiːɐ̯
undʊnt
werdeˈveːɐ̯də
dichdɪç
schonʃoːn
haltenˈhaltn̩
!
mit einem neuen Knicks
SOPHIE
Geb'
halthalt
demdeːm
Pfarrerˈp͡faʁɐ
amaːm
Altaralˈtaːɐ̯
Neinnaɪ̯n
anstattanˈʃtat
jajaː
zurt͡suːɐ̯
Antwortˈantvɔʁt
!
Der Haushofmeister indessen macht die Leute abtreten. Die Bühne leert sich. Nur die Lerchenauschen Leute bleiben bei ihrem Herrn zurück.
mit gleichem Spiel
FANINAL
Ah
!
Gibstɡiːpst
Neinnaɪ̯n
anstattanˈʃtat
jajaː
zurt͡suːɐ̯
Antwortˈantvɔʁt
.
Ichɪç
steck'dich
iniˈʔɛn
einaɪ̯n
Klosterˈkloːstɐ
stante
pede
!
Marschmaʁʃ
!
Mirmiːɐ̯
ausaʊ̯s
meinenˈmaɪ̯nn̩
Augenˈaʊ̯ɡn̩
!
Lieberˈliːbɐ
heuthɔɪ̯t
alsals
morgenˈmɔʁɡn̩
!
Aufaʊ̯f
Lebenszeitˈleːbn̩sˌt͡saɪ̯t
!
erschrocken
SOPHIE
Ichɪç
bitt'
Sieziː
umʊm
Pardonpaʁˈdɔŋ
!
Binbɪn
dochdɔx
keinkaɪ̯n
schlechtesˈʃlɛçtəs
Kindkɪnt
!
Vergebenfɛɐ̯ˈɡeːbn̩
Sieziː
mirmiːɐ̯
nurnuːɐ̯
diesdaɪs
eineˈaɪ̯nə
Malmaːl
!
hält sich in Wut die Ohren zu
FANINAL
Aufaʊ̯f
Lebenszeitˈleːbn̩sˌt͡saɪ̯t
!
Aufaʊ̯f
Lebenszeitˈleːbn̩sˌt͡saɪ̯t
!
schnell, halblaut
OCTAVIAN
Seizaɪ̯
Sieziː
nurnuːɐ̯
ruhigˈʁuːɪk
,
Liebsteˈliːpstə
,
umʊm
allesˈaləs
!
Sieziː
hörthøːɐ̯t
vonfɔn
mirmiːɐ̯
1
Duenna stösst Octavian, sich zu entfernen.
FANINAL
Aufaʊ̯f
Lebenszeitˈleːbn̩sˌt͡saɪ̯t
!
zieht Sophie mit sich
DUENNA
Sozoː
geh'
dochdɔx
nurnuːɐ̯
demdeːm
Vaterˈfaːtɐ
ausaʊ̯s
dendeːn
Augenˈaʊ̯ɡn̩
!
zieht sie zur Türe hinaus, schliesst die Tür
eilt dem Baron entgegen
FANINAL
Binbɪn
überglücklichˈyːbɐˌɡlʏklɪç
!
Mussmʊs
Euerˈɔɪ̯ɐ
Liebden
embrassieren
!
dem bei der Umarmung der Arm wehgetan
BARON
Oh
!
Oh
!
Jesusˈjeːzʊs
,
Marial
nach rechts hin in neuer Wut
FANINAL
Luderei
!
Insɪns
Klosterˈkloːstɐ
!
nach der Mitteltür
FANINAL
Einaɪ̯n
Gefängnisɡəˈfɛŋnɪs
!
Aufaʊ̯f
Lebenszeitˈleːbn̩sˌt͡saɪ̯t
!
BARON
Isiːs
gutɡuːt
!
Isiːs
gutɡuːt
!
Einaɪ̯n
Schluckʃlʊk
vonfɔn
wasvas
zut͡suː
trinkenˈtʁɪŋkn̩
!
FANINAL
Einaɪ̯n
Weinvaɪ̯n
?
Einaɪ̯n
Bierbiːɐ̯
?
Einaɪ̯n
Hippokras
mitmɪt
Ingwerˈɪŋvɐ
?
macht eine ängstlich abwehrende Bewegung
jammernd
FANINAL
Sozoː
einenˈaɪ̯nən
Herrnhɛʁn
zurichtenˈt͡suːˌʁɪçtn̩
miserabelmizəˈʁaːbl̩
!
Iniˈʔɛn
meinemˈmaɪ̯nəm
Stadtpalais
!
Sieziː
heirat'
ihniːn
umʊm
destoˈdɛsto
früherˈfʁyːɐ
!
Binbɪn
Mannsmans
genug'
.
matt
BARON
Isiːs
gutɡuːt
,
isiːs
gutɡuːt
!
nach der Tür links, in aufflammender Wut
FANINAL
Binbɪn
Mannsmans
genugɡəˈnuːk
!
zum Baron
FANINAL
Küss'
Ihmiːm
diedaɪ
Handhant
fürfyːɐ̯
Seineˈzaɪ̯nə
Güt'
undʊnt
Nachsichtˈnaːxˌzɪçt
.
Gehörtɡəˈhøːɐ̯t
all's
Ihmiːm
imiˈʔɛm
Haushaʊ̯s
.
Ichɪç
lauf'
-
ichɪç
bring'
Ihmiːm
-
nach links
FANINAL
einaɪ̯n
Klosterˈkloːstɐ
istɪst
zut͡suː
gutɡuːt
!
zum Baron
FANINAL
Sei'n
ausserˈaʊ̯sɐ
Sorg'
.
sehr devot
FANINAL
Weissvaɪ̯s
,
wasvas
ichɪç
Satisfaktionzatɪsfakˈt͡si̯oːn
Ihmiːm
schuldigˈʃʊldɪk
binbɪn
.
Geht schnell ab. Desgleichen gehen Duenna und Mägde ab. Die beiden Italiener sind schon während des Obigen fortgeschlichen.
halb aufgerichtet
BARON
Dadaː
lieg'ich
!
Wasvas
einemˈaɪ̯nəm
Kavalierkavaˈliːɐ̯
nitnɪçt
all's
passierenpaˈsiːʁən
kannkan
iniˈʔɛn
dieserˈdiːzɐ
Wienerˈviːnɐ
Stadtʃtat
!
Wär'
nichtnɪçt
meinmaɪ̯n
Gustoˈɡʊsto
hierhiːɐ̯
-
dadaː
istɪst
einsaɪ̯ns
garɡaːɐ̯
zut͡suː
sehrzeːɐ̯
iniˈʔɛn
Gottesˈɡɔtəs
Handhant
,
wär'
lieberˈliːbɐ
daheimdaˈhaɪ̯m
!
Ein Diener ist aufgetreten, eine Kanne Weines zu servieren.
will trinken, da macht er eine Bewegung, die ihm Schmerzen verursacht
BARON
Oh
!
Oh
!
Derdeːɐ̯
Satanˈzaːtan
!
Oh
!
Oh
!
Sakermentsverfluchter
Bub'
,
nitnɪçt
trockenˈtʁɔkn̩
hintermˈhɪntɐm
Ohroːɐ̯
undʊnt
fuchteltˈfʊxtl̩t
mitmɪt
'n
Spadi
!
in immer grösserer Wut
BARON
Wällischer
Hundsbub'
dasdas
!
Dichdɪç
sollt'
ichɪç
nurnuːɐ̯
erwischenɛɐ̯ˈvɪʃn̩
.
Iniˈʔɛn
Hundezwingerˈhʊndəˌt͡svɪŋɐ
sperr'
ichɪç
dichdɪç
einaɪ̯n
,
beibaɪ̯
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seel'
,
iniˈʔɛn
Hühnerstallˈhyːnɐˌʃtal
!
Iniˈʔɛn
Schweinekofen
!
Tät'dich
kuranzenkuˈʁant͡sn̩
!
Sollstzɔlst
alleˈalə
Engelˈɛŋl̩
singenˈzɪŋən
hör'n
!
zu dem Faninalschen Diener
BARON
Schenk'
Ereːɐ̯
nurnuːɐ̯
einaɪ̯n
dadaː
,
schnellʃnɛl
!
gedämpft
LERCHENAUSCHEN
Wennvɛn
ichɪç
dichdɪç
erwisch'
,
duduː
liegstliːkst
untermˈʊntɐm
Tischtɪʃ
.
Wartvaʁt
,
dichdɪç
richt'
ichɪç
zut͡suː
,
wällischer
Filoufiˈluː
!
Der Arzt schenkt ihm ein und präsentiert den Becher.
nachdem er getrunken, in allmählich besserer Laune
BARON
Undʊnt
dochdɔx
,
mussmʊs
lachenˈlaxn̩
,
wieviː
sichzɪç
sozoː
einaɪ̯n
Loderˈloːdɐ
mitmɪt
seinenˈzaɪ̯nən
siebzehnˈziːpt͡seːn
Jahrjaːɐ̯
diedaɪ
Weltvɛlt
imaginiertimaɡiˈniːɐ̯t
:
meintmaɪ̯nt
,
Gottɡɔt
weissvaɪ̯s
wieviː
ereːɐ̯
michmɪç
kontreveniert
.
Hahahaˈha
!
Umgekehrtˈʊmɡəˌkeːɐ̯t
istɪst
auchaʊ̯x
gefahrenɡəˈfaːʁən
!
Möcht'
umʊm
all's
nichtnɪçt
,
dassdas
ichɪç
demdeːm
Mädelˈmɛːdl̩
-
seinzaɪ̯n
rebellischʁeˈbɛlɪʃ
Aufbegehrenˈaʊ̯fbəˌɡeːʁən
nichtnɪçt
verspüretfɛɐ̯ˈʃpyːʁət
hätt'
!
immer gemütlicher
BARON
Gibtɡiːpt
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
nichtsnɪçt͡s
,
wasvas
michmɪç
sozoː
enflammiert
undʊnt
alsoˈalzo
vehementveheˈmɛnt
verjüngtfɛɐ̯ˈjʏŋt
alsals
wieviː
einaɪ̯n
rechterˈʁɛçtɐ
Trotztʁɔt͡s
.
gedämpft
LERCHENAUSCHEN
Wart'
,
dichdɪç
hau'
i
z'samm
,
wälfischer
Filoufiˈluː
!
Wart'
,
dichdɪç
hau'
i
z'samm
,
dassdas
dichdɪç
Gottɡɔt
verdamm'
!
zum Arzt gewandt
BARON
Herrhɛʁ
Medicus
,
verfüg'
Ereːɐ̯
sichzɪç
vorausfoˈʁaʊ̯s
!
Mach'Er
dasBett
ausaʊ̯s
lauterFederbetten
.
Ichɪç
komm'
.
Ersteːɐ̯st
aberˈaːbɐ
trink'
ichɪç
nochnɔx
.
Marschier'
Ereːɐ̯
nurnuːɐ̯
indessenɪnˈdɛsn̩
.
Der Arzt geht ab mit dem Leiblakai. Annina ist durch den Vorsaal hereingekommen und schleicht sich verstohlen heran, einen Brief in der Hand.
vor sich leise, den zweiten Becher leerend
BARON
Einaɪ̯n
Federbettˈfeːdɐˌbɛt
.
Zweit͡svaɪ̯
Stundenˈʃtʊndn̩
nochnɔx
zut͡suː
Tischtɪʃ
.
Werd'
Zeitlangˈt͡saɪ̯tlaŋ
habenˈhaːbm̩
.
»
Ohneˈoːnə
michmɪç
,
ohneˈoːnə
michmɪç
,
jederˈjeːdɐ
Tagtaːk
dirdiːɐ̯
sozoː
bangbaŋ
,
mitmɪt
mirmiːɐ̯
,
mitmɪt
mirmiːɐ̯
keineˈkaɪ̯nə
Nachtnaxt
dirdiːɐ̯
zut͡suː
langlaŋ
.
«
Annina stellt sich so, dass der Baron sie sehen muss und winkt ihm geheimnisvoll mit dem Brief.
BARON
Fürfyːɐ̯
michmɪç
?
näher
ANNINA
Vonfɔn
derdeːɐ̯
Bewusstenbəˈvʊstn̩
.
BARON
Werveːɐ̯
sollzɔl
damitdaˈmɪt
gemeintɡəˈmaɪ̯nt
seinzaɪ̯n
?
ganz nahe
ANNTNA
Nurnuːɐ̯
eigenhändigˈaɪ̯ɡn̩ˌhɛndɪk
,
insgeheimɪnsɡəˈhaɪ̯m
zut͡suː
übergebenyːbɐˈɡeːbm̩
.
BARON
Luftlʊft
dadaː
!
Die Diener treten zurück, nehmen den Faninalschen ohne weiteres die Weinkanne ab und trinken sie leer.
BARON
Zeig'
Sieziː
dendeːn
Wischvɪʃ
!
reisst mit der Linken den Brief auf. Versucht ihn zu lesen, indem er ihn sehr weit von sich weghält.
BARON
Such'
Sieziː
iniˈʔɛn
meinerˈmaɪ̯nɐ
Tasch
meineˈmaɪ̯nə
Brillenˈbʁɪlən
.
misstrauisch, da sie sich dazu anschickt
BARON
Neinnaɪ̯n
!
Such'
Sieziː
nichtnɪçt
!
Kannkan
Sieziː
Geschriebenesɡəˈʃʁiːbənəs
lesenˈleːzn̩
?
Dadaː
.
nimmt und liest
ANNINA
»
Herrhɛʁ
Kavalierkavaˈliːɐ̯
!
Dendeːn
morgigenˈmɔʁɡɪɡn̩
Abendˈaːbm̩t
hätt'
i
freifʁaɪ̯
.
Sieziː
hamham
mirmiːɐ̯
schonʃoːn
g'fall'n
,
nurnuːɐ̯
g'schamt
hab'
i
mimiː
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
fürstli'n
Gnadeˈɡnaːdə
,
weilvaɪ̯l
i
nochnɔx
garɡaːɐ̯
sozoː
jungjʊŋ
binbɪn
.
Dasdas
bewusstebəˈvʊstə
Mariandel
,
Kammerzofel
undʊnt
Verliebtefɛɐ̯ˈliːptə
.
Wennvɛn
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
Kavalierkavaˈliːɐ̯
dendeːn
Nam'
nitnɪçt
schonʃoːn
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
hathat
.
I
wart'
aufaʊ̯f
Antwortˈantvɔʁt
.
«
entzückt
BARON
Sieziː
wart'
aufaʊ̯f
Antwortˈantvɔʁt
.
Gehtɡeːt
all's
rechtʁɛçt
amaːm
Schnürl
sozoː
wieviː
z'Haus
undʊnt
hathat
nochnɔx
einenˈaɪ̯nən
andernˈandɐn
Schickʃɪk
dazudaˈt͡suː
.
sehr lustig
BARON
Ichɪç
hab'
halthalt
schonʃoːn
einmalˈaɪ̯nmaːl
einaɪ̯n
Ierchenauisch
Glückɡlʏk
.
Komm'
Sieziː
nachnaːx
Tischtɪʃ
,
geb'
Ihriːɐ̯
diedaɪ
Antwortˈantvɔʁt
nachhernaːxˈheːɐ̯
schriftlichˈʃʁɪftlɪç
.
ANNINA
Ganzɡant͡s
zut͡suː
Befehlbəˈfeːl
,
Herrhɛʁ
Kavalierkavaˈliːɐ̯
.
Vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
nichtnɪçt
diedaɪ
Botinˈboːtɪn
?
sie überhörend, vor sich
BARON
»
Ohneˈoːnə
michmɪç
,
ohneˈoːnə
michmɪç
jederˈjeːdɐ
Tagtaːk
dirdiːɐ̯
sozoː
langlaŋ
.
«
dringlicher
ANNINA
Vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
nichtnɪçt
derdeːɐ̯
Botinˈboːtɪn
,
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnad'n
?
BARON
Schonʃoːn
gutɡuːt
Mitmɪt
mirmiːɐ̯
,
mitmɪt
mirmiːɐ̯
keineˈkaɪ̯nə
Nachtnaxt
dirdiːɐ̯
zut͡suː
langlaŋ
.
«
macht nochmals eine Gebärde des Geldforderns
BARON
Dasdas
späterˈʃpɛːtɐ
.
Allsals
aufaʊ̯f
einmalˈaɪ̯nmaːl
.
Danndan
zumt͡sʊm
Schlussʃlʊs
.
Sieziː
wart'
aufaʊ̯f
Antwortˈantvɔʁt
!
Tret'
Sieziː
abaːbeː
indessenɪnˈdɛsn̩
.
Schaff'
Sieziː
einaɪ̯n
Schreibzeugˈʃʁaɪ̯pˌt͡sɔɪ̯k
iniˈʔɛn
meinmaɪ̯n
Zimmerˈt͡sɪmɐ
hinhɪn
dortdɔʁt
drübenˈdʁyːbn̩
,
dassdas
ichɪç
diedaɪ
Antwortˈantvɔʁt
danndan
diktier'
.
geht ab, nicht ohne mit einer drohenden Gebärde hinter des Barons Rücken angezeigt zu haben, dass sie sich bald für seinen Geiz rächen werde
tut noch einen letzten Schluck, er geht, von seinen Leuten begleitet, langsam und behaglich seinem Zimmer zu
BARON
»
Mitmɪt
mirmiːɐ̯
,
mitmɪt
mirmiːɐ̯
keineˈkaɪ̯nə
Nachtnaxt
dirdiːɐ̯
zut͡suː
langlaŋ
!
«
DRITTER AUFZUG
Ein Extrazimmer in einem Gasthaus. Im Hintergrunde links ein Alkoven, darin ein Bett. Der Alkoven durch einen Vorhang verschliessbar, der sich auf- und zuziehen lässt. Mitte links ein Kamin mit Feuer darin. Darüber ein Spiegel. Vorne links Türe ins Nebenzimmer. Gegenüber dem Kamin steht ein für zwei Personen gedeckter Tisch, auf diesem ein grosser, vielarmiger Leuchter. In der Mitte rückwärts Türe auf den Korridor. Daneben rechts ein Büfett. Rechts rückwärts ein blindes Fenster, vorne rechts ein Fenster auf die Gasse. Armleuchter mit Kerzen auf dem Büfett, auf dem Kamin sowie an den Wänden. Es brennt nur je eine Kerze in den Leuchtern auf dem Kamin. Das Zimmer halbdunkel. Annina steht da, als Dame in Trauer gekleidet. Valzacchi richtet ihr den Schleier, zupft da und dort das Kleid zurecht, tritt zurück, mustert sie, zieht einen Crayon aus der Tasche, untermalt ihr die Augen. Die Türe links wird vorsichtig geöffnet, ein Kopf erscheint, verschwindet wieder, dann kommt eine nicht ganz unbedenklich aussehende, aber ehrbar gekleidete Alte hereingeschlüpft, öffnet lautlos die Tür und lässt respektvoll Octavian eintreten, in Frauenkleidern, mit einem Häubchen, wie es die Bürgermädchen tragen.
Octavian, hinter ihm die Alte, gehen auf die beiden anderen zu, werden sogleich von Valzacchi bemerkt, der in seiner Arbeit innehält und sich vor Octavian verneigt. Annina erkennt nicht sofort den Verkleideten, sie kann sich vor Staunen nicht fassen, knickst dann tief. Octavian greift in die Tasche, nicht wie eine Dame, sondern wie ein Herr, und man sieht, dass er unter dem Reifrock Männerkleider und Reitstiefel anhat, aber ohne Sporen) und wirft Valzacchi eine Börse zu.
Valzacchi und Annina küssen ihm die Hände, Annina richtet noch an Octavians Brusttuch. Indessen sind fünf verdächtige Herren unter Vorsichtsmassregeln eingetreten. Valzacchi bedeutet sie mit einem Wink, zu warten. Sie stehen nahe der Türe. Eine Uhr schlägt halb. Valzacchi zieht seine Uhr, zeigt Octavian: es ist hohe Zeit. Octavian geht eilig links ab, gefolgt von der Alten, die als seine Begleiterin fungiert. Annina geht zum Spiegel (alles mit Vorsicht, jedes Geräusch vermeidend), arrangiert sich noch, zieht dann einen Zettel her-vor, woraus sie ihre Rolle zu lernen scheint. Valzacchi nimmt indessen dieVerdächtigen nach vorne, indem er mit Gebärde die Notwendigkeit höchster Vorsicht andeutet. Die Verdächtigen folgen ihm auf den Zehen nach der Mitte. Er bedeutet ihrer einem, ihm zu folgen: lautlos, ganz lautlos. Führt ihn an die Wand rechts, öffnet lautlos eine Falltür unfern des gedeckten Tisches, lässt den Mann hinabsteigen, schliesst wieder die Falltür. Dann winkt er zwei zu sich, schleicht ihnen voran bis an dieEingangstüre, steckt den Kopf heraus, vergewissert sich, dass niemand zusieht, winkt die zwei zu sich, lässt sie dort hinaus. Dann schliesst er die Türe, führt die beiden letzten leise an die Türe zum Nebenzimmer voran, schiebt sie hinaus. Winkt Annina zu sich, geht mit ihr leise links ab, die Türe lautlos hinter sich schliessend. Er kommt wieder herein, klatscht in die Hände. Der eine Versteckte hebt sich mit halbem Leib aus dem Boden hervor. Zugleich erscheinen über dem Bett und an anderen Stellen Köpfe. Auf Valzacchis Wink verschwinden dieselben ebenso plötzlich, die geheimen Schiebetüren schliessen sich ohne Geräusch. Valzacchi sieht abermals nach der Uhr, geht nach rückwärts, öffnet die Eingangstür, dann zieht er ein Feuerzeug hervor und beginnt eifrig, die Kerzen auf dem Tisch anzuzünden. Ein Kellner und ein Kellnerjunge kommen gelaufen mit zwei Stöcken zum Kerzenanzünden. Entzünden die Leuchter auf dem Kamin, auf dem Büfett, dann die zahlreichen Wandarme. Sie haben die Tür hinter sich offen gelassen, man hört aus dem Vorsaal (im Hintergrunde) Tanzmusik spielen. Valzacchi eilt zur Mitteltür, öffnet dienstbeflissen auch den zweiten Flügel, springt unter Verneigung zur Seite.
Baron Ochs erscheint, den Arm in der Schlinge, Octavian an der Linken führend, hinter ihm der Leiblakai. Baron mustert den Raum. Octavian sieht herum, läuft an den Spiegel, richtet sein Haar. Baron bemerkt den Kellner und Kellnerjungen, die noch mehr Kerzen anzünden wollen, winkt ihnen, sie sollten es sein lassen. In ihrem Eifer bemerken sie es nicht.
ungeduldig, reisst den Kellnerjungen vom Stuhl, auf den er gestiegen war, löscht einige ihm zunächst brennende Kerzen mit der Hand aus. Valzacchi zeigt dem Baron diskret den Alkoven und durch eine Spalte des Vorhanges das Bett. Der Wirt mit mehreren Kellnern eilt herbei, den vornehmen Gast zu begrüssen.
WIRT
Habenˈhaːbm̩
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
nochnɔx
weitreˈvaɪ̯tʁə
Befehlebəˈfeːlə
?
KELLNER
Befehl'n
mehrmeːɐ̯
Lichterˈlɪçtɐ
?
WIRT
Einaɪ̯n
grösseresɡʁoːs
Zimmerˈt͡sɪmɐ
?
KELLNER
Befehlenbəˈfeːlən
mehrmeːɐ̯
Lichterˈlɪçtɐ
aufaʊ̯f
demdeːm
Tischtɪʃ
?
Mehrmeːɐ̯
Silberˈzɪlbɐ
?
BARON
Verschwindt's
!
Machtmaxt
mirmiːɐ̯
dasdas
Madelˈmɛːd(ə)l
netneːt
verruckt
!
Wasvas
willvɪl
diedaɪ
Musi
?
Hab'
sieziː
nichtnɪçt
bestelltbəˈʃtɛlt
.
löscht weitere Kerzen aus
WIRT
Schaffenˈʃafn̩
vielleichtfiˈlaɪ̯çt
,
dassdas
manman
sieziː
näherˈnɛːɐ
hörthøːɐ̯t
?
Imiˈʔɛm
Vorsaal
dadaː
alsals
Tafelmusi
.
BARON
Lasslas
Ereːɐ̯
diedaɪ
Musi
,
wovoː
sieziː
istɪst
.
bemerkt das Fenster rechts rückwärts im Rücken des gedeckten Tisches
BARON
Wasvas
istɪst
dasdas
fürfyːɐ̯
einaɪ̯n
Fensterˈfɛnstɐ
dadaː
?
WIRT
Einaɪ̯n
blindesˈblɪndəs
Fensterˈfɛnstɐ
nurnuːɐ̯
.
verneigt sich
WIRT
Darfdaʁf
aufgetragenˈaʊ̯fɡəˌtʁaːɡn̩
werd'n
?
Alle fünf Kellner wollen abeilen.
BARON
Halthalt
,
wasvas
woll'n
diedaɪ
Maikäferˈmaɪ̯ˌkɛːfɐ
dadaː
?
an der Tür
KELLNER
Servier'n
,
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
.
winkt ab
BARON
Brauch'
niemandˈniːmant
nichtnɪçt
.
als sie nicht gehen, heftig
BARON
Packt's
Euchɔɪ̯ç
!
Servierenzɛʁˈviːʁən
wirdvɪʁt
meinmaɪ̯n
Kammerdienerˈkamɐˌdiːnɐ
dadaː
.
Einschenkenˈaɪ̯nˌʃɛŋkn̩
tu'
ichɪç
selberˈzɛlbɐ
.
Verstehtfɛɐ̯ˈʃteːt
Ereːɐ̯
?
Valzacchi bedeutet sie, den Willen Seiner Gnaden wortlos zu respektieren. Schiebt alle zur Tür hinaus.
löscht aufs neue eine Anzahl Kerzen aus, darunter mit einiger Mühe die hoch an der Wand brennenden, zu Valzacchi
BARON
Ereːɐ̯
istɪst
einaɪ̯n
braverˈbʁaːvɐ
Kerlkɛʁl
.
Wennvɛn
Ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
hilfthɪlft
,
diedaɪ
Rechnungˈʁɛçnʊŋ
'runterdrucken
,
danndan
falltfalt
wasvas
abaːbeː
fürfyːɐ̯
Ihniːn
.
Kost'
sicherˈzɪçɐ
hierhiːɐ̯
einaɪ̯n
Martergeld
.
Valzacchi unter Verneigung ab - Octavian ist nun fertig.
führt ihn zu Tisch, sie setzen sich
Der Lakai am Büfett sieht mit unverschämter Neugierde der Entwicklung des tête-à-tête entgegen, stellt Karaffen mit Wein vom Büfett auf den Esstisch. Baron schenkt ein. Octavian nippt. Baron küsst Octavian die Hand. Octavian entzieht ihm die Hand. Baron winkt den Lakaien abzugehen, muss es mehrmals wiederholen, bis die Lakaien endlich gehen.
schiebt sein Glas zurück
OCTAVIAN
Neinnaɪ̯n
,
neinnaɪ̯n
,
neinnaɪ̯n
,
neinnaɪ̯n
!
I
trink'
keinkaɪ̯n
Weinvaɪ̯n
.
BARON
Gehɡeː
,
Herzerl
,
wasvas
denndɛn
?
Mach'
dochdɔx
keineˈkaɪ̯nə
Faxenˈfaksn̩
.
,
OCTAVIAN
Neinnaɪ̯n
,
neinnaɪ̯n
,
neinnaɪ̯n
,
neinnaɪ̯n
,
i
bleib'
netneːt
dadaː
.
springt auf, tut, als wenn er fort wollte
packt sie mit seiner Linken
BARON
Sieziː
machtmaxt
michmɪç
deschparat
.
OCTAVIAN
Ichɪç
weissvaɪ̯s
schonʃoːn
,
wasvas
Sieziː
glaubn
.
Oh
,
Sieziː
schlimmerˈʃlɪmɐ
Herrhɛʁ
!
sehr laut
BARON
Saperdipix
!
Ichɪç
schwör'
beibaɪ̯
meinemˈmaɪ̯nəm
Schutzpatronˈʃʊt͡spaˌtʁoːn
!
tut sehr erschrocken, läuft, als ob er sich irrte, statt zur Ausgangstür gegen den Alkoven, reisst den Vorhang auseinander, erblickt das Bett. Gerät in übermässiges Staunen, kommt ganz betroffen auf den Zehen zurück.
OCTAVIAN
Jesusˈjeːzʊs
Mariamaˈʁiːa
,
stehtʃteːt
a
Bettbɛt
drindʁɪn
,
a
mordsmässigˈmɔʁt͡sˌmɛːsɪç
grossesˈɡʁɔsəs
.
Jajaː
mei
,
werveːɐ̯
schlaftʃlaːft
denndɛn
dadaː
?
führt ihn zurück an den Tisch
BARON
Dasdas
wirdvɪʁt
Sieziː
schonʃoːn
seh'n
.
jetztjɛt͡st
komm'
Sieziː
.
Setz'
Sieziː
sichzɪç
schönʃøːn
.
Kommtkɔmt
gleichɡlaɪ̯ç
werveːɐ̯
mit'n
Essenˈɛsn̩
.
Hathat
Sieziː
denndɛn
keinenˈkaɪ̯nən
Hungerˈhʊŋɐ
nichtnɪçt
?
legt ihr die Hand um die Taille
wirft dem Baron schmachtende Blicke zu
OCTAVIAN
O
wehveː
,
wovoː
Sieziː
dochdɔx
einaɪ̯n
Bräutgam
tuntjuːn
seinzaɪ̯n
.
wehrt ihn ab
BARON
Achax
,
lasslas
Sieziː
schonʃoːn
einmalˈaɪ̯nmaːl
dasdas
fadeˈfaːdə
Wortvɔʁt
!
Sieziː
hathat
dochdɔx
einenˈaɪ̯nən
Kavalierkavaˈliːɐ̯
vorfoːɐ̯
sichzɪç
undʊnt
keinenˈkaɪ̯nən
Seifensiederˈzaɪ̯fn̩ˌziːdɐ
:
Einaɪ̯n
Kavalierkavaˈliːɐ̯
lässtlɛst
allesˈaləs
,
wasvas
ihmiːm
nichtnɪçt
konveniertkɔnveˈniːɐ̯t
,
dadaː
draussenˈdraʊ̯sən
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
Türtyːɐ̯
.
Hierhiːɐ̯
sitztzɪt͡st
keinkaɪ̯n
Bräutigamˈbʁɔɪ̯tɪɡam
undʊnt
keineˈkaɪ̯nə
Kammerjungferˈkamɐˌjʊŋfɐ
nichtnɪçt
:
Hierhiːɐ̯
sitztzɪt͡st
mitmɪt
seinerˈzaɪ̯nɐ
Allerschönsten
einaɪ̯n
Verliebterfɛɐ̯ˈliːptɐ
beimbaɪ̯m
Souperzuˈpeː
.
zieht sie an sich
lehnt sich kokett in den Sessel zurück, mit halbgeschlossenen Augen
erhebt sich, der Moment für den ersten Kuss scheint ihm gekommen. Wie sein Gesicht dem der Partnerin ganz nahe ist, durchzuckt ihn jäh die Ahnlichkeit mit Octavian. Er fährt zurück und greift unwillkürlich nach dem verwundeten Arm.
BARON
Istɪst
e
i
n
Gesichtɡəˈzɪçt
!
Verfluchterfɛɐ̯ˈfluːxtɐ
Bubbuːp
!
Verfolgtfɛɐ̯ˈfɔlkt
michmɪç
alsoˈalzo
wacherˈvaxɐ
undʊnt
imiˈʔɛm
Traumtʁaʊ̯m
!
öffnet die Augen und blickt ihn frech und kokett an
OCTAVIAN
Wasvas
meintmaɪ̯nt
Ereːɐ̯
denndɛn
?
BARON
Siehstziːst
einemˈaɪ̯nəm
ähnlichˈɛːnlɪç
,
einemˈaɪ̯nəm
gottverfluchten
Kerlkɛʁl
!
OCTAVIAN
Ah
gehɡeː
!
Dasdas
hab'
i
nonoː
netneːt
g'hört
!
nun wieder versichert, dass es die Zofe ist, zwingt sich zu einem Lächeln. Aber der Schreck ist ihm nicht ganz aus den Gliedern. Er muss Luft schöpfen und der Kuss bleibt aufgeschoben. Der Mann unter der Falltür öffnet zu früh und kommt zum Vorschein.
der ihm gegenübersitzt, winkt ihm eifrig, zu verschwinden. Der Mann verschwindet sofort. Baron, der, um den unangenehmen Eindruck von sich abzuschütteln, ein paar Schritte getan hat und sie von rückwärts umschlingen und küssen will, sieht gerade noch den Mann. Er erschrickt heftig, zeigt hin.
als verstände er nicht
OCTAVIAN
Wasvas
istɪst
mitmɪt
Ihmiːm
?
auf die Stelle deutend, wo die Erscheinung verschwunden ist
BARON
Wasvas
warvaːɐ̯
denndɛn
dasdas
?
Hathat
Sieziː
dendeːn
nichtnɪçt
gesehn
?
OCTAVIAN
Dadaː
isiːs
j
a
nixnɪks
.
BARON
Dadaː
isiːs
nixnɪks
?
nun wieder ihr Gesicht angstvoll musternd
BARON
Sozoː
?
Undʊnt
dadaː
isiːs
auchaʊ̯x
nixnɪks
?
fährt mit der Hand über ihr Gesicht
OCTAVIAN
Dadaː
isiːs
mei'
G'sicht
.
atmet schwer, schenkt sich ein Glas Wein ein
BARON
Dadaː
isiːs
Ihriːɐ̯
G'sicht
-
undʊnt
dadaː
isiːs
nixnɪks
-
mirmiːɐ̯
scheintʃaɪ̯nt
,
ichɪç
hab'
diedaɪ
Kongestion
.
setzt sich schwer, es ist ihm ängstlich zumute. Die Tür geht auf, man hört draussen wieder die Musik. Der Lakai kommt und serviert.
sehr weich
OCTAVIAN
Diedaɪ
schöneˈʃøːnə
Musi
!
wieder sehr laut
BARON
Isiːs
mei
Leiblied
,
weissvaɪ̯s
Sieziː
dasdas
?
horcht auf die Musik
OCTAVIAN
Dadaː
mussmʊs
maɛmˈʔaː
weinenˈvaɪ̯nən
.
BARON
Wasvas
?
OCTAVIAN
Weil's
garɡaːɐ̯
sozoː
schönʃøːn
isiːs
.
BARON
Wasvas
,
weinenˈvaɪ̯nən
?
Wär'nicht
schlechtʃlɛçt
.
Kreuzlustig
mussmʊs
Sieziː
seinzaɪ̯n
,
diedaɪ
Musi
gehtɡeːt
insɪns
Blutbluːt
.
sentimental
BARON
Gspürt
Sie's
jetztjɛt͡st
-
winkt dem Lakaien abzugehen
BARON
aufaʊ̯f
diedaɪ
letztlɛt͡st
,
g'spürt
Sie's
dahier
,
dassdas
Sieziː
ausaʊ̯s
mirmiːɐ̯
machenˈmaxn̩
kannkan
allesˈaləs
freifʁaɪ̯
,
wasvas
Sieziː
nurnuːɐ̯
willvɪl
.
geht zögernd ab, öffnet nochmals die Tür, schaut mit frecher Neugierde herein und verschwindet erst auf einen neuen heftigen Wink des Barons gänzlich
zurückgelehnt, wie zu sich selbst sprechend, mit unmässiger Traurigkeit
OCTAVIAN
Eseːs
isiːs
jajaː
eh
alsals
einsaɪ̯ns
,
eseːs
isiːs
jajaː
eh
alsals
einsaɪ̯ns
,
wasvas
einaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
nochnɔx
sozoː
jachjax
begehrtbəˈɡeːɐ̯t
.
indes der Baron ihre Hand fasst
OCTAVIAN
Geh'
,
eseːs
isiːs
j
a
all's
netneːt
drumi
wertveːɐ̯t
.
lässt ihre Hand fahren
BARON
Eiaɪ̯
,
wieviː
denndɛn
?
Isiːs
sehrzeːɐ̯
wohlvoːl
derdeːɐ̯
Müh'
wertveːɐ̯t
.
immer gleich melancholisch, wirft dem Baron schmachtende Blicke zu
OCTAVIAN
Wieviː
diedaɪ
Stund'
hingehtˈhɪnˌɡeːt
,
wieviː
derdeːɐ̯
Windvɪnt
verwehtfɛɐ̯ˈveːt
,
sozoː
sindzɪnt
wirviːɐ̯
baldbalt
alleˈalə
zweit͡svaɪ̯
dahindaˈhɪn
.
Menschenˈmɛnʃn̩
sin'ma
halthalt
.
schmachtender Blick auf den Baron
Richtn's nicht mit G'walt, weint uns niemand nach, net dir net und net mir.
BARON
Machtmaxt
Sieziː
derdeːɐ̯
Weinvaɪ̯n
leichtlaɪ̯çt
immerˈɪmɐ
sozoː
?
Isiːs
ganzɡant͡s
g'wiss
Ihriːɐ̯
Miederˈmiːdɐ
,
dasdas
aufsaʊ̯fs
Herzerl
Ihriːɐ̯
drucktdʁʊkt
.
mit geschlossenen Augen, gibt keine Antwort
steht auf und will ihr das Mieder aufschnüren
BARON
jetztjɛt͡st
wird's
freifʁaɪ̯
mirmiːɐ̯
a
bisserlˈbɪsɐl
heisshaɪ̯s
.
Schnell entschlossen nimmt er seine Perücke ab und sucht sich einen Platz, sie abzulegen. Indem erblickt er ein Gesicht, das sich wieder im Alkoven zeigt und ihn anstarrt. Das Gesicht verschwindet gleich wieder. Er sagt sich: Kongestionen! und verscheucht den Schrecken, muss sich aber doch die Stirne abwischen. Sieht nun wieder die Zofe willenlos wie mit gelösten Gliedern dasitzen. Das ist stärker als alles, und er nähert sich ihr zärtlich. Da meint er wieder das Gesicht Octavians ganz nahe dem seinigen zu erkennen, und er fährt abermals zurück. Mariandl rührt sich kaum. Abermals verscheucht der Baron sich den Schreck, zwingt Munterkeit in sein Gesicht zurück, da fällt sein Auge abermals auf einen fremden Kopf, welcher aus der Wand hervorstarrt. Nun ist er masslos geängstigt, er schreit dumpf auf, ergreift die Tischglocke und schwingt sie wie rasend.
BARON
Dadaː
undʊnt
dadaː
undʊnt
dadaː
undʊnt
dadaː
!
Plötzlich springt das angeblich blinde Fenster auf. Annina in schwarzer Trauerkleidung erscheint und zeigt mit ausgestreckten Armen auf den Baron.
ausser sich vor Angst
BARON
Dadaː
undʊnt
dadaː
undʊnt
dadaː
undʊnt
dadaː
!
sucht sich den Rücken zu decken
ANNINA
Ereːɐ̯
istɪst
eseːs
!
Eseːs
istɪst
meinmaɪ̯n
Mannman
!
Ereːɐ̯
ist's
!
verschwindet
angstvoll
BARON
Wasvas
istɪst
denndɛn
dasdas
?
OCTAVIAN
Dasdas
Zimmerˈt͡sɪmɐ
istɪst
verhextfɛɐ̯ˈhɛkst
.
schlägt ein Kreuz
gefolgt von dem Intriganten, der sie scheinbar abzuhalten sucht, vom Wirt und von drei Kellnern, stürzt zur Mitteltür herein,- sie bedient sich des böhmisch-deutschen Akzents, aber gebildeter Sprechweise.
ANNINA
Eseːs
istɪst
meinmaɪ̯n
Mannman
,
ichɪç
leg'
Beschlagbəˈʃlaːk
aufaʊ̯f
ihniːn
!
Gottɡɔt
istɪst
meinmaɪ̯n
Zeugeˈt͡sɔɪ̯ɡə
,
Sieziː
sindzɪnt
meineˈmaɪ̯nə
Zeugenˈt͡sɔɪ̯ɡn̩
!
Gerichtɡəˈʁɪçt
!
Hoheˈhoːə
Obrigkeitˈoːbʁɪkkaɪ̯t
!
Diedaɪ
Kaiserinˈkaɪ̯zəʁɪn
mussmʊs
ihniːn
mirmiːɐ̯
wiederˈviːdɐ
gebenˈɡeːbm̩
!
zum Wirt
BARON
Wasvas
willvɪl
dasdas
Weibsbildˈvaɪ̯psˌbɪlt
dadaː
vonfɔn
mirmiːɐ̯
,
Herrhɛʁ
Wirtvɪʁt
!
Wasvas
willvɪl
derdeːɐ̯
dortdɔʁt
undʊnt
derdeːɐ̯
undʊnt
derdeːɐ̯
undʊnt
derdeːɐ̯
?
zeigt nach allen Richtungen
BARON
Derdeːɐ̯
Teufelˈtɔɪ̯fl̩
frequentier'
Seinzaɪ̯n
gottverfluchtes
Extrazimmer
!
ANNINA
Ereːɐ̯
wagtvaːkt
michmɪç
zut͡suː
verleugnenfɛɐ̯ˈlɔɪ̯ɡnən
,
ah
!
Tuttuːt
,
alsals
oboːˈbeː
ereːɐ̯
michmɪç
nichtnɪçt
täteˈtɛːtə
kennenˈkɛnən
!
hat sich eine kalte Kompresse auf den Kopf gelegt, hält sie mit der Linken fest, geht dann dicht auf die Kellner, den Wirt, zuletzt auf Annina zu, mustert sie ganz scharf, um sich über ihre Realität klar zu werden
BARON
Istɪst
auchaʊ̯x
lebendigleˈbɛndɪk
!
wirft die Kompresse weg. Sehr bestimmt
BARON
Ichɪç
hab'
,
wahrhaftigenvaːɐ̯ˈhaftɪɡn̩
Gottɡɔt
,
dasdas
Möbelˈmøːbl̩
nieniː
gesehn
!
zum Wirt
BARON
Debarassier'
Ereːɐ̯
michmɪç
undʊnt
lass'
Ereːɐ̯
fortservier'n
!
Ichɪç
hab'
Seinzaɪ̯n
Beislˈbaɪ̯zl̩
heuthɔɪ̯t
zumt͡sʊm
letztenmal
betretenbəˈtʁeːtn̩
.
als entdeckte sie jetzt erst die Gegenwart Octavians
ANNINA
Ah
!
Eseːs
istɪst
wahrvaːɐ̯
,
wasvas
mirmiːɐ̯
berichtetbəˈʁɪçtət
wurdeˈvʊʁdə
,
ereːɐ̯
willvɪl
einaɪ̯n
zweitesˈt͡svaɪ̯təs
Malmaːl
heiratenˈhaɪ̯ʁaːtən
,
derdeːɐ̯
Infameɪnˈfaːmə
,
einaɪ̯n
zweitesˈt͡svaɪ̯təs
unschuldigesˈʊnʃʊldɪɡəs
Mädchenˈmeːtçən
,
sozoː
wieviː
ichɪç
eseːs
warvaːɐ̯
!
erschrocken
KELLNER
Oh
,
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
!
BARON
Binbɪn
ichɪç
iniˈʔɛn
einemˈaɪ̯nəm
Narrenturm
?
Kreuzelement
!
schüttelt kräftig mit der Linken Valzacchi, der ihm zunächst steht
BARON
Binbɪn
ichɪç
derdeːɐ̯
Baronbaˈʁoːn
vonfɔn
Lerchenau
oderˈoːdɐ
binbɪn
ichɪç
eseːs
nichtnɪçt
?
Binbɪn
ichɪç
beibaɪ̯
mirmiːɐ̯
?
fährt mit dem Finger ins Licht
BARON
Isiːs
dasdas
,
einaɪ̯n
Kerzl
?
schlägt mit der Serviette durch die Luft
BARON
Isiːs
dasdas
einaɪ̯n
Serviettl
?
ANNINA
Jajaː
,
j
a
,
duduː
bistbɪst
eseːs
undʊnt
sozoː
wahrvaːɐ̯
,
alsals
duduː
eseːs
bistbɪst
,
binbɪn
ichɪç
eseːs
auchaʊ̯x
undʊnt
duduː
erkennstɛɐ̯ˈkɛnst
michmɪç
wohlvoːl
,
Leupold
bedenk'
:
Antonˈantoːn
vonfɔn
Lerchenau
,
dortdɔʁt
obenˈoːbm̩
richtetˈʁɪçtət
dichdɪç
einaɪ̯n
Höhererˈhøːəʁɐ
!
erschrickt zuerst heftig, dass sie in ihrer Anrede unterbrochen wird, fasst sich aber schnell
starrt sie fassungslos an
BARON
Kommtkɔmt
mirmiːɐ̯
bekanntbəˈkant
vorfoːɐ̯
.
sieht wieder auf Octavian
BARON
Hab'n
doppelteˈdɔpl̩tə
Gesichterɡəˈzɪçtɐ
alleˈalə
miteinanderˈmɪtʔaɪ̯ˌnandɐ
.
WIRT
Diedaɪ
armeˈaʁmə
Fraufʁaʊ̯
Baroninbaˈʁoːnɪn
!
KELLNER
Diedaɪ
armeˈaʁmə
Fraufʁaʊ̯
,
diedaɪ
armeˈaʁmə
Fraufʁaʊ̯
Baroninbaˈʁoːnɪn
!
zwischen vier und zehn Jahren stürzen zu früh herein und auf den Baron zu
KINDER
Papaˈpapa
!
Papaˈpapa
!
Papaˈpapa
!
ANNINA
Hörsthøːɐ̯st
duduː
diedaɪ
Stimmeˈʃtɪmə
deinesˈdaɪ̯nəs
Blutesˈbluːtəs
!?
Kinderˈkɪndɐ
,
hebtheːpt
diedaɪ
Händeˈhɛndə
aufaʊ̯f
zut͡suː
ihmiːm
!
schlägt wütend mit einer Serviette, die er vom Tisch reisst, nach den Kindern; zum Wirt
BARON
Debarassier'
Ereːɐ̯
michmɪç
vonfɔn
denenˈdeːnən
dadaː
,
vonfɔn
derdeːɐ̯
,
vonfɔn
demdeːm
,
vonfɔn
demdeːm
,
vonfɔn
demdeːm
!
zeigt nach allen Richtungen. Valzaechi indessen zu Octavian leise
zu Valzacchi
OCTAVIAN
Istɪst
gleichɡlaɪ̯ç
werveːɐ̯
fortfoːɐ̯
,
dendeːn
Faninal
zut͡suː
holenˈhoːlən
?
leise
VALZACCHI
Sogleichzoˈɡlaɪ̯ç
iniˈʔɛn
Anfangˈanˌfaŋ
.
Wirdvɪʁt
sogleichzoˈɡlaɪ̯ç
zurt͡suːɐ̯
Stelleˈʃtɛlə
seinzaɪ̯n
.
im Rücken des Barons leise
WIRT
Haltenˈhaltn̩
zut͡suː
Gnadenˈɡnaːdn̩
,
gehenˈɡeːən
nitnɪçt
zut͡suː
weitvaɪ̯t
,
könntenˈkœntn̩
rechtʁɛçt
böseˈbøːzə
Folgenˈfɔlɡn̩
g'spürenl
Bitterböseˈbɪtɐˌbøːzə
!
BARON
Wasvas
?
ichɪç
wasvas
g'spür'n
?
Vonfɔn
demdeːm
Möbelˈmøːbl̩
dadaː
?
Hab's
nieniː
nichtnɪçt
angerührtˈanɡəˌʁyːɐ̯t
,
nichtnɪçt
mitmɪt
derdeːɐ̯
Feuerzang'
!
schreit laut auf
ANNINA
Aah
!
wie oben
WIRT
Diedaɪ
Bigamiebiɡaˈmiː
istɪst
halthalt
keinkaɪ̯n
G'spass
,
isiːs
einaɪ̯n
Kapitalverbrechenkapiˈtaːlfɛɐ̯ˌbʁɛçn̩
!
zum Baron leise
VALZACCHI
Ikɪk
rat'
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
,
sei'n
vorsiktig
,
diedaɪ
Sittenpolizeiˈzɪtn̩poliˌt͡saɪ̯
seinzaɪ̯n
garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
toleranttoləˈʁant
!
BARON
Diedaɪ
Bigamiebiɡaˈmiː
?
Diedaɪ
Sittenpolizeiˈzɪtn̩poliˌt͡saɪ̯
?
die Stimmen der Kinder nachahmend
BARON
Papaˈpapa
,
Papaˈpapa
?
greift sich wie verloren an den Kopf, dann wütend
BARON
Schmeiss'
Ereːɐ̯
hinaushɪˈnaʊ̯s
dasdas
Trauerpferd
!
Werveːɐ̯
?
Wasvas
?
Ereːɐ̯
willvɪl
nichtnɪçt
?
Wasvas
?
Polizeiˌpoliˈt͡saɪ̯
!
Diedaɪ
Lacklnlakl̩n
woll'n
nichtnɪçt
?
Spieltʃpiːlt
dasdas
Gelichterɡəˈlɪçtɐ
leichtlaɪ̯çt
allesˈaləs
unterˈʊntɐ
einemˈaɪ̯nəm
Lederˈleːdɐ
?
Seinzaɪ̯n
wirviːɐ̯
iniˈʔɛn
Frankreichˈfʁaŋkʁaɪ̯ç
?
Seinzaɪ̯n
wirviːɐ̯
unterˈʊntɐ
Kurutzen
?
Oderˈoːdɐ
iniˈʔɛn
kaiserlicherˈkaɪ̯zɐˌlɪçɐ
Hauptstadtˈhaʊ̯ptˌʃtat
?
reisst das Gassenfenster auf
BARON
Polizeiˌpoliˈt͡saɪ̯
!
Heraufhɛˈʁaʊ̯f
dadaː
,
Polizeiˌpoliˈt͡saɪ̯
:
Giltɡɪlt
Ordnungˈɔʁdnʊŋ
herzustellenˈheːɐ̯t͡suˌʃtɛlən
undʊnt
einerˈaɪ̯nɐ
Standsperson
zut͡suː
Hilf'
zut͡suː
eilenˈaɪ̯lən
!
Man hört auf der Gasse laute Rufe nach der Polizei.
jammernd
WIRT
Meinmaɪ̯n
renommiertesʁenɔˈmiːɐ̯təs
Haushaʊ̯s
!
Dasdas
mussmʊs
meinmaɪ̯n
Haushaʊ̯s
erlebenɛɐ̯ˈleːbm̩
!
plärrend
KINDER
Papaˈpapa
!
Papaˈpapa
!
Papaˈpapa
!
Kommissarius mit zwei Wächtern treten auf. Alles rangiert sich, ihnen Platz zu machen.
zu Octavian
VALZACCHI
Oh
wehveː
,
wasvas
maken
wirviːɐ̯
?
OCTAVIAN
Verlass'
Ereːɐ̯
sichzɪç
aufaʊ̯f
michmɪç
undʊnt
lasslas
Er's
gehnɡeːn
,
wie's
gehtɡeːt
.
VALZACCHI
Zut͡suː
Euerˈɔɪ̯ɐ
Exzellenzɛkst͡sɛˈlɛnt͡s
Befehlbəˈfeːl
!
scharf
KOMMISSARIUS
Halthalt
!
Keinerˈkaɪ̯nɐ
rührtʁyːɐ̯t
sichzɪç
!
Wasvas
istɪst
losloːs
?
Werveːɐ̯
hathat
umʊm
Hilf'
geschrienɡəˈʃʁiːn
?
Werveːɐ̯
hathat
Skandalskanˈdaːl
gemachtɡəˈmaxt
?
auf ihn zu, mit der Sicherheit des grossen Herrn
BARON
Isiːs
all's
iniˈʔɛn
Ordnungˈɔʁdnʊŋ
jetztjɛt͡st
.
Binbɪn
mitmɪt
Ihmiːm
wohlvoːl
zufriedent͡suˈfʁiːdn̩
.
Hab'
gleichɡlaɪ̯ç
erhofftɛɐ̯ˈhɔft
,
dassdas
iniˈʔɛn
Wienviːn
all's
wieviː
amaːm
Schnürl
gehtɡeːt
.
vergnügt
BARON
Schaff'
Ereːɐ̯
dasdas
Packpak
mirmiːɐ̯
vomfɔm
Halshals
.
Ichɪç
willvɪl
iniˈʔɛn
Ruh'
soupierenzuˈpiːʁən
.
KOMMISSARIUS
Werveːɐ̯
istɪst
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
?
Wasvas
gibtɡiːpt
demdeːm
Herrnhɛʁn
Befugnisbəˈfuːknɪs
?
Istɪst
Ereːɐ̯
derdeːɐ̯
Wirtvɪʁt
?
Baron sperrt den Mund auf
scharf
KOMMISSARIUS
Danndan
halt'
Ereːɐ̯
sichzɪç
gefälligɡəˈfɛlɪk
stillʃtɪl
undʊnt
wart'
Ereːɐ̯
,
bisbɪs
manman
Ihniːn
vernehmenfɛɐ̯ˈneːmən
wirdvɪʁt
.
retiriert sich etwas, perplex, beginnt nach seiner Perücke zu suchen, die in dem Tumult abhanden gekommen ist und unauffindbar bleibt
setzt sich, die zwei Wächter nehmen hinter ihm Stellung
KOMMISSARIUS
Wovoː
istɪst
derdeːɐ̯
Wirtvɪʁt
?
devot
WIRT
Michmɪç
demdeːm
Herrnhɛʁn
Oberkommissarius
schönstens
zut͡suː
rekommandierenʁekɔmanˈdiːʁən
.
KOMMISSARIUS
Diedaɪ
Wirtschaftˈvɪʁtʃaft
dadaː
rekommandiertʁekɔmanˈdiːɐ̯t
Ihniːn
schlechtʃlɛçt
.
Bericht'
Ereːɐ̯
jetztjɛt͡st
!
Vonfɔn
Anfangˈanˌfaŋ
!
WIRT
Herrhɛʁ
Kommissarkɔmɪˈsaːɐ̯
!
Derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
-
KOMMISSARIUS
Derdeːɐ̯
grosseˈɡʁɔsə
Dickeˈdɪkə
dadaː
?
Wovoː
hathat
ereːɐ̯
seinzaɪ̯n
Paruckl
?
der die ganze Zeit gesucht hat
BARON
Umʊm
dasdas
frag'
ichɪç
Ihniːn
!
WIRT
Dasdas
istɪst
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
vonfɔn
Lerchenau
!
KOMMISSARIUS
Genügtɡəˈnyːkt
nichtnɪçt
.
BARON
Wasvas
?
KOMMISSARIUS
Hathat
Ereːɐ̯
Personenpɛʁˈzoːnən
nahebeinaːəˈbaɪ̯
,
diedaɪ
fürfyːɐ̯
Ihniːn
Zeugnisˈt͡sɔɪ̯knɪs
gebenˈɡeːbm̩
?
BARON
Gleichɡlaɪ̯ç
beibaɪ̯
derdeːɐ̯
Handhant
!
Dadaː
hierhiːɐ̯
meinmaɪ̯n
Sekretärzekʁeˈtɛːɐ̯
,
einaɪ̯n
Italieneritaˈli̯eːnɐ
.
wechselt mit Octavian einen Blick des Einverständnisses
VALZACCIII
Ikɪk
exkusier'
mik
.
lk
weissvaɪ̯s
nixnɪks
.
Diedaɪ
Herrhɛʁ
kannkan
seinzaɪ̯n
Baronbaˈʁoːn
,
kannkan
seinzaɪ̯n
auchaʊ̯x
nitnɪçt
.
Ikɪk
weissvaɪ̯s
vonfɔn
nixnɪks
.
ausser sich
BARON
Dasdas
istɪst
dochdɔx
starkʃtaʁk
,
wällisches
Luderˈluːdɐ
,
falschesˈfalʃəs
!
zum Baron, scharf
KOMMISSARIUS
Fürsfyːɐ̯s
ersteˈeːɐ̯stə
moderier'
Ereːɐ̯
sichzɪç
.
der bis jetzt ruhig rechts gestanden, tut nun, als ob er, in Verzweiflung hin und her irrend, den Ausweg nicht fände und das Fenster für eine Ausgangstür hält
OCTAVIAN
Oh
meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
,
iniˈʔɛn
diedaɪ
Erd'n
möcht'
ichɪç
sinkenˈzɪŋkn̩
!
Heiligeˈhaɪ̯lɪɡə
Mutterˈmʊtɐ
vonfɔn
Mariamaˈʁiːa
Taferl
!
KOMMISSARIUS
Werveːɐ̯
istɪst
dortdɔʁt
diedaɪ
jungeˈjʊŋə
Personpɛʁˈzoːn
?
BARON
Diedaɪ
?
Niemandˈniːmant
.
Sieziː
stehtʃteːt
unterˈʊntɐ
meinerˈmaɪ̯nɐ
Protektionpʁotɛkˈt͡si̯oːn
!
KOMMISSARIUS
Ereːɐ̯
selberˈzɛlbɐ
wirdvɪʁt
baldbalt
eineˈaɪ̯nə
Protektionpʁotɛkˈt͡si̯oːn
sehrzeːɐ̯
nötigˈnøːtɪk
habenˈhaːbm̩
.
Werveːɐ̯
istɪst
dasdas
jungeˈjʊŋə
Dingdɪŋ
,
wasvas
machtmaxt
Sieziː
hierhiːɐ̯
?
blickt um sich
KOMMISSARIUS
Ichɪç
willvɪl
nichtnɪçt
hoffenˈhɔfn̩
,
dassdas
Ereːɐ̯
einaɪ̯n
gottverdammterɡɔtfɛɐ̯ˈdamtɐ
Debauchierer
undʊnt
Verführerfɛɐ̯ˈfyːʁɐ
istɪst
!
Dadaː
könnt's
Ihmiːm
schlechtʃlɛçt
ergehn
.
Wieviː
kommtkɔmt
Ereːɐ̯
zut͡suː
demdeːm
Mädelˈmɛːdl̩
?
Antwortˈantvɔʁt
willvɪl
ichɪç
.
OCTAVIAN
I
geh'
insɪns
Wasserˈvasɐ
!
rennt gegen den Alkoven, wie um zu flüchten, reisst den Vorhang auf, so dass man das Bett friedlich beleuchtet dastehen sieht
erhebt sich
KOMMISSARIUS
Herrhɛʁ
Wirtvɪʁt
,
wasvas
seh'
ichɪç
dadaː
?
Wasvas
fürfyːɐ̯
einaɪ̯n
Handwerkˈhantˌvɛʁk
treibttʁaɪ̯pt
denndɛn
Ereːɐ̯
?
verlegen
WIRT
Wennvɛn
ichɪç
Personenpɛʁˈzoːnən
vonfɔn
Standʃtant
zumt͡sʊm
Speisenˈʃpaɪ̯zn̩
oderˈoːdɐ
Nachtmahlˈnaxtˌmaːl
hab'
-
KOMMISSARIUS
Halt'
Ereːɐ̯
dendeːn
Mundmʊnt
.
Ihniːn
nehm'
ichɪç
späterˈʃpɛːtɐ
vorfoːɐ̯
.
zum Baron
KOMMISSARIUS
Jetztjɛt͡st
zähl'
ichɪç
nochnɔx
bisbɪs
dreidʁaɪ̯
,
danndan
willvɪl
ichɪç
wissenˈvɪsn̩
,
wieviː
Ereːɐ̯
dadaː
zut͡suː
demdeːm
jungenˈjʊŋən
Bürgermädchenˈbʏʁɡɐˌmɛːtçən
kommtkɔmt
!
Ichɪç
willvɪl
nichtnɪçt
hoffenˈhɔfn̩
,
dassdas
Ereːɐ̯
sichzɪç
einerˈaɪ̯nɐ
falschenˈfalʃn̩
Aussag'
wirdvɪʁt
unterfangenʊntɐˈfaŋən
.
Wirt und Valzacchi deuten dem Baron durch Gebärden die Gefährlichkeit der Situation und die Wichtigkeit seiner Aussage an.
winkt ihnen mit grosser Sicherheit, sich auf ihn zu verlassen, er sei kein heuriger Has
BARON
Wirdvɪʁt
wohlvoːl
keinkaɪ̯n
Anstandˈanˌʃtant
seinzaɪ̯n
beibaɪ̯
ihmiːm
,
Herrhɛʁ
Kommissarkɔmɪˈsaːɐ̯
,
wennvɛn
eineˈaɪ̯nə
Standsperson
mitmɪt
seinerˈzaɪ̯nɐ
ihmiːm
verlobtenfɛɐ̯ˈloːptn̩
Brautbʁaʊ̯t
umʊm
neuneˈnɔɪ̯nə
abendsˈaːbm̩t͡s
einaɪ̯n
Souperzuˈpeː
einnehmenˈaɪ̯nˌneːmən
tuttuːt
.
blickt um sich, die Wirkung seiner schlauen Aussage abzuwarten
KOMMISSARIUS
Dasdas
wäreˈvɛːʁə
Seineˈzaɪ̯nə
Brautbʁaʊ̯t
?
Geb'
Ereːɐ̯
dendeːn
Namenˈnaːmən
anaːˈʔɛn
vomfɔm
Vaterˈfaːtɐ
undʊnt
's
Logisloˈʒiː
.
Wennvɛn
Seineˈzaɪ̯nə
Angab'
stimmtʃtɪmt
,
magmaːk
Ereːɐ̯
sichzɪç
mitmɪt
derdeːɐ̯
Jungferˈjʊŋfɐ
retirierenʁetiˈʁiːʁən
.
BARON
Ichɪç
binbɪn
wahrhaftigvaːɐ̯ˈhaftɪk
nichtnɪçt
gewohntɡəˈvoːnt
,
iniˈʔɛn
dieserˈdiːzɐ
Weiseˈvaɪ̯zə
-
scharf
KOMMISSARIUS
Mach'
Ereːɐ̯
seinzaɪ̯n
Aussag'
oderˈoːdɐ
ichɪç
zieh'
andereˈandəʁə
Saitenˈzaɪ̯tn̩
aufaʊ̯f
.
BARON
Werd'
nichtnɪçt
mankieren
.
Isiːs
diedaɪ
Jungferˈjʊŋfɐ
Faninal
Sophiazoˈfiːa
Annaaˈnaː
Barbaraˈbaʁbaʁa
,
ehelicheˈeːəlɪçə
Tochterˈtɔxtɐ
desdɛs
wohlgeborenenˈvoːlɡəˌboːʁənən
Herrnhɛʁn
vonfɔn
Faninal
,
wohnhaftˈvoːnhaft
imiˈʔɛm
»
Hofhoːf
«
imiˈʔɛm
eignenˈaɪ̯ɡnən
Palaispaˈlɛː
.
An der Tür haben sich Gasthofpersonal, andere Gäste, auch einige der Musiker aus dem anderen Zimmer neugierig angesammelt. Herr von Faninal drängt sich durch sie durch, eilig aufgeregt in Hut und Mantel.
FANINAL
Zurt͡suːɐ̯
Stelleˈʃtɛlə
!
Wasvas
wirdvɪʁt
vonfɔn
mirmiːɐ̯
gewünschtɡəˈvʏnʃt
?
auf den Baron zu
FANINAL
Wieviː
siehtziːt
Ereːɐ̯
ausaʊ̯s
?
Warvaːɐ̯
mirmiːɐ̯
vermutendfɛɐ̯ˈmuːtn̩t
nichtnɪçt
zut͡suː
dieserˈdiːzɐ
Stundeˈʃtʊndə
,
iniˈʔɛn
einaɪ̯n
gemeinesɡəˈmaɪ̯nəs
Beislˈbaɪ̯zl̩
depeschiertdepɛˈʃiːɐ̯t
zut͡suː
werdenˈveːɐ̯dn̩
!
sehr erstaunt und unangenehm berührt
BARON
Werveːɐ̯
hathat
Ihniːn
hierherˈhiːɐ̯ˈheːɐ̯
depeschiertdepɛˈʃiːɐ̯t
?
Iniˈʔɛn
Dreiteufels
Namenˈnaːmən
?
halblaut zu ihm
FANINAL
Wasvas
sollzɔl
mirmiːɐ̯
diedaɪ
saudummeˈzaʊ̯ˈdʊmə
Frag'
,
Herrhɛʁ
Schwiegersohnˈʃviːɡɐˌzoːn
?
Wovoː
Ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
schierˈʃiːɐ
diedaɪ
Türtyːɐ̯
einrennenˈaɪ̯nˌʁɛnən
lässtlɛst
mitmɪt
Botschaftˈboːtʃaft
,
ichɪç
sollzɔl
sehrzeːɐ̯
schnellʃnɛl
herbeihɛɐ̯ˈbaɪ̯
undʊnt
Ihmiːm
iniˈʔɛn
einerˈaɪ̯nɐ
üblenˈyːblən
Lageˈlaːɡə
soutenieren
,
iniˈʔɛn
diedaɪ
Ereːɐ̯
unverschuldeterweise
geratenɡəˈʁaːtn̩
istɪst
!
greift sich an den Kopf
KOMMISSARIUS
Werveːɐ̯
istɪst
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
?
Wasvas
schafftʃaft
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
mitmɪt
Ihmiːm
?
BARON
Nichtsnɪçt͡s
vonfɔn
Bedeutungbəˈdɔɪ̯tʊŋ
.
Istɪst
blossbloːs
einaɪ̯n
Bekannterbəˈkantɐ
,
hälthɛlt
sichzɪç
perpeːɐ̯
Zufallˈt͡suːˌfal
hierhiːɐ̯
imiˈʔɛm
Gasthausˈɡastˌhaʊ̯s
aufaʊ̯f
.
KOMMISSARIUS
Derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
geb'
Seinenˈzaɪ̯nən
Namenˈnaːmən
anaːˈʔɛn
!
FANINAL
Ichɪç
binbɪn
derdeːɐ̯
Edleˈeːdlə
vonfɔn
Faninal
.
KOMMISSARIUS
Somitzoˈmɪt
istɪst
diesdaɪs
derdeːɐ̯
Vaterˈfaːtɐ
-
stellt sich dazwischen, deckt Octavian vor Faninals Blick, eifrig
BARON
Beileib'
garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
diedaɪ
Spurʃpuːɐ̯
.
Istɪst
einaɪ̯n
Verwandterfɛɐ̯ˈvantɐ
,
einaɪ̯n
Bruderˈbʁuːdɐ
,
einaɪ̯n
Neveu
!
Derdeːɐ̯
wirklicheˈvɪʁklɪçə
istɪst
nochnɔx
einmalˈaɪ̯nmaːl
sozoː
dickdɪk
!
sehr erstaunt
FANINAL
Wasvas
gehtɡeːt
hierhiːɐ̯
vorfoːɐ̯
?
Wieviː
siehtziːt
Ereːɐ̯
ausaʊ̯s
?
Ichɪç
binbɪn
derdeːɐ̯
Vaterˈfaːtɐ
,
freilichˈfʁaɪ̯lɪç
!
will ihn forthaben
BARON
Dasdas
Weitreˈvaɪ̯tʁə
findetˈfɪndət
sichzɪç
,
verzieh'
Ereːɐ̯
sichzɪç
.
FANINAL
Ichɪç
mussmʊs
schonʃoːn
bittenˈbɪtən
-
wütend
BARON
Fahr'
Ereːɐ̯
heimhaɪ̯m
iniˈʔɛn
Teufelsˈtɔɪ̯fl̩s
Namenˈnaːmən
.
immer ärgerlich
FANINAL
Meinmaɪ̯n
Nam'
undʊnt
Ehr'
iniˈʔɛn
einenˈaɪ̯nən
solchenˈzɔlçn̩
Händelˈhɛndl̩
zut͡suː
melierenmeˈliːʁən
,
Herrhɛʁ
Schwiegersohnˈʃviːɡɐˌzoːn
!
versucht ihm den Mund zuzuhalten, zum Kommissarius
BARON
Istɪst
eineˈaɪ̯nə
idée
fixeˈfɪksə
!
Benenntbəˈnɛnt
michmɪç
alsoˈalzo
nurnuːɐ̯
imiˈʔɛm
G'spass
!
KOMMISSARIUS
Jajaː
,
jajaː
,
genügtɡəˈnyːkt
schonʃoːn
.
zu Faninal
KOMMISSARIUS
Ereːɐ̯
erkenntɛɐ̯ˈkɛnt
demnachˈdeːmnaːx
iniˈʔɛn
diesemˈdiːzm̩
Herrnhɛʁn
hierhiːɐ̯
Seinenˈzaɪ̯nən
Schwiegersohnˈʃviːɡɐˌzoːn
?
FANINAL
Sehrzeːɐ̯
wohlvoːl
!
Wieviː
sollt'
ichɪç
ihniːn
nichtnɪçt
erkennenɛɐ̯ˈkɛnən
?
Leichtlaɪ̯çt
,
weilvaɪ̯l
ereːɐ̯
keineˈkaɪ̯nə
Haarhaːɐ̯
nichtnɪçt
hathat
?
zum Baron
KOMMISSARIUS
Undʊnt
Ereːɐ̯
erkenntɛɐ̯ˈkɛnt
nunmehrˈnuːnˌmeːɐ̯
wohlvoːl
auchaʊ̯x
iniˈʔɛn
diesemˈdiːzm̩
Herrnhɛʁn
wohlvoːl
oderˈoːdɐ
übelˈyːbl̩
Seinenˈzaɪ̯nən
Schwiegervaterˈʃviːɡɐˌfaːtɐ
?
nimmt den Leuchter vom Tisch, beleuchtet sich Faninal genau
BARON
Sozoː
sozoː
,
Iala
!
jajaː
,
jajaː
,
wirdvɪʁt
schonʃoːn
derselbedeːɐ̯ˈzɛlbə
seinzaɪ̯n
.
Warvaːɐ̯
heuthɔɪ̯t
dendeːn
ganzenˈɡant͡sn̩
Abendˈaːbm̩t
garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
rechtʁɛçt
beinand'
,
kannkan
meinenˈmaɪ̯nn̩
Augenˈaʊ̯ɡn̩
heuthɔɪ̯t
nichtnɪçt
trauntʁaʊ̯n
.
Mussmʊs
Ihmiːm
sagenˈzaːɡn̩
,
liegtliːkt
hierhiːɐ̯
wasvas
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Luftlʊft
,
manman
kriegtkʁiːkt
diedaɪ
Kongestion
davondaˈfɔn
.
zu Faninal
KOMMISSARIUS
Dagegendaˈɡeːɡn̩
wirdvɪʁt
vonfɔn
Ihmiːm
diedaɪ
Vaterschaftˈfaːtɐˌʃaft
zut͡suː
dieserˈdiːzɐ
Ihmiːm
verbatim
zugeschobenenˈt͡suːɡəˌʃoːbənən
Tochterˈtɔxtɐ
geleugnetɡəˈlɔɪ̯ɡnət
.
bemerkt jetzt erst Octavian
FANINAL
Meineˈmaɪ̯nə
Tochterˈtɔxtɐ
?
Dadaː
derdeːɐ̯
Fetzenˈfɛt͡sn̩
,
gibtɡiːpt
sichzɪç
fürfyːɐ̯
meineˈmaɪ̯nə
Tochterˈtɔxtɐ
ausaʊ̯s
?
gezwungen lächelnd
BARON
Imiˈʔɛm
Gspass
!
Einaɪ̯n
purerˈpuːʁɐ
Missverstandˈmɪsfɛɐ̯ˌʃtant
!
Derdeːɐ̯
Wirtvɪʁt
hathat
demdeːm
Herrnhɛʁn
Kommissarius
dadaː
wasvas
vorerzähltˈfoːɐ̯ʔɛɐ̯ˌt͡sɛːlt
vonfɔn
meinerˈmaɪ̯nɐ
Brautschaft
mitmɪt
derdeːɐ̯
Faninalischen
.
aufgeregt
WIRT
Keinkaɪ̯n
Wortvɔʁt
!
Keinkaɪ̯n
Wortvɔʁt
!
Herrhɛʁ
Kommissarius
!
Lautlaʊ̯t
eignerˈaɪ̯ɡnɐ
Aussag'
-
ausser sich
FANINAL
Dasdas
Welbsbild
arretierenaʁeˈtiːʁən
!
Kommtkɔmt
amaːm
Prangerˈpʁaŋɐ
!
Wirdvɪʁt
ausgepeitschtˈaʊ̯sɡəˌpaɪ̯t͡ʃt
!
Wirdvɪʁt
eingekasteltˈaɪ̯nɡəˌkastl̩t
iniˈʔɛn
einaɪ̯n
Klosterˈkloːstɐ
!
Ichɪç
-
ichɪç
-
BARON
Fahr'
Ereːɐ̯
nachnaːx
Haushaʊ̯s
.
Aufaʊ̯f
morgenˈmɔʁɡn̩
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Früh'
!
Ichɪç
klär'
Ihmiːm
allesˈaləs
aufaʊ̯f
.
Ereːɐ̯
weissvaɪ̯s
,
wasvas
Ereːɐ̯
mirmiːɐ̯
schuldigˈʃʊldɪk
istɪst
!
ausser sich vor Wut
FANINAL
Lautlaʊ̯t
eignerAussag'
einige Schritte nach rückwärts
FANINAL
Meineˈmaɪ̯nə
Tochterˈtɔxtɐ
sollzɔl
heraufhɛˈʁaʊ̯f
!
Sitztzɪt͡st
untenˈʊntn̩
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Tragchaise
.
Imiˈʔɛm
Galoppɡaˈlɔp
heraufhɛˈʁaʊ̯f
!
wieder auf den Baron losstürzend
FANINAL
Dasdas
zahltt͡saːlt
Ereːɐ̯
teuerˈtɔɪ̯ɐ
!
Bring'
Ihniːn
vorsfoːɐ̯s
Gerichtɡəˈʁɪçt
!
BARON
Jetztjɛt͡st
machtmaxt
Ereːɐ̯
einenˈaɪ̯nən
rechtenˈʁɛçtn̩
Palawatsch
fürfyːɐ̯
nichtsnɪçt͡s
undʊnt
wiederˈviːdɐ
nichtsnɪçt͡s
!
Einaɪ̯n
Kavalierkavaˈliːɐ̯
brauchtbʁaʊ̯xt
einaɪ̯n
Rossgeduld
,
Seinzaɪ̯n
Schwiegersohnˈʃviːɡɐˌzoːn
zut͡suː
seinzaɪ̯n
.
-
Parolepaˈʁoːlə
d'honneur
!
Ichɪç
willvɪl
mei'
Perückepeˈʁʏkə
!
-
schüttelt den Wirt
BARON
Mei'
Perückepeˈʁʏkə
willvɪl
ichɪç
sehnzeːn
!
Im wilden Herumfahren, um die Perücke zu suchen, fasst er einige der Kinder an und stösst sie zur Seite.
automatisch
KINDER
Papaˈpapa
!
Papaˈpapa
!
Papaˈpapa
!
fährt zurück
FANINAL
Wasvas
istɪst
denndɛn
dasdas
?
im Suchen findet er wenigstens seinen Hut, schlägt mit dem Hut nach den Kindern
BARON
Garɡaːɐ̯
nixnɪks
,
einaɪ̯n
Schwindelˈʃvɪndl̩
!
Kenn'
nitnɪçt
dasdas
Bagagi
!
Sieziː
sagtzaːkt
,
dassdas
sieziː
verheirat'
warvaːɐ̯
mitmɪt
mirmiːɐ̯
.
Käm'
zut͡suː
derdeːɐ̯
Schand'
,
sozoː
wieviː
derdeːɐ̯
Pontius
insɪns
Credoˈkʁeːdo
!
kommt im Mantel eilig herein, man macht ihr Platz. An der Tür sieht man die Faninalschen Bedienten, jeder eine Tragstange der Sänfte haltend. Baron sucht die Kahlheit seines Kopfes vor Sophie mit dem Hut zu beschatten
indes Sophie auf ihren Vater zugeht, dumpf
VIELE STIMMEN
Diedaɪ
Brautbʁaʊ̯t
.
Oh
,
wasvas
fürfyːɐ̯
einaɪ̯n
Skandalskanˈdaːl
!
zu Sophie
FANINAL
Dadaː
schau'
dichdɪç
umʊm
!
Dadaː
hasthast
duduː
dendeːn
Herrnhɛʁn
Bräutigamˈbʁɔɪ̯tɪɡam
!
Dadaː
diedaɪ
Famili
vonfɔn
demdeːm
saubern
Herrnhɛʁn
!
Diedaɪ
Fraufʁaʊ̯
mitsamtmɪtˈz̥amt
diedaɪ
Kinderˈkɪndɐ
!
Dadaː
dasdas
Weibsbildˈvaɪ̯psˌbɪlt
g'hört
linkerˈlɪŋkɐ
Handhant
dazudaˈt͡suː
.
Neinnaɪ̯n
,
dasdas
bistbɪst
duduː
,
lautlaʊ̯t
eignerˈaɪ̯ɡnɐ
Aussag'
,
duduː
!
Möcht'st
iniˈʔɛn
diedaɪ
Erd'n
sinkenˈzɪŋkn̩
,
wasvas
?
Ichɪç
auchaʊ̯x
!
freudig aufatmend
SOPHIE
Binbɪn
herzensfroh
,
seh'
ihniːn
mitmɪt
nichtenˈnɪçtn̩
anaːˈʔɛn
dafürdaˈfyːɐ̯
.
FANINAL
Siehtziːt
ihniːn
nichtnɪçt
anaːˈʔɛn
dafürdaˈfyːɐ̯
!
Siehtziːt
ihniːn
nichtnɪçt
anaːˈʔɛn
dafürdaˈfyːɐ̯
!
immer verzweifelter
FANINAL
Meinmaɪ̯n
schönerˈʃøːnɐ
Nam'
!
Ichɪç
trau'
mi'
nimmerˈnɪmɐ
übernˈyːbɐn
Grabenˈɡʁaːbn̩
!
Keinkaɪ̯n
Hundhʊnt
nimmtnɪmt
mehrmeːɐ̯
einaɪ̯n
Stück'l
Brotbʁoːt
vonfɔn
mirmiːɐ̯
.
Er ist dem Weinen nahe.
DUMPFE STIMMEN
Derdeːɐ̯
Skandalskanˈdaːl
!
Derdeːɐ̯
Skandalskanˈdaːl
!
Fürfyːɐ̯
Herrnhɛʁn
vonfɔn
Faninal
!
FANINAL
Diedaɪ
ganzeˈɡant͡sə
Wienerˈviːnɐ
Stadtʃtat
!
Diedaɪ
schwarzeˈʃvaʁt͡sə
Zeitungˈt͡saɪ̯tʊŋ
!
Dadaː
!
Ausaʊ̯s
demdeːm
Kellerˈkɛlɐ
!
Ausaʊ̯s
derdeːɐ̯
Luftlʊft
!
Diedaɪ
ganzeˈɡant͡sə
Wienerˈviːnɐ
Stadtʃtat
!
auf den Baron zu, mit geballter Faust
FANINAL
Oh
,
Ereːɐ̯
Filoufiˈluː
!
Mirmiːɐ̯
wirdvɪʁt
nichtnɪçt
gutɡuːt
!
Ein'
Sesselˈzɛsl̩
!
Bediente springen hinzu, fangen ihn auf. Zwei desgleichen haben vorher ihre Stange einem der Hintenstehenden zugeworfen. Sophie ist angstvoll um ihn bemüht. Wirt springt gleichfalls hinzu. Sie nehmen ihn auf und tragen ihn ins Nebenzimmer. Mehrere Kellner den Weg weisend, die Türe öffnend voran. Baron wird in diesem Augenblick seiner Perücke ansichtig, die wie durch Zauberhand wieder zum Vorschein gekommen ist, stürzt darauf los, stülpt sie sich auf und gibt ihr vor dem Spiegel den richtigen Sitz. Mit dieser Veränderung gewinnt er seine Haltung so ziemlich wieder, begnügt sich aber, Annina und den Kindern, deren Gegenwart ihm trotz allem nicht geheuer ist, den Rücken zu kehren. Hinter Herrn von Faninal und seiner Begleitung hat sich die Türe links geschlossen. Wirt und Kellner kommen bald darauf leise wieder heraus, holen Medikamente, Karaffen mit Wasser und anderes, das in die Tür getragen und von Sophie in der Türspalte übernommen wird.
nunmehr mit dem alten Selbstgefühl auf den Kommissarius zu
BARON
Sindzɪnt
destoˈdɛsto
ehreːɐ̯
imiˈʔɛm
klarenˈklaːʁən
.
Ichɪç
zahl'
,
ichɪç
geh'
!
zu Octavian
BARON
Ichɪç
führ'
Sieziː
jetztjɛt͡st
nachnaːx
Haushaʊ̯s
.
KOMMISSARIUS
Dadaː
irrtɪʁt
Ereːɐ̯
sichzɪç
.
Mitmɪt
Ihmiːm
jetztjɛt͡st
weiterˈvaɪ̯tɐ
imiˈʔɛm
Verhörfɛɐ̯ˈhøːɐ̯
!
Auf den Wink des Kommissarius entfernen die beiden Wächter alle übrigen Personen aus dem Zimmer, nur Annina mit den Kindern bleibt an der linken Wand stehen.
BARON
Lass'Er's
jetztjɛt͡st
gutɡuːt
seinzaɪ̯n
.
Warvaːɐ̯
einaɪ̯n
G'spass
.
Ichɪç
sag'
Ihmiːm
späterˈʃpɛːtɐ
,
werveːɐ̯
dasdas
Mädelˈmɛːdl̩
isiːs
!
Geb'
Ihmiːm
meinmaɪ̯n
Wortvɔʁt
,
ichɪç
heirat'
sieziː
wahrscheinlichvaːɐ̯ˈʃaɪ̯nlɪç
auchaʊ̯x
einmalˈaɪ̯nmaːl
.
Dadaː
hintenˈhɪntn̩
dortdɔʁt
,
dasdas
Klumpret
isiːs
schonʃoːn
stadʃtaːt
.
Dadaː
siehtziːt
Ereːɐ̯
,
werveːɐ̯
ichɪç
binbɪn
undʊnt
werveːɐ̯
ichɪç
nichtnɪçt
binbɪn
.
macht Miene, Octavian abzuführen
macht sich los
OCTAVIAN
I
geh'
nitnɪçt
mitmɪt
demdeːm
Herrnhɛʁn
.
halblaut
BARON
I
heirat'
Sieziː
,
verhältfɛɐ̯ˈhɛlt
Sieziː
sichzɪç
mitmɪt
mirmiːɐ̯
.
Sieziː
wirdvɪʁt
nochnɔx
Fraufʁaʊ̯
Baroninbaˈʁoːnɪn
,
sozoː
gutɡuːt
gefalltɡəˈfalt
Sieziː
mirmiːɐ̯
!
gesprochen
OCTAVIAN
Herrhɛʁ
Kommissarkɔmɪˈsaːɐ̯
,
ichɪç
geb'
wasvas
zut͡suː
Protokollpʁotoˈkɔl
,
aberˈaːbɐ
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
darfdaʁf
nichtnɪçt
zuhör'n
dabeidaˈbaɪ̯
.
Auf den Wink des Kommissarius drängen die beiden Wächter den Baron nach vorne rechts. Octavian scheint dem Kommissarius etwas zu melden, was diesen sehr überrascht.
zu den Wächtern, familiär, halblaut, auf Annina hindeutend
BARON
Kenn'
nichtnɪçt
dasdas
Weibsbildˈvaɪ̯psˌbɪlt
dortdɔʁt
,
aufaʊ̯f
Ehr'
.
Warvaːɐ̯
grad'
beimbaɪ̯m
Essenˈɛsn̩
!
Hab'
keineˈkaɪ̯nə
Ahnungˈaːnʊŋ
,
wasvas
eseːs
willvɪl
.
Hätt'
sonstzɔnst
nichtnɪçt
selberˈzɛlbɐ
umʊm
diedaɪ
Polizeiˌpoliˈt͡saɪ̯
-
Der Kommissarius begleitet Octavian bis an den Alkoven. Octavian verschwindet hinter dem Vorhang. Der Kommissarius scheint sich zu amüsieren und ist den Spalten des Vorhanges ungenierterweise nahe.
bemerkt die Heiterkeit des Kommissarius, plötzlich sehr aufgeregt über den unerklärlichen Vorfall
BARON
Wasvas
g'schieht
denndɛn
dortdɔʁt
?
Istɪst
wohlvoːl
nichtnɪçt
möglichˈmøːklɪç
dasdas
?
Derdeːɐ̯
Lacklˈlakl̩
!
Dasdas
heisst
Ihriːɐ̯
Sittenpolizeiˈzɪtn̩poliˌt͡saɪ̯
?
Istɪst
eineˈaɪ̯nə
Jungferˈjʊŋfɐ
!
er ist schwer zu halten
BARON
Stehtʃteːt
unterˈʊntɐ
meinerˈmaɪ̯nɐ
Protektionpʁotɛkˈt͡si̯oːn
!
Beschwer'
michmɪç
!
Hab'
einaɪ̯n
Wörtel
dreindʁaɪ̯n
zut͡suː
redenˈʁeːdn̩
!
Reisst sich los, will gegen das Bett hin. Sie fangen und halten ihn wieder. Aus dein Alkoven erscheinen Stück für Stück die Kleider der Mariandel. Der Kommissarius macht ein Bündel daraus.
immer aufgeregt, ringt, seine beiden Wächter los zu werden
BARON
Mussmʊs
jetztjɛt͡st
partoutpaʁˈtuː
zut͡suː
ihriːɐ̯
!
Sie halten ihn mühsam, während Octavians Kopf aus einer Spalte des Vorhangs hervorsieht.
hereinstürmend
WIRT
Ihreˈiːʁə
hochfürstliche
Gnadenˈɡnaːdn̩
,
diedaɪ
Fraufʁaʊ̯
Fürstinˈfʏʁstɪn
Feldmarschallˈfɛltˌmaʁʃal
!
Kellner herein, reissen die Türe auf. Zuerst werden einige Menschen in der Marschallin Livree sichtbar, sie rangieren sich, Marschallin tritt ein, der kleine Neger trägt ihre Schleppe.
hat sich von den Wächtern losgerissen, wischt sich den Schweiss von der Stirne, eilt auf die Marschallin zu
BARON
Binbɪn
glücklichˈɡlʏklɪç
überˈyːbɐ
Massenˈmasn̩
,
hab'
diedaɪ
Gnad'
kaumkaʊ̯m
meritiert
,
schätz'
Deroˈdeːʁo
Gegenwartˈɡeːɡn̩ˌvaʁt
hierhiːɐ̯
alsals
einaɪ̯n
Freundstück
ohnegleichenˈoːnəˈɡlaɪ̯çn̩
.
steckt den Kopf zwischen dem Vorhang hervor
OCTAVIAN
Mariemaˈʁiː
Theres'
,
wieviː
kommtkɔmt
Sieziː
herheːɐ̯
?
Marschallin regungslos, antwortet nicht, sieht sich fragend um
auf die Fürstin zu, in dienstlicher Haltung
KOMMISSARIUS
Fürstlicheˈfʏʁstlɪçə
Gnadenˈɡnaːdn̩
,
meldeˈmɛldə
michmɪç
gehorsamst
alsals
Vorstands-Unterkommissarius
.
BARON
Ereːɐ̯
siehtziːt
,
Herrhɛʁ
Kommisar
,
diedaɪ
Durchlauchtˈdʊʁçˌlaʊ̯xt
habenˈhaːbm̩
selberˈzɛlbɐ
sichzɪç
bemühtbəˈmyːt
.
Ichɪç
denk'
,
Ereːɐ̯
weissvaɪ̯s
,
woranvoˈʁan
Ereːɐ̯
istɪst
.
Leiblakai auf den Baron zu, stolz und selbstzufrieden. Baron winkt ihm als Zeichen seiner Zufriedenheit.
zum Kommissar
MARSCHALLIN
Ereːɐ̯
kenntkɛnt
michmɪç
?
Kenn'
ichɪç
Ihniːn
nichtnɪçt
auchaʊ̯x
?
Mirmiːɐ̯
scheintʃaɪ̯nt
beinah'
.
KOMMISSARIUS
Sehrzeːɐ̯
wohlvoːl
!
MARSCHALLIN
Demdeːm
Herrnhɛʁn
Feldmarschallˈfɛltˌmaʁʃal
sein'
bravebʁaːvə
Ordonnanzɔʁdɔˈnant͡s
gewest
?
KOMMISSARIUS
Fürstlicheˈfʏʁstlɪçə
Gnadenˈɡnaːdn̩
,
zut͡suː
Befehlbəˈfeːl
!
Octavian steckt abermals den Kopf zwischen den Vorhängen hervor.
winkt ihm heftig, zu verschwinden, ist zugleich ängstlich bemüht, dass die Marschallin nichts merke. Halblaut
BARON
Bleib'
Sieziː
,
zumt͡sʊm
Sakra
,
hintenˈhɪntn̩
dortdɔʁt
!
Dann hört er, wie sich Schritte der Tür links vorne nähern; stürzt hin, stellt sich mit dem Rücken gegen die Türe, durch verbindliche Gebärden gegen die Marschallin bestrebt, seinem Gehaben den Schein völliger Unbefangenheit zu geben.
kommt gegen links, mit zuwartender Miene den Baron anblickend
in Männerkleidung, tritt zwischen den Vorhängen hervor, sobald der Baron ihm den Rücken kehrt; halblaut
OCTAVIAN
Warvaːɐ̯
andersˈandɐs
abgemachtˈapɡəˌmaxt
!
Mariemaˈʁiː
Theres'
,
ichɪç
wunder'
michmɪç
!
als hörte sie ihn nicht, hat fortwährend den verbindlich erwartungsvollen Blick auf den Baron gerichtet, der in äusserster Verlegenheit zwischen der Tür und der Marschallin seine Aufmerksamkeit teilt. Die Tür links wird mit Kraft geöffnet, so dass der Baron, der vergebens versucht hatte, sich dagegen zu stemmen, wütend zurückzutreten genötigt ist. Zwei Faninalsche Diener lassen jetzt Sophie eintreten.
ohne die Marschallin zu sehen, die ihr durch den Baron verdeckt ist
SOPHIE
Hab'
ihmiːm
vonfɔn
mei'm
Herrnhɛʁn
Vaterˈfaːtɐ
zut͡suː
vermeldenfɛɐ̯ˈmɛldn̩
:
ihr ins Wort fallend, halblaut
BARON
Isiːs
jetzojɛtst
nichtnɪçt
diedaɪ
Zeitt͡saɪ̯t
,
Kreuzelement
!
Kannkan
Sieziː
nichtnɪçt
wartenˈvaʁtən
,
bisbɪs
dassdas
manman
Ihriːɐ̯
rufenˈʁuːfn̩
wirdvɪʁt
?
Meintmaɪ̯nt
Sieziː
,
dassdas
ichɪç
Sieziː
hierhiːɐ̯
imiˈʔɛm
Beislˈbaɪ̯zl̩
präsentierenpʁɛzɛnˈtiːʁən
werd'
?
ist leise hervorgetreten, zur Marschallin, halblaut
OCTAVIAN
Dasdas
istɪst
diedaɪ
Fräuleinˈfʁɔɪ̯laɪ̯n
-
diedaɪ
-
umʊm
derentwillen
-
über die Schulter zu Octavian halblaut
MARSCHALLIN
Find'Ihn
einaɪ̯n
bisslˈbɪsçən
empressiert
,
Rofrano
.
Kannkan
mirmiːɐ̯
wohlvoːl
denkenˈdɛŋkn̩
,
werveːɐ̯
sieziː
istɪst
.
Find'
sieziː
scharmantʃa(r)ˈmant
.
Octavian schlüpft zwischen die Vorhänge zurück.
den Rücken gegen die Türe, so scharf, dass der Baron unwillkürlich einen Schritt zurückweicht
SOPHIE
Ereːɐ̯
wirdvɪʁt
michmɪç
keinemkaɪ̯nəm
Menschenˈmɛnʃn̩
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
nichtnɪçt
präsentierenpʁɛzɛnˈtiːʁən
,
dieweilen
ichɪç
mitmɪt
Ihmiːm
auchaʊ̯x
nichtnɪçt
sozoː
vielfiːl
zut͡suː
schaffenˈʃafn̩
habhaːp
.
Die Marschallin spricht leise mit dem Kommissar.
SOPHIE
Undʊnt
meinmaɪ̯n
Herrhɛʁ
Vaterˈfaːtɐ
lasstlast
Ihmiːm
sagenˈzaːɡn̩
:
wennvɛn
Ereːɐ̯
alsoweit
diedaɪ
Frechheitˈfʁɛçhaɪ̯t
sollteˈzɔltə
treibenˈtʁaɪ̯bm̩
,
dassdas
manman
Seineˈzaɪ̯nə
Nasenˈnaːzn̩
nurnuːɐ̯
erblickenɛɐ̯ˈblɪkn̩
tät'
aufaʊ̯f
hundertˈhʊndɐt
Schrittʃʁɪt
vonfɔn
unsermˈʔʊnzɐ
Stadtpalais
,
sozoː
hätt'
Ereːɐ̯
sichzɪç
diedaɪ
bösenˈbøːzn̩
Folgenˈfɔlɡn̩
selberˈzɛlbɐ
zuzuschreibenˈt͡suːt͡suˌʃʁaɪ̯bn̩
.
Dasdas
ist's
,
wasvas
meinmaɪ̯n
Herrhɛʁ
Vaterˈfaːtɐ
Ihmiːm
vermeldenfɛɐ̯ˈmɛldn̩
lässtlɛst
.
zornig
BARON
Corpo
di
Bacco
!
Wasvas
istɪst
dasdas
fürfyːɐ̯
eineˈaɪ̯nə
ungezogeneˈʊnɡəˌt͡soːɡənə
Spracheˈʃpʁaːxə
!
SOPHIE
Diedaɪ
Ihmiːm
gebührtɡəˈbyːɐ̯t
.
ausser sich, will an ihr vorbei, zur Tür hinein
BARON
Heheː
,
Faninal
,
ichɪç
mussmʊs
-
SOPHIE
Ereːɐ̯
untersteh'
sichzɪç
nichtl
Die zwei Faninalschen Diener treten hervor, halten ihn auf, schieben ihn zurück, Sophie tritt in die Tür, die sich hinter ihr schliesst.
gegen die Tür brüllend
BARON
Binbɪn
willensˈvɪləns
,
allesˈaləs
Vorgefall'ne
vergebenfɛɐ̯ˈɡeːbn̩
undʊnt
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
seinzaɪ̯n
zut͡suː
lassen1
ist von rückwärts an den Baron herangetreten und klopft ihm auf die Schulter
MARSCHALLIN
Lass'
Ereːɐ̯
nurnuːɐ̯
gutɡuːt
seinzaɪ̯n
undʊnt
verschwind'
Ereːɐ̯
aufaʊ̯f
einsaɪ̯ns
zweit͡svaɪ̯
!
dreht sich um, starrt sie an
BARON
Wiesoviˈzoː
denndɛn
?
munter, überlegen
MARSCHALLIN
Wahr'
Ereːɐ̯
seinzaɪ̯n
Dignité
undʊnt
fahr'
Ereːɐ̯
abaːbeː
.
sprachlos
BARON
Ichɪç
?
Wasvas
?
MARSCHALLIN
Mach'
Ereːɐ̯
bonne
mineˈmiːnə
auaːˈuː
mauvais
jeuʒøː
:
Sozoː
bleibtblaɪ̯pt
Ereːɐ̯
quasiˈkvaːzi
dochdɔx
nochnɔx
eineˈaɪ̯nə
Standsperson
.
starrt sie stumm an. Sophie tritt leise wieder heraus. Ihre Augen suchen Oetavian.
zum Kommissar, der hinten rechts steht, desgleichen seine Wächter
MARSCHALLIN
Ereːɐ̯
siehtziːt
,
Herrhɛʁ
Kommissarkɔmɪˈsaːɐ̯
:
dasdas
Ganzeˈɡant͡sə
warvaːɐ̯
halthalt
eineˈaɪ̯nə
Farceˈfaʁsə
undʊnt
weiterˈvaɪ̯tɐ
nichtsnɪçt͡s
.
KOMMISSARIUS
Genügtɡəˈnyːkt
mirmiːɐ̯
!
Retirier'
michmɪç
ganzɡant͡s
gehorsainst
.
tritt ab, die beiden Wächter hinter ihm
vor sich, erschrocken
SOPHIE
Dasdas
Ganzeˈɡant͡sə
warvaːɐ̯
halthalt
eineˈaɪ̯nə
Farceˈfaʁsə
undʊnt
weiterˈvaɪ̯tɐ
nichtsnɪçt͡s
.
Die Blicke der beiden Frauen begegnen sich, Sophie macht der Marschallin einen verlegenen Knicks.
zwischen Sophie und der Marschallin stehend
BARON
Binbɪn
garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
willensˈvɪləns
.
ungeduldig, stampft auf
MARSCHALLIN
Mon
Cousinkuˈzɛ̃ː
,
bedeut'
Ereːɐ̯
Ihmiːm
!
kehrt dem Baron den Rücken
geht von rückwärts auf den Baron zu, sehr männlich
OCTAVIAN
Möcht'
Ihniːn
sehrzeːɐ̯
bittenˈbɪtən
!
fährt herum
BARON
Werveːɐ̯
?
Wasvas
?
von rechts, wo sie nun steht
MARSCHALLIN
Sein'
Gnadenˈɡnaːdn̩
,
derdeːɐ̯
Herrhɛʁ
Grafɡʁaːf
Rofrano
,
werveːɐ̯
denndɛn
sonstzɔnst
?
nachdem er Octavians Gesicht scharf und in der Nähe betrachtet, mit Resignation
BARON
Isiːs
schonʃoːn
a
sozoː
!
vor sich
BARON
Hab'
g'nug
vonfɔn
demdeːm
Gesichtɡəˈzɪçt
,
sindzɪnt
dochdɔx
nichtnɪçt
meineˈmaɪ̯nə
Augenˈaʊ̯ɡn̩
schuldʃʊlt
.
Isiːs
schonʃoːn
einaɪ̯n
Mandlˈmandl̩
.
Octavian steht frech und hochmütig da.
einen Schritt nähertretend
MARSCHALLIN
Istɪst
eineˈaɪ̯nə
wienerischeˈviːnəʁɪʃə
Maskerad'
undʊnt
weiterˈvaɪ̯tɐ
nichtsnɪçt͡s
.
halb traurig, halb höhnisch für sich
SOPHIE
Isiːs
eineˈaɪ̯nə
wienerischeˈviːnəʁɪʃə
Maskerad'
undʊnt
weiterˈvaɪ̯tɐ
nichtsnɪçt͡s
.
sehr vor den Kopf geschlagen
BARON
Ahaaˈha
!
für sich
BARON
Spiel'n
alleˈalə
unterˈʊntɐ
einemˈaɪ̯nəm
Lederˈleːdɐ
gegenˈɡeːɡn̩
meinerˈmaɪ̯nɐ
!
von oben herab
MARSCHALLIN
Ichɪç
hätt'
Ihmiːm
nichtnɪçt
gewunschen
,
dassdas
Ereːɐ̯
meinmaɪ̯n
Mariandl
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Wirklichkeitˈvɪʁklɪçkaɪ̯t
mirmiːɐ̯
hätteˈhɛtə
debauchiertdeboˈʃiːɐ̯t
!
wie oben, vor sich hin sinnierend
wie oben und ohne Octavian anzusehen
MARSCHALLIN
Hab'
jetztjɛt͡st
einenˈaɪ̯nən
montiertenmɔnˈtiːɐ̯tn̩
Kopfkɔp͡f
gegenˈɡeːɡn̩
diedaɪ
Männerˈmɛnɐ
-so
ganzɡant͡s
imiˈʔɛm
allgemeinenˈalɡəˌmaɪ̯nən
!
allmählich der Situation beikommend
BARON
Kreuzelement
!
Komm'
ausaʊ̯s
demdeːm
Staunenˈʃtaʊ̯nən
nichtnɪçt
heraushɛˈʁaʊ̯s
!
Derdeːɐ̯
Feldmarschallˈfɛltˌmaʁʃal
-
Octavian
-
Mariandl
-
diedaɪ
Marschallinˈmaʁˌʃalɪn
-
Octavian
.
mit einem ausgiebigen Blick, der von der Marschallin zu Octavian, von Octavian wieder zurück zur Marschallin wandert
BARON
Weissvaɪ̯s
bereitsbəˈʁaɪ̯t͡s
nichtnɪçt
,
wasvas
ichɪç
vonfɔn
diesemˈdiːzm̩
ganzenˈɡant͡sn̩
qui-pro-quo
mirmiːɐ̯
denkenˈdɛŋkn̩
sollzɔl
!
mit einem langen Blick, dann mit grosser Sicherheit
MARSCHALLIN
Ereːɐ̯
istɪst
,
mein'
ichɪç
,
einaɪ̯n
Kavalierkavaˈliːɐ̯
?
Dadaː
wirdvɪʁt
Ereːɐ̯
sichzɪç
halthalt
garɡaːɐ̯
nichtsnɪçt͡s
denkenˈdɛŋkn̩
.
Dasdas
ist's
,
wasvas
ichɪç
vonfɔn
Ihmiːm
erwart'
.
Pause
mit Verneigung und weltmännisch
BARON
Binbɪn
vonfɔn
sozoː
vielfiːl
Finessefiˈnɛsə
charmiertʃaʁˈmiːʁən
,
kannkan
garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
sagenˈzaːɡn̩
,
wieviː
.
Einaɪ̯n
Lerchenauer
warvaːɐ̯
nochnɔx
nieniː
keinkaɪ̯n
Spielverderberˈʃpiːlfɛɐ̯ˌdɛʁbɐ
nichtnɪçt
.
einen Schritt an sie herantretend
BARON
Find'
deliziösdeliˈt͡si̯øːs
dasdas
ganzeˈɡant͡sə
qui-pro-quo
,
bedarfbəˈdaʁf
aberˈaːbɐ
dafürdaˈfyːɐ̯
nunmehro
Ihrerˈiːʁɐ
Protektionpʁotɛkˈt͡si̯oːn
.
Binbɪn
willensˈvɪləns
,
allesˈaləs
Vorgefalleneˈfoːɐ̯ɡəˌfalənə
vergebenfɛɐ̯ˈɡeːbn̩
undʊnt
vergessenfɛɐ̯ˈɡɛsn̩
seinzaɪ̯n
zut͡suː
lassenˈlasn̩
.
Pause
BARON
Eh
bienbiːn
,
darfdaʁf
ichɪç
dendeːn
Faninal
-
Er macht Miene, an die Türe links zu gehen.
MARSCHALLIN
Ereːɐ̯
darfdaʁf
-
Ereːɐ̯
darfdaʁf
iniˈʔɛn
allerˈalɐ
Still'
sichzɪç
retirierenʁetiˈʁiːʁən
.
aus allen Himmeln gefallen
MARSCHALLIN
Verstehtfɛɐ̯ˈʃteːt
Ereːɐ̯
nichtnɪçt
,
wennvɛn
eineˈaɪ̯nə
Sach'
einaɪ̯n
End'
hathat
?
Diedaɪ
ganzeˈɡant͡sə
Brautschaft
undʊnt
Affär'
undʊnt
allesˈaləs
sonstzɔnst
.
Wasvas
drumdʁʊm
undʊnt
drandʁan
hängthɛŋt
,
sehr bestimmt
MARSCHALLIN
istɪst
mitmɪt
dieserˈdiːzɐ
Stund'
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
.
sehr betreten, für sich
SOPHIE
Wasvas
drumdʁʊm
undʊnt
drandʁan
hängthɛŋt
,
istɪst
mitmɪt
dieserˈdiːzɐ
Stund'
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
.
für sich, empört, halblaut
BARON
Mitmɪt
dieserˈdiːzɐ
Stund'
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
!
Mitmɪt
dieserˈdiːzɐ
Stund'
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
!
scheint sich nach einem Stuhl umzusehen, Octavian springt hin, gibt ihr einen Stuhl. Marschallin setzt sich rechts, mit Bedeutung für sich
MARSCHALLIN
Istɪst
halthalt
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
.
links vor sich, blass
SOPHIE
Istɪst
halthalt
vorbeifoːɐ̯ˈbaɪ̯
!
Baron findet sich durchaus nicht in diese Wendung, rollt verlegen und aufgebracht die Augen. In diesem Augenblick kommt der Mann aus der Falltür hervor. Von links tritt Valzacchi ein, die Verdächtigen in bescheidener Haltung hinter ihm. Annina nimmt Witwenhaube und Schleier ab, wischt sich die Schminke weg und zeigt ihr gewöhnliches Gesicht. Dies alles zu immer gesteigertem Staunen des Barons. Der Wirt, eine lange Rechnung in der Hand, tritt zur Mitteltüre herein, hinter ihm Kellner ' Musikanten, Hausknechte, Kutscher.
wie er sie alle erblickt, gibt er sein Spiel verloren. Ruft schnell entschlossen
BARON
Leupold
,
wirviːɐ̯
gehnɡeːn
!
Macht der Marschallin ein tiefes, aber zorniges Kompliment. Leiblakai ergreift einen Leuchter vom Tisch und will seinem Herrn voran.
stellt sich frech dem Baron in den Weg
ANNINA
»
Ichɪç
hab'
halthalt
schonʃoːn
einmalˈaɪ̯nmaːl
einaɪ̯n
Lerchenauisch
Glückɡlʏk
!
«
auf die Rechnung des Wirtes deutend
ANNINA
»
Komm'
Sieziː
nachnaːx
Tischtɪʃ
,
geb'
Ihriːɐ̯
diedaɪ
Antwortˈantvɔʁt
nachhernaːxˈheːɐ̯
schriftlichˈʃʁɪftlɪç
!
«
Die Kinder kommen dem Baron unter die Füsse. Er schlägt mit dem Hut unter sie.
KINDER
Papaˈpapa
!
Papaˈpapa
!
Papaˈpapa
!
sich zuerst an den Baron drängend
KELLNER
Entschuld'gen
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
!
Unsʊns
gehnɡeːn
diedaɪ
Kerzenˈkɛʁt͡sn̩
anaːˈʔɛn
!
sich mit der Rechnung vordrängend
WIRT
Entschuld'gen
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
!
vor dem Baron her nach rückwärts tanzend
ANNINA
»
Ichɪç
hab'
halthalt
schonʃoːn
einmalˈaɪ̯nmaːl
einaɪ̯n
Lerchenauisch
Glückɡlʏk
!
«
höhnisch
VALZACCHI
Ichɪç
hab'
halthalt
schonʃoːn
einmalˈaɪ̯nmaːl
einaɪ̯n
Lerchenauisch
Glückɡlʏk
!
«
sich dem Baron in den Weg stellend
MUSIKANTEN
Tafelmusik
überˈyːbɐ
zweit͡svaɪ̯
Stundenˈʃtʊndn̩
!
bahnt sich den Weg gegen die Tür hin
will hinter ihm durch
auf den Baron eindringend
KUTSCHER
Fürfyːɐ̯
diedaɪ
Fuhr'
,
fürfyːɐ̯
diedaɪ
Fuhr'
,
Rösserˈʁœsɐ
g'schund'n
hamham
maɛmˈʔaː
gnua
!
den Baron grob anrempelnd
HAUSKNECHT
fürsfyːɐ̯s
Aufsperrn
,
,
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
!
immer die Rechnung präsentierend
WIRT
Entschuld'gen
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
.
KELLNER
Zweit͡svaɪ̯
Schockʃɔk
Kerzenˈkɛʁt͡sn̩
,
unsʊns
gehnɡeːn
diedaɪ
Kerzenˈkɛʁt͡sn̩
anaːˈʔɛn
.
im Gedränge
BARON
Platzplat͡s
dadaː
,
Kreuzmillion
.
KINDER
Papaˈpapa
!
Papaˈpapa
!
Papaˈpapa
!
schreien wild durcheinander
drängt sich mit Macht durch gegen die Ausgangstür, alle dicht um ihn in einem Knäuel
HAUSKNECHT
Führa
g'fahr'n
,
aussa
g'ruckt
,
,
Herrhɛʁ
Baronbaˈʁoːn
!
sind schon in der Tür, dem Lakai wird der Armleuchter entwunden
stürzt ab
stürmen ihm nach, der Lärm verhallt. Die zwei Faninalschen Diener sind indessen links abgetreten. Es bleiben allein zurück: Sophie, die Marschallin und Octavian.
links stehend, blass
SOPHIE
Meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
,
eseːs
warvaːɐ̯
nichtnɪçt
mehrmeːɐ̯
alsals
eineˈaɪ̯nə
Farceˈfaʁsə
.
Meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
,
meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
!
Wieviː
Ereːɐ̯
beibaɪ̯
ihriːɐ̯
stehtʃteːt
undʊnt
ichɪç
binbɪn
diedaɪ
leereˈleːʁə
Luftlʊft
fürfyːɐ̯
Ihniːn
.
hinter dem Stuhl der Marschallin, verlegen
OCTAVIAN
Warvaːɐ̯
andersˈandɐs
abgemachtˈapɡəˌmaxt
,
Mariemaˈʁiː
Theres'
,
ichɪç
wunder'
michmɪç
.
in höchster Verlegenheit
OCTAVIAN
Befiehltbəˈfiːlt
Sieziː
,
dassdas
ichɪç
-
sollzɔl
ichɪç
nichtnɪçt
-
diedaɪ
Jungferˈjʊŋfɐ
-
derdeːɐ̯
Vaterˈfaːtɐ
-
MARSCHALLIN
Geh'
Ereːɐ̯
dochdɔx
schnellʃnɛl
undʊnt
tu'
Ereːɐ̯
,
wasvas
Seinzaɪ̯n
Herzhɛʁt͡s
Ihmiːm
sagtzaːkt
.
verzweifelt
SOPHIE
Diedaɪ
leereˈleːʁə
Luftlʊft
.
O
meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
.
Meinmaɪ̯n
Gottɡɔt
!
OCTAVIAN
Theres'
,
ichɪç
weissvaɪ̯s
garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
-
MARSCHALLIN
Geh'
Ereːɐ̯
undʊnt
mach'
Seinenˈzaɪ̯nən
Hofhoːf
.
OCTAVIAN
Ichɪç
schwörʃvøːɐ̯
Ihriːɐ̯
-
MARSCHALLIN
Lasslas
Er's
gutɡuːt
seinzaɪ̯n
.
OCTAVIAN
Ichɪç
begreif'
nichtnɪçt
,
wasvas
Sieziː
hathat
.
lacht zornig
MARSCHALLIN
Ereːɐ̯
istɪst
einaɪ̯n
rechtesˈʁɛçtəs
Mannsbildˈmansˌbɪlt
,
geh'
Ereːɐ̯
hinhɪn
.
OCTAVIAN
Wieviː
Sieziː
befiehltbəˈfiːlt
.
geht hinüber
wortlos
bei ihr
OCTAVIAN
Eh
bienbiːn
,
hathat
Sieziː
keinkaɪ̯n
freundlichˈfʁɔɪ̯ntlɪç
Wortvɔʁt
fürfyːɐ̯
michmɪç
?
Nichtnɪçt
einenˈaɪ̯nən
Blickblɪk
,
nichtnɪçt
einenˈaɪ̯nən
liebenˈliːbn̩
Grussɡʁuːs
?
stockend
SOPHIE
Warvaːɐ̯
mirmiːɐ̯
vonfɔn
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
Freundschaftˈfʁɔɪ̯ntʃaft
undʊnt
Behilflichkeit
wahrhaftigvaːɐ̯ˈhaftɪk
einerˈaɪ̯nɐ
andernˈandɐn
Freud'
gewärtigɡəˈvɛʁtɪk
.
lebhaft
OCTAVIAN
Wieviː
-
freutfʁɔɪ̯t
Sieziː
sichzɪç
denndɛn
nichtnɪçt
?
unmutig
SOPHIE
Hab'
wirklichˈvɪʁklɪç
keinenˈkaɪ̯nən
Anlassˈanˌlas
nichtnɪçt
.
OCTAVIAN
Hathat
manman
Ihriːɐ̯
nichtnɪçt
dendeːn
Bräutigamˈbʁɔɪ̯tɪɡam
vomfɔm
Halshals
geschafftɡəˈʃaft
?
SOPHIE
Wär'
all's
rechtʁɛçt
schönʃøːn
,
wenn's
andersˈandɐs
abgegangenˈapɡəˌɡaŋən
wär'
.
Schäm'
michmɪç
iniˈʔɛn
Grundɡʁʊnt
undʊnt
Bodenˈboːdn̩
.
Versteh'
sehrzeːɐ̯
wohlvoːl
,
mitmɪt
wasvas
fürfyːɐ̯
einemˈaɪ̯nəm
Blickblɪk
Ihreˈiːʁə
fürstlicheˈfʏʁstlɪçə
Gnadenˈɡnaːdn̩
michmɪç
betracht'
.
OCTAVIAN
Ichɪç
schwör'
Ihriːɐ̯
,
meinerˈmaɪ̯nɐ
Seel'
undʊnt
Seligkeitˈzeːlɪkkaɪ̯t
.
SOPHIE
Lasslas
Ereːɐ̯
michmɪç
gehnɡeːn
.
OCTAVIAN
Ichɪç
lasslas
Sieziː
nichtnɪçt
.
fasst ihre Hand
SOPHIE
Derdeːɐ̯
Vaterˈfaːtɐ
brauchtbʁaʊ̯xt
michmɪç
drindʁɪn
.
OCTAVIAN
Ichɪç
brauch'
Sieziː
nötigerˈnøːtɪɡɐ
.
SOPHIE
Dasdas
sagtzaːkt
sichzɪç
leichtlaɪ̯çt
.
OCTAVIAN
Ichɪç
hab'
Sieziː
übermässig
liebliːp
.
SOPHIE
Dasdas
istɪst
nichtnɪçt
wahrvaːɐ̯
.
Ereːɐ̯
hathat
michmɪç
nichtnɪçt
sozoː
liebliːp
,
alsals
wieviː
Ereːɐ̯
sprichtʃpʁɪçt
.
Vergess'
Ereːɐ̯
michmɪç
!
OCTAVIAN
Istɪst
mirmiːɐ̯
umʊm
Sieziː
undʊnt
nurnuːɐ̯
umʊm
Sieziː
.
SOPHIE
Vergess'
Ereːɐ̯
michmɪç
!
heftig
OCTAVIAN
Magmaːk
allesˈaləs
drunterˈdʁʊntɐ
oderˈoːdɐ
drüberˈdʁyːbɐ
gehnɡeːn
!
leidenschaftlich
SOPHIE
Vergess'
Ereːɐ̯
michmɪç
!
OCTAVIAN
Hab'
keinenˈkaɪ̯nən
andernˈandɐn
Gedankenɡəˈdaŋkn̩
nichtnɪçt
.
Seh'
allweilˈalɐˌvaɪ̯l
Ihriːɐ̯
liebliːp
Gesichtɡəˈzɪçt
.
fasst mit beiden Händen ihre beiden
schwach abwehrend
SOPHIE
Vergess'
Ereːɐ̯
michmɪç
!
ist indessen aufgestanden, bezwingt sich aber und setzt sich wieder, vor sich getragen, gleichzeitig mit Octavian und Sophie
MARSCHALLIN
Heuthɔɪ̯t
oderˈoːdɐ
morgenˈmɔʁɡn̩
oderˈoːdɐ
dendeːn
übernächten
Tagtaːk
.
Hab'
ichɪç
mir's
denndɛn
nichtnɪçt
vorgesagtˈfoːɐ̯ɡəˌzaːkt
?
Dasdas
allesˈaləs
kommtkɔmt
halthalt
überˈyːbɐ
jedeˈjeːdə
Fraufʁaʊ̯
.
Hab'
ich's
denndɛn
nichtnɪçt
gewusstɡəˈvʊst
?
Habhaːp
`
ichɪç
nichtnɪçt
einaɪ̯n
Gelübdeɡəˈlʏpdə
t
"-
iniˈʔɛn
,
dassdas
ich's
mitmɪt
einemˈaɪ̯nəm
ganzɡant͡s
gefasstenɡəˈfastn̩
Herzenˈhɛʁt͡sn̩
ertragenɛɐ̯ˈtʁaːɡn̩
werd'
.
.
.
Heuthɔɪ̯t
oderˈoːdɐ
morgenˈmɔʁɡn̩
oderˈoːdɐ
dendeːn
übernächsten
Tagtaːk
.
Sie wischt sich die Augen, steht auf.
leise
SOPHIE
Diedaɪ
Fürstinˈfʏʁstɪn
dadaː
!
Sieziː
ruftʁuːft
Ihniːn
hinhɪn
!
Sozoː
geh'
Ereːɐ̯
dochdɔx
.
ist ein paar Schritte gegen die Marschallin hingegangen, steht jetzt zwischen beiden, verlegen. Pause
in der Tür, unschlüssig, ob sie gehen oder bleiben soll
in der Mitte, dreht den Kopf von einer zur andern
sieht seine Verlegenheit; ein trauriges Lächeln huscht über ihr Gesicht
an der Tür
SOPHIE
Ichɪç
mussmʊs
hineinhɪˈnaɪ̯n
undʊnt
fragenˈfʁaːɡn̩
,
wie's
demdeːm
Vaterˈfaːtɐ
gehtɡeːt
.
OCTAVIAN
Ichɪç
mussmʊs
jetztjɛt͡st
wasvas
redenˈʁeːdn̩
,
undʊnt
mirmiːɐ̯
verschlagt's
diedaɪ
Red'
.
MARSCHALLIN
Derdeːɐ̯
Bub'
,
wieviː
ereːɐ̯
verlegenfɛɐ̯ˈleːɡn̩
dadaː
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Mittenˈmɪtn̩
stehtʃteːt
.
zu Sophie
OCTAVIAN
Bleib'
Sieziː
umʊm
allesˈaləs
hierhiːɐ̯
.
zur Marschallin
OCTAVIAN
Wieviː
,
hathat
Sieziː
wasvas
gesagtɡəˈzaːkt
?
geht, ohne Octavian zu beachten hinüber zu Sophie
tritt einen Schritt zurück
steht vor Sophie, sieht sie prüfend, aber gütig an
in Verlegenheit, knickst
MARSCHALLIN
Sozoː
schnellʃnɛl
hathat
Sieziː
ihniːn
garɡaːɐ̯
sozoː
liebliːp
?
sehr schnell
SOPHIE
Ichɪç
weissvaɪ̯s
nichtnɪçt
,
wasvas
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
meinenˈmaɪ̯nn̩
mitmɪt
derdeːɐ̯
Frag'
.
MARSCHALLIN
Ihriːɐ̯
blassblas
Gesichtɡəˈzɪçt
gibtɡiːpt
schonʃoːn
diedaɪ
rechteˈʁɛçtə
Antwortˈantvɔʁt
draufdʁaʊ̯f
.
in grosser Schüchternheit und Verlegenheit, immer sehr schnell
SOPHIE
Wär'
garɡaːɐ̯
keinkaɪ̯n
Wunderˈvʊndɐ
,
wennvɛn
ichɪç
blassblas
binbɪn
,
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
.
Hab'
einenˈaɪ̯nən
grossenˈɡʁɔsn̩
Schreckʃʁɛk
erlebtɛɐ̯ˈleːpt
mitmɪt
demdeːm
Herrnhɛʁn
Vaterˈfaːtɐ
.
Garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
zut͡suː
redenˈʁeːdn̩
vonfɔn
gerechtemɡəˈʁɛçtəm
Einportement
gegenˈɡeːɡn̩
dendeːn
skandalösenskandaˈløːzn̩
Herrnhɛʁn
Baronbaˈʁoːn
.
Binbɪn
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
iniˈʔɛn
Ewigkeitˈeːvɪkkaɪ̯t
verpflichtetfɛɐ̯ˈp͡flɪçtət
,
dassdas
mitmɪt
Deroˈdeːʁo
Hilf'
undʊnt
Aufsichtˈaʊ̯fzɪçt
-
abwehrend
MARSCHALLIN
Red'
Sieziː
nurnuːɐ̯
nichtnɪçt
zut͡suː
vielfiːl
,
Sieziː
istɪst
jajaː
hübschhʏpʃ
genugɡəˈnuːk
!
Undʊnt
gegenˈɡeːɡn̩
dendeːn
Herrnhɛʁn
Papaˈpapa
seinzaɪ̯n
Übelˈyːbl̩
weissvaɪ̯s
ichɪç
etwaˈɛtva
eineˈaɪ̯nə
Medizinmediˈt͡siːn
.
Ichɪç
geh'
jetztjɛt͡st
dadaː
hineinhɪˈnaɪ̯n
zut͡suː
ihmiːm
undʊnt
lad'
ihniːn
einaɪ̯n
,
mitmɪt
mirmiːɐ̯
undʊnt
Ihriːɐ̯
undʊnt
demdeːm
Herrnhɛʁn
Grafenˈɡʁaːfn̩
dadaː
iniˈʔɛn
meinemˈmaɪ̯nəm
Wagenˈvaːɡn̩
heimzufahren[ˈhaɪ̯mˌfaːrən]
-
meintmaɪ̯nt
Sieziː
nichtnɪçt
-
dassdas
ihniːn
dasdas
rekreieren
wirdvɪʁt
undʊnt
allbereitsˈalbəˌʁaɪ̯t͡s
einaɪ̯n
wenigˈveːnɪk
munterˈmʊntɐ
machenˈmaxn̩
?
SOPHIE
Euerˈɔɪ̯ɐ
Gnadenˈɡnaːdn̩
sindzɪnt
diedaɪ
Güteˈɡyːtə
selbstzɛlpst
.
MARSCHALLIN
Undʊnt
fürfyːɐ̯
diedaɪ
Blässeˈblɛsə
weissvaɪ̯s
vielleichtfiˈlaɪ̯çt
meinmaɪ̯n
Vetterˈfɛtɐ
dadaː
diedaɪ
Medizinmediˈt͡siːn
.
innig
OCTAVIAN
Mariemaˈʁiː
Theres'
,
wieviː
gutɡuːt
Sieziː
istɪst
.
Mariemaˈʁiː
Theres'
,
ichɪç
weissvaɪ̯s
garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
.
-
mit einem undefinierbaren Ausdruck leise
MARSCHALLIN
Ichɪç
weissvaɪ̯s
auchaʊ̯x
nixnɪks
.
ganz tonlos
MARSCHALLIN
Garɡaːɐ̯
nixnɪks
.
winkt ihm, zurückzubleiben
unschlüssig, als wollte er ihr nach
OCTAVIAN
Mariemaˈʁiː
Theres'
!
Marschallin bleibt in der Tür stehen. Octavian steht ihr zunächst, Sophie weiter rechts.
vor sich, zugleich mit Octavian und Sophie
MARSCHALLIN
Hab'
mir's
gelobtɡəˈloːpt
,
Ihniːn
liebliːp
zut͡suː
habenˈhaːbm̩
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
richtigenˈʁɪçtɪɡn̩
Weis'
.
Dassdas
ichɪç
selbstzɛlpst
Seinzaɪ̯n
Lieb'
zut͡suː
einerˈaɪ̯nɐ
andernˈandɐn
nochnɔx
liebliːp
habhaːp
!
Hab'
mirmiːɐ̯
freilichˈfʁaɪ̯lɪç
nichtnɪçt
gedachtɡəˈdaxt
,
dassdas
eseːs
sozoː
baldbalt
mirmiːɐ̯
aufgelegtˈaʊ̯fɡəˌleːkt
sollt'
werdenˈveːɐ̯dn̩
!
seufzend
MARSCHALLIN
Eseːs
sindzɪnt
diedaɪ
mehrerenˈmeːʁəʁən
Dingeˈdɪŋə
aufaʊ̯f
derdeːɐ̯
Weltvɛlt
,
sozoː
dassdas
sieziː
ein's
nichtnɪçt
glaubenˈɡlaʊ̯bn̩
tät'
,
wennvɛn
manman
sieziː
möcht'
erzählenˌɛɐ̯ˈt͡sɛːlən
hör'n
.
Alleinigaˈlaɪ̯nɪk
wer's
erlebtɛɐ̯ˈleːpt
,
derdeːɐ̯
glaubtɡlaʊ̯pt
darandaˈʁan
undʊnt
weissvaɪ̯s
nichtnɪçt
wieviː
-
dadaː
stehtʃteːt
derdeːɐ̯
Bub'
undʊnt
dadaː
steh'
ichɪç
,
undʊnt
mitmɪt
demdeːm
fremdenˈfʁɛmdn̩
Mädelˈmɛːdl̩
dortdɔʁt
wirdvɪʁt
ereːɐ̯
sozoː
glücklichˈɡlʏklɪç
seinzaɪ̯n
,
alsals
wieviː
halthalt
Männerˈmɛnɐ
dasdas
Glücklichsein
verstehenfɛɐ̯ˈʃteːən
.
Iniˈʔɛn
Gottesˈɡɔtəs
Namenˈnaːmən
.
zugleich mit der Marschallin und Sophie, erst vor sich, dann Aug' in Aug' mit Sophie
OCTAVIAN
Eseːs
istɪst
wasvas
kommenˈkɔmən
undʊnt
istɪst
wasvas
g'schehn
,
Ichɪç
möcht'
Sieziː
fragenˈfʁaːɡn̩
:
darf's
denndɛn
seinzaɪ̯n
?
undʊnt
grad'
diedaɪ
Fragfʁaːk
,
diedaɪ
spür'
ichɪç
,
dassdas
sieziː
mirmiːɐ̯
verbotenfɛɐ̯ˈboːtn̩
istɪst
.
Ichɪç
möcht'
Sieziː
fragenˈfʁaːɡn̩
:
warumvaˈʁʊm
zittertˈt͡sɪtɐt
wasvas
iniˈʔɛn
mirmiːɐ̯
?
-
Istɪst
denndɛn
einaɪ̯n
grossesˈɡʁɔsəs
Unrechtˈʊnˌʁɛçt
geschehn
?
Undʊnt
grad'
anaːˈʔɛn
diedaɪ
darfdaʁf
ichɪç
diedaɪ
Frag'
nichtnɪçt
tuntjuːn
-
undʊnt
danndan
seh'
ichɪç
dichdɪç
anaːˈʔɛn
,
Sophiezoˈfiː
,
undʊnt
seh'
nurnuːɐ̯
dichdɪç
undʊnt
spür'
nurnuːɐ̯
dichdɪç
,
Sophiezoˈfiː
,
undʊnt
weissvaɪ̯s
vonfɔn
nichtsnɪçt͡s
alsals
nurnuːɐ̯
:
dichdɪç
hab'
ichɪç
liebliːp
.
zugleich mit der Marschallin und Octavian, erst vor sich, dann Aug' in Aug' mit Octavian
SOPHIE
Mirmiːɐ̯
istɪst
wieviː
iniˈʔɛn
derdeːɐ̯
Kirch'n
,
heiligˈhaɪ̯lɪk
istɪst
mirmiːɐ̯
undʊnt
sozoː
bangbaŋ
;
undʊnt
dochdɔx
istɪst
mirmiːɐ̯
unheiligˈʊnˌhaɪ̯lɪk
auchaʊ̯x
!
Ichɪç
weissvaɪ̯s
nichtnɪçt
,
wieviː
mirmiːɐ̯
istɪst
.
(
ausdrucksvollˈaʊ̯sdʁʊksfɔl
)
Ichɪç
möcht'
michmɪç
niederknienˈniːdɐˌkniːn
dortdɔʁt
vorfoːɐ̯
derdeːɐ̯
Fraufʁaʊ̯
undʊnt
möcht'
ihriːɐ̯
wasvas
antunˈanˌtuːn
,
denndɛn
ichɪç
spür'
,
sieziː
gibtɡiːpt
mirmiːɐ̯
ihniːn
undʊnt
nimmtnɪmt
mirmiːɐ̯
wasvas
vonfɔn
ihmiːm
zugleicht͡suˈɡlaɪ̯ç
.
Weissvaɪ̯s
garɡaːɐ̯
nichtnɪçt
,
wieviː
mirmiːɐ̯
istɪst
!
Möcht'
allesˈaləs
verstehenfɛɐ̯ˈʃteːən
undʊnt
möcht'
auchaʊ̯x
nichtsnɪçt͡s
verstehenfɛɐ̯ˈʃteːən
.
Möcht'
fragenˈfʁaːɡn̩
undʊnt
nichtnɪçt
fragenˈfʁaːɡn̩
,
wirdvɪʁt
mirmiːɐ̯
heisshaɪ̯s
undʊnt
kaltkalt
.
Undʊnt
spür'
nurnuːɐ̯
dichdɪç
undʊnt
weissvaɪ̯s
nurnuːɐ̯
einsaɪ̯ns
:
dichdɪç
hab'
ichɪç
liebliːp
.
Marschallin geht leise links hinein, die beiden bemerken es gar nicht. Octavian ist dicht an Sophie herangetreten, einen Augenblick später liegt sie in seinen Armen.
zugleich mit Sophie
OCTAVIAN
Spür'
nurnuːɐ̯
dichdɪç
,
spür'
nurnuːɐ̯
dichdɪç
alleinaˈlaɪ̯n
undʊnt
dassdas
wirviːɐ̯
beieinanderˌbaɪ̯ʔaɪ̯ˈnandɐ
seinzaɪ̯n
!
Gehtɡeːt
allsals
sonstzɔnst
wieviː
einaɪ̯n
Traumtʁaʊ̯m
dahindaˈhɪn
vorfoːɐ̯
meinemˈmaɪ̯nəm
Sinnzɪn
!
zugleich mit Octavian
SOPHIE
Istɪst
einaɪ̯n
Traumtʁaʊ̯m
,
kannkan
nichtnɪçt
wirklichˈvɪʁklɪç
seinzaɪ̯n
,
dassdas
wirviːɐ̯
zweit͡svaɪ̯
beieinanderˌbaɪ̯ʔaɪ̯ˈnandɐ
seinzaɪ̯n
,
beieinand'
fürfyːɐ̯
alleˈalə
Zeitt͡saɪ̯t
undʊnt
Ewigkeitˈeːvɪkkaɪ̯t
!
ebenso
OCTAVIAN
Warvaːɐ̯
einaɪ̯n
Haushaʊ̯s
wovoː
,
dadaː
warstvaːɐ̯st
duduː
dreindʁaɪ̯n
,
undʊnt
diedaɪ
Leut'
schickenˈʃɪkn̩
michmɪç
hineinhɪˈnaɪ̯n
,
michmɪç
gradaus
iniˈʔɛn
diedaɪ
Seligkeitˈzeːlɪkkaɪ̯t
!
Diedaɪ
warenˈvaːʁən
g'scheit
!
ebenso
SOPHIE
Kannstkanst
duduː
lachenˈlaxn̩
?
Mirmiːɐ̯
istɪst
zurt͡suːɐ̯
Stell'
bangbaŋ
wieviː
anaːˈʔɛn
derdeːɐ̯
himmlischenˈhɪmlɪʃn̩
Schwellʃvɛl
!
Halt'
michmɪç
,
einaɪ̯n
schwachʃvax
Dingdɪŋ
,
wieviː
ichɪç
binbɪn
,
sink'
dirdiːɐ̯
dahindaˈhɪn
!
Sie muss sich an ihn lehnen. In diesem Augenblick öffnen die Faninalschen Lakaien die Tür und treten herein, jeder mit einem Leuchter. Durch die Tür kommt Faninal, die Marschallin an der Hand führend. Die beiden jungen stehen einen Augenblick verwirrt, dann machen sie ein tiefes Kompliment, das Faninal und die Marschallin erwidern. Faninal tupft Sophie väterlich gutmütig auf die Wange.
FANINAL
Sindzɪnt
halthalt
asoaˈzoː
,
diedaɪ
jungenˈjʊŋən
Leut'
!
MARSCHALLIN
Jajaː
,
jajaː
.
Faninal reicht der Marschallin die Hand, führt sie zur Mitteltür, die zugleich durch die Livree der Marschallin, darunter der kleine Neger, geöffnet wurde. Draussen hell, herinnen halbdunkel, da die beiden Diener mit den Leuchtern der Marschallin voraustreten. Octavian und Sophie, allein im halbdunklen Zimmer, wiederholen leise.
zugleich mit Sophie
OCTAVIAN
Spür'
nurnuːɐ̯
dichdɪç
,
spür'
nurnuːɐ̯
dichdɪç
alleinaˈlaɪ̯n
undʊnt
dassdas
wirviːɐ̯
beieinanderˌbaɪ̯ʔaɪ̯ˈnandɐ
seinzaɪ̯n
!
Gehtɡeːt
all's
sonstzɔnst
wieviː
einaɪ̯n
Traumtʁaʊ̯m
dahindaˈhɪn
vorfoːɐ̯
meinemˈmaɪ̯nəm
Sinnzɪn
!
zugleich mit Octavian
SOPHIE
Istɪst
einaɪ̯n
Traumtʁaʊ̯m
,
kannkan
nichtnɪçt
wirklichˈvɪʁklɪç
seinzaɪ̯n
,
dassdas
wirviːɐ̯
zweit͡svaɪ̯
beieinanderˌbaɪ̯ʔaɪ̯ˈnandɐ
seinzaɪ̯n
,
beieinand'
fürfyːɐ̯
alleˈalə
Zeitt͡saɪ̯t
undʊnt
Ewigkeitˈeːvɪkkaɪ̯t
!
Sie sinkt an ihn hin, er küsst sie schnell. Ihr fällt, ohne dass sie es merkt, ihr Taschentuch aus der Hand. Dann laufen sie schnell, Hand in Hand, hinaus. Die Bühne bleibt leer, dann geht nochmals die Mitteltür auf. Herein kommt der kleine Neger, mit einer Kerze in der Hand, sucht das Taschentuch, findet es, hebt es auf, trippelt hinaus.
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